Ausrüstung

Welche Trekkingstöcke passen zu mir?

9. Oktober 2015

Kategorie

Sportart

Kaufberatung Trekkingstöcke

Trekkingstöcke sind eine sinnvolle Unterstützung, wenn es über Stock und Stein geht

Sie erleichtern den Aufstieg, sie erleichtern den Abstieg und sind eine echte Hilfe, wenn man eine lange Tour unternimmt – die Rede ist von Trekkingstöcken. Sie gehören vor allem bei Fernwanderern zur absoluten Grundausstattung. Dabei ist die Suche nach den richtigen Stöcken meist nicht so einfach. Zwischen Falt- und Teleskopstock gibt es große Unterschiede, die nicht nur im Aufbau und im Material bestehen. Da wäre noch die Frage nach dem richtigen Griff und dem passenden Verstellsystem und dann gibt es ja auch noch zahlreiche Extras, wie Federungssysteme und breite Teller.

Im Folgenden erklären wir Euch, wann Ihr welchen Trekkingstock wirklich braucht und worin sie sich grundlegend unterscheiden.

Die Materialfrage

Der Klassiker, der bei vielen Trekkingstöcken zum Einsatz kommt, ist Aluminium. Das Metall ist leicht, haltbar und widerstandsfähig und eignet sich dadurch bestens für den Einsatz beim Wandern und Trekken in wechselndem Gelände. Es wird in verschiedenen Materialdicken verbaut, wodurch die Stöcke bis zu einem gewissen Grad auf geringes Gewicht getrimmt werden können. Wer es noch leichter mag, für den sind Carbon-Stöcke die richtige Wahl. Der Kohlefaserverbundstoff ist wesentlich leichter und hat den Vorteil, dass er deutlich steifer ist. Dadurch vibrieren die Stöcke nicht, was bei Aluminiumstöcken nervig werden kann, sofern sie nicht gefedert sind. Der Nachteil von Carbon ist, dass es bei Mikrorissen unvermittelt brechen kann und sich nicht verbiegt wie ein Aluminiumstock.

Bei manchen Modellen, wie den Carbon Titanium Antishock Stöcken von Leki werden beide Materialien kombiniert. Die unteren Teile besteht aus Carbon und der obere Teil aus Aluminium.

Faltstock oder Teleskopstock?

Noch immer sind die meisten Trekkingstöcke sogenannte Teleskopstöcke, die zum Verstauen einfach ineinander geschoben werden. Zur Fixierung werden die einzelnen Teile entweder festgeschraubt oder haben Klemmen. Letztere haben den Vorteil, dass sie auch mit Handschuhen leicht bedienbar sind und im Falle eines Defekts schnell ausgetauscht werden können, dafür sind sie aber auch etwas schwerer, wodurch bei leichteren Stöcken wie dem Core 125 von Exped eher zum Schraubsystem zurückgegriffen wird.

Black Diamond - Distance Carbon Z - Trekkingstöcke

Black Diamond – Distance Carbon Z – Trekkingstöcke

In Bereichen, in denen das Gewicht eine besonders große Rolle spielt, sind sogenannte Faltstöcke oder Z-Poles sehr beliebt. Die einzelnen Stockkompartimente sind mit einem dicken Kabel verbunden und werden beim Zusammenbauen schlicht eingefädelt und z.B. mit einem Druckknopf fixiert. Durch das Fehlen von Klemmen oder Schraubmechanismen werden die Trekkingstöcke noch leichter. Besonders bei Trailrunnern und Light-Hikern sind Modelle wie die Distance Carbon von Black Diamond sehr beliebt.

Aber Vorsicht: In der Regel sind Stockhalterungen an Wander- und Trekkingrucksäcken nur für Teleskopstöcke ausgelegt. Faltstöcke können aber prima in einer der Seitentaschen untergebracht werden.

Alles im „Griff“?

In der Regel hat man seine Trekkingstöcke nicht nur für einen kurzen Moment an der Hand. Daher macht es Sinn, sich auch die Griffe mal genauer anzusehen. Immer, wirklich immer solltet Ihr die Finger von reinen Plastikgriffen lassen. Sie kommen vor allem bei sehr günstigen Stöcken zum Einsatz und sind nur in einer Hinsicht zuverlässig, nämlich Euch Blasen zu bescheren. Daher sollten Griffe mindestens gummiert sein oder besser noch aus Kork bestehen oder eine Schaumstoffauflage haben. Denn so wird Schweiß absorbiert und verhindert, dass es zu Reibung kommt.

