Kaufberatung Schneeschuhe

Ab geht’s auf Schneeschuhtour – eine kleine Kaufberatung für Schneeschuhe

14. März 2016

Kategorie

Sportart

Auf was ist beim Kauf von Schneeschuhen zu achten?

Auf was ist beim Kauf von Schneeschuhen zu achten?

Das Schneeschuhwandern – das heißt die Ruhe genießen, durch den unberührten Neuschnee stapfen, vorbei an malerischen Winterlandschaften. Ob alleine, mit Freunden oder mit Tourenführer, das Gleiten über den glitzernden Schnee ist einfach entspannend und macht mächtig Laune. Über die letzten Jahre hat sich das Schneeschuhtourengehen von der Nische ins wintersportliche Rampenlicht bewegt. Die Schneeschuhtour wird immer beliebter. Und das nicht zuletzt wegen des leichten Einstiegs ins Schneeschuh-Business. Ohne großes Vorwissen ist es jedem Wintersportfan möglich, den Sport kennen und lieben zu lernen. Aber auch Profis lockt die Schneeschuhtour mit anspruchsvollen Herausforderungen hinter dem warmen Ofen vor.

Neben einem guten Paar Hosen, natürlich wasserdicht, einem Paar guter Stöcke, festem Schuhwerk und einem – wie zu oft rappelvollen – Rucksack braucht es kaum Equipment für eine gelungene Tour durch den Schnee. Nur der eigentliche Star fehlt noch am Set: der Schneeschuh! Was müssen gute Schneeschuhe können? Wie funktionieren sie? Was muss beim Kauf beachtet werden? All diese und noch einige andere Fragen möchte ich in meiner kleinen Schneeschuhkunde klären. Vielleicht bekommt ja der eine oder andere von Euch auch selbst Lust, die Schneeschuhe in die Hand zu nehmen. Oder besser gesagt auf die Schuhe zu schnallen!

 

Die Basics – wie funktionieren Schneeschuhe überhaupt?

Das Prinzip des Schneeschuhgehens ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Naja, okay vielleicht nicht ganz so alt. Aber ziemlich alt auf jeden Fall. Überall dort, wo sich Menschen in schneereichen Gebieten mit angesiedelt haben, machen sie sich eine ähnliche Methode zu Nutze. Die Fläche der Füße wird durch einen Untersatz aus verschiedenen Materialien wie Leder, Holz und Pflanzenfasern verbreitert. So entsteht eine Lastenverteilung des Körpergewichts auf die Auflagefläche dieses Untersatzes. Der Körper bricht nicht in den tiefen Schnee ein. Man kann also förmlich über die Schneeflächen schreiten, was die Fortbewegung deutlich erleichtert. Genau nach diesem Prinzip funktionieren Schneeschuhe auch heute noch. Nur dass sie nicht mehr aus Holz und Leder gefertigt sind. Vielmehr sind Schneeschuhe heute ein hochmodernes Produkt, mit jeder Menge Produktvariationen. Hier setzt nun auch meine Kaufberatung an.

Das Eingemachte – Was muss der Schneeschuh auf dem Kasten haben?

Schneeschuhe gibt es mit Aluminium- und Kunststoffrahmen

Schneeschuhe gibt es mit Aluminium- und Kunststoffrahmen

Schneeschuhtour ist nicht gleich Schneeschuhtour. Von gemütlichen Touren über flache Gebiete für Einsteiger, über Profitouren in schwindeligen Höhen abseits jeder befestigten Piste, bis hin zum Aufstieg für Snowboarder oder Eiskletterer. Darum gibt es für jeden Gusto den passenden Schneeschuh auf dem Markt.

Grundsätzlich lässt sich die für uns interessante Schneeschuhwelt in zwei unterschiedliche Lager aufteilen: die mit Aluminiumrahmen und die mit Kunststoffrahmen. Nennen wir sie hier einfach mal ganz in hipper Jugendsprache „Team Kunststoff“ und „Team Aluminium“. Zwar gibt es für Puristen noch die sogenannten Originals, die aus einem gebogenen, mit Leder bespannten Holzrahmen bestehen. Die lasse ich aber einfach mal außen vor.

„Team Aluminium“, auch Classics genannt, besteht wie man vermuten kann aus einem Aluminiumrahmen, der mit einem festen Kunststoffgewebe bespannt ist. Diese Schneeschuhe eignen sich bestens fürs Flachland. Sie zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht aus und geben gleichzeitig guten Auftrieb auf dem Schnee. Die Classics kommen in ihrer Konstruktion und Funktionsweise den „ursprünglichen“ Schneeschuhen am nächsten und sind die idealen Anfängerschuhe. „Team Kunststoff“ oder auch Moderns sind aus leistungsstarken Kunststoffen gefertigt und extrem kältebeständig. Den Moderns fehlt in der Regel die Bespannung. Sie sind in Sachen Größe meist etwas kompakter gehalten und sind eher für den Einsatz in schwierigem Gelände gedacht. Die Kunststoffschuhe sind oft mit Spikes oder Harscheisen versehen. Oft kommen sie auch mit scharfen Zacken an der Bindung, die sich ähnlich wie Steigeisen im Schnee eingraben. Das sorgt für einen leichteren Aufstieg in hartem oder gar gefrorenem Schnee. Moderns eignen sich bestens für den hochalpinen Bereich und/oder für den Zustieg zur Abfahrt.

