Schwierigkeitsgrade Klettern umrechnen

1
Welche Kletterdisziplin?
Sportklettern Icon
Bouldern Icon
Technisches Klettern Icon
Eisklettern Icon
2
Welche Skala?
3
Welcher Schwierigkeitsgrad?

Der Schwierigkeitsgrad entspricht etwa:

Welche Kletterskalen gibt es und wo werden sie verwendet?

Im Grunde gibt es so viele Skalen, wie es Spielweisen des Kletterns gibt. Davon sind allerdings nicht alle gleich gebräuchlich. Manche werden international verwendet, andere spielen nur regional eine Rolle.

Darüber hinaus gibt es eigene Skalen für den Bergsport (Hochtouren, Wandern, Skitouren, Schneeschuhtouren), für Klettersteige sowie für Mountainbike Singletrails.

UIAA-Skala

Die Bewertungsskala der internationalen Klettervereinigung und Bestandteil der SAC-Skalen. Dargestellt wird hier mit arabischen Zahlen, die zusätzlich durch ein Plus (+) aufgewertet oder ein Minus (–) abgewertet werden können. Somit enthält eine Ziffer drei Schwierigkeitsgrade. Für eine genauere Definition können auch noch Zwischenschritte eingefügt werden. 7+/8- ist dann eine schwere 7+ bis leichte 8-.

Die UIAA Skala wird hauptsächlich im Sportklettern in Europa und vorzugsweise in Westdeutschland verwendet. Auch ist sie sehr beliebt in Kletterhallen .

Die Skala beginnt rein theoretisch bei 1 und geht inzwischen bis 11+. Allerdings bedürfen die Grade 1-2 nicht unbedingt der Zuhilfenahme der Hände und sind somit im Sportklettern zu vernachlässigen. Ganz, ganz grob kann man die Bereiche 3-6 für Anfänger, 6-7 für Fortgeschrittene, 8-10 für sehr gute Kletterer und alles darüber für die Crème de la Crème des Klettersports definieren.

Französische Skala

Die französische Skala wird hauptsächlich im französischen Raum und im internationalen Sportklettern verwendet. Wer sich also im Internet mit seinen schweren Routen international hervortun möchte, sollte dies auf Französisch tun.

Die französische Skala verfügt durch die Hinzunahme von Buchstaben über mehr Zwischenschritte als die UIAA Skala. Angezeigt wird aus einer Kombination von arabischen Zahlen und den Buchstaben a, b und c. Ein Wert kann außerdem durch ein + aufgewertet werden. Eine Abwertung durch ein – gibt es nicht. So enthält der Schwierigkeitsgrad 7 eigentlich sechs Schwierigkeitsgrade.

Fontainebleau / Bouldern

Bouldern

Südlich von Paris liegt das kleine Städtchen Fontainebleau inmitten eines wunderschönen Waldes. Auch in diesem Wald liegen unzählige Sandsteinblöcke, die wie geschaffen sind fürs Bouldern. Es wundert also nicht, dass das Bouldern seinen Ursprung in Fontainebleau fand. Während der Rest der Welt gerade erst das Freiklettern entdeckte und das Bouldern höchstens ein Klettertraining für den Winter darstellte, wurde in „Bleau“ das Bouldern bereits als eigenständige Sportart kultiviert und perfektioniert. Es wundert also nicht, dass die Fontainebleau-Skala in ganz Europa der Maßstab fürs Bouldern ist.

Gezählt wird ähnlich wie bei der Französischen Skala mit arabischen Zahlen, Buchstaben und einem + zum Aufwerten, aber keinem – zum Abwerten. Um beide Skalen unterscheiden zu können, wird der Fontainebleau Skala ein fb vorangestellt.

Man sollte allerdings wissen, dass die fb-Skala etwas höher anfängt als die französische Sportkletterskala. So entspricht eine 5b (fb) etwa einer 6b. Außerdem wird rein theoretisch noch zwischen Traversen (Seitgang parallel zum Boden) und „Bloc“ Bouldern unterschieden. Für Traversen gibt es wiederum eine eigene Skala, die wiederum etwas niedriger liegt. Allerdings wird die selten verwendet, da auch Traversen aus der Mode kommen. Leider.

