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Unterwegs im Karwendel – Wandern im Grenzgebiet zwischen Österreich und Bayern

24. Mai 2018
Die Bergfreunde

Das Gute liegt doch oft so nah, dachte ich mir, als ich mir meine nächsten Wanderziele aussuchte. Da ich eine waschechte Oberländlerin aus dem Isarwinkel bin, liegt es quasi auf der Hand, das angrenzende Karwendel einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwar befinden sich rund 80% dieses Gebirgszuges eigentlich in Österreich, doch erreicht man das große Wanderparadies auch ganz schnell von München aus.

Knapp 2 Stunden Anfahrt und schon eröffnet sich eine wild romantische Bergwelt, in der für jeden etwas dabei ist. Zahlreiche Täler laden zum gemütlichen Wandern ein und naturbelassene Flussläufe glitzern in der Sonne. Auch für Kinder ist dieses Gebiet das richtige Gelände um erste Wandererfahrungen auf kleinen Touren zu sammeln und Abenteuer in der Wildnis zu erleben. Wenn man die ursprünglichen Bachläufe und die weiten Wälder sieht fühlt man sich hier sogar fast ein wenig wie in Kanada.

Erstmals 1280 entdeckt, wurde das Karwendel schnell von nur einem Ursprungstal auf das gesamte Gebiet ausgeweitet, das sich heute von West nach Ost etwa 45 Kilometer erstreckt und von Nord nach Süd 30 Kilometer umfasst. Genug Platz also für alle Bergfreunde (egal ob Bergsteiger, Wanderer oder Familien). Es gibt allein 125 Gipfel, die eine Höhe von 2000 Metern übersteigen.

So fällt mir die Auswahl zwar nicht ganz leicht, jedoch schiebt sich der Schafreiter sofort in mein Blickfeld, denn genau auf seinem Gipfel verläuft die Grenze zwischen Bayern und Tirol und wer ist denn nicht gern Grenzgänger!

Auf geht’s zum Schafreiter

Um zum Ausgangspunkt der Rundtour zu kommen, folgt man der B13 von Bad Tölz in Richtung Sylvensteinsee und biegt am Staudamm nach rechts Richtung Fall/Vorderriß/Eng ab. Von nun an folgt man der Straße bis zur Oswaldhütte. An der Oswaldhütte angekommen, gelangt man auf einen Parkplatz. Ganz nach dem Motto der frühe Vogel fängt den Wurm, lohnt es sich hier jedoch früh dran zu sein, da im Sommer die Plätze ziemlich flott weg sind. Das Auto geparkt, geht es an einer gut beschilderten Forststraße bergauf. Die Höhe nimmt schnell zu und man erreicht schon nach etwa einer Stunde Gehzeit die Moosenalm.

Da der Steig in der Sonne liegt und die Latschensträucher ihr Übriges tun, wird uns ganz schön schnell warm. Spätestens jetzt sollte es sich also noch mehr auszahlen zeitig dran zu sein. Mit dem Gipfel fest im Blick wandert man nun direkt am Nordwestgrat des Schafreiter entlang. Knapp zwei Stunden geht es bergauf, weshalb ein bisschen Ausdauer gefragt ist. Das immer größer werdende Panorama ist die Anstrengung dabei aber auf alle Fälle wert und bietet eine willkommene Abwechslung.

Nach etwa drei Stunden erreichen wir den Gipfel, den man sich im Sommer mit einer Menge Schafen teilen darf. Der Name des Gipfels ist uns damit nun auch klar. Auf einer Höhe von 2101 Metern hat man das Karwendel auf dem Präsentierteller. Auch Zugspitze, Walchensee und Sylvensteinspeicher liegen zu unseren Füßen.

Nachdem wir uns satt gesehen haben, entscheiden wir uns zu einer Rundtour und wählen deshalb einen anderen Abstieg. Statt auf dem Grat zurückzuwandern, gehen wir nun gleich nach links abwärts zur Tölzer Hütte, in der man auch einkehren und übernachten kann. Ein etwas steiler, teilweise mit Drahtseilen gesicherter Weg führt uns schnell bergab Richtung Wald. Mit ein wenig Trittsicherheit ist dieser Abschnitt aber leicht zu bewältigen. Sobald man den Bergwald erreicht hat, wird der Weg wieder gemütlicher und man kann die Tour schön ausklingen lassen.

Was man bei der Rundtour und nach knapp 1150 Höhenmeter jedoch nicht vergessen sollte ist, dass unser Auto ja woanders steht und man noch etwas Zeit und Kraft einplanen muss um auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt zu laufen. Doch mit diesen tollen Eindrücken im Gepäck spulen wir die restlichen vier Kilometer Asphalt ganz easy ab. Wer noch Durst oder Hunger hat, findet in der Kaiserhütte oder in der Oswaldhütte einen Platz zum entspannen und kann echte Tiroler Spezialitäten genießen. Den Kaiserschmarren hat man sich jetzt aber auch verdient!

Tour ins zentrale Karwendel

Für unsere Tour zieht es uns außerdem noch ins zentrale Karwendel. Um ins Karwendel zu gelangen muss man nur der selben Straße (Hinterriß/Eng) bis zu ihrem Ende folgen und schon ist man im Engtal angekommen. Bevor man sein Auto verlassen hat bekommt man schon einen Eindruck von der Schönheit dieser Natur. Auffallend sind die vielen Ahornbäume, die die Landschaft prägen. Auch viele alte Bergahorn-Bestände, die zum Naturdenkmal erklärt wurden, findet man hier. Nicht umsonst heißt der Abschnitt hier also großer Ahornboden. 1988 wurde der große Ahornboden mit seinen 300 bis 600 Jahre alten Bäumen zum Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und ist seither Teil des Naturparks Karwendel.

Am Alpengasthof Eng parken wir an dem großen kostenlosen Parkplatz (sämtliche Parkplätze sind im Gebiet Ahornboden und Eng kostenlos! Es fällt lediglich eine Mautgebühr von 4,50 € an). Auf einer unbefahrenen Straße wandern wir an einer kleinen Siedlung vorbei, in der man Bergkäse, Speck und Souvenirs kaufen kann. Hier gibt es auch urige Übernachtungsmöglichkeiten und eine Wirtschaft mit einem Abenteuerspielplatz für die Kleinen.

Unser Ziel ist heute die Falkenhütte (1848m) und folgen deshalb fortan der entsprechenden Beschilderung. Die Beschilderung führt uns einen Weg rechts bergauf, die man eigentlich nicht übersehen kann, da diese Tour bei Familien sehr beliebt ist und diese demnach die Strecke einschlagen. Zu Beginn geht es mäßig bergauf. Man durchquert einen Wald, bis man schließlich die Baumgrenze erreicht und von nun an auf die Engalmen herabsehen kann.

Nach etwa 1,5 Stunden Wanderung erreichen wir das Hohljoch (1794m). Die Hälfte haben wir somit geschafft und sehen unser Ziel schon direkt gegenüber. Vor uns liegen nun die mächtigen Laliderernordwände, in denen es auch zahlreiche alpine Abenteuer zu erleben gibt. Ein Stück muss man nun absteigen, um dann unterhalb der Wände bis zum finalen Aufstieg entlangzugehen.

Auf der gegenüberliegenden Seite, am Spielissjoch, angekommen, ist es nicht mehr weit bis zur Falkenhütte. Eine halbe Stunde lang steigt man nun noch auf der Forststraße bis zur Hütte auf. Hierbei entschädigt uns die bezaubernde Aussicht für die Strapazen. Nicht nur die Lalidererwände und das Laliderertal liegt vor uns, sondern auch der höchste Berg des Karwendels, die Birkkarspitze. Die Falkenhütte lädt zum längeren Aufenthalt ein, denn es gibt nicht nur Brotzeiten und Bier sondern auch Liegestühle, in denen man die Seele baumeln lassen kann. Sich hier loszureißen fällt definitiv schwer. Da der Abstieg auf dem selben Weg erfolgt wie der Aufstieg können wir hier nochmal die imposanten Nordwände bewundern, bis wir schließlich wieder in die Eng absteigen. Hier tummeln sich am Nachmittag Touristen aus aller Welt, die ein wenig Bergluft schnuppern wollen.

Erkundung des Gamsjoch

Für die Tour des Gamsjoch sind unser Ausgangspunkt erneut die Engalmen. Von den Engalmen aus gibt es allgemein unendlich viele Möglichkeiten das Karwendel zu erkunden. Unsere heutige Tour, das Gamsjoch, ist allerdings ein wenig ambitionierter. Knapp 7 Stunden Gehzeit sollten hierfür eingeplant werden. Auch ein früher Start ist hier ein großer Vorteil, da der Gipfelanstieg südseitig und komplett in der Sonne liegt.

Wir starten also wieder am Alpengasthof Eng aber nehmen nicht den großen Weg Richtung Engalmen, sondern halten uns links vom Bach auf der etwas kleineren Straße. Nach kurzer Zeit ist schon das Gamsjoch (2452 m) beschildert und man folgt einem Pfad rechts in den Wald hinauf. Da es hier keinen eindeutigen Weg gibt, ist ein wenig Orientierung gefragt, doch nach kurzer Zeit entdeckt man zwischen den Büschen schmale Pfade, die uns dennoch zuverlässig bergauf führen.

Der Anstieg über die Geröllfelder des Gumpenkars ist nicht zu unterschätzen und erfordert durchaus Kondition. Knappe 2 Stunden gehen wir steil bergauf, bis wir auf einen breiten Weg stoßen, dem wir dann weiter folgen. Hier queren wir ins Gumpenkar hinein und sehen den Gipfelvorbau schon vor uns.

Zunächst erreichen wir das Lalidererjoch (1974m) und steigen nun über Schrofen und kleine Felsen steil bergauf. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier absolut erforderlich! Nachdem der steile Teil hinter uns liegt, folgt nun ein kräftezehrendes Finale. Mäßig aber stetig bergauf geht man nun bis zum Westgipfel, überschreitet diesen und erreicht schließlich den Hauptgipfel mit dem mächtigen Gipfelkreuz.

Der Aus- und Tiefblick ist faszinierend. Nicht nur die höchsten Berge, sondern auch die Weiten der Täler mit ihren glasklaren Bächen ragen vor einem. Hier fühlt man sich sogar selbst ein wenig erhaben, da das Gamsjoch alle umstehenden Berge deutlich überragt.

Nach einer kurzen Pause geht es wieder bergab. Zum Abstieg wählen wir diesmal den breiteren Weg, der uns nicht zurück ins Kar führt, sondern rüber zum Hohljoch. Das Hohljoch kennen wir schon von der Wanderung zur Falkenhütte. Der Weg ist gemütlich und führt relativ flach, vorbei an ein paar kleineren Almen, zum Hohljoch hinüber. Immer im Blickfeld liegt unter uns die Eng und der große Ahornboden. Da man dieses Wegstück meist am späten Nachmittag zurücklegt, ist das Licht hier im Herbst besonders schön und bietet tolle Fotomotive. Für diesen Abstecher sollte man auf jeden Fall eine Stunde mehr Gehzeit einplanen als für den Normalweg, doch es lohnt sich auf jeden Fall.

Vom Hohljoch führt uns der Weg direkt in die Eng hinunter. Es schließt sich damit der Kreis und wir kehren mit müden Füßen und wunderbaren Eindrücke zufrieden zurück.

Noch ein bisschen Naturkunde gefällig?

Wer sich noch ein wenig über die Geologie und Geschichte des Karwendels informieren möchte, der ist beim Naturpark Karwendel an der richtigen Adresse. Das Naturparkhaus Hinterriß bietet mit einem spannenden Museum einen umfassenden Einblick in die Natur, Geschichte und Jagd im Karwendel. Der Eintritt beläuft sich für Erwachsene auf rund 3 €. Kinder bis 14 Jahre haben umsonst Spaß.

Fazit

Obwohl das beschriebene Gebiet nur einen kleinen Teil des Karwendels umfasst, bekommt man dennoch einen vielseitigen Einblick in die wilden Täler und steilen Berge dieses geschichtsträchtigen Teiles der Alpen zwischen Bayern und Tirol. Ob Grenzgänger, Hobbyranger oder Genusswanderer, die Touren im Karwendel werden dir niemals ausgehen.

Zum Schluss noch ein paar Daten und Fakten

  • Schafreiter Rundtour 2101 m
    Ausgangspunkt: Parkplatz neben der Oswaldhütte
    Höhenmeter: 1150 m
    Charakter: Trittsicherheit und Ausdauer erforderlich
    Gehzeit gesamt: 5 Stunden
    Beste Jahreszeit: Mitte Mai bis Oktober
    Einkehrmöglichkeiten: Oswaldhütte, Tölzer Hütte, Kaiseralm
  • Falkenhütte über Engalmen 1848 m
    Ausgangspunkt: Parkplatz Alpengasthof Eng
    Höhenmeter: 650 m
    Charakter: Trittsicherheit erforderlich, geeignet für Familien
    Gehzeit gesamt: 4,5 Stunden
    Beste Jahreszeit: Mitte Mai bis Ende Oktober
    Einkehrmöglichkeiten: Alpengasthof Eng, Emgalmen, Falkenhütte
  • Gamsjoch Rundtour 2452 m
    Ausgangspunkt: Parkplatz Alpengasthof Eng
    Höhenmeter: 1360 m
    Charakter: Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, sehr gute Kondition
    Gehzeit gesamt: 7 Stunden (6 Stunden Normalweg)
    Beste Jahreszeit: Anfang Juli bis Ende Oktober
    Einkehrmöglichkeiten: Alpengasthof Eng, Engalmen
Women in Adventure - Bergfreundin Cora beim SHAFF

Eigentlich…

22. Mai 2018
Die Bergfreunde

„Hey, da gibt es einen Filmwettbewerb über abenteuerlustige Frauen. Das wäre doch was für dich“.

So ähnlich lautete damals die Nachricht einer Freundin auf Facebook. Ich schüttelte nur den Kopf darüber. Was bitte hatte ich da verloren? Ich kletterte doch erst seit kurzem und filmen konnte ich gleich dreimal nicht. Schnapsidee… gleich vergessen.

Ein Jahr später, der gleiche Wettbewerb, eine ähnliche Nachricht. Diesmal sah die Sache etwas anders aus. Jetzt kannte ich ein paar mehr Aspekte der Klettergemeinschaft, ich hatte eine Idee und das Wichtigste: Ich hatte inzwischen Freundschaft mit dem genialen Filmemacher Leon Buchholz geschlossen.

Der Filmwettbewerb um den es geht heißt „Women in Adventure“. Er wird seit fünf Jahren jedes Jahr vom BMC (dem britischen DAV) ausgerichtet und die Gründe für eine Teilnahmen klingen durchaus vielversprechend:

  • Der Gewinnerfilm wird bei mehreren Outdoorfilmfestivals gezeigt.
  • Die Anzahl der Frauen in Outdoorfilmen (ob vor oder hinter der Kamera) soll gefördert werden.
  • Motiviere andere Frauen nach draußen zu gehen.
  • Und es gibt sogar noch etwas Preisgeld.

Was will man mehr? Dem eigenen Hobby nachgehen, etwas filmen und dabei vielleicht noch ein paar andere mit der eigenen Begeisterung anstecken. Das klingt doch eigentlich nicht schlecht. Eigentlich.

Nachdem der Entschluss gefasst war, ging es ans Planen. Wenn man noch keinen 6000er bestiegen oder eine schicke 10+ im Sack hat, über was spricht man dann? Nach einigem brainstormen kam ich auf ein Thema, dass mich zu dieser Zeit sehr beschäftigte: die Sturzangst.

Wäre das vielleicht etwas für den Film? Schließlich kennt jeder Kletterer diese Angst. Manche geben es nie zu, manche überwinden sie schnell, manche irgendwann und manche hoffen noch. Oft sind es vor allem Frauen, die das Thema zur Sprache bringen und nicht selten hatte ich erlebt, wie meine Geschlechtsgenossinnen sich dafür schämen. Das Thema passt doch eigentlich perfekt. Eigentlich.

Ein Film entsteht…

Wie es oft ist, wenn man etwas noch nicht gemacht hat, zäumten wir das Pferd gekonnt von hinten auf.

Nur mit einer groben Idee im Gepäck, ging es direkt an den Fels zum Filmen. Sehr viele Stürze und fast ebenso viele Beinah-Herzinfarkte später waren zahlreiche Takes im Kasten und ich machte mich an das Schreiben des Voice-Overs.

Wegen Terminprobleme lag aber alles erst mal etwas auf Halde. Ich kletterte munter weiter und überlegte hin und wieder was ich denn schreiben solle und ob das Ganze am Ende nicht doch zu deprimierend wird. Wer schaut schon gerne jemandem zehn Minuten lang beim Angst haben zu.

Es kam ja dann doch alles anders mit der Angst, wie ihr im finalen Film selbst sehen könnt:

 

15 Minuten Ruhm

Alles entwickelte sich zu einem absoluten Höhenflug: Leons Filmmagie machte aus den schönen Tagen draußen einen noch schöneren Film. Mein Arbeitgeber, die Bergfreunde, waren ebenfalls begeistert und man sagte uns sogar eine kleine monetäre Unterstützung zu.

