Red Chili Kletterschuh Know-How

Kletterschuhe

Jeder kennt das: man möchte etwas bauen oder montieren und braucht dazu das nötige Werkzeug. Die Menschheit hat im Laufe ihrer Geschichte eine Reihe nützlicher Werkzeuge hervorgebracht. Und so wurde auch bei den Kletterern nicht vor dieser Entwicklung Halt gemacht. Eines der wichtigsten Werkzeuge von Kletterern sind deren Schuhe. Speziell dafür entwickelt dem Kletterer weiterzuhelfen. Der „richtige“ Schuh ist in hohem Maße mitentscheidend, ob ein Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann oder nicht. Warum? Und was ist der „richtige“ Schuh?

Die Fußtechnik spielt beim Klettern eine entscheidende Rolle. Wer seine Füße richtig einzusetzen weiß, kann selbst auf kleinsten Leisten oder auf winzigen Absätzen und Tritten einen Halt finden und somit kraftsparender und effizienter klettern. Doch, ähnlich wie beim Handwerker benötigt der Kletterer das richtige Werkzeug, also den richtigen Schuh. Er sollte straff sitzen, nicht hin und her rutschen, Halt bieten und somit das Stehen auf selbst kleinsten Tritten ermöglichen. Da sich alle Füße voneinander unterscheiden, spielt die Auswahl des passenden und richtigen Schuhes also eine sehr wichtige Rolle. Es gibt nicht den einen Schuh, der jedem passt. Doch wie findet man nun den richtigen Schuh? Das hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu haben wir eine Tabelle entwickelt, aus der du bereits vorab viele Informationen über jedes einzelne Modell unserer Produktpalette entnehmen kannst.



Zehenform

Ein wichtiger Faktor ist dabei die Zehenform. Betrachte dazu deinen Fuß speziell im vorderen Bereich (Zehenbereich) – wie in der Tabelle zu sehen unterscheiden wir Füße generell in drei verschiedene Kategorien.

Die „Regular“-Zehenform zeichnet sich dadurch aus, dass der große Zeh der längste der Zehen ist. Bei der „Cube“-Zehenform sind alle Zehen ungefähr gleich lang. „Morton-Toe“ beschreibt eine Zehenform, bei der jeweils der Zeh neben dem großen Zeh der längste ist.

Fußform

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Wahl des Schuhes ist deine Fußform oder die Passform. Auch hier unterscheiden wir drei verschiedene Varianten. Entweder hast du einen eher schmalen Fuß, einen normalen Fuß oder einen eher breiten Fuß.

Leisten

Schuster, bleib bei deinen Leisten! So lautet das Sprichwort und soll mehr oder weniger zum Ausdruck bringen, dass sich der Schuster doch bitte auf sein Spezialgebiet konzentrieren und nicht in anderen Bereichen rumpfuschen soll… Spezialgebiet? In der Tat! Der Leisten, auf dem ein Schuh gebaut wird, spielt die zentrale Rolle - er gibt dem Schuh seine endgültige Form. Der Leisten ist sozusagen die Grundform eines Schuhes und hat quasi die Form des Fußes, der später in dem produzierten Schuh „steckt“. In der Red Chili Passformtabelle kannst du sehen, auf welchem Leisten der jeweilige Schuh gefertigt wird. Als Beispiel: Passt dir ein Schuh mit einer bestimmten Leistenform besonders gut, ist es sehr wahrscheinlich, dass dir ein anderer Schuh mit gleicher oder ähnlicher Leistenform ebenfalls gut passt.

Downturn und Vorspannung

Der Downturn beschreibt die Bogenform eines Kletterschuhs. Betrachtet man den Kletterschuh von der Seite, erkennt man meist schon wie stark der Downturn eines Schuhes ausgeprägt ist. Spannt man beispielsweise eine Schnur von der Ferse bis zum Zehenbereich, dann entsteht bei Schuhen mit aggressivem Downturn ein großer Bogen nach oben.

Schuhe mit zunehmendem Downturn erfordern eine gewisse Eingewöhnungsphase und sind daher nicht für den Anfänger gedacht, sondern eher für den sportlich orientierten Kletterer, der regelmäßig (2-3 x pro Woche klettert) und Kletterrouten bezwingen möchte, bei denen das Antreten auf kleinsten Tritten und Leisten erforderlich ist. Fortgeschrittene, die sich bereits eher an diese Schuhform gewöhnt haben, können durch spezielle Techniken und Schuhen mit aggressivem Downturn profitieren. Kletterschuhe mit Downturn unterstützen den Kletterer dabei einen hohen Druck auf den Zehenbereich zu bekommen. Besonders in überhängenden Routen kann das von Vorteil sein.

Die Vorspannung des Kletterschuhes unterstützt den Kletterer beim Stehen auf kleinen Tritten und soll den Schuh in der Form halten, in der er auf dem Leisten produziert wurde. Die Vorspannung entsteht in der Regel über den Slingshot (Gummi, der über den Fersenbereich zur Sohle gespannt ist). Je nachdem wie stark man diesen Gummi spannt, erhält der Schuh seine Vorspannung. Ist ein Schuh aggressiv vorgespannt, behält er seine Form eher bei und unterstützt den Kletterer beim Stehen. Schuhe mit Downturn und aggressiver Vorspannung bleiben also eher in ihrer Bogenform. Schuhe die weniger vorgespannt sind werden als flexibler und weicher empfunden.

Asymmetrie

Schaut man von oben auf einen Kletterschuh, erkennt man gut, ob ein Kletterschuh asymmetrisch oder eher symmetrisch ist.

