Ausrüstung

Welche Trekkingstöcke passen zu mir?

23. Juli 2018

Sportart

Kaufberatung Trekkingstöcke

Trekkingstöcke sind eine sinnvolle Unterstützung, wenn es über Stock und Stein geht

Sie erleichtern den Aufstieg, sie erleichtern den Abstieg und sind eine echte Hilfe, wenn man eine lange Tour unternimmt – die Rede ist von Trekkingstöcken. Sie gehören vor allem bei Fernwanderern zur absoluten Grundausstattung. Dabei ist die Suche nach den richtigen Stöcken meist nicht so einfach. Zwischen Falt- und Teleskopstock gibt es große Unterschiede, die nicht nur im Aufbau und im Material bestehen. Da wäre noch die Frage nach dem richtigen Griff und dem passenden Verstellsystem und dann gibt es ja auch noch zahlreiche Extras, wie Federungssysteme und breite Teller.

Im Folgenden erklären wir Euch, wann Ihr welchen Trekkingstock wirklich braucht und worin sie sich grundlegend unterscheiden.

Die Materialfrage

Der Klassiker, der bei vielen Trekkingstöcken zum Einsatz kommt, ist Aluminium. Das Metall ist leicht, haltbar und widerstandsfähig und eignet sich dadurch bestens für den Einsatz beim Wandern und Trekken in wechselndem Gelände. Es wird in verschiedenen Materialdicken verbaut, wodurch die Stöcke bis zu einem gewissen Grad auf geringes Gewicht getrimmt werden können. Wer es noch leichter mag, für den sind Carbon-Stöcke die richtige Wahl. Der Kohlefaserverbundstoff ist wesentlich leichter und hat den Vorteil, dass er deutlich steifer ist. Dadurch vibrieren die Stöcke nicht, was bei Aluminiumstöcken nervig werden kann, sofern sie nicht gefedert sind. Der Nachteil von Carbon ist, dass es bei Mikrorissen unvermittelt brechen kann und sich nicht verbiegt wie ein Aluminiumstock.

Bei manchen Modellen, wie den Stiletto Tour von Komperdell werden beide Materialien kombiniert. Die unteren Teile besteht aus Carbon und der obere Teil aus Aluminium.

Faltstock oder Teleskopstock?

Noch immer sind die meisten Trekkingstöcke sogenannte Teleskopstöcke, die zum Verstauen einfach ineinander geschoben werden. Zur Fixierung werden die einzelnen Teile entweder festgeschraubt oder haben Klemmen. Letztere haben den Vorteil, dass sie auch mit Handschuhen leicht bedienbar sind und im Falle eines Defekts schnell ausgetauscht werden können, dafür sind sie aber auch etwas schwerer, wodurch bei leichteren Stöcken eher zum Schraubsystem zurückgegriffen wird.

Black Diamond - Distance Carbon Z - Trekkingstöcke

Black Diamond – Distance Carbon Z – Trekkingstöcke

In Bereichen, in denen das Gewicht eine besonders große Rolle spielt, sind sogenannte Faltstöcke oder Z-Poles sehr beliebt. Die einzelnen Stockkompartimente sind mit einem dicken Kabel verbunden und werden beim Zusammenbauen schlicht eingefädelt und z.B. mit einem Druckknopf fixiert. Durch das Fehlen von Klemmen oder Schraubmechanismen werden die Trekkingstöcke noch leichter. Besonders bei Trailrunnern und Light-Hikern sind Modelle wie die Distance Carbon von Black Diamond sehr beliebt.

Aber Vorsicht: In der Regel sind Stockhalterungen an Wander- und Trekkingrucksäcken nur für Teleskopstöcke ausgelegt. Faltstöcke können aber prima in einer der Seitentaschen untergebracht werden.

Alles im „Griff“?