Drei Tage nach der Veröffentlichung des Films hatte ich schon 11.000 Zuschauer. Auf allen Kanälen auf denen wir ihn teilten, hagelte es positives Feedback. Es war klar: Wir waren nicht mehr einzuholen. Von allen eingereichten Film war unserer der mit Abstand am meist gesehene.

Und natürlich wollten wir bei der Preisverleihung und der Vorführung des Films in Sheffield dabei sein. Flug gebucht, Preis für den meist geschauten Film gewonnen, Komplimente ohne Ende. Alles hätte eigentlich perfekt sein können. Eigentlich.

Die Ernüchterung

Als ich den Text für den Film schrieb, war ich hoch motiviert. Mein großes Ziel war es, nicht nur möglichst viel Inspiration zu versprühen, sondern gerade Frauen zu zeigen, dass es völlig normal ist Angst zu haben und man sich dessen nicht zu schämen braucht. Ich freute mich auf inspirierende Filme mit vielen Zuschauern, andere Frauen und auch viele interessierte Männer, mit denen man Erfahrungen über verschiedene Outdoor-Sportarten austauscht und etwaige Mauern zumindest zum Bröckeln bringt. Die meisten dieser Hoffnungen wurden allerdings bitter enttäuscht.

Auf den Karten, die wir für das Filmfestival bekamen, war die Adresse verzeichnet. Ein Kino. Gezeigt wurden die Filme aber nicht etwa in einem Saal. Nein, das Screening fand in einem Durchgangsfoyer im oberen Stockwerk statt.

Von unten dröhnte die meiste Zeit die Musik der ausstellenden Outdoorfirmen nach oben. Vor ungefähr vierzig Zuschauern (die meisten weiblich) saßen vorne an einem Tisch fünf Frauen, die sich über alle möglichen Outdoor-Themen und -filme unterhielten – allerdings nicht über die gezeigten Filme. Die Mikros funktionierten nicht, weshalb die Versuche der Moderatorin, die Diskussion zu steuern, von vorneherein zum Scheitern verurteilt waren.

Die „Leinwand“ entpuppte sich als ein Fernsehbildschirm – verbunden mit einem Laptop. Durch die Störgeräusche und den schwachen Sound aus der Röhre, was es sehr anstrengend zuzuhören.

Am Schluss gewannen drei Filme, die vor allem eines auszeichnete: Sie waren sehr künstlerisch und nutzten das Thema „Outdoor“ eher als Leinwand, als dass sie motivierten nach draußen zu gehen (diese Meinung ist natürlich subjektiv).

Auch solche Filme waren beim Wettbewerb eingereicht worden (man konnte sich alle im Internet anschauen) und sie wurden auch mehrmals lobend erwähnt, aber gezeigt wurden sie beim eigentlichen Festival trotzdem nicht.

Einen wirklich schönen Teil gab es: Nach den Vorführungen stand man in Gruppen zusammen und diskutierte, genau wie ich es mir vorgestellt hatte… mit der kleinen Schattenseite, dass hinter uns ein Mann alle Stühle verräumte und uns bat doch unsere Sachen aus dem Weg zu schaffen. Nicht sehr gemütlich.

Das hört sich alles eher so nach ‚schlechter Verliererin‘ an. Und natürlich war ich etwas enttäuscht, dass es unser Film – obwohl er beim Internetpublikum sehr gut ankam – so wenig Beachtung fand. Die größere Enttäuschung fand allerdings auf einer ganz anderen Ebene statt.

Ein fader Beigeschmack

Ich muss zugeben, ich war ziemlich verwirrt und fassungslos als ich das Gelände verließ. Ich begann noch stärker als zuvor darüber nachzudenken, was eigentlich der Sinn dieses Filmfestivals war.

Denn immer wieder tauchen derlei Veranstaltungen auf: Sie sollen Frauen in bestimmten Gebieten fördern oder ihnen „Privatsphäre“ geben, um sich ungestört von vermeintlicher männlicher Dominanz entwickeln zu können.

Der Outdoor-Bereich ist da kein Unterschied: Es gibt Klettergruppen nur für Frauen, Kurse nur für Frauen und Wettkämpfe nur für Frauen.

Dem stehe ich schon immer sehr gespalten gegenüber und hatte durchaus große Hoffnungen in das Festival. Ich ging davon aus hier wird die Botschaft gesendet: „Seht her, wir müssen uns nicht verstecken. Wir sind genauso outdoor-verrückt wie jeder Mann und genauso gut.“

Aber warum fühlte es sich so an, als ob eine halbherzige Veranstaltung um ihre Daseinsberechtigung kämpfen musste? Was nützt es, groß etwas anzukündigen, wenn es dann kaum jemand sieht?

Anstatt sich in den Vordergrund zu drängen, hat sich die Filmschau durch den Platz im Durchgangsfoyer im wahrsten Sinne des Wortes selbst in die Ecke gestellt. Meine männlichen Begleiter schüttelten oft den Kopf über die Themen und die Atmosphäre und ich konnte es ihnen nicht verdenken.

Anstatt Geschlechter zu verbinden wird immer wieder – auch hier – eine Mauer errichtet: Männer werden ausgeschlossen statt eingeladen, wenn nicht physisch, dann zumindest bei der Themenauswahl.

Ein gutes Beispiel hierfür gab traurigerweise eine Teilnehmerin selbst: In der lockeren Runde am Schluss überreichte sie mir einen Flyer für ihren Podcast über Outdoor-Frauen. Als mein Begleiter sie erwartungsvoll ansah meinte sie nur trocken „Nur für Frauen“. Was bitte würde denn passieren, wenn er ihn sich anhört? Stürzt der Podcast ab?

Was bleibt…

Diese Veranstaltung hat meiner Ansicht nach einmal mehr gezeigt, worin die Kommunikation zwischen den Geschlechtern beim Klettern, im Outdoorbereich und in vielen anderen Bereichen des Lebens oft kränkelt: Anstatt Brücken zu bauen und die Gemeinschaft zu feiern, kapseln Frauen sich ab um sich „mehr verstanden“ zu fühlen.

Kurzfristig mag das helfen, zu motivieren und „uns“ aus einer Ecke zu holen, in der wir meiner Ansicht nach eigentlich gar nicht stehen. Auf lange Sicht ist dieser Plan aber zum Scheitern verurteilt. Was bringt es mit den Leuten zu reden, die sowieso schon die gleiche Meinung haben wie man selbst? Warum treten wir nicht hinaus und suchen den Diskurs?

Bei einem Spaßwettkampf an dem ich neulich teilnahm erzählte mir der Veranstalter – eine namhafte Sportmarke -, dass sie den gleichen Wettkampf später im Jahr nur für Frauen machen. Im letzten Jahr sei dies sehr gut angekommen, sie hätten sogar Hair- und Nailstylisten da gehabt.

Einerseits denke ich: „Wow cool, ein Mädelstag.“ Andererseits frage ich mich: Warum, warum machen sie so etwas nicht einfach wenn alle da sind? Warum die Eigenbrödelei? Männern wird dies nicht eingeräumt, also warum uns?

Vielleicht habe ich hier eine verzerrte Sicht. Die meisten meiner Kletterpartner sind Männer und ich fand das noch nie seltsam. Wenn mich jemand mit zweideutigen Sprüchen genervt hat, gab es meinerseits eine verbale Klatsche und der Kerl war von meiner Partnerliste gestrichen. Wenn ich jemandem buchstäblich mein Leben anvertraue, muss ich ihn mögen, aber das Geschlecht macht da keinen Unterschied.

Ich plädiere also hiermit: Mädels, geht raus und sagt den Männern wie ihr euch beim Klettern fühlt. Wenn euch jemand komisch kommt, schreibt ihn ab, aber igelt euch nicht ein. Veränderung erreicht man nur durch Beharrlichkeit und die müssen wir hier an den Tag legen. Klettern ist eine dieser wunderbaren Sportarten bei der es völlig egal ist ob du Mann oder Frau bist. Jeder kämpft mit seinen eigenen Problemen und muss diese selbständig überwinden. Unterstützen kann dich dabei jeder.

Packen wir es an. Nur Miteinander können wir zeigen was für einen wunderbaren Sport wir betreiben und was für Abenteuer vor der Tür auf uns warten. Das ist doch nicht so schwer.

Eigentlich.

Kaufberatung Fahrradbremsen: Scheiben- oder Felgenbremsen?

18. Mai 2018
Kaufberatung

Scheibenbremsen oder Felgenbremsen? Das ist die Frage, die sich wohl jeder Fahrradfahrer zumindest einmal in seinem Leben stellt. Um euch diese Frage zu beantworten, nehmen wir uns heute mal beide Bremsen in einem Vergleich näher unter die Lupe.

Welches System eignet sich am Besten für Mountainbiker und Rennradfahrer?

Während bei Rennrädern die Frage Scheibenbremsen oder Felgenbremsen derzeit noch heiß diskutiert wird, hat sich die Scheibenbremse bei Mountainbikes bereits seit etlichen Jahren fest etabliert und ist beim Downhill, Enduro und Freeride gar nicht mehr weg zu denken.

Als das Mountainbike in den 1980er Jahren konstruiert wurde, waren die Bikes mit starren Gabeln und Cantileverbremsen ausgestattet, die per Seilzug und später vereinzelt per Hydraulik an der Felge bremsten. Neben der zunehmenden Ausbreitung von Federgabeln am Mountainbike und vollgefederten Bikes verdrängten Scheibenbremsen die Felgenbremsen weitestgehend. Beide Systeme wurden von Motocross-Motorrädern übernommen und an die Fahrraddimensionen adaptiert. Die Federungen erlaubten bessere Dämpfung, höhere Traktion und dadurch auch wesentlich höhere Geschwindigkeiten im Gelände. Daher war die Entwicklung der Scheibenbremsen für Mountainbikes der nächste logische Schritt, um die hohen Geschwindigkeiten und Belastungen optimal kontrollieren zu können.

Die Vorteile von Scheibenbremsen am MTB

Bei langen und steilen Abfahrten neigen Felgenbremsen dazu die Felgen stark zu erhitzen. Das kann zu verminderter Bremsleistung führen, oder sogar Felge, Reifen und Bremsbeläge beschädigen. Auch bei Nässe sind die Scheibenbremsen den Cantileverbremsen oder V-Brakes haushoch überlegen. Scheibenbremsen für Mountainbikes werden teilweise mit Seilzügen zur Kraftübertragung ausgerüstet. Hochwertige Bremsen sind jedoch in der Regel hydraulische Systeme, die mit spezieller Bremsflüssigkeit zur Kraftübertragung funktionieren. Welche positiven Effekte eine Bremsanlage mit Scheibenbremsen am MTB mit sich bringt, zeigt die folgende Übersicht:

  • Mountainbiker benötigen für die gleiche Bremswirkung weniger Fingerkraft. Die Bremshebel sind oft so konstruiert, dass sie sich mit einem oder maximal zwei Fingern bedienen lassen. Dadurch verbleiben die anderen Finger am Lenker und das Bike kann sicher gefahren werden.
  • Die Felgen werden nicht durch die Bremsen abgeschliffen und auch bei einer leichten Unwucht („Achter“) schleift die Bremse niemals an der Felge.
  • Bei Nässe erzielen die Beläge der Scheibenbremse mit ihrer höheren Flächenpressung wesentlich bessere Bremswerte.
  • Bei langen Abfahrten werden die Felgen nicht heiß und können nicht beschädigt werden. Die Hitzeentwicklung konzentriert sich auf die Bremsscheiben.
  • Meistens halten die Bremsbeläge an Scheibenbremsen länger. Der Wechsel der Beläge ist zudem sehr einfach. Auch die Bremsscheiben sind sehr langlebig.
  • Dickere Reifen sind für die Scheibenbremse im Vergleich zur Felgenbremse kein Problem.

Neben den immensen Vorteilen beim Mountainbiken, bringen die Scheibenbremsen aber auch einige kleine Nachteile mit sich:

  • Sie sind schwerer als Felgenbremsen und außerdem empfindlicher (z.B. beim Transport mit ausgebauten Laufrädern).
  • Die gesamte Bremsanlage ist technisch komplexer und benötigt mehr Know How, mehr Erfahrung und mehr Zeit zur Wartung und Pflege.
  • Die Bremsbeläge für Scheibenbremsen müssen eingefahren werden, um ihre volle Bremskraft zu entfalten. Das erfordert etwas Geduld, ist allerdings für jeden Mountainbiker problemlos durchzuführen.
  • Naben und Speichen werden durch die Scheibenbremsen stärker belastet, als bei Felgenbremsen.
  • Gute Scheibenbremsen sind teurer als Felgenbremsen.

Unterschiedliche Scheibenbremsen: Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsflüssigkeit

Auch wenn die Systeme sich bei Mountainbikes auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, gibt es doch einige grundlegende Unterschiede, die vor allem beim Umrüsten und Verändern der Bremsanlage von Bedeutung sind.

Die meisten Bremsscheiben bestehen aus Edelstahl. Neben ihrem Design unterscheiden sie sich durch ihren Durchmesser. Der wiederum verändert die Bremsleistung der gesamten Anlage. Einfach ausgedrückt bedeutet das: größere Bremsscheibe heißt stärkere Bremsleistung. Allerdings wiegen größere Bremsscheiben auch mehr und lassen sich nicht mit jeder Federgabel an jedem Bike kombinieren. Der allgemeine Standard liegt bei 180 mm Scheiben oder 203 mm Scheiben. Für die Montage der Scheiben an den Naben gibt es zwei verschiedene Befestigungsarten, die als „IS2000“ und „Centerlock“ bekannt sind. Beim IS2000 System (6-Loch) wird die Bremsscheibe mit sechs M5 Torxschrauben an der Nabe befestigt. Das Centerlock System von Shimano setzt dagegen auf einen speziellen Verschlussring mit Vielzahnprofil. Mit dem Shimano Centerlock ist die Bremsscheibe im Handumdrehen montiert und demontiert. Die 6-Loch Aufnahme hat dagegen den Vorteil, dass ein M5-Torxschraubendreher oft schneller verfügbar ist, als das spezielle Werkzeug für Centerlock Systeme.

Je nach Bremsanlage stehen Montainbikern verschiedenste Bremsbeläge zur Auswahl. Grundsätzlich stehen meist gesinterte Beläge oder organische Bremsbeläge zur Auswahl. Die metallischen Beläge (Sinter Brake Pads) sind unempfindlich gegen Hitze und sehr lange haltbar. Sie benötigen allerdings mehr Zeit zum Einfahren und beanspruchen die Bremsscheiben stärker. Organische Bremsbeläge (Resin Brake Pads) bestehen aus organischen Fasern und Kunstharz. Sie sind besonders geräuscharm und lassen sich sehr schnell einfahren. Bei Nässe und Sand sind sie den gesinterten Belägen jedoch meist etwas unterlegen.

Als Bremsflüssigkeit in Scheibenbremsen für Mountainbikes dient entweder Mineralöl oder DOT. Die vom Department of Transportation (kurz DOT) festgelegten Richtlinien für Bremsflüssigkeiten beziehen sich eigentlich auf Autos und Motorräder, sind aber für Mountainbikes gleichermaßen gültig. Für hydraulische Scheibenbremsen werden unterschiedliche Bremsflüssigkeiten verwendet (z.B. DOT 4, DOT 5.1), die untereinander nicht immer kompatibel sind. Andere Hersteller, wie Shimano oder Magura, setzen dagegen voll auf Mineralöl. Diese Bremssysteme sind sehr wartungsarm und die Bremsen müssen oft über viele Jahre nicht entlüftet werden. Anders jedoch die Bremsen mit DOT Füllung: da die Flüssigkeit hygroskopisch ist (d.h. sie „zieht“ Feuchtigkeit aus der Luft), müssen die Bremssysteme in regelmäßigen Abständen gewartet werden.

Scheibenbremsen am Rennrad

Während Scheibenbremsen sich bei hochwertigen Mountainbikes inzwischen längst durchgesetzt haben, sind Scheibenbremsen am Rennrad noch lange nicht in gleichem Maß etabliert. Das Interesse der Rennradfahrer an Scheibenbremsen wird allerdings immer größer und dementsprechend wächst auch das Angebot der Hersteller an ausgefeilten Bremssystemen.

Leichte und zuverlässige Felgenbremsen sind seit etlichen Jahrzehnten der Standard an Rennrädern für Amateure und Profis. An den Rennradfelgen befindet sich dafür eine spezielle Bremsfläche, auf die die Bremsbeläge drücken. Meist sind diese Flächen aus Aluminium gefertigt – teilweise aber auch aus individuellen Legierungen oder Carbon. Kohlefaser ist für seine hohe Festigkeit und sein geringes Gewicht bekannt. Bei Nässe ist jedoch die Bremsleistung einer Aluminium-Bremsfläche spürbar kräftiger. Ein Nachteil der Felgenbremse ist die Einschränkung bei der Reifenwahl, denn die Rennradreifen für Felgenbremsen dürfen nicht zu breit sein. Rennräder werden aus immer steiferen Materialien gefertigt, um so eine ideale Kraftübertragung zu gewährleisten. Der Komfort für den Radfahrer fällt dabei immer geringer aus. Breitere Reifen versprechen bessere Dämpfung und angepassten Fahrkomfort – können aber mit Felgenbremsen nicht aufgezogen werden.

