Alle Artikel zum Thema ‘Pflegetipps’

Outdoor-Ausrüstung muss schon so einiges mitmachen. Dabei entstehen häufig Fragen zur optimalen Pflege, gerade die Angst beim Waschen etwas falsch zu machen ist groß. Aber Ordnung muss sein! Saubere und gepflegte Ausrüstung ist nicht nur ein Muss aus hygienischen Gründen, sondern entscheidend für Deine Sicherheit.

Damit Deine Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung – egal, ob Schuhe, Rucksack, Zelt & mehr – ein noch längeres Leben haben und ihre Leistung erfüllen können, findest Du hier praktische Pflegetipps, von der Reinigung bis hin zur richtigen Lagerung.

Gebrauchsanweisung BolmenSt. Textile Wash

9. August 2021
Pflegetipps

Die Softshell ist mal wieder verdreckt und dein Funktionsshirt könnte langsam auch eine Wäsche vertragen? Ein Glück hast du das BolmenSt. Textile Wash Waschmittel am Start. Das eignet sich nämlich gerade zu perfekt zur Wäsche von Funktionsmaterialien aller Art. Die Anwendung ist dabei spielend einfach:

  1. Schließe alle Reiß- und Kletterverschlüsse – so verhinderst du Beschädigungen von anderen Textilien und der Waschmaschine.
  2. Schau dir die Pflegehinweise des Kleidungsstücks an. Der Hersteller weiß in der Regel am besten, wie seine Produkte zu pflegen sind.
  3. Wähle das passende Programm an der Waschmaschine, fülle das BolmenSt. Textile Wash ein und starte die Waschmaschine.
  4. Fertig.

Gebrauchsanweisung BolmenSt. Textil Proof

9. August 2021
Pflegetipps

Regen, Regen und nochmals Regen – es gibt sie, diese ungemütlichen Tage, da gibts nix dran zu rütteln. Aber zum Glück gibt’s wasserdichte Outdoor-Klamotten. Diese sind in der Regel mehrlagig aufgebaut, wobei eine Lage dafür sorgt, dass kein Wasser in das Jackeninnere eindringen kann. Das Außenmaterial ist meist mit einer sogenannten DWR-Imprägnierung versehen. Daran perlen Wassertropfen ab, wodurch sich die äußere Jackenschicht nicht vollsaugen kann, was wiederum die Atmungsaktivität beeinträchtigen würde. Wie genau das funktioniert, kannst du in unserem Basislager-Artikel zur DWR-Imprägnierung nachlesen.

Mit der Dauer der Nutzung verliert sich diese DWR-Imprägnierung, kann aber relativ leicht wieder reaktiviert werden. Dazu braucht ihr etwas Zeit und ein Imprägnierspray wie das BolmenSt. Textil Proof. Und so wendet ihr es an:

  1. Das zu imprägnierende Kleidungsstück sollte gewaschen, sauber und trocken sein.
  2. Das Imprägnierspray wird aus einer Distanz von 25 cm großflächig von außen aufgetragen.
  3. Jetzt heißt es warten: Mindestens vier Stunden solltest du die frische Imprägnierung eintrocknen lassen.
  4. Fertig.

Jetzt sollte wieder ein leichter Abperleffekt erkennbar sein. Das BolmenSt. Textile Proof Imprägnierspray ist übrigens frei von PFCs und biologisch abbaubar.

Beautykur für die Latten – (Touren-)Ski richtig wachsen

28. Januar 2021
Pflegetipps

Hallo Ihr Lieben! Herzlich willkommen zu Lisas Beauty Palace. Heute wollen wir uns gemeinsam mal ein wenig mit Wellness und Kosmetik befassen. Ja, ihr Schnuffelhasen habt recht gehört ich möchte euch heute ein paar Tipps zum Thema Waxing geben… Außerdem liked mal meinen Abobutton und drückt mir auf die Glocke. Duckface…

Scheiße Mann, hab ich das gerade wirklich geschrieben… Egal, schnell weiter. Heute geht es nämlich wirklich um so etwas wie Wellness und Beauty (was, echt, hier?!?), allerdings für Skier. Denn wir befassen uns mit der Frage: Wie wachse ich Tourenski eigentlich richtig? (und Alpinski und Snowboards und Skatingski und Snowblades und … ANFANGEN!!!) Ja, ist ja gut, also los…

Wachsen – Bedarf und Methoden

Auch Skier brauchen von Zeit zu Zeit ein bisschen Liebe. Daher sollte man sie regelmäßig wachsen. Das macht sie nicht nur schneller und die Gleiteigenschaften besser, sondern schont auch den Belag. Die gebräuchlichste und dauerhafteste Variante ist dabei das Heißwachsen. Also das Auftragen von speziellem Skiwachs mittels Bügeleisen. Hiermit wollen wir uns in diesem Artikel einmal ausführlich befassen. Eine weitere populäre und vor allem einfache Methode ist die Verwendung von Flüssigwachs oder Wachssticks. Diese lassen sich schnell und einfach auf den Ski auftragen. Das Wachs muss nach einer kurzen Zeit nur noch poliert werden.

Es hält dafür aber auch nicht so lange und hilft meist nur wenig bei wirklich ausgelaugten Belägen. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Flüssigwachs eher eine Ergänzung als eine wirkliche Alternative zum klassischen Heißwachs. Zusätzlich bieten Hersteller wie Swix, Holmenkol oder Toko zahlreiche andere Wachssysteme an, die aber alle eher für Spezialanwendungen konzipiert sind. Dieser Artikel befasst sich daher nicht damit, wie man Skier perfekt für ein Rennen vorbereitet oder wie man klassische Langlaufski mit Steigwachs wachst. Wir beschäftigen uns heute lediglich damit, wie der Otto-Normal-Tourengänger oder -Skifahrer seine Skier in Sachen Belag wieder fit für den nächsten Einsatz macht.

Eines noch vorweg: Es gibt nicht den einen richtigen Arbeitsablauf Ski zu wachsen. Jeder hat da so seine eigenen Tricks. Fragt man fünf Leute, bekommt man sieben unterschiedliche Varianten erklärt. Was ich euch also hier erkläre, ist nicht in Stein gemeißelt. Es ist meine Art Skier zu wachsen. Diese bewährt sich schon seit vielen Skifahrjahren und orientiert sich selbstverständlich an den Vorgaben der Wachshersteller.

Aber wann ist es denn eigentlich notwendig die Skier zu wachsen?

Das kommt immer darauf an, wie stark die Ski beansprucht wurden und wie viel und wie intensiv man damit unterwegs war. Aber auch welche Schneebedingungen geherrscht haben. Denn im Pulverschnee wird der Belag beispielsweise weniger beansprucht als auf einer harten Kunstschneepiste.

Auch der Kontakt mit Steinen und dergleichen setzt dem Belag mitunter stark zu und erfordert eine Reparatur. Spätestens wenn die Skier nicht mehr richtig „laufen“ sollte man daher handeln. Besser ist es aber, wenn es erst gar nicht so weit kommt. Ich wachse meine Alpin- und Tourenski beispielsweise nach etwa jedem vierten bis fünften Skitag, das hat sich über die Jahre für mich bewährt.

Ein eindeutiger Indikator ist es allerdings, wenn sich der Belag extrem stumpf anfühlt und schon an einigen Stellen grau wird. Gerade bei schwarzen Belägen ist das gut zu sehen und zeigt an, dass der Belag ausgelaugt ist und dringend eine Auffrischung braucht. Ihr könnt euch das wie extrem trockene und rissige Haut vorstellen. Durch gezieltes Eincremen wird die Haut wieder geschmeidig und fühlt sich gut an. Genau so ist das auch bei Skibelägen, die gewachst werden.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Skier nach der Saison abschließend nochmals zu wachsen und nicht abzuziehen. Hierdurch ist der Belag beim Einlagern über den Sommer gut geschützt und trocknet nicht aus.

Wachsen – Arbeitszeug und Vorbereitung

Bevor ihr mit dem Skiwachsen so richtig loslegen könnt, solltet ihr sicherstellen, dass ihr auch das notwendige Equipment dafür habt. Ich möchte euch daher mal eine grobe Übersicht darüber geben, welches Zubehör ihr zum Wachsen braucht.

Grundausstattung zum Skiwachsen

Einspannvorrichtung für die Skier

Beim Wachsen ist es wichtig, dass der Ski mit dem Belag nach oben fixiert werden kann. Hierzu gibt es unterschiedliche Einspannvorrichtungen zu kaufen. Alternativ könnt ihr aber auch selbst eine entsprechende Vorrichtung bauen. Meine besteht beispielsweise aus zwei bespannten Balkenstücken und einem Maschinenschraubstock. Außerdem kann man sich auch beispielsweise mit einer mobilen Werkbank mit Spannbacken behelfen, das ist aber leider oft ein wenig fummelig.

Gummibänder

Bei manchen Skibindungen können die Stopper durch drehen oder verschieben der Bindung hochgeklappt und arretiert werden. Geht das nicht, müssen die Skibremsen anderweitig arretiert werden, sodass sie später nicht stören. Hierzu eignen sich kräftige Gummibänder bestens. Diese kann man ebenfalls als Zubehör kaufen. Alternativ funktioniert aber auch Muttis alter Einmachgummi. 

Bügeleisen

Fürs Skiwachsen gibt es spezielle Wachsbügeleisen. Diese haben den Vorteil, dass sich die Temperatur nicht nur genau einstellen lässt, sondern auch, dass die Temperatur konstant gehalten wird. Außerdem ist die Platte der Bügeleisen rechteckig und hat keine Spitze. Rillen in der Platte sorgen zusätzlich dafür, dass das Wachs optimal verteilt werden kann. Auch hier gibt es eine Alternative. Ein sogenanntes Trockenbügeleisen. Trockenbügeleisen sind eigentlich die Vorfahren der Dampfbügeleisen und haben keine Löcher in der Platte.

Sofern eure Oma so ein Bügeleisen noch im Keller stehen hat, könnt ihr auch das zum Skiwachsen nehmen. Für Wäsche ist es danach aber nicht mehr geeignet. Nachteil: Herkömmliche Bügeleisen halten die Temperatur deutlich schlechter und man muss erst einmal herausfinden wie warm denn zwei Punkte oder „Baumwolle“ wirklich ist. 

Ziehklinge

Ziehklingen sind in der Regel aus Plastik und für kleines Geld zu haben. Hier lohnt es sich nicht mit Alternativen zu hantieren. Achtet aber bei der Anschaffung darauf, dass die Ziehklinge breiter als die breiteste Stelle eures Skis ist. 

Belagbürste

Diese gibt es aus unterschiedlichen Materialien, die alle ihre Vor- und Nachteile bzw. unterschiedlichen Anwendungsgebiete haben. Für unsere Arbeit genügt aber einen gute Nylonbürste. Auch hier lohnt sich die Suche nach Alternativen nicht. Belagsbürsten sind günstig zu haben und bringen außerdem gleich die richtige Struktur und Maße mit. 

Skiwachs / Gleitwachs

Heißwachs für Skier gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Je nach Temperatur und Beschaffenheit des Schnees lohnt es sich hier auch unterschiedliches Wachs zu verwenden. Dieses Thema ist aber vergleichsweise komplex, weshalb es dazu demnächst noch einen eigenen Beitrag hier im Basislager geben wird.

Ganz allgemein lässt sich jedoch die Aussage treffen, dass man als Freizeitsportler mit einem guten Allroundwachs zunächst einmal nichts falsch macht. So lange die Bedingungen nicht extrem sind (z. B. Nassschnee oder extrem tiefe Temperaturen etc.) macht das Universalwachs einen guten Job. In unserem Beispiel verwenden wir das All-in-one Hot Wax universal von Toko. Damit vergleichbar wären auch das Natural Skiwax Bar von Holmenkol oder das F4-180 Glidewax von Swix. 

Zusätzliches Zubehör für das Ausbessern von Skibelägen 

Reparatursticks für Belagschäden

Hattet ihr unterwegs mal Kontakt mit einem Stein oder dergleichen, hat dieser nicht selten einen unschönen Kratzer im Belag hinterlassen. Hierfür gibt es spezielle Reparatursticks, die zum Ausbessern entsprechender Beschädigungen dienen. 

Eine Kerze sowie Feuerzeug oder Streichhölzer

Irgendeine Kerze die gut brennt und von selbst stehen bleibt. Vom Grablicht bis zur alten Adventskranzkerze kann hier alles verwendet werden, was gerade da ist. 

Equipment, das die Arbeit erleichtert (optional)

Ein oder zwei Lappen

Hier könnt ihr nehmen, was gerade da ist. Vom alten Geschirrtuch bis zum ausrangierten T-Shirt. Hauptsache ist, der/die Lappen müssen sauber sein.

Handfeger

Auch hier braucht es nichts besonders, ein handelsüblicher Handfeger ist völlig ausreichend. Aber auch hier ist es wichtig, dass der Handfeger sauber ist. Legt euch daher am besten einen speziell nur fürs Wachsen zu.

Belagreiniger (optional)

Belagreiniger ist eine Reinigungsflüssikeit, die speziell für Skibeläge entwickelt wurde. Er wird dazu verwendet alte Wachsreste aber auch Klebereste von Steigfellen zu entfernen.

Ein Rillenstift (i. d. R. nur für Langlaufski)

Habt ihr Skier mit einer Mittelrille, braucht ihr einen Rillenstift um nach dem Wachsen überschüssiges Wachs aus der Rille zu entfernen.

So bereitet ihr eure Skier aufs Wachsen vor

Trocken und warm…

Bevor es mit dem Wachsen losgeht, solltet ihr einige Vorarbeiten leisten. Besonders wichtig ist es, dass die Skier sauber und absolut trocken sind. Außerdem sollte man eines vorab wissen: Je wärmer der Ski ist, desto besser kann das Wachs in den Belag eindringen bzw. umso schneller geht es. Selbstverständlich wird der Belag vor allem auch durch das Bügeleisen erhitzt. Wenn der Ski allerdings von sich aus schon eine halbwegs warme Grundtemperatur hat, ist das durchaus hilfreich. Lagert die Skier daher vor dem Wachsen nach Möglichkeit einige Zeit in eurer hoffentlich warmen Werkstatt oder im nicht ganz so kalten Keller. Von der Tour noch feuchte und kalte Ski direkt aus dem Auto lassen sich nur schwer wachsen und das Ergebnis ist dementsprechend mäßig.

Blockieren und Einspannen…

Ist der Ski trocken kann es losgehen. Blockiert hierzu als Erstes die Skibremse, sodass diese eingeklappt und bei den weiteren Arbeitsschritten nicht mehr im Weg ist. Wie bereits erwähnt lassen sich die Stopper bei manchen Tourenbindungen arretieren. Wenn das nicht geht, nehmt ihr einfach ein Gummiband und bindet die Skibremse damit hoch. Ist das geschehen, wird der erste Ski in die Haltevorrichtung eingespannt. Gerade bei Bastellösungen müsst ihr unbedingt darauf achten, dass der Klemmmechanismus weder den Ski noch die Bindung beschädigen kann. Außerdem muss der Ski so eingespannt werden, dass die Vorrichtung die weiteren Arbeitsschritte nicht behindert.

