Alle Artikel zum Thema ‘Ausrüstung’

Eine gute Ausrüstung ist goldwert. Wer schon mal im Regen durch die Wälder gestapft ist und am Ende trotz funktionaler Outdoor-Ausrüstung klatschnass am Ziel angekommen ist, weiß um was es geht. Es gibt einfach nichts nervigeres, als Funktionsbekleidung ohne Funktion.

Um Dir etwas Klarheit zu verschaffen, berichten wir in der Kategorie Ausrüstung, über neue Entwicklungen und auf was Du beim Kauf achten solltest. Außerdem findest Du hier interessante Hilfestellungen, wie Du Deine Ausrüstung richtig pflegst und wartest.

Weit mehr als eine Daunendecke – von den Vorzügen eines Quilts

20. Juni 2018
Kaufberatung

Ihr wollt auf Eurer nächsten Trekkingtour einmal wirklich aufs Gewicht achten und wisst nicht so richtig womit ihr beim Grammjagen anfangen sollt? Dann könnte dieser Beitrag vielleicht Abhilfe schaffen. Die schwersten Ausrüstungsgegenstände stammen immer aus den so genannten großen Drei: also Schlafsack, Rucksack und Zelt.

Ein vernünftiger Drei-Jahreszeiten-Schlafsack bringt in der Regel mindestens 700-800 Gramm auf die Waage, eher sogar mehr. Dieses Gewicht könnt ihr reduzieren, wenn ihr statt auf einen „klassischen“ Schlafsack auf einen Quilt setzt. Der Quilt schafft es, die 3-Jahreszeiten-Temperaturen mit 400-500 Gramm, also so gut wie der Hälfte des Gewichts des Schlafsackes, abzudecken.

Was ist ein Quilt?

Ein Quilt ist quasi ein Schlafsack, dem allerdings ein Teil seiner Füllung fehlt. Zudem hat ein Quilt keinen Reißverschluss, sondern einen Kordelzug als Verschlußmechanismus. Beides sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Quilt in einem ähnlichen Temperaturbereich leichter ist als ein Schlafsack. Neben dem Gewicht,  sorgt die geringere Füllmenge des Quilts für ein sehr geringes Packmaß – ein weiterer Vorzug für den gewichtsorientierten Wanderer.

Nun wird natürlich schnell die Frage auftauchen, ob die geringere Füllmenge nicht auch für eine geringere Wärmeleistung des Quilts sorgt. Die Antwort lautet nein. Da ein Schlafsack quasi rundum mit Füllmaterial (Kunstfaser oder Daune) versehen ist, kommt man nicht umhin auf einem Teil der wärmeisolierenden Füllung zu liegen. Dadurch komprimiert man die Füllung mit seinem Körpergewicht und sorgt (insbesondere bei Daunen) dafür, dass die wärmeisolierende Eigenschaft vollständig verloren geht. Das heißt die Wärme in diesem Teil des Schlafsacks kommt nicht von dem Schlafsack selber, sondern von der entsprechenden Isomatte, die die Bildung einer Kältebrücke verhindert. Aus diesem Grund ist die fehlende Füllung eines Quilt kein Nachteil, wenn es um die Wärmeleistung in einem bestimmten Temperaturbereich geht.

Auch die fehlende Kapuze kann ganz einfach durch die Kapuze der Daunenjacke oder den Einsatz einer Mütze überbrückt werden.

Einsatzbereiche eines Quilt

Ein weiterer Vorteil eines Quilts gegenüber einem herkömmlichen Schlafsack liegt in dessen Flexibilität. Der Kordelzug lässt sich sehr viel besser regulieren als ein Reißverschluss. Durch diesen Kordelzug kann der Quilt in wärmeren Bedingungen im Handumdrehen zu einer Decke umfunktioniert werden. So kommt ihr nicht in die Verlegenheit, bei wärmeren Temperaturbedingungen euren Schlafsack mit Schweiß zu tränken und in kälteren Nächten frieren zu müssen. Diese Eigenschaft sorgt auch ganz generell für eine bessere Ventilation als man es in einem geschlossenen Schlafsack hätte.

Was sind also klassische Einsatzbereiche für einen Quilt? Längere Touren, die einen durch unterschiedliche Temperaturbereiche führen sind ein Beispiel. Seien es die großen amerikanischen Trails wie der Pacific Crest, Appalachian Trail oder der El Camino und andere europäische Fernwanderwege, hier werdet ihr mit verschiedenen Bedingungen konfrontiert, aber habt kaum die Möglichkeit eure Ausrüstung anzupassen. Genau deshalb eignet sich der Quilt für diese Touren. Aber auch kleinere Touren, die sich in einem Temperaturbereich bis knapp unter den Gefrierpunkt bewegen, sind sehr gut geeignet einem Quilt den Vorzug vor einem Schlafsack zu geben.

Den richtigen Quilt finden

Bevor ihr den für euch geeigneten Quilt aussucht, ist es wichtig zu beachten, dass zu einem Quilt eine entsprechende 3-Jahreszeiten Isomatte gehört, die einen R-Wert von mindestens drei haben sollte. An der Isomatte kann der Quilt dann auch mit Hilfe des Kordelzuges befestigt werden, um eine optimale Nutzung der Wärmeleistung zu garantieren.

Jetzt kann es losgehen mit der Quiltauswahl. Sehr gute und vor allem extrem leichte Quilts macht der amerikanische Schlafsackspezialist Western Mountaineering. Aufgrund der Nutzung sehr hochwertiger Daunen mit 850 cuin Bauschkraft ist dieser Hersteller immer einen Blick wert.

Ein Modell wie die Nanolite Daunendecke von just genanntem Hersteller ist für den Einsatz bis knapp unter den Gefrierpunkt gemacht und bringt dabei gerade einmal 360 Gramm auf die Waage. Bis ungefähr minus fünf Grad könnt ihr euch mit der Western Mountaineering Australite Daunendecke warmhalten. Mit einem Gewicht von 480 Gramm ist diese nur schwer zu unterbieten.

Quilts im Winter

Kommen wir nun noch zu den Einschränkungen. Quilts sind nicht dafür geeignet unter dauerhaft kalten Bedingungen genutzt zu werden. Der oben genannte Temperaturbereich ist das Maximum was aus einem Quilt herausgeholt werden kann und ihr werdet auch nur 3-Jahreszeiten-Quilts für Frühjahr, Sommer und Herbst finden. Zwar könnt ihr durch die Nutzung einer Winterisomatte den Bereich noch etwas dehnen, aber für dauerhaften Wintereinsatz ist ein Quilt schlicht nicht gemacht.

Da ein Schlafsack ja generell nichts anderes macht, als die eigene Körperwärme durch das entsprechende Füllmaterial zu isolieren und zu speichern, ist es unter kalten Bedingungen wichtig den Raum möglichst klein und geschlossen zu halten. Dies kann ein Quilt wiederum nicht in der gleichen Form wie ein Schlafsack leisten.

Fazit

Lange Rede kurzer Sinn: wenn ihr Touren plant, die euch in unterschiedliche Temperaturbereiche führen, aber nicht durch hohe Minusgrade charakterisiert sind, ist einer der besten Wege Gewicht bei eurer Ausrüstung einzusparen die Nutzung eines Quilts. Diese Schlafsackvariante schafft es durch das Weglassen von normalerweise nutzlosem Füllmaterial wertvolle Gramm einzusparen. Zudem ermöglicht diese Konstruktionsweise in der Nutzung eine sehr hohe Flexibilität. Ihr werdet in warmen Sommernächten nicht schwitzen und unter kälteren Bedingungen trotzdem nicht frieren – was will man mehr?

Das Gewicht des Revos.

Was lange währt, wird endlich Revo

20. Juni 2018
Ausrüstung

Vor ein paar Wochen ist bei uns das neue REVO des Traditionsherstellers Wild Country eingetrudelt. Da das nunmehr seit Sommer 2016 auf der OutDoor in Friedrichshafen angekündigte Sicherungsgerät auf die Veröffentlichung zusteuert, ließen wir es uns nicht nehmen, das Teil im Vorfeld auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ist es ein Tuber? Ist es ein Halbautomat? Es ist ein REVO!

Das REVO ist ein bidirektionales Sicherungsgerät auf der Funktionsbasis eines Tubers mit einer zusätzlichen, paniksicheren Backupfunktion in Form einer Fliehkraftbremse, die im Falle eines Versagens des Sichernden das Seil blockiert. Das REVO stellt somit das erste Sicherungsgerät seit 1991 (Grigri) dar, welches mit einer komplett neuen Technik daherkommt. Freigegeben ist das REVO für Kletterseile mit einem Durchmesser von 8,5-11,0 mm und soll mit allen gängigen Karabinern funktionieren. Gefertigt ist das Ganze aus Aluminium und Edelstahl und wird in Italien produziert. Auch das Design erinnert eher an ein Bauteil eines italienischen Supersportlers; andere böse Zungen behaupten an einen Dynamo, als an ein Sicherungsgerät – aber gerade das weiß durch seine Ausgefallenheit zu gefallen.

Nicht nur das Design und die Größe beeindrucken, sondern auch das Gewicht. Allerdings sind sich hierbei der Hersteller, andere Rezensenten und die heimische Küchen – äh Ausrüstungswaage alles andere als einig. Der Hersteller gibt 245 gr. an, anderswo steht 275 gr. und die Waage sagt wiederum 285 gr. Einigkeit besteht allein bei allen darin, dass es ein schwerer Brocken ist, der die Haltekraft des Klettergurts in Bodenrichtung auf harte Proben stellt. Für den angeschlagenen Verkaufspreis von knapp 130 € bekommt man aber so zumindest noch etwas für sein Geld.

Hands on oder REVO, ick hör dir klacken

Auf den ersten Blick hat das REVO sehr viele bewegliche Teile. Recht schnell merkt man aber, dass für den Sichernden nur der Schließmechanismus (in Form eines kleinen schwarzen Hebels) und die Seilrolle relevant sind. Alles andere erledigt das REVO von selbst.

Das erste Seileinlegen erfordert dennoch einiges an genauer Beobachtung, da auf den ersten Blick nicht intuitiv klar ist, wie das Seil verlaufen soll. Es ist immer noch möglich, das Seil falsch einzulegen, auch wenn man es nicht mehr verkehrt herum einlegen kann. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist dies aber komfortabel zu bewerkstelligen.

Getestet haben wir das REVO mit Kletterseilen verschiedener Stärke und unterschiedlichen Karabinern. In den meisten Fällen nimmt das REVO die diversen Setups klaglos hin. Bei dicken und durch häufige Benutzung speckig gewordenen Seilen (der Toprope-Bereich lässt grüßen) in Kombination mit einem stark gebogenen Karabiner kann es jedoch zu einem ungewollten Schleifen des Seils am Karabiner kommen. Ein wenig problematisch waren in unserem Test zudem Twingate-Karabiner. Durch die knapp bemessene Einhängeöffnung am REVO war bei einigen Vertretern dieser Art etwas Überzeugungsarbeit nötig, andere passten gar nicht.

Wenn alles eingelegt ist, ist das Handling wirklich fantastisch. Das Ausgeben und Einholen des Seils, sowie der schnelle Wechsel zwischen beidem geht so leicht von der Hand, wie bei kaum einem anderen Sicherungsgerät. Das Seil läuft in beide Richtungen ohne zu hackeln (und das unabhängig von der Position der Bremshand!). Zudem kann das Seilausgeben sehr Präzise dosiert werden, sodass weder ein Schlappseil entsteht oder der Kletterer um die letzten Zentimeter Seil bis zur nächsten Exe kämpfen muss.

Diese Leichtläufigkeit macht sich allerdings auch beim Ablassen und Halten des Kletternden bemerkbar. Da die Blockierfunktion nur im Notfall greifen soll, beschränkt sich die native Bremswirkung lediglich auf die oben und unten angebrachten Lamellen, die Fliehkraftbremse dreht sich munter weiter. Dies hat zur Folge, dass eine relativ große Last auf der Bremshand liegt, auch weil, im Gegensatz zu anderen Tubern, der Karabiner konstruktionsbedingt nicht beim Bremsen des Seils mithelfen kann. Gerade bei schweren Kletterern hat der Sichernde daher alle Hände voll zu tun.

Sollte der Sichernde das Seil einmal nicht bremsen, sei es aus Unachtsamkeit, Ohnmacht oder sonstigen Szenarios, blockiert das REVO sehr zuverlässig. Freundlicherweise wird man selbst, und der Rest der Halle, auf etwaige Sicherungsfehler durch ein lautes Klacken der Blockierfunktion auf eben diese aufmerksam gemacht.

Das Backup löst bei einer Fallgeschwindigkeit von 4 m/s aus, also etwa nach 0,4 Sekunden, was ca. einem Meter Fallhöhe entspricht. Gefühlt blockiert es aber schon wesentlich früher. So kann man (auch wenn dies wahrscheinlich nicht im Sinne des Erfinders ist) die Arretierung absichtlich auslösen, um beispielsweise bei einer längeren Pause des Kletternden die Bremshand zu entlasten. Dazu muss man sich lediglich ins Seil setzen und das Bremsseil kurz anheben. Schon nach wenigen Zentimetern können es sich alle Beteiligten in ihren Klettergurten bequem machen. Gelöst wird das Seil wieder durch einen Ruck mit der Bremshand nach unten, was hervorragend funktioniert.

Beim Ablassen mit dickeren Kletterseilen schien sich das REVO hin und wieder nicht ganz sicher zu sein, ob es nun blockieren soll oder nicht (auch fernab von einer Ablassgeschwindigkeit von 4 m/s). Gleiches gilt für sehr schnelle Manöver beim Seilausgeben und -einholen. Auch hier blockiert das REVO bei hohen Geschwindigkeiten, was aber selten ein Problem darstellt, da die Selbstblockade ebenso schnell wieder zu lösen ist wie sie eintritt.

Ein paar Einschränkungen zur Arretierung gibt es allerdings, wie der Designer des REVO Egon Resch in einem Interview mit bergsteigen.com offenlegt. Bei sehr leichten Personen und wenig Seilreibung blockiert das REVO gar nicht. Gleiches gilt, wenn sehr viel Seilreibung auftritt. In unseren Tests, mit Kletterern von 64 bis 85 kg ist dieses Problem jedoch nie aufgetreten. Leider wurden keinerlei Angaben dazu gemacht, ab welchem Gewicht es zu einem Aussetzen kommen kann, oder ob zusätzlich andere Faktoren (Schlappseil o.ä.) eine maßgebliche Rolle bei diesem Phänomen spielen könnten.

