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Packliste Trekking

16. August 2016

Sportart

Endlose Weiten, Naturerlebnis pur und das komplette Zuhause für mehrere Tage (oder gar Wochen) auf dem Rücken – das erlebt man nur beim Trekking. Die Ausrüstung variiert dabei je nach Region, Jahreszeit und Dauer der Tour. Egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst, man sollte sich vorher ausreichend Gedanken machen, welche klimatischen Anforderungen auf einen zukommen. Und bekanntlich ist eine gute Planung ja schon die halbe Miete!

Die folgende Liste dient in diesem Sinne als Grundausstattung, die ein jeder individuell an die Charakteristika seiner Tour anpassen kann:

Die großen Vier




Bekleidung nach dem Zwiebelprinzip:

1. Schicht (Unterwäsche):




2. Schicht (Isolation):

3. Schicht (Wetterschutz):







Verpflegung: Essen und Trinken










Hygiene





Sonstige Ausrüstungs-/Gebrauchsgegenstände













Optional (nach Jahreszeit und Tour)




Wenn noch Platz im Rucksack ist…



Unter Trekking versteht man normalerweise das mehrtägige Wandern langer Distanzen. Das Schöne daran ist die Unabhängigkeit, sowohl von Zeit und Ort, als auch von dem Vorhandensein jeglicher Zivilisation. Es geht um die Herausforderung, zum Teil auf sich allein gestellt zu sein, dem direkten Ausgesetztsein von Wind & Wetter, seinen eigenen Weg zu gehen, sich und die Natur neu zu erleben! Es gibt wenig, das so schön ist, als mit den Launen der Natur im Einklang zu sein. Zwar wird man im Laufe einer Tour immer wieder (und zum Glück) auch auf Schutzhütten stoßen (je nachdem in welchem Land man so unterwegs ist), doch grundsätzlich lebt man autark!

Entsprechend setzt sich auch die persönliche Ausrüstung zusammen. Sie besteht im Grunde aus einer Basisausstattung (ähnlich einer Hüttentour), wird jedoch durch die „großen Vier“ ergänzt (Rucksack, Zelt, Schlafsack, Isomatte), sowie allem, was zum Kochen auf Tour notwendig ist. Und auch das Schuhwerk sollte natürlich entsprechend angepasst werden. In jedem Fall empfiehlt sich ein zumindest knöchelhohes Paar, welches dem Fuß zusätzliche Stabilität verleiht. So können gerade leichte Bänderverletzungen (etwa durch Umknicken) vermieden werden. Auch das Abrollverhalten der Schuhe darf durchaus „weicher“ sein, als das von Bergschuhen, ist man in der Regel doch eher mehr Streckenkilometer unterwegs als etwa im Hochgebirge und verzichtet dabei meist auf leichte Kraxelei oder gar Kletterstellen.

Nun zu einigen absolut praktischen Gadgets, deren Nutzen nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich scheint. Packsäcke! Sollte man neben wasserdichten Zip-Beuteln für Elektronik und Dokumente, immer dabei haben. So behält man im Rucksack die Übersicht. Bewährt haben sich unterschiedliche Größen in verschiedenen Farben. So weiß man gleich, in welchem Sack sich die Dreckwäsche, in welchem frische T-Shirts, und in welchem sich die Reiseapotheke befindet. Weiterhin: Panzertape, auch als Duck Tape bekannt, ist so kultig wie vielseitig. Ob Löcher in der Zeltwand, sich ablösende Schuhsohlen oder eine unentwegt quasselnde Begleitung – mit diesem Tape kann man so gut wie alles reparieren. Ebenso nützlich sind wenige Meter Paracord (Fallschirmleine) oder dünne Reepschnur – diese ist extrem reißfest, kann als Schnürsenkel, Ersatzgürtel und Wäscheleine benutzt werden. Auch Gummibänder und ein bis zwei Kabelbinder haben sich schon als nützlich erwiesen, nehmen sie doch keinen Platz weg, wiegen nichts und helfen beim Befestigen, Feströdeln und kreativem Improvisieren auf Tour! Zu guter Letzt: Tampons. Auch für die Herren der Schöpfung keine schlechte Idee. Die Idee dahinter fällt zwar schon eher in den Bereich Bushcraft, überzeugt jedoch auch beim Trekking. So dienen Tampons beispielsweise als notdürftige Kompresse bei tiefen Schnittwunden oder können „aufgedröselt“ als Zunder zum Feuer machen genutzt werden. Ein Funke reicht in der Regel und schon lodert ein gemütliches Lagerfeuer.