Schrubben und Putzen…

Nach längerem Einlagern oder nach Touren bei Tauwetter und schlechten Bedingungen, sind die Skier und Beläge oft offensichtlich verschmutzt. Reibt den Schmutz auf jeden Fall vor dem Wachsen mit einem sauberen Lappen gründlich ab. Ältere Tourenfelle hinterlassen außerdem gerne auch mal Klebereste auf dem Belag, diese müssen ebenso wie alte Wachsreste runter. Das gelingt entweder mit einer Bürste oder durch das Abreiben mit geeignetem Wachsentferner /Cleaner.

Belag prüfen und ausbessern…

Schaut euch den Belag gründlich an. Solltet ihr Kratzer, Risse oder Löcher entdecken lohnt es sich diese auszubessern. Geht dabei wie folgt vor:

Zündet eine Kerze an um der jungfräulichen Unversehrtheit des Belages zu gedenken …

Nein, natürlich nicht. Aber die Kerze kommt dennoch gleich ins Spiel. Zunächst schaut ihr euch aber den Kratzer mal ganz genau an. Sind die Ränder der beschädigten Stelle stark ausgefranst und stehen einzelne Fetzen vom Belag ab, müssen diese entfernt werden. Dies klappt entweder mit der Ziehklinge oder einem handelsüblichen Cuttermesser. Auch ist es gut, wenn der Belag leicht angewärmt ist. Ich wähle hierzu immer eine niedrige Temperatur beim Wachsbügeleisen und stelle es kurz auf die Stelle, die ausgebessert werden soll.

Für die Ausbesserung von Belägen gibt es spezielle Reparatursticks. Diese sind entweder schwarz (für schwarze Beläge) oder weiß/durchsichtig für alle anderen Beläge. Werden diese Sticks angezündet tropft das Material ab. Somit kann es Tropfen für Tropfen auf die beschädigte Stelle aufgetragen werden.

Die Erfahrung zeigt hierbei, dass diese Sticks nicht konstant abbrennen, sondern immer mal wieder erlöschen. Wer da jedes Mal erneut mit einem Streichholz hantieren muss, bekommt schnell das Fluchen. Daher die Kerze, denn diese ermöglicht ein unkompliziertes mehrmaliges Anzünden der Sticks.

Ihr solltet jedoch auf jeden Fall darauf achten, dass das Material nur an der Stelle aufgetragen wird, wo es auch tatsächlich gebraucht wird. Als Hilfsmittel kann daher ein kleines Brett oder Ähnliches nahe der beschädigten Stelle auf den Ski gelegt werden. Über dieser zündet ihr den Reparaturstick an, wartet die ersten Tropfen ab und los geht’s. Beim Auftragen des Reparaturmaterials lautet die Devise im Zweifelsfall lieber zu viel auftragen.

Denn das Material zieht sich nach dem Erkalten immer auch ein wenig zusammen. Ist ausreichend Material aufgetragen, muss dieses erkalten und aushärten. Das dauert je nach Materialmenge unterschiedlich lange, 10-15 Minuten solltet ihr dem Ski aber schon geben. In der Praxis packt ihr daher den geflickten Ski erst einmal bei Seite und behandelt den anderen auch noch.

Ist das Material erkaltet und ausgehärtet muss der Überschuss abgetragen werden. Manche Hersteller raten hierbei zu einer Ziehklinge aus Metall, die Praxis zeigt aber, dass man auch mit der Standardkunststoffklinge ganz gut zurechtkommt.

Je nach Dicke des aufgetragenen Materials müsst ihr mehrfach über die betroffene Stelle gehen. Auch können extrem dicke Materialüberstände mit der Klinge des Cuttermessers vorsichtig abgeschnitten werden. Arbeitet dabei aber vorsichtig. Wer zu rabiat mit der Ziehklinge hantiert, reißt nicht selten die geflickte Stelle wieder auf. Mit der Ziehklinge alleine werdet ihr den Belag aber nicht plan bekommen. Daher muss hier nachgearbeitet werden. Dies geschieht entweder mit einer Belagsfeile oder einem feinen Sandpapier. Achtet dabei aber darauf, dass ihr nur die reparierte Stelle behandelt und nicht den ganzen Ski abschleift. Danach bürstet ihr noch kräftig mit der Belagbürste über die betroffene Stelle und stellt so die Struktur wieder her.

Wachsen – So wird’s gemacht

Nun aber zum eigentlichen Thema, dem Wachsen. Auch hierzu sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig, legen wir also los:

Die richtige Betriebstemperatur…

Bevor ihr richtig loslegen könnt, wählt das Wachs aus, das für eure Zwecke passt. Wir verwenden für unser Beispiel ein Allroundwachs, das für einen breiten Anwendungsbereich geeignet ist. Wichtig zu wissen: Jedes Wachs hat eine andere Verarbeitungstemperatur. Diese ist in der Regel auf der Verpackung oder einem beigelegten Zettel angegeben. Stellt euer Bügeleisen daher auf die richtige Temperatur ein und wartet, bis es diese erreicht hat. In unserem Fall sind das beispielsweise 130 °C.

Für alle, die Omas altes Bügeleisen exhumiert haben bedeutet das in etwa „zwei Punkte“ bzw. „Seide“. Generell gilt auch, wenn das Wachs bei Kontakt mit dem Bügeleisen anfängt zu rauchen und stinken, ist die Temperatur erheblich zu hoch. Stellt das Bügeleisen dann auf eine kältere Stufe und wartet die richtige Temperatur ab.

Das Wachs einarbeiten…

Hat das Bügeleisen die gewünschte Temperatur haltet ihr das Skiwachs an die warme Platte des Wachseisens, bringt es zum Schmelzen und tropft es der Länge nach auf die Lauffläche des Skis. Je nach Breite der Skier kann es sinnvoll sein eine Schlangenlinie zu tropfen, bei besonders schmalen Modellen reicht es aber auch aus mehr oder weniger gerade von einer Seite zu anderen durchzutropfen. Achtet dabei darauf, dass ihr nicht übermäßig viel Wachs auftragt. Das macht beim gleichmäßigen Einarbeiten nur Ärger und führt außerdem zu einem unnötigen Wachsverbrauch.

Wurde das Wachs von vorne bis hinten auf den Ski aufgetropft, könnt ihr das restliche Wachsstück zur Seite legen. Nun wird lediglich das bereits aufgebrachte Wachs gleichmäßig verteilt. Beginnt hierzu an einem Ende des Skis und arbeitet euch durch langsames Hin- und Herbewegen zum anderen Ende des Skis durch. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Je nach Verarbeitungstemperatur des Wachses kann der Ski bei zu langem Kontakt mit dem Bügeleisen Schaden nehmen. Lasst es daher nie lange auf einer Stelle stehen. (Beim Hemdenbügeln macht das ja auch niemand…)
  • Damit das Wachs gut in den Belag einzieht muss dieser eine gewisse Temperatur haben. Arbeitet daher immer in Bereichen von 40-50 cm so kann sich der Belag langsam erwärmen und nimmt das Wachs gut auf.
  • Hat sich das Wachs in eurem Arbeitsbereich gut verteilt, dann verschiebt ihr diesen ein wenig in Richtung der noch ungewachsten Seite des Belags und arbeitet auch dort das Wachs ein. Diesen Vorgang wiederholt ihr, bis ihr am Ende des Skis angekommen seid.

Ist dies geschehen bügelt ihr abschließend noch ein bis zweimal über den kompletten Belag. Wer es besonders gleichmäßig haben möchte, kann dabei das Bügeleisen auch auf ein geeignetes Wachstuch stellen, was nochmals für eine glattere Oberfläche sorgt.

Nach dem Aufbringen muss das Skiwachs in den Belag einziehen, abkühlen und aushärten. Würdet ihr gleich mit dem Abziehen beginnen, hätte das Wachsen kaum Wirkung, weil ihr das frische Wachs nahezu komplett wieder abkratzen würdet. Stellt also den gerade behandelten Ski vorerst zur Seite und macht mit dem anderen weiter. Bei extrem beanspruchten Belägen kann es auch sinnvoll sein mehrere Stunden oder ggf. über Nacht zu warten, bevor man mit der Arbeit weiter macht.

Auch hier könnt ihr euch das wie Hautcreme vorstellen. Wer sich beispielsweise gerade erst die Hände eingecremt hat und diese dann mit Seife wäscht, hat eigentlich nichts vom positiven Effekt der Creme, weil diese noch nicht ausreichend in die Haut einziehen konnte. Genau so verhält es sich mit dem Skiwachs.

Wachs Abziehen und den Belag glatt machen…

Ob man Alpinski oder auch Tourenski abziehen muss oder nicht ist immer wieder ein gerne diskutiertes Thema. Argumente wie „nach den ersten zwei Schwüngen ist das Wachs ja eh runter“ hört man da nicht selten. Ich halte davon jedoch überhaupt nichts und das hat seine Gründe.

Erstens: Der Ski fährt sich, wenn vielleicht nur für eine kurze Zeit, deutlich schlechter. Ich wachse aber meine Skier, damit sie gut laufen. Also wäre es Quatsch bei der Hälfte der Arbeit aufzuhören.

Zweitens: Zieht man die Skier nicht ab, gelangt ganz automatisch unnötig viel Wachsabrieb in den Schnee und später in die Natur. Je nach Wachs ist das nicht gerade umweltschonend. Daher lohnt es sich die Skier schon alleine der Umwelt zu liebe sauber abzuziehen.

Nehmt euch dazu eine Ziehklinge. Bei der Wahl der Ziehklinge könnt ihr nicht viel falsch machen. Eine vergleichsweise einfache Ziehklinge aus Plexiglas ist für unser Vorhaben voll und ganz geeignet. Beim Abziehen arbeitet ihr von der Spitze des Skis zum Ende hin. Setzt dazu die Ziehklinge mit der Kante auf den Belag und schiebt sie mit leichtem Druck und Schwung mit mehrfacher Bewegung bis nach hinten durch. Seid ihr nach einem Durchgang nicht zufrieden, wiederholt das Ganze. Fegt dazwischen aber das überschüssige Wachs mit dem Handfeger ab. Viele Ziehklingen haben außerdem an einer Seite einen kleinen Einschnitt, mit dem die Kanten freigelegt werden können. Wachs auf den Kanten bringt ohnehin nichts und würde sich beim Fahren gleich in die Landschaft verabschieden. Daher ist es sinnvoll dieses noch in der Werkstatt zu entfernen.

Moment, das Ding heißt Ziehklinge und da steht schieben? Jap, isso. Durch das Schieben bekommt ihr mehr Druck auf die Klinge und müsst euch nicht die Finger brechen. Es geht mit Schieben einfach besser und gründlicher. Wenn ihr das gewissenhaft macht, werdet ihr schnell sehen, dass da so einiges an Wachs abgehobelt wird. Fegt das immer mal wieder mit dem Handfeger vom Ski runter, das macht die Arbeit deutlich leichter.

Danach wird der Belag gebürstet, wodurch dem Belag seine Struktur zurückgegeben wird. Ein Skibelag ist nämlich nicht komplett eben, sondern hat eine bestimmte Struktur. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Man fährt nicht wirklich nur auf Schnee, sondern vielmehr auf einem dünnen Wasserfilm. Wäre der Belag komplett eben, würde das Wasser förmlich am Ski kleben und ihn stark verlangsamen. Durch die Struktur kann der Ski aber quasi auf dem Wasser gleiten, was ein schnelles und kontrolliertes Vorankommen sichert.

Auch beim Bürsten arbeitet ihr von der Skispitze zum Ende des Skis hin. Gut ist es, wenn ihr mit einem leichten Druck arbeitet. Auch hier zeigt sich schnell, dass nochmals überschüssiges Wachs vom Belag abgetragen wird. Auch diesen Überschuss fegt ihr einfach ab.

Bei diesem Arbeitsschritt gibt es unterschiedliche Ansätze, je nach dem, wen man fragt, wird zu unterschiedlich beschaffenen Bürsten geraten. Die einen bürsten einmal über den Ski, die anderen nacheinander mit zwei unterschiedlichen Bürsten und und und. Ich begnüge mich in der Regel mit einem Durchgang.

Will ich den Ski aber besonders schnell bekommen (bei meinen Skatingskiern ist das in der Regel der Fall) dann reibe ich den Belag abschließend nochmals mit einem groben Nylontuch ab. Zum Schluss fegt ihr alle Wachsspäne und alles Gebrösel nochmals sauber von den Skiern, löst die Blockierung der Bremse und eure Ski sind wieder fit fürs nächste Skiabenteuer.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss

Ziehklingen werden im Lauf der Zeit regelrecht stumpf. Es gibt aber spezielle Schärfer, mit denen man die Ziehklinge abziehen kann (hört sich blöd an, ist aber so). Diese verfügen in der Regel über eine Keramikklinge und ermöglichen das mehrmalige „Nachschleifen“ der Klinge.

So nun aber zu euch

Wachst ihr eigentlich eure Ski selbst oder bringt ihr sie doch lieber zum Skiservice? Habt ihr noch Tipps und Tricks auf Lager, die ich vielleicht nicht kenne? Auch wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch hier gerne verewigen. Schreibt doch einfach mal, ich freue mich…

Tipps für die richtige Pflege von Neoprenanzügen

7. Mai 2020
Ausrüstung, Pflegetipps

Kein Wassersportler möchte bei niedrigen Wassertemperaturen auf ihn verzichten – ob beim Surfen, Wakeboarden, Tauchen oder Kiten – er sorgt für angenehme Wärme und schützt gleichzeitig vor Wind und Sonne.

Die Rede ist natürlich von Neoprenanzügen – oder auch kurz „Neo“ genannt.

Bereits in den 1960er Jahren erfanden Surflegende Jack O‘Neill und ein befreundeter Physiker das inzwischen nicht mehr wegzudenkende Material, dass das Surfen auch in kaltem Wasser möglich machte. Hauteng geschnitten, elastisch und absolut bewegungsfreundlich ist der Neoprenanzug für Surfer eine ebenso revolutionäre Erfindung, wie die Leash (Halteleine, die Surfboard und Bein verbindet) oder die Finne.

Neoprenanzüge werden in verschiedensten Ausführungen und Stärken angeboten. Mal mit langen Armen und kurzen Beinen, mal genau anders herum, als Shorty mit kurzen Beinen und kurzen Armen oder auch in der dicken Winterausführung mit integrierter Kapuze. Die isolierende Wirkung des Neoprens hängt von der Dicke des Materials ab und setzt eine optimale Passform voraus. Dünne Neos gibt es schon mit 1,5 mm Materialstärke, der Standardbereich liegst zwischen 2 mm und 5 mm. Für extrem kaltes Wasser kommen sogar noch dickere Anzüge zum Einsatz. In jedem Fall muss der Anzug körpernah, wie eine zweite Haut, getragen werden. Ist er zu weit, geht die isolierende Wirkung komplett verloren.

