Die richtige Stocklänge einstellen

Allgemeines zur richtigen Stocklänge

Bei verschiedenen Sportarten kommen Stöcke zum Einsatz, bei denen nicht nur das Material, sondern vor allem die Wahl der korrekten Länge entscheidend ist. Welche Länge als korrekt gelten kann, ist stark von der Sportart selbst, vom Streckenprofil und nicht zuletzt auch von der Könnerstufe des Anwenders abhängig.

Auf dem Markt existieren fixe Stöcke mit einer festen Länge und Vario- oder Teleskopstöcke , die bei Bedarf schnell eingestellt werden können und auch für verschiedene Sportarten gleichermaßen geeignet sind. Zweitere bieten zwar eine hohe Variabilität, dies wird jedoch durch Einbußen in der Steifigkeit und in der Fehleranfälligkeit erkauft. D.h., sie können bei Falschanwendung oder Verschleiß einknicken oder der Feststellmechanismus kann versagen.

Ein Stocklängen-Rechner kann helfen, zu einer groben Einschätzung der optimalen Länge zu gelangen, ggf. scheitert dieser jedoch an der hohen Komplexität der Thematik, wenn es um eine genaue Berechnung der Länge geht. Hier geht – wie so oft – nichts am Ausprobieren vorbei.

Wir haben im folgenden Artikel für euch zusammengefasst, wie lang die Stöcke beim Trekking / Wandern, beim Langlaufen, beim Alpinski und beim Nordic Walking sein sollten.

Trekkingstöcke & Wanderstöcke

Trekkingstöcke & Wanderstöcke sollen helfen, die Balance des Körpers zu halten und die Knie beim Auf- und Abstieg zu entlasten. Besonders in exponierten Situationen oder bei schwierigen Flussdurchquerungen werden die Stöcke schnell zum unverzichtbaren Sicherheitsequipment. Allgemein bietet sich hier der Einsatz von Teleskopstöcken an, um die Länge schnell unterwegs dem Routenprofil anpassen zu können oder auch, um die Stöcke bei Bedarf klein zu verpacken und sie am Rucksack zu befestigen.

Welliges Streckenprofil: Trekking, Fernwandern & Pilgern

Richtige Länge bei Wanderstöcken und Trekkingstöcken
Armstellung mit richtiger Länge der Wanderstöcke

Bei langem Wandern sind die zurückgelegten Wegstrecken oft eben oder leicht wellig, für alpine Trekkingtouren ist hingegen eher das nächste Kapitel zu Rate zu ziehen. Eine ebene Strecke legt nahe, dass der Anwender die Stöcke nicht ständig für An- oder Abstiege neu anpassen möchte, sondern eine feste Länge eingestellt bleiben kann.

Hier gilt: Im Stand (mit angezogenen Wanderschuhen!) wird der Griff des Stocks mit der Hand umschlossen und die Spitze auf den Boden gestellt, sodass der Stock im rechten Winkel zum Boden steht. In dieser Position sollten Unterarm und Oberarm des Wanderers einen rechten Winkel bilden. In dieser Länge können sowohl An- als auch Abstiege gemeistert werden, solange sie nicht zu steil sind. Somit entfallen häufige Pausen für das Verstellen der Stöcke bei ebenen und leicht welligen Strecken. Das folgende Kapitel erklärt, wie Stöcke in extremerem Gelände eingestellt werden können.

Lange Auf- & Abstiege: Bergwandern, Bergsteigen & Hochtouren

Wesentlich komplexer ist die Situation hingegen im alpinen Gelände. Ganz besonders hier empfiehlt sich die Benutzung eines Teleskopstocks, weil für Auf- und Abstieg in der Regel unterschiedliche Längen eingestellt werden.

Teleskopstöcke sind ideal bei Bergtouren
Teleskopstöcke sind flexibel einstellbar und schnell verstaut

Die genaue Länge hängt davon ab, wie steil die Neigung ist. Im Vergleich zur Stocklänge in ebenem Gelände werden die Stöcke beim Bergaufgehen kürzer und beim Bergabgehen entsprechend länger eingestellt. So gelingt es auch bei unterschiedlichen Hangneigungen, dass der Ellenbogen mit dem Stock beim Gehen einen rechten Winkel bildet. In dieser Position kann der Arm das Gewicht optimal auf den Stock übertragen.

Vorsicht bei der Stockeinstellung vor dem Bergabgehen: Die Stöcke müssen sorgsam verriegelt werden, damit sie nicht bei Belastung wegsacken. Beim Gehen quer zum Hang kann der hangzugewandte Stock auch unterhalb des Griffes angefasst werden, damit auch ohne Einstellen ein rechter Winkel im Ellenbogen gewährleistet werden kann.

Mit der richtigen Einstellung gelingt es mühelos, das Gleichgewicht zu halten, die Beine im Aufstieg zu unterstützen oder die Knie bergab zu entlasten. Je steiler ein Anstieg, desto kürzer (im Vergleich zur Einstellung auf ebenen Strecken) sollte die Stocklänge gewählt werden. Beim Abstieg werden die Stöcke entsprechend länger eingestellt, ggf. darf hier der Winkel in den Ellenbogen auch kleiner als 90° sein.