Inzwischen verwenden viele Boulderhallen ebenfalls die Skala von Fontainebleau.

Sächsische Skala

Das Elbsandsteingebirge ist nicht nur voll von wunderschönen Sandsteinfelsen, es verfügt auch über eine schöne und sehr alte Klettertradition. Und weil sich diese von der restlichen in Deutschland nicht unwesentlich unterscheidet macht es auch Sinn, dass sie ihre eigene Skala behalten.

Allerdings orientiert sie sich stark an der UIAA Skala, auch wenn sie in römischen Ziffern geschrieben wird. Verwendet wird sie ausschließlich in Ost-Deutschland.

Amerikanische Skala

Findet eigentlich ausschließlich in Nord-Amerika Verwendung. Da aber ein paar der berühmtesten Klettergebiete in den USA liegen und einige Spitzenkletterer von dort stammen, gibt es auch viele Kletterfilme mit US-amerikanischem Hintergrund. Daher läuft einem in regelmäßigem Abstand die Bewertungsskala über den Weg. Verwendet wird sie aber ausschließlich in den USA.

Britische Skala / Tradclimbing

Die britische Skala unterscheidet zwei Kategorien: Gesamtanspruch (Adjectival Grade) und Technische Schwierigkeit (Technical Grade), wobei sich beide auf das traditionelle Klettern, also das Tradclimbing beziehen, also das Klettern mit mobilen Zwischensicherungen. Sportkletterrouten werden mit Hilfe der französischen Skala bewertet.

Adjectival Grade

Diese Einstufung soll eine umfassende Einschätzung der Schwierigkeit einer Route wiedergeben. Faktoren wie technische Anforderung, Absicherung, Felsbeschaffenheit, Ausgesetztheit und Ausdauer werden mit einberechnet. Gemessen wird an den Herausforderungen einer Onsight Begehung im Trad Stil, sprich der Kletterer begeht die Route zum ersten Mal und ohne jegliche Informationen zur Route und hat vorher niemanden darin Klettern sehen.

In den oberen Schwierigkeitsgraden wird dieser Anspruch natürlich etwas verwässert: auch wenn schon vereinzelt Routen bis zu E8 Onsight begangen wurden, wird üblicherweise spätestens ab E6 im klassischen Rotpunkt-Stil geklettert. Hier gilt dann wie immer: Seid ehrlich über den Stil Eurer Begehung – und vorab platzierte Zwischensicherungen gehen gar nicht!

James Pearson E11 Rhapsody
Trad Climbing am Limit: James Pearson in der Rhapsody (E11)

Eingerichtet wurde die Skala Anfang des 20. Jahrhunderts von O.G. Jones und wurde seither immer wieder weiterentwickelt und ergänzt. In den 70er Jahren wurde dann beschlossen den Grad E „Extreme Severe“ offen zu gestalten, so dass er kontinuierlich erweitert werden kann: E1, E2 etc.

Die schwerste bisher gekletterte Route in dem Bereich gelang 2006 Dave Mac Leod mit der Rhapsody am Dumbarton Rock in Schottland. Die Kletterschwierigkeit wird mit französich 8c/+ bewertet. Die Route beinhaltet die Gefahr eines 20 Meter Sturzes auf ein schmales Band und ergibt zusammen eine E11.

Technical Grade

Die technische Skala bezieht sich auch auf das traditionelle Klettern, berücksichtigt allerdings nur die technischen Anforderungen des schwersten Zugs in der Route, auch gerne als Schlüsselstelle bezeichnet. Aspekte wie Gefahr oder Kraftausdauer werden nicht in die Wertung mit einbezogen.

Die Skala stammt ursprünglich aus dem Bouldern, genaugenommen der Fontainebleau Skala. Daher wird sie in arabischen Zahlen dargestellt, die durch die Buchstaben a, b, c erweitert werden.

Normalerweise steigt der Technical Grade mit dem Adjectival Grade, hingegen steigt der Adjectival Grade nicht automatisch, wenn der technische Anspruch hoch ist.