Ähnlich wie bei Halbautomaten erfordert das REVO ein wenig Übung, wenn es darum geht den Kletterer weich zu sichern. Zwar lässt es sich wie ein Tuber bedienen, aber es lässt die dynamischen Eigenschaften solcher Sicherungsgeräte missen (wenn auch nicht in dem Maße wie bei anderen Halbautomaten). Somit ist ein körperdynamisches Sichern das Mittel der Wahl, insbesondere wenn der Sichernde ein paar Kilo mehr auf den Rippen hat.

Fazit

Das REVO macht vieles richtig und vor allem das Klettern sicherer. Ob es nun wie versprochen „the safest belay device available“ ist, möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Auch kann ich nichts über die Langlebigkeit dieses doch aus sehr vielen Einzelteilen bestehenden Sicherungsgeräts sagen, die erst in ihrem Zusammenspiel das zusätzliche Maß an Sicherheit gewährleisten.

Die lange Entwicklungszeit lässt allerdings darauf schließen, dass Wild Country das REVO lange genug getestet hat, um Kinderkrankheiten auszumerzen. Die Entwickler haben sich dankenswerterweise einiger verbreiteter Sicherungsprobleme angenommen und diese auf innovative Weise gelöst. Wer also gerne mit einem Tuber sichert, aber sich bei diesem mehr Sicherheit wünscht und sich nicht umgewöhnen möchte, kann beim REVO getrost zugreifen. Man bekommt für einen sicherlich stolzen Preis ein Sicherungsgerät, das durch ein klasse Handling, ein interessantes Design und eine maschinelle Arretierung glänzt – falls der Faktor Mensch versagt.

Auf einen Blick

  • Hersteller: Wild Country
  • Maße (hxbxt): ca. 104 x 87 x 38 mm
  • Gewicht: ca. 285 gr
  • Seildurchmesser: 8,5 -11,0 mm
  • Karabiner: alle, mit wenigen Einschränkungen

Tschüss Käsefüße – Outdoor Socken waschen leicht gemacht

20. Juni 2018
Pflegetipps

„Pfui Teufel! Bleib mir bloß weg mit deinen Käsemauken!“ Das oder etwas Ähnliches haben wir sicher alle schon des Öfteren nach einem langen Fußmarsch zu hören bekommen. Ganz klar, der natürliche Fußschweiß, die Feuchtigkeit und Bakterien haben über den Tourentag ganze Arbeit geleistet und die Socken in eine pestilenzartige Muffeloase verwandelt. Aber auch Matsch, Laub und ähnlicher Unrat, der sich in die Schuhe verirrt hat, haben den Fußklamotten zu schaffen gemacht. Die Socken müssen in die Wäsche! Aber was gibt’s beim Waschen der Outdoor Socken zu beachten? Gute Frage, drum hier eine kleine Sockenwaschberatung.

Allgemeine Tipps zum Waschen der Outdoorsocken

Keine Angst, die Sockenwaschkunde ist kein Hexenwerk! Dennoch gibt es ein paar wichtige Dinge, die ihr beachten müsst. Starten wir mit ein paar allgemeinen Tipps zur richtigen Sockenwäsche. Der Leitgedanke des Sockenwaschens: achtet in jedem Fall auf die Herstellerangaben! Gerade funktionelle Gewebe sind echte Hochleistungsmaterialien und haben oft ihre ganz eigenen Pflege Dos und Don’ts.

Dreht die Socken vor dem Waschen auf links. Warum? Ganz einfach, der wahre Schmutz lagert sich nicht außen an, sondern durch Schweiß und Hautpartikeln am Inneren der Socke. In Sachen Waschprogramm könnt ihr, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dem Schongang vertrauen. Der normale Waschgang wird eure Socken jedoch sicherlich auch nicht umbringen. Achtet aber in jedem Fall auf die Angaben des Herstellers.

Ein weiterer Tipp für das seit frühesten Waschmaschinentagen bekannte Sockenmysterium – der auf Nimmerwiedersehen verschwundene Sockenpartner. Ob die Socken von einem Dimensionsloch in der Trommel verschluckt oder von Kobolden entwendet werden, wie sie verschwinden wird sich wohl niemals vollständig aufklären, aber ein Mittel gegen den plötzlichen Sockenschwund gibt es allemal.

Nehmt zum Sockenwaschen ein herkömmliches BH-Netz oder ein Wäschenetz zur Hand. Das hält zum einen die Socken beisammen und schont zum anderen empfindliche Funktionssocken (oder feine Merinosocken) vor dem Abrieb durch die Trommel. Zudem schützt es vor Schäden durch Reißverschlüsse, Knöpfen oder Nieten anderer Kleidungsstücke.

Welche Socke wird wie gewaschen?

Nun geht’s ans Eingemachte. Welche Socke wird wie gewaschen? Egal ob aus Wolle, Kunstfaser, Baumwolle oder Merinowolle, um eure Socken sauber zu bekommen, müsst ihr keine hohen Temperaturkaliber auffahren. Zwar ist die Waschtemperatur nach wie vor materialabhängig, jedoch reichen 30 bei Merinowollgeweben bis maximal 40 Grad bei funktionellen Kunstfasermaterialien in aller Regel aus.

Moderne Waschmittel sorgen auch bei niedrigen Temperaturen für eine umfassende Reinigung und waschen eure Socken wie im bekannten Werbeslogan porentief rein. Temperaturen über der 40 Grad Grenze sind nicht nur unnötig, sie können empfindliche Gewebe sogar nachhaltig schädigen. Umwelt und Geldbeutel freuen sich über den Niedrigtemperaturwaschgang ebenfalls. Weniger ist also wiedermal Trumpf.

Wie sieht es an der Waschmittelfront aus?  Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Hauptsache ist, dass ihr auf Zusätze wie Bleiche, Chlor, optische Aufheller oder Weichspüler verzichtet. Ein Vollwaschmittel scheidet von vornherein aus, da es mit vielen aggressiven Zusätzen und Aufhellern für ein strahlendes Weiß daherkommt. Die schonendste Alternative ist das Feinwaschmittel. Hier wird eine besonders schonende Waschlauge mit einem feinporigen Schaum erzeugt, die wie ein Polster für empfindliche Materialien wirkt – sozusagen eine Art schaumiger Airbag, der die Socken beim Schleudergang schützt.

Feinwaschmittel ist vor allem für Funktionstextilien zu empfehlen, da es sehr gewebeschonend ist und keine Zusätze enthält, die die Funktionalität beeinträchtigen oder das Gewebe schädigen. Ich persönlich nehme ab und an ein übliches Colorwaschmittel. Das ist zwar nicht ganz so schonend wie ein Feinwaschmittel, kommt aber ebenfalls ohne Bleiche und ähnliche Zusätze aus und verhindert gleichzeitig ein Abfärben, beziehungsweise ein Ausbluten der Farben. Aber Achtung: Colorwaschmittel eignet sich nicht für Wolle oder Seide!

Merinosocken sind in der Regel herrlich pflegeleicht. Ihr solltet nur darauf achten, dass ihr bei 30 Grad bleibt und wenn möglich den Schongang einstellt. Als Waschmittelkandidaten bietet sich ein Fein- oder ein Wollwaschmittel an. Letzteres sollte in jedem Fall für Socken aus „normaler“ Wolle verwendet werden, da das Wollwaschmittel ohne Protease auskommt. Protease ist ein eiweißspaltendes Enzym, dass auf Dauer die Wollfasern schädigt.

Liegt bei euch eine Pilzerkrankung am Fuß vor, gibt es spezielle medizinische oder fungizide Waschmittel und Spüler, die dem Fußpilz auf der Socke an den Kragen gehen. Temperaturmäßig solltet ihr hier auf mindestens 60 Grad gehen, da ansonsten bei einem Waschgang unterhalb dieser Temperatur circa 10 bis 15% der Sporen überstehen. Hier sollte allerdings auch wieder die Herstellerangaben beachtet werden!

Die große Wäschekontroverse – Warum kein Weichspüler?

Das keine Bleiche, kein Chlor oder ähnliches an die geliebte Outdoorsocke sollte, lässt sich locker nachvollziehen. Aber warum kein Weichspüler? Schließlich riecht das Zeug (meistens) prima und die Wäsche fühlt sich hinterher kuschelig weich an. Der Grund liegt an den sogenannten kationischen Tensiden, die im Weichspüler enthalten sind. Diese Tenside legen sich als Film auf die einzelnen Fasern, lassen die Faseroberfläche glatter wirken und sorgen so für eine softe Haptik. Hört sich toll an? Naja!

Die Krux liegt gerade an diesem Film, denn er vermindert die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit von Geweben, was bei Funktionstextilien eher hinderlich ist. Eure Socken sind dann nämlich weich, eure Füße aber leider schwitzig und stinkig. Gleichzeitig schadet Weichspüler elastischen Kunstfasern. Sie verlieren ihre Dehnbarkeit, leiern aus oder werden brüchig. Das ist vor allem für die Sockenbünde pures Gift.

Der Nutzen, den Weichspüler auf die Wäsche hat, ist folglich fraglich und zudem enthalten einige dieser weichmachenden Produkte Zusätze wie Silikone, Lösungsmittel, Farbstoffe oder Formaldehyd, die sich schädlich auf die Umwelt auswirken.

Kann die Socke in den Trockner?

Bei der Trocknerfrage gilt wieder der altbekannte Hinweis auf die Angaben des Herstellers zu achten. In den meisten Fällen können die Socken jedoch bei niedriger Temperatur und im Schonprogramm durchaus die eine oder andere Runde im Wäschetrockner drehen. Ich würde dem allerdings immer die Trocknungsvariante in der frischen Luft vorziehen: auf der Leine an der oder auf einem gut belüfteten Wäscheständer. Auf diese Weise bleibt die Socke in jedem Fall in Takt und der Bund verliert auch nicht an Elastizität.

Ihr seht, die Outdoor Socken richtig zu waschen ist kein großes Ding. Wenn ihr auf ein paar Kleinigkeiten achtet, hat selbst der fieseste Schmutz und der übelste Geruch keine Chance und eure Socken sind schnell wieder für den nächsten Einsatz bereit!

Auf leisen Sohlen – Testbericht Arc’teryx Norvan LD

5. Juni 2018
Ausrüstung

Understatement und dezentes Auftreten halten die Autoren dieses Textes grundsätzlich für sympathische Eigenschaften. Insofern könnten die Trailrunning-Produkte von Arc’teryx auch unseren Geschmack treffen. Blöd nur, dass die Markteinführung der Artikel völlig an uns vorüber ging. Wählt Arc’teryx hier eine neue Marketing-Strategie (Geheimtipp!?). Man weiß es nicht!

Werfen wir einfach mal einen Blick zurück: Schon 2016 kündigte Arc’teryx auf einschlägigen Messen an, sich zukünftig der Zielgruppe “Trailrunner“ stärker zuzuwenden und diese mit hochwertigen Produkten zu versorgen. Der Start der Kampagne wurde im Frühjahr 2017 mit der Einführung eines ersten Trailrunningschuhs eingeläutet. Nach und nach folgten Jacken und Rucksäcke, die teilweise unter gemeinsamen Namen firmierten: Norvan.

Abkürzung oder Long Distance?

Minimalismus ist ein Ideal, das bei Arc’teryx einen hohen Stellenwert genießt. Die firmeneigenen Designer verfolgen das Ziel, komplexe Produktanforderungen mit einfachen und cleveren Lösungen umzusetzen. Ganz klar, dass deshalb lange Produktnamen generell ausscheiden: Aus „North Vancouver Long Distance“ wird kurzerhand „Norvan LD“. Getauft wurde so der jüngste Trailrunningschuh der kanadischen Firma, die genau dort – in British Columbia – ihren Standort hat.

Richtet sich der Kollege „Norvan Vertical (VT)“ an die Fans von sehr technischen, felsigen Trails, soll der LD nun speziell bei langen Läufen Komfort, Halt und Schutz bieten.

Der erste Eindruck

Das erste was auffällt – und das klingt widersprüchlich – ist das schlichte Design des Schuhs. Der Schaft ist komplett nahtlos und einfarbig, nur der kleine seitliche Aufdruck mit dem Arc’teryx-Logo gibt Aufschluss darüber, wer diesen Schuh gefertigt hat. Die „kritischen“ Stellen am Übergang zwischen Mittelsohle und Schaft, sowie die Zehenkappe sind mit einer Schicht thermoplastischem Polyurethan (TPU) überzogen.

Ebenfalls etwas ungewöhnlich ist der vollständige Verzicht auf reflektierende Elemente. Womöglich sind diese auch dem Streben nach Minimalismus zum Opfer gefallen: Trailschuhe werden auf Trails getragen und sind dementsprechend stets dreckverkrustet. Zudem ist der Trailrunner im Unterschied zu Straßenläufern dem Straßenverkehr eher selten ausgesetzt, sodass Reflektionen an auffälligeren Kleidungsstücken genügen müssten.

Ein Fliegengewicht ist der Schuh übrigens nicht: Ein einzelner Schuh in Gr. 10 (UK) wiegt immerhin stolze 340 Gramm. Der Norvan LD erscheint zunächst eher robust und gemächlich, die Verarbeitung macht einen sehr hochwertigen Eindruck – was bei einem Preis von knapp 160 Euro jedoch auch erwartet werden kann.

Der Schaft

Interessant ist das Innenleben: Bei den meisten Laufschuhen ist der Bereich an der Achillessehne und Ferse fett gepolstert und mit faltigem Mesh-Material überzogen. Beim Norvan LD hingegen wurde ein kunstlederähnliches Material verwendet, das völlig glatt und ohne Nähte, den kompletten Fersenbereich umschließt. Hintergrund ist, dass dieses Material in Verbindung mit einer spartanischen Polsterung, sehr wenig Wasser aufnimmt und gerade bei nassen Bedingungen oder Bachquerungen Vorteile bietet. Der Schwammeffekt bleibt aus und die Gefahr von Blasenbildung wird minimiert. Außerdem bemerkten wir beim Testen: Die gereizte (Haglund-) Ferse von Markus passt genau in die dünn gepolsterte, gut geformte Fersenkappe und wird so keinem ständigen Druck ausgesetzt.

Damit feine Staubpartikel nicht in den Schuh eindringen und dort scheuern können, wählt Arc’teryx ein dichter gewobenes Obermaterial aus. Dieses geht zwar etwas auf Kosten der Atmungsaktivität, sorgte bei Temperaturen über 20°C aber trotzdem für einen akzeptablen Grad an Trockenheit.

Wer hierzu ein Upgrade will, kann noch mal 30 Euro drauf legen und bekommt den Norvan LD mit Gore-Tex-Membrane. Hierbei liegen die entscheidenden Vorteile erfahrungsgemäß jedoch weniger bei der Feuchtigkeit von innen, sondern mehr bei der Feuchtigkeit von außen.

