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Kinder im Wald

Die richtige Outdoorbekleidung für Kinder

Inhaltsverzeichnis

Manch einer ist durch den Waldkindergarten schon vorgeprägt und ordentlich ausgerüstet. Einsteigern und frisch gebackenen Eltern sei gesagt, dass man sich in jedem Jahr wieder neu mit der Ausrüstung beschäftigen wird, weil die alte wahrscheinlich zu klein geworden ist. Dabei gibt es dann auch jährlich neue Entwicklungen, tolle Materialien, Formen, Farben und Muster. Einige Grundregeln bei der Auswahl der richtigen Outdoorbekleidung für Kinder möchte ich in diesem Beitrag erläutern.

Zu mindestens drei Jahreszeiten ist das altbewährte Zwiebelschalenprinzip das Allerbeste. Warum? Gerade Kinder sind bei Aktivitäten an der frischen Luft mal durch und durch erwärmt, kühlen während der Pausen, gerade in den frühen Abendstunden, aber relativ schnell aus. Darauf lässt sich mit verschiedenen Bekleidungs-Schichten angemessen reagieren.

Der Baselayer für die Kleinen

Mit der Shirts und Co. erleben Kids im Sommer tolle Abenteuer.
Mit der Shirts und Co. erleben Kids im Sommer tolle Abenteuer.

Die Schicht der Outdoorbekleidung für Kinder, die direkt auf der Kinderhaut liegt, sollte besonders weich und angenehm sein. Hier ist es wichtig, dass die Nähte nicht kratzen und stören, sondern schön flach gearbeitet sind.

Natürliche Materialien sind dabei meist die Besten, da sie gut auf Temperaturschwankungen reagieren können. Vor allem Wollmischgewebe (Merino und Co.) seien hier erwähnt.

Unterwäsche: am besten mit Merinowolle!

Sind Kunstfasern beigemischt, trägt das meist dazu bei, dass die Kleidungsstücke leicht und dehnbar werden. Zur Funktionsbekleidung in der kühlen Jahreszeit gehören beispielsweise ein Longsleeve und eine lange Unterhose aus einem Materialmix mit Merinowolle.

Diese kann die Körperfeuchtigkeit bei hoher Aktivität und warmen/heißen Temperaturen nach außen leiten, aber auch die Wärme gut speichern, wenn es draußen mal etwas kühler wird. Das heißt, die Atmungsaktivität steht hier an vorderster Stelle. So können kurzärmelige T-Shirts aus Merinowolle im Sommer wie im Winter in verschiedenen Stärken getragen werden.

Sehr empfehlenswert sind an der Stelle auch die Kinder-Baselayer aus einem Wolle-Seide-Mischgewebe oder Merinowolle, wie sie beispielsweise Engel im Angebot haben; in manchen Waldkindergärten liegt die diesbezügliche Ausstattungsquote bei etwa 90%! Für die Basisschicht der Outdoorbekleidung für Kinder sind also die folgenden drei Fragen wichtig:

  • Aus welchem Material ist die Schicht, die die Kinder direkt auf der Haut tragen?
  • Wie ist das Material besonders an den Nähten verarbeitet?
  • Schützt das Material auch vor UV-Strahlung im Sommer?

Die zweite Schicht

Je nach Jahreszeit kann die zweite Schicht etwas dünner oder dicker ausfallen. Viele Kids fühlen sich mit einer kuschligen Kapuzenjacke oder einem leichten Pullover pudelwohl. Auch hier soll die Atmungsaktivität natürlich nicht enden. Es gibt Oberteile mit einem Gemisch aus Merinowolle und Polyester, die Feuchtigkeit gut transportieren.

Da Hoodies nicht nur gut aussehen, sondern auch schön funktional sein können, sollte man zusätzlich auf die Passform der Kapuze achten. Wenn man diese gut an den Kopf anpassen kann, sind die Kleinen bestens vor Wind und Wetter geschützt. In den wärmeren Monaten kann die Kapuzenjacke dann auch schon die finale Außenschicht darstellen.

Dazu ist es besonders vorteilhaft, wenn das Material winddicht und wasserabweisend ist. Hier steht man einzig vor der Herausforderung, einen vernünftigen Kompromiss zwischen Funktion und Gewicht zu finden. Die Ausrüstungsteile der Kleinen sollten nämlich immer schön leicht bleiben und viel Bewegungsfreiheit ermöglichen.

