Hitzeindex - Gefühlte Temperatur bei hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze

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Lufttemperatur
°C
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Luftfeuchtigkeit
%

Outdoorsport findet nicht immer nur in den kühlen Bergregionen Mitteleuropas statt. Wer sich schon einmal in tropische Länder vorgewagt hat, der kann ein Lied davon singen, wie sich die hohe Luftfeuchtigkeit dort auf das Wärmeempfinden niederschlägt.

Aber auch in unseren Niederungen kennt man die Schwüle, bei der der Schweiß nur so in Strömen fließt und die Hitze einfach nur drückend ist. Dieser Anstieg der gefühlten Temperatur gegenüber der tatsächlichen Temperatur wird über den sogenannten Hitzeindex abgebildet.

Was steckt hinter dem Hitzeindex?

Der Hitzeindex ist quasi der Gegenentwurf zum Windchill-Effekt , der den Einfluss von Wind auf die gefühlte Temperatur bezeichnet. Beim Hitzeindex ist allerdings nicht der Wind das entscheidende Kriterium, sondern die relative Luftfeuchtigkeit .

Der Hitzeindex gilt als Maß für eine zu erwartende Belastung des Körpers durch hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit hohen Temperaturen. Es handelt sich natürlich nur um Richtwerte, da das subjektive Temperaturempfinden noch durch weit mehr Faktoren, wie z.B. Herkunft, Alter, Gewicht, Größe, Geschlecht und Gesundheitszustand, beeinflusst wird.

Wie errechnet sich der Hitzeindex?

Bei Temperaturen unter 20°C hat die Luftfeuchtigkeit keinen Einfluss mehr auf die gefühlte Temperatur. Erst ab etwa 27°C zeigt sich eine merkliche Verschiebung im Empfinden, weshalb der Hitzeindex erst ab diesem Wert angewandt wird. Die minimale relative Luftfeuchtigkeit beträgt 40%.

Die durch eine relativ komplizierte Gleichung errechnete Temperatur gilt dann als Hinweis für die gefühlte Temperatur und wird in eine Warntabelle übertragen, anhand derer man ablesen kann, wie groß die Gefahr für Hitzeschäden für den Organismus ist:

Warntabelle für Hitzeschäden
Hitzeindex Gesundheitliche Gefahr
27 - 32 °C Erschöpfungserscheinungen möglich bei längerem Aufenthalt und körperlicher Aktivität
33 - 40 °C Sonnenstich, Hitzekrampf und Hitzekollaps möglich
41 - 54 °C Sonnenstich, Hitzekrampf und Hitzekollaps wahrscheinlich. Hitzschlag möglich.
über 54 °C Hohe Gefahr - Hitzschlag und Sonnenstich sehr wahrscheinlich!

Die Formel zur Berechnung des Hitzeindexes (HI):

HI = c₁ + c₂T + c₃φ + c₄Tφ + c₅T² + c₆φ² + c₇T²φ + c₈Tφ² + c₉T²φ²

Dabei ist T die Temperatur in °C oder °F und φ die relative Luftfeuchtigkeit in %. Die Werte c sind von der Temperatureinheit abhängige konstante Parameter:

Parameter zur HI-Berechnung
Parameter in °C in °F
c₁ -8,785 -42,379
c₂ 1,611 2,049
c₃ 2,339 10,143
c₄ -0,146 -0,225
c₅ -1,231 ⋅ 10⁻² -6,838 ⋅ 10⁻³
c₆ -1,642 ⋅ 10⁻² -5,482 ⋅ 10⁻²
c₇ 2,212 ⋅ 10⁻³ 1,229 ⋅ 10⁻³
c₈ 7,255 ⋅ 10⁻⁴ 8,528 ⋅ 10⁻⁴
c₉ -3,582 ⋅ 10⁻⁶ -1,990 ⋅ 10⁻⁶

Wie kann man sich vor Hitze schützen?

Ein Hut schützt vor Hitze durch Sonneneinstrahlung

Sollte die Temperatur bzw. der Hitzeindex über ein erträgliches Maß hinaus ansteigen, steigt die Gefahr für Hitzeschäden . Um dem vorzubeugen, sollte man schon im Vorfeld Maßnahmen ergreifen, um die Wärmebelastung auf den Organismus zu vermindern.

Hüte mit großer Krempe, Sonnenbrillen und ein Tuch im Nacken schützen den Kopf und natürlich sollte man stets genug trinken – und zwar vor allem isotonische Flüssigkeiten mit Salz, da dieses über den Schweiß verloren geht. Trinkt man salzarmes Wasser, kann es auf Dauer zu einer sogenannten Wasservergiftung kommen. Den individuellen Flüssigkeitsbedarf kannst Du übrigens mit unserem Wasserbedarfsrechner ermitteln.

Hitzeschäden: Typen, Symptome und Maßnahmen

Sonnenstich - zu viel Sonnenstrahlung erwischt

Fast jeder hat das schon Mal erlebt: Nach einem langen Tag in der Sonne ist einem schwindelig, übel und man hat Kopfschmerzen. Die Diagnose ist schnell gestellt - muss ein Sonnenstich sein. Und damit liegt man dann meistens gar nicht so verkehrt. Denn ein Sonnenstich tritt immer dann auf, wenn der Kopf- und Nackenbereich lange von warmer Sonnenstrahlung bearbeitet wird.