Natürlich gibt es auch wieder die üblichen „Sonderlinge“, wie beispielsweise Classics, die mit Spikes und Stahlbeschlägen fürs Gelände ausgestattet sind oder mit festem Textil bespannte Moderns. So kann der Profi nach Belieben variieren.

Größe, Bindung und weitere Produktdetails

Kaufberatung Schneeschuhe - Größe

Welche Schneeschuhgröße ist die richtige für mich?

Jetzt stellt sich die Frage nach der richtigen Größe. Im Grunde könnt Ihr da nach einer einfachen Regel vorgehen. Je schwerer Ihr selbst seid, plus das Gepäck das Ihr mit Euch rumschleppt, desto größer muss der Auftrieb sein. Das bedeutet ganz einfach: Je höher das Gewicht des Trägers ist, desto größer müssen die Schneeschuhe sein. Geht es in schwieriges Gelände und in alpine Bereiche, wird das alles aber schon wieder etwas komplizierter. Hier sind riesige „Biberschwänze“ an den Füßen nicht gerade förderlich. Also müsst Ihr die Größenwahl von einigen anderen Faktoren abhängig machen. Je pulveriger der Schnee ist, umso größer muss auch der Schuh sein. Auf festem und eisigem Schnee ist nicht so viel Auftrieb vonnöten und ein kleinerer Schuh ist in solchen Situationen auch einfach wendiger. Gleichzeitig ist das Gepäck ein Faktor. Leichtes Gepäck bedeutet, dass weniger Auftrieb benötigt wird und umgekehrt. Auch der eigene Geschmack spielt natürlich eine Rolle. Wenn Ihr die Schuhe häufig am Rucksack befestigen möchtet, sind die kleinen Varianten natürlich weitaus problemloser.

Ebenso solltet Ihr beim Schneeschuhkauf auch auf die Art der Bindung achten. Eine gute Bindung umschließt den Fuß fest. Schließlich sollen die Schneeschuhe ja nicht mitten auf der Tour von den Füßen fallen. Die Bindung muss einfach zu öffnen und auch wieder zu schließen sein. Am besten auch mit angezogenen Handschuhen. Eine verstellbare Bindung ist ebenfalls von Vorteil. So könnt Ihr die Bindung für unterschiedliche Schuhe und Schuharten richtig einstellen.

Kaufberatung Schneeschuhe - Das Gewicht und die Form spielen ebenfalls eine wichtige Rolle

Das Gewicht und die Form spielen ebenfalls eine wichtige Rolle

Das Gewicht und die Form der Schneeschuhe sollten wir ebenfalls nicht unter den Teppich kehren. Ein schwerer Schneeschuh bedeutet mehr Kraftaufwand beim Gehen. Das ist auf die Dauer anstrengend. Hier ist – wie so oft bei uns Outdoorern – die leichte Variante Trumpf. Bei der optimalen Form wird es erneut kompliziert. Im Flachland darf der Schneeschuh ruhig etwas schmaler geformt sein. In schwierigerem Gelände und bergauf kommt ein kürzerer Schneeschuh bequemer voran. Während im Pulverschnee der Schuh gerne mal länger sein darf. Achtet hier auch auf die Herstellerangaben. Da finden sich oft gute Infos für welches Gelände die Schuhe designt wurden.

Zusätzliches Zubehör und die schnelle Reparatur

Wie erwähnt braucht es für eine Schneeschuhtour nicht viel. Ein paar Dinge solltet Ihr aber, wenn Ihr mit dem Schneeschuhgehen liebäugelt, auf Euren Einkaufszettel schreiben. Wetterfeste und funktionelle Kleidung lasse ich mal weg. Die haben wir ja eh alle schon zu Hause. Wichtiger sind hier gute Trekkingstöcke oder Skistöcke. Ohne die macht auch die ambitionierteste Schneeschuherfahrung keinen Spaß. Und oft geht es auch nicht vom Fleck. Ein Rucksack mit Schneeschuhhalterung ist ebenfalls ein gutes, wenn auch nicht essentielles Extra. Die Gamaschen solltet Ihr aber keinesfalls daheim lassen. Auf einer Schneeschuhtour liegt im besten Falle auch mächtig viel Schnee. Und der schleicht sich mit guten Gamaschen nicht in die Schuhe.

Falls Euch unterwegs mal etwas kaputt geht, gibt es ebenfalls Reparatursets und Ersatzteile für die Tour zu kaufen. Oft lässt sich auch das eine oder andere Missgeschick schon mit etwas fester Schnur wieder ausbügeln.

So, jetzt seid Ihr in den erlesenen Zirkel der Schneeschuhtourengeher eingeweiht. Ich hoffe, dass einige Fragen geklärt werden konnten oder auch der eine oder andere von Euch Lust bekommen hat, selbst mal auf Tour zu gehen.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Reiner ist hier unser Fachmann in Sachen Schneeschuhe. Du erreichst ihn unter der Woche telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

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