Auch Westen sind gut geeignet

Die richtige Outdoor-Ausrüstung für Kinder
Warm eingepackt sind auch kühle Temperaturen kein Problem.

Für Bewegungsfreiheit am Oberkörper sind auch Woll- oder Daunenwesten eine tolle Ergänzung der Outdoorbekleidung für Kinder. Der Rumpf der Kinder wird schön gewärmt, ohne dass die Beweglichkeit der Arme dabei behindert wird.

Nicht zu unterschätzen ist in der kälteren Jahreszeit zudem der sogenannte Windchill Faktor. Durch Aktivitäten wie Fahrrad- oder Schlittenfahren kann die wahrgenommene Temperatur durch den Wind je nach Geschwindigkeit deutlich unter der tatsächlichen Lufttemperatur liegen.

Für solche Aktivitäten ist es von Vorteil, wenn die Outdoorbekleidung für Kinder winddicht ist. Zwei Fragen stehen damit im Fokus der zweiten Schicht:

  • Aus welchem Material ist die zweite Schicht hergestellt?
  • Gibt es weitere Eigenschaften wie eine Kapuze, Wasser- und/oder Winddichtheit die den Funktionsumfang der zweiten Schicht erweitern?

Die dritte Schicht für Schmuddelwetter: eine Hardshelljacke für Kinder

Wenn es draußen dann so richtig ungemütlich wird, kommen auch kleine Helden nicht um eine wind- und wasserdichte bzw. stark wind- und wasserabweisende Außenjacke herum. Denn eins ist klar: ist man einmal durchnässt, macht selbst das aufregendste Outdoor-Abenteuer keinen Spaß mehr. Außerdem kühlen die kleinen Körper noch schneller aus, und das Risiko für eine ausgewachsene Erkältung steigt erheblich.

Kinder in Outdoorklamotten mit Reflektoren
Gute Sichtbarkeit dank Reflektoren, guter Schutz dank Regen- und Matschkleidung.

Daher macht es Sinn, auch für den Notfall gerüstet zu sein und eine Hardshell- bzw. Regenjacke als Outdoorbekleidung für die Kinder im Gepäck zu haben. Dabei kann man an sich nicht so viel falsch machen. Vom alltagstauglichen Modell für den Weg zu Schule bis hin zur Regenjacke für die Berge gibt es auch für Kinder eine große Auswahl.

Fast allen gemein sind ihre reflektierenden Elemente. Das ist vor allem immer dann hilfreich, wenn die Jacken für den Schulweg genutzt werden. Besonderes Augenmerk sollte zusätzlich auf der Passform liegen. Da Hardshelljacken, wie der Name schon verrät, nicht sonderlich stretchig sind, sollte die Jacke gut sitzen, damit die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird. Hier interessieren entsprechend drei Fragen:

  • Ist die Jacke wind- und wasserdicht?
  • Hat sie eine Kapuze?
  • Sind reflektierende Elemente vorhanden?

Outdoorhosen für Kinder

Nicht jede Kinderhose ist auch eine Outdoorhose für Kinder. Obwohl sie es eigentlich sein sollte, damit die Kinder gut geschützt und komfortabel die Natur entdecken können. Eine Hose soll vorrangig schützen und bequem sein.

Deshalb ist es bei Outdoorhosen für Kinder besonders ratsam, zunächst auf den Schnitt zu schauen. Ist sie bequem genug und lässt sich der Hosenbund am besten ohne Gürtel so eng stellen, dass die Hose nicht rutscht? Sind die Knie eventuell vorgeformt, so dass die Hose beim Klettern oder Herumtollen nicht einengt?

Gern mit Verstärkungen an Knien und Gesäß!

Eine Verstärkung an Gesäß und Knien ist sehr wertvoll, denn die Kleinen werden auch mal über Felsen klettern, einen Berg hinunterrutschen oder auf Baumstämmen umherreiten. Außerdem finden sich bei Ausflügen tausend kleine Dinge, die unbedingt gesammelt werden müssen. Dazu ist es wunderbar, viele kleine Taschen an der Hose zu haben.

Immer dabei: die Regenhose

Ebenso kann es nie schaden, eine leichte Regenhose zum Drüberziehen dabei zu haben – oder, gerade in der Übergangszeit, diese von Anfang an mit anzuziehen. In mitteleuropäischen Waldkindergärten ist die “Matschhose” quasi von Oktober bis Mai Standard! Auch hier steht wieder die Atmungsaktivität im Zentrum des Interesses.