Aber warum sind manche Kletterschuhe überhaupt symmetrisch oder asymmetrisch?

Die asymmetrische Bauform des Kletterschuhs unterstützt den Kletterer beim Stehen auf kleinen Tritten und Leisten, da sie den Fuß in eine spezielle Form bringt, die kraftunterstützend wirkt und die Kraft des Fußes auf den Zehenbereich (besonders den großen Zeh) fokussiert. Fortgeschrittene Kletterer können mit spezieller Technik und der Gewöhnung an asymmetrische Schuhe von den Vorteilen dieser Schuhform profitieren.

Verschlusssystem

Natürlich sollte der Kletterschuh auch dort bleiben, wo er hingehört. Das gewährleisten verschiedene Verschlusssysteme.
  • Klettverschlüsse:
    Wirklich praktisch diese Klettverschlüsse – man kommt schnell in den Schuh hinein, muss keine Knoten machen und kommt auch schnell wieder aus dem Schuh heraus. Damit der Schuh auch wirklich gut sitzt, sollte man die Verschlüsse gut und stramm fixieren. Die meisten Modelle von Red Chili haben ein Drei-Klett-System. Das ermöglicht, dass die Schuhe gut an die Fußform angepasst werden und fest fixiert werden können.
  • Schnürer (Lace):
    Kletterschuhe mit einem Schnürsystem haben den Vorteil, dass sie exakt an die Fußform angepasst werden können. Je nachdem wie stramm man die Schuhe schnürt sitzen sie entweder sehr straff oder eher lockerer. Schnürer bieten sich daher zum Beispiel gut bei Mehrseillängen an. Wenn sich das Gelände und die Schwierigkeiten abwechseln, kann man mit einem Schnürer sehr flexibel reagieren und den Schuh je nach Bedarf straffer oder etwas lockerer tragen.
  • Slipper:
    Bei diesem Verschlusssystem wird gänzlich auf Klett oder Schnürung verzichtet. Die Vorteile dieses Verschlusssystems sind, dass der Schuh zügig an und ausgezogen werden kann, ohne dass dafür ein Klett- oder Schnürsystem geöffnet werden muss. Das spart auch an Gewicht, da z.B. keine Kletterschlüsse vorhanden sind.

Einsatzgebiet

Bei der Wahl des Kletterschuhes hängt es natürlich auch davon ab für welches Einsatzgebiet man die Schuhe benötigt. Das Gelände (Platten, senkrechte Wandkletterei, Überhang, Löcher, Leisten, kleinste Mikro-Tritte) sollte bei der Wahl des Schuhes unbedingt berücksichtigt werden.

Indoor Klettern- und Bouldern:
Für das Klettern und Bouldern in der Halle eignen sich in der Regel alle Formen von Kletterschuhen. Je nach Kletterkönnen und Vorlieben sollte die Wahl der Kletterschuhe ausfallen (bequeme Schuhe, Schnürer oder Klett, aggressive Schuhe für schwere Touren).

Sportklettern:
Beim Sportklettern trägt man die Schuhe in der Regel nicht so lange am Stück (wie im Vergleich zu Mehrseillängen). Die Schuhe werden nach jeder Route wieder ausgezogen. Je nach Schwierigkeitsgrad und Gelände eignen sich hier unterschiedliche Schuhe.
  • Überhang: Hier eignen sich besonders Schuhe mit Downturn und Vorspannung (z.B. der Red Chili Matador).
  • Platten: Beim Klettern auf Reibung sind bequemere Schuhe von Vorteil, die möglichst wenig Downturn aufweisen (z.B. der Red Chili Spirit).
  • Senkrechte Wandkletterei: Zum Stehen auf kleinen Tritten in einer senkrechten Wand sind härtere Schuhe von Vorteil, da sie beim Antreten von kleinen Tritten kraftunterstützend wirken (z.B. der Red Chili Stratos).
Mehrseillängen:
Wer gerne luftig unterwegs ist und den Nervenkitzel in Mehrseillängen sucht, sollte bei der Wahl des Kletterschuhes darauf achten, dass der Schuh vielseitig einsetzbar ist… Vielseitig einsetzbar? Mehrseillängen können vom Charakter her sehr unterschiedlich sein. Daher sollte man bei dieser Art von Kletterei eher einen „Allrounder“ einsetzen. Schnürer eignen sich an dieser Stelle besonders gut, da je nach Gelände der Schuh enger oder weiter geschnürt werden kann (z.B. Red Chili Spirit Speed oder Stratos).
Bouldern am Fels:
Bouldern wird häufig auch als die reinste Spielform des Kletterns bezeichnet, bei der dem Kletterer auf Routen in Absprunghöhe sein ganzes Kletterkönnen abverlangt wird. Oftmals sind es Millimeter die entscheidend sind. Boulderer suchen daher sensible und präzise Schuhe, mit denen sie genau diese Herausforderungen meistern können (z.B. Red Chili Octan).


Größenwahl

Damit du nicht lange ausprobieren musst, haben wir dir zu jedem unserer Modelle eine Größentabelle erstellt. Aus der Tabelle kannst du entnehmen, in welcher Größe du den Schuh im Vergleich zur Straßenschuhgröße wählen solltest, wenn du ihn

extrem bequem sehr bequem bequem eher eng sehr eng extrem eng

tragen willst (ist natürlich subjektiv, für den einen ist bequem bereits eng und andersrum... :-)).

Beispiel:





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