Approachschuhe. Foto: Mountain Hardwear

Approachschuhe – multifunktionale Halbschuhe

11. Juni 2015

Dachstein - Monte EV - Approachschuhe

Approachschuhe sind robuste Allrounder für den Einsatz auf unterschiedlichstem Terrain

Der Zustieg zum Lieblings-Kletterspot ist – im wahrsten Sinne des Wortes – oftmals ein steiniger. Darum muss gutes Schuhwerk her. Da kommen nur Approachschuhe in Frage! Aber was ist das überhaupt? Das Wörtchen „to approach“, zu Deutsch „sich annähern“, beschreibt gut, was sich hinter diesem klangvollen Namen verbirgt: Approachschuhe sind Multifunktionsschuhe, die speziell auf die Anforderungen für den Zustieg (und den Abstieg) zum Fels oder zum Klettersteig ausgelegt sind. Aber muss das sein? Reichen da nicht ein Paar halbwegs robuste Hikingschuhe? Im Folgenden soll erläutert werden, was Approachschuhe ausmacht, auf was Ihr beim Kauf achten müsst und warum notorische Kraxler eh schon mindestens ein Paar davon im Equipmentschrank haben. Also weiterlesen!

Was sind Approachschuhe eigentlich?

Approachschuhe, auch Zustiegsschuhe genannt, sind in aller Regel robuste Halbschuhe. Sie dienen dazu, Geländepassagen mit wechselndem Schwierigkeitsgrad und variierendem Terrain zu meistern. Schließlich führt der Weg zum Spot meist nicht nur über gut befestigte Wege, sondern über Geröll, Wiesen, kurze asphaltierte Strecken und und und…. Hier braucht es einen guten Allrounder! Und genau hier kommen Zustiegsschuhe ins Spiel.

Wenn sich Wanderschuhe und Kletterschuhe sehr lieb haben, kommt am Ende ein Paar Approachschuhe dabei heraus. So oder so ähnlich lässt sich der Ursprung von Approachschuhen beschreiben. Aber Spaß beiseite! Zustiegsschuhe sind quasi ein Hybrid aus den beiden Schuharten. Sie sind auf jedes Gelände eingestellt. Sie unterstützen die Füße auf abschüssigen Routen gleichermaßen wie auf befestigten Wegen. Auch kleine Kletterpassagen auf dem Weg zum Spot stellen kein Problem dar. Sie geben sicheren und rutschfesten Halt und sind – im besten Falle – bequem. Falls ihr jetzt mit dem Kauf dieser Alleskönner liebäugelt, folgt eine kleine Übersicht auf was Ihr dabei achten solltet.

Wichtige Eigenschaften, die der Zustiegsschuh drauf haben muss

Scarpa - Crux - Approachschuhe

Der Scarpa – Crux besitzt eine Schnürung bis in den Zehenbereich

Jeder, der einmal im falschen Schuhwerk unterwegs war, weiß: Die richtige Schuhwahl entscheidet darüber, ob die Füße das Ende des Tages in der (dank Per Mertesacker sprichwörtlich gewordenen) Eistonne ausklingen lassen oder nicht. Da der Zustieg gerne mal länger dauert als das anschließende Klettern selbst, ist der Tragekomfort eine der wichtigsten Eigenschaften auf der To-do-Liste guter Approachschuhe. Sie müssen in jedem Fall gut und fest sitzen, aber gleichzeitig weder einengen noch an den sensiblen Bereichen der Füße scheuern. Denn auch der härteste „Kletterhund“ kann auf Blasen an den Füßen gut und gerne verzichten.

Ein guter Sitz wird zum einen über ein gutes Fußbett gewährleistet. Zum anderen und einem nicht unerheblichen Teil ist die Schnürung dafür verantwortlich. Diese reicht bei hochwertigen Modellen bis in den Zehenbereich. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass die Schuhe durch die Schnürung an den Fuß angepasst werden. Auch der Fersenbereich braucht den entsprechenden Halt, was durch spezielle Ferseneinsätze gegeben ist. Die halten die Füße in einer natürlichen Stellung und dämpfen Stöße ab.

Obermaterial, Gewicht und Futter – weitere wichtige Produktdetails im Überblick

Das Obermaterial ist – wie bei allen Outdoorschuhen – bei Approachschuhen ebenfalls ein wichtiger Faktor. Hier kommt in den meisten Fällen ein flexibles Synthetik-Material zum Einsatz. Das ist gleichzeitig äußerst robust und kommt mit rauem Felskontakt problemlos klar. Funktionalität und Wetterschutz kommen dabei auch nicht zu kurz. Ein leichter Wetterschutz kann in keinem Fall schaden, feucht werden die Schuhe beim Zustieg allemal. Ob feuchte Wiesen oder leichter Nieselregen, die Nässe lauert überall! Wenn die Schuhe wasserabweisend sind, müsst Ihr nach dem Zustieg nicht mit nassen Tretern in die Kletterschuhe schlüpfen.

