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Vegane Outdoor-Produkte

Vegan unterwegs – tierfreie Produkte für Outdoorer

Inhaltsverzeichnis

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Das Thema Nachhaltigkeit dominiert gerade wie kein anderes den Outdoor-Markt. Herstellerfirmen packen das Thema „soziale und ökologische Verantwortung“ auf ihre Agenda, lassen sich unter dem bluesign- oder einem anderen Standard zertifizieren oder entwickeln gleich ganz eigene. Das ist natürlich sehr zu begrüßen!

Unter dieser Prämisse entstehen auch inzwischen Produktlinien für vegetarisch und vegan lebende Menschen. Denn auch dieses Thema wird immer aktueller und nicht nur bei uns landet hin und wieder ein Kunde mit der Frage: Was ist bei euch im Shop wirklich vegan? Wir wollen dieser Frage an dieser Stelle einmal nachgehen…

Veganes für die Füße – Wanderschuhe

Einer der Bereiche, an den man beim Thema vegane Outdoor-Ausrüstung wohl zuerst denkt, sind die veganen Schuhe. Klar – bei Bergstiefeln und Wanderschuhen ist Leder irgendwie omnipräsent – und natürlich maximal problematisch, wenn man nach tierfreien Alternativen sucht. Die Stolperfallen lauern aber nicht nur im Material selbst. Der Teufel steckt wie immer im Detail, so kann z.B. das Klebemittel, das am Schuh verwendet wird, tierisches Protein enthalten.

Innox GTX Mid von Lowa ist ein veganer Wanderschuh
Der Innox GTX Mid von Lowa ist ein klassischer Wanderschuh – allerdings in vegan!

Glücklicherweise gibt es Firmen, die den Bedarf an veganen Outdoorschuhen erkannt haben. So erobert zum Beispiel LOWA das Herz aller wanderlustigen Veganer mit einer ganz eigenen Produktlinie. Als Obermaterial kommt ein Textil-/Synthetik-Material zum Einsatz und die verbaute GORE-TEX-Membran macht die Schuhe wasserdicht. Der Schweizer Outdoor-Hersteller Mammut bietet mit seinen T Aenergy-Modellen einen ganz ähnlichen Aufbau an. Der Schaft wird durch zwei unterschiedlich strukturierten Polyamid-Garne abrieb- und reißfest. Auch hier sorgt Gore-Tex dafür, dass der Schuh dicht bleibt. Im Bereich Approach-Schuhe geht der Vegan-Preis an Salewa, deren Wildfire-Serie ebenfalls ohne tierische Komponenten auskommt. Bei den Kletterschuhen hat Red Chili mit dem Durango VCR und dem Durango Lace ebenfalls vegane Varianten im Angebot und last but not least sei hier noch der The One von SO ILL erwähnt.

Auch muss man heute nicht mehr auf gute Performance verzichten, nur weil man Synthetikschuhe trägt. Lederschuhe sind zwar sehr langlebig, jedoch ist die Entwicklung der synthetischen Schuhe so weit fortgeschritten, dass auch sie bei richtiger Pflege lange ein treuer Begleiter sind. Echtes Leder passt sich der Fußform des Trägers an, weitet sich aber mit der Zeit. Das passiert bei einem Kunstleder beziehungsweise Synthetikschuh in der Regel nicht. Er behält seine Form bei. Synthetische Schuhe sind zudem besonders alltagstauglich, da sie sehr leicht zu reinigen sind und nicht die intensive Pflege eines Leder-Schuhs brauchen.

Obenrum vegan – auf was sollte man bei veganer Bekleidung achten

Vegane Outdoor-Ausrüstung hört nicht bei den Schuhen auf, auch wenn dieser Bereich der sein dürfte, in dem das Thema am relevantesten ist. Auch bei der lieben Outdoor-Bekleidung gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte.

Eine Frau läuft mit ihrer veganen Jacke auf einem Steg
Thermoball ist eine gute Alternative zur Daune.

Der große Elefant im Raum heißt „Daune“. Die kommt bekanntlich von Gänsen oder Enten und ist demnach natürlich nicht vegan. Die Alternative lautet: Kunstfaser. Auch diese Isolations-Technologie auf Basis von Polyester ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass es zahlreiche Jacken und Thermo-Layer gibt, die mit ihren Daunenkollegen mithalten können und sie in manchen Bereichen sogar übertreffen. Stichwort „Wärmeleistung bei Feuchtigkeit“. Hersteller wie z.B. The North Face versuchen die Struktur von Daune nachzuahmen. Im Marketing-Sprech nennt sich das dann „Thermoball“.

In aller Regel findet ihr in den Attributen auf unserer Produktseite einen Hinweis, ob tierische Komponente in der Bekleidung verbaut sind. Dort steht dann “enthält nicht-textile Teile tierischen Ursprungs”.