Neopren ist nicht nur elastisch und bewegungsfreundlich, sondern in mancher Hinsicht auch etwas empfindlich. Vor allem spitze Steine können das Neopren schnell beschädigen und auch beim An- und Ausziehen sollten Wassersportler nicht mit Gewalt am Material ziehen. Wasser – vor allem Salzwasser – Sonneneinstrahlung und Sand setzen dem Gewebe, den Nähten und Reißverschlüssen auf Dauer zu. Deshalb hilft unkomplizierte und regelmäßige Pflege genauso wie ein sorgsamer Umgang, für eine längere Lebensdauer von Neoprenanzügen.

Neo am besten nach jedem Einsatz mit Wasser ausspülen

Das Meersalz im Anzug sollte auf jeden Fall immer nach dem Surfen oder Kiten mit Frischwasser ausgespült werden. Dabei wird auch der Sand abgespült. Es werden beide Seiten gespült – meist zunächst außen. Dann wird der Anzug auf links gewendet und von innen mit reichlich Wasser gespült. (Gartenschlauch oder Dusche eignen sich perfekt dafür.)

Regelmäßiges Spülen hat mehrere Vorteile: Schweiß und Hautabrieb werden direkt entfernt und der Anzug fängt nicht an zu müffeln. Salz und Sand sind abgespült und der Neo kann danach richtig trocknen. Solange das Salz im Material festhängt, zieht das Salz ständig Feuchtigkeit aus der Luft und der Anzug bleibt ständig feucht und klamm (und fängt irgendwann an zu schimmeln).

Auch Süßwasser in Flüssen oder Seen sollte direkt ausgespült werden. Verzichtet man darauf, kann ein modriger Geruch die Folge sein. Manche Wassersportler spülen ihren Anzug nicht nach jeder Session, sondern nur ab und zu. Das ist zwar besser als nie, aber die Rückstände im Neo sind dann meist nicht mehr so gut zu entfernen.

Surfanzug richtig trocknen

Wenn der Neo eingelagert werden soll, muss er auf jeden Fall komplett trocken sein. Falls er im Dauergebrauch (z.B. im Surfurlaub) über eine gewisse Zeit nie ganz trocken wird, ist das aber kein Problem. Zum Trocknen sollte der Anzug am besten im Schatten aufgehängt werden. In der Sonne geht es zwar schneller, aber auf Dauer führt die UV-Strahlung zu Materialermüdung. Optimal zum Trocknen ist ein Kleiderbügel, den man z.B. an einen Baum hängt. Da tropft das Wasser bestens ab. Eine normale Wäscheleine funktioniert natürlich auch. Am besten hängt man den Anzug zunächst mit der Innenseite nach außen auf und wenn diese sich trocken anfühlt, wird der Anzug gewendet. Durch diese Reihenfolge (Außen waschen, drehen, innen waschen, innen trocknen, drehen, außen trocknen ist der Neo am Ende wieder direkt einsatzbereit. Außerdem ist es viel angenehmer einen Neoprenanzug mit trockener Innenseite und leicht feuchter Außenhülle anzuziehen, als anders herum.

Wetsuit Cleaner bei Bedarf – Waschmaschine auf keinen Fall

Bei regelmäßiger Pflege des Anzugs ist eine zusätzliche Behandlung mit Pflegemitteln in der Regel überflüssig. Falls jedoch extrem intensive Nutzung oder außergewöhnliche Verschmutzungen eine extra Wäsche notwendig machen, sollte diese auf keinen Fall in der Waschmaschine erfolgen. Auch nicht bei 30°C und auch nicht im Schonwaschgang. Auch wenn es immer wieder jemand gibt „der das immer so macht“ – es ruiniert das Neopren von innen und von außen. Stattdessen kann der Surfanzug in einer Handwäsche mit speziellem Wetsuit Cleaner gebadet werden. Im Vergleich zu anderen Pflegemitteln führt eine solche Wäsche sogar zu einer Verbesserung von Stretchfähigkeit und Tragekomfort. Selbst bei intensiver Nutzung reicht es allerdings, den Anzug ein oder zwei Mal im Jahr einzuweichen.

Materialschonendes An- und Ausziehen

Viele unerfahrene Wassersportler ziehen und reißen an ihrem Neoprenanzug, da der sich nicht auf Anhieb in Form bringen lässt. Um das Neopren zu schonen, sollte man dagegen den Anzug etappenweise anziehen. Das bedeutet zunächst das Material bis zu beiden Knien optimal in Form ziehen (mit linker Hand und rechter Hand abwechselnd mit kurzen Bewegungen an jedem Bein) und dann die Hüfte in Position ziehen. Der Oberkörper „flutscht“ dann fast von alleine in den Neo und es müssen nur noch die Ärmel zurecht gezupft werden. Beim Ausziehen des Anzugs ist das „Abrollen“, wie bei einer Wurstpelle, die einfachste Methode. Dabei wird der Anzug praktisch „im Ausziehen“ auf links gedreht.

Reparatur von Nähten und Neopren

Am wichtigsten ist es, Beschädigungen am Surfanzug möglichst früh zu erkennen. Deshalb sollte man in regelmäßigen Abständen nach kleinen Beschädigungen, geplatzten Nähten und Löchern Ausschau halten. Mit Neoprenkleber lassen sich viele kleine Blessuren mühelos reparieren. Im Urlaub sind die lokalen Surfshops oft die beste Adresse für schnelle Hilfe. Ein richtig reparierter Neo kann danach noch ewig einwandfreie Dienste leisten.

Reißverschlusspflege

Salz und Sand sind auf Dauer Gift für die Reißverschlüsse am Neoprenanzug. Ohne regelmäßiges Spülen wird der Reißverschluss irgendwann schwergängig und klemmt. Neben der Spülung hilft von Zeit zu Zeit (z.B. vor dem Einlagern im Spätherbst) etwas Vaseline, das z.B. mit einem kleinen Pinsel auf beide Seiten des geöffneten Reißverschlusses aufgetragen wird. Durch mehrmaliges Öffnen und Schließen wird das Fett gleichmäßig verteilt und im Frühjahr läuft der Reißverschluss am Neo wieder wie eine Eins. Anstatt Vaseline eignet sich auch ein fetthaltiger Lippenbalsam (z.B. Labello) perfekt, um strapazierte Reißverschlüsse wider geschmeidig zu machen.

Transport und Lagerung

Ein Neo, der gerade nicht getragen wird, hängt am besten auf einem Kleiderbügel. Optimalerweise im Trockenen und vor Sonne geschützt. Für den Transport sollte er so gefaltet werden, dass alle Reißverschlüsse oder Klettverschlüsse möglichst nicht übermäßig geknickt werden. Ein wasserdichter Packsack eignet sich prima für den Transport auf Reisen, denn damit kann auch ein leicht feuchter Neo ohne Probleme für ein oder zwei Tage in der Reisetasche mit dem anderen (trockenen) Gepäck aufbewahrt werden.

Sohle runter, Schuh noch gut – Welche Hersteller bieten den Sohlen-Service?

21. Mai 2019
Pflegetipps

Auch bei guten Schuhen ist es nach ein paar hundert Kilometern Stock und Stein soweit: Die Sohle hat an den häufigst abgetretenen Stellen kaum noch Profil und an den Stellen, wo der höchste Druck abgefangen wird, bröselt und schwindet das Material. Auch der Geröllschutzrand ist mittlerweile ziemlich löchrig und zerkratzt. Alles in allem sieht‘s „untenrum“ ziemlich düster aus. Der Schuhschaft hingegen ist zu diesem Zeitpunkt oft noch völlig in Ordnung und zudem auch richtig schön eingelaufen.

Unser, in der Wegwerfgesellschaft, gut eingeübte Standardmove wäre nun, die ‚kaputten‘ Treter in die Tonne zu befördern und ein neues Paar zu kaufen. Das geht schnell und erfordert den geringsten Aufwand.

Doch wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Reparatur der Schuhe? Bei guten und teuren Bergschuhen kann diese deutlich preisgünstiger sein als die nächste Neuanschaffung. Außerdem stellt sich ja noch die Frage, was ein bessere Gefühl hinterlässt: Eine unnötige Geld- und Ressourcenverschwendung oder eine optimale Nutzung der Schuhlebensdauer. Und schließlich gibt es ja auch noch die dritte „Alternative“: Die halb verschlissenen Schuhe so lange weiter zu benutzen, bis sie die Backen endgültig zusammenkneifen. Das ist allerdings eher keine gute Idee, denn erstens will man es sicher nicht erleben, dass mitten im steilen Geröllfeld der Schuh am Fuß auseinanderfällt, zweitens ist es nicht gerade heilsam für Füße und Knöchel, mit abgelaufenen und verfortem Sohlen unterwegs zu sein.

Ab wann lohnt sich die Reparatur?

Die Sohle ist ein Verschleißteil, das sich schneller abnutzt als der Rest des Schuhs. Höchste Zeit für eine neue Sohle wird es dann, wenn sie kaum noch sichtbares Profil aufweist. Zu diesem Zeitpunkt sollte man den Schuh-Unterbau auch auf mögliche weitere Materialalterung prüfen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn diese findet bisweilen unsichtbar im Inneren der Sohle statt und ist nicht nur auf physische Belastung, sondern vor allem auch auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Für die feuchtigkeitsbedingte Zersetzung des Sohleninneren (genauer: der Zwischensohle und des Dämpfkeils) gibt es sogar ein Fachwort: Hydrolyse. Ihre Vermeidung ist der Hauptgrund warum gute Pflege und vor allem gründliches Trocknen (während und nach der Tour) sowie eine trockene Lagerung so wichtig sind!

Ob und wann sich die Reparatur lohnt ist natürlich auch eine Kostenfrage. Die Kosten hängen davon ab wie viele Sohlenteile ausgewechselt werden müssen und zu welcher Kategorie die Schuhe gehören. So ist der Spaß bei einem Wander- und Trekkingschuh billiger als bei einem steigeisenfesten Bergschuh.

Am günstigsten sind Reparaturen bei Kletterschuhen. Hier fängt der  Sohlentausch bei 20 € an und endet bei ca. 60 €. Beim Schuster um die Ecke kann es billiger sein, doch ist es Glückssache, ob bei diesem die spezielle Kompetenz für Kletter- und Bergschuhe vorhanden ist. Bei guten Markenbergschuhen belaufen sich die Kosten je nach Anbieter und Aufwand auf 40 bis 80 €. Bei Internetanbietern kann es auch an die 100 € gehen. Das ist viel Geld, doch gemessen an einer Neuanschaffung immer noch deutlich günstiger.

Obacht gilt bei Schuhen mit Membran (z.B. Gore-Tex): hier solltet ihr drauf achten, ob die Schuhe noch wasserdicht sind. Ist das nicht der Fall kann es ggf. Sinn machen, neue Schuhe zu kaufen. Bei Volllederschuhen oder Schuhen ohne Membran stellt sich die Frage natürlich nicht.

Wie funktioniert die Reparatur? Welche Möglichkeiten gibt es?

Vom Prinzip her ist der Austausch der Profilsohle sehr simpel: Die beschädigte alte Sohle wird abgeschliffen oder abgezogen, die Neue draufgeklebt, fertig. Die praktische Durchführung ist jedoch in den seltensten Fällen so einfach, selbst wenn keine weiteren Teile ausgetauscht werden müssen. Am besten überlässt man das Ganze also jenen Experten, die sich mit dem gesamten Sohlenunterbau auskennen und auch den Gummirand fachgerecht austauschen können.

Um die Schuhe in die Hände dieser Experten zu geben, gebt man sie in der Regel bei dem Fachhändler ab, bei dem sie gekauft wurden. Dieser schickt die Schuhe dann an den Hersteller weiter. Abholung oder Versand der reparierten Schuhe werden ebenfalls über den Händler abgewickelt. Ein direktes Einsenden an den Hersteller ist nur in wenigen Fällen möglich. Deshalb listen viele Schuhhersteller auf ihren Websites die autorisierten Fachhändler auf, die ihre Marke vertreiben. Das konkrete Vorgehen bei den renommierten und in unserem Shop vertretenen Bergschuhherstellern schauen wir uns im letzten Abschnitt an.

Alternativ bleiben folgende drei Möglichkeiten:

  • Einsenden an einen Online-Spezialschuster für Berg- und Kletterschuhe: Hierbei handelt es sich um eine relativ sichere Möglichkeit, die allerdings nicht die Schnellste und Günstigste ist.
  • Einen Schuster in der eigenen Umgebung kontaktieren und fragen, ob sie Kletter-/Bergschuhe reparieren können: Das ist zwar leider Glückssache, aber kann durchaus funktionieren. Es kann allerdings auch sein, dass man bei einer Neubesohlung nicht unbedingt die Originalsohle des Herstellers bekommt. Entsprechend ist diese Möglichkeit nicht die sicherste, aber im Glücksfall die Günstigste und Schnellste.
  • Do it yourself: Bei dieser Alternative hantiert man mit Klebern wie Freesole herum und hat selbst im einfachsten Fall, wenn zum Beispiel nur die Laufsohle verschlissen ist, keine Erfolgsgarantie. Die Forenbeiträge in Outdoorforen, die überwiegend von Schwierigkeiten und Misserfolgen berichten, sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem sind oft nicht nur die Profilsohle, sondern auch weitere Teile wie Zwischensohle und Dämpfkeil beschädigt und müssen entsprechend ebenfalls ersetzt werden. Damit dürfte man als Schuh-Laie, alleine schon wegen den fehlenden Spezialwerkzeugen, überfordert sein. Wenn es allerdings wirklich nur die abgelaufene Profilsohle ist, klappt es vielleicht mit dieser Anleitung des Outdoor-Magazins.

Sonderfall Reklamation

Sollte in Ausnahmefällen die Schuhsohle trotz „sachgemäßer Verwendung“ innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist unbrauchbar werden, kann ein Konstruktionsfehler und Reklamationsfall vorliegen.

Das ist natürlich immer ärgerlich, doch wenn du den defekten Schuh bei den Bergfreunden gekauft hast, kannst du sicher sein, dass sie sich im Garantiefall voll für dich reinhängen! So steht dir im begründeten Gewährleistungsfall der gesetzliche Anspruch auf Nacherfüllung oder, falls nicht möglich, Gelderstattung zu. Bitte unternehme in diesem Falle keine überstürzten Reparaturversuche, denn die Gewähr verlischt bei unsachgemäßer Reparatur durch einen nicht autorisierten Servicepartner. Auch wenn die Schuhe zurück an den Händler gehen, wird es eher zu einem Umtausch als zu einer Reparatur kommen.

Alles Weitere zu diesem Ablauf findest du zusammengefasst auf der Bergfreunde-Reklamationsseite.

Infos zu den Regelungen verschiedener Hersteller folgen gleich im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Können alle Schuhe repariert werden? Welche Bauart muss der Schuh haben?

