Shop

Dyneema-Fasern sorgen für die nötige Sicherheit

Inhaltsverzeichnis

Faserb aus Dyneema-Fasern sorgen für die nötige Sicherheit
Fasern aus Dyneema sorgen für die nötige Sicherheit

In Sachen Sicherheit sollte der ambitionierte Bergsteiger wirklich nichts dem Zufall überlassen. Denn nur ausreichend gesichert und perfekt ausgerüstet kann es entspannt und mit dem nötigen Elan in die Wand gehen. Zu keiner Sekunde dürfen Zweifel an der Robustheit und Qualität der verwendeten Materialien und Hilfsmittel aufkommen. Dyneema-Fasern können in vielen Situationen die richtige Wahl sein, sorgen sie doch für die nötige Sicherheit und lassen so Kletterer und Bergsteiger beruhigt in ihre Touren einsteigen.

Aber was genau steckt hinter dem Material und für was ist es am besten geeignet? Eine kleine Einführung.

Was ist Dyneema?

Genaugenommen handelt es sich bei Dyneema um den Produktnamen des niederländischen Chemiekonzerns Royal DSM N.V.. Ähnlich wie beim “Tempo” hat sich auch bei Dyneema der Name festgesetzt und steht im Bergsport für schmales, leichtes Bandmaterial.

Dyneema ist eine Kunstfaser auf Basis von Polyethylen. Gleichzeitig verfügt sie über einen hohen Anteil an ultrahoher molekularer Masse (Ultra-High-Molecular-Weight Polyethylene = UHMW-PE).

Die Faser wird im Bergsportbereich für die Herstellung von Bandmaterial verwendet. Vernäht kommt es als Rundschlingen oder Expressschlingen zum Einsatz.

Mammut - Contact Sling Dyneema 8 mm - Rundschlinge
Mammut – Contact Sling Dyneema 8 mm – Rundschlinge

Sehr hohe Belastbarkeit

Durch ihre molekulare Ausrichtung verfügt die Faser über eine extrem hohe Zugfestigkeit, die rund 40% über der von Aramid liegt und fünfmal so hoch ist wie die von Polyamid.

Durch die hohe Belastbarkeit kommt Dyneema im Vergleich zu Bandschlingen aus Polyamid (Nylon) mit einem geringeren Durchmesser bei gleicher Belastbarkeit aus. Vernähtes Bandmaterial muss laut UIAA- Norm eine Bruchkraft von 22 KN aufweisen. Dyneema schafft das bereits bei einer Stärke von 6mm, wohingegen Polyamid (Nylon) erst ab einer Stärke von 12 bis 25mm angeboten wird. Das einzige Material, welches im Hinblick auf das Verhältnis von Bruchlast zu Gewicht an Dyneema heranreicht, ist Kevlar. Allerdings ist dieses Material ziemlich steif und daher für klassische Bandschlingen nicht geeignet.

Dyneemaschlingen können also wesentlich schmaler und damit leichter hergestellt werden.

Eine Besonderheit

Dyneema-Material ist extrem glatt. So glatt, dass Farbe an der Faser nicht anhaften kann. Aus diesem Grund sind Dyneemagewebe immer farblos bzw. weiß. Alle Bandmaterialien, die andere Farben als weiß enthalten, sind Mischgewebe und keine reinen Dyneemagewebe. Und wer schon mal an einem komplexen Standplatz hing, der weiß, dass es durchaus Sinn macht, Schlingen in unterschiedlichen Farben zu verwenden, um sie gut auseinander halten zu können.

Da die Faser so glatt ist, lässt sich Bandmaterial aus dieser Faser nicht gut knoten. Aus diesem Grund gibt es Dyneema ausschließlich vernäht zu kaufen und nicht als Meterware. Ausnahmen bilden hier auch wieder Mischgewebe. So gibt es auch Reepschnüre aus Dyneema.

Vorteile von Dyneema

Das Verhältnis von Bruchlast zu Durchmesser wurde ja bereits beschrieben. Ein großer Vorteil von Dyneema Produkten ist also, dass sie sehr leicht hergestellt werden können, da das verwendete Bandmaterial schmaler gebaut werden kann. Eine klassische Nylon Express-Schlinge mit 12cm Länge wiegt ca. 15g, eine 15cm (11mm) Expressschlinge nur 9g.

Neben dem Gewicht verfügt Dyneema über eine extrem hohe Kantenfestigkeit, lässt sich also schwerer durchschneiden bzw. hält der Reibung an einem scharfen Feld länger stand. Genaugenommen liegt die Kantenfestigkeit von Dyneema trotz des geringeren Querschnitts sechs- bis siebenmal höher als bei seinem Pendant aus Polyamid (vgl. Berg und Steigen 3/12).