Die Vorteile, die sich für Rennradfahrer mit Scheibenbremsen bieten sind daher:

  • Freiere Auswahlmöglichkeiten bei leichten Felgen und breiteren Reifen. Die Bremsfläche ist nicht mehr an der Felge angebracht. Dadurch sind die Laufräder langlebiger (keine Abnutzung an den Bremsflanken und keine Erhitzung durchs Bremsen).
  • Mehr Fahrkomfort durch breitere Reifen, ohne dabei mehr Rollwiderstand zu erzeugen.
  • Durch die Gewichtsverlagerung von den Bremsflanken (die wegfallen) zur Mitte der Laufräder, (Bremsscheiben) verschiebt sich die rotierende Masse in Richtung Laufradmitte. Vom Gesamtgewicht ergibt sich je nach Bremse nur ein geringer Unterschied. Die Laufräder lassen sich mit Scheibenbremsen aber leichter beschleunigen und mit weniger Kraftaufwand lenken.
  • Auch bei Nässe und schmutziger Fahrbahn ist die Bremsleistung sehr gut.

Hinzu kommen die Vor- und Nachteile, die es auch im Bereich der Scheibenbremsen für Mountainbikes gibt. Einer leichten Bedienbarkeit und sehr guten Bremsleistung stehen höhere Anschaffungskosten und ein größerer Wartungsaufwand gegenüber. Bei der Suche nach der leichtesten Kombination von Laufrädern und Bremsanlage haben Felgenbremsen noch immer die Nase vorn. Allerdings sinkt das Gewicht der Setups mit Scheibenbremsen von Jahr zu Jahr. Die Frage nach dem absoluten Gewicht wird sich deshalb in naher Zukunft erübrigt haben. Der Trend zur Verwendung von Scheibenbremsen am Rennrad ist unverkennbar und betrifft sowohl Amateure, Freizeit-Rennradler, wie auch Radprofis. Spätestens seit der deutsche Sprintspezialist Marcel Kittel bei der Tour de France 2017 und bei der Dubai-Tour 2017 mit Scheibenbremsen an seinem Rennrad für Aufsehen gesorgt hat, wird das Thema heißer diskutiert, als je zuvor.

Sparflamme adieu: Kaufberatung Brennstoff & Gaskartuschen

17. Mai 2018
Kaufberatung

Auf Tour kochen ist nicht nur doppelt schmackhaft, sondern irgendwann auch wirklich notwendig. Nur kalte Küche kann die leeren Energiespeicher auf Dauer nicht wirklich wieder aufladen. Aus diesem Grund haben so gut wie alle Outdoorfreunde einen Kocher dabei, wenn sie länger oder jenseits von überfüllten Hütten unterwegs sind.

Ohne den richtigen Brennstoff kann die erhoffte warme Mahlzeit aber auch schnell mal ausfallen, denn der Heißmacher muss nicht nur zum Kocher passen, sondern auch zur jeweiligen Tour mit ihren Gegebenheiten wie Höhe, Wetter, Temperatur und regionale Lage. Der letzte Faktor kann sogar entscheidend sein, da die Versorgungslage je nach Land und Region ziemlich mau aussehen kann. Und im Flugzeug transportieren darf man das brennbare und explosive Zeug ja aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht …

Zur Auswahl stehen Brennstoffe in den drei Aggregatzuständen gasförmig, flüssig und fest. Wer das normale Outdoor-Sommerprogramm abspult ist vom Nordkap bis Gibraltar normalerweise mit den Gasmischungen aus den handelsüblichen Kartuschen sehr gut bedient. Gleiches gilt für den Alpenraum, selbst wenn es dort auf die schon ordentlich kalten Gipfel geht. Gekocht wird nämlich in der Regel nicht ganz dort oben, sondern in deutlich tieferen, ergo wärmeren Lagen. Das Outdoorkochen mit Gas wird erst ab etwa -15 Grad wirklich problematisch.

Die erste Faustregel lautet: sofern es nicht in irgendeiner Hinsicht extrem oder exotisch zugeht, ist Gas die erste Wahl. Warum das so ist, wird gleich noch deutlich, wenn wir uns die Eigenschaften der verschiedenen Brennstoffe genauer anschauen. Hier sei nur am Rande schon einmal erwähnt, dass Gaskocher oft sehr leicht, klein und preisgünstig zu haben sind. Der Preisvorteil wird allerdings auf Dauer durch die höheren Brennstoffkosten pro Liter bei Gas egalisiert.

Worauf es ankommt: Brennwert und Gewicht

Bei Brennstoffen wird oft ein Zahlenwert von einer bestimmten Energieeinheit pro Kilogramm Gewicht genannt, der die Leistungsfähigkeit verdeutlichen soll. Die Angabe Brennwert oder Heizwert nennt die Wärmemenge, die man mit einem Gramm, Kilogramm oder Liter eines Brennstoffs erzeugen kann. Mit dieser Angabe kann man die Brennstoffe zwar schnell vergleichen, doch mit den genannten Energieeinheiten lässt sich ohne Hintergrundkenntnisse nicht viel anfangen – vor allem auch weil verschiedene verwendet werden und die Standardeinheit sich gelegentlich ändert. So verwendete man früher bevorzugt (Kilo)Watt(Stunden) oder Kilokalorien, während jetzt das Megajoule die Einheit der Wahl ist. In Megajoule ausgedrückt haben die meist verwendeten Brennstoffe folgende Heizwerte:

Propangas: etwa 46,3 Megajoule/kg

Butangas: etwa 45,7 Megajoule/kg

(Die meisten Kartuschen enthalten Mischungen dieser beiden Gase)

Reinbenzin: etwa 43 Megajoule/kg

Petroleum: etwa 43 Megajoule/kg

Spiritus/ Ethanol: etwa 26,8 Megajoule/kg

Gelegentlich trifft man im Outdoorbereich aber auch noch auf Angaben in Kilowattstunden (kWh) pro Kilogramm. Der Umrechnungsfaktor beträgt dann 1 x 3,6 – d.h. 1 kWh entspricht 3,6 Megajoule. In kWh ausgedrückt hat Reinbenzin also einen Brennwert von 12, die Flüssiggasmischungen pendeln sich bei etwa 12,8 ein.

Doch mit all diesen Angaben weiß man immer noch nicht, wie viel Energie das in der Praxis ist. Hier hilft womöglich die folgende Wikipedia-Definition weiter:

„4,18 kJ = erwärmt 1 kg Wasser um 1 K = 1 Kilokalorie“

Damit will uns das Onlinelexikon sagen, dass 4,18 Kilojoule die Energiemenge ist, mit der etwa 1 Liter Wasser um 1 Grad erwärmt wird (die Wissenschaftler mögen es nachsehen, dass ich Kelvin hier einfach mit Celsius und Kilo mit Liter gleichsetze). Und da in einem Megajoule 1000 Kilojoule stecken, kann man grob überschlagen, dass man mit einem Megajoule den Liter Wasser um mehr als 200 Grad erwärmen könnte. Moment, 200 Grad heißes Wasser? Ähm, okay, sagen wir lieber man kann mit einem Megajoule ungefähr 4 Liter Wasser um etwa 50 Grad erwärmen. Wenn man sich jetzt nochmal die eben genannten Brennwerte anschaut, kann man grob hochrechnen, wie viel Wasser man mit den einzelnen Brennstoffen um wie viel Grad heißer bekommt.

Welche Arten gibt es?

Schauen wir uns nun alle gängigen Kocherbrennstoffe an. Sie unterscheiden sich nicht nur nach dem Heizwert, sondern auch nach weiteren Kriterien, die es zu beachten gilt.

Gas

Weil einfach einfach einfach ist“: mit diesem gern verwendeten Werbeslogan könnte man die Vorteile von Gas als Brennstoff ziemlich gut auf den Punkt bringen. Das Gas, welches für Outdoorkocher eingesetzt wird, ist meist eine Mischung aus Butan und Propan und in Form von verschiedenen Kartuschensystemen erhältlich (dazu gleich mehr).

Die Vorteile von Gas sind vor allem die simple Handhabung und die gute Regulierbarkeit. Man muss es im Gegensatz zu vielen Flüssigbrennstoffen weder vorheizen, noch mit einer Brennstoffpumpe Druck in der Kartusche aufbauen. Stattdessen heißt es anschließen, aufdrehen, anzünden, fertig. Außerdem hat Gas, wie wir gerade gesehen haben, den höchsten Energiegehalt pro Gewichtseinheit, d.h. es ist im Vergleich sehr „sparsam“ und „leicht“. Auch in Sachen Sauberkeit steht Gas ganz vorne: es verbrennt nicht nur ohne Ruß- und Geruchsbildung, sondern auch leise. Last but not least brennt es auch bei niedriger Sauerstoffkonzentration in großer Höhe noch sehr gut.

Wo viele Vorteile sind, sind leider auch die Nachteile nie weit. Bei sehr tiefen Temperaturen ist Gas den meisten Flüssigbrennstoffen unterlegen. Bei den Mischungen aus Butan und Propan kommt es hierbei auf das Mischungsverhältnis an: je mehr Butan, desto schlechter funktioniert das Gas bei Kälte. Umgekehrt: je mehr Propan, desto tiefer die Siedetemperatur des Gemischs und ergo besser die Verdunstung und Brennbarkeit bei Kälte. Das Temperaturproblem lässt sich aber auch durchaus ein Stück weit umgehen, indem man die Kartusche unterm Pulli oder Schlafsack vorwärmt.

Als weiterer Nachteil von Gas gilt die nicht überall auf der Welt garantierte Verfügbarkeit. Einerseits kann es in weniger bereisten Ländern außerhalb Europas tatsächlich eng werden, andererseits findet man bisweilen auch in abgelegenen patagonischen Dorfläden passende Kartuschen. Vom Hersteller Campinggaz gibt es eine Übersichtskarte, die zeigt, wo man in Europa Gaskartuschen bekommt – die von Campinggaz, versteht sich ;-).

Alles in allem ist das ein weiterer Grund, sich stets vorab reise- und länderspezifisch zu informieren …

Ist man lange unterwegs, muss man in der Regel mehrere Druckflaschen/Kartuschen mit sich führen, was sowohl das Volumen als auch das Gewicht im Rucksack nach oben treibt. Allerdings sieht es hier bei anderen Brennstoffen auch nicht viel anders aus. Der Unterschied ist: man muss leere Kartuschen „zurück in die Zivilisation“ schleppen. Und natürlich muss das Anschlusssystem der Kartuschen zum Kocher passen, da es hiervon mehrere gibt. Da wären:

  • Schraubkartuschen (mit Ventil): Die etwas teurere, aber dennoch für den „richtigen“ Outdooreinsatz einzig wirklich empfehlenswerte Variante. Dank des Schraubventils können sie in jedem Füllzustand sicher und sauber vom Kocher getrennt werden. Die Gewindeform ist standardisiert und wird von den meisten Herstellern eingehalten. Es soll aber leider gelegentliche Abweichungen mit Kompatibilitätsproblemen geben (mir selbst sind sie noch nie begegnet).
  • Kartuschen mit Bajonettverschluss (mit Ventil): Topf und Brenner können damit fest verbunden werden, der Topf kann so nicht wegrutschen. Ein gutes System, dass es allerdings nur bei wenigen Herstellern wie Campinggaz und Edelrid gibt.
  • Stechkartusche (ohne Ventil): Das billigste und einfachste System. Kocher und Kartuschen können hier nicht mehr getrennt werden, bis die Kartusche leer ist. Die Einstichstelle ist zudem nur selten 100 % dicht, sodass fast immer kleine Mengen an Gas ungenutzt entweichen. Bei längerem Nichtgebrauch kann man dann durchaus verwundert feststellen, dass sich die Kartusche geleert hat. Stechkartuschen sind eher nur für stationäres Camping interessant, sofern das Outdoorkochen möglichst preiswert ausfallen soll und die Funktionalitätsanforderungen sehr gering sind.

Flüssigbrennstoffe

Anders als beim Gas befüllt man bei Flüssigbrennstoffen wie Benzin, Petroleum und Spiritus die  Brennstoffflasche selbst. Mit ihren recht hohen Brennwerten, der guten Einsetzbarkeit auch bei niedrigen Temperaturen (abgesehen von Spiritus) und der weltweiten Verfügbarkeit, sind Flüssigbrennstoffe sehr vielseitig einsetzbar.

Auf dem Minuskonto steht hier die etwas aufwändigere und anspruchsvollere Handhabung, welche zudem auch vom Zustand der Brennflüssigkeiten (Zusatzstoffe, Verunreinigungen) abhängt. Die stärkere, Rauch-, Geruchs- und Rußbildung bei (unreinen) Flüssigbrennstoffen schafft einen gewissen Reinigungs- und Wartungsaufwand für den Kocher und kann auf Dauer gesundheitsschädlich wirken. Zudem ist die Dosierung der Hitze nicht so gut wie bei Gas oder überhaupt nicht steuerbar. Schauen wir uns die Flüssigbrennstoffe im Einzelnen an:

  • Benzin (ist nicht gleich Benzin): Reinbenzin oder auch Waschbenzin ist, wie der Name schon verrät, die sauberste und für das Kochen empfehlenswerteste Benzinvariante. Es wird als Reinigungsbenzin, Wundbenzin, Feuerzeugbenzin, Katalytbenzin oder Fleckenbenzin verkauft und ist u.a. in Baumärkten, im Farbenhandel und in einigen Ländern selbst in Apotheken erhältlich. Im Gegensatz zu Motorenbenzin enthält Reinbenzin wenig bis keine Schmierstoffe oder andere Additive. Weitere Vorteile neben der sauberen Verbrennung sind der sehr hohe Brennwert (der bisweilen auch Gasmischungen übertreffen kann), die gute Verfügbarkeit und die, auch bei großer Kälte, leichte Entflammbarkeit. Der niedrige Flammpunkt ist aber ebenso gut Nachteil des Bezins, da es bei unachtsamem Gebrauch zu Stichflammen oder gar Explosionen kommen kann. Auch der notwendige Druckaufbau in der Brennstoffflasche durch Pumpen und das ebenso notwendige Vorheizen des Kochers werden oft als Nachteile empfunden. Motorenbenzin sollte nur im Notfall in der Brennstoffflasche landen. Es ist aufgrund seiner vielen Zusatzstoffe stark gesundheitsschädlich, bildet viel Ruß und verstopft die Düsen des Kochers. Der starke Geruch ist dabei schon ein deutlicher Hinweis. Wenn man dennoch im Notfall mal auf Tankstellenbenzin zurückgreifen muss, sollte man bleifreies Normalbenzin mit möglichst niedriger Oktanzahl nehmen.
  • Ethanol: Ethanol ist so etwas wie der Sammelbegriff für alle Arten von nicht trinkbarem Alkohol. Man verwendet dabei ein „Vergällungsmittel“, um den Alkohol auch für hartgesottene Feinschmecker unbrauchbar bzw. ungenießbar zu machen. Spiritus ist eine dieser durch chemische Zusatzstoffe untrinkbar gemachten Alkoholspezialitäten. Spiritus hat den bei weitem niedrigsten Energiegehalt, sprich Brennwert aller Flüssigbrennstoffe. Als Kocher-Brennstoff wird er oft mit etwas Wasser vermischt, um die relativ starke Rußbildung abzuschwächen. Seine Vorzüge liegen in der unkomplizierten, relativ ungefährlichen Handhabung mit einer lautlosen Verbrennung, sowie einer unschlagbar einfachen und damit pflegeleichten, billigen und robusten Bauweise der Spirituskocher (berühmt sind hier vor allem die Trangia-“Sturmkocher“). Außerdem ist Spiritus in vielen Ländern problemlos zu bekommen. Das „umgängliche“ Element kann sich allerdings auch zum Nachteil entwickeln, wenn die vergleichsweise geringe Heizleistung mit langer Vorwärmzeit und schwerer Entzündbarkeit bei tiefen Temperaturen zusammenkommt. Die „Trägheit“ des Spiritus ist nichts für Ungeduldige und macht einen Windschutz, wie er bei den Trangia-Kochern integriert ist, obligatorisch. Auch die weltweite Verfügbarkeit hat einen kleinen Haken, denn Spiritus hat in fast jedem Land einen anderen Namen (zur weit verbreiteten Sprachverwirrung nicht nur bei Spiritus, sondern auch bei den meisten anderen Brennstoffen, gibt es am Schluss des Artikels noch ein paar Infos.)
  • Petroleum: Petroleum dient in vielen ärmeren Ländern zum Kochen, Heizen und Beleuchten. Deshalb hat es den Hauptvorteil, vielerorts auch dort noch erhältlich zu sein, wo es kein Benzin gibt. Es besitzt einen fast so guten Brennwert wie Benzin, ist aber nicht so leicht entzündlich. Es ist damit ein sehr sicherer Brennstoff, der auch bei großer Kälte voll und ganz funktioniert. Zu den Nachteilen gehören ein sehr starker Geruch nicht nur beim Verbrennen, der einen sorgfältigen Umgang erfordert. Die Brennstoffflasche muss auch bei Petroleum unter Druck gesetzt und der Kocher vorgeheizt werden. Für Letzteres ist ein weiterer, leichter entzündlicher Brennstoff erforderlich (z.B. Spiritus oder Benzin). Die mitunter sehr starke Rußentwicklung von Petroleum erhöht den Wartungsbedarf des Kochers.
  • Kerosin: Im deutschen Sprachraum bezeichnet „Kerosin“ den Treibstoff für Turbinenantriebe. Es handelt sich um ein „leichtes“ Petroleum, das anders als sein „schwererer“ Bruder rückstandsfrei und damit „sauber“ verbrennt. Ansonsten sind die Vor- und Nachteile durch die enge Verwandtschaft sehr ähnlich gelagert wie bei Petroleum. Allerdings dürfte die „saubere“ Flüssigkeit dank ihrer Zusatzstoffe nicht unbedingt gesünder für kochende Bergfreunde sein. Deshalb sollte Kerosin ähnlich wie Fahrzeugbenzin nur im Notfall beim Kochen zum Einsatz kommen – was angesichts der schweren Erhältlichkeit sowieso kaum anders möglich ist.
  • Diesel: Im Gegensatz zu Kerosin ist Diesel fast überall relativ einfach zu beschaffen. Er hat ähnliche Vor- und Nachteile wie Petroleum oder Kerosin – nur nochmals etwas stärker ausgeprägt. Er ist schwer entzündlich, riecht und rußt sehr stark und hat einen noch niedrigeren Brennwert. Die Qualität variiert zudem von Land zu Land sehr stark. Alles in allem haben wir hier einen eher „ausgefallenen“ Brennstoff, der bestenfalls als Notlösung infrage kommt.