Eine komplette Neubesohlung ist im Normalfall nur möglich, wenn der Schuh in der „gezwickten“ oder in der „zwiegenähten“ Machart hergestellt ist. Nur hier sind Brandsohle, Laufsohle und andere Teile des Schuh-Unterbaus so verbunden, dass eine saubere Auftrennung und Erneuerung möglich ist.

Alternativ gibt es die „gestrobelte Machart“, bei der höchstens ein Abschleifen und Neubekleben der Laufsohle möglich ist, nicht aber ein kompletter Sohlenaustausch. Die gestrobelte Bauweise kommt eher bei weicheren und flexibleren Schuhen zum Einsatz. Die Laufsohle wird hier ohne Kleber an den Schaft „angespritzt“ und ist demnach nicht ohne weiteres ablösbar. Man erkennt gestrobelte Schuhe leicht an ihrer, an der Schuhinnenseite verlaufenden, Verbindungsnaht zwischen Schaft und Brandsohle. Man muss nur die Einlegesohle entnehmen, um die Strobelnaht zum Vorschein zu bringen. Bei der gezwickten und der zwiegenähten Machart ist hingegen nur die Brandsohle zu sehen, die unsichtbar aber stabil mit dem Schaft verklebt oder vernagelt ist.

Auflistung der Hersteller, die einen Austausch der Sohle anbieten

Wenn es ein hochwertiger Bergstiefel oder Trekkingschuh ist, den du dein eigen nennst, stehen die Chancen gut eine Tip-Top-Neubesohlung vom Hersteller zu bekommen. Allerdings gilt das auch wirklich nur bei einigen der Top-Hersteller. Bei allen anderen wird es innerhalb der Gewährleistungszeit eher zum Umtausch kommen und nach Ablauf der Gewährleistung schwierig mit der Reparatur.

Hier folgend das Vorgehen bei einigen der renommierten und im Bergfreundeshop vertretenen Hersteller:

Hanwag, Mammut und Lowa bieten auch einen Reparaturservice außerhalb der Gewährleistungszeit von zwei Jahren an – natürlich mit Kosten und auch auf jeden Fall individuell abgestimmt. Das kann auch über den Hersteller direkt organisiert werden, dauert meistens aber mehrere Wochen.

LaSportiva und Boreal führen auf Anfrage und nur in seltenen Fällen Reparaturen außerhalb der Gewährleistung durch. Bei allen anderen Herstellern werden Reparaturen nur innerhalb der Gewährleistungszeit und mit Einschränkungen durchgeführt. Dazu gehören: Edelrid, Haglöfs, Salewa, Martini (sehr langsam), Duckfeet (verweist an Schuster in DE wenn nicht innerhalb der Gewährleistung oder Eigenverschulden), Mavic, Montura (sehr langsam).

Soweit der kleine Einblick in die Welt der Schuhreparaturen. Zunächst sieht das Ganze etwas kompliziert aus, doch mit den Infos dieses Artikels sollten dem nächsten Sohlentausch abgesehen von ein bis zwei Anrufen beim Händler oder Hersteller keine großen Hindernisse im Weg stehen.

Hier noch ein paar meiner vorherigen eigenen Rechercheergebnissen:

Habt ihr noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

 

DWR Imprägnierung – Fluch oder Segen?

26. Februar 2019
Pflegetipps

DWR steht im Englischen für „Durable Water Repellency“, was wörtlich als „dauerhafte Wasserabweisung“ übersetzt werden kann. Es handelt sich hierbei um eine unsichtbare Imprägnierung des textilen Gewebes von Funktionsbekleidung oder Schuhen. Folglich ist DWR kein Name für ein bestimmtes Material oder System, sondern im Grunde nur die Beschreibung einer Eigenschaft. Doch der DWR-Effekt erzeugt sich nicht von alleine, sondern wird durch verschiedene Chemikalien und Technologien herbeigeführt, die sich von Hersteller zu Hersteller etwas unterscheiden.

Welche Eigenschaften hat DWR?

Lange Zeit dachte ich, dass die als wasserdicht und atmungsaktiv verkaufte Kleidung quasi automatisch eine dauerhaft wasserabweisende Oberfläche hätte. Der Realität begegnete ich dann allerdings ziemlich schnell, als die Außenseite meiner Gore-Tex Jacke schon nach nur relativ wenigen Einsätzen nicht mehr dauerhaft trocken blieb, sich unter Regenaussetzung mit Wasser voll sog und sich zunehmend klamm und kalt anfühlte. Ich fragte mich schon, ob die Membran beschädigt und die Jacke „nicht mehr dicht“ sei.

Die Jacke war aber noch dicht und auch sonst vollkommen in Ordnung. Es war nur die DWR-Imprägnierung, die nachgelassen hatte. Beim Großteil aller Funktionsbekleidungen ist sie der erste, äußere Schutzwall gege­n Nässe. Laminate und Membranen halten das Wasser zwar draußen; schaffen es aber nicht es vom Eindringen in die äußere Textilschicht abzuhalten. Wenn das Wasser dann dort einen geschlossenen Film bildet, ist das Gewebe nicht nur klamm, sondern verliert auch seine Dampfdurchlässigkeit und damit Atmungsaktivität. Man spricht dann vom „Wetting out“.

Die DWR Behandlung verhindert genau dieses Zusammenfließen des Wassers, indem es die Fasern und die Textiloberfläche sehr glatt hält. Das Wasser perlt dann in Form vieler Tropfen ab, anstatt vom Oberstoff aufgenommen zu werden. Das kann wie gesagt auf verschiedene Weisen erreicht werden. Beispielsweise dringt bei den Gore-Tex-Materialien die Imprägnierung in die Fasern ein und verringert die Oberflächenspannung des Oberstoffs.

Allerdings lässt der perlende „Lotusblüteneffekt“ mit zunehmendem Verschleiß der DWR-Behandlung nach. Bei häufigem Tragen, Verschmutzungen und dem Kontakt mit Waschmitteln kann das relativ schnell geschehen. Der Begriff „dauerhaft“ sollte also recht dehnbar aufgefasst werden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass man die DWR-Behandlung schnell und einfach reaktivieren oder erneuern kann. Dazu gleich noch mehr im Detail.

Zuvor ist noch zu erwähnen, dass DWR-Imprägnierungen nicht „wasserdicht“, sondern lediglich „wasserabweisend“ sind. Dem Stark- oder Dauerregen hält sie alleine nicht stand; dazu braucht sie schon zusätzliche Unterstützung wie eine Membran und getapte Nähte.

Was genau ist eine DWR Imprägnierung?

Man liest zwar überall darüber wie DWR funktioniert, doch nur selten wird erklärt was für Substanzen und Technologien genau dahinter stecken. Vielleicht liegt das daran, dass man hierfür ziemlich tief in die Welt der industriellen Verfahren und Verarbeitungstechniken eintauchen und sich mit einer großen Zahl chemischer Wirkstoffe auseinandersetzen muss:

Je nach den Anforderungen an die Wasch-, Reinigungs- und Wetterbeständigkeit werden als Imprägnierungsmittel Paraffin- und Wachsemulsionen, aber auch filmbildende Silikone und Fluorcarbone, die einen guten permanenten Schutz bilden, eingesetzt. (…)

Die imprägnierenden Wirkstoffe sind bislang hauptsächlich Fluorcarbone (PFC), die auch als polyfluorierte Tenside bekannt sind. Im Outdoorbereich sind deren wichtigsten verwendeten Unterarten Perflouroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroktansäure (PFOA). Da mittlerweile nicht mehr nur PFOA und PFOS, sondern auch sämtliche Fluorcarbone als gesundheitlich und umwelttechnisch bedenklich gelten, suchen immer mehr Hersteller nach Alternativen. Einige solcher alternativen Imprägniermittel funktionieren – vereinfacht gesagt – auf Basis von Wasser- und Fettsäure (aliphatische Kohlensäuren). Mehr zum Thema PFC und der Suche nach Alternativen folgt gleich noch im Umwelt-Abschnitt.

Für das Einarbeiten der imprägnierenden Substanzen in das textile Gewebe gibt es abermals verschiedene Verfahren. Das Bekannteste ist das Tauchverfahren, bei dem die Gewebe durch ein DWR-Flüssigkeitsbad gezogen werden. Ein neueres und präziseres Verfahren ist das Auftragen über Spritzdüsen.

Die DWR Imprägnierung auffrischen oder erneuern

Wie schon erwähnt, bedeutet „durable“ nicht „ewig“. Daher muss die Imprägnierung nach mehr oder weniger häufigem Einsatz aufgefrischt oder komplett erneuert werden. Was genau zu tun ist oder ob überhaupt etwas zu tun ist lässt sich ganz einfach testen: man lässt einfach ein paar Wassertropfen über das Kleidungsstück laufen und schaut, ob diese in den Oberstoff einziehen. Tun sie das nicht, ist die Imprägnierung noch in Ordnung.

Zieht das Wasser teilweise ein, sollte man zunächst versuchen, die alte Imprägnierung aufzufrischen. Nach einer Wäsche gemäß der Pflegeanleitung des Herstellers, darf dem Material nur warme Luft zugeführt werden. Das geht entweder mit dem Wäschetrockner (Schongang 60°C), mit einem Bügeleisen (kein Dampf; keinen direkten Kontakt mit dem Kleidungsstück, sondern eine Stoffschicht dazwischen legen) oder mit einem Föhn. Die Wärme sollte etwa 20 – 30 Minuten einwirken. Anschließend führt man einen erneuten Wassertropfentest durch. Verläuft dieser erfolgreich, hat das Reaktivieren der DWR Imprägnierung bis zur nächsten Wäsche funktioniert.

Hat der Wassertropfentest nicht funktioniert, muss die Imprägnierung erneuert werden. Dafür gibt es zwei Methoden: Einsprühen oder Einwaschen. Bei beiden Methoden sollte das Kleidungsstück auf jeden Fall trocken und sauber sein.

Beim Einwaschen ist zunächst wichtig, dass die Einspülkammer der Waschmaschine sauber ist.  Dann wird die vom Hersteller empfohlene Dosis des Imprägnier-Waschmittels eingefüllt und die Kleidung im Schonwaschgang bei 40°C gewaschen. Anschließend wird sie je nach Pflegeempfehlung (siehe Etikett) entweder zum Trocknen aufgehängt oder im Trockner auf der niedrigsten Stufe getrocknet.

Das Problem bei der Waschmethode ist, dass der Imprägnierfilm auch auf die Innenseite der Kleidung gelegt wird, wodurch die Atmungsaktivität spürbar nachlassen kann. Je nach  Textilgemisch und Membran gibt es hier unterschiedliche Reaktionen. Bisweilen wird auch die Nachimprägnierung durch eine professionelle Reinigung empfohlen. Das bringt zwar den Vorteil, dass nicht mit den Chemikalien herum hantiert werden muss und sorgt unter Umständen für eine haltbare Neuimprägnierung, ändert aber auch leider wenig an dem genannten Problem.

Das Nachsprühen bringt zwar mehr Chemikalienkontakt mit sich, hat aber auch den Vorteil, dass die Imprägnierung wie gewünscht verteilt werden kann. So kann man mit dem Imprägnierspray gezielt die Außenseite und besonders die sensiblen Stellen wie Nähte, Bündchen und Schultern bearbeiten. In der Welt der Imprägniersprays gibt es auch fast nur noch Pump-Sprays, die ohne schädliche Aerosole als Sprühhilfen auskommen. Trotzdem sollten natürlich auch diese Sprays nur im Freien bei guter Durchlüftung verwendet und so wenig wie möglich eingeatmet werden.

Auch Soft­shells haben meist eine DWR Behandlung, die von Zeit zu Zeit erneuert werden muss. Dafür gibt es von Toko und Nikwax spezielle Imprägniermittel und -sprays, die sich wie ein wasserabstoßender Schlauch um die Fasern legen und die Bewegung der Softhsell-Fasern aufrechterhalten.

Mehr über das Nachimprägnieren und den Vergleich zwischen Einwaschen und Einsprühen erfährst du in der Bergfreunde-Anleitung zum richtigen imprägnieren von Regenjacken.

Bei Schuhen, die mit der DWR Imprägnierung ausgerüstet sind, kommt eigentlich nur das Sprühen infrage. Einfetten, Einölen und Einwachsen führt fast immer zur Zerstörung der Atmungsaktivität. Dennoch ist auch nicht jedes Imprägnierspray für jeden Schuh geeignet. Ein Grund also mehr beim Schuhkauf die Pflegeempfehlungen des Herstellers aufzubewahren und möglichst genau zu befolgen.

Abschließend noch ein Tipp: Man sollte keine zu hohen Erwartungen hegen, denn kaum eine nachträgliche Imprägnierung reicht je an die Güte der Originalbehandlung heran. Auch dann nicht, wenn man die Kleidung nach dem Motto „viel hilft viel“ zwar hochseetauglich imprägniert, damit aber auch die Atmungsaktivität des Gewebes ruiniert.

Sind DWR Imprägnierungen umweltschädlich?

Sagen wir mal so: die DWR Imprägnierungen fügen sich bislang noch nicht allzu harmonisch in das Ökosystem ein. Brennpunkt der Umweltdiskussion sind die PFC-Verbindungen, die, vereinfacht zusammengefasst, jahrelang in Organismen verweilen und sich in der Natur nicht abbauen. PFC-Spuren sind in den entlegensten Winkeln der Erde nachweisbar. Bislang ging man davon aus, dass keine direkten gesundheitlichen Risiken bestehen würden und „nur“ Produktion, Wäsche und Entsorgung von Outdoorprodukten die Probleme seien. Doch eine wachsende Zahl an Human- und Tierstudien deuten auf gesundheitliche Probleme durch PFC im Körper hin – und zwar in vielen lebenswichtigen Bereichen wie Immunsystem, Hormonhaushalt und Fortpflanzung.

Wie groß diese Risiken einzuschätzen sind wird heftig diskutiert. Lange Zeit gab es diverse Spekulationen darüber, welche PFC-Verbindung sich wie stark wo ansammelt und welche sich wie schnell wo abbaut. Zeitweise galten deshalb Imprägniermitteln auf Basis von C6-kettigem PFC, anstelle von C8, als sicher. Doch Kritiker, wie der Nikwax-Firmengründer Nick Brown, bezeichneten dies als „Märchen“. Brown ist der Ansicht, dass nur der vollständige Verzicht auf PFC die Umwelt- und Gesundheitsrisiken wirklich senkt.

Nikwax war damit auch die erste Firma, die konsequent auf PFC verzichtete und dies bis heute treu umsetzt. Da Forschungen immer mehr darauf hindeuten, dass wirklich alle PFC-Verbindungen schädlich für Umwelt und Gesundheit sind, ziehen immer mehr Anbieter nach. Neben Nikwax hat auch Toko PFC-freie Imprägnierwaschmittel und -Sprays im Angebot. Das tun sie allerdings eher wegen des gestiegenen Interesses der Kundschaft, anstatt als Druck auf den Gesetzgeber. Dieser sieht nämlich weiterhin nicht vor PFC zu deklarieren.

