Kettenlänge bei Fahrrädern berechnen

Inputwerte zur Ermittlung der Fahrrad-Kettenlänge
1
Länge der Kettenstrebe
mm
2
Zähne des größten Kettenblattes
3
Zähne des größten Ritzels

Empfohlene Kettenlänge: Glieder (entspricht cm)

Hinweis: Ergebnis gilt für Schaltungsröllchen mit 10 Zähnen. Bei der Verwendung neuerer Schaltungsröllchen mit 11 Zähnen muss die Kettenlänge um 2 Glieder (2,55 cm) verlängert werden.

Die richtige Kettenlänge

Kettennieter fürs Fahrrad
Kettennieter

Die richtige Kettenlänge einzustellen ist an sich kein Hexenwerk. Man braucht nur einen Kettennieter oder ein Kettenschloss und muss wissen, wie viele Glieder die Kette lang sein muss. Dazu gibt es zwei Methoden: Man hat noch seine alte Kette und legt beide nebeneinander. Jetzt weiß man genau, wie lang die neue Kette sein muss und kann sie am besagten Punkt abtrennen. Was aber, wenn man sich ein neues Rad aufbaut oder die alte Kette eben nicht mehr vorhanden ist?

Will man auf Nummer sicher gehen oder es genau wissen, dann liefert Euch unser Kalkulator exakte Angaben zur Anzahl der benötigten Kettenglieder. Es gibt aber auch einen Trick ohne Rechnerei, der ebenfalls recht zuverlässig funktioniert. Hierzu legt man die Kette über das größte Ritzel und größte Kettenblatt und führt sie direkt wieder zusammen, also ohne sie durch das Schaltwerk zu schleifen. Hierzu addiert man noch einmal vier Kettenglieder und kürzt die Kette an der ermittelten Stelle. Die beiden nun offenen Enden werden verbunden und voilà, die Kette ist in der richtigen Länge montiert. Diese Methode funktioniert übrigens auch recht gut bei exotischen Fahrrädern (z.B. Liegerädern), bei denen die Kette nochmals umgelenkt wird.

Warum es überhaupt wichtig ist, die Kette möglichst genau anzupassen, wie man eine Kette montiert und wie man sie pflegt, wollen wir Euch im folgenden Beitrag näher erklären.

Die Fahrradkette

Die Fahrradkette ist das zentrale Element des Antriebs. Sie besteht aus einzelnen Außen- und Innenlaschen, die mit Nieten bzw. Bolzen zusammengehalten werden. Die Ketten sind geschmiert, um die Beweglichkeit der Glieder zu verbessern und sie resistenter gegenüber Schmutz zu machen.

Es gibt verschiedene Standards, die sich über die Zeit entwickelt haben. Wichtig dabei ist vor allem, ob Ketten für 9-fach, 10-fach oder 11-fach Schaltwerke ausgerichtet sind. Die Zahl gibt an, wie viele Gänge ein Schaltwerk ansteuern kann, entsprechend schmäler oder breiter fällt die Kette aus.

Außerdem werden unterschiedliche Ketten für Mountainbikes und Rennräder angeboten, die sich in Gewicht und Stabilität unterscheiden. Manche Ketten sind speziell auf eine verbesserte Schaltperformance optimiert und dürfen nur in eine Richtung montiert werden.

Kettenblatt, Ritzel und Kettenstrebe

Die Größe dieser Bauteile sind die wichtigsten Faktoren bei der Berechnung der Kettenlänge. Ist ja auch logisch, denn je länger zum Beispiel die Kettenstrebe ist, umso länger muss auch die Kette selbst sein. Hinzu kommen die Zähnezahl des größten Kettenblatts und des größten Ritzels , da die Kette in dieser Konfiguration am stärksten gespannt ist.

Probleme durch verschlissene und falsch eingestellte Ketten

Stark abgefahrene Ketten machen nicht nur den Schaltvorgang deutlich träger, sie verstärken auch den Verschleiß von Kettenblatt und Ritzelpaket, wodurch diese ebenfalls schneller ausgetauscht werden müssen. Ist die neu montierte Kette zu lang, hängt sie durch, was ebenfalls nachteilig für die Schaltperformance ist. Ist sie zu kurz, kann sie aufgrund der hohen Spannung das Schaltwerk oder das Schaltauge beschädigen.