Gesamtbewertung Trad Climbing

Aus der Kombination von Adjectival & Technical Grade lässt sich schon recht gut auf den Charakter der Route schließen: Eine Route mit E1 5b entspricht „durchschnittlichen“ Anforderungen. Ein vergleichsweise hoher Technical Grade, z.B. E1 5c/6a, deutet darauf hin, dass die Route eine kurze Schlüsselstelle hat und sich zudem vergleichsweise gut absichern lässt. Umgekehrt bedeutet E1 4c technisch relativ einfache Züge, allerdings bei sehr schlechter Absicherung oder hohen Anforderungen an die Ausdauer, oder beidem.

In Routen mit mehreren Seillängen ist es Usus, der Route einen allgemeinen Adjectical Grade zu geben und dann die einzelnen Seillängen technisch zu bewerten.

Skandinavische Skala

Im Bereich Sportklettern wird in Skandinavien die französische Skala verwendet. Allerdings kann man auch auf die UIAA Skala treffen. Besonders in schwereren Sportkletterrouten werden die französischen Werte verwendet.

Eisklettern

Eis- und Mixedklettern

Man kann sich schon denken, dass hier eine Bewertung extrem schwer ist, denn eine Route ist extrem von der Jahreszeit und der Witterung abhängig. Im Grunde bildet sich eine Route ja jedes Jahr neu. Und während eine Route im einen Jahr komplett mit Eis bedenkt ist, kann sie im nächsten Jahr eine Mixed oder Dry-Tooling Route sein. Daher sagt man, dass die Schwierigkeitsgrade hier um bis zu eineinhalb Grade abweichen kann.

Beim Eisklettern wird eine WI-Skala mit sieben Stufen verwendet. Sie reicht bisher von WI1 bis WI7. WI steht hier für Water Ice. 2010 wurde von Will Gadd und Tim Emmett für die Route „Spray On“ in British Columbia der Grad W10 vorgeschlagen, allerdings wurde er noch nicht in die allgemein anerkannte Skala übernommen.

Die Schwierigkeit richtet sich nach dem Neigungswinkel der Wand und den Sicherungsmöglichkeiten.

Tabelle: Skala Eisklettern & Mixed-Klettern
Skala Steilheit Eiszustand Sicherungen Routenverlauf
WI1 40-60°
Sicherungen leicht anzubringen
WI2 60-70° kompaktes Eis gute Sicherungsmöglichkeiten
WI3 70-80° kompaktes Eis gute Sicherungsmöglichkeiten abwechselnd steilere und flachere Passagen
WI4 80° kurze Passagen mit Röhreneis möglich gute Sicherungsmöglichkeiten kurze Abschnitte senkrechtes Eis möglich
WI5 85-90° kurze Passagen mit Röhreneis möglich gute Sicherungsmöglichkeiten längere senkrechte Passagen
WI6 90° Röhreneis und freistehende Eissäulen z.T. schlechte Sicherungsmöglichkeiten
WI7 überhängend freihängendes Eis, dünne Eissäulen sehr schlechte Sicherungsmöglichkeiten

Technisches Klettern

Die Bewertungen im technischen Klettern richten sich danach, wie hoch der Anteil der künstlichen Fortbewegungsmittel ist und deren Belastbarkeit. In einer Route mit A0 wird praktisch frei geklettert, wobei einzelne Sicherungspunkte zum Treten oder Greifen genutzt werden.

In einer Route mit dem Grad A5 werden ausschließlich künstliche Haltepunkte verwendet. Hierbei gilt, dass die Haltepunkte gerade mal das Eigengewicht des Kletterers halten (statisch). Einzige Ausnahme ist der letzte Haltepunkt am Standplatz, also dem Sicherungspartner. Bei einem Ausbruch kommt es zwangsläufig zu einem Ausbruch der kompletten Sicherungskette bis zum Standplatz. Die Folge ist ein sehr tiefer Sturz, der höchstwahrscheinlich schwere Verletzungen mit sich zieht. Ja, es soll Leute geben, denen das Spaß macht.