Jede noch so funktionale Hose bringt schließlich nichts, wenn die Kinder sie nicht gerne anziehen. Somit ist das Aussehen, wie bei fast immer bei Outdoorbekleidung für Kinder, auch bei den Hosen nicht ganz unwichtig.

  • Sitzen die Hosen locker genug und rutscht der Hosenbund nicht?
  • Ist die Hose an wichtigen Stellen verstärkt?
  • Ist sie wasserabweisend, mückendicht oder schützt sie vor Sonne?

Outdoorschuhe

Mit der richtigen Bekleidung kann der Spaß auch bei Regen weitergehen.
Mit der richtigen Bekleidung kann der Spaß auch bei Regen weitergehen.

Kinderfüße wachsen noch und benötigen deshalb besondere Beachtung. Damit das Wachstum der Füße nicht beeinträchtigt wird, sollte man bei der Schuhauswahl einige Kriterien beachten.

Richtige Größe und Höhe

Selbstverständlich sollte genügend Platz im Schuh zum Abrollen vorhanden sein. Die meisten Kinderschuhe werden heutzutage leider zu klein und zu eng gekauft. Kinder laufen nicht immer nur auf den ausgewiesenen breiten Wanderwegen, sondern kraxeln auch gerne mal über Stock und Stein. Für unebenes Gelände sind knöchelhohe Schuhe empfehlenswert. Dabei soll die Sohle flexibel genug sein, damit der Fuß abrollen kann, aber auch noch stabil und profiliert genug, dass sicherer Halt geboten wird und keine spitzen Steine durch die Sohle pieken.

Wasserdichte Schuhe

Membranen im Material machen Outdoorschuhe wasserdicht. Es macht einfach zu viel Spaß, in den Pfützen herumzuspringen, als dass man die Kinder davon abhalten möchte. Die Membranen sorgen neben der Wasserdichtigkeit auch für Atmungsaktivität. Denn auch Kinderfüße schwitzen bei Aktivitäten.

Warme Winterschuhe

Im Winter kommt hinzu, dass das Schuhwerk der Kleinen gegen Kälte schützen soll. Gefütterte Stiefel müssen besonders atmungsaktiv sein. Der Thermoinnenschuh sollte am besten zum Herausnehmen sein, damit man ihn nach dem Toben im Schnee einzeln trocknen und jede Restfeuchtigkeit entweichen kann. Denn beim erneuten Aufenthalt in der Kälte ist es die Feuchtigkeit im Schuh, die gefriert und kalte Zehen macht.

Sollte man sich bei Schuhen für den Übergang über die Isolierung nicht so sicher sein, kann man die Größe der Schuhe auf jeden Fall so wählen, dass sie auch mit zwei Paar Strümpfen oder ganz dicken Wollsocken noch gut passen.

  • Passt der Schuh richtig? (Zehen-Druckprobe im Schuhladen und ein Probelaufen vor Ort). Vor längeren Wanderungen sollten die Schuhe bei kürzeren Spaziergängen ausprobiert werden.
  • Ist der Schuh für das Gelände geeignet?
  • In welcher Jahreszeit oder in welcher Wettersituation soll der Schuh genutzt werden?

Barfuß laufen und Barfußschuhe

Kinder sollten möglichst viel barfuß laufen. Für die Entwicklung der Fußmuskulatur, der Sehnen und Knochen ist es durchaus förderlich, bei geeigneten Temperaturen draußen barfuß zu laufen. Das stimuliert die Nervenenden in der Fußsohle und massiert gleichzeitig die Füße.

Dort, wo das nicht möglich ist, können zum Beispiel Barfußschuhe mit extrem dünner Sohle getragen werden, so dass der natürliche Abfeder-Mechanismus des Körpers greift. Solche dünnen Sohlen schützen an den wichtigen Stellen und sind manchmal einer Fuchspfote nachempfunden.

Socken und Strümpfe

Die richtige Outdoor-Ausrüstung für Kinder
Im Schnee sind die lieben Kleinen besser gut eingepackt.

Damit die Luft ordentlich zirkulieren kann, dürfen die Schuhe nicht zu eng sein. Wo wir als Erwachsene auf funktionelle Fasern achten, sollten wir bei den Kleinen nicht sparen, und entsprechend auch bei Socken und Strümpfen auf Qualität setzen. Auch für Kinder gibt es dünnere oder dickere Socken aus Fasergemischen mit Merinowolle. Diese ist meist kuschlig weich und transportiert auf jeden Fall die Feuchtigkeit weg von der Haut, so dass der Fuß schön trocken bleibt.