In der Regel sind die Griffe ergonomisch geformt und sitzen gut in der Hand. Bei manchen Modellen wie dem Micro Stick Carbon von Leki ist der Griffbereich weiter nach unten gezogen. Das hat den Vorteil, dass man in jedem Gelände die optimale Greifposition wählen kann.

Sogenannte Hai-Griffe kommen bei Nordic Walking Stöcken vor, sind eher für den sportlichen Gebrauch gedacht und maximal für Trailrunner interessant.

Nicht zu unterschätzen ist die Griffschlaufe. Sie hilft, die Stöcke sicher in der Hand zu halten und ist wichtig für den hinteren Abdruck beim Gehen. Die Schlaufenweite sollte so eingestellt werden, dass die Hand möglichst nahe am Griff ist.

Leki - Tourenteller - Ersatzteller

Leki – Tourenteller – Ersatzteller

Wichtige Extras bei Trekkingstöcken

Wie bei vielen anderen Ausrüstungsgegenständen auch, gibt es zahlreiche Extras, die den Komfort von Wanderstöcken deutlich erhöhen. Die schon erwähnte Federung bei Aluminiumstöcken minimiert die bei jedem Aufprall entstehenden Vibrationen und entlastet die Unterarme. Das ist vor allem bei langen oder mehrtägigen Touren ein echter Vorteil.

Ein wichtiger Aspekt bei Gletscherüberquerungen oder Wintertouren ist die Wahl der richtigen Teller. Breitere Teller bieten besseren Halt bei Schnee und erleichtern so das Vorankommen. In der Regel sind die Teller leicht austauschbar, da breite Teller z.B. in felsigem Gelände eher hinderlich sind, da sie in Spalten leicht hängen bleiben.

Hat man es zwischenzeitlich mit längeren Asphaltpassagen zu tun, kann es sinnvoll sein, die Spitzen der Trekkingstöcke mit Gummipuffern zu versehen. Dabei handelt es sich um einfache Aufsteckteile, welche die Spitzen vor Abnutzung schützen.

Übrigens, wenn Ihr demnächst mit dem Flieger unterwegs seid, dann packt Eure Stöcke nicht ins Handgepäck, denn das ist verboten. Um sie gut zu schützen, wickelt sie fest ein und steckt sie in den Koffer oder in den Trekkingrucksack.

Und welche Trekkingstöcke soll ich jetzt nehmen?

Black Diamond - Trail Back - Trekkingstock

Black Diamond – Trail Back – Trekkingstock

Das richtet sich wie so oft eher nach dem Einsatzzweck. Wenn Ihr nur Stöcke für gemütliche Wanderungen braucht, die euch stabilisieren, wenn mal eine kurze schwierige Passage ansteht, dann dürften klassische Aluminium-Teleskopstöcke ohne größere Extras wie die Trail Back Trekkingstöcke von Black Diamond die richtige Wahl sein. Geht Ihr dagegen auch gerne mal auf mehrtägige Touren und durch schwierigeres Terrain, schaut Euch nach gefederten Stöcken mit Wechselteller und verlängertem Griff um. Ein passendes Beispiel wären die Thermolite XL Antishock Trekkingstöcke von Leki. Entsprechende Modelle werden den unterschiedlichen Ansprüchen ans Gelände am besten gerecht. Setzt Ihr dagegen voll aufs Gewicht, dann sind Faltstöcke aus Carbon wohl unumgänglich. Die sind mitunter so leicht, dass Ihr sie einfach die ganze Zeit in der Hand halten könnt, wenn Ihr keine gute Befestigungsmöglichkeit am Rucksack habt.

Die Länge der Stöcke ist übrigens dann richtig, wenn ihr mit dem Arm etwa einen Winkel von 90 Grad erreicht. Beim Bergabgehen kann man die Stöcke fünf bis zehn Zentimeter länger machen, beim Bergaufgehen um die gleiche Länge kürzen.

Und noch etwas. Auf flachen Strecken mit gutem Untergrund die Stöcke regelmäßig mal wegpacken und ohne Laufen. Es gibt die Theorie, dass zu häufiger Stockeinsatz dem Gleichgewichtssinn schadet, da dieser mit Stöcken weniger geschult wird.

Ihr habt noch Fragen zum Thema Trekkingstöcke? Dann stehen Euch unsere Experten aus dem Kundenservice natürlich gerne zur Verfügung. Ihr erreicht Sie unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

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