Der (rein theoretische) Grad A6, entsprechend einer A5 mit so schlechten Standplätzen, dass das Versagen eines einzigen Haltepunktes zum Absturz der kompletten Seilschaft führen würde, wurde bisher für 2 Routen vorgeschlagen, die allerdings beide von den Zweitbegehern wieder abgewertet wurden.

Tabelle: Grade beim technischen Klettern
Skala Beschreibung
A0 ein Sicherungspunkt wird zur Fortbewegung (als Tritt oder Griff) verwendet
A1 eine Trittschlinge wird eingehängt und verwendet
A2 zwei Trittschlingen oder Trittleitern werden zur Fortbewegung verwendet
A3 zwei Trittleitern – die Haken sind aber von schlechter Qualität
A4 wie A3 unter schwierigeren Bedingungen (Sicherungspunkte sind schlecht anzubringen) und die Überwindung der Kletterpassage verlangt Kraft und Ausdauer
A5 Die Fortbewegung erfolgt ausschließlich oder fast ausschließlich an künstlichen Haltepunkten, deren Qualität überdies meist so schlecht ist, dass ein Sturz erst von der Standplatzsicherung gehalten wird.

Farbskalen

Schwierigkeitsgrade durch Farben zu markieren kommt eigentlich aus dem Bouldern und genaugenommen wieder aus Fontainebleau. Im Bouldergebiet von Bleau wurde nämlich das Parcour-Bouldern erfunden. Hier werden alle Boulder einer Farbe nacheinander gebouldert. Die Boulder sind so angelegt, dass der Einstieg zu einem Boulder in Sichtweite zum Ausstieg des vorangegangenen ist. So kann man einen Boulderbereich fortlaufend durchbouldern.

Um den Fluss leichter zu machen sind die Boulder durch farbige Punkte und Zahlen markiert, die auch gleichzeitig die Reihenfolge darstellen. Daraus ergab sich unter anderem, dass einem Schwierigkeitsbereich eine Farbe zugeordnet wurde. Den genauen Schwierigkeitsgrad eines Boulders erfährt man dann aus dem Boulderführer.

Viele Boulderhallen haben inzwischen eine farbige Clusterung der Boulder übernommen, weil es für die Kunden übersichtlich ist. Manche übernehmen die Farbskala von Bleau, andere haben ihre ganz eigene entwickelt.

Aber wie gesagt: Die Farben entsprechen nicht einem bestimmten Schwierigkeitsgrad, sondern mehr einem Bereich. So weiß man in Bleau, dass ein schwarzer Boulder sehr schwer ist, aber nicht ob es nun eine 7b oder 7c ist.

Weitere Skalen

Es gibt tatsächlich noch unzählige: australische, brasilianische usw. Die Tatsache, wie bekannt eine Skala ist, sagt allerdings nichts über die Qualität eines Klettergebietes aus, sondern nur wie bekannt es ist.

Lassen sich Skalen umrechnen?

Wenn es um das Umrechnen von Skalen geht, muss man zwei Varianten unterscheiden. Das Vergleichen der Disziplinen und Vergleichen von Klettergebieten und den dazugehörigen Skalen.

Vergleich von Disziplinen

Sportklettern und Bouldern sind noch relativ nah miteinander verwandt, da man ohne Hilfsmittel klettert. Aus diesem Grund wird Bouldern auch immer auf den gängigen Sportkletterlisten mitgeführt. Trotzdem ist ein Vergleichen von Boulderer und Kletterer in etwa so, wie einen Sprinter mit einem Marathonläufer zu messen. Durch die unterschiedlichen Anforderungen der Disziplinen kann ein 7a-Boulderer noch lange nicht automatisch eine 9+ klettern, auch wenn die Schwierigkeiten sich in etwa entsprechen.

Alpines Klettern im Massiv des Wilden Kaisers

Beim Sportklettern wird immer der klettertechnische Gesamtanspruch der Route bewertet. Je nach Charakter der Tour kann dies eine schwere Schlüsselstelle zwischen leichteren Abschnitten sein oder auch lang anhaltende Schwierigkeiten ohne eine extrem schwere Schlüsselstelle. Hier ist es wichtig die Route richtig zu lesen und einzuteilen. Dabei müssen Aspekte wie Absicherung und Klipppositionen bedacht werden. Neben der Kraft und der Technik sind Taktik und Ausdauer entscheidend.