Festbrennstoff Esbit

Esbit (Abkürzung von „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“) wird auch „Trockenspiritus“ genannt und wird für die einfachste und billigste Form von (Outdoor)Kochern verwendet. Eigentlich sind es fast nur noch die Faltkocher der Bundeswehr, in denen die kleinen Würfel bzw. Tabletten abgebrannt werden. Laut Herstellerangaben reicht eine Tablette von 14 Gramm je nach Ausgangstemperatur, um 400ml Wasser in 9 Minuten zum Kochen zu bringen. Doch in der Praxis reicht die Heizleistung außer bei kleinen Portionen eher nur zum Aufwärmen, kaum jedoch zum Kochen.

Vorteile sind die lange Lagerfähigkeit, die rückstands- und rauchfreie Verbrennung, als auch die relativ ungefährliche Handhabung. Nachteile sind neben dem geringen Heizwert, die Wind- und Feuchtigkeitsempfindlichkeit, sowie die Bildung von geringen Mengen Blausäure beim Verbrennen, die den Einsatz im (Vor)Zelt problematisch macht.

Weitere Festbrennstoffe wie zu Brennpaste gelierter Spiritus verfügen ebenfalls nur über relativ geringe Heizwerte und geringe Brenndauer. Sie eignen sich deshalb nur zum Vorwärmen, als Anzündhilfe und für den Notfall.

Verwirrung garantiert: Brennstoff international

Je nachdem, wo man sich auf der Welt befindet, wird Propan- und Butangas auch als LPG (Liquid Petroleum Gas) bezeichnet. Das kann man sich noch relativ leicht merken, doch bei den Flüssigbrennstoffen blickt man auf Reisen garantiert irgendwann nicht mehr durch. Hier bedeuten fast alle Bezeichnungen in fast jedem Land etwas völlig anderes. Besonders bunt wird die Sprachverwirrung rund um das, was im deutschen Sprachraum Petroleum genannt wird:

Die korrekte Bezeichnung für Petroleum im amerikanischen Englisch ist Kerosene und wird oft irrtümlich ins Deutsche mit Kerosin übersetzt, obwohl der deutsche Begriff Kerosin ausschließlich auf leichtes Petroleum beschränkt ist. Das britische Wort für Petroleum ist dagegen Paraffine Oil. Petroleum war der historische Ausdruck für Erdöl, das englische Wort Petroleum bedeutet Erdöl oder Rohöl.

Alles klar? Gut, denn auch bei Spiritus wird es kompliziert. Es folgen ein paar Beispiele für dessen Bezeichnung in verschiedenen populären Outdoor-Reiseländern:

Chile: Alcohol etilico

Frankreich: Alcools / Alcool á brûler

Kanada: Fondue Fuel

Norwegen: Rød-Sprit

Schweiz: Brennsprit

USA: denatured alcohol / burning alcohol / solvent alcohol

Auch bei den anderen Brennstoffen sieht es ähnlich bunt aus. Die Outdoorseiten haben in ihrer Brennstoffe-Übersicht eine sehr nützliche Tabelle über gebräuchliche Bezeichnungen in vielen verschiedenen Ländern zusammengetragen, die den Dschungel etwas lichtet. Die Brennstoffe sind dabei von links nach rechts nach ihrem Flamm-/Siedepunkt aufsteigend geordnet.

Am Schluss dieser Tabelle gibt es übrigens noch einen besonderen kleinen Hinweis:

White Spirit ist in vielen Ländern die Bezeichnung für Nitroverdünnung, die sich nicht zum Kochen eignet. Also vor dem Kauf besser mal an dem vermeintlichen Brennstoff riechen!

Eine gute Idee, doch für die Riechprobe muss man wahrscheinlich eine versiegelte Flasche im Laden öffnen. Deshalb noch besser: sich vor der Reise kurz mit den verschiedenen Bezeichnungen in verschiedenen Ländern auseinandersetzen. Wer weiß, was man sonst für Geister aus der Flasche holt …

Real Turmat – Lecker Essen für die Tour

15. Mai 2018
Ausrüstung, Die Bergfreunde

Wenn man auf langen (Trekking)Touren darauf angewiesen ist, die komplette oder zumindest einen Großteil der Nahrung von Anfang an mit im Rucksack zu tragen, ist man froh, wenn man zumindest ein wenig am Gewicht sparen kann. Wie gut, dass es Trekkingnahrung, also gefriergetrocknete Mahlzeiten mit einfacher Zubereitung und hohem Nährwert gibt. Was aber taugen diese Gerichte und viel wichtiger noch: Schmecken sie denn?

Um diese und andere Fragen zu klären, hat unser Testteam einmal den Kochlöffel geschwungen und zahlreiche Gerichte von unterschiedlichen Herstellern für euch ausprobiert. Heute auf dem Speiseplan: Real Turmat.

Real Turmat  – kurz vorgestellt

Real Turmat kommt aus dem hohen Norden und ist eine Marke der Drytech AS. Hierbei handelt es sich um ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Tromsø, Norwegen. Familienoberhaupt und gleichzeitiger Chef der Firma ist Rolf Hansen, der bereits 1989 die Idee verfolgte leckere Gerichte haltbar zu machen. Anlass hierzu war den Eintopf seiner Frau, den er nach Möglichkeit auch auf längeren Touren in unverfälschter Qualität genießen wollte. Die Idee zu Drytech wurde geboren. In den darauffolgenden Jahren experimentierte Hansen viel mit neuen Methoden der Gefriertrocknung. Hierdurch entstand ein neues Verfahren, das laut Firmenangaben bis heute eine unverwechselbare Qualität der Nahrung liefert.

Real Turmat kann außerdem mit einem ausgewogenen Sortiment punkten. Vom Müsli bis zur deftigen Hauptmahlzeit gibt es zahlreiche unterschiedliche Gerichte. Auch Snacks, Energieriegel und Kleinigkeiten für zwischendurch dürfen im Sortiment nicht fehlen.

Handling, Verpackung und Zubereitung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Real Turmat um gefriergetrocknete Nahrung. Das heißt, dass für die Zubereitung der Mahlzeiten eine vorgegebene Menge an Wasser benötigt wird. Das heiße Wasser kann man dann einfach in den jeweiligen Beutel gießen und mit der darin enthaltenen Trockennahrung verrühren. Nach einer kurzen Wartezeit, in der die Mahlzeit „ziehen“ muss, ist das Essen auch schon fertig. So gesehen ist die Zubereitung der Mahlzeiten recht einfach. Auf Tour sollte man aber immer darauf achten, genug Wasser im Gepäck zu haben. Denn ist der Wasservorrat fast aufgebraucht, gibt es entweder nichts zu Essen oder kein Getränk dazu…

Die Beutel, in denen die Nahrung geliefert wird sind sehr robust. Durchsticht man sie beim Transport im Rucksack nicht gerade mit einem spitzen oder scharfkantigen Gegenstand, sind sie nahezu unverwüstlich. Außerdem sind die Beutel stark hitzebeständig, sodass ihnen selbst kochendes Wasser nichts anhaben kann.

Wie bei gefriergetrockneten Trekkingmahlzeiten üblich, können auch die Essen von Real Turmat direkt im Beutel zubereitet werden. Zum Zubereiten und Verzehren der Mahlzeiten reichen daher ein Kocher mit Topf oder Kessel zum Erhitzen des Wassers und ein Löffel zum Umrühren und essen. Somit kann das Gepäck, was die Küchenutensilien anbelangt, sehr schlank gehalten werden. Auch lästiges Spülen lässt sich so weitestgehend vermeiden.

Übrig bleibt dennoch – und das soll natürlich nicht unerwähnt bleiben – die Verpackung. Die kann aber nach dem Verzehr einfach ausgespült, verpackt und in der Zivilisation entsorgt werden.

Gerichte

Cremige Pasta mit Schweinefleisch und Kräutern

Pasta kommt unterwegs immer gut an. Kein Wunder also, dass dieses Gericht bei unseren Testern hoch im Kurs lag. Geschmacklich gab es hier die Höchstpunktzahl und auch bei er Zubereitung konnte diese Mahlzeit punkten. In Sachen Aussehen gingen die Meinungen jedoch ein wenig auseinander, sodass es hier einen leichten Abzug gab.

Hähnchen Tikka Masala

Bei diesem Gericht handelt es sich um einen echten Klassiker, wenig verwunderlich also, dass es in dieser Testreihe die beste Bewertung erreichte. Dieses Gericht bringt einen Hauch von Indien mit. Durch zahlreiche Gewürze wie Ingwer und Koriander, aber auch leckeres Hühnerfleisch und Reis sorgt diese Mahlzeit für eine angenehm exotische Abwechslung im Speiseplan. Aussehen und Zubereitung wurden von unseren Testessern ebenfalls positiv bewertet.

Lachs mit Pasta und Sahnesoße

Dieses Gericht schaffte es in unserem Test auf einen Platz im vorderen Mittelfeld. Mit Pasta macht man halt selten was falsch. Außerdem sind Nudeln ein guter Energieträger. Leckerer Lachs und eine feine Soße sorgen außerdem für ein gutes Geschmackserlebnis. Auch die Zubereitung ist bei diesem Gericht kein Problem, lediglich für das Aussehen gab es hier Punktabzug.

Pasta Bolognese

Der Klassiker unter den Nudelgerichten! Eine würzige Soße, zahlreiche Gewürze und leckeres Rindfleisch sorgen hier für ein großes Geschmackserlebnis. Kein Wunder also, dass hier die volle Punktzahl vergeben wurde. Abzug gab es jedoch leider für die Zubereitung. Wie sich herausstellte, war es nicht ganz einfach, die Nudeln so ziehen zu lassen, dass sie weder zu hart noch zu weich waren. Hier braucht es ein wenig Erfahrung, wann genau das Gericht seine optimale Konsistenz erreicht hat.

Rindfleisch mit Reis und Gemüse

Dieses Gericht ist leicht beschrieben: würziges Rindfleisch, leckeres Gemüse und eine ordentliche Portion Reis. Alles in allem eine Mahlzeit, die nicht nur satt, sondern auch glücklich macht. Dementsprechend fiel auch das Votum unseres Teams aus: Platz zwei und zwar ohne wenn und aber. Sowohl Geschmack, als auch Aussehen und Zubereitung wurden hier positiv bewertet.

Rindfleischtopf mit Brokkoli

Und noch mal Rindfleisch. Dieses Mal allerdings als Eintopf. Geschmacklich ist dieses Gericht weit vorne zu sehen. Herzhafte Zutaten und leckere Gewürze verfehlen ihre Wirkung hier nicht. Leider mussten unsere Tester jedoch sowohl bei der Optik, als auch bei der Zubereitung ein paar Punkte abziehen, sodass es bei dieser Mahlzeit nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld gereicht hat.

Wildtopf

Wer es unterwegs gerne auch mal ausgefallen mag, der ist hier genau richtig. Geschmacklich mischt dieses Gericht ganz weit vorne mit. Deutlichen Abzug gab es aber für die Zubereitung und das Aussehen. Man kann eben nicht alles haben. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, erhält hier eine qualitativ hochwertige Mahlzeit und obendrein eine angenehme Abwechslung im Speiseplan.

Fazit

Wieder einmal hat unser Team den Kochlöffel geschwungen und einige Gerichte getestet. Ausrutscher nach unten gab es bei Real Turmat nicht. Die Gerichte von Real Turmat mischen alle vorne mit. In unserem Test erreichten alle Gerichte eine gute Wertung, nennenswerten Abzug aufgrund des Geschmacks gab es hier nie. Manchmal war es das Aussehen, das in der Wertung ein paar Punkte kostete, bei anderen Gerichten sorgte die Zubereitung für Abzug.

Alles in allem sind die Gerichte von Real Turmat aber sehr zu empfehlen. Die Zutaten sind von hoher Qualität und es stehen außerdem zahlreiche unterschiedliche Gerichte zur Auswahl. Somit ist auch bei längeren Touren ausreichend Abwechslung gegeben und es kommt nicht zum Lagerkoller durch einseitig langweiliges Essen. Personen, die unter Unverträglichkeiten leiden sollten jedoch genauer auf die Lebensmittelkennzeichnung achten, da viele Gerichte mit Gluten, Lactose und Co. daher kommen.

Über Land und Wasser: Hyphen Sports

9. Mai 2018
Kaufberatung

Hyphen? Wie spricht man das denn aus? „Hüfn“ vielleicht? Die Firma sitzt ja in München und da gibt es viele Kreationen aus dem oberbayrischen Sprachwunderland. Aber nein, es ist Englisch, spricht sich „haɪf(ə)n“ und bedeutet „Bindestrich“. Weil hyphen (ja, klein geschrieben) Wassersport und Bergsport unter einem Dach verbindet. Und weil die Firma bei jedem Produkt das Beste von allem zu einem spitzenmäßigen Ganzen verbinden will. Schauen wir doch mal, wie das gelingt …

Entstehung

Bevor hyphen Sports im Jahr 2001 zum Unternehmen wurde, war es einst ein Elternpaar, das seinen Kindern das Surfen und die Liebe zum Wasser vermitteln wollte. Allerdings wollten sie es so vermitteln, dass die Kinder ungetrübte Freude daran haben konnten. Sie sollten ohne zu frieren im Wasser und ohne die Gefahr von Hautschäden in der Sonne bleiben können. Außerdem sollte die Lösung dieser Herausforderung so wenig Belastung wie möglich für die Umwelt mit sich bringen. Diese Wünsche führten zu einer langen und komplizierten Forschungsreise, die wiederum zu völlig neuartigen, wassertauglichen und kinderfreundlichen Textilien führte. Diese sind mittlerweile heiß begehrt und die Eltern Christiane Hess und Peter Reinschmidt Geschäftsführer eines erfolgreichen Familienunternehmens.

Seit 2013 verschreibt sich hyphen sports auch dem Bergsport und das mit der gleichen Akribie und Hingabe, wie es zuvor beim Wassersport geschah. Auch hier spielt der UV-Schutz eine große Rolle, denn bekanntlich trifft umso „härtere“, potenziell gefährlichere Sonnenstrahlung auf die Haut, je höher man sich befindet.

Besonderheiten

Die Firma und ihre Produkte sind in vielerlei Hinsicht besonders. Wirklich einzigartig dürfte der bislang für unmöglich gehaltene Spagat zwischen kompromisslos funktionaler, komplett nachhaltiger und dennoch bezahlbarer Kleidung sein. Besonders bei der Surf- und Wassersportbekleidung wird dabei immer auch an den Nachwuchs gedacht – und das mit Erfolg, wie Christiane Hess erklärt:

„Die Kinder akzeptieren es nicht nur angezogen zu sein, sondern sie fühlen sich wohl, weil ihnen die Sachen super gut gefallen.“

Doch auch bei der allroundtauglichen Skitourenkleidung geht man mit sehr viel Umsicht und Sorgfalt zu Werke. Schon beim Entwurf jedes Kleidungsstücks sind Bergführer und professionelle Bergsteiger wie Christian Stangl beteiligt. Sie machen sich um jede einzelne Naht Gedanken und testen das Material ausführlich.

