Ausrüstung

Selbstaufblasende Isomatten – praktische Begleiter bei jeder Bergtour

15. Dezember 2015

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Weich gebettet auf der selbstaufblasbaren Isomatte

Weich gebettet auf der selbstaufblasenden Isomatte

Auf jeder Bergtour und bei jeder Expedition sollte sie auf jeden Fall im Gepäck sein: eine selbstaufblasende Isomatte. Denn sie überzeugt durch ihr geringes Packmaß und einen gleichzeitig äußerst hohen Schlafkomfort. Im Gegensatz zu normalen Isomatte wiegt sie nur geringfügig mehr, hat aber gleichzeitig einiges mehr auf Lager.

Aber wie genau funktioniert eine selbstaufblasende Isomatten, was für verschiedene Modelle gibt es und was gilt es bei der Pflege und Reparatur zu beachten? Die Antwort auf all diese Fragen gibt es hier.

 

Wie funktionieren selbstaufblasende Isomatten?

Obwohl sich die Bezeichnung selbstaufblasende Isomatte doch etwas technisch komplex anhört, ist die eigentliche Funktion ziemlich einfach. Im Inneren der Matte befindet sich ein spezieller PU-Schaum. Dieser ist mit offenen Zellen versehen. Zusammengerollt ist der Schaum äußerst komprimiert. Rollt man nun die Isomatte auseinander, dehnt sich der Schaum aus. Durch das Öffnen des Ventils entsteht zusätzlich ein Unterdruck, der Luft von außen nach innen in die Poren des Schaums saugt. Auf diese Weise bläst sich die Isomatte sozusagen von selbst auf und nimmt an Dichte und Stärke zu. Natürlich muss das Ventil, nachdem die Matte sich vollständig aufgeblasen hat, auch wieder geschlossen werden, da sonst die Luft wieder entweicht, wenn man sich darauf legt.

Zusätzliche Luftregulierungsmöglichkeit der Isomatten

Selbstaufblasbare Isomatte Ventil

Die Härte der Isomatte kann individuell über das Ventil gesteuert werden

Wie bei Matratzen auch, mögen es manche Leute etwas härter, andere weicher. Daher kann auch eine selbstaufblasende Isomatte individuell in Härte und Stärke eingestellt werden. Auch die Bodenbeschaffenheit ist hierfür ausschlaggebend. Um mehr Luft in die Isomatte zu bekommen, wird ganz einfach Luft über das Ventil oder ein zusätzliches Mundstück per Mund geblasen. Bei einem zusätzlichen Aufblasen durch Atemluft sollte man jedoch immer bedenken, dass dadurch auch Feuchtigkeit und Bakterien in das Innere der Matte dringen können. Im schlechtesten Fall kann dies das Material angreifen und auf Dauer die Isomatte schädigen. So kann sich durch die Feuchtigkeit Moos im Innern der Matte bilden, das nicht nur den Schaumstoff verklebt, die Isolierleistung der Matte wird außerdem gesenkt. Ein weiterer Nachteil von Feuchtigkeit in der Matte: Sie kann bei tiefen Temperaturen in der Matte gefrieren und wiederum die Isolierleistung reduzieren.

Bei Matten, die neben ihrem Schaum auch Daunen zur Isolierung enthalten (z.B. von Exped), sollte man Feuchtigkeit in der Matte generell vermeiden, da die Feuchtigkeit die Daunen verklebt und die Isolierleitung aufhebt.

Will man Feuchtigkeit in der Matte verhindern, gibt es unterschiedliche Systeme die Matten manuell mit Luft zu füllen ohne die Atemluft zu verwenden. Das können zum Beispiel integrierte Pumpsyteme sein oder Systeme bei denen der Packsack der Matte als Blasebalg dient. Die Systeme sind von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich.

Soll im Gegensatz dazu die Matte etwas weicher werden, lässt man einfach so viel Luft wie gewünscht durch das Ventil wieder entweichen.