Richten wir unser Augenmerk auf die Schnürung. Diese funktioniert so einfach wie tadellos: Die Schnürsenkel bestehen aus einem auffällig rauen und festen Material, sodass sie sich ein wenig ineinander, sowie in den Ösen verhaken. Will man den Schuh fest schnüren, muss man während des Schnürens nicht permanent an den Schnürsenkeln ziehen, sondern kann auch mal loslassen, ohne dass die Festigkeit in der Schnürung im nächsten Moment wieder verloren geht. Man hat fast den Eindruck, dass sich die Festigkeit der Schnürsenkel an den verschiedenen Stellen (zu einem gewissen Grad) variieren lässt, weil sich  die Schnürspannung nicht sofort gleichmässig über den ganzen Schuh verteilt (wie es bei normalen, d.h. elastischeren und rutschigeren Schnürsenkeln, der Fall ist). Das erleichtert auch die Anpassung des Schafts an den Fuß.

Nach dem Schnüren können die Schnürsenkel dann praktischerweise in die Zungenlasche gesteckt werden. Das verhindert zuverlässig, dass sich die Schnürsenkel unterwegs öffnen oder an z.B. Stöcken oder anderen Pflanzenteilen hängenbleiben. Die Zunge an sich scheint für unseren Geschmack etwas zu weit nach oben gezogen. Dies hat zwar den positiven Effekt, dass Geröll und Dreck ganz gut abgewehrt werden, allerdings drückt sie leicht auf den Spann, wenn der Fuß stärker angewinkelt wird.

Die Passform

Was die Passform betrifft gehen die Meinungen der beiden Testläufer auseinander. Bei der männlichen Schuhvariante gibt es bei der Größenwahl nichts Besonderes zu beachten. Markus passt die Größe, die er auch bei anderen Laufschuhen trägt. Der Schuh scheint „normal auszufallen“ – wie man so sagt. Die Weite wurde am unteren Ende von „Medium“ gewählt, dürfte jedoch den meisten Läufern keine Probleme bereiten. Nur ausgesprochen breite Füße oder Ultraläufer, die manchmal etwas weiter geschnittene Zehenboxen mögen, könnten damit nicht zurechtkommen.

Jessi empfand die weibliche Variante des Norvan LD als tendenziell groß ausfallend. Beim Kauf würde sie dazu raten, im Vergleich zur gewohnten Trailrunning-Schuhgröße den Norvan LD eine halbe US-Größe kleiner zu wählen. Dann haben sie die richtige Größe um sich auch nach längerer Belastung der Füße noch komfortabel zu tragen. Zudem kann sie die Schuhe auch bei breiteren Füßen empfehlen.

Der Sohlenaufbau

Der aufmerksame Leser wird es schon fast erahnen. Auch die Sohlenkonstruktion sieht unspektakulär aus. Nur bei genauerem Hinsehen fallen unterschiedliche Zonen in der Mittelsohle auf. Da bei einer „Long Distance“ die Füße schon mal ermüden können, verbaut Arc’teryx eine Pronationsstütze im Mittelfußbereich. Zieht man den Schuh das erste Mal an, spürt man diese Verstärkung auch leicht, beim Laufen erfüllt sie aber sehr unauffällig ihren Zweck.

Machen wir weiter im Testprozedere. Ein fachmännischer Druck mit dem Daumen auf den Dämpfungskeil zeigt sofort, der Schuh ist moderat gedämpft, weißt einen mittleren Härtegrad auf und dürfte auch Läufern genügen, die über 75 kg Körpergewicht liegen. Wer die Sohle kräftig durchbiegen will, braucht dann schon die ganze Hand. Wirklich flexibel ist sie nicht und Torsion fast unmöglich. Geschuldet ist dies vermutlich u.a. der eingearbeiteten TPU-Platte, die vor fiesen Steinen schützen soll. Dieser Annahme widersprechen allerdings einige Trailschuhe, die ebenfalls eine solche Platte besitzen und uns ein flexibleres Laufgefühl bieten.

Gehen wir also davon aus, der etwas starre Sohlenaufbau ist gewollt und wir laufen mit dem Norvan LD zu Testzwecken einfach mal blindlings im groben Schotter. Hier zeigt sich dann auch die Stärke der Sohlenkonstruktion: Komfort, Halt und Schutz wird in solch unangenehmen Gelände tatsächlich geboten.

Die Laufsohle

Große Erwartungen weckt eine Laufsohle, die sich „Megagrip“ nennt und aus dem Hause Vibram stammt. Arc’teryx verbaut eine relativ simple Variante dieser Sohle mit, die  sicherlich nicht für den Einsatz in extremen Matsch designt wurde, sich aber insgesamt sehr universell zeigt. Dies brachte das wechselhafte Wetter im Frühjahr zu Tage, das fast alle Zustandsformen von Dreck und Wasser im Programm hatte.

Auf festgetretenem Schnee bot die Sohle einen auffallend guten, im Matsch – wie schon oben erwähnt – einen zumindest ausreichenden Grip. Sehr wohl fühlt sich die Sohle auf einem felsigen oder wurzeligen, trockenen Untergrund. Hier haftet die Sohle hervorragend am Boden und zum ersten Mal kommt tatsächlich ein Gefühl von „Megagrip“ auf. Bei solchen Bedingungen resultiert insbesondere im Downhill das gewonnene Vertrauen in die Sohlen in einer deutlich erhöhten Geschwindigkeit. Die Kombination Nass/ Fels blieb uns (leider) bei den Tests erspart. Deswegen ziehen wir für diese Beurteilung die Erfahrungen mit einem anderen Trailschuh heran, an welchem die gleiche Vibram-Sohle klebt und der aktuell von Markus gelaufen wird. Mit diesen kommt er bei glitschigen Wegabschnitten im Fels sehr gut zurecht, weshalb sie momentan bei derartigen Bedingungen seine erste Wahl sind.

Noch eine letzte Bemerkung zur Haltbarkeit: Bei den Tests sind wir auch einige Kilometer auf Asphalt unterwegs gewesen. Der Abrieb hält sich auch hier in Grenzen, was auf eine hohe Laufleistung schließen lässt. Bestätigt wird dieser erste Eindruck auch durch den „sohlenverwandten“ Schuh, den Markus jetzt schon seit 9 Monaten im Einsatz hat.

Mostly harmless

…lautete der wortkarge Eintrag im Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ zur Erde und stempelte unseren Planeten als eher langweilig, ungefährlich und harmlos ab. Wir haben uns bei Testläufen mit dem Norvan LD wacker gegen ein ähnliches Urteil gestemmt. Zugegeben, oft haben wir uns auch abseits vom eigentlichen Einsatzbereich des Laufschuhs bewegt – aber manchmal werden genau hier Stärken und Schwächen aufgedeckt.

Läuft man auf normalen Schotter- und Waldwegen oder gar auf Asphalt, weckt der Norvan wenig Begeisterung: Er rollt mit seiner festen Sohlenkonstruktion zwar gut ab, lässt aber wenig Dynamik verspüren. Hört man jedoch auf die Werbetexter und bewegt sich in alpinem Gelände, entsteht ein anderes Bild. Die stabile Konstruktion vermittelt Vertrauen, gibt Halt und bietet damit eine gute Grundlage für lange Läufe. Daraus ergibt sich für Arc’teryx folgende Möglichkeit: Dem Norvan VT und LD kann durchaus ein drittes Paar Laufschuhe zur Seite gestellt werden, welches das Sortiment perfekt vervollständigen würde. Diese haben dann vielleicht eine flexiblere Sohle, sind ein paar Gramm leichter und eignen sich perfekt für Dauerläufe im naheliegenden Naturpark Schönbuch. Es wird nur eine Frage der Zeit sein bis Arc’teryx den Schöbu DL präsentiert!

Rückruf: SKYLOTEC Klettersteigsets

14. Juni 2018
Rückruf Archiv

Heute erreichte uns die Nachricht, dass Skylotec alle SKYSAFE-Karabiner für eine vorsorgliche Überprüfung zurückruft. Davon betroffen sind eine ganze Reihe Klettersteigsets, die wir euch unten einzeln aufgezählt haben. Was passiert ist und was ihr tun müsst, falls ihr ein betroffenes Modell euer eigen nennt, erfahrt ihr hier…

Was ist passiert?

Bei einer routinemäßigen Qualitätsuntersuchung der SKYSAFE-Karabiner wurde festgestellt, dass die Bruchwerte streuen – und zwar bis in den nonkonformen bzw. sicherheitsrelevanten Bereich. Die Ursache konnte identifiziert werden und liegt im Härteprozess des Stahlkörpers. Da man bei Skylotec nicht gänzlich ausschließen konnte, dass auch ältere Chargen betroffen sind, folgt nun ein vorsorglicher Rückruf auch älterer Klettersteigsets.

Welche Skylotec Klettersteigsets sind betroffen?

Bei folgenden Sets werden die Karabiner einer Überprüfung unterzogen:

  • RIDER 3.0 / Artikelnummer L-0672
  • RIDER 3.0/ Artikelnummer L-0612
  • SKYRIDER / Artikelnummer L-0039
  • SKYSAFE III / Artikelnummer L-0673
  • SKYSAFE II / Artikelnummer L-0156
  • SKYSAFE / Artikelnummer L-0056

Bei folgenden Produkten führt Skyloteczusätzlich ein Bandfalldämpfer-Upgrade durch:

  • SKYSAFE Sam / Artikelnummer L-0674
  • SKYSAFE Duro / Artikelnummer L-0675

Um einer Verwirrung vorzubeugen: Bei den letzten beiden Modellen werden die Karabiner natürlich auch überprüft, allerdings werden gleichzeitig die Bandfalldämpfer mit neueren Versionen nach EN958:2017 ersetzt.

Was muss ich tun, wenn ich ein betroffenes Set besitze?

Solltet ihr ein entsprechendes Klettersteigset besitzen, sendet es bitte umgehend an Skylotec zurück. Hier könnt ihr euch einen Retourenaufkleber ausdrucken, mit dem ihr das Set kostenfrei zurücksenden könnt. Vergesst bitte nicht, dem Paket auch dieses Rücksendeformular beizulegen. Wenn das Set bei Skylotec angekommen ist, dauert die Überprüfung bis zu 10 Tage. Danach geht das Set kostenfrei zu euch zurück.

Habt ihr das Set bei uns gekauft, werdet ihr natürlich zeitnah von uns per Email informiert. Bitte seht davon ab, das Produkt direkt an uns zu schicken. Wir schicken es auch nur an Skylotec weiter, was den ganzen Prozess um einige Tage verlängert. Auch die bei uns lagernden Sets werden aus dem Verkauf genommen und an Skylotec zurück geschickt.

Ausführliche Informationen zum Rückruf findest du auf der Webseite von Skylotec.

Kaufberatung Fahrradbremsen: Scheiben- oder Felgenbremsen?

18. Mai 2018
Kaufberatung

Scheibenbremsen oder Felgenbremsen? Das ist die Frage, die sich wohl jeder Fahrradfahrer zumindest einmal in seinem Leben stellt. Um euch diese Frage zu beantworten, nehmen wir uns heute mal beide Bremsen in einem Vergleich näher unter die Lupe.

Welches System eignet sich am Besten für Mountainbiker und Rennradfahrer?

Während bei Rennrädern die Frage Scheibenbremsen oder Felgenbremsen derzeit noch heiß diskutiert wird, hat sich die Scheibenbremse bei Mountainbikes bereits seit etlichen Jahren fest etabliert und ist beim Downhill, Enduro und Freeride gar nicht mehr weg zu denken.

Als das Mountainbike in den 1980er Jahren konstruiert wurde, waren die Bikes mit starren Gabeln und Cantileverbremsen ausgestattet, die per Seilzug und später vereinzelt per Hydraulik an der Felge bremsten. Neben der zunehmenden Ausbreitung von Federgabeln am Mountainbike und vollgefederten Bikes verdrängten Scheibenbremsen die Felgenbremsen weitestgehend. Beide Systeme wurden von Motocross-Motorrädern übernommen und an die Fahrraddimensionen adaptiert. Die Federungen erlaubten bessere Dämpfung, höhere Traktion und dadurch auch wesentlich höhere Geschwindigkeiten im Gelände. Daher war die Entwicklung der Scheibenbremsen für Mountainbikes der nächste logische Schritt, um die hohen Geschwindigkeiten und Belastungen optimal kontrollieren zu können.

Die Vorteile von Scheibenbremsen am MTB

Bei langen und steilen Abfahrten neigen Felgenbremsen dazu die Felgen stark zu erhitzen. Das kann zu verminderter Bremsleistung führen, oder sogar Felge, Reifen und Bremsbeläge beschädigen. Auch bei Nässe sind die Scheibenbremsen den Cantileverbremsen oder V-Brakes haushoch überlegen. Scheibenbremsen für Mountainbikes werden teilweise mit Seilzügen zur Kraftübertragung ausgerüstet. Hochwertige Bremsen sind jedoch in der Regel hydraulische Systeme, die mit spezieller Bremsflüssigkeit zur Kraftübertragung funktionieren. Welche positiven Effekte eine Bremsanlage mit Scheibenbremsen am MTB mit sich bringt, zeigt die folgende Übersicht:

  • Mountainbiker benötigen für die gleiche Bremswirkung weniger Fingerkraft. Die Bremshebel sind oft so konstruiert, dass sie sich mit einem oder maximal zwei Fingern bedienen lassen. Dadurch verbleiben die anderen Finger am Lenker und das Bike kann sicher gefahren werden.
  • Die Felgen werden nicht durch die Bremsen abgeschliffen und auch bei einer leichten Unwucht („Achter“) schleift die Bremse niemals an der Felge.
  • Bei Nässe erzielen die Beläge der Scheibenbremse mit ihrer höheren Flächenpressung wesentlich bessere Bremswerte.
  • Bei langen Abfahrten werden die Felgen nicht heiß und können nicht beschädigt werden. Die Hitzeentwicklung konzentriert sich auf die Bremsscheiben.
  • Meistens halten die Bremsbeläge an Scheibenbremsen länger. Der Wechsel der Beläge ist zudem sehr einfach. Auch die Bremsscheiben sind sehr langlebig.
  • Dickere Reifen sind für die Scheibenbremse im Vergleich zur Felgenbremse kein Problem.

Neben den immensen Vorteilen beim Mountainbiken, bringen die Scheibenbremsen aber auch einige kleine Nachteile mit sich:

  • Sie sind schwerer als Felgenbremsen und außerdem empfindlicher (z.B. beim Transport mit ausgebauten Laufrädern).
  • Die gesamte Bremsanlage ist technisch komplexer und benötigt mehr Know How, mehr Erfahrung und mehr Zeit zur Wartung und Pflege.
  • Die Bremsbeläge für Scheibenbremsen müssen eingefahren werden, um ihre volle Bremskraft zu entfalten. Das erfordert etwas Geduld, ist allerdings für jeden Mountainbiker problemlos durchzuführen.
  • Naben und Speichen werden durch die Scheibenbremsen stärker belastet, als bei Felgenbremsen.
  • Gute Scheibenbremsen sind teurer als Felgenbremsen.