Künftig wird der Fokus von hyphen sports nicht mehr „nur“ auf Skitouren liegen. Ab der Herbst/Wintersaison 2018 wird die Produktpalette vielseitiger und verstärkt auf den Sommer-Bergsport ausgerichtet sein. Dabei wird nicht nur das Sortiment verbreitert, sondern auch originelle, eigene und teils neuartige Lösungen präsentiert. Das fängt mit unkonventionellen Materialien wie c-change von Schoeller an und hört jedoch bei strategisch platzierten Isolationspads noch lange nicht auf.

Glaubwürdige Nachhaltigkeit – fair und transparent

Wenn man die Nachhaltigkeit der Firma hyphen sports in eine griffige Formel packt, lautet sie in etwa so:

95% Made in Europe, 100% PFC-frei, 100% Materialien aus Europa.

Das Nachhaltigkeitskonzept von hyphen ist umfassend, glaubwürdig, nachprüfbar und sprichwörtlich zum Anfassen. Hier gibt es keine outgesourcten und anonymen Marketingabteilungen, sondern verantwortlich handelnde Menschen, die persönlich sichtbar und ansprechbar sind.

Regionaler Bezug

Als wichtiges Element der Nachhaltigkeit wird der regionale Bezug zur Alpenheimat konsequent und glaubwürdig gelebt. Dies kommt nicht nur in Namen, Logos und Motivprints der Kleidungsstücke zum Ausdruck, sondern auch in allen weiteren Aspekten und Aktivitäten. Der Begriff „regional“ wird auch nicht allzu eng gefasst, denn er schließt die ganzen (Ost)Alpen und ein Stück von Kroatien, wo sich die Produktionsstätte von hyphen befindet, ein.

Dass möglichst alle Stoffe aus Europa stammen, ist oberste Prämisse bei der Materialwahl. Die Umsetzung gelingt zu 95%, denn abgesehen von den Reißverschlüsse von YKK wird fast alles auf diesem Kontinent produziert. Ein Großteil dieser Produktion befindet sich nach heutigen Maßstäben quasi gleich um die Ecke: in Mursko Sredisce, einer Kleinstadt in der traditionsreichen Textilregion im Norden Kroatiens. Im dortigen Werk kennt Andreas Schreilechner, Chefentwickler bei hyphen „jede Näherin beim Vornamen“. Die relative Nähe bringt auch eine hohe Flexibilität und andere praktische Vorteile mit sich.

Wie schon erwähnt verzichtet hyphen vollständig auf den Einsatz umweltschädlicher und nicht recyclingfähiger Stoffe wie PFOA. Auch einfache T-Shirts bestehen nicht aus einer weit entfernten Baumwolle, sondern aus Tencel. Diese „Naturkunstfaser“ wird für das Unternehmen von der österreichische Firma Lenzing aus Zellulosefasern produziert.

Die Regionalität setzt sich selbst bei den Modellbezeichnungen fort. Dass man hierfür die Namen irgendwelcher Gipfel und Bergketten hernimmt, ist in der Outdoorbranche gang und gäbe. Doch bei hyphen hat die Sache einen ganz realen Bezug, denn die Namen nennen jene Alpengipfel und -gebiete, an und in denen die Teile getestet wurden.

Sogar der Vertrieb der fertigen Produkte beschränkt sich auf Deutschland und den Alpenraum.

Wirklicher UV-Schutz

Kleidung mit hohen UV-Schutzfaktoren gibt es von vielen Herstellern. Doch nicht immer entspricht die angegebene Schutzfunktion den tatsächlichen Werten. Vor allem, wenn die Textilien Dehnung und Nässe ausgesetzt sind, verlieren sie einen Großteil ihrer Sonnenschutzwirkung. Unabhängige Test haben jedoch bewiesen, dass hyphen Textilien zuverlässig die höchsten UV-Schutznormen erfüllen, die es gibt. Und wie schaffen sie diesen maximalen Schutz zu übertreffen?

Zum Beispiel indem in die flüssige Spinnmasse der Kunstfaserstoffe schon Titandioxid für den UV-Schutz eingeschmolzen wird. Daraus entstehen hochfeine Garne, die die Ausgangsbasis für besonderen Schutz und hohen Tragekomfort sind. Für diese Umsetzung kommen zusätzlich noch hochkomplexe Maschinen zum Einsatz, die für eine besondere Dichte bzw. besonders feine Maschen des Materials sorgen.

Neuer Fokus auf Skitouren und Bergsport

Im Ski- und Bergsport sind die Münchener zwar noch relativ neu, doch den Einstieg haben sie genau so überzeugend gemeistert wie schon zuvor im Wassersport-Bereich. Dafür war und ist ein extrem fundiertes Know-how nötig, das aus einer starken Verbindung von Bergsport-Praxis und Erfahrung aus der Textilindustrie entsteht. Bei hyphen sports verkörpert vor allem das Team um Entwickler Andreas Schreilechner dieses Know-how.

Die Entwicklung der Bekleidung wird anders als bei vielen Marken nicht von einem anvisierten Endpreis oder anderen betriebswirtschaftlichen Zielgrößen bestimmt. Selbst die grundlegenden Stoffbahnen der Kunstfasertextilien werden nicht als Massenware in Fernost, sondern handverlesen und teils eigens für hyphen produziert. So bekommen viele der Kleidungsstücke schon „von Grund auf“ eine außergewöhnliche Funktionalität. An keiner Stelle im Produktionsprozess steht die Kostenersparnis über der Performance des Endprodukts. Materialien und Ausstattungsdetails werden ausschließlich nach funktionalen Kriterien entworfen und ausgewählt. Die „Prototypen“ werden dann von den beteiligten Bergsportlern bis auf den letzten Quadratzentimeter Stoff getestet.

Gute Preise, gute Aussichten

Solche Liebe zum Detail führt normalerweise zu sehr hohen Verkaufspreisen für die Kunden. Nicht so bei hyphen Sports, wo High End Produkte durchaus im preislichen Mittelfeld einpendeln. Das ist nur möglich, wenn eine Firmenphilosophie in höchstem Maße von Vernunft und Ethik getragen wird. Wir sind begeistert und uns sicher, dass hyphen Sports auf diese Weise weiterhin Erfolge feiern wird.

Leicht & schnell unterwegs: Speed-Hiking-Ausrüstung

8. Mai 2018
Ausrüstung

Speed Hiking, das Wandern im Turbogang, boomt. Es ist ein effizientes Training und macht extrem viel Spaß. Doch was braucht man für die (zurecht) stark gehypte Outdoorsportart? Muss ich, um als Anfänger etwas reißen zu können, mal wieder tief in den Geldbeutel greifen, um mir die megateure Superausrüstung zu leisten? Oder ist der Einstieg ins athletische Hiking auch mit wenigen Mitteln zu stemmen?

Mit welchem Equipment hiket es sich überhaupt am besten? Und was muss in den Rucksack, was kann daheim bleiben? Fragen über Fragen, die auf den Nägeln aller an Speed Hiking interessierten Natursportenthusiasten brennen und in meiner kleinen Ausrüstungskunde beantwortet werden!

Leicht ausgerüstet hiket es sich besser

Vorneweg, um den preisbewussten Interessenten fürs flinke Querfeldeinwandern nicht direkt zu verlieren: für eine gute Speedhiking Ausrüstung müsst ihr nicht um eure eiserne Reserve im Sparstrumpf fürchten.

Klar, eine gute Equipmentqualität ist für den Spaß an der Tour und vor allem um das Verletzungsrisiko zu minimieren essentiell. Diese Qualität lässt sich häufiger etwas kosten. Jedoch zeigt sich, dass Speed Hiking eine Sportart ist, die sich in Sachen Ausrüstung genügsam zeigt.

Gute Kleidung, feste Schuhe, ein kompakter Rucksack und stabile Stöcke – mehr braucht es eigentlich nicht um über die Wanderwege und durchs Gelände zu düsen. Ihr müsst euch also nicht mit Myriaden an neuer Ausrüstung eindecken und einen eigenen Equipmentraum zur Lagerung anbauen, sondern könnt eure hart verdienten Piepen in das Wesentliche investieren.

Speedhiking-Ausrüstung ist starken Kräften und hohen Belastungen ausgesetzt. Sie muss also richtig was aushalten können. Gleichzeitig – und das ist wohl die oberste Prämisse fürs Turbowanderequipment – muss die Ausrüstung leicht sein. Nichts sorgt auf Dauer für stärkere Belastung und sorgt für heftigere Ermüdung als überflüssiges Gewicht am Körper. Zu großer Ballast macht langsam, beansprucht eure Kraftreserven unnötig, schadet den Gelenken und kann im schlimmsten Fall für dauerhafte Beschwerden sorgen. Leicht und robust sind also Trumpf. Für besonders leichte Funktionsklamotten, Schuhe und Rucksäcke könnt ihr euch im Bergfreunde Shop bei den Ultralight-Artikeln umsehen!

Das Herz jeder Speed Hiking Ausrüstung: die Stöcke

Nun zum absoluten Nukleus, dem MVP, dem Hauptakteur, dem zentralen Angelpunkt der Speed Hiking Ausrüstung: die Speedhiking-Stöcke! Die Stöcke dienen nicht nur zur Stabilisierung in unwegsamen Geländen, sondern gleichsam zur Unterstützung der Armmuskulatur für einen stärkeren Auftrieb beim Bergaufgehen und eine gelenkschonende Gewichtsverteilung beim Bergabgehen. Je intensiver die Tour umso heftiger die Kräfte, die auf den sportlichen Gehhilfen lasten. Zudem sollten sie, wie die restliche Ausrüstung, möglichst leichtgewichtig an den Start gehen. Den idealen Mix aus hoher Bruchfestigkeit bei minimalem Gewicht stellen Carbon-Stöcke dar. Leichter als kohlenstoffverstärkte Kunststoff geht kaum. Und eine gelenkfreundliche Stoßabsorption gibt’s obendrauf noch dazu.

Und die Stockart? Hier greift ihr am besten zu Nordic-Walking- oder Trail-Running-Stöcken. Einfache Wanderstöcke sind mangels ergonomischer Handgelenksschlaufe nicht geeignet. Die Schlaufen beim Wander- oder Trekkingstock sind darauf ausgelegt, dass die Hände schnell aus ihnen herausschlüpfen können. Speedhiker benötigen deshalb für die richtige Gehtechnik und den entsprechenden Gehrhythmus speziell geformte Schlaufen, die entsprechend gut am Handgelenk sitzen. Viele Hersteller setzen dafür mittlerweile auf eigens auf das Anforderungsprofil von Speedhikern konstruierte Speed-Hiking-Stöcke.

Kleidung und Rucksack fürs Speed Hiking

Auch für die passende Speed Hiking Bekleidung gilt das bekannte Mantra: die Kleidung sollte leicht sein und ausreichend Bewegungsfreiheit bieten. Hier könnt ihr auf alles zurückgreifen, was sich auf euren sportlichen Touren bewährt hat. Hauptsache die Klamotten sind bequem und funktionell.

Da Speedhiking ein physisch anspruchsvoller und anstrengender Sport ist, ist der letztere Punkt essentiell. Atmungsaktive Bekleidung, im besten Fall mit Belüftungsmöglichkeit, schützt euren Körper vor Überhitzung und ermöglicht ein konstantes Leistungsniveau. Bekannte Hersteller haben mittlerweile eigens aufs Speedhiking zugeschnittene Bekleidung im Angebot, wie etwa Salewa mit ihrer Pedroc-Linie!

Eure Klamottenwahl zum Turbohiking birgt zudem ein nicht unbeträchtliches Potential zur Gewichtseinsparung. Je nach Tourenart und Wetterlage könnt ihr euch auf das Nötigste konzentrieren und schleppt auf diese Weise so wenig zusätzlichen Ballast wie möglich mit euch herum. Auf Mehrtagestouren ist die Zwiebelschicht der way to hike. Alles was ihr just in dem Moment nicht benötigt, wie Regenjacke und Co., wird bei Nichtgebrauch einfach in den Rucksack verbannt. Das Gewicht hat sich dann zwar nicht David-Copperfield-mäßig in Luft aufgelöst, liegt aber dann nicht mehr direkt auf eurem Körper an. Magisch ist daran, dass es für flottere Bewegungsabläufe sorgt.

Apropos Rucksack! Was muss der können? Ihr habt es sicher schon erraten, die geschulterte Transporthilfe sollte auch wieder möglichst wenig auf die Waage bringen. Sucht euch einen kompakten und leichtgewichtigen Rucksack mit bequemen, ergonomischen Schultergurten aus. Der Speedhiking-Ranzen sollte fest am Rücken sitzen und bei raschen Bewegungen nicht umherwackeln.

Ebenfalls wichtig ist genügend Ventilation am Rückenteil zu haben, damit weder Hitzestau noch verstärkter Schweißfluss entstehen. Spezielle Trailrunning- oder generell Laufrucksäcke sind hier eine optimale Wahl – ausreichend Platz vorausgesetzt. Habt ihr eure Rucksackwahl getroffen, packt euren Rucksack mit Bedacht. Wanderkarte, Erste-Hilfe-Set, GPS-Gerät und natürlich ausreichend Flüssigkeit sind Pflicht-Gäste im gut geschnürten Speedhiking-Rucksack-Paket. Aber denkt dran, jedes überflüssige Grämmchen auf den Schultern wiegt auf der Speed Hiking Tour doppelt, oder wenn nicht sogar dreifach so viel wie sonst.

Ein schneller Fuß will gut gekleidet sein – welche Schuhe fürs Speed Hiking?

Und nun zum Teil der Ausrüstung, auf dem das Speed Hiking im wahrsten Wortsinne fußt – die Schuhe und die Socken. Zunächst zum Schuhwerk. Welche Treter eure Füße auf der Speed-Hikking-Tour tragen sollen ist touren- und geschwindigkeitsabhängig. Jedoch gilt ein weiteres Mal die Gewichtsprämisse.

Die Schuhe dürfen nicht zu schwer sein, müssen gleichzeitig robust und in vollem Maße geländetauglich sein. Seid ihr beim Hiking extra schnell und selten abseits der Wanderwege unterwegs, sind feste Halbschuhe (wie beispielsweise gute Trailrunning Schuhe) eure besten Freunde. Die bieten euch sicheren Halt und festen Tritt im Gelände, haben ein ideales Abrollverhalten für fixe Schritte und ermöglichen einen großen Bewegungsspielraum für die Knöchel.

Geht es in schwierigeres Gelände, solltet ihr zu Schuhen mit einem höheren Schaftabschluss greifen. So sind eure Knöchel besser gestützt und das Umknick- und Verletzungsrisiko wird gemindert. Egal welcher Schuh am Fuß landet, lauft sie vor eurer ersten Hiking Tour unbedingt ausgiebig ein, andernfalls sind Blasen und Druckstellen vorprogrammiert!

An der Sockenfront kommt es vor allem auf Komfort an. Die Socken sollten körpernah sitzen, also nicht zu weit sein. Ansonsten beeinträchtigen sie einerseits den Halt im Schuh und beeinträchtigen zum anderen scheuert das Gewebe dann im Schuh hin und her, was üble Blasenbildungen zur Folge hat. Manche Speedhiker schwören zudem auf den Einsatz von Kompressionsstrümpfen während der Tour. Das hilft nicht nur gegen angeschwollene Beine, sondern verhindert durch einen verbesserten Blutfluss die Übersäuerung der Wadenmuskulatur und steigert so die Laufleistung.

Die Einstiegshürde ist – zumindest was die nötige Ausrüstung anbetrifft –  nicht unerklimmbar. Also worauf wartet ihr noch. Auf geht’s zum Speed Hiking!

Nachhaltigkeit: Problemfall Mikroplastik

3. Mai 2018
Die Bergfreunde

„Plaste und Elaste“ hieß es einst einprägsam in der DDR. Damals waren die Wundermaterialien auf Kohlenwasserstoff-Basis hüben wie drüben noch frisch auf ihrem Siegeszug. Mittlerweile hat dieser Komplex der Kunststoffe jede Menge Namen. In der Outdoorwelt weißen Bezeichnungen wie „Tex“, „Pro“ oder „Tech“ im Produktnamen darauf hin, dass hier wohl Kunststoff verarbeitet ist. Und seien wir ehrlich: Die Vorteile von Polyester, Polyamid, Polyethylen und Co. sind kaum von der Hand zu weisen. Aber seit einiger Zeit legt sich ein großer Schatten über die einst so heile Kunststoffwelt. Der Begriff Mikroplastik ist in aller Munde… und das leider nicht nur sprichwörtlich.

Das Problem

Leider hat das erdölbasierte Material neben den für uns nützlichen Funktionen auch gewisse unerfreuliche Eigenschaften. Diese Eigenschaften führen seinen Siegeszug sehr viel weiter, als man es beabsichtigte – nämlich bis in den letzten Winkel und die hinterste Pore unseres Heimatplaneten.

Der Grund ist, dass so gut wie alle Kunststoffe im Laufe ihrer (Ab)Nutzung in unzählige winzige Partikel zerfallen, die ihrerseits fast unzerstörbar sind. Im Falle der Outdoorprodukte sind es  Kunstfasertextilien, die beim Waschvorgang Kunststoffpartikel ins Abwasser abgeben. Am stärksten ist die Absonderung bei aufgerauten Fleece-Materialien, aber auch bei Windbreakern oder Wandersocken tritt sie auf. Aus dem Abwasser gelangen die Partikel dann in sämtliche Wasserkreisläufe und schließlich in alle Weltmeere.