Bislang galt es als „technisch fast unmöglich, eine gleichwertig leistungsfähige Imprägnierung ohne PFC herzustellen“. Sprich eine Imprägnierung, die nicht nur Wasser, sondern auch Schmutz abweist und somit die Atmungsaktivität erhält. Imprägnierungen aus PU oder Silikon waren bzw. sind zwar umweltfreundlicher, fallen aber in Sachen Funktionalität deutlich hinter PFC-basierte Imprägnierungen zurück.

Doch wie der Umweltpionier Vaude in seinem Nachhaltigkeitsbericht von 2016 schreibt, ist das dank innovativer Technologien „inzwischen kein Problem mehr.“ Als letzter „Nachteil“ bleibt nur noch, das PFC-freie DWR Imprägnierungen nicht öl- und fettabweisend sind. Dazu merkt Vaude an, dass diese Funktion auch nicht wirklich benötigt wird. Und in der Tat: wann hat man draußen im Wald oder am Berg je mal Probleme mit Fett und Öl auf der Funktionskleidung? Vermutlich eher selten.

Wie in so vielen Bereichen ist Vaude mit seinem DWR Eco-Finish ein Vorreiter. Weitere umweltfreundliche Alternativen ohne jede Funktionalitätseinbuße befinden sich derzeit in der Forschungs- und Entwicklungsphase und dürften früher oder später zur Marktreife gelange.

Bis 2020 plant Vaude sämtliche Produkte PFC-frei anzubieten. Und auch viele andere Hersteller haben bereits eine oder mehrere PFC-freie Kollektionen. Einen wirklichen Meilenstein könnte bald auch Gore-Tex erreichen, deren Materialien bekanntlich als Vorprodukte in sehr vielen Kleidungsstücken zahlreicher Outdoormarken verabreitet sind. Bis Ende 2023 hat Gore-Tex einen PFC-Verzicht angekündigt.

Bis dahin kann man auf folgende PFC-freie und umweltfreundliche Imprägnier-Alternativen zurückgreifen:

  • Bionic-Finish Eco basiert auf hochverzweigten Polymeren mit einer hohen Dichte an hydrophoben (wasserabweisenden) Elementen. Diese Verbindung weist Wasser und wässrige Schmutzsubstanzen sehr gut ab, ist waschbeständig und abriebfest. Zudem behindert das Biofinish Eco nicht die Atmungsaktivität. Eco Finish ist die aus wieder abbaubaren Inhaltsstoffen bestehende DWR-Ausrüstung von Vaude.
  • Auch Ceplex und Dermizax kann man als Alternativen betrachten, die nach anderen Prinzipien als die DWR Imprägnierung funktionieren. Ceplex ist eine PU-Beschichtung, Dermizax eine Art PU-Membran mit beweglichen Molekülen.

Imprägnierung ist auf jeden Fall wichtig, soweit man zumindest bei einem heftigen Regenguss nicht triefend umher laufen möchte. Und wie man sieht tut sich momentan einiges auf dem Markt der Imprägnierungen. Wir sind gespannt, wie sich die Outdoorwelt weiterhin ins positive für Mensch und Umwelt entwickelt.

Tschüss Käsefüße – Outdoor Socken waschen leicht gemacht

7. September 2018
Pflegetipps

„Pfui Teufel! Bleib mir bloß weg mit deinen Käsemauken!“ Das oder etwas Ähnliches haben wir sicher alle schon des Öfteren nach einem langen Fußmarsch zu hören bekommen. Ganz klar, der natürliche Fußschweiß, die Feuchtigkeit und Bakterien haben über den Tourentag ganze Arbeit geleistet und die Socken in eine pestilenzartige Muffeloase verwandelt. Aber auch Matsch, Laub und ähnlicher Unrat, der sich in die Schuhe verirrt hat, haben den Fußklamotten zu schaffen gemacht. Die Socken müssen in die Wäsche! Aber was gibt’s beim Waschen der Outdoor Socken zu beachten? Gute Frage, drum hier eine kleine Sockenwaschberatung.

Allgemeine Tipps zum Waschen der Outdoorsocken

Keine Angst, die Sockenwaschkunde ist kein Hexenwerk! Dennoch gibt es ein paar wichtige Dinge, die ihr beachten müsst. Starten wir mit ein paar allgemeinen Tipps zur richtigen Sockenwäsche. Der Leitgedanke des Sockenwaschens: achtet in jedem Fall auf die Herstellerangaben! Gerade funktionelle Gewebe sind echte Hochleistungsmaterialien und haben oft ihre ganz eigenen Pflege Dos und Don’ts.

Dreht die Socken vor dem Waschen auf links. Warum? Ganz einfach, der wahre Schmutz lagert sich nicht außen an, sondern durch Schweiß und Hautpartikeln am Inneren der Socke. In Sachen Waschprogramm könnt ihr, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dem Schongang vertrauen. Der normale Waschgang wird eure Socken jedoch sicherlich auch nicht umbringen. Achtet aber in jedem Fall auf die Angaben des Herstellers.

Ein weiterer Tipp für das seit frühesten Waschmaschinentagen bekannte Sockenmysterium – der auf Nimmerwiedersehen verschwundene Sockenpartner. Ob die Socken von einem Dimensionsloch in der Trommel verschluckt oder von Kobolden entwendet werden, wie sie verschwinden wird sich wohl niemals vollständig aufklären, aber ein Mittel gegen den plötzlichen Sockenschwund gibt es allemal.

Nehmt zum Sockenwaschen ein herkömmliches BH-Netz oder ein Wäschenetz zur Hand. Das hält zum einen die Socken beisammen und schont zum anderen empfindliche Funktionssocken (oder feine Merinosocken) vor dem Abrieb durch die Trommel. Zudem schützt es vor Schäden durch Reißverschlüsse, Knöpfen oder Nieten anderer Kleidungsstücke.

Welche Socke wird wie gewaschen?

Nun geht’s ans Eingemachte. Welche Socke wird wie gewaschen? Egal ob aus Wolle, Kunstfaser, Baumwolle oder Merinowolle, um eure Socken sauber zu bekommen, müsst ihr keine hohen Temperaturkaliber auffahren. Zwar ist die Waschtemperatur nach wie vor materialabhängig, jedoch reichen 30 bei Merinowollgeweben bis maximal 40 Grad bei funktionellen Kunstfasermaterialien in aller Regel aus.

Moderne Waschmittel sorgen auch bei niedrigen Temperaturen für eine umfassende Reinigung und waschen eure Socken wie im bekannten Werbeslogan porentief rein. Temperaturen über der 40 Grad Grenze sind nicht nur unnötig, sie können empfindliche Gewebe sogar nachhaltig schädigen. Umwelt und Geldbeutel freuen sich über den Niedrigtemperaturwaschgang ebenfalls. Weniger ist also wiedermal Trumpf.

Wie sieht es an der Waschmittelfront aus?  Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Hauptsache ist, dass ihr auf Zusätze wie Bleiche, Chlor, optische Aufheller oder Weichspüler verzichtet. Ein Vollwaschmittel scheidet von vornherein aus, da es mit vielen aggressiven Zusätzen und Aufhellern für ein strahlendes Weiß daherkommt. Die schonendste Alternative ist das Feinwaschmittel. Hier wird eine besonders schonende Waschlauge mit einem feinporigen Schaum erzeugt, die wie ein Polster für empfindliche Materialien wirkt – sozusagen eine Art schaumiger Airbag, der die Socken beim Schleudergang schützt.

Feinwaschmittel ist vor allem für Funktionstextilien zu empfehlen, da es sehr gewebeschonend ist und keine Zusätze enthält, die die Funktionalität beeinträchtigen oder das Gewebe schädigen. Ich persönlich nehme ab und an ein übliches Colorwaschmittel. Das ist zwar nicht ganz so schonend wie ein Feinwaschmittel, kommt aber ebenfalls ohne Bleiche und ähnliche Zusätze aus und verhindert gleichzeitig ein Abfärben, beziehungsweise ein Ausbluten der Farben. Aber Achtung: Colorwaschmittel eignet sich nicht für Wolle oder Seide!

Merinosocken sind in der Regel herrlich pflegeleicht. Ihr solltet nur darauf achten, dass ihr bei 30 Grad bleibt und wenn möglich den Schongang einstellt. Als Waschmittelkandidaten bietet sich ein Fein- oder ein Wollwaschmittel an. Letzteres sollte in jedem Fall für Socken aus „normaler“ Wolle verwendet werden, da das Wollwaschmittel ohne Protease auskommt. Protease ist ein eiweißspaltendes Enzym, dass auf Dauer die Wollfasern schädigt.

Liegt bei euch eine Pilzerkrankung am Fuß vor, gibt es spezielle medizinische oder fungizide Waschmittel und Spüler, die dem Fußpilz auf der Socke an den Kragen gehen. Temperaturmäßig solltet ihr hier auf mindestens 60 Grad gehen, da ansonsten bei einem Waschgang unterhalb dieser Temperatur circa 10 bis 15% der Sporen überstehen. Hier sollte allerdings auch wieder die Herstellerangaben beachtet werden!

Die große Wäschekontroverse – Warum kein Weichspüler?

Das keine Bleiche, kein Chlor oder ähnliches an die geliebte Outdoorsocke sollte, lässt sich locker nachvollziehen. Aber warum kein Weichspüler? Schließlich riecht das Zeug (meistens) prima und die Wäsche fühlt sich hinterher kuschelig weich an. Der Grund liegt an den sogenannten kationischen Tensiden, die im Weichspüler enthalten sind. Diese Tenside legen sich als Film auf die einzelnen Fasern, lassen die Faseroberfläche glatter wirken und sorgen so für eine softe Haptik. Hört sich toll an? Naja!

Die Krux liegt gerade an diesem Film, denn er vermindert die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit von Geweben, was bei Funktionstextilien eher hinderlich ist. Eure Socken sind dann nämlich weich, eure Füße aber leider schwitzig und stinkig. Gleichzeitig schadet Weichspüler elastischen Kunstfasern. Sie verlieren ihre Dehnbarkeit, leiern aus oder werden brüchig. Das ist vor allem für die Sockenbünde pures Gift.

Der Nutzen, den Weichspüler auf die Wäsche hat, ist folglich fraglich und zudem enthalten einige dieser weichmachenden Produkte Zusätze wie Silikone, Lösungsmittel, Farbstoffe oder Formaldehyd, die sich schädlich auf die Umwelt auswirken.

Kann die Socke in den Trockner?

Bei der Trocknerfrage gilt wieder der altbekannte Hinweis auf die Angaben des Herstellers zu achten. In den meisten Fällen können die Socken jedoch bei niedriger Temperatur und im Schonprogramm durchaus die eine oder andere Runde im Wäschetrockner drehen. Ich würde dem allerdings immer die Trocknungsvariante in der frischen Luft vorziehen: auf der Leine an der oder auf einem gut belüfteten Wäscheständer. Auf diese Weise bleibt die Socke in jedem Fall in Takt und der Bund verliert auch nicht an Elastizität.

Ihr seht, die Outdoor Socken richtig zu waschen ist kein großes Ding. Wenn ihr auf ein paar Kleinigkeiten achtet, hat selbst der fieseste Schmutz und der übelste Geruch keine Chance und eure Socken sind schnell wieder für den nächsten Einsatz bereit!

MTB Winter Pflege

Die richtige Winterpflege für das Mountainbike

23. Januar 2018
Pflegetipps

Während die meisten Mountainbiker ihre Bikesaison mit letzten Touren in der wärmenden Herbstsonne beenden, gibt es einige Radfahrer, die auch bei Schnee und Eis nicht aufs Bike verzichten wollen oder Rides im Winter sogar besonders spannend und herausfordernd finden. Ganz egal zu welcher Sorte Mountainbiker jeder Einzelne gehört – irgendwann im Herbst ist die Entscheidung fällig:

Soll ich mein MTB winterfest machen und bis zum Frühjahr optimal einlagern? Oder soll ich mein Mountainbike für Touren in Schnee und Eis vorbereiten?

Tipps, um das MTB winterfest zu machen und für den Winter einzumotten

Das nach der letzten Tour im Herbst mit Schlamm und Schmutz verkrustete MTB einfach in der Garage abzustellen und im Frühjahr zu erwarten, dass alles am Fahrrad noch bestens funktioniert und man direkt in die neue Bikesaison starten kann, ist mehr als unwahrscheinlich. Stattdessen sollte das Fahrrad zunächst sehr gründlich geputzt werden, bevor man es fachgerecht für den Winter einlagert. Mit lauwarmem Wasser, Eimer, Putzschwamm und diversen Bürsten, für die schwer zugängigen Ecken und Winkel an der Schaltung und an der Federung, gelingt das besonders gut. Spezielle Reiniger für Rahmen oder Fahrradkette helfen bei hartnäckigem Schmutz und bringen die edlen Komponenten so richtig schön zum Glänzen. Bike Wash Reiniger von Muc-Off leisten zum Beispiel hervorragende Dienste bei der Grundreinigung des Mountainbikes.

Vorsicht ist bei der Reinigung mit Wasserschlauch oder Hochdruckreiniger geboten. Dabei können Lager und andere empfindliche Teile am Mountainbike beschädigt oder zerstört werden. Deshalb ist die manuelle Wäsche eher zu empfehlen. Das Rad zum Schluss mit einem weichen Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch abzuspülen, ist aber kein Problem. Je nach Belieben kann das Bike danach mit einem weichen Tuch getrocknet, auf Hochglanz poliert oder einfach luftgetrocknet werden. Es sollte allerdings vor dem „Winterschlaf“ komplett trocken sein.

Das Fahrrad reinigen, wichtige Teile prüfen und winterfest einlagern

Nach der Reinigung des Bikes wird es auf lockere Speichen, Naben, Tretlager, Pedale, etc. gecheckt. Alle losen oder gelockerten Parts müssen wieder nachgezogen und gegebenenfalls neu justiert werden. Das vermeidet Frust und Pannen bei der ersten Tour im Frühjahr. Besonderes Augenmerk gilt natürlich der Bremsanlage, der Schaltung und allen Federungen und Dämpfern.

Falls manche Parts schon stark verschlissen sind, wie beispielsweise Seilzüge oder Bremsscheiben, ist jetzt der ideale Zeitpunkt für Reparatur und Ersatz. Für alle anderen beweglichen Teile, Lager und Dichtungen gibt es zum Saisonende eine pflegende Behandlung mit Öl und Fett. So bleiben die Dichtungen geschmeidig und bekommen keine Risse und Lager und bewegliche Parts sind vor Feuchtigkeit besser geschützt.

Eine Ausnahme gilt bei Bikeparts aus Carbon, denn Carbonteile dürfen nicht gefettet oder geölt werden. Für die Pflege der Carbonteile gibt es spezielle Montagepasten für Carbon. Generell sollte das Mountainbike über den Winter an einem möglichst trockenen und gut belüfteten Ort gelagert werden. In einem feuchten Kellerraum, im Freien oder in der Gartenhütte ist das Bike der Feuchtigkeit stärker ausgesetzt. Wer die Möglichkeit hat, sollte das Bike am besten im Haus oder der Wohnung, in einem trockenen Keller oder Fahrradkeller lagern.