Unterschiedliche Scheibenbremsen: Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsflüssigkeit

Auch wenn die Systeme sich bei Mountainbikes auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, gibt es doch einige grundlegende Unterschiede, die vor allem beim Umrüsten und Verändern der Bremsanlage von Bedeutung sind.

Die meisten Bremsscheiben bestehen aus Edelstahl. Neben ihrem Design unterscheiden sie sich durch ihren Durchmesser. Der wiederum verändert die Bremsleistung der gesamten Anlage. Einfach ausgedrückt bedeutet das: größere Bremsscheibe heißt stärkere Bremsleistung. Allerdings wiegen größere Bremsscheiben auch mehr und lassen sich nicht mit jeder Federgabel an jedem Bike kombinieren. Der allgemeine Standard liegt bei 180 mm Scheiben oder 203 mm Scheiben. Für die Montage der Scheiben an den Naben gibt es zwei verschiedene Befestigungsarten, die als „IS2000“ und „Centerlock“ bekannt sind. Beim IS2000 System (6-Loch) wird die Bremsscheibe mit sechs M5 Torxschrauben an der Nabe befestigt. Das Centerlock System von Shimano setzt dagegen auf einen speziellen Verschlussring mit Vielzahnprofil. Mit dem Shimano Centerlock ist die Bremsscheibe im Handumdrehen montiert und demontiert. Die 6-Loch Aufnahme hat dagegen den Vorteil, dass ein M5-Torxschraubendreher oft schneller verfügbar ist, als das spezielle Werkzeug für Centerlock Systeme.

Je nach Bremsanlage stehen Montainbikern verschiedenste Bremsbeläge zur Auswahl. Grundsätzlich stehen meist gesinterte Beläge oder organische Bremsbeläge zur Auswahl. Die metallischen Beläge (Sinter Brake Pads) sind unempfindlich gegen Hitze und sehr lange haltbar. Sie benötigen allerdings mehr Zeit zum Einfahren und beanspruchen die Bremsscheiben stärker. Organische Bremsbeläge (Resin Brake Pads) bestehen aus organischen Fasern und Kunstharz. Sie sind besonders geräuscharm und lassen sich sehr schnell einfahren. Bei Nässe und Sand sind sie den gesinterten Belägen jedoch meist etwas unterlegen.

Als Bremsflüssigkeit in Scheibenbremsen für Mountainbikes dient entweder Mineralöl oder DOT. Die vom Department of Transportation (kurz DOT) festgelegten Richtlinien für Bremsflüssigkeiten beziehen sich eigentlich auf Autos und Motorräder, sind aber für Mountainbikes gleichermaßen gültig. Für hydraulische Scheibenbremsen werden unterschiedliche Bremsflüssigkeiten verwendet (z.B. DOT 4, DOT 5.1), die untereinander nicht immer kompatibel sind. Andere Hersteller, wie Shimano oder Magura, setzen dagegen voll auf Mineralöl. Diese Bremssysteme sind sehr wartungsarm und die Bremsen müssen oft über viele Jahre nicht entlüftet werden. Anders jedoch die Bremsen mit DOT Füllung: da die Flüssigkeit hygroskopisch ist (d.h. sie „zieht“ Feuchtigkeit aus der Luft), müssen die Bremssysteme in regelmäßigen Abständen gewartet werden.

Scheibenbremsen am Rennrad

Während Scheibenbremsen sich bei hochwertigen Mountainbikes inzwischen längst durchgesetzt haben, sind Scheibenbremsen am Rennrad noch lange nicht in gleichem Maß etabliert. Das Interesse der Rennradfahrer an Scheibenbremsen wird allerdings immer größer und dementsprechend wächst auch das Angebot der Hersteller an ausgefeilten Bremssystemen.

Leichte und zuverlässige Felgenbremsen sind seit etlichen Jahrzehnten der Standard an Rennrädern für Amateure und Profis. An den Rennradfelgen befindet sich dafür eine spezielle Bremsfläche, auf die die Bremsbeläge drücken. Meist sind diese Flächen aus Aluminium gefertigt – teilweise aber auch aus individuellen Legierungen oder Carbon. Kohlefaser ist für seine hohe Festigkeit und sein geringes Gewicht bekannt. Bei Nässe ist jedoch die Bremsleistung einer Aluminium-Bremsfläche spürbar kräftiger. Ein Nachteil der Felgenbremse ist die Einschränkung bei der Reifenwahl, denn die Rennradreifen für Felgenbremsen dürfen nicht zu breit sein. Rennräder werden aus immer steiferen Materialien gefertigt, um so eine ideale Kraftübertragung zu gewährleisten. Der Komfort für den Radfahrer fällt dabei immer geringer aus. Breitere Reifen versprechen bessere Dämpfung und angepassten Fahrkomfort – können aber mit Felgenbremsen nicht aufgezogen werden.

Die Vorteile, die sich für Rennradfahrer mit Scheibenbremsen bieten sind daher:

  • Freiere Auswahlmöglichkeiten bei leichten Felgen und breiteren Reifen. Die Bremsfläche ist nicht mehr an der Felge angebracht. Dadurch sind die Laufräder langlebiger (keine Abnutzung an den Bremsflanken und keine Erhitzung durchs Bremsen).
  • Mehr Fahrkomfort durch breitere Reifen, ohne dabei mehr Rollwiderstand zu erzeugen.
  • Durch die Gewichtsverlagerung von den Bremsflanken (die wegfallen) zur Mitte der Laufräder, (Bremsscheiben) verschiebt sich die rotierende Masse in Richtung Laufradmitte. Vom Gesamtgewicht ergibt sich je nach Bremse nur ein geringer Unterschied. Die Laufräder lassen sich mit Scheibenbremsen aber leichter beschleunigen und mit weniger Kraftaufwand lenken.
  • Auch bei Nässe und schmutziger Fahrbahn ist die Bremsleistung sehr gut.

Hinzu kommen die Vor- und Nachteile, die es auch im Bereich der Scheibenbremsen für Mountainbikes gibt. Einer leichten Bedienbarkeit und sehr guten Bremsleistung stehen höhere Anschaffungskosten und ein größerer Wartungsaufwand gegenüber. Bei der Suche nach der leichtesten Kombination von Laufrädern und Bremsanlage haben Felgenbremsen noch immer die Nase vorn. Allerdings sinkt das Gewicht der Setups mit Scheibenbremsen von Jahr zu Jahr. Die Frage nach dem absoluten Gewicht wird sich deshalb in naher Zukunft erübrigt haben. Der Trend zur Verwendung von Scheibenbremsen am Rennrad ist unverkennbar und betrifft sowohl Amateure, Freizeit-Rennradler, wie auch Radprofis. Spätestens seit der deutsche Sprintspezialist Marcel Kittel bei der Tour de France 2017 und bei der Dubai-Tour 2017 mit Scheibenbremsen an seinem Rennrad für Aufsehen gesorgt hat, wird das Thema heißer diskutiert, als je zuvor.

Die richtigen MTB-Socken & Rennradsocken finden

13. Juni 2018
Kaufberatung

Man sollte es nicht denken, aber als Teil der Radbekleidung nehmen die Socken eine sehr wichtige Funktion ein. Die falschen Socken, oder schlecht sitzende Socken neigen zum Verrutschen, können zu Druckstellen und Blasen führen, lassen die Füße schwitzen und verlieren schnell ihre Passform. Es sind dementsprechend also die Socken, die beim Radfahren über ein angenehmes Fahrgefühl mitentscheiden.

Nicht nur Radprofis tragen spezielle Fahrradsocken, sondern auch Alltagsradler, Tourenfahrer, Mountainbiker und Rennradfahrer rüsten sich mit optimal sitzenden Radsocken aus, die eine maximale Performance beim Radfahren ermöglichen. Die ideale Radsocke ist dabei die, die man beim Radfahren gar nicht mehr bewusst wahrnimmt – weil sie nicht rutscht, nicht drückt und für ein angenehmes Fußklima sorgt.

Je nach Einsatzbereich, Fahrradtyp und Radschuhen bevorzugen Radfahrer unterschiedlich konstruierte Sockenarten. Von gut gepolsterten und hoch geschnittenen Downhillsocken für Mountainbiker, bis hin zu dünnen und sehr gut belüfteten Socken für Rennradfahrer – Sockenhersteller, wie Maloja, Falke oder Pearl Izumi, bieten eine breite Auswahl mit vielen funktionellen Detaillösungen, um ein individuell abgestimmtes Verhältnis von Atmungsaktivität, Passform und Dämpfung zu gewährleisten.

Intelligente Materialmischungen für optimale Performance

Gute Radsocken müssen komfortabel und sicher sitzen, sowie die Feuchtigkeit von den Füßen nach außen transportieren. Bei gewöhnlichen Socken, die zum größten Teil aus Baumwolle bestehen, ist weder die richtige Passform gegeben, noch ein sicherer Sitz oder Atmungsaktivität. Auch wenn diese Socken oft als Sportsocken angeboten werden, sind sie alles andere als sportlich. Nach einer anstrengenden Radtour sind sie meistens vom Schweiß durchnässt und nach mehreren Radtouren sogar so ausgeleiert, dass sie gar nicht mehr richtig sitzen.

Hochwertige Radsocken werden dagegen aus verschiedenen Materialien gefertigt. Die einzelnen Materialien  kommen in verschiedenen Zonen der Socke zum Einsatz und beeinflussen gezielt die Dämpfung an den Zehen, den sicheren Sitz der Ferse, als auch den Abtransport der Feuchtigkeit durch luftdurchlässiges Mesh-Gewebe. Durch die spezielle Anpassung an die Bedürfnisse der individuellen Einsatzbereiche, sind die Radsocken für Mountainbiker und Rennradfahrer optimal auf die Touranforderungen abgestimmt. Dadurch bieten sie Freizeitsportlern und Radprofis optimale Effizienz und eine sehr gute Haltbarkeit.

Folgende Materialien finden sich in verschiedenen Kombinationen oft in Radsocken:

  • Polyamid: die Kunstfaser ist sehr strapazierfähig und sorgt für eine gute Haltbarkeit.
  • Polyester: lässt sich optimal mit anderen Fasern kombinieren und ermöglicht hohe Atmungsaktivität und Stabilität.
  • Elasthan und Lycra: die elastischen Kunstfasern sorgen für den perfekten Sitz. Wie eine zweite Haut sitzen die Socken an den Füßen und garantieren dabei uneingeschränkte Bewegungsfreiheit.
  • Meryl Skinlife: diese Kunstfaser gegen unangenehme Gerüche ist mit ihrem Silberanteil antibakteriell und geruchshemmend.
  • Merinowolle: die Naturfaser vom Merinoschaf ist nicht nur geruchshemmend, sondern beeinflusst auch das Tragegefühl bei Kälte und Wärme gleichermaßen positiv. Die Wolle wärmt selbst im feuchten Zustand.
  • Seide: als Bestandteil von Primaloft Silk können dünne Radsocken mit sehr guter Wärmeleistung gefertigt werden.

Sportliche Konstruktion und angenehme Passform

Das Material der Radsocken gliedert sich in Komfortzonen und Funktionsbereiche. Diese einzelnen Bereiche unterscheiden sich oft farblich voneinander und sind durch ihre verschiedenen Strukturen klar auszumachen.

Im Bereich der Zehen und an der Ferse sind Radsocken oft angenehm verstärkt. Auf der Oberseite der Socken und am Schaft sorgt das Mesh-Gewebe mit seinen zahlreichen kleinen Öffnungen für angenehme Ventilation und einen effizienten Luftaustausch. Je nach Radsocke wird die Konstruktion durch stabilisierende Zwischenbänder, Kompressionsbündchen und Mittelfußkompressionen ergänzt. Flache Nähte sorgen dafür, dass sich die Socken anfühlen als seien sie nahtlos gefertigt.

Die dünnen und passgenauen Radsocken für Rennradfahrer und Mountainbiker sorgen für ein sehr gutes Tragegefühl in den Radschuhen. Um eine möglichst direkte Kraftübertragung auf die Radschuhe und die Klickpedale zu erreichen, sind besonders die Socken für Wettkämpfe und ambitionierte Rennradler dünner beschaffen.

Im Gegensatz dazu sind die Socken für Mountainbiker oft etwas höher geschnitten, stärker gepolstert und weicher. Die dabei entstehenden Nachteile in Sachen Kraftübertragung nehmen Mountainbiker auf ausgedehnten Touren im Gelände gerne in Kauf, denn dafür bieten die Mountainbikesocken ein deutliches Plus an Komfort. In Bezug auf ihre ideale Passform müssen Mountainbiker und Rennradfahrer weder mit gut gepolsterten Socken, noch mit bestens belüfteten Modellen Kompromisse eingehen – die Radsocken garantieren in jedem Fall einen hervorragenden Sitz und sportliche Performance.

Warme Radsocken für den Winter

Während Radfahrer im Sommer immer auf ein ideales Verhältnis von Atmungsaktivität und Komfort bei ihren Radsocken achten, sind für die kühle und kalte Jahreszeit wärmende Radsocken gefragt. Dabei verwenden die Hersteller sehr gerne Merinowolle, um die Füße der Radler vor Kälte zu schützen. Trotz der zusätzlichen Isolation müssen Radfahrer auch im Winter nicht auf eine optimale Passform verzichten – auch diese Socken garantieren einen perfekten Sitz und verrutschen nicht.

Durch die wärmende Radsocken können sich Radfahrer ziemlich gut vor Kälte und Wind schützen. Selbst bei etwas Feuchtigkeit und Nässe schützen die Wintersocken besser, als die dünnen Socken für Frühjahr und Sommer.

Wind- und wetterfest: Überschuhe und wasserdichte Socken

Um auch bei regnerischen und sehr nassen Bedingungen dauerhaft trockene Füße beim Radfahrern zu behalten, haben einige Hersteller wasserdichte Radsocken in petto. Wie die anderen Radsocken, sind diese ebenso angenehm elastisch und passgenau.

Die wasserdichten Bikesocken von Gore Bike Wear sind beispielsweise mit einer wasserdichten und windundurchlässigen Gore-Tex Membran ausgestattet. Dadurch bleiben die Socken atmungsaktiv und ermöglichen ein komfortables Fußklima. Wind und Wasser haben jedoch keine Chance in die Radsocken einzudringen.

Als Alternative zu wasserdichten Radsocken, verwenden Rennradfahrer und Mountainbiker gerne wasserdichte Überschuhe. Sie werden über Radschuhe und Radsocken getragen und sind im Bereich der Sohle offen. So lässt es sich auch mit den Überschuhen laufen und der Funktionalität der Klickpedale steht nichts im Wege. Praktisch ist zudem, dass sich die Überschuhe bei wechselhaften Bedingungen schnell an- und wieder ausziehen lassen.