Alles Dinge, die es beim Bouldern nicht braucht. Hier sind die Routen wesentlich kürzer und oft bewegt man sich konstant am Leistungslimit. Taktik und Absicherung sind zu vernachlässigen, dafür sind der perfekte Zug und Bewegungsablauf entscheidend.

Ein Vergleich zwischen Tradclimbing und Sportklettern könnte dann in etwa so aussehen: Ich schaffe in einer wunderbar abgesicherten Route eine 8+ (UIAA). Wenn die Griffe einer 8+ mein Leistungslimit sind, sollte ich mir vorstellen an einem solchen Griff noch lange genug zu hängen um verschiedene Klemmkeile zu testen, einen sicher zu platzieren und dabei immer das Wissen im Hinterkopf, dass mobile Zwischensicherungen nicht das gleiche sind wie gebohrte, und zudem der letzte Keil oder Friend ein paar Meter unter mir liegt.

Während man sich beim Bouldern und Klettern noch ungefähr orientieren kann, sind andere disziplinübergreifende Vergleiche schon sehr viel schwerer. Ein Vergleich zwischen Klettern und Eisklettern z.B. ist im Grunde ausgemachter Quatsch. Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben: als 8+ (UIAA)-Kletterer werde ich die Kraftausdauer für eine WI4-Eisroute oder technische Kletterei im Grad A3 sicher mitbringen – die mindestens ebenso wichtigen Fertigkeiten bei der Beurteilung der Verhältnisse und bei der Absicherung muss ich mir jedoch komplett neu aneignen.

Vergleich von Gebieten

Wesentlich besser geht der Vergleich der Schwierigkeitsgrade zwischen Regionen. Viele Gebiete haben mit der Zeit eine eigene Bewertungsskala entwickelt. Das ist an manchen Stellen historisch begründet, weil sie einfach eine eigene Skala wollten, in anderen Gebieten sind die Anforderungen vielleicht etwas speziell und eine eigene Skala macht somit Sinn. Ein schönes Beispiel ist hier die sächsische Schweiz.

Inzwischen haben sich aber ein paar wenige Skalen international durchgesetzt. Entweder, weil die Gebiete repräsentativ für die Sportart sind (siehe Fontainebleau ) oder die Gebiete der Skala viel international besucht wird.