Tipps für die MTB Pflege im Winter

Für alle Mountainbiker, die auch im Winter auf keinen Fall auf regelmäßigen MTB-Spaß verzichten möchten, sind folgende Tipps und Anpassungen am Mountainbike hilfreich, um bei Eis und Schnee noch mehr Fahrvergnügen zu haben. Durch die Kälte, Schnee, Eis und natürlich auch durch das Streusalz auf den Straßen sind Mountainbikes im Winter starker Belastung ausgesetzt. Vor allem das Salz auf den Straßen frisst sich regelrecht in sämtliche Dichtungen, Schrauben und Gelenke. Deshalb fällt die Pflege des Bikes im Winter noch intensiver aus als im restlichen Jahr. Neben der regelmäßigen Reinigung (so wie oben beschrieben) und einer sehr guten Trocknung nach jeder Tour, ist die Pflege der Parts, das Ölen und Fetten in kurzen Intervallen, sowie die Kontrolle auf Verschleiß und Beschädigungen sehr wichtig.

Die ideale Pflege für Mountainbikes im Winter ist die Reinigung nach jeder Tour mit Kontrolle und Wartung aller beweglichen Teile und Dichtungen. Lager am Mountainbike, wie sie meistens am Steuersatz, an den Radnaben und am Tretlager verbaut werden, sind in der Regel nicht offen, sondern geschlossen. Sie müssen daher nicht mit extra Fett gewartet werden. Etwas Öl auf dem Lager hält jedoch die Feuchtigkeit fern und hat so einen schützenden Effekt. Das bei der MTB-Pflege verwendete Öl und Kettenöl sollte für feuchte Bedingungen geeignet sein. Andernfalls kann es passieren, dass das Öl zu schnell von der Kette und Schaltung abgewaschen wird. Der Einsatzbereich und die Spezifikationen sind bei jedem Fahrradöl angegeben, so dass Mountainbiker sofort erkennen, ob es sich um ein Öl für trockene Bedingungen oder für nasses Wetter handelt.

Beim Ölen der Dichtungen, Gewinde und Gelenke am Mountainbike muss unbedingt darauf geachtet werden, dass kein Öl auf die Bremsscheiben oder die Bremsbeläge gelangt. Falls das passieren sollte, werden die Beläge unbrauchbar und sie haben keinerlei Bremswirkung mehr. Deswegen sollte man die Bremswirkung nach jeder Wartung vorsichtig prüfen, bevor man damit zum nächsten Downhill startet. Aus dem gleichen Grund sollten Mountainbiker für ihre Fahrradkette auch nur spezielle Fahrradöle verwenden und keine „Haushaltsöle“, wie zum Beispiel WD-40 oder Ballistol. Diese sind sehr dünnflüssig und können während der Fahrt bis an die Bremsanlage spritzen. Eine rapide nachlassende Bremswirkung oder ein kompletter Ausfall der Bremse können die fatalen Folgen sein. Auch bei der Pflege von Lagern und Dichtungen sind spezielle Fahrradöle die bessere Wahl, da die „Universal-Öle“ zu Beschädigungen der Dichtungen und Gummiteile am Mountainbike führen können.

Neben intensiverer Pflege im Winter können Mountainbiker durch gewisse Anpassung den Fahrspaß im Winter verbessern. Je nach Bike und Einsatzbereich fallen die Anpassungen natürlich unterschiedlich aus, aber eine Optimierung des Grips durch Winterreifen für Mountainbikes ist sowohl bei Touren im Gelände, als auch im alltäglichen Winterbetrieb eine super Möglichkeit, um mit wenig Aufwand einen tollen Effekt beim Fahren auf Schnee zu erzielen. Ob Reifen mit Spikes, die auch auf sehr rutschigem Untergrund guten Halt bieten oder grobstollige Downhillreifen – Mountainbiker haben die Qual der Wahl. Beliebt für Fahrten im Gelände ist auch ein breiter Vorderreifen mit verringertem Luftdruck und ein schmaler Hinterreifen mit bissigem Profil, der sich wie eine Schaufel durch den Schnee gräbt und für stabilen Vortrieb sorgt. Das Bike mit kurzen Schutzblechen oder Mudguards auszustatten, hilft im Winterbetrieb, um weniger Schnee, Eis oder Matsch im Gesicht, auf dem Rücken und vor allem zwischen den beweglichen Teilen von Schaltung und Bremse zu sammeln.

Skifelle richtig behandeln, pflegen und lagern

Skifelle richtig behandeln, pflegen und lagern

24. Januar 2018
Ausrüstung, Pflegetipps

Wir steigen mit dieser Anleitung an dem Punkt ein, an dem du das nagelneue passende Paar Steigfelle für deine Tourenski in der Hand hältst und langsam hibbelig wirst, weil das erste Tourenwochenende näher rückt. Doch damit du dich an den Fellen bei möglichst vielen Touren erfreuen kannst und sie möglichst verlässlich ihren Dienst verrichten, müssen sie natürlich „artgerecht“ behandelt und gepflegt werden.

Dabei ist es zunächst nicht wichtig, ob du ein Fertigmodell in den passenden Abmessungen zu deinen Skiern hast, oder ein Zuschneidefell, auch Meterware genannt. Falls du mit dieser preisgünstigen Alternative liebäugelst, folgt hier demnächst noch eine Anleitung für das richtige Zuschneiden der Felle.

Auch befassen wir uns hier zunächst nur mit dem derzeitigen Standard der Klebefelle. Auf die relativ neuen, klebstofffreien Adhäsionsfelle kommen wir am Schluss des Artikels nochmal zurück.

Bei so gut wie allen Fellen findest du in der Verpackung auch eine Anleitung, die jedoch nicht immer optimal anschaulich gelungen ist. Bei den Pflegeprodukten wie Imprägniermittel und Kleber befindet sich bisweilen nur Tube, Sprühdose oder Wachsriegel im Regal oder Karton – ohne weiterführende Infos jenseits von „Zutatenliste“ und Giftigkeitshinweisen. Höchste Zeit also für einen All-in-One-Überblick.

Als logische Gliederung bietet sich der typische „Lebenszyklus“ des Fells an: der beginnt beim Kauf, führt über die Präparierung für die erste Tour und die möglichst schonende Behandlung und Vorbeugung während der Tour bis zur richtigen Nachbehandlung und Lagerung. Kurz gesagt, wir nehmen an, dass es mit nagelneuen Fellen vom Dealer deines Vertrauens nach kurzer Vorbereitung zuhause direkt auf Tour geht.

Vor der Tour

Da wir – wie erwähnt – von neu gekauften Fellen ausgehen, stellt sich die Frage, ob man irgendetwas tun muss, bevor zum ersten Mal das Fell aufzieht. Eigentlich nicht, denn so, wie man die allermeiste Bergsportausrüstung vom Start weg benutzen kann, ist auch bei Skifellen kein Imprägnieren o.ä. vor der ersten Tour nötig, da das Material normalerweise ab Werk bereits imprägniert und einsatzbereit ist. Selbstverständlich ist auch der Fellkleber ab Werk schon fachgerecht aufgetragen.

Das Montieren und Abnehmen der Felle lernt man jedoch besser nicht erst während der Tour. Wer hier noch nicht verschiedene Varianten im Schlaf beherrscht, sollte ruhig schon mal zuhause ein wenig üben – und zwar besser im verschneiten Garten als auf dem Wohnzimmerparkett.

Die Fellbefestigung gestaltet sich im Prinzip ganz einfach – vorausgesetzt, das mitgelieferte Spannsystem passt zum vorhandenen Ski. Je nach Hersteller befinden sich an den Fellenden Bügel, Krallen, Haken, Ösen, Clips und Klammern. Am weitesten verbreitet dürfte der rechteckige Bügel an der Vorderseite sein, mit dem das Fell über die Schaufel bzw. Skispitze gelegt wird. Insbesondere bei Zuschnittfellen, sollte man genau nachschauen. Auf Nummer sicher geht man bei Fertigfellen, wenn man ein abgestimmtes Ski- und Fell-System vom gleichen Hersteller nimmt.

Auffellen: Auspacken und Fell aufziehen

Das Aufziehen der Felle wird „auffellen“ genannt und ist logischerweise meist vor und während der Tour angesagt. Dann heißt es einfach, Vorderseite einhängen, Fell kurz dehnen, um es sorgfältig und Stück für Stück von vorn nach hinten auf den Ski zu kleben, hinten festklammern, fertig. Das kurze Vordehnen dient nur dem sauberen Aufkleben, die Haftung der Felle am Ski wird nicht durch Spannung, sondern allein durch die Klebekraft besorgt. Neue Felle werden dementsprechend hinten nur noch fixiert, ohne Spannung zu erzeugen. Hört sich doch ganz einfach an, oder?

Aber ist es natürlich nicht. Man kann hier durchaus einige Fehler machen, vor allem wenn man nicht weiß, wie man die Skier geschickt hält oder wie man mit den mitgelieferten Fell-Schutzfolien aus Plastik oder Netzmaterial hantieren soll. Man merkt in diesem Moment auch, dass das beste Verspannsystem nutzlos ist, wenn die Klebeseite des Fells nicht einwandfrei haftet.

Hierfür die geschicktesten Körperhaltungen und Handgriffe in der richtigen Reihenfolge verbal zu erklären, wäre eher unpraktisch und würde auch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Stattdessen habe ich eine Reihe von Videos ausgesucht, die meiner Ansicht nach alle maßgeblichen Varianten anschaulich erklären.

Grundsätzlich kann man diese Varianten danach unterscheiden, ob die Skier beim Aufellen abgeschnallt werden oder nicht und ob Schutzfolien verwendet werden oder nicht. Es gibt viele abweichende und manchmal gar gegensätzliche Meinungen, was die einzig wahre Methode ist. Wichtig ist, dass die Felle und insbesondere deren Klebeseiten so wenig Schmutz und Nässe wie möglich abbekommen. Auch der Kleber sollte nicht rabiater als unbedingt nötig „gerupft“ werden. Was für die Verwendung von Schutzfolien spricht, beziehungsweise separat zu kaufenden Schutzstrümpfen.

  • Auffellen ohne Schutzfolie: Das erste Beispielvideo zeigt das Auffellen detailliert, mit guten Erklärungen, anschaulichen Wiederholungseinspielungen sowie einer Variante, die bei Wind und „dünnem Gelände“ leichter fällt. Zwar auf Englisch und ohne Untertitelmöglichkeit, doch der Akzent ist unterhaltsam und gut verständlich.
  • Auffellen ohne SchutzfolieDas zweite Beispielvideo ist deutlich kürzer und kommt ohne verbale Erklärungen aus. Es zeigt einen effizienten und flüssigen Bewegungsablauf.
  • Auffellen mit SchutzfolieIn den vorherigen Videos sind die Felle einfach aneinandergeklebt, Folie oder Schutzstrümpfe werden nicht verwendet. Für das Auffellen mit Folie scheint es nur sehr wenige Videos und keines auf Deutsch zu geben – bei dem Folgenden lassen sich immerhin englische Untertitel zuschalten.

Ohne Folie oder Schutzstrümpfe müssen die gefalteten Felle beim Auffellen recht ruppig auseinandergezogen werden, was nicht nur schlechter zu kontrollieren ist, sondern auch dem Kleber auf Dauer eher weniger bekommt. Viele Experten raten deshalb auch grundsätzlich davon ab, die Felle ohne Schutzabdeckung zusammenzulegen. Allerdings kann das entsprechende Gefummel bei Verwendung von Folie bei Wind und Wetter nervtötend werden – was ein weiterer Grund für den baldigen Durchbruch der Adhäsionsfelle sein könnte. Für Klebefälle sind jedenfalls Fell-Schutzstrümpfe eine gute Alternative, bei der es kaum Probleme mit dem Verkleben gibt und die Handhabung bei Wind und Nässe einfacher ist.

Während der Tour

Da auch während der Tour wie schon erwähnt, möglichst wenig Schmutz, Wachsreste oder Nässe an die Felle gelangen soll, ist die Mitnahme eines trockenen und sauberen Baumwolltuchs oder Handtuchs keine schlechte Idee. Wenn mehrmaliges Auf- und Abfellen während einer Tour nötig ist, sollten die Felle wegen der Temperaturempfindlichkeit des Klebers möglichst körpernah getragen werden. Genau für diesen Zweck sind die extra großen Brusttaschen bei skitourentauglichen Funktionsjacken gedacht.

Auch unterwegs und in Aktion kann man Felle, Kleber und Imprägnierung durch Umsicht schonen. Das wichtigste dabei ist, die Felle ausschließlich für den Untergrund zu verwenden, für den sie vorgesehen sind – also kein Gras, kein Erdboden, keine Pfützen und kein Schneematsch. Das kann in Waldzonen durchaus zur Herausforderung werden, genau so wie bei Zeitdruck oder Erschöpfung, wenn Abkürzungen zur Zweckentfremdung der Felle verlocken.

Abfellen: Fell abziehen und Einpacken

Früher oder später wird das Fell während der Tour abgezogen – meist am Gipfel beim bereit machen für die Abfahrt. Nach der Tour wird es logischerweise möglichst fachgerecht eingepackt. Hier erweist sich erneut Youtube als guter Helfer, um einige geschickte Möglichkeiten kurz zu zeigen.

Man beachte bei allen Videos: die Felle werden stets aus einer Jacken- bzw. Innentasche geholt, d.h. körpernah aufbewahrt. Idealerweise lagert man die Felle auch während der Übernachtungen in Hütten und Winterräumen irgendwo im Bereich von normaler Zimmertemperatur. Mit der Wärme sollte es allerdings auch nicht übertrieben werden, sonst kann der Kleber zerlaufen – also kein Auflegen auf die Heizung oder in direkte Sonne.

Kommt in den besten Familien vor: Pannen auf Tour

Trotz aller Vorbeugung und Umsicht kann es bei bestimmten Bedingungen zu den typischen Skitourenproblemen kommen. Das wohl häufigste sind Schneestollen, die sich unter dem Fell bilden. Seltener kommt es vor, dass das Fell sich an einzelnen Stellen ablöst oder an den Seiten ausfranst und die Kanten deshalb keinen sicheren Halt mehr bieten. Für den Fall der ‚Felle‘ sollte man also ein paar Pannen- bzw. Notfallmaterialien dabei haben und die Notfallmaßnahmen kennen.

Panne 1: Anstollen/ Verlust der Gleitfähigkeit
Der Schnee bleibt an den Fellen hängen, weil deren Unterseite zu viel Feuchtigkeit aufnimmt. Das ist nicht unbedingt ein „Materialversagen“, sondern kann auch passieren, wenn man bei höheren Temperaturen mit feuchtem Schnee unterwegs ist und mit steigender Höhe die Temperatur sinkt.