Die Kette wechseln

Das Auswechseln der Kette an sich ist kein Hexenwerk. Man braucht nur das richtige Werkzeug – und zwar einen sogenannten Kettennieter . Mit ihm kann man die Nieten bzw. Bolzen aus der Kette heraus-, bzw. beim Montieren wieder hineindrücken. Damit lässt sich die Kette dann auch kürzen und auf die passende Länge bringen. Hilfreich ist außerdem ein Fahrradmontageständer, denn so kann man das Hinterrad ausbauen, wodurch die Kette einfacher zu montieren ist, und man arbeitet im Stehen, was dem Rücken gefallen dürfte. Ketten mit einem Kettenschloss können mit einer speziellen Zange geöffnet werden.

Hat die Kette die richtige Länge, dann ist sie nach der Montage passend gespannt. Es gibt aber auch Hinterradaufhängungen, die ein gewisses Spiel bei der Fixierung des Rades erlauben. So kann man die Kette natürlich auch leicht nachspannen. Dennoch sollte man nicht einfach endlos nachstellen, wenn die Kette langsam verschleißt, denn auch das Zusammenspiel mit dem Ritzel ist auf Dauer nicht mehr gegeben.

Die Fahrradkette pflegen

Um die Lebensdauer der Kette zu verlängern ist es natürlich ratsam, die Kette regelmäßig zu reinigen und ölen , da sie den Witterungsbedingungen absolut schutzlos ausgeliefert ist und im Zweifel mit Regen, Staub, Matsch und Salz zu kämpfen hat. Ist die Kette richtig verschmutzt, kann man sie mit einer leichten Seifenlauge oder Kettenreinigungsmittel von grobem Schmutz befreien. Vorsicht bei aggressiven Entfettern! Sie können die Grundschmierung der Kette entfernen.

Danach den Reiniger mit kaltem Wasser abspülen, die Kette durch ein Tuch ziehen und komplett trocknen lassen. Denn nur so kann der Schmierstoff optimal aufgenommen werden. Als nächstes wird das Kettenöl aufgetragen. Hier gibt es sowohl Allround-Varianten, als auch spezielle Schmierstoffe für nasse oder trockene Bedingungen. Am besten ein Tuch drunter halten, damit nichts auf die Räder oder den Boden tropft und natürlich bei den Bremsscheiben gut aufpassen.

Damit die Kette optimal geschmiert ist, sollte man das Mittel jetzt eine halbe Stunde einwirken lassen. Danach die Kette nochmals durch einen fusselfreien Lappen ziehen, die Fettreste abwischen – et voila, die Kette ist wieder (fast) wie neu.

Einfach mit dem Gartenschlauch drauf halten ist übrigens nicht unbedingt zu empfehlen, da dadurch Teile wie zum Beispiel das Schaltwerk aufgrund des hohen Drucks verstellt werden können.

Kettenverschleiß messen

Wie schon erwähnt, können die Ritzel und die Kettenblätter durch eine verschlissene Kette Schaden nehmen. Ganz zu schweigen von dem unrunden Schaltvorgang. Um herauszufinden, ob die Kette ausgetauscht werden muss, gibt es sogenannte Kettenmesslehren . Diese haben meist zwei Seiten, eine für Stahl-/Titan- und eine für Aluminium-Ritzel bzw. Kettenblätter. Die Anwendung ist denkbar einfach: Man setzt die Lehre einfach auf die Kette auf und wenn sie komplett einsinkt, sollte die Kette baldmöglichst ausgewechselt werden.

Eine Prognose darüber abzugeben, ob man die Kette nach einer bestimmten Kilometerzahl austauschen sollte ist schwierig, da es schlicht von zu vielen Faktoren abhängt. Ist sie zum Beispiel im Winter mit viel Salz konfrontiert, kann sie natürlich deutlich schneller verschleißen, während sie bei entsprechender Pflege auch gut 2000 bis 3000 Kilometer halten kann.

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