Aufgrund ihrer Leichtigkeit sind die mini Kunststoffteilchen sehr „agil“ und beweglich. Da wundert es nicht, dass man diese Teilchen, die man mittlerweile Mikroplastik getauft hat, einfach überall wiederfindet – zu Lande und zu Wasser, in allen Ökosystemen weltweit. Selbst auf den abgelegensten Eilanden gibt es wohl keinen Strand mehr, wo man Mikroplastik nicht nachweisen könnte.

Die traurige Prognose: in den Ozeanen sollen nach Hochrechnungen bis 2050 mehr Plastikteile als Fische schwimmen. Doch nicht nur „außen“ zieht der Plastik seine Kreise, sondern auch „innen“. Denn selbstverständlich gelangt das Material auch in die Organismen sämtlicher Lebewesen, einschließlich des Menschen (wo es auch bereits nachgewiesen wurde).

Als visuelle Veranschaulichung haben wir hierfür noch ein Video (dieses ist zwar auf englisch, aber der Untertitel kann auf deutsch eingestellt werden):

Dringend benötigt: erste Gegenmaßnahmen

Dass solch ein Vorgang eine große Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt, leuchtet ein. Neben der Verbreitung liegt das Problem von Mikroplastik vor allem darin, dass die Partikel wie ein Magnet für Giftstoffe wirken – und zwar aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit. Dem will man natürlich nicht tatenlos zusehen.

Die zunehmende Erforschung des Problems macht natürlich Sinn, genauso wie es Sinn macht, dass nun auch die großen Player aus Politik und Industrie reagieren. Bis 2030 will die EU-Kommission alle Plastikbehälter in der EU wiederverwertbar machen. Eine löbliche Absicht, doch wie wir von „Klimazielen“ und anderen wohlmeinenden (Umwelt)Vorhaben wissen, klaffen in der großen Politik bisweilen gewisse Lücken zwischen Ankündigung und Umsetzung. Und zudem ist bis 2030 noch eine lange Zeit.

Auch der Sportartikelindustrie lässt es an guten Absichten nicht mangeln. So hat sich die europäische  Interessenvertretung EOG (European Outdoor Group) „ebenfalls zum Thema Mikroplastik Gedanken gemacht, und im Rahmen des EU-Plans Maßnahmen aufgesetzt“, wie es im Branchenjournal SAZSport heißt. Dabei geht es in allererster Linie um die Vermeidung der Partikelabsonderung beim Waschen von Outdoortextilien.

Bislang gibt es Übereinkünfte der EOG mit der europäische Vereinigung für Textilien und Bekleidung (EURATEX), der internationalen Vereinigung für Seifen, Waschmittel und Reinigungsprodukte (A.I.S.E.), der europäischen Kunstfaser-Vereinigung (CIRFS) und anderen. Die Partner wollen gemeinsame Maßnahmen definieren sowie sich dafür zu verpflichten, Wissen zu teilen und gemeinsam zu forschen. „Ein erster Vorschlag für bindende Maßnahmen soll der EU-Kommission Ende 2018 vorgelegt werden“ heißt es bei SAZSport.

Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass die Outdoor- und Bekleidungsindustrie nicht die Hauptverursacher der Mikroplastik-Schwemme sind. Verglichen mit den Hauptquellen, nämlich dem Abrieb von Reifen und dem Verlust von Pellets bei der Produktion von Kunststoffen, ist die Mikroplastikbelastung, die auf Bekleidung, aber auch Kosmetika entfällt, verschwindend gering und liegt laut Studien aus Norwegen und des Umweltbundesamts bei geringen einstelligen Prozentbeträgen. Freilich kein Grund, sich zurück zu lehnen und nichts zu tun…

Konkrete Lösungsansätze

Einzelne „übliche Verdächtige“ der Outdoorindustrie sind schon gut zwei Schritte weiter. Im November 2017 stellte man auf der Textil-Fachmesse Performance Days in München den ersten Fleecestoff vor, der kein Mikroplastik mehr abgeben soll. Der Grund für dieses scheinbar technische Wunder ist einfach: der Stoff, der auf den Namen Biopile hört und vom italienischen Produzenten Pontetorto hergestellt wird, besteht auf der angerauten Innenseite aus Naturfasern.

Das Material, das aus Holz gewonnen wird und hervorragende Funktionseigenschaften haben soll, gibt zwar ebenfalls Mikropartikel ab, doch diesse können sich im Meerwasser vollständig biologisch abbauen. Den Anstoß für die Entwicklung hat Vaude gegeben, jener deutsche Hersteller, der seit Jahren immer wieder zu den zuvor genannten „üblichen Verdächtigen“ zählt, wenn es um konkrete Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit geht.

Diese Technologie ist also eine richtig gute Nachricht, die künftig auch die Verantwortung mehr in Richtung von uns „Outdoor-Endverbrauchern“ rückt. Denn dadurch ist die technische Lösung, die funktional UND umweltfreundlich ist, direkt verfügbar. Auch wenn das Gewebe vor allem in der Anfangszeit sicher nicht zu den Billigangeboten für die breite Masse zählen wird. Das liebe Geld ist ja leider häufig ein Problem bei wirklich nützlichen und wertvollen technischen Innovationen – am Anfang entscheidet vor allem die Kaufkraft.

In unserem Falle der Mikroplastik gibt es aber eine weitere gute Nachricht: der Entwicklungsweg lässt sich mit einer eleganten, sprich definitiv bezahlbaren und auch schon greifbaren Zwischenlösung abkürzen. Das Berliner Zwei-Mann-Startup namens „Guppy Friend“ hat sich nämlich etwas genial einfaches einfallen lassen: den Guppybag.

Der Guppybag, auch Guppyfriend genannt, ist ein 70 x 50 cm großer Waschbeutel, der die Kunstfaser-Bruchstücke daran hindert, ins Abwasser und damit in den Wasserkreislauf zu gelangen. Die Synthetikkleidung wird einfach in den Beutel gesteckt und dann ganz normal gewaschen. Der Guppybag fängt die Fasern nicht nur auf, sondern verhindert durch seine glatte Oberfläche teilweise auch deren Abbrechen. Damit wird ganz nebenbei noch die Lebensdauer der Outdoorkleidung verlängert. Die angesammelte Plastikwolle kann mit einfachen Handgriffen herausgelöst und in den Restmüll entsorgt werden. Meist ist dies jedoch erst nach mehreren Wäschen nötig. Der Beutel selber besteht aus hochqualitativen Polyamiden und kann am Ende seiner Nutzungszeit ebenfalls vollständig recycelt werden. Auch hier haben wir nochmal ein Video in petto:

Wirklich billig ist der Guppybag mit seinen 30 Euro zwar auch nicht, doch gemessen an dem, was er für die Umwelt und für seine Besitzer leistet, ist er wirklich preisgünstig. Der Preis trägt auch dem Guppy Friends Vorsatz der nachhaltigen Unternehmensführung Rechnung, „denn allein die Einrichtung einer Webmaschine für 2,5 Meter breiten Guppy-Friend-Stoff dauert etwa fünf Wochen, da 62.500 Fäden von Hand eingefädelt werden müssen. Zeit, die fair bezahlt werden soll und auch das abbaubare Material der Waschbeutel fordert seinen Preis.“

Da kann man als Berg- und Naturfreund nicht wirklich meckern – der Guppybag ist sicher kein weiterer grüngewaschener Luxuskonsum, sondern eine kleine Investition mit großer Wirkung. Dass ich den Guppybag als Zwischenlösung bezeichnet habe, ist übrigens keine Abwertung, denn gerade dessen Entwickler betonen, dass das Problem Mikroplastik noch viel umfassender angegangen werden muss.

  • Hier findet ihr noch mehr Infos zu Biopile und weiteren Vaude-Projekten gegen Mikroplastik in der Vaude Pressemitteilung vom 18.1.2018
  • Und hier gelangt hier zu weiteren Infos über das Berliner Unternehmen Guppy Friend und dessen Projekt Stop!Microwaste
  • Für einen tieferen Einblick in die Mikroplastiktragödie, gibt es auch von dem dänischen Umweltministerium eine interessante Studie

Kennt oder benutzt ihr den Guppybag schon? Oder welchen weiteren Tipp habt ihr um Mikroplastik in unserer (Outdoor-)Welt zu vermeiden? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Speed Hiking – Das Wandern im Turbogang

26. April 2018
Tipps und Tricks

Speed Hiking – wer sich in letzter Zeit auch nur in der Nähe der outdoorfixierten Internet-Filterblase getummelt hat, dem ist dieser Begriff sicher häufiger untergekommen. Doch was bedeutet die geschwindigkeitsbetonte Wortneuschöpfung eigentlich? Speed Hiking, das ist eine Art „Turbowandern“ im Gelände. Um das genauer zu erklären, könnte ein Vergleich herhalten. Speed Hiking verhält sich zum normalen Wandern wie Gareth Bale zu Per Mertesacker.

Beides hervorragende Fußballspieler, nur ersterer ist ein ganzes Stück schneller. Oder besser wie der Superheld Flash zum Hulk. Oder der ICE zum Regionalexpress. Nein, das hinkt alles und wird den beiden Outdoorsportarten nicht gerecht. Speed Hiking setzt sich aus Elementen anderer Outdoordisziplinen zusammen, mischt sie durch, würfelt sie neu, schüttelt sie kräftig und raus kommt am Ende ein frisches sportliches Erlebnis. Also das Beste aus vielen Welten. Was sich dahinter verbirgt und warum Speed Hiking so viel mehr ist, als die Summe seiner Einzelteile, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest!

Speed Hiking – Was ist das?

Flinken Fußes durchs Gelände zu huschen hört sich ganz klar nach Trailrunning an, oder? Diese Frage kann man mit einem klaren „Nö!“ beantworten. Speed Hiking hat zwar einige Schnittpunkte mit dem Traillaufen, unterscheidet sich aber gleichzeitig in einigen wichtigen Aspekten. Aber der Reihe nach.

Trailrunnig ist ein meist auf Zeiten oder bestimmte Strecken ausgelegter, schneller Geländerun. Es dominiert ganz klar der Joggingschritt. Beim Speedhiken ist von der kurzen Mini-Etappe bis hin zur ausgedehnten Mehrtagestour im Hochgebirge mit abendlicher Hüttenübernachtung jede Etappenlänge drin. Zudem spielen Laufzeiten, der sportliche Vergleich mit anderen oder gar eine durchgehend hohe Geschwindigkeit keine Rolle.

Der Speedhike ist zwar eine Wanderung mit angezogenem Tempo, im Gegensatz zum Trailrun geschieht das Ganze jedoch nicht zwingend im durchgehend schnellen Laufschritt. Das Speed Hiking lädt zum Verweilen ein, zum sich Zeit nehmen. Anstatt Bestzeiten zählen hier die eigenen Grenzen als Maßstab, den eigenen Körper kennenzulernen und zu erleben und selbstverständlich die Natur zu entdecken. Während der Trailrunner meist solo unterwegs ist, ist die „Turbo-Wanderung“ häufig ein Kollektiverlebnis, ganz egal ob als Pärchentour, mit den Kumpels oder der Familie.

Zum krönenden Abschluss des Disziplinenvergleichs: sind die Trailrunner oft nur mit Funktionsklamotten, einem Laufrucksack und Minimalgepäck unterwegs, hat der Speed-Hiker mehr Equipment am Start. Je nach Tourenlänge kommen Rucksack, Karten, GPS-Gerät mit – eben alles, was es auch auf der Wandertour braucht.

Das Epizentrum der Speedhiker-Ausrüstung bilden die Walking-Stöcke, die bergauf die Armmuskulatur zur Auftriebskraftunterstützung nutzen und bergab für eine gelenkschonende Gewichtsverteilung sorgen. Zur Speed-Hiking-Ausrüstung findet ihr übrigens demnächst in einem gesonderten Artikel noch einige Infos!

Aber Moment mal… Gehen mit Stöcken…. Ist Speed Hiking nur ein hipperes Wort für das angestaubte Nordic Walking? Wieder ein klares „Nö!“. Während das Walking ein sportives Gehen mit Stöcken ist, das meist in flachem Terrain ausgeübt wird, geht es beim Speedhike ein gutes Stück schneller zur Sache, auf anspruchsvolleres Terrain und – je nach Kenntnisstand und Leistungsfähigkeit –  teils sogar hoch hinaus.

Speed Hiking ist auch kein simpler Hybrid aus altgedienten Outdoordisziplinen. Neben dem Naturerlebnis, das mit dem schnellen Wandern einhergeht, bekommt ihr ein Workout gleich gratis mit dazu, das vielfältige Muskelregionen beansprucht und trainiert. Die speziellen Bewegungsabläufe bei der Turbowandertour sorgen für ein umfassendes Training der Bein-, Oberkörper und Rumpfmuskulatur.

Durch den dauerhaften Kraftaufwand und den Einsatz vielfältiger Muskelgruppen wird zudem die Ausdauer und das Herz-Kreislauf -System trainiert – also das ideale Cardio-Workout! Gleichzeitig wird die muskuläre Koordination verbessert und der Gleichgewichtssinn geschult. Bei all der Anstrengung wirkt das Speedhiken durchaus auch entspannend. Neben dem bereits erwähnten Naturerlebnis sorgen die fehlende Fixierung auf Bestzeiten, das Innehalten und die Möglichkeit nach dem eigenen Tempo zu gehen dafür, dass man sich auf der Speed-Hiking-Tour geistig mal so richtig fallen lassen kann. Übrigens, dadurch, dass ihr mit Stöcken unterwegs seid, geht das Speedhiken nicht so auf die Gelenke wie beispielsweise das Joggen.

Für wen ist Speed Hiking?

Im Grunde genommen kann jeder zum Speedhiker werden. Ganz egal ob alt, jung, sportlich oder Couchpotato, da der Sport ohne viel Aufwand durchführbar ist, steht die Speed-Hiking-Tür einem breiten Publikum offen. Wenn ihr jedoch schon nach der leichten Vormittagswanderung für mehrere Tage kaputt auf dem Wohnzimmersofa versinkt, müsst ihr euch auch behutsam, Schritt für Schritt, an den Sport herantasten.

Durch das flexible Anforderungsprofil, mit dem das Speed Hiking einher geht, ist das aber gar kein Problem. Wenn ihr allerdings vom absoluten Sofakartoffel-Dasein, das seine zehntausend Schritte höchstens als Recke im Konsolenspiel zurücklegt zum passionierten Speedhiker werden wollt, ist ein vorheriger Checkup beim Sportmediziner unbedingt empfehlenswert. Der informiert euch genaustens darüber, wie belastbar ihr seid und was ihr eurem Körper zum Einstieg zumuten könnt.

Was ihr zur Vorbereitung wissen müsst

Wollt ihr in die Turbowanderwelt eintreten, empfiehlt es sich in jedem Fall erst einmal kleine Brötchen zu backen. Plant für den Anfang keine Mehrtagestour in hochalpinen Regionen. Das rasche Wandern kann gerade in schwierigem Gelände und hohen Höhen schnell zur Überbeanspruchung führen, was den Körper im schlimmsten Falle nachhaltig schädigt.

Ebenfalls wichtig für den Start: wenn ihr nicht mehr könnt, hört auf euren Körper und macht Pause und dreht, wenn es weitergeht, das Tempo runter. Bei starker Ermüdung, Krämpfen, Gelenkschmerzen oder Kurzatmigkeit macht ihr am besten Feierabend und genießt die Chance zur Einkehr. Auch bei Unwetter brecht ihr die Tour am besten ab. Für solche Fälle ist es in jedem Fall wichtig die ersten Touren nicht zu weit draußen und zu lange zu planen.

Essentiell für die Speed Hiking-Tour ist es die Distanzen richtig einzuschätzen. Da ihr euch schneller bewegt, legt ihr eine größere Strecke innerhalb kürzerer Zeit zurück. Das bedeutet im Umkehrschluss eine weit stärkere Belastung pro Wegstunde als bei einer konventionellen Wandertour. Um euren Körper nicht zu viel zuzumuten, ist eine vorherige Tourenplanung extrem wichtig.

Checkt per Wanderkarte die Distanzen. Wanderführer für eure bevorzugte Umgebung geben euch wichtige Infos zu Höhenniveaus, Wegbeschaffenheit, Streckenschwierigkeit aber auch zur Pauseneinkehr und gegebenenfalls der Hüttenübernachtung. Nehmt euch, wie gesagt, nicht zu viel vor und plant genügend Zeit ein, um mal eine Runde zu verweilen und die Natur zu genießen. Für einige beliebte Wanderregionen gibt es mittlerweile speziell aufs Speed Hiking abgestimmte Wanderführer.