Lösung: Nachwachsen bzw. nachimprägnieren. Das geht am besten mit einem Wachsstift, wobei durchaus auch normales Skiwachs funktioniert. Vor dem Auftragen muss die Fellunterseite möglichst trocken und sauber sein (mit Tuch abwischen). Der Wachsstift sollte schnell und mit etwas Druck in Gleitrichtung über das Fell gezogen werden, um genug Wachs in die Fellfasern zu bekommen. Dann sollte man einige Minuten warten, bis die Imprägnierung eingezogen ist. Zur Vorbeugung kontrolliert man am besten noch zuhause die Imprägnierung der Felloberfläche, indem man etwas Wasser darüber laufen lässt. Perlt es überwiegend in kleinen Tropfen ab, ist die Imprägnierung in Ordnung. Andernfalls sollte nachgewachst werden.

Panne 2: Verlust der Klebefähigkeit
Nässe, Schmutz und Alterung können während der Tour zum Ablösen einzelner Stellen des Fells führen. Im steilen Gelände ist das dann folgende Herumschwimmen der Skier nicht gerade angenehm.

Lösung: Wenn man Glück hat, reicht es zunächst aus, Schnee, Eis und eventuellen Schmutz von Ski und Klebefläche zu entfernen. Hilft dies nicht, muss der hoffentlich eingepackte Flüssig- oder Sprühkleber ran. Falls kein Kleber dabei ist oder er nicht genügend Haftung erzeugt, muss zu Improvisationen mit starkem Tape, Isolierband, Kabelbindern oder Schnüren gegriffen werden. Als Behelfsmittel, um die Tour unfallfrei zu Ende zu bringen, taugen solche Basteleien durchaus. Eine tolle Performance sollte man allerdings nicht mehr erwarten. Kabelbinder können auch bei den zum Glück eher seltenen Defekten der Spannmechanismen helfen.

Und was lernen wir daraus? Je länger die Tour und je größer die Gruppe, desto vollständiger sollte das Notfallset aus Wachs, Fellkleber, Klebeband und Kabelbindern sein.

Nach der Tour (ist vor der Tour)

Nach der Tour steht logischerweise zunächst die Reinigung der Felle auf dem Programm. Alles was irgendwo hängt, steckt und klebt sollte entfernt werden, um Risse und Löcher zu vermeiden. Am besten eignet sich auch hier das trockene und saubere Baumwolltuch. Für hartnäckigere Rückstände muss man auch mal kräftiger zupacken oder sehr vorsichtig mit einer Pinzette oder scharfen Messerklinge nachhelfen. Reinigungsmittel sollten nur zum Einsatz kommen, wenn man mit mechanischer Reinigung definitiv nicht weiterkommt. Besser man versucht es zunächst damit, das Tuch etwas zu befeuchten. Falls der Fellhersteller in der Anleitung explizit bestimmte Reinigungsmittel empfiehlt oder von der Reinigung mit feuchten Tüchern abrät, kann man hier allerdings auch Ausnahmen machen.

Für das Trocknen gelten die gleichen Regeln wie während der Tour: möglichst nicht viel wärmer oder kälter als bei Zimmertemperatur, ansonsten kann der Kleber schmelzen oder aushärten. Die gesäuberten Klebeseiten werden sofort nach der Reinigung vollständig mit den Folien oder Schutzstrümpfen abgedeckt.

Zurück zuhause bzw. rechtzeitig vor der nächsten Tour sollte dann die Imprägnierung mit dem eben erwähnten „Wasserperltest“ gecheckt werden. Fällt er negativ aus, wird nachgewachst. Hier empfiehlt sich eher Spray, denn damit durchdringt man das Fell etwas besser – besonders wenn man es zuvor gegen den Strich leicht aufbürstet.

Im Laufe vieler Touren mit vielen Querungen können die im Neuzustand versiegelten Fellränder ausfransen. Hier kann man versuchen, die Fransen an den Fellrändern zu entfernen. Beispielsweise mit einer Schere und die Schnittfläche vorsichtig – ohne dabei den Fellfasern oder dem Kleber zu nahe zu kommen – mit einem Feuerzeug versiegeln. Der Materialabtrag sollte so gering wie möglich sein.

Dann geht es an die Lagerung. Darüber haben wir in der Kaufberatung für Skifelle schon berichtet, daher nur noch einmal eine kurze Zusammenfassung. Die gereinigten und ggf. imprägnierten Felle werden nach Anbringen der Klebeschutzfolien in der Mitte gefaltet statt gerollt und dann so zusammengelegt, dass sie sich gut im Beutel oder Transportsack verpacken lassen. Das direkte Aufeinanderkleben der Klebeflächen ist vor allem bei längerer Lagerung und bei taillierten Carverfellen nicht ratsam. Um ein Austrocknen der Ränder und des Klebers zu verhindern, sollte wirklich keine Klebestelle unbedeckt bleiben. Die Fälle werden verpackt an einem lichtgeschützten und trockenen Ort mit Temperaturen um 10-20°C aufbewahrt. Die Verpackung sollte nicht völlig luftdicht sein, da andernfalls bei Restfeuchte Schimmel entstehen kann.

Die Klebeschicht erneuern

Man liest hierzu immer mal wieder Angaben wie „bis zu 100 Touren“ oder „mehrere Saisons“. Das macht ohne genaueren Kontext jedoch wenig Sinn, da Länge und Materialbeanspruchung von Touren stark variieren können und außerdem weitere Faktoren bis hin zum Gewicht des Tourengehers hineinspielen. Sagen wir mal so: ein Münchner, der zwischen Dezember und April jedes Wochenende eine Tour in den bayrischen Hausbergen macht (falls denn genug Schnee liegt), kann bei sachgerechter Pflege mit einem Kleber gut durch die Saison kommen.  Sicher ist jedenfalls, dass der Kleber allein durch das Auf- und Abfellen irgendwann nachlässt und verloren geht.

Während der Kleber den Geist aufgegeben hat, sind Trägerschicht und Fasern der Fellseite oft noch gut in Schuss. Es wäre eine Verschwendung, die Felle komplett zu ersetzen. Doch das Erneuern des Klebers ist erstens zeit- und energieaufwändig und zweitens erfordert es ein Mindestmaß an Bastlergeschick.

Das gilt für beide Arbeitsschritte – sowohl für das rückstandsfreie Entfernen des alten Klebers, als auch für das gleichmäßige Auftragen des Neuen. Der alte Kleber muss durch Erhitzen aufgeweicht und dabei abgezogen und/oder abgespachtelt werden. Dabei kommt je nach Methode ein mehr oder weniger reichhaltiges Arsenal an teilweise modifizierten Hilfsmitteln und Werkzeugen zum Einsatz. Für den ersten Überblick hier zwei Videos mit den beiden Standardmethoden des Beklebens:

In den Videos sieht das ganze zwar relativ einfach aus, aber wenn man nicht gerade ein Skitourenexperte mit gut eingerichteter Hobbywerkstatt ist oder den Vorgang nicht in einem Kurs beigebracht bekommen hat, sollte man diese Renovierung besser dem Fachhändler überlassen. Die Einsparung an Zeit, Energie und Nerven dürfte die Kosten locker wettmachen.

Ganz ohne Kleber – Adhäsionsfelle

Womöglich wird ein Großteil der eben genannten Tipps in ein paar Jahren hinfällig, sofern sich die sogenannten Adhäsionsfelle auf breiter Front durchsetzen. Sie kleben aufgrund der Molekularkraft einer speziellen Folienoberfläche, die an anderen glatten Flächen haften kann. Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Adhäsionsfolien aus PVC, die in Haushalt und Handwerk verwendet werden.

Bei Adhäsionsfellen spart man sich das Hantieren mit Schutzfolien sowie diverse weitere Umstände, die durch die Verwendung von Kleber entstehen. So werden beispielsweise einige Chemikalien überflüssig und häufiges Auf- und Abfellen ist nicht länger eine verschleißfördernde und umständliche Prozedur. Ach ja, und ganz nebenbei funktionieren Adhäsionsfälle auch bei nassen Skiern.

Eigentlich eine ganze Reihe an ziemlich überzeugenden Argumenten, die die Frage aufwerfen, warum sich diese Innovation nicht blitzschnell durchsetzt. Zumal man auch nichts von gravierenden Nachteilen wie z.B. Problemen mit der Performance auf Tour hört. Auch der Preis kann nicht wirklich ein Grund für die zögerliche Annahme sein, denn er liegt kaum höher als bei hochwertigen Klebefellen. Kurz und gut: Es spricht vieles dafür, dass es in nicht allzu ferner Zukunft zur Wachablösung zwischen Klebefellen und Adhäsionsfellen kommt.

Wie pflege ich meinen Rucksack?

Wie wasche und pflege ich meinen Rucksack?

13. Juni 2018
Pflegetipps

Den Wanderrucksack, Trekkingrucksack oder Tourenrucksack mal einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, dafür gibt es zahlreiche Gründe: Angefangen von müffelnden Schulterträgern, die nach der zehnten sommerlichen Wandertour in den Bergen schon etliche Male mit Schweiß und Sonnencreme vollgesogen und wieder getrocknet sind, über verdreckte Trekking- und Reiserucksäcke an denen so viel Staub hängt, dass man die ursprüngliche Farbe nur noch erahnen kann, bis hin zur ausgelaufenen Trinkflasche und undichter Müsli-Box.

Je nach Verunreinigung kommen bei der Rucksackpflege unterschiedlich aufwändige Maßnahmen zum Einsatz. Empfehlenswert ist vor allem eine regelmäßige Grundpflege, denn dadurch wird das aufwändige Waschen und Trocknen des Rucksacks eher zur Ausnahme.

Richtiges Waschen des Rucksacks

Darf der Rucksack in der Waschmaschine gewaschen werden?

Um eine immer wieder auftauchende Frage in Bezug auf verschmutzte Rucksäcke vorab zu beantworten: Nein! Auf keinen Fall! Ein Wanderrucksack oder Trekkingrucksack gehört niemals in die Waschmaschine! Auch nicht bei 30°C Wäsche, auch nicht mit Kaltwäsche und auch nicht mit Feinwaschmittel. Zwar scheint es immer wieder „Spezialisten“ zu geben, die in Outdoorforen solche Tipps verbreiten, aber davon ist dringend abzuraten. Im besten Fall gehen nur die Beschichtung oder Teile des Rucksacks dabei kaputt. Im schlimmsten Fall gibt die Waschmaschine gleich mit den Geist auf. Dasselbe gilt übrigens auch fürs Trocknen: Rucksäcke im Trockner sind ebenfalls tabu.

Komplette Handwäsche von Rucksäcken

Bei starker Verunreinigung durch Matsch beim Radfahren, oder nach einer langen Trekkingtour lässt sich die Komplettwäsche kaum vermeiden. Nachdem der Rucksack getrocknet ist, wird zunächst mit einer großen Bürste der grobe Schmutz entfernt. Angetrocknete Erde lässt sich so zu einem Großteil gut entfernen. Wenn das nicht ausreicht, kann die Bürste auch etwas angefeuchtet werden, um den Schmutz zu lösen. Der normal verschmutzte Innenraum wird zunächst einfach mit der Öffnung nach unten ausgeklopft und ausgeschüttelt oder mit einem Staubsauger ausgesaugt. Hartnäckigeren Schmutz danach einfach mit einem feuchten Schwammtuch auswischen.

Falls das Abbürsten nicht den gewünschten Grad an Sauberkeit bringt, oder der Rucksack zu lange Zeit gar nicht gereinigt wurde, lässt sich der Einsatz von speziellen Textilwaschmitteln nicht vermeiden. Haushaltsübliche Waschmittel sind in der Regel zu aggressiv für die Reinigung der Rucksäcke und können das Material angreifen. Das spezielle Textilwaschmittel lässt sich auf zwei verschiedene Arten anwenden: Entweder zur Reinigung einzelner Partien – dazu das Waschmittel mit lauwarmem Wasser nach Dosierungsanleitung mischen und per Schwamm oder Bürste die betroffenen Partien reinigen, oder in einer Wasch- oder Badewanne den Rucksack komplett einweichen und per Handwäsche mit Bürste die stark verschmutzen Stelle säubern. Falls der Rucksack über ein herausnehmbares Tragegestell verfügt, sollte dieses vor der Wäsche entfernt werden.

Bei ausgelaufenen Trinkflaschen gilt es möglichst zügig zu reagieren und die Flüssigkeit so gut es geht mit einem Schwamm oder Tuch aufzunehmen und zu reinigen. Je nach Flüssigkeit können unschöne Flecken auf dem Rucksack zurückbleiben. Deswegen sollte man den Rucksack danach so schnell wie möglich, wie oben beschrieben, mit Textilwaschmittel einweichen und putzen. Wenn der Inhalt der Thermosflasche mit Tee oder Kaffee erst richtig eingetrocknet ist, kann die Reinigung sehr schwierig werden. Gleiches gilt auch für Säfte und andere „klebrige“ Erfrischungsgetränke.

Komplettwäsche oder teilweise reinigen?

Viele Wanderer waschen ihre Rucksäcke nie, andere ein Mal im Jahr und wieder andere reinigen je nach Bedarf. Je nach Einsatzbereich und Intensität der Nutzung kann es bei Wanderern zum Beispiel öfters zu verunreinigten Schulterträgern, Hüftflossen und Rückenpartien kommen. Die durch Schweiß und Sonnencreme verschmutzen Partien sind oft fleckig und fangen an unangenehm zu riechen. Dabei hilft es beispielsweise schon in regelmäßigen Abständen die Träger und den Rücken mit dem milden Waschmittel zu reinigen und gut auszuspülen.

Trekkingrucksäcke oder Fahrradrucksäcke werden zusätzlich durch Staub und aufgewirbelten Dreck verunreinigt. Da hilft regelmäßiges Bürsten von außen am Besten. Mindestens einmal im Jahr ist ein Vollbad und eine intensive Reinigung doch sehr empfehlenswert. Bei saisonaler Nutzung ist auch die richtige Lagerung wichtig: Der Rucksack sollte vollkommen trocken sein und an einem trockenen und gut belüfteten Ort gelagert werden. Bei Lagerung in modrigen Kellerräumen oder halbfeuchten Rucksäcken drohen ansonsten Stockflecken, Schimmelbefall und Modergeruch.

Im schlimmsten Fall – der ausgelaufenen Suppe und den meisten anderen Flüssigkeiten – gilt es zunächst an Ort und Stelle das gröbste aufzuwischen und den Rucksack provisorisch mit Hilfe von Taschentüchern oder einem zusätzlichen T-Shirt zu trocknen. Bei einer Tagestour sollte der Rucksack noch am selben Abend eingeweicht und gereinigt werden. Bei mehrtägigen Touren lässt sich mit einer milden Seife und Wasser improvisieren. Die gründliche Wäsche erfolgt dann nach der Tour.

Trocknen von Rucksäcken nach der Handwäsche

Nach dem Einweichen und Abbürsten muss der Rucksack zunächst gründlich ausgespült werden. Am besten geht das in der Badewanne oder Dusche mit der Handbrause und lauwarmem Wasser. Jegliche Schmutz- und Seifenreste müssen auf jeden Fall sehr gründlich ausgespült werden und vor allem die Schaumstoffteile sollte man mehrfach ausdrücken, damit keine Waschmittelreste im Schaumstoff zurückbleiben.