Für die Kombination Überschuh und Radsocken tragen Radfahrer ihre normalen Radsocken, und genießen dabei den gewohnten Komfort und die optimale Atmungsaktivität. Überschuhe haben außerdem den großen Vorteil, dass nicht nur die Radsocken trocken bleiben, sondern auch die Radschuhe. Das aufwändige Trocknen der Schuhe, nach einer nassen oder matschigen Biketour, bleibt einem also dadurch glücklicherweise erspart. Die Überschuhe hingegen sind schnell wieder trocken. Bei vielen Radfahrern sind die wasserdichten Überschuhe besonders auf mehrtägigen Radtouren immer mit dabei.

Fazit

Wie man also sieht: die richtigen Radsocken können jedem Radfahrer das Bikeerlebnis um einiges verschönern und erleichtern. Nerviges Socken hochziehen, Leiden durch Druckstellen und Blasen, oder Schwitzen – all dies kann umgangen werden! Deshalb, auf eine schöne nächste Bike-Tour!

Sparflamme adieu: Kaufberatung Brennstoff & Gaskartuschen

17. Mai 2018
Kaufberatung

Auf Tour kochen ist nicht nur doppelt schmackhaft, sondern irgendwann auch wirklich notwendig. Nur kalte Küche kann die leeren Energiespeicher auf Dauer nicht wirklich wieder aufladen. Aus diesem Grund haben so gut wie alle Outdoorfreunde einen Kocher dabei, wenn sie länger oder jenseits von überfüllten Hütten unterwegs sind.

Ohne den richtigen Brennstoff kann die erhoffte warme Mahlzeit aber auch schnell mal ausfallen, denn der Heißmacher muss nicht nur zum Kocher passen, sondern auch zur jeweiligen Tour mit ihren Gegebenheiten wie Höhe, Wetter, Temperatur und regionale Lage. Der letzte Faktor kann sogar entscheidend sein, da die Versorgungslage je nach Land und Region ziemlich mau aussehen kann. Und im Flugzeug transportieren darf man das brennbare und explosive Zeug ja aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht …

Zur Auswahl stehen Brennstoffe in den drei Aggregatzuständen gasförmig, flüssig und fest. Wer das normale Outdoor-Sommerprogramm abspult ist vom Nordkap bis Gibraltar normalerweise mit den Gasmischungen aus den handelsüblichen Kartuschen sehr gut bedient. Gleiches gilt für den Alpenraum, selbst wenn es dort auf die schon ordentlich kalten Gipfel geht. Gekocht wird nämlich in der Regel nicht ganz dort oben, sondern in deutlich tieferen, ergo wärmeren Lagen. Das Outdoorkochen mit Gas wird erst ab etwa -15 Grad wirklich problematisch.

Die erste Faustregel lautet: sofern es nicht in irgendeiner Hinsicht extrem oder exotisch zugeht, ist Gas die erste Wahl. Warum das so ist, wird gleich noch deutlich, wenn wir uns die Eigenschaften der verschiedenen Brennstoffe genauer anschauen. Hier sei nur am Rande schon einmal erwähnt, dass Gaskocher oft sehr leicht, klein und preisgünstig zu haben sind. Der Preisvorteil wird allerdings auf Dauer durch die höheren Brennstoffkosten pro Liter bei Gas egalisiert.

Worauf es ankommt: Brennwert und Gewicht

Bei Brennstoffen wird oft ein Zahlenwert von einer bestimmten Energieeinheit pro Kilogramm Gewicht genannt, der die Leistungsfähigkeit verdeutlichen soll. Die Angabe Brennwert oder Heizwert nennt die Wärmemenge, die man mit einem Gramm, Kilogramm oder Liter eines Brennstoffs erzeugen kann. Mit dieser Angabe kann man die Brennstoffe zwar schnell vergleichen, doch mit den genannten Energieeinheiten lässt sich ohne Hintergrundkenntnisse nicht viel anfangen – vor allem auch weil verschiedene verwendet werden und die Standardeinheit sich gelegentlich ändert. So verwendete man früher bevorzugt (Kilo)Watt(Stunden) oder Kilokalorien, während jetzt das Megajoule die Einheit der Wahl ist. In Megajoule ausgedrückt haben die meist verwendeten Brennstoffe folgende Heizwerte:

Propangas: etwa 46,3 Megajoule/kg

Butangas: etwa 45,7 Megajoule/kg

(Die meisten Kartuschen enthalten Mischungen dieser beiden Gase)

Reinbenzin: etwa 43 Megajoule/kg

Petroleum: etwa 43 Megajoule/kg

Spiritus/ Ethanol: etwa 26,8 Megajoule/kg

Gelegentlich trifft man im Outdoorbereich aber auch noch auf Angaben in Kilowattstunden (kWh) pro Kilogramm. Der Umrechnungsfaktor beträgt dann 1 x 3,6 – d.h. 1 kWh entspricht 3,6 Megajoule. In kWh ausgedrückt hat Reinbenzin also einen Brennwert von 12, die Flüssiggasmischungen pendeln sich bei etwa 12,8 ein.

Doch mit all diesen Angaben weiß man immer noch nicht, wie viel Energie das in der Praxis ist. Hier hilft womöglich die folgende Wikipedia-Definition weiter:

„4,18 kJ = erwärmt 1 kg Wasser um 1 K = 1 Kilokalorie“

Damit will uns das Onlinelexikon sagen, dass 4,18 Kilojoule die Energiemenge ist, mit der etwa 1 Liter Wasser um 1 Grad erwärmt wird (die Wissenschaftler mögen es nachsehen, dass ich Kelvin hier einfach mit Celsius und Kilo mit Liter gleichsetze). Und da in einem Megajoule 1000 Kilojoule stecken, kann man grob überschlagen, dass man mit einem Megajoule den Liter Wasser um mehr als 200 Grad erwärmen könnte. Moment, 200 Grad heißes Wasser? Ähm, okay, sagen wir lieber man kann mit einem Megajoule ungefähr 4 Liter Wasser um etwa 50 Grad erwärmen. Wenn man sich jetzt nochmal die eben genannten Brennwerte anschaut, kann man grob hochrechnen, wie viel Wasser man mit den einzelnen Brennstoffen um wie viel Grad heißer bekommt.

Welche Arten gibt es?

Schauen wir uns nun alle gängigen Kocherbrennstoffe an. Sie unterscheiden sich nicht nur nach dem Heizwert, sondern auch nach weiteren Kriterien, die es zu beachten gilt.

Gas

Weil einfach einfach einfach ist“: mit diesem gern verwendeten Werbeslogan könnte man die Vorteile von Gas als Brennstoff ziemlich gut auf den Punkt bringen. Das Gas, welches für Outdoorkocher eingesetzt wird, ist meist eine Mischung aus Butan und Propan und in Form von verschiedenen Kartuschensystemen erhältlich (dazu gleich mehr).

Die Vorteile von Gas sind vor allem die simple Handhabung und die gute Regulierbarkeit. Man muss es im Gegensatz zu vielen Flüssigbrennstoffen weder vorheizen, noch mit einer Brennstoffpumpe Druck in der Kartusche aufbauen. Stattdessen heißt es anschließen, aufdrehen, anzünden, fertig. Außerdem hat Gas, wie wir gerade gesehen haben, den höchsten Energiegehalt pro Gewichtseinheit, d.h. es ist im Vergleich sehr „sparsam“ und „leicht“. Auch in Sachen Sauberkeit steht Gas ganz vorne: es verbrennt nicht nur ohne Ruß- und Geruchsbildung, sondern auch leise. Last but not least brennt es auch bei niedriger Sauerstoffkonzentration in großer Höhe noch sehr gut.

Wo viele Vorteile sind, sind leider auch die Nachteile nie weit. Bei sehr tiefen Temperaturen ist Gas den meisten Flüssigbrennstoffen unterlegen. Bei den Mischungen aus Butan und Propan kommt es hierbei auf das Mischungsverhältnis an: je mehr Butan, desto schlechter funktioniert das Gas bei Kälte. Umgekehrt: je mehr Propan, desto tiefer die Siedetemperatur des Gemischs und ergo besser die Verdunstung und Brennbarkeit bei Kälte. Das Temperaturproblem lässt sich aber auch durchaus ein Stück weit umgehen, indem man die Kartusche unterm Pulli oder Schlafsack vorwärmt.

Als weiterer Nachteil von Gas gilt die nicht überall auf der Welt garantierte Verfügbarkeit. Einerseits kann es in weniger bereisten Ländern außerhalb Europas tatsächlich eng werden, andererseits findet man bisweilen auch in abgelegenen patagonischen Dorfläden passende Kartuschen. Vom Hersteller Campinggaz gibt es eine Übersichtskarte, die zeigt, wo man in Europa Gaskartuschen bekommt – die von Campinggaz, versteht sich ;-).

Alles in allem ist das ein weiterer Grund, sich stets vorab reise- und länderspezifisch zu informieren …

Ist man lange unterwegs, muss man in der Regel mehrere Druckflaschen/Kartuschen mit sich führen, was sowohl das Volumen als auch das Gewicht im Rucksack nach oben treibt. Allerdings sieht es hier bei anderen Brennstoffen auch nicht viel anders aus. Der Unterschied ist: man muss leere Kartuschen „zurück in die Zivilisation“ schleppen. Und natürlich muss das Anschlusssystem der Kartuschen zum Kocher passen, da es hiervon mehrere gibt. Da wären:

  • Schraubkartuschen (mit Ventil): Die etwas teurere, aber dennoch für den „richtigen“ Outdooreinsatz einzig wirklich empfehlenswerte Variante. Dank des Schraubventils können sie in jedem Füllzustand sicher und sauber vom Kocher getrennt werden. Die Gewindeform ist standardisiert und wird von den meisten Herstellern eingehalten. Es soll aber leider gelegentliche Abweichungen mit Kompatibilitätsproblemen geben (mir selbst sind sie noch nie begegnet).
  • Kartuschen mit Bajonettverschluss (mit Ventil): Topf und Brenner können damit fest verbunden werden, der Topf kann so nicht wegrutschen. Ein gutes System, dass es allerdings nur bei wenigen Herstellern wie Campinggaz und Edelrid gibt.
  • Stechkartusche (ohne Ventil): Das billigste und einfachste System. Kocher und Kartuschen können hier nicht mehr getrennt werden, bis die Kartusche leer ist. Die Einstichstelle ist zudem nur selten 100 % dicht, sodass fast immer kleine Mengen an Gas ungenutzt entweichen. Bei längerem Nichtgebrauch kann man dann durchaus verwundert feststellen, dass sich die Kartusche geleert hat. Stechkartuschen sind eher nur für stationäres Camping interessant, sofern das Outdoorkochen möglichst preiswert ausfallen soll und die Funktionalitätsanforderungen sehr gering sind.

Flüssigbrennstoffe

Anders als beim Gas befüllt man bei Flüssigbrennstoffen wie Benzin, Petroleum und Spiritus die  Brennstoffflasche selbst. Mit ihren recht hohen Brennwerten, der guten Einsetzbarkeit auch bei niedrigen Temperaturen (abgesehen von Spiritus) und der weltweiten Verfügbarkeit, sind Flüssigbrennstoffe sehr vielseitig einsetzbar.

Auf dem Minuskonto steht hier die etwas aufwändigere und anspruchsvollere Handhabung, welche zudem auch vom Zustand der Brennflüssigkeiten (Zusatzstoffe, Verunreinigungen) abhängt. Die stärkere, Rauch-, Geruchs- und Rußbildung bei (unreinen) Flüssigbrennstoffen schafft einen gewissen Reinigungs- und Wartungsaufwand für den Kocher und kann auf Dauer gesundheitsschädlich wirken. Zudem ist die Dosierung der Hitze nicht so gut wie bei Gas oder überhaupt nicht steuerbar. Schauen wir uns die Flüssigbrennstoffe im Einzelnen an:

  • Benzin (ist nicht gleich Benzin): Reinbenzin oder auch Waschbenzin ist, wie der Name schon verrät, die sauberste und für das Kochen empfehlenswerteste Benzinvariante. Es wird als Reinigungsbenzin, Wundbenzin, Feuerzeugbenzin, Katalytbenzin oder Fleckenbenzin verkauft und ist u.a. in Baumärkten, im Farbenhandel und in einigen Ländern selbst in Apotheken erhältlich. Im Gegensatz zu Motorenbenzin enthält Reinbenzin wenig bis keine Schmierstoffe oder andere Additive. Weitere Vorteile neben der sauberen Verbrennung sind der sehr hohe Brennwert (der bisweilen auch Gasmischungen übertreffen kann), die gute Verfügbarkeit und die, auch bei großer Kälte, leichte Entflammbarkeit. Der niedrige Flammpunkt ist aber ebenso gut Nachteil des Bezins, da es bei unachtsamem Gebrauch zu Stichflammen oder gar Explosionen kommen kann. Auch der notwendige Druckaufbau in der Brennstoffflasche durch Pumpen und das ebenso notwendige Vorheizen des Kochers werden oft als Nachteile empfunden. Motorenbenzin sollte nur im Notfall in der Brennstoffflasche landen. Es ist aufgrund seiner vielen Zusatzstoffe stark gesundheitsschädlich, bildet viel Ruß und verstopft die Düsen des Kochers. Der starke Geruch ist dabei schon ein deutlicher Hinweis. Wenn man dennoch im Notfall mal auf Tankstellenbenzin zurückgreifen muss, sollte man bleifreies Normalbenzin mit möglichst niedriger Oktanzahl nehmen.
  • Ethanol: Ethanol ist so etwas wie der Sammelbegriff für alle Arten von nicht trinkbarem Alkohol. Man verwendet dabei ein „Vergällungsmittel“, um den Alkohol auch für hartgesottene Feinschmecker unbrauchbar bzw. ungenießbar zu machen. Spiritus ist eine dieser durch chemische Zusatzstoffe untrinkbar gemachten Alkoholspezialitäten. Spiritus hat den bei weitem niedrigsten Energiegehalt, sprich Brennwert aller Flüssigbrennstoffe. Als Kocher-Brennstoff wird er oft mit etwas Wasser vermischt, um die relativ starke Rußbildung abzuschwächen. Seine Vorzüge liegen in der unkomplizierten, relativ ungefährlichen Handhabung mit einer lautlosen Verbrennung, sowie einer unschlagbar einfachen und damit pflegeleichten, billigen und robusten Bauweise der Spirituskocher (berühmt sind hier vor allem die Trangia-“Sturmkocher“). Außerdem ist Spiritus in vielen Ländern problemlos zu bekommen. Das „umgängliche“ Element kann sich allerdings auch zum Nachteil entwickeln, wenn die vergleichsweise geringe Heizleistung mit langer Vorwärmzeit und schwerer Entzündbarkeit bei tiefen Temperaturen zusammenkommt. Die „Trägheit“ des Spiritus ist nichts für Ungeduldige und macht einen Windschutz, wie er bei den Trangia-Kochern integriert ist, obligatorisch. Auch die weltweite Verfügbarkeit hat einen kleinen Haken, denn Spiritus hat in fast jedem Land einen anderen Namen (zur weit verbreiteten Sprachverwirrung nicht nur bei Spiritus, sondern auch bei den meisten anderen Brennstoffen, gibt es am Schluss des Artikels noch ein paar Infos.)
  • Petroleum: Petroleum dient in vielen ärmeren Ländern zum Kochen, Heizen und Beleuchten. Deshalb hat es den Hauptvorteil, vielerorts auch dort noch erhältlich zu sein, wo es kein Benzin gibt. Es besitzt einen fast so guten Brennwert wie Benzin, ist aber nicht so leicht entzündlich. Es ist damit ein sehr sicherer Brennstoff, der auch bei großer Kälte voll und ganz funktioniert. Zu den Nachteilen gehören ein sehr starker Geruch nicht nur beim Verbrennen, der einen sorgfältigen Umgang erfordert. Die Brennstoffflasche muss auch bei Petroleum unter Druck gesetzt und der Kocher vorgeheizt werden. Für Letzteres ist ein weiterer, leichter entzündlicher Brennstoff erforderlich (z.B. Spiritus oder Benzin). Die mitunter sehr starke Rußentwicklung von Petroleum erhöht den Wartungsbedarf des Kochers.
  • Kerosin: Im deutschen Sprachraum bezeichnet „Kerosin“ den Treibstoff für Turbinenantriebe. Es handelt sich um ein „leichtes“ Petroleum, das anders als sein „schwererer“ Bruder rückstandsfrei und damit „sauber“ verbrennt. Ansonsten sind die Vor- und Nachteile durch die enge Verwandtschaft sehr ähnlich gelagert wie bei Petroleum. Allerdings dürfte die „saubere“ Flüssigkeit dank ihrer Zusatzstoffe nicht unbedingt gesünder für kochende Bergfreunde sein. Deshalb sollte Kerosin ähnlich wie Fahrzeugbenzin nur im Notfall beim Kochen zum Einsatz kommen – was angesichts der schweren Erhältlichkeit sowieso kaum anders möglich ist.
  • Diesel: Im Gegensatz zu Kerosin ist Diesel fast überall relativ einfach zu beschaffen. Er hat ähnliche Vor- und Nachteile wie Petroleum oder Kerosin – nur nochmals etwas stärker ausgeprägt. Er ist schwer entzündlich, riecht und rußt sehr stark und hat einen noch niedrigeren Brennwert. Die Qualität variiert zudem von Land zu Land sehr stark. Alles in allem haben wir hier einen eher „ausgefallenen“ Brennstoff, der bestenfalls als Notlösung infrage kommt.

Festbrennstoff Esbit

Esbit (Abkürzung von „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“) wird auch „Trockenspiritus“ genannt und wird für die einfachste und billigste Form von (Outdoor)Kochern verwendet. Eigentlich sind es fast nur noch die Faltkocher der Bundeswehr, in denen die kleinen Würfel bzw. Tabletten abgebrannt werden. Laut Herstellerangaben reicht eine Tablette von 14 Gramm je nach Ausgangstemperatur, um 400ml Wasser in 9 Minuten zum Kochen zu bringen. Doch in der Praxis reicht die Heizleistung außer bei kleinen Portionen eher nur zum Aufwärmen, kaum jedoch zum Kochen.

Vorteile sind die lange Lagerfähigkeit, die rückstands- und rauchfreie Verbrennung, als auch die relativ ungefährliche Handhabung. Nachteile sind neben dem geringen Heizwert, die Wind- und Feuchtigkeitsempfindlichkeit, sowie die Bildung von geringen Mengen Blausäure beim Verbrennen, die den Einsatz im (Vor)Zelt problematisch macht.

Weitere Festbrennstoffe wie zu Brennpaste gelierter Spiritus verfügen ebenfalls nur über relativ geringe Heizwerte und geringe Brenndauer. Sie eignen sich deshalb nur zum Vorwärmen, als Anzündhilfe und für den Notfall.

Verwirrung garantiert: Brennstoff international

Je nachdem, wo man sich auf der Welt befindet, wird Propan- und Butangas auch als LPG (Liquid Petroleum Gas) bezeichnet. Das kann man sich noch relativ leicht merken, doch bei den Flüssigbrennstoffen blickt man auf Reisen garantiert irgendwann nicht mehr durch. Hier bedeuten fast alle Bezeichnungen in fast jedem Land etwas völlig anderes. Besonders bunt wird die Sprachverwirrung rund um das, was im deutschen Sprachraum Petroleum genannt wird:

Die korrekte Bezeichnung für Petroleum im amerikanischen Englisch ist Kerosene und wird oft irrtümlich ins Deutsche mit Kerosin übersetzt, obwohl der deutsche Begriff Kerosin ausschließlich auf leichtes Petroleum beschränkt ist. Das britische Wort für Petroleum ist dagegen Paraffine Oil. Petroleum war der historische Ausdruck für Erdöl, das englische Wort Petroleum bedeutet Erdöl oder Rohöl.

Alles klar? Gut, denn auch bei Spiritus wird es kompliziert. Es folgen ein paar Beispiele für dessen Bezeichnung in verschiedenen populären Outdoor-Reiseländern:

Chile: Alcohol etilico

Frankreich: Alcools / Alcool á brûler

Kanada: Fondue Fuel

Norwegen: Rød-Sprit

Schweiz: Brennsprit

USA: denatured alcohol / burning alcohol / solvent alcohol

Auch bei den anderen Brennstoffen sieht es ähnlich bunt aus. Die Outdoorseiten haben in ihrer Brennstoffe-Übersicht eine sehr nützliche Tabelle über gebräuchliche Bezeichnungen in vielen verschiedenen Ländern zusammengetragen, die den Dschungel etwas lichtet. Die Brennstoffe sind dabei von links nach rechts nach ihrem Flamm-/Siedepunkt aufsteigend geordnet.

Am Schluss dieser Tabelle gibt es übrigens noch einen besonderen kleinen Hinweis:

White Spirit ist in vielen Ländern die Bezeichnung für Nitroverdünnung, die sich nicht zum Kochen eignet. Also vor dem Kauf besser mal an dem vermeintlichen Brennstoff riechen!

Eine gute Idee, doch für die Riechprobe muss man wahrscheinlich eine versiegelte Flasche im Laden öffnen. Deshalb noch besser: sich vor der Reise kurz mit den verschiedenen Bezeichnungen in verschiedenen Ländern auseinandersetzen. Wer weiß, was man sonst für Geister aus der Flasche holt …

Kleiner digitaler Helfer: Kaufberatung Fahrradcomputer

13. Juni 2018
Kaufberatung

Ein Radcomputer am Rennrad, Mountainbike oder Trekkingrad ist weit mehr, als einfach nur ein Tacho, der die aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Moderne Fahrradcomputer ermitteln vielfältige Daten, optimieren sportliches Radtraining und liefern hilfreiche Informationen bei Radtouren, als auch im Alltag. Fahrradcomputer gibt es in den verschiedensten Ausstattungen: vom kompakten Radcomputer mit grundlegenden Funktionen bis hin zu umfangreich ausgestatteten Modellen mit Touchscreen, Farbdisplay und GPS. Bei der Suche nach dem optimalen Fahrradcomputer ist daher zunächst wichtig, welche Daten der kleine Rechner am Bike erfasst und verarbeitet – wobei die folgende Liste bei manche Geräten nicht mal ansatzweise dem kompletten Funktionsumfang gerecht wird.

Welche Daten misst der Radcomputer?

  • Geschwindigkeit: Neben der exakten aktuellen Geschwindigkeit liefern Radcomputer auch Daten über die durchschnittliche Geschwindigkeit und die gefahrene Höchstgeschwindigkeit.
  • Strecke: Die gefahrenen Tourenkilometer oder Tageskilometer kann der Fahrradcomputer ebenso messen, wie die gefahrene Gesamtstrecke in einem bestimmten Zeitraum.
  • Höhe: Nicht jeder Computer am Rad verfügt über einen integrierten Höhenmesser. Hochwertige Fahrradcomputer sind jedoch oft mit Höhenmesser oder GPS gestützter Höhenmessung ausgestattet. Sie können den Höhenverlauf messen und grafisch am Display aufbereiten.
  • Streckenverlauf: Die meisten Radcomputer dienen nicht zur Navigation, sondern zur Aufzeichnung und Analyse der GPS Daten. So zeichnet das kleine GPS-Modul zuverlässig die einzelnen Wegpunkte auf. Diese lassen sich später am PC oder Smartphone als Strecke sichtbar machen (z.B. in Google Earth).
  • Zeit: Der Fahrradcomputer misst die Fahrzeit wie eine Stoppuhr. Natürlich zeigt er auch die aktuelle Uhrzeit an.
  • Trittfrequenz: Um sportliches Training zu optimieren, zeigen einige Radcomputer die aktuelle Trittfrequenz an.
  • Herzfrequenz: Als Ergänzug für ambitionierte Radsportler gibt es Fahrradcomputer, die über spezielle Pulsmesser den Herzschlag ermitteln und auf dem Display anzeigen. So können Radfahrer ihr Training optimieren und ihre individuellen Trainingsziele besser umsetzen.
  • Kalorienzähler: Die praktische Funktion ermittelt den Kalorienverbrauch und kann für zusätzliche Motivation beim Radfahren sorgen.
  • Temperatur: Manche Computer sind zudem mit einem Thermometer ausgestattet, um die momentan umgebene Temperatur zu ermitteln.

Während Geschwindigkeit und Fahrtzeit für den Alltag und für Radtouren interessant sind, ist die Messung von Herzfrequenz, Trittfrequenz und der Kalorienrechner in erster Linie für sportliches Radtraining relevant. Die Aufzeichnung von Höhenprofil und Streckenverlauf ist für Touren und Training gleichermaßen wichtig. Statt die GPS-Daten mit dem Fahrradcomputer zu erfassen, kann auch ein Smartphone verwendet werden, dass mit der entsprechenden App die Daten sammelt und auf einer digitalen Karte sichtbar macht. Für den Radcomputer zur Streckenerfassung spricht allerdings die Unabhängigkeit von Handynetz oder Datennetz (z.B. im Ausland), die einfache Bedienbarkeit, sowie der geringe Stromverbrauch.

Verkabelt oder Wireless?

Radcomputer werden entweder kabelgebunden oder kabellos angeboten. Zwischen den Speichen am Vorderrad wird ein kleiner Speichenmagnet befestigt, mit dem jede Umdrehung des Vorderrads gemessen wird. Dafür registriert ein Sensor, der an der Gabel angebracht wird, die Signale des Speichenmagnets. Bei kabelgebundenen Radcomputern führt ein dünnes Kabel vom Sensor bis zum Fahrradlenker, an dem die Halterung für den Computer angebracht ist. Bei kabellosen Radcomputern ist der Sensor mit einer Funk- oder Bluetooth-Funktion ausgestattet und kommuniziert drahtlos mit dem Fahrradcomputer.

Sowohl drahtlose, als auch kabelgebundene Modelle sind weit verbreitet. Viele Radfahrer schätzen den unkomplizierten Einbau der drahtlosen Systeme; andere wiederum schwören auf die unkomplizierte und störungsfreie Kabelverbindung.

Beide Systeme müssen vor der ersten Fahrt entsprechend justiert werden. Dafür muss der Abrollumfang des Reifens ermittelt werden. Dieser Wert ist entscheidend für die Genauigkeit der anderen Daten, wie Strecke und Geschwindigkeit und bildet die Rechengrundlage für den Fahrradcomputer. Beträgt der Umfang beispielsweise 2 Meter, berechnet der Radcomputer nach fünfzig Impulsen des Speichenmagnets (also fünfzig Umdrehungen) eine gefahrene Strecke von 100 Metern. Die Justierung muss daher sehr gründlich vorgenommen werden, denn schon geringe Abweichungen können sich ziemlich aufsummieren. Die Bedienungsanleitungen der Radcomputer gehen zum Glück ausführlich auf dieses Thema ein und stellen Tabellen mit verschiedenen Reifen- und Felgengrößen als Hilfe zur Verfügung.

Einfach bedienbar und gut ablesbar

Radcomputer sollen beim Radfahren nicht vom Fahrrad und schon gar nicht vom Straßenverkehr ablenken. Deshalb sind sie mit gut ablesbaren Displays ausgestattet, die auf den ersten Blick die wichtigen Daten liefern. Das Umschalten zwischen den einzelnen Werten erfolgt meist mit wenigen Knöpfen und klar strukturierten Menüführungen. Viele Fahrradcomputer sind mit effizienten Schwarz-Weiß-Displays versehen. Sie lassen sich super ablesen und sind außerdem sehr stromsparend. Diese Modelle werden oft durch Knopfzellen gespeist und müssen dank ihres minimalen Stromverbrauchs nur selten gewechselt werden.

Aufwändigere Radcomputer mit Touchscreen und Farbdisplays können in dieser Hinsicht natürlich nicht mithalten. Sie sind in der Regel mit integrierten Akkus versehen, die ähnlich wie beim Smartphone in regelmäßigen Abständen aufgeladen werden müssen. Da die aufgezeichneten Daten aber ohnehin am Computer ausgewertet und bearbeitet werden (z.B. GPS-Tracks, Höhenprofile, Trainingsmessung, Vergleichswerte), können diese Fahrradcomputer zeitgleich am PC oder USB-Ladegerät geladen werden. Radcomputer mit Farbdisplay und GPS Navigation sind in der Regel auch für das Anzeigen von digitalen Karten geeignet. Sowohl beim Training, als auch auf Radtouren bieten sie so eine übersichtliche Navigationshilfe am Lenker.

Während die Halterung am Lenker verbleibt, kann der Radcomputer aus der Halterung entfernt werden. Auf diese Weise ist er vor Beschädigung, Witterung und Diebstahl geschützt; und wenn er über die entsprechenden Schnittstellen verfügt, lassen sich die gesammelten Daten (wie zuvor genannt) bequem am heimischen Rechner auswerten.

Damit der Radcomputer bei jedem Wetter einsetzbar ist, sind die meisten Modelle sehr gut vor Spritzwasser geschützt. Damit überstehen sie auch kräftige Regenschauer. Im Winter kann es bei niedrigen Temperaturen zu Problemen mit dem Display und der Stromversorgung der Computer kommen. Da der empfohlene Temperaturbereich aber von Modell zu Modell abweicht, müssen sich Radfahrer individuell informieren – vorausgesetzt natürlich der Radcomputer soll bei Minusgraden eingesetzt werden.