Warme Einlagen aus Wolle im Winter

Weiterhin gibt es Einlegesohlen, zum Beispiel mit Schafswolle, falls die Temperaturen mal richtig winterlich werden. Solche Einlagen sind auch für ganz kleine Kinder geeignet, die sich noch nicht so viel bewegen. Weiterhin gibt es allerlei Aktivitäten wie Eisangeln oder Hundeschlittentouren, wo man die Natur draußen genießt, sich aber nicht so viel bewegt und wo sich gefütterte Einlagen durchweg anbieten.

Das kostet ja ein Vermögen!

Wenn man sich als Eltern jetzt fragt, wie viel Geld man für die richtige Outdoorausrüstung denn ausgeben muss, sollte man folgendes bedenken: Gut verarbeitete Kleidung aus robustem Material hält wahrscheinlich für mehrere Kindergenerationen. Den hochwertigen Materialien haben wir es zu verdanken, dass man sie ohne Bedenken waschen kann, ohne dass sie ihre Funktion verlieren. Außerdem sind die Jacken und Hosen vieler Hersteller verlängerbar. Im Futter oder Saum verstecken sich oft noch einige Zentimeter an Arm- und Beinlänge, die man herauslassen kann, sodass die Klamotten im Zweifel eine weitere Saison getragen werden können. Und natürlich können sie als hand-me-downs an jüngere Geschwister weitergegeben werden!

Kinderausrüstung weitergeben oder weiter verkaufen

Und wenn kein Geschwisterkind zum Weitergeben der Ausrüstung mehr da ist, haben auch getragene hochwertige Ausrüstungsteile einen guten Wiederverkaufspreis, da sie aufgrund der hohen Qualität nicht so schnell verschleißen sind und ihre Funktionalität behalten. Selbst bei Schuhen kann man auf gebrauchte Modelle zurückgreifen, sollte dabei allerdings darauf achten, dass sie nicht einseitig abgelaufen sind. Mittlerweile gibt es ja -in vielen Städten zumindest- beinahe flächendeckend Second-Hand-Läden mit Fokus auf Kindersachen, wo Du in der Regel immer was Passendes findest, und wo Du gebrauchtes, aber noch noch brauchbares Equipment weiterverkaufen kannst.

Nachhaltigkeit

Kleidungsstücke reparieren statt aussortieren

Wenn man nicht andauernd neue Dinge kauft, ist man gleichzeitig umweltbewusster und nachhaltiger unterwegs. Vielerorts gibt es Reparaturwerkstätten, die sich auf Outdoorkleidung spezialisiert haben, und diese wieder bis zu ihrer vollen Funktionalität reparieren können. Das lohnt sich auch bei Kindersachen.

Materialzusammensetzung prüfen, Recycling-Material bevorzugen

Wenn man weiterhin schauen möchte, wie nachhaltig bestimmte Ausrüstungsteile sind, sollte man sein Augenmerk auf die Materialzusammensetzung und Herstellungsbedingungen legen. Genauso wichtig ist es zu wissen, ob das Material recycelt werden kann, oder für Jahrzehnte als Plastikmüll vor sich hin verrotten wird.

Auf Schadstofffreiheit der Materialien achten

Gerade bei Kindersachen ist es zudem wichtig darauf zu achten, dass die Materialien keine gesundheitsgefährdenden Stoffe oder gar Gifte enthalten oder ausdünsten. Die verschiedenen Öko-Tex-Standards beispielsweise garantieren jeweils die Schadstofffreiheit von Textilien, Leder und anderen verwendeten Materialien.

Gleichzeitig macht der Fortschritt in Punkto Funktionalität der Materialien und Herstellung umweltfreundlicher, schadstoffarmer/-freier Produkte im Outdoor-Sektor nicht halt, und die Entwicklung geht erfreulicherweise eindeutig in Richtung mehr Transparenz und der Verwendung unbedenklicher und umweltfreundlicher Materialien.

Das Schlußwort: ein bißchen “Wetter” schadet nicht!

Ganz zuletzt sei schließlich angemerkt, dass weder wir, noch unsere Kinder aus Zucker sind. Es kann also auch mal durch und durch erfrischend sein, bis auf die Haut nass geregnet zu werden, um sich zu Hause anschließend eine heiße Dusche und einen leckeren Tee zu gönnen. Das Immunsystem wird’s einem auf lange Sicht mit Sicherheit danken!

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Bergfreund Gastautor

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