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Slackline spannen ohne Bäume – alternative Befestigungen

7. August 2016

Es ist Sommer und passend zum guten Wetter soll eine Slackline gespannt werden. Das ist eigentlich kein Problem. So denn man zwei ausreichend dicke und starke Bäume hat. Denn spätestens wenn die Laterne vor dem Haus quer über die Straße liegt und Omas Wäscheleine aus Kruppstahl auch schon nicht mehr ganz gerade steht, wird klar: Beim Slacklinen wirken extreme Kräfte auf die Befestigungspunkte. Wie hoch diese bei welchem System genau sind, könnt ihr mit unserem neuen Kalkulator ermitteln:

>> Zum Fixpunktbelastungs-Rechner für Slacklines

Wie also bekommt man eine Slackline auch ohne Bäume gespannt, ohne zu Hause und in der Nachbarschaft einen erheblichen Flurschaden anzurichten?

Mit dem richtigen Material ist das gar nicht mal so schwer. Denn wer über die entsprechenden Erd– oder Bodenanker oder über die notwendigen Gestelle verfügt, der kann eine Slackline problemlos auch ohne Baum befestigen. Glaubt ihr nicht? Hier kommt der Beweis!

Kräfte, die von einer Slackline ausgehen

Beim Slacklinegehen wirken nicht zu vernachlässigende Kräfte. Daher ist es wichtig, dass nicht nur die eigentliche Line, sondern auch die umgebende Technik sowie die Ankerpunkte stark genug sind, um den Belastungen standhalten zu können. Um also Alternativlösungen zur Befestigung an Bäumen zu finden und diese dann auch sinnvoll nutzen zu können, empfiehlt es sich, diese Kräfte zu kennen und zu verstehen, wie sie entstehen.

Die erste und sicherlich am einfachsten zu verstehende Kraft ist die Vorspannung. Also die Kraft, die beim Spannen der Slackline entsteht. Eine weitere Kraft entsteht durch das Gewicht des Slackers sowie dem Durchhang der Slackline. Zusätzlich gibt es noch eine dynamische Kraft, die sich auf das System auswirkt. Diese entsteht durch die Bewegungen des Slackers und steigt mit dem Grad der Aktivität. So fallen diese Reaktionskräfte zum Beispiel bei Sprüngen deutlich höher aus, als beim einfachen Gehen und Drehen.

Mit Hilfe unseres hierfür entworfenen Kalkulators lassen sich die Fixpunktbelastungen beim Slacklinegehen einfach und schnell berechnen. Hierdurch ist es möglich, die wirkenden Kräfte vor der Montage einer Slackline zu kennen und abschätzen zu können, ob der potenzielle Ankerpunkt auch der Belastung standhalten wird.

Slacklinegestelle

Gibbon Slackline Gestell

Gibbon Slackline Gestell

Ganz ohne fremden Ankerpunkt kommen jedoch Slacklinegestelle aus. Diese praktischen und selbsttragenden Systeme können streng genommen überall aufgestellt werden. Die Slackline wird dann zwischen zwei Fixpunkten mittels integrierter Ratsche gespannt. Gestelle dieser Art sind entweder aus Metall oder Holz gefertigt und bestehen zumeist aus mehreren Modulen, was eine platzsparende Aufbewahrung ermöglicht. Ein gutes Beispiel ist hierfür das Slackrack von Gibbon. Dieses dreiteilige Set ermöglicht den Aufbau einer 2 oder 3 Meter langen Line.

Da es sich hierbei generell um autarke Systeme handelt, werden keine weiteren Fixpunkte benötigt. Die Gestelle sind so gebaut, dass sie auf ebenem Untergrund sicher stehen und einfach zu handhaben sind. Somit eignen sich Slacklinegestelle bestens für den Einsatz im Fitnessbereich. Aber auch für Schulen, Vereine oder Familien sind Systeme dieser Art eine gute Alternative zur herkömmlichen Art eine Slackline zu spannen. Ein großer Vorteil ist hierbei selbstverständlich, dass diese Systeme ohne Berücksichtigung der Statik eines Gebäudes auch Indoor verwendet werden können. Ob Kinderzimmer, Fitnesskeller oder Turnhalle, für diese Lines findet sich eigentlich immer ein geeigneter Platz.