Für Radfahrer, die gerne auch in der Nacht trainieren oder sich zumindest von der Dunkelheit nicht abschrecken lassen, sind zuschaltbare Hintergrundbeleuchtungen am Radcomputer sehr hilfreich. Bei Farbdisplays, die aktiv leuchten, ist diese Funktion natürlich irrelevant. Bei den stromsparenden Schwarz-Weiß-Displays ist bei Nacht allerdings nicht mehr viel zu erkennen. Fahrradfahrer, die viel im Alltag mit dem Rad unterwegs sind und auch lange Touren machen, profitieren ebenfalls von der praktischen Zusatzbeleuchtung.

Zubehör für sportliche Radfahrer

Für Fahrradcomputer gibt es umfangreiches Zubehör, das die sportlichen Möglichkeiten erweitert und für ein noch effizienteres Training sorgt. Dazu gehören beispielsweise Brustgurte, die die Pulsfrequenz messen und die Informationen drahtlos an den Computer weiterleiten. Zudem besteht bei vielen Radcomputern die Möglichkeit, ein zweites oder drittes Fahrrad mit Sender, Magnet und Halterung am Lenker zu versehen. So lässt sich der Radcomputer beispielsweise ohne Mühen am Rennrad und am Mountainbike einsetzen.

Die Übersicht zeigt: der Fahrradcomputer kann ein hilfreiches Gadget sein und die Fahrradtour um einiges erleichtern. Mit oder ohne Computer, wir wünschen auf jeden Fall eine gute und sichere Fahrt!

Real Turmat – Lecker Essen für die Tour

9. Mai 2018
Ausrüstung, Die Bergfreunde

Wenn man auf langen (Trekking)Touren darauf angewiesen ist, die komplette oder zumindest einen Großteil der Nahrung von Anfang an mit im Rucksack zu tragen, ist man froh, wenn man zumindest ein wenig am Gewicht sparen kann. Wie gut, dass es Trekkingnahrung, also gefriergetrocknete Mahlzeiten mit einfacher Zubereitung und hohem Nährwert gibt. Was aber taugen diese Gerichte und viel wichtiger noch: Schmecken sie denn?

Um diese und andere Fragen zu klären, hat unser Testteam einmal den Kochlöffel geschwungen und zahlreiche Gerichte von unterschiedlichen Herstellern für euch ausprobiert. Heute auf dem Speiseplan: Real Turmat.

Real Turmat  – kurz vorgestellt

Real Turmat kommt aus dem hohen Norden und ist eine Marke der Drytech AS. Hierbei handelt es sich um ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Tromsø, Norwegen. Familienoberhaupt und gleichzeitiger Chef der Firma ist Rolf Hansen, der bereits 1989 die Idee verfolgte leckere Gerichte haltbar zu machen. Anlass hierzu war den Eintopf seiner Frau, den er nach Möglichkeit auch auf längeren Touren in unverfälschter Qualität genießen wollte. Die Idee zu Drytech wurde geboren. In den darauffolgenden Jahren experimentierte Hansen viel mit neuen Methoden der Gefriertrocknung. Hierdurch entstand ein neues Verfahren, das laut Firmenangaben bis heute eine unverwechselbare Qualität der Nahrung liefert.

Real Turmat kann außerdem mit einem ausgewogenen Sortiment punkten. Vom Müsli bis zur deftigen Hauptmahlzeit gibt es zahlreiche unterschiedliche Gerichte. Auch Snacks, Energieriegel und Kleinigkeiten für zwischendurch dürfen im Sortiment nicht fehlen.

Handling, Verpackung und Zubereitung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Real Turmat um gefriergetrocknete Nahrung. Das heißt, dass für die Zubereitung der Mahlzeiten eine vorgegebene Menge an Wasser benötigt wird. Das heiße Wasser kann man dann einfach in den jeweiligen Beutel gießen und mit der darin enthaltenen Trockennahrung verrühren. Nach einer kurzen Wartezeit, in der die Mahlzeit „ziehen“ muss, ist das Essen auch schon fertig. So gesehen ist die Zubereitung der Mahlzeiten recht einfach. Auf Tour sollte man aber immer darauf achten, genug Wasser im Gepäck zu haben. Denn ist der Wasservorrat fast aufgebraucht, gibt es entweder nichts zu Essen oder kein Getränk dazu…

Die Beutel, in denen die Nahrung geliefert wird sind sehr robust. Durchsticht man sie beim Transport im Rucksack nicht gerade mit einem spitzen oder scharfkantigen Gegenstand, sind sie nahezu unverwüstlich. Außerdem sind die Beutel stark hitzebeständig, sodass ihnen selbst kochendes Wasser nichts anhaben kann.

Wie bei gefriergetrockneten Trekkingmahlzeiten üblich, können auch die Essen von Real Turmat direkt im Beutel zubereitet werden. Zum Zubereiten und Verzehren der Mahlzeiten reichen daher ein Kocher mit Topf oder Kessel zum Erhitzen des Wassers und ein Löffel zum Umrühren und essen. Somit kann das Gepäck, was die Küchenutensilien anbelangt, sehr schlank gehalten werden. Auch lästiges Spülen lässt sich so weitestgehend vermeiden.

Übrig bleibt dennoch – und das soll natürlich nicht unerwähnt bleiben – die Verpackung. Die kann aber nach dem Verzehr einfach ausgespült, verpackt und in der Zivilisation entsorgt werden.

Gerichte

Cremige Pasta mit Schweinefleisch und Kräutern

Pasta kommt unterwegs immer gut an. Kein Wunder also, dass dieses Gericht bei unseren Testern hoch im Kurs lag. Geschmacklich gab es hier die Höchstpunktzahl und auch bei er Zubereitung konnte diese Mahlzeit punkten. In Sachen Aussehen gingen die Meinungen jedoch ein wenig auseinander, sodass es hier einen leichten Abzug gab.

Hähnchen Tikka Masala

Bei diesem Gericht handelt es sich um einen echten Klassiker, wenig verwunderlich also, dass es in dieser Testreihe die beste Bewertung erreichte. Dieses Gericht bringt einen Hauch von Indien mit. Durch zahlreiche Gewürze wie Ingwer und Koriander, aber auch leckeres Hühnerfleisch und Reis sorgt diese Mahlzeit für eine angenehm exotische Abwechslung im Speiseplan. Aussehen und Zubereitung wurden von unseren Testessern ebenfalls positiv bewertet.

Lachs mit Pasta und Sahnesoße

Dieses Gericht schaffte es in unserem Test auf einen Platz im vorderen Mittelfeld. Mit Pasta macht man halt selten was falsch. Außerdem sind Nudeln ein guter Energieträger. Leckerer Lachs und eine feine Soße sorgen außerdem für ein gutes Geschmackserlebnis. Auch die Zubereitung ist bei diesem Gericht kein Problem, lediglich für das Aussehen gab es hier Punktabzug.

Pasta Bolognese

Der Klassiker unter den Nudelgerichten! Eine würzige Soße, zahlreiche Gewürze und leckeres Rindfleisch sorgen hier für ein großes Geschmackserlebnis. Kein Wunder also, dass hier die volle Punktzahl vergeben wurde. Abzug gab es jedoch leider für die Zubereitung. Wie sich herausstellte, war es nicht ganz einfach, die Nudeln so ziehen zu lassen, dass sie weder zu hart noch zu weich waren. Hier braucht es ein wenig Erfahrung, wann genau das Gericht seine optimale Konsistenz erreicht hat.

Rindfleisch mit Reis und Gemüse

Dieses Gericht ist leicht beschrieben: würziges Rindfleisch, leckeres Gemüse und eine ordentliche Portion Reis. Alles in allem eine Mahlzeit, die nicht nur satt, sondern auch glücklich macht. Dementsprechend fiel auch das Votum unseres Teams aus: Platz zwei und zwar ohne wenn und aber. Sowohl Geschmack, als auch Aussehen und Zubereitung wurden hier positiv bewertet.

Rindfleischtopf mit Brokkoli

Und noch mal Rindfleisch. Dieses Mal allerdings als Eintopf. Geschmacklich ist dieses Gericht weit vorne zu sehen. Herzhafte Zutaten und leckere Gewürze verfehlen ihre Wirkung hier nicht. Leider mussten unsere Tester jedoch sowohl bei der Optik, als auch bei der Zubereitung ein paar Punkte abziehen, sodass es bei dieser Mahlzeit nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld gereicht hat.

Wildtopf

Wer es unterwegs gerne auch mal ausgefallen mag, der ist hier genau richtig. Geschmacklich mischt dieses Gericht ganz weit vorne mit. Deutlichen Abzug gab es aber für die Zubereitung und das Aussehen. Man kann eben nicht alles haben. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, erhält hier eine qualitativ hochwertige Mahlzeit und obendrein eine angenehme Abwechslung im Speiseplan.

Fazit

Wieder einmal hat unser Team den Kochlöffel geschwungen und einige Gerichte getestet. Ausrutscher nach unten gab es bei Real Turmat nicht. Die Gerichte von Real Turmat mischen alle vorne mit. In unserem Test erreichten alle Gerichte eine gute Wertung, nennenswerten Abzug aufgrund des Geschmacks gab es hier nie. Manchmal war es das Aussehen, das in der Wertung ein paar Punkte kostete, bei anderen Gerichten sorgte die Zubereitung für Abzug.

Alles in allem sind die Gerichte von Real Turmat aber sehr zu empfehlen. Die Zutaten sind von hoher Qualität und es stehen außerdem zahlreiche unterschiedliche Gerichte zur Auswahl. Somit ist auch bei längeren Touren ausreichend Abwechslung gegeben und es kommt nicht zum Lagerkoller durch einseitig langweiliges Essen. Personen, die unter Unverträglichkeiten leiden sollten jedoch genauer auf die Lebensmittelkennzeichnung achten, da viele Gerichte mit Gluten, Lactose und Co. daher kommen.

Fahrradrucksäcke: Sportlich, komfortabel und funktionell

13. Juni 2018
Kaufberatung

Vom geräumigen MTB-Rucksack für mehrtägige Touren, kompakten und sportlichen Daypacks, bis hin zu reinen Trinkrucksäcken und Backpacks mit integrierten Rückenprotektoren – das vielfältige Angebot an Fahrradrucksäcken streckt sich über alle möglichen und denkbaren Bandbreiten. Dementsprechend groß und teilweise unübersichtlich ist daher auch das Angebot der Rucksäcke. Darüberhinaus passt nicht jeder Radrucksack gleich perfekt zum eigenen Fahrstil und Einsatzbereich.

Bevor sich Radfahrer einfach den nächstbesten Radrucksack kaufen, sollten sie die Auswahl etwas eingrenzen und sie auf ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Mit den folgenden Punkten wollen wir euch Radlern da draußen bei der Auswahl helfen und die verschiedenen Schwerpunkte und Anwendungsbereiche der unterschiedlichen Rucksäcke aufzeigen:

Der Einsatzbereich

Je nach Länge der Touren und Trainingseinheiten wählen Fahrradfahrer ihre Rucksäcke in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen. Bei längeren Touren werden die Rucksäcke tendenziell immer größer und schwerer. Für sportliche Kurzstrecken eignen sich kleinere und leichte Radrucksäcke.

Das Volumen

Radrucksäcke, die eher ein Protektor mit Trinkblase sind, verfügen mit ein oder zwei Liter Volumen oft nur über kleine Taschen für die wichtigsten Accessoires. Daypacks für Tagestouren liegen dagegen mit etwa 10 bis 18 Liter Volumen im Mittelfeld und bieten damit schon deutlich mehr Stauraum. Für mehrtägige Biketouren und Radreisen sind selbst Fahrradrucksäcke mit über 20 Liter Volumen keine Seltenheit.

Der Wetterschutz

Radfahrer, die nur bei Sonnenschein auf Tour gehen, brauchen sich um den Wetterschutz nur wenig Sorgen machen. Allwetter-Radler sind mit wasserfesten Beschichtungen, wasserabweisenden Oberflächenbehandlungen und integrierten Regenhülle bestens beraten. Wer auch bei starkem Dauerregen den Inhalt des Rucksacks unbedingt trocken halten möchte, greift zu wasserdichten Rucksäcken mit Wickelverschluss. – Das sind dieselben Rucksäcke, die auch Radkurriere verwenden. Regenhüllen und wasserfeste Rucksäcke schützen nicht nur bei Regen sehr gut, sondern sind auch bei Dreck, Staub und Schlamm sehr hilfreich.

Die Passform

Damit der Rucksack weder drückt, noch am Rücken rutscht, ist ein körpernaher Schnitt, ein gut gepolsterter Rücken und ein anpassbares Tragesystem sehr wichtig. Auch auf steilen und holprigen Passagen muss der Rucksack fest am Körper sitzen. Durch eine optimierte Geometrie und Polsterung der Gurte verteilt sich die Last perfekt auf Schultern, Rücken und Hüfte.

Individuelle Einstellmöglichkeiten

In der Regel sind Radrucksäcke mit zwei Schultergurten, einem Hüftgurt und einem Brustgurt ausgestattet. Zusätzlich lässt sich bei vielen Rucksäcken die Rückenlänge anpassen. Bei größeren Rucksäcken helfen seitliche Kompressionsriemen das Gepäck im Rucksack möglichst fest und körpernah zu fixieren. Außerdem dienen sie als praktische Halterung für Softshell- oder Fahrradjacken.

Erweiterungsbereiche und Zusatzfächer

Eine Helmhalterung für den Transport im Alltag ist bei vielen Fahrradrucksäcken bereits in der Frontpartie integriert. Durch umlaufende Reißverschlüsse kann bei manchen Modellen das Volumen erweitert werden. Separate Fächer für Werkzeug, Kleinteile und Trinkblase machen die Organisation der Ausrüstung perfekt. Manche Modelle verfügen zudem über separate Notebook- und Tabletfächer.

Kompatibel für Trinksysteme

Die meisten Fahrradrucksäcke sind für die Nutzung von Trinkblasen vorbereitet. Deshalb verfügen sie über Durchführung und Befestigungsmöglichkeiten für den Trinkschlauch. Er wird am Schulter gurt angebracht und ist auf diese weise jederzeit beim Radfahren erreichbar. Je nach Rucksack sind die Fächer für die Trinkblase unterschiedlich groß. Bei Tourenrucksäcken sollten Trinksysteme mit drei Liter Volumen immer passen.

Belüftete Träger und Rückenpartie

Vor allem leichte Modelle für Trainingseinheiten, mehrstündige Touren und Tagestouren sind oft mit Trägern aus Mesh-Gewebe und gut belüfteten Ventilationskanälen im Rucksackrücken ausgestattet. Da sie mit ihrem geringeren Volumen für weniger Gewicht ausgelegt sind, führt die leichte Bauweise nicht zu Einbußen beim Komfort. Größere Radrucksäcke sind mit ihrer stärkeren Polsterung vergleichsweise weniger gut belüftet.