Danach wird der Rucksack kopfüber zum Trocknen aufgehängt. Am besten bleiben dafür alle Taschen und Reißverschlüsse geöffnet, damit das Wasser überall abfließen und abtropfen kann. Damit der Rucksack optimal trocknen kann, sollte er nach Möglichkeit an der frischen Luft im Schatten aufgehängt werden. So riecht er danach besonders frisch und wird beim Trocknen nicht durch die UV-Strahlung beschädigt. Am besten trocknet der Rucksack an warmer und windiger Luft („Föhn-Effekt“).

Je nach Rucksack und Außentemperatur kann der Trockenvorgang einige Zeit dauern. Falls kleine Taschen oder andere schwer erreichbare Stellen so gar nicht trocknen wollen, kann man sich mit mit saugfähigen Tüchern oder Zeitungpapier behelfen. Die entsprechenden Stellen werden für ein paar Stunden ausgestopft und saugen dabei einen Großteil der Flüssigkeit auf. Einen Föhn zur Trocknung in Erwägung zu ziehen, ist ebenso wenig ratsam, wie den Rucksack auf die aufgedrehte Heizung zu legen. Beides kann das Material beschädigen und im schlimmsten Fall den Rucksack unbrauchbar machen.

Die Pflege nach der Wäsche

Je nachdem wie intensiv die Rucksackreinigung ausgefallen ist, hilft es die Reißverschlüsse mit Silikonspray zu schmieren und gängiger zu machen. Außerdem sollte der Rucksack von Zeit zu Zeit von außen imprägniert werden, damit Wassertropfen beziehungsweise Schmutzpartikel an der Oberfläche abperlen und man nicht immer gleich das Raincover überziehen muss. So saugt sich das Material auch nicht mit Wasser voll und der Rucksack wird nicht schwerer.

Außerdem hält der Rucksack länger und der Schmutz bleibt nicht am Rucksack hängen – was wiederum dazu führt, dass der Rucksack seltener gewaschen werden muss. Nachdem ja schon ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass Waschmaschinen und Trockner tabu sind für die Reinigung von Rucksäcken, noch ein weiterer wichtiger Hinweis: bitte den Rucksack auch auf keinen Fall nach der Wäsche bügeln (ja, auch das soll es geben)! Das verträgt das Material überhaupt nicht.

Bei der Kontrolle der Reißverschlüsse und der Auffrischung der Imprägnierung sollte man den Rucksack außerdem auf kleine Beschädigungen an den Nähten und am Material untersuchen. Je früher man eine kleine Beschädigung an einer Naht erkennt, desto schneller und einfacher lässt sie sich beheben. Auf großer Tour ist es dann meist etwas schwieriger.

Pflege von Reißverschlüssen, Klettbändern und Co.

Alle Verschlüsse, Zurrgurte und Einstellmöglichkeiten sind bei einem Rucksack einer ständigen mechanischen Belastung ausgesetzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man diesen Teilen zu gegebener Zeit eine kleine Frischzellenkur zukommen lässt.

Durch Verunreinigungen von außen sowie Materialabrieb kann es mit der Zeit dazu kommen, dass Reißverschlüsse nur noch schlecht laufen oder an manchen Stellen sogar klemmen. Diesem Problem kommt man jedoch vergleichsweise einfach mit handelsüblichem Silikonspray bei. Dieses kann einfach auf den Reißverschluss bzw. dessen Schlitten aufgetragen werden. Durch mehrfaches Öffnen und Schließen des Rucksacks verteilt es sich dann gleichmäßig und sorgt dafür, dass der Reißverschluss wieder leichtgängiger wird. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nicht zu viel aufgetragen wird. Auch empfiehlt es sich, nach einer kurzen Einwirkzeit den Reißverschluss mit einem sauberen Tuch abzuputzen und somit überschüssiges Material zu entfernen.

Auch in Klettverschlüssen sammeln sich mit der Zeit so allerhand Staub und Flusen an. Je schlimmer die Verschmutzung ist, desto schlechter hält letztlich der Verschluss. Doch auch hier kann einfach, schnell und effektiv Abhilfe geschaffen werden. Mit einer kleinen Bürste (Zahnbürsten haben sich sehr bewährt) können alle Partikel wieder aus dem Klett gekämmt werden.

Zurrgurte und Einstellvorrichtungen werden ebenfalls mit der Zeit schwergängig und können nach regem Gebrauch regelrecht festsitzen. Abhilfe liefert hier ein längeres Bad in lauwarmem Wasser. So können tief sitzende Verunreinigungen gelöst und die Bänder wieder geschmeidig gemacht werden.

Imprägnierung erneuern

Rucksäcke sind selten richtig wasserdicht, aus diesem Grund ist es ratsam bei schlechtem Wetter den Inhalt zusätzlich mit einer Regenhülle zu schützen. Trotz allem sind viele Rucksäcke zumindest leicht imprägniert, um ihn für Spritzwasser und Staub undurchlässig zu machen. Doch auch dieser Schutz nimmt durch äußere Einflüsse nach und nach ab. Mit einer handelsüblichen Sprühimprägnierung kann die Schutzschicht einfach wieder hergestellt werden. Jedoch sollte sie nur auf Bereiche aufgetragen werden, die außerhalb des Tragesystems liegen, da es sonst bei Personen mit empfindlicher Haut zu Irritationen kommen kann.

Lagerung des Rucksacks

Der erste Schritt zur Langlebigkeit ist die richtige Lagerung und Aufbewahrung des Rucksacks. Niemals sollte man den Rucksack unnötig quetschen oder knicken. Idealerweise lagert der Rucksack gänzlich entleert in einem dunklen und gut belüfteten Raum. Starke Temperaturschwankungen wie sie im Auto oder auf einem unisolierten Dachboden vorkommen, können dem Material schaden und eine vorzeitige Alterung hervorrufen. Wird ein Rucksack mit anderen Ausrüstungsgegenständen unvorsichtig in ein Regal oder Schrank gestapelt, kann es durch zu hohe Querbelastung zu einer unerwünschten Verformung des Tragesystems kommen.

Wie pflege ich meine Isomatten

Ein langes Leben für die Matte – Isomatten richtig reinigen, pflegen, lagern und flicken

13. Juni 2018
Pflegetipps

Ob selbstaufblasend oder aus Schaumstoff – wer ein echter Abenteurer ist, hat mindestens eine Isomatte auf der Halde. Keine Nacht im Zelt ohne sie, beim sommerlichen Festivalwochenende dürfen sie nicht fehlen und auch beim Feierabend-Workout vor der Glotze leisten uns die gepolsterten Matten beste Dienste. Aber wie lagert man eine Isomatte richtig? Was gibt es bei der Reinigung zu beachten? Und was macht man, wenn der Matten-Veteran die eine oder andere Blessur vom Einsatz davon trägt? Wenn ihr euch an ein paar unkomplizierte Tipps haltet, begleitet euch für eine lange Zeit eure persönliche „BIF“: „Best Isomatte Forever“!

Vorab eine kleine Isomattenkunde

Aber der Reihe nach. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen zwei Arten von Matten: die „normale“ Isomatte und die selbstaufblasbare Variante. Erstere besteht in den meisten Fällen aus einem isolierenden und dämpfenden Kunststoffschaum und kommt als roll- oder faltbare Variante in euer Equipment-Lager. Letztere – die selbstaufblasbare Isomatte – ist meist aus einem isolierenden, komprimierbaren Füllmaterial gefertigt, mit einer luftdichten Hülle überzogen und mit einem oder mehreren Ventilen versehen. Im gelagerten Zustand ist das Füllmaterial verdichtet. Öffnet man das Ventil, nimmt die Füllung ihren ursprünglichen Umfang ein und die Isomatte bläst sich durch den durch die Kompression entstandenen Unterdruck im wahrsten Wortsinne von selbst auf. Durch den Lufteinschluss in der Matte entsteht eine bequeme Schlafunterlage mit einer hohen Isolationsleistung. Weshalb nun die kleine Mattenkunde? Obwohl beide Mattenarten grundsätzlich dem Zweck dienen, dass wir uns des Nachts nicht auf dem harten Zeltboden den Allerwertesten abfrieren, verhalten sie sich in Sachen Pflege, Lagerung und Reparatur ganz unterschiedlich.

Ab in den Keller? Wie man die Isomatte am besten lagert

Wichtig für beide Mattenarten ist der Lagerplatz. Der sollte in jedem Fall trocken und auf Zimmertemperatur beheizt sein – der frostig-feuchte Kellerraum fällt also weg. Apropos Feuchtigkeit! Das klingt vielleicht banal, aber achtet darauf, dass die Isomatte trocken ist bevor ihr sie einlagert. Ich spreche aus trauriger Erfahrung, denn wer aus Bequemlichkeit die Matte direkt nach dem Trip zusammengerollt mit Restfeuchtigkeit ins Lager packt, erlebt bereits nach wenigen Tagen eine unangenehm muffelige Schimmel-Überraschung.

Hier hören die Lagerungsgemeinsamkeiten aber auch fast schon auf. Während sich die normale Schaumstoff-Isomatte bei der Lagerung relativ unkompliziert gibt, ist die selbstaufblasbare Matte anspruchsvoller. Die Schaumstoffmatte kann, wenn ihr ein trockenes und warmes Plätzchen gefunden habt, problemlos gerollt gelagert werden. Die selbstaufblasbare Isomatte kann das nicht ab. Lagert eure Matte ausgerollt und mit geöffneten Ventil. Gerollt und komprimiert leidet die Stauchhärte des Füllmaterials. Das bedeutet ganz einfach, dass der Schaumstoffkern mit der Zeit plattgedrückt wird und seine ursprünglich Form nicht mehr annimmt – die Matte bläst sich nicht mehr von alleine auf. Folgerichtig solltet ihr auch keine schweren Kisten auf der Matte lagern.

Und warum das offene Ventil? So kann eventuelle Feuchtigkeit aus dem Inneren entweichen und das Gewebe wird nicht durch den dauerhaften Innendruck unnötig strapaziert. Also ab mit der ausgerollten Matte in den Schrank oder hinter die Tür. Ob stehend oder liegend ist im Grunde egal. Und noch ein kleiner Tipp hinterher: helft beim Aufblasen der Isomatte nicht mit dem Mund nach! Dadurch können Feuchtigkeit und Mikroorganismen in das Innere gelangen, was dem Füllmaterial schadet und ebenfalls Geruchsbildung und Schimmel zur Folge haben kann. Bei Minusgraden kann die Feuchtigkeit im Inneren sogar gefrieren und den Schaumstoffkern beschädigen.

Saubere Arbeit – so reinigt man die Isomatte

Nach der Tour ist vor der Tour, also muss das Equipment – in unserem Falle die Isomatte – gereinigt und auf den nächsten Einsatz vorbereitet werden. Hier also ein paar kleine Tipps zur Reinigung: Bei den meisten Verschmutzungen reicht es, wenn ihr die Isomatte mit einem Handtuch/Schwamm oder einer weichen Bürste und warmem Wasser reinigt. Der Schwamm darf keine grobkörnige Oberfläche und die Bürste keine scheuernden Haare haben, da dadurch das Außengewebe beschädigt werden kann. Bei stärkeren Verschmutzungen könnt ihr ein Waschmittel, ohne Bleiche, Weichspüler oder sonstige Zusätze, bzw. ein sanftes Spülmittel mit in das Reinigungswasser geben.

Spült die Matte hinterher gründlich ab und verzichtet auf aggressive Mittel wie scharfe Essig- oder Chlorreiniger. Die riechen nicht nur scheußlich, sondern greifen den Schaumstoff und das Außenmaterial an. Lasst die Matte zum Trocknen bei Zimmertemperatur oder an einem schattigen Platz an der frischen Luft liegen. Legt die Matte nicht in die pralle Sonne und helft auch nicht mit einem heißen Fön oder gar dem Wäschetrockner nach. Das kann die Matte ebenfalls beschädigen. Nach ein paar Stündchen ist die Isomatte bereit für den nächsten Einsatz. Vor einer längeren Lagerungsdauer solltet ihr der Matte zudem etwas mehr Zeit zum Trocknen geben.

Das Ventil der selbstaufblasbaren Matte muss bei der Reinigung mit Wasser geschlossen sein. Achtet vor der Reinigung der Matte darauf, dass das Außengewebe keine Löcher aufweist, durch welche die Feuchtigkeit eindringen kann. Womit wir beim nächsten Thema wären – der Reparatur.

Kleinere Schäden selbst reparieren

Der Isolationsleistung gängiger Schaumstoffisomatten tun leichte Materialschäden in der Regel keinen Abbruch. Bei selbstaufblasbaren Isomatten sieht es anders aus. Schon kleinste Schäden im Außengewebe lassen die isolierende Luft aus dem Matteninneren entweichen. Ist das Loch oder der Riss nicht mit bloßem Auge zu erkennen heißt es zunächst Detektivarbeit leisten. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die komfortabelste ist ein sogenannter Lochschnüffler, ein kleiner, mit Styroporkügelchen gefüllter Behälter, mit dem sich das Loch in kürzester Zeit „erschnüffeln“ lässt. Ist solch ein Meisterdetektiv nicht zur Hand, kann mit etwas Seifenwasser gearbeitet werden. Reibt die Matte damit ein und die beschädigte Stelle beginnt Blasen zu werfen. Ist auch das Seifenwasser nicht zur Hand, reicht die angefeuchtete Hand und etwas Geduld zum Aufspüren des Schadens.

Habt ihr das Enfant Terrible lokalisiert, kann die Reparaturarbeit starten. Hierfür gibt es spezielle Reparaturkits im Handel. Lasst die Luft aus der Matte, bringt den Flicken nach Herstellerangaben auf und gebt dem Ganzen genug Zeit zu trocknen. Nun befüllt ihr die Matte mit Luft und testet die Sache auf ihre Dichtigkeit. Neben Löchern und Rissen können übrigens auch Ventilschäden dafür verantwortlich sein, dass eure Isomatte Luft verliert. In einem solchen Falle können nur die Mattenhersteller selbst Abhilfe schaffen und falls nötig das Ventil wechseln. Für eine ausführliche Flick- und Reparaturanleitung bitte hier entlang.
Wenn ihr meine Isomatten-Tipps bis hier hin durchgehalten habt, verfügt ihr nun das Rüstzeug für ein langes, bequemes und warmes Mattenleben. Eure Matte wird es euch danken!

Kletterschuhe. Foto: Norröna

Wie trockne ich meine Schuhe richtig?

26. März 2018
Pflegetipps

Für eine möglichst lange Lebensdauer von Schuhen kommt es neben der richtigen Wäsche und Reparatur auch auf die passende Lagerung, den Transport, die spezielle Pflege bestimmter Materialien und die Trocknung an. Um letzteres soll es hier gehen. Wir geben Tipps, wie Du Schuhe schnell und schonend trocknest, damit die lieben Treter auch so bleiben, wie sie sein sollen.

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