Plant euer Gepäck möglichst knapp und leicht. Packt alles ein, was mit muss, bedenkt aber, dass jedes Gramm extra zur größeren Last wird als auf einer üblichen Wandertour. Ebenfalls ein Tipp den ich leider selbst zu oft vernachlässigt habe: lauft eure neuen Speed Hiking Schuhe unbedingt vor der ersten Tour intensiv ein, sonst gibt es fiese Blasen und Druckstellen am Fuß.

Und wo geht’s zum Speedhiken? Das bleibt ganz eurem eigenen Gusto überlassen. Hauptsache Natur! Gerade für Anfänger – vorsicht, abgedroschene Phrase voraus – liegt das Gute, wie so oft, sehr nahe. Wenn ihr nicht gerade im Hochgebirge wohnt, geht ihr einfach eure ersten Touren in den bekannten Wanderspots eurer Region. Je besser ihr werdet, sowie euren Körper und euer Können mehr einschätzen könnt, desto höher und schwieriger könnt ihr euren Hiking-Spot wählen. Also kurz gesagt: Anfänger starten am besten in den Mittelgebirgsregionen; Profis wagen sich auf alpines Terrain. Tourenmäßig werden im Speed Hiking neben der Kurzstrecke von etwa acht Kilometern Länge und der intensiven Kurstrecke (12 km) auch Tagestouren mit 20 Kilometern Wegstrecke und intensive Tagestouren um die 30 Kilometern gegangen. Wer will hiket ein Stündchen, erfahrene Speedhiker können die Tagestouren zu Mehrtagestouren kombinieren und bringen so den ganzen Wanderurlaub rum.

Egal wo eure Tour letztendlich hinführt, genießt die Natur, vergesst den Alltag und habt eine tolle Zeit. Diese drei Punkte sind beim Speed Hiking eigentlich das Wichtigste!

Gewinnspiel The North Face Mountain Festival 2018

Win: Mit den Bergfreunden zum Mountain Festival

23. April 2018
Die Bergfreunde

Es gibt ja so Events, von denen erzählt man jedem. Ständig. Erzählt, wie ultra cool es war, wie viel Spaß man hatte und dass man da auf jeden Fall wieder hin muss. Der Titel des Beitrags verrät es schon: Das Mountain Festival von The North Face war eines dieser Events. Und ja: Wir fahren auch dieses Jahr wieder hin. Und du kannst mit! Was Du dafür tun musst, wollen wir dir hier verraten…

Oh, sweet Memories!

Paragliding, Canyoning, Wandern, Bergsteigen, Trailrunning, Kayaking, Partying, Camping – gerade für alle Festivalkenner unter euch Outdoorern sollte das Mountain Festival eigentlich ein Pflichttermin sein. Vereint es doch alles, was man für ein dementsprechend gelungenes Wochenende braucht: Berge, inspirierende Vorträge und Party mit guter Musik. Teilweise bis spät in die Nacht. Dementsprechend geschafft waren wir auch nach diesen vier Tagen im schönen Lauterbrunnen. Die ganze Geschichte könnte ihr übrigens in unserem Blogartikel zum Mountain Festival 2017 nachlesen.

Tschau Schweiz, ciao bella Italia!

Wo geht die Reise 2018 hin? Lauterbrunnen ist – leider – nicht mehr der Austragungsort des Mountain Festivals. Stattdessen hat The North Face aber einen neuen Kracher im Angebot: Mit Courmayeur dürfen wir in diesem Jahr im Aostatal unsere Zelte aufschlagen. Im Schatten des großen Mont Blanc. Der liegt nämlich nur 10 km entfernt und bietet eine ebenso beeindruckende Kulisse, wie die hohen Steilwände im Lauterbrunnental.

Das genaue Programm ist bis dato noch nicht bekannt, dürfte aber ähnlich ausfallen, wie in den letzten Jahren. Du scharrst jetzt schon mit den Hufen und kannst es wie wir kaum abwarten? Dann sichere dir hier 2 x 2 Karten und verbringe ein unvergessliches Wochenende mit deinem besten Bergfreund bei einem der coolsten Events diesseits des Äquators (ok, vielleicht übertreiben wir hier ein bisschen. Aber es war und wird wirklich ziemlich cool!).

Herrgott, …zefix, was muss ich denn jetzt genau tun?

Also gut, kommen wir zum Eingemachten: Wie auch im letzten Jahr, gibt es einen Fotowettbewerb. Teilnehmen ist relativ einfach: Wir wollen ein Bild von dir und deinem besten Bergfreund – bestenfalls ein Mensch, denn wir haben ja zwei Tickets. Und so gehts:

  1. Bild auf Facebook oder Instagram posten
  2. Tagge uns mit @Bergfreunde.de (Facebook) oder @bergfreundede (Instagram) UND dem Hashtag #mountainfestival2018 
  3. Alle Postings, die bis zum 31.05. das Licht der Welt erblicken, nehmen automatisch teil.
  4. Am 31.05. werden die Gewinner per Los ermittelt.

Hier könnt ihr die ausführlichen Teilnahmebedingungen nachlesen. Wir freuen uns auf eure Schnappschüsse!

Richtig(e) betten auf Touren: Kaufberatung Schlafsäcke

19. April 2018
Kaufberatung

Daune oder Kunstfaser? Mumienform oder Deckenform? Solche existenziellen Fragen treiben den Menschen seit jeher um. Vor allem dann, wenn er bei durchfrorenen Nächten in einem unpassend geschnittenen und isolierten Schlafsack viel Zeit zum Grübeln hat. Dann heißt es meist: „Wie hätte ich diesen verf … lixten Sch … lamassel bloß verhindern können?!?“ Wir sagen aber: Nicht verzagen, Bergfreunde fragen! Hier kommt die wirklich letzte Schlafsackberatung, die ihr braucht:

Der Verwendungszweck

Vielleicht hat man ja beim Kauf die falschen Fragen gestellt. Oder der Verkäufer hatte nicht die richtigen Antworten. Die erste Kundenfrage lautet jedenfalls meistens: „Welchen Schlafsack brauche ich?“. Der gute Schlafsackverkäufer antwortet dann immer mit der Gegenfrage: „Wohin willst du denn damit gehen?“. Das kann, muss aber nicht unbedingt etwas mit persönlichem Interesse an den Reiseplänen zu tun haben. Vielmehr geht es darum, den Einsatzbereich und Verwendungszweck des Schlafsacks einzugrenzen.  Je nachdem, ob es „Mexiko, rumreisen“, „Alpen, fernwandern“ oder „Norwegen, paddeln“ heißt, kommen dann völlig verschiedene Modelle infrage. Denn leider gibt es „den Einen“ für all das zusammen nicht.

Die weiteren Fragen des Verkäufers lauten dann vermutlich in etwa so:

„Was ist dir am wichtigsten? Soll er vor allem warm sein? Leicht? Komfortabel und geräumig? Nässeunempfindlich? Klein komprimierbar? Oder gar mehrere von diesen Eigenschaften?“

Letzteres ist nicht unmöglich, aber abhängig vom Budget. Ausgefeilte Technik in hoher Verarbeitungsqualität bekommt man nicht im Discounter. Wenn also als letzte Frage hinzu kommt: „Wie viel bist du bereit auszugeben?“, dann hat man gute Chancen, den individuell passenden Idealschlafsack herauszufiltern.

In diesem Filterverfahren klärt sich meist auch schon automatisch die Kernfrage „Daune oder Kunstfaser?“ – eine Entscheidung, die auch dadurch verkompliziert wird, dass es bei beiden ein weites Qualitätsspektrum gibt. Das bedeutet, dass die eigentlich leistungsfähigere, sprich „hochwertigere“ Daune in einer schwachen Ausführung durchaus von den besten Kunstfasern überholt werden kann. Das spiegelt sich dann auch im Preis wider, wo hochklassige Kunstfaserschlafsäcke durchaus teurer sein können als einfache Daunenmodelle.

Am besten hangelt man sich eine Liste an Kriterien entlang und ordnet diese nach den eigenen Prioritäten. Dazu schauen wir uns die Kriterien an, die für alle Outdoorer mehr oder weniger wichtig sind:

Die Form

Dieses Kriterium klärt sich meist am schnellsten. Sobald es auf Packmaß, Gewicht und Wärmeleistung ankommt, bleiben nur noch die Mumienform (von den Schultern zu den Füßen schmaler zulaufend) und, mit Einschränkungen, die Eiform (breiter im Hüft- und Kniebereich) übrig. Die Deckenform (rechteckig) ist eher für den Indoor-Einsatz gedacht – für Wohnmobile, Ferienhäuser oder zuhause als „Gästebett“.

Die Mumienform hat den engsten und dadurch am schnellsten aufgewärmten Innenraum und kommt mit dem wenigsten Material aus. Die Eiform bietet mehr Platz und Komfort, was aber durch mehr Gewicht und Volumen sowie schlechtere Isolationsleistung bezahlt werden muss. Für korpulentere und breiter gebaute Outdoorer kann die Eiform dennoch auch vom funktionalen Aspekt her die beste Wahl sein.

Die Temperatur

„Wie warm ist der?“, „Wie warm muss er sein?“ Auch diese Fragen hört man so oder so ähnlich fast immer. Praktischerweise haben wir für deren Beantwortung schon einen Artikel geschrieben. Fassen wir diesen hier nochmal in der vereinfachten Kurzversion zusammen und gehen dabei davon aus, dass du eine durchschnittlich kältefühlige Person bist:

Überlege dir, welche Tiefsttemperaturen auf deinen geplanten Touren nachts zu erwarten sind und wähle dann einen Schlafsack, der diese Temperatur als Komforttemperatur ausweist. Nicht als Komfort-Limit und schon gar nicht als Extremtemperatur. Die genannten drei Werte sind bei jedem Schlafsack angegeben. Die Komfort-Limit-Temperatur wird zwar gern als „Einsatzbereich“ genannt, stellt jedoch dessen unteres Ende dar, dass sich nur unter allerbesten Bedingungen mehr nach Komfort als nach Limit anfühlt. Wird gar die Extremtemperatur erreicht, wird es voraussichtlich eine Nacht werden, über die du hinterher ein Bergdrama schreiben kannst.

Da die Temperaturangaben bei fast allen Herstellern weltweit einheitlich nach einer EU-Norm ermittelt werden, sind sie auch einigermaßen vergleichbar und zuverlässig. Für die eigenen Überlegungen heißt das: nur wenn die Umgebung nicht kälter als die Komforttemperatur ist, wirst du in dem Schlafsack auch bei suboptimalen Bedingungen erholsam schlafen können.

Meist kategorisiert man je nach vorgesehenem Temperaturbereich:

  • Sommerschlafsäcke: Komforttemperatur oberhalb von 12°C
  • Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke: Komforttemperatur bis etwa 0°C
  • Winterschlafsäcke: Komforttemperatur deutlich unter 0°C

Die genannten Temperaturwerte sind nur geschätzt, denn die drei Schlafsackkategorien sind nicht trennscharf voneinander festgelegt. Wichtig zu wissen: die Kategorie „Drei Jahreszeiten“ deckt den Großteil des Outdoorer-Bedarfs ab, da sie für klassische Aktivitäten wie sommerliche Berg- und Hochtouren in den Alpen oder sommerliches Trekking in Norwegen und Lappland geeignet ist.

Wer es deutlich wärmer braucht und nach den richtig dicken Kalibern Ausschau hält, wird merken, dass es bei diesen Schlafsäcken nur eine Temperaturangabe vom Hersteller gibt oder sie gar ganz fehlt. Das liegt daran, dass das Euronorm-Testverfahren nur bis zu einer bestimmten Füllmenge funktioniert. Bei Schlafsäcken mit großer Füllmenge lässt sich damit keine genaue Komforttemperatur ermitteln. Man muss sich dann auf die alternative Angabe der Hersteller verlassen – was in den meisten Fällen auch kein Problem ist, da in diesem Temperatur- und Preissegment eigentlich nur seriöse Hersteller produzieren, die einen Ruf zu verlieren haben.

Das Gewicht und Packmaß

Das Gewicht muss natürlich immer im Zusammenhang mit der Temperaturleistung des Schlafsacks bewertet werden. Es hängt vor allem von Masse, Qualität und Verarbeitungsweise des Füllmaterials, sowie der Hülle ab. Da das Füllmaterial den größten Anteil hat, kommt hier die Daune-Kunstfaser-Diskussion zum Zug. Allerdings sind die Feinheiten dieser Diskussion angesichts der vielen Techniken sowohl bei Daune, als auch bei Kunstfaser komplex genug um ein Buch zu füllen. Wir haben dazu schon zwei Artikel gefüllt, die wir hier kurz zusammenfassen, um die beiden Materialien miteinander zu vergleichen (die Links zu den Artikeln folgen gleich):

Daune

Je größer und „kräftiger“ die Daune, desto höher ihre Bauschkraft. Und je höher die Bauschkraft, desto weniger Daune wird für die gleiche Isolationsleistung benötigt – und desto leichter ist der Schlafsack gemessen an seiner Wärmeleistung. Die Bauschkraft wird gemessen, indem eine standardisierte Menge Daunen mit einem Standardgewicht zusammengedrückt wird. Das Volumen, auf das sie sich nach dem Entlasten wieder „zurückbauscht“, gibt den Wert der Bauschkraft an.

Es wird in Kubikzoll (Cubic Inch) gemessen, weshalb der Bauschkraft- oder Fillpower-Wert „Cuin“ genannt wird. Daune mit einem Wert ab 600 Cuin aufwärts gilt als solide bis gut. Ab einem Wert von 700 Cuin wird es schon richtig hochwertig, und bei 800 Cuin ist man im absoluten Highend-Bereich angekommen. Zwar ist die Messung des Cuin-Werts ähnlich normiert wie die  Temperaturangabe, doch unterscheidet sie sich  zwischen Europa und Nordamerika.

Was in Europa als 650 Cuin gemessen wird, dürfte in Nordamerika einen Wert von mindestens 700 Cuin bekommen. Deshalb können sich zwei Schlafsäcke trotz gleicher Cuin-Angabe unterschiedlich „prall“ anfühlen. Der Schlafsack mit etwas weniger „gefühlter Power“ trägt dann vermutlich ein nordamerikanisches Logo. Dieser Messunterschied bedeutet aber keineswegs, dass nordamerikanische Schlafsäcke „schlechtere Daunen“ hätten. Man sollte nur einen entsprechend höheren Cuin-Wert ansetzen.

Eine weitere wichtige Angabe ist das Verhältnis von Daunen zu Federchen. Es gibt fast keinen Schlafsack, der reine Daune ohne „Stützfedern“ enthält. Die Federbeimischung dient allerdings anders als meist angenommen weniger der Stützung der Daunen, sondern eher der Wirtschaftlichkeit der Produktion. Bei großen Gänsedaunen verschlechtern die Federn sogar massiv den Bausch und erhöhen das Gewicht überproportional. Da reine Daune aber kaum zu bezahlen ist, haben fast alle Daunenschlafsäcke einen Daunen-Feder-Verhältniswert angegeben. Vor dem Schrägstrich steht der relative Daunenanteil, hinterm Schrägstrich der Federanteil: es gibt Verhältnisse von 70/30; 80/20; 90/10 oder, bei Highend-Schlafsäcken Werte um 95/5. Je mehr Daune, desto besser.

Damit zu den allgemeinen Vor- und Nachteilen:

Ein kleines Packmaß und ein geringes Gewicht machen sich tagsüber beim Transport im Rucksack angenehm bemerkbar. Das natürliche Körperklima und der weiche Griff sorgen nachts für hohen Schlafkomfort. Bei sachgerechter Schlafsackpflege freut man sich über die lange Lebensdauer der Daunen auch bei häufigem Einsatz.

Daune ist empfindlicher gegen Nässe und Feuchtigkeit, sie fällt in sich zusammen und isoliert nicht mehr. Allerdings wird in diesem Punkt oft übertrieben, fast so, als ob Daune wie Zuckerwatte wäre. Der Schlafsack muss schon direkt beregnet werden oder es muss starken Tau geben, damit die Daunen wirklich in die Knie gehen. Selbst wenn es keine Gelegenheit zum Lüften und Trocknen gibt, kann man auf Schlafsäcke mit imprägnierten Daunen und wasserdichter sowie atmungsaktiver Außenhülle zurückgreifen. Diese haben natürlich wiederum ihren Preis.

Alles weitere hierzu erfährst du in der Kaufberatung Daunenschlafsäcke.

Kunstfaser

Auch hier ist ausschlaggebend, dass möglichst wenig Material möglichst viel Luft einschließt. Die meisten Kunstfasern sind zu komplexen Vliesen und Matten aus Spiralen oder Filamenten verarbeitet und haben eine oder mehrere Hohlkammern. Bei Kunstfaserfüllungen erreichen meist die etwas komplexeren Verarbeitungen (wie die mehrlagige Schindeltechnik) bessere Wärme-Gewichts-Verhältnisse als einfache Konstruktionen (wie die simpel eingenähte Ein-Lagen-Technik).

Kunstfaser isoliert und wärmt auch noch bei Nässe. Wenn auf einer Tour wirklich ständiger Regen zu erwarten ist, sollte man der Kunstfaser den Vorzug geben. Der günstigere Anschaffungspreis ist ein weiterer Vorteil, der sich aber auf lange Sicht durch die meist geringere Haltbarkeit relativiert.