Wer darüber hinaus auf eine möglichst ökologische Fertigung der Bekleidung und vor allem auf die nachhaltige Schonung von Ressourcen Wert legt, der sollte nach Produkten aus recyceltem Polyester Ausschau halten. Die Herstellung aus eingeschmolzenen PET-Flaschen verbraucht zwischen 50 bis 70% weniger Energie als die konventionelle Fertigung einer chemischen Faser aus Rohöl. Einige Marken wie zum Beispiel Bleed (bieten auch ausdrücklich vegane Bekleidung an), Klättermusen, Patagonia und Vaude haben bereits solche Produkte in ihrem Sortiment.

Hier lohnt sich ein Blick auf das Etikett, wo der Recyclinganteil explizit aufgeführt ist. Der amerikanische Outdoor-Ausrüster Patagonia, der im Thema Umweltschutz schon länger Vorreiter in der Branche ist, hat noch eine Schippe draufgelegt. Patagonia betreibt ein eigenes Rücknahme-System. Das heißt, dass Kunden ihre Kleidung zurück in den Laden bringen oder ins Werk schicken können und daraus wieder neue Bekleidung hergestellt wird. Darüber hinaus bietet Patagonia auch an, kaputte oder beschädigte Kleidungsstücke zu reparieren um zu verhindern, dass Produkt zu schnell im Mülleimer landen.  Auch Pyua aus Kiel hat sich darauf spezialisiert und nimmt Ware nach Gebrauch wieder zurück. So entsteht ein Kreislauf, bei dem Outdoor-Bekleidung aus synthetischen Fasern nach Gebrauch immer wieder zu neuer Mode verarbeitet wird.

Back to the Roots – Back to Naturfaser

Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und auf Naturfasern zurückgreifen. Ich weiß schon, was ihr denkt: Kleidung aus Naturfasern und schweißtreibende Aktivitäten, verträgt sich das denn überhaupt? Auf den ersten Blick denkt man vielleicht, dass man schon nach kurzer Zeit dementsprechend mieft und für lange Zeit galt das Prinzip auch als undenkbar. Bisher bestand Funktionsunterwäsche aus Mikrofasern, die gegen Geruchsbildung mit Nano-Silber behandelt werden mussten.

Gliis Jacket von Lundhags
Bei der Gliis Jacket von Lundhags kommt Polycotton zum Einsatz.

Doch es geht. Die schwedische Firma Fjällräven setzt bereits seit ihrer Gründung auf ihr zuverlässiges G-1000-Material, das heute zwar nicht mehr zu 100%, aber immerhin noch zu einem Drittel aus Baumwolle besteht. Das große Problem – zumindest aus tierischer Perspektive: Bei vielen Fjällräven-Modellen finden sich Lederapplikationen und das Wachs, dass die Bekleidung wetterfest macht, enthält Bienenwachs.

Anders sieht es bei Lundhags aus, die bei ihrer Polycotton-Technologie einen ähnlichen Aufbau haben wie Fjällräven, bei Modellen wie der Women’s Gliis Jacket oder der Lomma Jacket aber ohne Lederapplikation auskommen. Dennoch dürfte dieses Material einer synthetischen Hardshell im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht das Wasser reichen, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Regen angeht. Und auch hier ist hier genaues Hinsehen nötig, denn Polycotton gibt es vereinzelt als gewachste Variante.

Vegane Ernährung auf Tour

Und dann gibt’s da natürlich noch das Thema Nahrung. Denn was wär eine Wanderung oder Trekking-Tour ohne die Brotzeit, die Leib und Seele zusammenhält? Wer schon länger vegan lebt, der hat vermutlich ohnehin sehr viel Ahnung, was bei der Ernährung geht und was nicht. Aber auch hier gibt es natürlich Hersteller, die passende Trekkingnahrung liefern, so z.B. Adventure Menu, BLA BAND, Lyo Food, Innosnack und Chimpanzee – um nur einige zu nennen.

Im Zweifel hilft aber natürlich immer der Blick in die Zutatenliste, denn natürlich wird dort haarklein aufgedröselt, welche Bestandteile im Produkt vorhanden sind.

Unterm Strich…

… lässt sich also feststellen, dass vegane Bekleidung und Outdoor-Ausrüstung zwar noch keinen dominanten Platz in den Produktlinien der Hersteller einnehmen, es allerdings in den letzten Jahren zumindest auf das Radar geschafft haben. Und das zum Glück bei namhaften Firmen, die auch tierfreie Produkte mit einem hohen Qualitätsanspruch herstellen. Vor dem Hintergrund, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihren Konsum umstellen, sicherlich eine begrüßenswerte Entwicklung.

Vegane Produkte findet ihr bei uns, indem ihr in der Suchfunktion das schöne Wort „Vegan“ eintippt und dann weiter filtert. Oder ihr folgt einfach folgendem Link:

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Bergfreundin Marianne

Bergfreundin Marianne

Als ich am Gipfel der großen Zinne stand, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Nach 8 Stunden klettern, war ich so emotional, dass die Tränen vor Freude flossen. Was für andere der Everest ist, war für mich die große Zinne.