So wird die Isomatte nach Gebrauch wieder verstaut

Am nächsten Morgen, nach einem hoffentlich erholsamen Schlaf, sollte es natürlich schnellstmöglich wieder weitergehen. Um die Isomatte wieder platzsparend verstauen zu können, muss zunächst die Luft abgelassen werden. Dies funktioniert im Endeffekt genau so einfach wie bei einer Luftmatratze. Die Isomatte wird dabei zwei- bis dreimal gefaltet. Nun wird das Ventil geöffnet und durch Pressen die Luft aus dem Ventil gelassen. Anschließend wird das Ventil geschlossen und die Isomatte vom Fußende an zusammengerollt. Die restliche Luft, die sich noch innerhalb der Matte befindet, sammelt sich nun am oberen Ende. Durch ein erneutes Öffnen des Ventils wird nun auch diese herausgelassen. Abschließend wird das Ventil wieder geschlossen und die Matte kann für den Transport verstaut werden. Die Rollenform wird dabei idealerweise beibehalten. Für den Transport sollte jedoch unbedingt ein Packsack verwendet werden, um die Matte ausreichend zu schützen.

Selbstaufblasbare Isomatten in verschiedenen Stärken

Bei den einzelnen Stärken der Isomatten unterscheidet man ganz klar im Komfortbereich. Dabei finden sich Matten angefangen bei 3 cm bis hinauf zu 10 cm Stärke. Eine Stärke von 3 cm sollte wirklich nur dann genommen werden, wenn es sich um eine kleine Tour handelt, denn der Komfort ist hierbei eher gering. Jedoch überzeugen diese Matten durch ein äußerst geringes Packmaß. Besser sieht es dagegen schon bei einer Stärke von 4 – 6 cm aus. Kombiniert mit einem hochwertigen Schlafsack kann hier eine angenehme Nachtruhe erreicht werden. Den höchsten Schlaf- und Liegekomfort hingegen bieten Isomatten ab einer Stärke von 10 cm. Jedoch sollte hierbei immer bedacht werden, dass sich auch das Packmaß je nach Stärke vergrößert.

Selbstaufblasbare Isomatten gibt es in unterschiedlichen Stärken und Formen

Selbstaufblasende Isomatten gibt es in unterschiedlichen Stärken und Formen

Selbstaufblasende Isomatten bei Bedarf selbst reparieren und reinigen

Da die Isomatte wirklich ausschließlich auf rauem und hartem Untergrund verwendet wird, sind kleine Schrammen oder Risse keine große Seltenheit. Diese können trotz aller Vorsicht und Verstärkung sowie rutschfester Gummierung an der Unterseite der Matte immer mal wieder entstehen. Dies ist zwar ärgerlich, doch können solche kleinen Blessuren schnell selbst geflickt werden. Die meisten Isomatten werden mit einem speziellen Reparaturkit ausgeliefert. Dieses beinhaltet meist Flicken für die Ober- und Unterseite wie auch einen speziellen Klebstoff, mit dem diese Flicken befestigt werden. Mit nur wenigen Handgriffen können somit die Risse und Löcher fachgerecht versiegelt werden und die Matte ist nach wenigen Minuten wieder einsatzbereit und erledigt ihre Dienste wieder zur vollen Zufriedenheit des Bergsteigers.

Auch die Reinigung der Matte stellt keinerlei Problem dar. Da die Isomatte ausschließlich im Freien verwendet wird, ist eine regelmäßige Reinigung Pflicht, um die Lebensdauer zu verlängern. Im gefüllten Zustand und mit geschlossenem Ventil wird die Matte mit einem milden Haushaltsreiniger und einem Lappen gereinigt. Danach wird sie noch gründlich abgespült. Um eine Schimmelbildung zu verhindern, muss die Isomatte erst vollständig trocknen, bevor die Luft abgelassen und sie wieder zusammengerollt wird. Beachtet der Bergsteiger diese Punkte, wird er sich auch lange auf den Komfort seiner selbstaufblasenden Isomatte verlassen können.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Ronald ist hier unser Fachmann in Sachen selbstaufblasende Isomatten. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

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