Wer es perfekt machen will, der stellt sich schließlich mit MS Excel o.ä. seine ganz individuelle Packliste zusammen: Gewichtsangaben, Mengen und Verpflegung (inkl. Kalorienangaben) geben somit einen guten Überblick, was der Rucksack auf die Waage bringt, was noch mit kann bzw. mit muss, vor allem jedoch, welche Gegenstände vermutlich unnütz sind. Hat man erst einmal alles zusammengestellt, sollte man sich demnach bei jedem Ausrüstungsgegenstand bewusst fragen, ob ich diesen auch wirklich (!) brauche. Der Trekkingeinsteiger packt gerne viel zu viel Unnötiges ein, das er auf Tour kein einziges Mal anrührt. Aber auch hier ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Zumeist fängt man ohnehin mit kürzeren Touren unter einfachen klimatischen Bedingungen an, auf denen man dann recht schnell feststellt und für die Zukunft lernt, welches Gadget einem am meisten fehlt, und was das nächste Mal schlichtweg zu Hause bleiben kann.

Somit dient diese Form der Packliste abschließend als solide Vorbereitungsgrundlage für jeden weiteren Trekkingtrip. Zusammenfassend bleibt also festzuhalten:

  • Das Mehr an Ausrüstung bei einer Trekkingtour spiegelt sich an vielen Punkten wieder: größerer Rucksack und ein entsprechendes Gewicht, stabileres Schuhwerk (weil viel mehr Gewicht auf dem Rücken), Ausrüstung und Bekleidung für alle Eventualitäten. Ein richtig und strukturiert gepackter Rucksack ist hier von Vorteil (farblich markierte Packsäcke in verschiedenen Größen helfen dabei wahre Wunder).
  • Ein ganz wesentlicher Punkt beim Trekking ist die Nahrung: Wenn man sich einmal vor Augen führt, was allein der letzte Wocheneinkauf gewogen hat, weiß man, wozu (leichte und kalorienreiche) Trekkingnahrung erfunden wurde.
  • Da man häufig fernab der Zivilisation unterwegs ist, sollte ein besonderes Augenmerk auf die Punkte Sicherheit sowie Erste Hilfe im Not- und Ernstfall gelegt werden. Hier empfiehlt es sich gerade für die ersten Trekkingerfahrungen, eine realistischerweise zu bewältigende Tour zu wählen und ein Handy mit Notfallnummern dabei zu haben. Dieser Punkt wird umso wichtiger, wenn man auf sich allein gestellt loszieht. Und auch der Abbruch einer Tour ist im Übrigen keine Schande – jedwede gewonnene Erfahrung mit sich selbst, mit dem Wetter und mit der Ausrüstung, hilft einem, beim nächsten Mal noch effizienter zu packen, die eigenen Abläufe zu optimieren und immer wieder auch ein Stück weit improvisieren zu können!
Kommentare zu diesem Artikel

  1. Andrea sagte am 21. September 2016 um 06:34 Uhr

    Gefällt.
    Bei der Länge der Liste wunder ich mich grad wie ich soviel in meinen 40+5 l Rucksack bekommen hab (GR 20, E5). Allerdings hatten wir an GR20 das Zelt (3er Nallo) auf 2 Rucksäcke verteilt- 1x Gestänge, 1x Deckzelt, Innenzelt blieb daheim.

  2. Jörn sagte am 21. September 2016 um 08:47 Uhr

    Hi Andrea,

    schön, dass dir unsere Liste gefällt. Schon immer wieder spannend, wie viel Platz in den Rucksäcken doch drin ist – und was mit ein bisschen stopfen alles geht ;)

    Liebe Grüße,

    Jörn

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