Bisher keine Kommentare

  1. Hallo meine Lieben!
    Suche einen veganen Bergschuh Kat. C also inkl Steigeisenmöglichkeit?
    Möchte zukünftig 3000er meistern und suche dazu eine möglichst vegane Ausrüstung!
    Danke euch 🙂

  2. Ich bin auch pro Vegan-Filter.

    Allerdings verstehe ich auch das Bergfreunde-Team. Selbst die Hersteller können nicht immer sagen ob ihr Produkt zu 100 % vegan ist. Hängt sicherlich mit der teils endlosen Wertschöpfungskette und den ganzen Zulieferern zusammen. Der Stoff ist dabei selten das Problem. 100 % Polyester ist eben 100 % Polyester. Aber sobald z.B. ein T-Shirt ein Print hat, ist schon die Frage, ob der Klebsstoff tierische Bestandteile hat. Eine andere Sache sind die Farbstoffe. Ich war total angetan von dem Patagonia R1 TechFace Hoody. Hier konnte Patagonia aber nicht gewährleisten, dass das Produkt nicht mit Farbstoffen tierischen Ursprungs gefärbt wurde.

    Schlussendlich ist es wahrlich eine Sisyphusarbeit herauszubekommen, ob ein Produkt wirklich zu 100 % vegan ist.

  3. Hallo Bergfreunde-Team,
    der “vegan-Filter” sollte von euch trotzdem eingeführt werden, ihr könnt ja “vegan laut Herstellerangabe” daraus machen und andere Produkte z.B. mit der Bemerkung versehen “Hersteller gibt keine Angabe zu verwendeten Rohstoffen”. Und als großer Online-Händler könnt ihr doch viel besser an solche Informationen kommen als wir Kunden. Wozu seid ihr denn sonst da?
    Das bewegt vielleicht mal die Produzenten zu einer eindeutigen Angabe., wenn die Händler (also auch ihr) an genauen Informationen interessiert sind.
    Beste Grüße
    Rico

  4. Hallo Marianne, vielen vielen Dank.
    Hat mir eine Menge Recherche erspart 🙂
    Weiterhin auch wunderbar locker geschrieben.
    Liebe Grüße

  5. Liebe Marianne!
    Danke für die Info!
    Aber ich habe bisher noch keinen Trekking Schuh gefunden, der vegan angefertigt wurde! Oder gibt es da auch schon neue Infos?
    Liebe Grüße Matthias

  6. Toller Artikel, als Vorschlag: Baut doch einen Filter “Vegan” mit in den Shop ein. Ist ein top Feature fuer all die wenigen Shop die es anbieten 😉

  7. Hallo Viktor,

    das Problem ist hier, dass eigentlich kein Hersteller seine Bergschuhe als vegan klassifiziert, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass in den Klebern für die Sohle nicht doch Rückstände tierischer Produkte enthalten sind.

    Bergschuhe, die zumindest kein Leder enthalten wären:

    https://www.bergfreunde.de/la-sportiva-trango-tower-gtx-bergschuhe/
    https://www.bergfreunde.de/scarpa-ribelle-lite-hd-bergschuhe/

    Viele Grüße,

    Marco

  8. Hallo Sem,

    ein Schuh, der vom Hersteller als vegan klassifiziert wird und einen extra breiten Leisten hat, würde mir in unserem Sortiment leider nicht einfallen, tut mir leid.

    Mammut ist ein Hersteller der breit schneidet, aber hier wird auch bei den synthetischen Modellen darauf verzichtet das als vegan zu labeln, weil eben nicht ausgeschlossen werden kann, dass in den Klebern Reste tierischer Produkte enthalten sind:

    https://www.bergfreunde.de/mammut-womens-ducan-mid-gtx-wanderschuhe/

    Viele Grüße,

    Marco

  9. Hi Till,

    danke für deinen Kommentar. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Wir können uns da maximal auf die Herstellerinformationen verlassen und wollen sowas natürlich auch nur kommunizieren, wenn es ganz sicher ist.

    Danke für dein Verständnis.

    Liebe Grüße, Jörn

  10. Hi Matthias,

    explizit vegane Trekkingschuhe gibt es derzeit von Lowa. Namentlich sind das die Innox- und die Gorgon-Modelle.

    Liebe Grüße,

    Jörn

  11. Servus Dude,

    darüber haben wir schon öfter nachgedacht, aber es ist tatsächlich super schwierig zu garantieren, dass ein Produkt wirklich vegan ist – sofern es der Hersteller nicht selbst angibt. Aktuell ist die Auswahl an veganen Produkten bei uns auch noch recht gering und wenn wir sowas machen, dann wäre unser Wunsch auch wirklich absolut sicher sagen zu können, dass keine tierischen Stoffe verwendet wurden, bevor wir uns am Ende noch auf dünnes Eis begeben.

    Liebe Grüße, Jörn

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