Dabei kommt es zu einer Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes. Bei schweren Fällen können auch Hirnödeme entstehen. Neben den schon genannten Symptomen kommt es im weiteren Verlauf zu Erbrechen, zu Ohrgeräuschen, Benommenheit, erhöhtem Pulsschlag, Nackensteifheit und schließlich zur Bewusstlosigkeit und zum Kreislaufversagen. Auch tödliche Verläufe wurden schon beobachtet.

Bei leichten Formen reicht es, zunächst aus der Sonne zu gehen. Meistens klingen die Symptome dann nach einigen Stunden ab. Betroffene sollten auf den Rücken gelegt und der Kopf leicht erhöht gelagert werden. Kopf und Nacken können mit einem feuchten Tuch oder einem Coolpack gekühlt werden (Immer eine Lage Stoff dazwischen packen, um Erfrierungen zu verhindern). Sollten sich die Symptome trotzdem nicht bessern, ist es ratsam, die betroffene Person ins Krankenhaus zu bringen.

Hitzschlag - die überforderte Wärmeregulation des Körpers

Der Hitzschlag tritt vor allem dann auf, wenn man den Körper lange Zeit großer Hitze aussetzt oder er bei Hitze stark belastet wird. Hinzu kommt ein starker Flüssigkeitsverlust , der nicht ausgeglichen wird. Daraufhin bricht die Schweißproduktion zusammen und der Körper kann nicht mehr genug Wärme abgeben. Es kommt zu einem Wärmestau, woraufhin sich die Kerntemperatur im Körper erhöht.

Typische Symptome sind ein schneller Pulsschlag, Schwindel und Übelkeit. Die Haut ist trocken, heiß und manches Mal auch gerötet. Der Blutdruck ist zunächst normal, sackt aber nach einiger Zeit ab. Der Kreislauf bricht zusammen, es kommt zum Schock, woraufhin die Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Da auch das Hirn betroffen ist, können Bewusstseinsstörungen und schließlich der Tod eintreten.

Betroffene sollten schnellstmöglich ins Kühle gebracht werden. Oftmals reicht hier schon ein schattiger Platz unter einem Baum oder Schirm. Aktiv kühlen kann man den Körper mit Coolpacks (nie direkt auf die Haut legen) und feuchten Umschlägen an Armen, Beinen, Nacken und der Leiste. Bei hohen Temperaturen kann ein Eiswasserbad sogar lebensrettend sein. In jedem Fall hilft auch das Entkleiden der Person.

Es wird empfohlen, die Person in die Schocklage zu bringen, bei der der Betroffene auf dem Rücken liegt und die Beine erhöht gelagert werden. Bei Ansprechbarkeit kann langsam Flüssigkeit gegeben werden, um den Verlust auszugleichen. Lauwarm ist hier die ideale Wahl, damit sie schnell vom Körper aufgenommen wird. Alkohol ist natürlich strikt verboten. Tees, Wasser und milde Saftschorlen sind ideal.

Trinken auf Touren zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes
Flüssigkeitsmangel kann zu lebensbedrohlichen Hitzeschäden führen

Hitzekrampf - Mangel an Elektrolyten

Neben Sonnenstich und Hitzschlag gibt es noch weitere Komplikationen, so zum Beispiel die Hitzekrämpfe , die bei einem übermäßigen Verlust von Elektrolyten auftreten, vor allem dem Verlust von Natriumchlorid aka Kochsalz durch Schweiß. Die Symptome sind Krämpfe und Kreislaufbeschwerden. Man sollte unbedingt zur stark gewürzten Suppen oder Elektrolytgetränken greifen, da es beim Konsum von Leitungs- oder Mineralwasser zu einer Wasservergiftung kommen kann.

Hitzekollaps - zu geringer Blutdruck

Der Hitzekollaps tritt auf, wenn sich die peripheren Blutgefäße in Armen und Beinen aufgrund der Hitze weiten. Das Blut sammelt sich in diesen Bereichen und der Blutdruck sackt ab. Dadurch kommt es zu einer meist kurz andauernden Ohnmacht. Warnzeichen sind Schwindel, Übelkeit und ein Schwächegefühl. Der Hitzekollaps tritt meist unter Alkoholeinfluss oder beim Aufenthalt in größeren Menschenmengen auf. Betroffene sollten aus der Situation herausgenommen und in den Schatten gebracht werden.

Hitzeerschöpfung - Mangel an Flüssigkeit

Größere Flüssigkeits- und Elektrolytverluste, die nicht ausgeglichen werden, führen nicht selten zu einer Hitzeerschöpfung . Das Blutvolumen nimmt ab und der Körper kann nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstlosigkeit können die Folge sein. Weitere Symptome sind ein schneller Puls bei niedrigem Blutdruck, eine schnelle und flache Atmung und eine zunächst gerötete und später blasse und feuchte Haut.
Betroffene sollten schattige und kühle Plätze aufsuchen. Bewusstlose sollten in die stabile Seitenlage gebracht und Personen, die noch bei Bewusstsein sind, können in der Schocklage positioniert werden. Lauwarme, elektrolythaltige Flüssigkeit kann zum Ausgleich der Verluste gegeben werden. Allerdings nur langsam, damit es nicht zum Verschlucken kommt.