Befestigung mit Erdankern

Slackline Tools Gestell Set

Slackline Tools Gestell Set

Wer seinem Hobby allerdings lieber auf dem heimischen Rasen oder in Parks nachgeht, dort aber keine geeigneten Fixpunkte findet, der sollte sich einmal die freistehenden Lösungen mit Erdankern näher anschauen. Systeme dieser Art gibt es von zahlreichen Herstellern. Alle am Markt erhältlichen Modelle basieren jedoch auf dem gleichen Prinzip: Zwei Erdanker werden in den Boden geschraubt, daran wird die Slackline montiert und mittels zweier Rahmen auf die gewünschte Höhe gebracht. Danach muss nur noch die Slackline vollständig aufgespannt werden und der Spaß kann beginnen.

Das Praktische hierbei ist, dass die Länge der Slackline beliebig gewählt werden kann. Auch die Höhe der Line lässt sich beeinflussen. So können entweder Rahmenmodule in der gewünschten Höhe verwendet werden oder auch Module untergestellt werden, bei denen zwischen mehreren Spannhöhen gewählt werden kann. Wird das System nicht mehr gebraucht, kann es vergleichsweise schnell abgebaut und klein verstaut werden. Die Erdanker hinterlassen bei sachgerechter Anwendung nahezu keine Spuren im Untergrund. Somit eignen sich Systeme wie das Frameline-Set von Slackline Tools bestens für alle Slacker, die ihrem Sport möglichst mobil auch ohne Bäume nachgehen wollen.

Befestigungsmöglichkeiten für Sport- und Kletterhallen

Slackline Indoor Sporthalle

Slackline Indoor Sporthalle

Da sich Systeme, die mit Erdankern aufgebaut werden, natürlich nur im Freien verwenden lassen und Bäume eher selten in Turn- und Kletterhallen wachsen, stellt sich die Frage: Wie kann man auch Indoor eine lange Slackline spannen?

Besteht das Gebäude aus starken Betonwänden ist das in der Regel kein Problem. Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Anker und Befestigungsmöglichkeiten. Diese werden zumeist mit mehreren Schwerlastankern in einer Wand verschraubt. So kann mittels dauerhaft angebrachter Wandhaken eine Line problemlos von der einen zur anderen Wand gespannt werden. Dies funktioniert aber nur, wenn die Wände stabil genug sind und erfordert möglicherweise die Einschätzung eines Statikers.

Gerade für Turn- und Sporthallen gibt es aber auch noch weitere interessante Befestigungsmöglichkeiten. Ähnlich dem Aufbau mit Erdankern kann eine Slackline an den Bodenverankerungen für Reckstangen etc. befestigt werden. Um an Höhe zu gewinnen, werden dann zwei kleine Kästen mit einer speziellen Kastenauflage untergeschoben. Diese Aufbaumethode ist gerade für Schulklassen oder Vereine sehr gut geeignet. Dadurch, dass die Slackline an beiden Enden über einen Kasten läuft, erleichtert es den Kindern zumeist den Start auf der Slackline erheblich. Darüber hinaus kann der Aufbau einfach und schnell bewerkstelligt werden, da die bereits bestehende Infrastruktur einer Halle genutzt wird und keine dauerhaften Installationen notwendig sind.

Fazit

Eine Slackline ohne Bäume zu spannen ist nicht unmöglich. Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Systeme und Methoden. Ob für drinnen oder draußen, für klein oder groß, für Anfänger und Profis, es gibt am Markt nahezu nichts, was es nicht gibt. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren grade auch für den Therapiebereich Slacklinesysteme entwickelt, die nach Unfällen oder bei chronischen Erkrankungen für mehr Beweglichkeit sorgen sollen. Auch muss eine Slackline nicht immer mit der altbekannten Ratsche gespannt werden. Diese sind bei Komplettpaketen zwar oft im Lieferumfang enthalten, können aber auch mit dem geeigneten Material durch einen Ellington-Flaschenzug ersetzt werden. Wie das genau funktioniert und was dabei die Vor- und Nachteile sind, verrät euch Fritz Miller in seinem Artikel.

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