In der Regel hat man seine Trekkingstöcke nicht nur für einen kurzen Moment an der Hand. Daher macht es Sinn, sich auch die Griffe mal genauer anzusehen. Immer, wirklich immer solltet Ihr die Finger von reinen Plastikgriffen lassen. Sie kommen vor allem bei sehr günstigen Stöcken zum Einsatz und sind nur in einer Hinsicht zuverlässig, nämlich Euch Blasen zu bescheren. Daher sollten Griffe mindestens gummiert sein oder besser noch aus Kork bestehen oder eine Schaumstoffauflage haben. Denn so wird Schweiß absorbiert und verhindert, dass es zu Reibung kommt.

In der Regel sind die Griffe ergonomisch geformt und sitzen gut in der Hand. Bei manchen Modellen wie dem Micro Vario Carbon von Leki ist der Griffbereich weiter nach unten gezogen. Das hat den Vorteil, dass man in jedem Gelände die optimale Greifposition wählen kann.

Sogenannte Hai-Griffe kommen bei Nordic Walking Stöcken vor, sind eher für den sportlichen Gebrauch gedacht und maximal für Trailrunner interessant.

Nicht zu unterschätzen ist die Griffschlaufe. Sie hilft, die Stöcke sicher in der Hand zu halten und ist wichtig für den hinteren Abdruck beim Gehen. Die Schlaufenweite sollte so eingestellt werden, dass die Hand möglichst nahe am Griff ist.

Leki - Tourenteller - Ersatzteller

Leki – Tourenteller – Ersatzteller

Wichtige Extras bei Trekkingstöcken

Wie bei vielen anderen Ausrüstungsgegenständen auch, gibt es zahlreiche Extras, die den Komfort von Wanderstöcken deutlich erhöhen. Die schon erwähnte Federung bei Aluminiumstöcken minimiert die bei jedem Aufprall entstehenden Vibrationen und entlastet die Unterarme. Das ist vor allem bei langen oder mehrtägigen Touren ein echter Vorteil.

Ein wichtiger Aspekt bei Gletscherüberquerungen oder Wintertouren ist die Wahl der richtigen Teller. Breitere Teller bieten besseren Halt bei Schnee und erleichtern so das Vorankommen. In der Regel sind die Teller leicht austauschbar, da breite Teller z.B. in felsigem Gelände eher hinderlich sind, da sie in Spalten leicht hängen bleiben.

Hat man es zwischenzeitlich mit längeren Asphaltpassagen zu tun, kann es sinnvoll sein, die Spitzen der Trekkingstöcke mit Gummipuffern zu versehen. Dabei handelt es sich um einfache Aufsteckteile, welche die Spitzen vor Abnutzung schützen.

Übrigens, wenn Ihr demnächst mit dem Flieger unterwegs seid, dann packt Eure Stöcke nicht ins Handgepäck, denn das ist verboten. Um sie gut zu schützen, wickelt sie fest ein und steckt sie in den Koffer oder in den Trekkingrucksack.

Und welche Trekkingstöcke soll ich jetzt nehmen?

Black Diamond - Trail Back - Trekkingstock

Black Diamond – Trail Back – Trekkingstock

Das richtet sich wie so oft eher nach dem Einsatzzweck. Wenn Ihr nur Stöcke für gemütliche Wanderungen braucht, die euch stabilisieren, wenn mal eine kurze schwierige Passage ansteht, dann dürften klassische Aluminium-Teleskopstöcke ohne größere Extras die richtige Wahl sein. Geht Ihr dagegen auch gerne mal auf mehrtägige Touren und durch schwierigeres Terrain, schaut Euch nach gefederten Stöcken mit Wechselteller und verlängertem Griff um. Ein passendes Beispiel wären die Thermolite XL Antishock Trekkingstöcke von Leki. Entsprechende Modelle werden den unterschiedlichen Ansprüchen ans Gelände am besten gerecht. Setzt Ihr dagegen voll aufs Gewicht, dann sind Faltstöcke aus Carbon wohl unumgänglich. Die sind mitunter so leicht, dass Ihr sie einfach die ganze Zeit in der Hand halten könnt, wenn Ihr keine gute Befestigungsmöglichkeit am Rucksack habt.

Die Länge der Stöcke ist übrigens dann richtig, wenn ihr mit dem Arm etwa einen Winkel von 90 Grad erreicht. Beim Bergabgehen kann man die Stöcke fünf bis zehn Zentimeter länger machen, beim Bergaufgehen um die gleiche Länge kürzen.