Übersicht: Klettergrade im Vergleich

Tabelle: Schwierigkeitsgrade beim Klettern im Vergleich
UIAA Frz. Sächsisch British (Tech) British (Adj) USA (Sierra) Nordic (FIN) Nordic (SWE/NOR) Fb-Skala (Bouldern) V-Scale (Bouldern)
1 1 I 1 M 5.0 1 1 1 VB-
2 2 II 2 M/D 5.1 2 2 1 VB-
3 3 III 3 D 5.2 2/3 2/3 1/2 VB-
4 4 IV 4a D/VD 5.3 3 3 2 VB-
4+ 4+ IV/V 4a VD 5.4 4 4 2 VB-
5- 5a V 4a/4b S 5.5 5- 5- 2/3 VB-/VB
5 5a/5b VI 4b HS 5.6 5 5 3 VB
5+ 5b VI/VIIa 4c HS/VS 5.7 5/5+ 5/5+ 4a VB/V0-
6- 5b/5c VIIa 4c/5a VS 5.8 5+ 5+ 4a/4b V0-
6 5c VIIb 5a HVS 5.9 5+/6- 6- 4b V0-/V0
6+ 6a VIIc 5a /5b E1 5.10a 6- 6-/6 4c V0
7- 6a+ VIIIa 5b E1/E2 5.10b 6-/6 6 5a V0+
7 6b VIIIb 5b /5c E2 5.10c 6 6+ 5b V1
7+ 6b+ VIIIc 5c E2/E3 5.10d 6/6+ 7- 5c V1/V2
7+/8- 6c VIIIc/IXa 5c E3 5.11a 6+ 7-/7 6a V2
8- 6c+ IXa 5c/6a E3/E4 5.11b 6+/7- 7 6a+ V2/V3
8 7a IXb 6a E4 5.11c 7- 7+ 6b V3
8+ 7a+ IXc 6a E4/E5 5.11d 7 7+/8- 6b+ V3/V4
8+/9- 7b Ixc/Xa 6a/6b E5 5.12a 7+ 8- 6b+/6c V4
9- 7b+ Xa 6b E5/E6 5.12b 8- 8-/8 6c V4
9 7c Xb 6b / 6c E6 5.12c 8 8 6c+ V4/V5
9+ 7c+ Xc 6c E6/E7 5.12d 8+ 8/8+ 7a V5
9+/10- 8a Xc 6c E7 5.13a 9- 8+ 7a+ V6
10- 8a/8a+ Xc/XIa 6c/7a E7/E8 5.13b 9 9- 7a+/7b V6/V7
10- 8a+ XIa 7a E8 5.13c 9+ 9- 7b V7
10 8b XIb 7a E9 5.13d 10- 9 7b+ V8
10+ 8b+ XIc 7a/7b E9/E10 5.14a 10 9/9+ 7c V9
10+/11- 8c XIc/XIIa 7b E10 5.14b 10+ 9+ 7c+ V10
11- 8c+ XIIa 7b E11 5.14c 11- 9+ 7c+/8a V10/V11
11 9a XIIb 7b E11 5.14d 11 > 9+ 8a V11
11 9a/9a+ XIIb > 7b > E11 5.14d/ 5.15a 11 /11+ > 9+ 8a+ V12
11/11+ 9a+ XIIb/XIIc > 7b > E11 5.15a 11+ > 9+ 8a+/8b V12/V13
11+ 9a+/9b XIIc > 7b > E11 5.15a/ 5.15b > 11+ > 9+ 8b V13
11+/12- 9b XIIc > 7b > E11 5.15b > 11+ > 9+ 8b+ V14
12- 9b+ > XIIc > 7b > E11 5.15c > 11+ > 9+ 8c V15
12 9c > XIIc > 7b > E11 5.15d > 11+ > 9+ 8c+ V16
UIAA Frz. Sächsisch British (Tech) British (Adj) USA (Sierra) Nordic (FIN) Nordic (SWE/NOR) Fb-Skala (Bouldern) V-Scale (Bouldern)

Wofür benötigt man eine Skala?

Zunächst geht es darum die Schwierigkeit einer Route zu definieren um sie im Vergleich mit anderen Routen einordnen zu können. Das kann aus unterschiedlichen Gründen wünschenswert sein: für den Leistungsvergleich unter Sportlern, etwa einem Wettkampf, zur persönlichen Leistungskontrolle aber auch für die Sicherheit. Gerade im alpinen Bereich kann es sehr gefährlich werden, wenn man in eine Route einsteigt, die über dem eigenen Niveau liegt.

Natürlich kann man sich aber auch gänzlich von Schwierigkeitsgraden frei machen und einfach nur den Spaß am Klettern nehmen. Nicht wenige sind der Meinung, dass darin das wahre Klettern liegt und Grade nur Schall und Rauch sind. Aber das ist Geschmacksache und sei jedem selbst überlassen.

Anforderungen an eine Kletterskala

Bei Bewertung von Kletterrouten, spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Leider lassen sich diese unterschiedlich gut einberechnen: Neigung der Wand, Größe und Anzahl der möglichen Griffe und Tritte lassen sich noch relativ gut und objektiv einbeziehen.

Schwerer wird es allerdings, wenn man Aspekte wie Felsbeschaffenheit, Ausrichtung, Zustand und Charakter der Route in der Bewertung berücksichtigen möchte.