Funktionelle Materialien wie Gore-Tex sorgen für Wetterschutz und schaffen gleichzeitig ein angenehmes Fußklima. Gore-Tex ist, wie Ihr sicherlich wisst, atmungsaktiv. Dadurch wird die beim Schwitzen entstehende Feuchtigkeit durch den Schuh nach außen geleitet, wo sie letztendlich verdampft. Das hält die Füße schön trocken. Was aber fast wichtiger ist: Es verhindert Käsefüße! Das mag trivial klingen, aber so bleiben am Ende die Kletterschuhe frei von fiesen Gerüchen.

In Sachen Gewicht gilt wie so oft, weniger ist mehr. Die Füße werden nicht unnötig beschwert und ein leichtes und angenehmes Gehen ist möglich. Ein weiterer Vorteil zeigt sich beim Transport. Leichte Approachschuhe können bequem im Rucksack verstaut werden oder am Karabiner an den Klettergurt gehängt werden und fallen nicht unnötig ins Gewicht.

Nicht zu vergessen: die Climbing Zone und die Schuhsohle

Arc'teryx - Acrux 2 FL - Approachschuhe

Die Arc’teryx – Acrux 2 FL – Approachschuhe inklusive Climbing-Zone

Um kleine Kletterabschnitte zu meistern, verfügen die meisten Modelle über eine kleine Besonderheit – die sogenannte Climbing Zone. Das ist eine profillose Zone im Frontbereich der Approachschuhe. Die sorgt für Grip und erleichtert das Antreten am Fels. Ein weiterer Vorteil der Approachschuhe gegenüber „normaler“ Wanderschuhe.

Doch nun zum wohl wichtigsten Element guter Zustiegsschuhe: die Sohle! Der Anstieg zur Kletterwand ist kein Spaziergang. Da geht es mitunter über richtig steiles, unwegsames Gelände. Aber auch über Wanderwege und asphaltierte Straßen. Im Idealfall braucht es eine Sohle, die mit harten Bedingungen und gleichermaßen mit befestigten Untergründen klarkommt. Eine Sohle, die auf glatten, feuchten oder trockenen Böden den gleichen Grip bietet. Eine ideale Mischung aus Flexibilität und Stabilität.

In der Regel kommt bei Approachschuhen eine Sohle mit hohem Naturkautschukanteil wie eine Vibram Sohle zum Zuge. Das Profil darf nicht zu tief sein, da das den Halt am Fels beeinträchtigt. Aber auch ein zu flaches Profil ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Im Vorderfußbereich sind Approachschuhe, wenn überhaupt, kaum gedämpft. Der Härtegrad der Sohle ist wieder ganz von Eurem eigenen Geschmack abhängig.

Das Wichtigste auf einen Blick

Für alle, die bis hierhin durchgehalten haben oder alle lesefaulen, die gleich zum Schluss gesprungen sind, alle wichtigen Features noch einmal im Überblick:

Gute Approachschuhe sind robuste Allrounder für den Einsatz auf unterschiedlichstem Terrain. Ein robustes und flexibles Obermaterial ist genauso wichtig wie ein ausreichender Wetterschutz und Atmungsaktivität. Ein festes Schnürsystem sorgt für Halt und geht in der Regel bis runter in den Zehenbereich. Geringes Gewicht ist essenziell, da Approachschuhe weder wie ein schwerer Klotz am Fuß liegen, noch eine Last beim Transport sein sollen. Eine Climbing Zone im Vorderfußbereich ist nie verkehrt und die Sohle muss eine ausgeglichene Mischung aus Flexibilität und Stabilität bieten. Ganz egal für welches Paar Ihr Euch letzten Endes entscheidet, Hauptsache ist, dass der Schuh passt, perfekt sitzt und Euren persönlichen Vorlieben entspricht. Also los, der Spot wartet schon!

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Outdoor Schuhen. Du erreichst ihn unter der Nummer +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 03.03.2016 überarbeitet.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. jutta sagte am 2. Oktober 2016 um 16:30 Uhr

    Sehr hilfreich! Ich kombiniere oft Radtouren mit Wanderungen und suche deshalb einen leichten aber griffigen Wanderschuh. Die Seite war sehr informativ,ich weiss nun, worauf zu achten ist.

  2. Jörn sagte am 4. Oktober 2016 um 12:19 Uhr

    Hi Jutta, das freut uns! :)

    Liebe Grüße,

    Jörn

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