>> Zum Online Rechner für die richtige Stocklänge

Und noch etwas. Auf flachen Strecken mit gutem Untergrund die Stöcke regelmäßig mal wegpacken und ohne Laufen. Es gibt die Theorie, dass zu häufiger Stockeinsatz dem Gleichgewichtssinn schadet, da dieser mit Stöcken weniger geschult wird.


Ihr habt noch Fragen zum Thema Trekkingstöcke? Dann stehen Euch unsere Experten aus dem Kundenservice natürlich gerne zur Verfügung. Ihr erreicht Sie unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. woschulz sagte am 7. Dezember 2016 um 20:36 Uhr

    Hallo und einen schönen guten Abend,
    ich habe im Juni vor den Jakobsweg zu gehen.
    Bis Bilbao mit dem Flieger, rein in den Bus und ab Pamplona geht`s dann los.
    Nur weiß ich nicht, ob es Treckingstöcke gibt, die in meinen Trolley passen.
    Vielleicht hat jemand einen Tip.

    Danke.
    MfG
    Wolfgang

  2. Jörn sagte am 12. Dezember 2016 um 10:01 Uhr

    Hi Wolfgang,

    erstmal danke für deinen Kommentar. Das kommt vor allem darauf an, wie groß dein Trolley ist. Ich vermute mal Handgepäck?

    Dann würde ich mir mal Faltstöcke ansehen, die sind in der Regel deutlich kompakter im Packmaß (https://www.bergfreunde.de/trekkingstoecke/konstruktion–faltstock-laengenverstellbar/).

    Viele Grüße,

    Jörn

  3. ick sagte am 29. März 2018 um 19:48 Uhr

    Hallo,
    ich bin vollkommen ratlos. Ich suche nun schon tagelang (teleskop) Trekkingstöcke (faltbar oder ausziehbar), die von 105cm (oder kleiner) aufwärts nutzbar sind (also für kleinteilige Menschen). Sie sollten ein kleines Packmaß haben für den Tagesrucksack und vor allem sollten Sie eine sehr gute Dämpfung haben wegen eines defekten Handgelenkes. Die Leki-Varianten mit den unsinnigen Elastomer-Gummistoppen, kommen nicht in Frage, weil die so unnötig sind wie ein Krop am Backen. Genau so gut könnte ich auch mit einem Kiesel puffern.
    Gibt es irgend einen Stock, der all diese Kriterien erfüllt? Alu oder Carbon ist mir dann egal. Griffe sollten nicht gerade Hartplaste sein, aber das Wesentliche ist wirklich das Packmaß und die Federung.
    Bin für jede sinnvolle Hilfestellung dankbar.
    Viele Grüße
    (ick)

  4. Jörn sagte am 3. April 2018 um 14:54 Uhr

    Servus ick,

    ich hab hier mal zwei Modelle rausgesucht:

    https://www.bergfreunde.de/black-diamond-womens-trail-pro-shock-trekkingstock/
    https://www.bergfreunde.de/leki-womens-cressida-as-trekkingstoecke/

    Beides sind Damenvarianten, aber das äußerst sich maximal in der Farbe. Falls das noch nicht hilft, kann ich dir nur einen Anruf im Kundenservice ans Herz legen. Du erreichst die Kollegen unter der 07121/70 12 0 und sie stehen dir Montag bis Freitag von 10 – 17 Uhr zur Verfügung.

    Liebe Grüße,

    Jörn

  5. Karin sagte am 9. April 2018 um 12:11 Uhr

    Hallo!
    Ich hatte bisher Leki Khumbu AS Stöcke und suche nun welche, bei denen der Griff angenehmer und weicher ist. Antishock und Speedlock sind ein Muss und sie sollten für 1.60m und 100kg schwere Personen sicher genug sein.
    Einsatzgebiet: Allgäuer Alpen, nur leichte Strecken mit kurzen schwierigeren Passagen. Sie sind auch als Gleichgewichtshilfe bei Behinderung nötig.