Dabei können solche Faktoren ausschlaggebend sein. Manche Felsen sind durch ihre Struktur oder Farbe so schlecht einzusehen, dass man jeden Griff ertasten muss, weil man ihn kaum sieht. Wenn der Fels dann noch eine Ausrichtung und Lage hat, in der am Nachmittag fiese Schatten die Löcher schier unsichtbar machen, kann die 7a schwerer erscheinen, als andere die man bis dahin geklettert ist.

Richtig schwierig wird es, wenn man die Körpergröße berücksichtigen möchte. Manche Routen haben einen oder mehrere extrem lange Züge. Da bleibt kleinen Kletterer nur die Wahl zwischen beherzt springen oder den Zwergentod sterben.

Aussagekraft von Schwierigkeitsgraden

Man sollte davon ausgehen, dass Schwierigkeitsskalen eine Orientierung darstellen und ihre Aussagekraft bedingt ist.

Zum einen gibt es keine Norm, die der Bewertung zugrunde liegt. Der Erstbegeher einer Route schlägt einen Schwierigkeitsgrad vor. Wird diesem nicht zu häufig widersprochen, bleibt der Grad bestehen. Allerdings widersprechen manche Kletterer auch gerne aus sehr subjektiven Gründen. Routen die man nicht schafft wertet man gerne auf und solche, die einem leicht gefallen sind auch mal ab. Und dann gibt es natürlich auch noch regionale Eigenheiten.

Dabei ist das Schwierigkeitsempfinden für eine Route sehr subjektiv und richtet sich stark nach den persönlichen physischen und psychischen Voraussetzungen. Wer eine Vorliebe für kleine Leisten hat, wird sich in einer Route mit gleichem Schwierigkeitsgrad und Slopern eher schwer tun.

Hinzu kommt, dass auch die Witterung einen Einfluss auf die Schwierigkeit einer Route hat. Bei kaltem, trockenem Wetter sind Griffe leichter zu halten, als bei feuchter Luft oder im Sommer, wenn die Hände stark schwitzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage nach dem Alter der Bewertung. Routen oder Boulder am Fels verändern sich mit den Jahren. An häufig begangenen Routen wird der Fels gerne glatt geschmirgelt, wodurch die Griffe wesentlich schwerer zu halten sind.

In weniger kompakten Klettergebieten kann auch mal der entscheidende Griff oder Tritt aus der Wand brechen. Dadurch kann sich ein wesentlich leichterer oder gar kein Griff/Tritt ergeben, was die Schwierigkeit der Route wesentlich verändert. In solchen Fällen findet man solche Bewertungen im Topo: „Früher 7+ nach Griffausbruch 8 oder schwerer“.

Mit den Jahren verändern sich aber auch das Material und die Klettertechniken, wodurch sich das Kletterniveau erhöht. Das Material spielt besonders im Bereich des Trad- und des technischen Kletterns eine wesentliche Rolle. Aber auch die Weiterentwicklungen im Bereich der Kletterschuhe sollte man nicht unterschätzen. Was vor zehn Jahren noch das Nonplusultra und die absolute Leistungsgrenze war, ist heute fast normal.

Die schwerste (Sport-)Kletterroute der Welt

„Was ist das schwerste, was bisher geklettert wurde?“ Die Frage stellt sich eigentlich immer, wenn über Schwierigkeitsgrade die Rede ist. Da sich das Klettern und Bouldern immer weiter entwickelt, wächst auch der höchste Schwierigkeitsgrad mit.

Und gerade in den letzten Jahren ist die Latte immer weiter nach oben gelegt worden. Momentan liegt sie bei 9b+ (franz.), was ca. einer 12- (UIAA) entsprechen würde. Die "La Dura Dura" wurde von Chris Sharma eingebohrt und über mehrere Jahre projektiert, bis sie dann im Februar 2013 von Adam Ondra zum ersten Mal durchgestiegen wurde. Wenig später, im März 2013 gelang auch Chris Sharma der Durchstieg.

Natürlich ist die La Dura Dura nicht die einzige 9b+, die bisher begangen wurde, allerdings gilt sie als die erste Route in diesem Grad, bei der die Schwierigkeit von zwei Kletterern bestätigt wurde. Und man muss erst mal zwei Kletterer finden, die in diesem Grad klettern können.

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.