Das Eigengewicht

Bikeruckäcke mit dünnen Mesh-Trägern und minimaler Polsterung gibt es schon ab einem Gewicht von etwa 300g. Je größer der Rucksack ausfällt und je umfangreicher Polsterung und zusätzliche Ausstattung sind, desto höher steigt das Gewicht der Fahrradrucksäcke. 1500g bis 2000g kann ein solcher Rucksack dabei schon mal wiegen. Die robusten Kuriertaschen und Gepäcktaschen aus Planenmaterial sind sogar noch deutlich schwerer.

Stabilität und Material

Gerade bei leichten Rucksäcken verarbeiten Hersteller (zum Beispiel Vaude, Osprey oder Ergon) leichte und hochfeste Materialien. Oft widerstehen diese Materialien aber mechanischen Abnutzungen nicht in dem gleichem Maße, wie es dickere und robustere Materialen tun würden. Letztere Materialien werden besonders gerne bei Tourenrucksäcken eingesetzt.

Integrierte Protektoren

Manche Radrucksäcke sind mit Rückenprotektoren ausgestattet, die im Falle eines Aufpralls die Wirbelsäule und den Rücken schützen. Diese Rucksäcke sind teilweise sehr sportlich designt und bieten oftmals kaum mehr zusätzlichen Platz, als für eine 1,5 Liter Trinkblase, Geldbeutel und Schlüsselbund. Andere Protektorrucksäcke für Fahrräder sind dagegen weitaus geräumiger und auch für längere Touren bestens geeignet.

Reflektoren und zusätzlich Features

Damit Radfahrer im Straßenverkehr auch bei Dunkelheit und in der Dämmerung gut zu erkennen sind, statten viele Hersteller ihre Radrucksäcke mit Reflektoren aus. Spezielle Halterungen für Blinklichter, praktische Schlüsselhalter und sogar Reifenheber sind in manchen Rucksäcken bereits integriert.

Ultraleicht-Fan oder Ultraweit-Fahrer?

Um den perfekten Fahrradrucksack zu finden, lohnt es sich, jeden einzelnen Punkt mit dem eigenen Fahrverhalten und den individuellen Bedürfnissen zu vergleichen. Dies sind dabei einige der Fragen, die man sich stellen kann um den individuellen perfekten Fahrradrucksack zu finden:

  • Lege ich mehr Wert auf Komfort und Platzreserven oder will ich jedes überflüssige Gramm einsparen?
  • Packe ich 1L Trinken, 2 Müsliriegel und eine Windjacke in meinen Fahrradrucksack oder müssen auch noch Werkzeug, Ersatzteile, Wechselbekleidung und Fotoapparat mit in mein Gepäck?
  • Fahre ich mehr auf trockener Straße mit meinem Rennrad oder bin ich nach jeder Tour mit meinem Mountainbike von oben bis unten mit Matsch bedeckt?

Viele Rennradfahrer greifen bei der Auswahl der Rucksäcke gerne zu schmalen und leichten Modellen. Neben Trinksystem und leichter Zusatzbekleidung, wie Rennradjacke, Sonnenbrille und Überschuhen versuchen sie überflüssiges Gewicht zu vermeiden.

Mountainbiker, die auf mehrtägigen Touren die Alpen überqueren, sind dagegen mit großen Tourenrucksäcken in den Bergen unterwegs. Neben wetterfester Hardshellbekleidung und Wechselbekleidung, benötigen sie auch noch die wichtigsten Werkzeuge wie zum Beispiel eine kleine Luftpumpe, Flickzeug und ein paar Ersatzteile für Notreparaturen. Ausreichend Flüssigkeit, ein gutes Vesper und ein obligatorisches Erste-Hilfe-Set dürfen dabei natürlich ebenfalls nicht fehlen. Für ausgedehnte Radreisen und Expeditionen mit dem Fahrrad, für die Zelt, Kocher und umfangreiche Ausrüstung benötigt wird, rüsten sich Radfahrer zu ihrem Fahrradrucksack mit Gepäckträgern, Fahrradtaschen und Lenkertaschen aus. Auch Radanhänger kommen als Transporthilfe für lange Radreisen in Frage.

Einer für alles?

Durch die unterschiedlich optimierten Einsatzbereiche der Radrucksäcke, verwenden viele Radfahrer unterschiedliche Modelle im Alltag, beim Training und auf Tour. Einen guten Kompromiss bieten die Tagesrucksäcke mit einem Volumen zwischen 12 Liter und 18 Liter und integriertem guten Wetterschutz. Diese lassen sich sowohl auf kleineren (Tages-)Touren sehr gut einsetzen, als auch beim Training, in der Freizeit und im Alltag. Ambitionierte Radsportler und Tourenfahrer sind mit speziellen Rucksäcken, die optimal auf ihre Fahrweise und ihre Bedürfnisse angepasst sind, besser beraten.

Richtige Pflege für Radrucksäcke

Fahrradrucksäcke benötigen im Vergleich zum Fahrrad kaum Pflege. In regelmäßigen Abständen oder bei sehr starker Verschmutzung kann eine Handwäsche dem Radrucksack zu neuer Blüte verhelfen. Da sich Fahrradrucksäcke in dieser Hinsicht nicht von Outdoorrucksäcken und Wanderrucksäcken unterscheiden, können wir gerne auf unsere detaillierte Rucksackpflege verweisen. Sie enthält alle wichtigen Tipps zur Pflege, Wäsche und Trocknung von Rucksäcken. Nur das Trinksystem mit Trinkblase und Schlauch sollten Radfahrer aus hygienischen Gründen nach jedem Einsatz reinigen.

Über Land und Wasser: Hyphen Sports

9. Mai 2018
Kaufberatung

Hyphen? Wie spricht man das denn aus? „Hüfn“ vielleicht? Die Firma sitzt ja in München und da gibt es viele Kreationen aus dem oberbayrischen Sprachwunderland. Aber nein, es ist Englisch, spricht sich „haɪf(ə)n“ und bedeutet „Bindestrich“. Weil hyphen (ja, klein geschrieben) Wassersport und Bergsport unter einem Dach verbindet. Und weil die Firma bei jedem Produkt das Beste von allem zu einem spitzenmäßigen Ganzen verbinden will. Schauen wir doch mal, wie das gelingt …

Entstehung

Bevor hyphen Sports im Jahr 2001 zum Unternehmen wurde, war es einst ein Elternpaar, das seinen Kindern das Surfen und die Liebe zum Wasser vermitteln wollte. Allerdings wollten sie es so vermitteln, dass die Kinder ungetrübte Freude daran haben konnten. Sie sollten ohne zu frieren im Wasser und ohne die Gefahr von Hautschäden in der Sonne bleiben können. Außerdem sollte die Lösung dieser Herausforderung so wenig Belastung wie möglich für die Umwelt mit sich bringen. Diese Wünsche führten zu einer langen und komplizierten Forschungsreise, die wiederum zu völlig neuartigen, wassertauglichen und kinderfreundlichen Textilien führte. Diese sind mittlerweile heiß begehrt und die Eltern Christiane Hess und Peter Reinschmidt Geschäftsführer eines erfolgreichen Familienunternehmens.

Seit 2013 verschreibt sich hyphen sports auch dem Bergsport und das mit der gleichen Akribie und Hingabe, wie es zuvor beim Wassersport geschah. Auch hier spielt der UV-Schutz eine große Rolle, denn bekanntlich trifft umso „härtere“, potenziell gefährlichere Sonnenstrahlung auf die Haut, je höher man sich befindet.

Besonderheiten

Die Firma und ihre Produkte sind in vielerlei Hinsicht besonders. Wirklich einzigartig dürfte der bislang für unmöglich gehaltene Spagat zwischen kompromisslos funktionaler, komplett nachhaltiger und dennoch bezahlbarer Kleidung sein. Besonders bei der Surf- und Wassersportbekleidung wird dabei immer auch an den Nachwuchs gedacht – und das mit Erfolg, wie Christiane Hess erklärt:

„Die Kinder akzeptieren es nicht nur angezogen zu sein, sondern sie fühlen sich wohl, weil ihnen die Sachen super gut gefallen.“

Doch auch bei der allroundtauglichen Skitourenkleidung geht man mit sehr viel Umsicht und Sorgfalt zu Werke. Schon beim Entwurf jedes Kleidungsstücks sind Bergführer und professionelle Bergsteiger wie Christian Stangl beteiligt. Sie machen sich um jede einzelne Naht Gedanken und testen das Material ausführlich.

Künftig wird der Fokus von hyphen sports nicht mehr „nur“ auf Skitouren liegen. Ab der Herbst/Wintersaison 2018 wird die Produktpalette vielseitiger und verstärkt auf den Sommer-Bergsport ausgerichtet sein. Dabei wird nicht nur das Sortiment verbreitert, sondern auch originelle, eigene und teils neuartige Lösungen präsentiert. Das fängt mit unkonventionellen Materialien wie c-change von Schoeller an und hört jedoch bei strategisch platzierten Isolationspads noch lange nicht auf.

Glaubwürdige Nachhaltigkeit – fair und transparent

Wenn man die Nachhaltigkeit der Firma hyphen sports in eine griffige Formel packt, lautet sie in etwa so:

95% Made in Europe, 100% PFC-frei, 100% Materialien aus Europa.

Das Nachhaltigkeitskonzept von hyphen ist umfassend, glaubwürdig, nachprüfbar und sprichwörtlich zum Anfassen. Hier gibt es keine outgesourcten und anonymen Marketingabteilungen, sondern verantwortlich handelnde Menschen, die persönlich sichtbar und ansprechbar sind.

Regionaler Bezug

Als wichtiges Element der Nachhaltigkeit wird der regionale Bezug zur Alpenheimat konsequent und glaubwürdig gelebt. Dies kommt nicht nur in Namen, Logos und Motivprints der Kleidungsstücke zum Ausdruck, sondern auch in allen weiteren Aspekten und Aktivitäten. Der Begriff „regional“ wird auch nicht allzu eng gefasst, denn er schließt die ganzen (Ost)Alpen und ein Stück von Kroatien, wo sich die Produktionsstätte von hyphen befindet, ein.

Dass möglichst alle Stoffe aus Europa stammen, ist oberste Prämisse bei der Materialwahl. Die Umsetzung gelingt zu 95%, denn abgesehen von den Reißverschlüsse von YKK wird fast alles auf diesem Kontinent produziert. Ein Großteil dieser Produktion befindet sich nach heutigen Maßstäben quasi gleich um die Ecke: in Mursko Sredisce, einer Kleinstadt in der traditionsreichen Textilregion im Norden Kroatiens. Im dortigen Werk kennt Andreas Schreilechner, Chefentwickler bei hyphen „jede Näherin beim Vornamen“. Die relative Nähe bringt auch eine hohe Flexibilität und andere praktische Vorteile mit sich.

Wie schon erwähnt verzichtet hyphen vollständig auf den Einsatz umweltschädlicher und nicht recyclingfähiger Stoffe wie PFOA. Auch einfache T-Shirts bestehen nicht aus einer weit entfernten Baumwolle, sondern aus Tencel. Diese „Naturkunstfaser“ wird für das Unternehmen von der österreichische Firma Lenzing aus Zellulosefasern produziert.

Die Regionalität setzt sich selbst bei den Modellbezeichnungen fort. Dass man hierfür die Namen irgendwelcher Gipfel und Bergketten hernimmt, ist in der Outdoorbranche gang und gäbe. Doch bei hyphen hat die Sache einen ganz realen Bezug, denn die Namen nennen jene Alpengipfel und -gebiete, an und in denen die Teile getestet wurden.

Sogar der Vertrieb der fertigen Produkte beschränkt sich auf Deutschland und den Alpenraum.

Wirklicher UV-Schutz

Kleidung mit hohen UV-Schutzfaktoren gibt es von vielen Herstellern. Doch nicht immer entspricht die angegebene Schutzfunktion den tatsächlichen Werten. Vor allem, wenn die Textilien Dehnung und Nässe ausgesetzt sind, verlieren sie einen Großteil ihrer Sonnenschutzwirkung. Unabhängige Test haben jedoch bewiesen, dass hyphen Textilien zuverlässig die höchsten UV-Schutznormen erfüllen, die es gibt. Und wie schaffen sie diesen maximalen Schutz zu übertreffen?

Zum Beispiel indem in die flüssige Spinnmasse der Kunstfaserstoffe schon Titandioxid für den UV-Schutz eingeschmolzen wird. Daraus entstehen hochfeine Garne, die die Ausgangsbasis für besonderen Schutz und hohen Tragekomfort sind. Für diese Umsetzung kommen zusätzlich noch hochkomplexe Maschinen zum Einsatz, die für eine besondere Dichte bzw. besonders feine Maschen des Materials sorgen.

Neuer Fokus auf Skitouren und Bergsport

Im Ski- und Bergsport sind die Münchener zwar noch relativ neu, doch den Einstieg haben sie genau so überzeugend gemeistert wie schon zuvor im Wassersport-Bereich. Dafür war und ist ein extrem fundiertes Know-how nötig, das aus einer starken Verbindung von Bergsport-Praxis und Erfahrung aus der Textilindustrie entsteht. Bei hyphen sports verkörpert vor allem das Team um Entwickler Andreas Schreilechner dieses Know-how.

Die Entwicklung der Bekleidung wird anders als bei vielen Marken nicht von einem anvisierten Endpreis oder anderen betriebswirtschaftlichen Zielgrößen bestimmt. Selbst die grundlegenden Stoffbahnen der Kunstfasertextilien werden nicht als Massenware in Fernost, sondern handverlesen und teils eigens für hyphen produziert. So bekommen viele der Kleidungsstücke schon „von Grund auf“ eine außergewöhnliche Funktionalität. An keiner Stelle im Produktionsprozess steht die Kostenersparnis über der Performance des Endprodukts. Materialien und Ausstattungsdetails werden ausschließlich nach funktionalen Kriterien entworfen und ausgewählt. Die „Prototypen“ werden dann von den beteiligten Bergsportlern bis auf den letzten Quadratzentimeter Stoff getestet.

Gute Preise, gute Aussichten

Solche Liebe zum Detail führt normalerweise zu sehr hohen Verkaufspreisen für die Kunden. Nicht so bei hyphen Sports, wo High End Produkte durchaus im preislichen Mittelfeld einpendeln. Das ist nur möglich, wenn eine Firmenphilosophie in höchstem Maße von Vernunft und Ethik getragen wird. Wir sind begeistert und uns sicher, dass hyphen Sports auf diese Weise weiterhin Erfolge feiern wird.

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