    Danke für eine Info

  6. Jörn sagte am 10. April 2018 um 08:49 Uhr

    Hi Karin,

    in dem Fall könntest du mal die Cressida (https://www.bergfreunde.de/leki-womens-cressida-as-trekkingstoecke/) oder die Sherpa XL (https://www.bergfreunde.de/leki-sherpa-xl-as-sl2-trekkingstoecke/) probieren. Beide haben den Aergon-Griff, der ggf. noch etwas angenehmer ist, als der Korkgriff vom Khumbu. Ich bin damit jedenfalls sehr zufrieden. Beide haben Antishock und Speedlock.

    Bei Bedarf kannst Du Dich natürlich auch jederzeit an die Kollegen aus dem Kundenservice wenden. Du erreichst sie unter der 07121/70 12 0 und sie stehen dir Montag bis Freitag von 10 – 17 Uhr zur Verfügung.

    Viele Grüße,

    Jörn

  7. Merlin sagte am 3. Juli 2018 um 16:19 Uhr

    Hallo Zusammen,

    wir sind bei einer Zugspitzumrundung dieses Jahr in ein arg verschneites Gebiet auf der Nordseite gekommen und haben Holzstöcke zur Absicherung oberhalb von uns im Hang eingesteckt um ein runterrutschen beim abrutschen im Hang zu vermeiden. Halten die Handelsüblichen Alustöcke diese Querbelastung beim Abrutschen aus? Welche Stöcke sind den für Mehrtageswanderungen geeignet und sind mit einer stabilen Querbelastung ausgestattet um sie auch bei Schneewanderungen, wie oben beschrieben, einsetzen zu können?

    Vielen Dank im Voraus für euer Feedback. :)

    SG
    Merlin

  8. Bergfreund Marco sagte am 3. Juli 2018 um 16:59 Uhr

    Hallo Merlin,

    ein robuster und eher schwererer Alustock wie z.B. der Sherpa von Leki – https://www.bergfreunde.de/leki-sherpa-xl-as-sl2-trekkingstoecke/ hält schon einiges aus und kann auch für Schneewanderungen eingesetzt werden. Für höhere Belastungen würde ich dann eher zu einem Skistock raten, der für höhere Belastungen eher ausgelegt ist.

    Ich hoffe das hilft Dir weiter, wenn Du noch Fragen hast gerne auch telefonisch. Du erreichst uns unter der 07121/70 12 0 und sie stehen dir Montag bis Freitag von 10 – 17 Uhr zur Verfügung.

    Viele Grüße,

    Marco

  9. Merlin sagte am 8. Juli 2018 um 13:13 Uhr

    Hallo Marco,

    vielen Dank für das schnelle Feedback. :)

    Schöne Grüße
    Merlins

  10. Ingo sagte am 21. Juli 2018 um 11:13 Uhr

    Korrigiert doch bitte mal die ganzen toten Links im Artikel.

  11. Jörn sagte am 23. Juli 2018 um 09:33 Uhr

    Salut Ingo,

    ist geschehen – nicht immer ganz einfach, bei den ganzen Artikeln den Überblick zu behalten.

    Mea culpa,

    Jörn

  12. Jens sagte am 21. Juli 2018 um 17:14 Uhr

    Hallo liebes Bergfreunde-Team,

    ich bin gerade auf der Suche nach Trekkingstöcke, die auch als Skitourenstöcke verwenden.
    D.h. kann ich einen normalen Skitourenteleskopstock, wie diesen hier: https://www.bergfreunde.de/leki-civetta-pro-skistoecke/ einfach auch als Trekkingstock verwenden?
    Was wären Probleme?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Jens

  13. Bergfreund Marco sagte am 23. Juli 2018 um 12:22 Uhr

    Hallo Jens,

    da spricht zunächst einmal nichts dagegen, das Problem ist meistens eher andersherum, nicht jeder Trekkingstock ist auch für den alpinen Skieinsatz geeignet, weil das Material nicht robust genug ist.
    Einzig die Stockspitzen sind bei einem Skistock etwas anders designt, aber das sehr ich jetzt nicht als Hindernis.

    Ich hoffe das hilft Dir weiter, viele Grüße,

    Marco

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