Langlaufstöcke

Weil Langlaufstöcke hohe Belastungen aushalten müssen und sie genau die richtige Länge aufweisen sollten, um die Kraft optimal zu übertragen, muss ihre Länge optimal passen. Unterschieden wird hier zwischen dem klassischen Stil und der Skating-Technik. Bei letzterer werden längere Stöcke gefahren.

Teleskopstöcke sind zum Langlaufen keine Option , da diese stark gefährdet sind, sich unter Belastung zu öffnen oder unter Belastung zu brechen, da Stöcke beim Langlaufen über eine hohe Steifigkeit verfügen müssen. Besonders hochwertige Stöcke mit fixer Länge sind deshalb aus Glasfaser oder Carbon gefertigt.

Klassischer Stil

Richtige Länge von Langlaufstöcken
Optimale Länge von Skatingstöcken: 10cm über Schulterhöhe

Hier gilt die Faustregel, dass die Stockspitzen auf Schulterhöhe abschließen sollten. Je versierter und geübter der Fahrer jedoch ist, desto länger dürfen die Stöcke ausfallen, um entsprechend mehr Schub zu generieren. Niemals jedoch sind die Stöcke bei der klassischen Technik höher als fünf cm über Schulterhöhe. Die Stöcke einiger Hersteller lassen sich nachträglich kürzen, sodass sie angeglichen werden können, wenn sie zu Beginn eher lang gewählt wurden.

Skating

In der Regel werden Stöcke zum Skating ca. 10 cm länger gewählt als entsprechende Klassik-Stöcke. Somit kann beim Antritt viel Schub nach hinten ausgeübt werden. Klassik-Stöcke sind in aller Regel zu kurz, hier entsteht schnell das Gefühl, dass kein ausreichender Abstoß möglich ist. Dies wird sehr schnell anstrengend und es empfiehlt sich, zwei verschiedene Paare von Stöcken zu besitzen, wenn von einer Person verschiedene Techniken gelaufen werden.

Skistöcke

Ski Alpin

Da die Stöcke beim Alpin-Ski nicht oder nur in seltenen Fällen zum Anschieben benutzt werden, fallen sie deutlich kürzer aus als beim Langlauf. Die Stöcke sind hier lediglich ein Mittel, um das Gleichgewicht zu halten! Aus diesem Grund wird der Stock so gewählt, dass der Ellenbogen einen 90°-Winkel bildet, wenn der Stock mit der Spitze senkrecht auf der Erde steht. Gemessen wird diese Einstellung auf einem harten Untergrund und mit Skischuhe und Skiern an den Beinen.

Es empfiehlt sich außerdem beim Alpin-Ski, fixe Stöcke zu verwenden. Bei Stürzen oder wenn der Stock im Lift hängen bleibt kommt es öfter vor, dass ein Stock leicht verbogen wird; Die Neuanschaffung von fixen Stöcken ist dann ganz einfacher schonender für den Geldbeutel als wenn Teleskopstöcke neu beschafft werden müssen.

Skitouren

Stöcke für Skitouren
Geeignete Stöcke sind auf Skitouren unerlässlich

Auch Skistöcke zum Tourengehen müssen häufig an die Hangneigung angepasst oder beim Einsatz von Eispickeln gar im Rucksack verstaut werden, aus diesem Grund kommen hier ausnahmslos Teleskopstöcke zum Einsatz. Der Vortrieb wird hauptsächlich aus den Beinen generiert, die Stöcke halten hingegen das Gleichgweicht.

Deshalb orientiert sich die Stocklänge an den Maßen für das Wandern. Im rechten Winkel zum Boden sollten die Stöcke so lang gewählt werden, dass der Ellenbogen ebenfalls einen 90°-Winkel bildet.

Beim seitlichen Traversieren eines Hangs muss nicht unbedingt der Stock neu eingestellt werden, hier hilft ein Trick: Und zwar fasst die Hand den hangaufwärtigen Stock nicht am Griff, sondern darunter, dass der Ellenbogen wiederum einen 90°-Winkel bildet. Doch Vorsicht, in dieser Halteposition kann die Schlaufe nicht zum Einsatz kommen, also den Stock nicht fallen lassen!

Nordic Walking Stöcke

Auch beim Nordic Walking wird durch den Stock Schub nach hinten ausgeübt. Dieser Schub ist jedoch nicht so stark wie etwa beim Langlauf, sodass hier getrost auch Teleskopstöcke verwendet werden dürfen. Weil der Untergrund außerdem fest ist und der Stock nicht wie im Schnee nach unten sinkt, sollte auch hier der Winkel im Ellenbogen 90° bemessen, wenn der Stock am Griff gehalten und senkrecht auf den Boden gestellt wird. Wichtig ist die Gummikappe am Stockende , diese hilft, genügend Reibung zu generieren, damit der Stock nicht nach hinten rutscht.

Fazit

Wie ihr sehen könnt, gibt es durchweg brauchbare Formeln, um die richtige Stocklänge zu ermitteln. Werden verschiedene Sportarten ausgeübt, so kommt man kaum umhin, verschiedene Stöcke anzuschaffen.

Natürlich zählt bei der Wahl der richtigen Länge immer auch die persönliche Präferenz - was manchen zu lang ist, ist für den Könner genau richtig. Die vorgestellten Faustformeln geben ungefähre Richtwerte, im Zweifel geht Probieren über Studieren!

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