Ein Vorteil, der für Hochtourengeher oder Eiskletterer interessant ist: Dyneemaschlingen nehmen weniger Wasser und damit weniger Gewicht auf. Und sie passen aufgrund ihres geringen Durchmessers auch in kleine Sanduhren.

Kletterausrüstung aus Dyneema
Kletterausrüstung aus Dyneema

Nachteile von Dyneema

Dyneema verfügt über einen niedrigeren Schmelzpunkt, was ein Problem darstellt, wenn man das Material verknotet nutzt. Da Dyneema aber eigentlich nur vernäht zu kaufen ist, braucht man sich hier nicht so viele Sorgen machen. Außer natürlich man verknotet seine Rundschlinge, aber hier gilt ja generell, dass Knoten die Belastbarkeit der Rundschlinge um bis zu 50% reduziert.

Ein größeres Problem kann der schnellere Alterungsprozess sein. Durch ihr geringes Gewicht und den kleinen Durchmesser altern sie schneller als breite Bandschlingen aus Nylon. Tests haben gezeigt, dass bereits nach 3-5 Jahren (je nach Beanspruchung) die Bruchlastwerte auf 13-15kN gesunken waren (Bergundsteigen 3/2014). Wenn dann noch ein Knoten dazu kommt, zum Beispiel, wenn man die Rundschlinge als Standschlinge nutz (reduziert die Bruchlast um bis zu 60%), sinkt der Bruchlastwert schnell in einen grenzwertigen Bereich.

Des einen Leid, des anderen Freud. Während manche Kletterer die dünne Schlinge an der Exe aufgrund ihres niedrigen Gewichts lieben, sind sie anderen eher unsympatisch, da man schlechter zupacken kann oder der Kopf mit dem dünnen Material nicht mithalten kann (“das soll meinen Sturz halten?”).

Weitere Anwendungsgebiete von Dyneema (außer im Bergsport)

Neben Bergsport und dem alpinen Bereich wird Dyneema noch in einer ganzen Reihe anderer Bereiche eingesetzt:

  • Schutzwesten und auch Fahrzeugpanzerungen werden oft mit Dyneema versehen, da das Material leicht und trotzdem äußerst robust ist
  • Motorradschutzbekleidung wird aufgrund der Abriebfestigkeit mit Dyneema ausgestattet.
  • Schutzbekleidung verschiedenster Branchen, wie z.B. der Forst-, Fleischverarbeitungs- und Metallindustrie werden aus Dyneema gefertigt.
  • Auch im Sportbereich gibt es eine Vielzahl an Einsatzgebieten. Beispielsweise bei Snowboards oder auch bei Gleitschirmen und Drachen. Auch der Einsatz im Wassersport ist sehr verbreitet, da die Faser gegen Salzwasser unempfindlich ist

Dyneema vs. Nylon

Und damit sind wir bei einem weiteren Thema: Dyneema vs. Nylon. Rein objektiv halten Dyneemafasern das gleiche aus wie ihre breiten Kollegen, aber es bleibt dann doch Geschmacksache, für was man sich entscheidet. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei unser Vergleich von Dyneema vs. Nylon bei Bandschlingen ans Herz gelegt.

Teile den Artikel mit anderen Bergfreunden

Bergfreundin Wiebke

Ein sonniger Tag (nicht zu heiß, nicht zu kalt), an einem schönen Kletterfels nicht zu voll, nicht zu leer, mit lieben Freunden und Hund. Was kann es schöneres geben. (außer siehe Kaiserschmarren).

3 Kommentare zum Artikel

  1. Ko.Jo.Te 1. März 2022 20:21 Uhr

    Ich nutze die 3mm Schlitzschnur für Cämping und Hängematte. Knoten-freie Schlaufen-Technik ist gewöhnungsbedürftig. Als einzigen Knoten der spezielle EStar-StopperKnoten.

  2. Kotoulas Nikolaos 5. April 2017 07:23 Uhr

    Ich werde 6 meter Dyneema lang gebrauchen. Wollte fragen seitlich wie Lang es ist? Und das preis? Sender sie das auch nach griecheland? Es wird fur des schutz eines hund genutzt. Es wär Sehr hilfreich wenn sie mir vorraus sagen wie veil es wiegt? Danke

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke die passenden Produkte im Bergfreunde.de Shop

Diese Artikel könnten dir auch gefallen