Kurzfristig ist Kunstfaser tatsächlich widerständiger gegen rustikale Behandlung (z.B. durch verschüttete Getränke oder ständig auf den Schlafsack latschende Leute bei Festivals). Kunstfaser ruft im Gegensatz zur Daune so gut wie nie allergische Reaktionen hervor. Und, last but not least, gibt es bei Kunstfaser keine direkte Verbindung zur Tiere verwertenden Industrie, was (nicht nur) für Veganer ein wichtiger Punkt ist. Allerdings ist von solchen stark ethischen Standpunkten aus auch die petrochemische Industrie keine wirkliche Alternative …

Bei gleicher Temperaturleistung hat auch die beste Kunstfaser noch ein höheres Gewicht und größeres Packmaß als die einfache Daune. Auch die Haltbarkeit ist langfristig gesehen nicht vergleichbar: während Daune durch eine sachgerechte oder gar professionelle Reinigung „wie neu“ bleiben kann, sind einmal eingedrehte oder durchlöcherte Kunstfasersegmente definitiv beschädigt. Reinigung und Pflege sind bei Kunstfaser deutlich einfacher und schneller erledigt. Allerdings können Kunstfaserfüllungen anders als Daune auch nicht nachgefüllt oder ausgetauscht werden.

Exkurs: Daune vs. Kunstfaser bei sehr warmen Schlafsäcken

Was kaum jemand beachtet: bei sehr „warmen“ Schlafsäcken schießen Packmaß und Gewicht bei den Kunstfasermodellen quasi durch die Decke. Während es den Kunstfasersack bis etwa null Grad Komforttemperatur durchaus noch mit rucksacktauglichem Gewicht und Packmaß gibt, ist das Modell mit minus zehn Komfort plötzlich ein 2-Kilo-Koloss, der den halben Kofferraum füllt. Wieso das? Nun, die zusätzliche Kunstfasermenge schafft – auch bei den besten Fasern – nicht in gleichem Maße mehr Wärme. Deshalb muss für wenige Grad Extrawärme jede Menge zusätzliches Füllmaterial her.

Bei Daune verläuft dieser Temperaturgradient günstiger: hier reicht viel weniger an Zusatzmaterial für den gleichen Zugewinn an Isolation. Ein Daunenschlafsack mit minus zehn Komfort kann deshalb ohne Probleme rucksacktauglich ausfallen. Hier hat Daune also einen weiteren Vorteil.

Alles weitere hierzu erfährst du in der Kaufberatung Kunstfaserschlafsäcke.

Komfort

Der Komfort hängt nicht nur von der Füllung und ihrer Wärmeleistung, sondern auch vom Platzangebot und vom Material des Innenbezugs ab. Letzteres beeinflusst ebenfalls das Feuchtigkeits- oder Trockenheitsgefühl sowie zu einem kleinen Teil auch das Temperaturempfinden. Dabei spielen auch persönliche Vorlieben eine Rolle: die Einen mögen lieber einen seidigen Griff, die anderen einen eher textilen, „stoffigen“ Griff. Letzteren bietet vor allem die Baumwolle, die aber aus funktionellen Gründen als Innenbezug eines Outdoor-Schlafsacks ungeeignet ist.

Ebenfalls entscheidend für den Komfort sind natürlich Länge und Passform des Schlafsacks. Als beste Passform für den Berg- und Outdooreinsatz haben wir ja bereits die Mumie ausgemacht. Obwohl sie die Engste ist, kann sie mit ein paar richtigen Detailentscheidungen durchaus komfortabel ausfallen. So sollte man  den Schlafsack im Zweifelsfall lieber ein paar Zentimeter „zu lang“ nehmen, anstatt wegen ein paar Gramm Gewichtsersparnis jede Nacht mit den Zehen anzustoßen. Apropos Zehen: eine vorgeformte Fußbox ist ein echter Pluspunkt. Sie funktioniert auch für Seitenschläfer, da man den Schlafsack, wenn er gut sitzt, bei den Bewegungen im Schlaf „mitnimmt“.

Die „richtige“ Seite des Reißverschlusses ist eine rein subjektive Frage und spielt eigentlich nur eine Rolle, wenn zwei Schlafsäcke zu Einem gekoppelt werden sollen. Wichtig ist vor allem, dass der Reißverschluss bei „warmen“ Schlafsäcken innen mit einer gefütterten Wärmeleiste abgedeckt ist.

Ausstattung

Wo wir schon bei den Reißverschlüssen sind: die sollten neben der genannten Wärmeleiste am besten auch noch einen Klemmschutz (meist ganz einfach eine kleine, etwas steifere Stoffbahn) haben, damit sie angenehm rund laufen. Ein verkürzter RV, der nur bis zu den Knien reicht, ist zwar weniger komfortabel beim Ein- und Ausstieg, verbessert aber die Wärmeleistung bei Verringerung des Gewichts. Sinnvoll wenn Gewicht, Wärmeleistung und Packmaß an oberster Stelle stehen.

  • Kapuze: Bei einem berg- und outdoortauglichen Sack muss es ganz klar eine vorgeformte Konturkapuze sein, die sich bis auf ein Atemloch verschließen lässt, ohne dabei auf den Kopf zu drücken oder zu spannen.
  • Wärmekragen: Sehr nützlich, wenn bei Temperaturen unterhalb von etwa 5 Grad plus geschlafen wird. Und das wird es in so gut wie jedem Outdoorer-Leben. Besser ein paar Gramm extra tragen, als nicht einschlafen zu können, weil dieser empfindlich kalte Luftzug an Hals und Brust nervt. Und bei großem Gefälle zwischen Innen- und Außentemperatur reichen schon wenige Zentimeter offener Kragen, um solch einen Luftzug zu erzeugen.
  • Innentasche(n): Sehr angenehm, wenn man einen Socken trocknen oder einen Kameraakku warmhalten will. Auch ein kleiner Taschenofen lässt sich an der oft am Fußende vorhandenen Innentasche unterbringen.

Woran erkennt man nun „gute Schlafsäcke“? Ein paar Durchschnittswerte und Anhaltspunkte

Was sind nun „gute“ Werte bei Gewicht, Packmaß und Co.? Ganz einfach: der Schlafsack, der mit einer Komforttemperatur von null Grad das kleinere Packmaß und das geringere Gewicht aufweist, ist der Bessere. Wenn er dazu noch aus robustem Ripstop-Nylon und anderen wertigen (Marken)Materialien besteht, umso besser. Bei der Kunstfaserfüllung sollten definitiv Markenfasern verarbeitet sein, wenn man verlässliche Qualität möchte: Primaloft, Thermo ProLoft von Deuter, Spirafil von Marmot oder MTI 13 von Mammut sind einige bekannte Beispiele. Dort ist auch eine gute Silikonbeschichtung gewährleistet, die sich ansonsten nicht von außen überprüfen lässt. Die Beschichtung bestimmt maßgeblich die Langlebigkeit eines Kunstfaserschlafsacks.

Qualitativ hochwertige Kunstfaserverarbeitungen sind die Material sparende Schindeltechnik oder die nur einseitige Laminierung zur Vermeidung von Kältebrücken. Ein Beispiel für einen Kunstfaserschlafsack mit spitzenmäßigen Leistungsdaten ist der Hyperlamina Spark von Mountain Hardwear.

Bei Daune spielen wie erwähnt der Cuin-Wert und das Mischverhältnis die Hauptrollen bei der Beurteilung der Qualität. Beispiele für hochklassige und weithin bewährte Daunen-Allrounder sind die Neutrino Serie von Rab oder die Schlafsäcke von Sir Joseph als nicht ganz so bekannter „Geheimtipp“.

Robustheit und Haltbarkeit

Wenn das Einzige was gepflegt wird, ein achtloser Umgang ist, sollte man es bei preiswerten Kunstfaserschlafsäcken belassen. Die stecken, besonders wenn es bei feuchten Campings weniger pfleglich zugeht, die robuste Behandlung besser weg. Allerdings nicht lange, denn wenn Kunstfasern einmal „ermüden“ sind sie wirklich hin – sie isolieren dann weit schlechter als im Neuzustand. Die über die Jahre vielfach zusammengedrückte Daune kann hingegen durch eine sachgerechte Wäsche regelrecht wiederbelebt werden.

Der eigene Beitrag: Schlafsackpflege und -Wäsche

Eigentlich ist das mit der Pflege und Haltbarkeit gar nicht schwer. Man kann schon auf Tour damit beginnen, indem man den Schlafsack morgens vor dem Zusammenpacken etwas ausschüttelt und lüftet. Ein paar Minuten Sonne tun dabei immer gut, aber bitte nicht zu viel UV-Strahlung, da das die Materialien angreift.

Beim Einpacken wird der Schlafsack dann übrigens NICHT gerollt oder gefaltet, sondern gestopft. Knick oder Druck mit Drehimpuls ist so ziemlich das Schlimmste, was man Fasern und Daunen antun kann. Leider ignorieren das auch manche Hersteller, die ihre Schlafsäcke industriell so verpacken, dass sie eingerollt beim Kunden ankommen. Kein Wunder, dass noch immer der Glaube vorherrscht, man solle Schlafsäcke am besten rollen …

Auch zuhause sollte dann weder gestopft noch gerollt werden. Hier ist die Aufbewahrung in einem großen Baumwoll- oder Netzsack besser. Je mehr Platz die Füllung hat, desto länger ihre Lebensdauer.

Gewaschen werden sollte ein Schlafsack so selten wie möglich. Man sollte während der Nutzung durch lange Kleidung bzw. Thermounterwäsche dafür sorgen, dass möglichst wenig Schweiß und Dreck in den Schlafsack gelangt. Wenn es dann doch einmal nötig wird, helfen unsere Tipps und Tricks für die Pflege von Schlafsäcken weiter.

Das Ganze kostet allerdings gerade bei Daunenschlafsäcken einiges an Zeit und Energie und beinhaltet so einige Möglichkeiten für Fehler und Pannen. Gerade bei teuren Schlafsäcken empfiehlt sich eher die professionelle Reinigung. Daune und Hülle werden hier separat gewaschen, da Daune idealerweise andere Waschtemperaturen braucht als das technische Gewebe der Hülle. Der bekannteste Reinigungsprofi ist das Outdoor Service Team. Nicht nur die Daune, sondern der ganze Schlafsack kommt hier in vielen Fällen wie neu zurück. Das Ganze ist nicht unbedingt billig, doch angesichts des Aufwands für die Pflege daheim sollte man das Geld mit der gesparten Zeit und Energie gegenrechnen.

Fazit

Den „genau richtigen“ Schlafsack zu finden kann fast so kompliziert sein wie das „richtige“ Auto. Doch mit unseren nun insgesamt drei Suchanleitungen im Zusammenspiel sollte dir ein ziemlich genauer Treffer gelingen. Dann kann man vor dem seligen Einschlummern noch ein wenig über existenzielle Fragen philosophieren – statt mit existenziellem Kampf gegen die Kälte beschäftigt zu sein.

Skandinavische Outdoor-Marken in der Übersicht

17. April 2018
Kaufberatung

Inhaltsverzeichnis

Skandinavien und Outdoor: dieses Begriffspärchen gehört einfach zusammen. Rondane oder Hurrungane, Sarek oder Kebnekaise sind klingende Namen in den Ohren eines jeden Outdoor-Träumers. Vor Ort gibt es von diesen auch jede Menge, denn zwischen Skaggerak und russischer Tundra ist das Draußensein eine weit verbreitete Lebenseinstellung, die mit Stil und Hingabe gepflegt wird.

In Norwegen, wo laut Umfragen fast 90% der erwachsenen Bevölkerung zu den Outdoorbegeisterten zählen, erklimmt man zackige Gipfel hoch über dem Fjord und überquert Plateaugletscher mit Skiern. In Schweden zieht man mit oder ohne Hundeschlitten durch die Weite und in Finnland wird genüsslich sauniert und eisgebadet. Schnee, Regen, Kälte, Wind und Dunkelheit zählt man dabei nicht als Gründe, kürzer zu treten. Wie sollte das auch gehen – gemütlich wie am Sonnenstrand ist es eher selten.

Gut, vielleicht war jetzt das eine oder andere Klischee dabei, doch dass man sich in Skandinavien gern und viel in der traumhaft schönen Natur aufhält, ist unbestritten. Tatsächlich ist das Draußensein vor allem in Norwegen eine regelrechte Staatsphilosophie, die weit über die Gelegenheits-Naturverbundenheit von uns Mitteleuropäern hinausgeht: Friluftsliv heißt die institutionalisierte Outdoorbegeisterung, die sogar an der Uni studiert werden kann.

Angesichts des rauen Klimas ist das Ganze jedoch weit mehr als bloßes Freizeitvergnügen, es geht auch um die pure Notwendigkeit der Anpassung. Schließlich will kaum jemand den fast ein halbes Jahr dauernden Winter eingeschlossen im Zimmer verbringen. Das allseits bekannte Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung“ stammt nicht umsonst aus Skandinavien. Da ist es auch kaum verwunderlich, dass es im europäischen Norden so eine große Zahl an Herstellern gibt, die die „richtige“ Kleidung auf allerhöchstem Niveau zusammenschneidern.

Und auch alles andere, das man für den Aufenthalt in wilder Umgebung braucht, stellt man zwischen Dänemark und Finnland überall in hoher Qualität her. Wir wagen hier nun einen größeren, aber dennoch ganz sicher nicht vollständigen Blick über größere und kleinere Qualitätsschmieden des Nordens, die zwar vor allem für Kleidung bekannt sind, aber auch in Sachen Zelte und Campen richtig was drauf haben.

Was sind die großen Marken?

Den allermeisten Outdoor- und Skandinavienfreunden fällt sicherlich die Marke mit dem roten Polarfuchs zuerst ein: Fjällräven. Obwohl eher Norwegen mit „klassischem Fjäll“, also steinigem und windgepeitschtem Hochland, assoziiert wird, ist es doch eine schwedische Outdoormarke, die es im Namen tragt. Deren Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung bewährt sich definitiv auf jedem Fjäll –  egal ob in Norwegen oder Schweden. Der Anspruch der Schweden an sich selbst ist sehr hoch und wird konsequent eingelöst. Das behaupten nicht nur die Marketingexperten, sondern auch die allermeisten Käufer, die sich auf ambitionierten Nordlandtouren völlig auf das Material verlassen.

Der Ruf der Rucksäcke, Zelte, Schlafsäcke und Textilien ist dementsprechend seit den 60er Jahren ungebrochen gefestigt. Das liegt hauptsächlich an einer hochrobusten Funktionalität, die sich niemals an irgendwelche vermeintlich nachgefragten Modestyles angebiedert hat. Und dennoch ist das Design in seiner Klarheit alles andere als plump oder unästhetisch. Es ist vielmehr ein cleaner Style mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Deshalb haben manche Produkte trotzdem über die Outdoorszene hinaus viel Beachtung bekommen.

Da Fjällräven-Equipment sehr lange hält, in zeitlosem Design gestaltet und mit hohen Umwelt- und Sozialstandards produziert ist, ergibt sich ein hohes Level an Nachhaltigkeit wie von selbst und ohne große Worte.

Außerhalb der Berg- und Outdoor-Sphäre dürfte wohl ein norwegisches Traditionslabel die größte Bekanntheit haben: Helly Hansen. Die markant-eleganten Jacken und Taschen bekommt man auch im urbanen Großstadtdschungel häufiger zu Gesicht. Man wird der uralten Traditionsschmiede aber nicht gerecht, wenn man sie nur auf Streetwear reduziert. Kleidung und Accessoires von Helly Hansen stehen für eine unglaubliche Bandbreite an Aktivitäten – von Segeln über Skifahren bis zur Arbeit auf der Ölbohrinsel ist hier alles dabei.

Was sind die Klassiker?

In Norwegen waren und sind oftmals die Firmengründer selbst alte Hasen und harte Hunde des Friluftsliv. So auch bei Bergans, wo es standesgemäß eine klassisch schöne Gründerstory gibt. Der Wanderer und Jäger Ole F. Bergan stellte nach einem Jagdtrip durch ein paar schmerzhafte Andenken fest, dass seine Kleidung nicht optimal war und beschloss, es besser zu machen. Das ist seit der Firmengründung 1908 bis heute ziemlich überzeugend gelungen. Jacken, Hosen oder Rucksäcke von Bergans of Norway genießen unter Freiluftfreunden aus aller Welt einen sehr guten Ruf.

Ein Klassiker mit historischer Note ist der norwegische Schlafsackhersteller Ajungilak. Nach der Übernahme durch die Mammut AG ist das Label allerdings in die Schweiz ausgewandert. Die Schlafsäcke mit dem gelb-schwarzen Logo tragen jedoch heute noch ihren norwegischen Kern und stehen auch unter den neuen Hausherren für robuste Verlässlichkeit.

Auch Schweden hat mit Haglöfs ein echtes Klassiker-Label in Sachen Outdoor vorzuweisen. Und auch hier begann die Produktion vor über 100 Jahren mit der Mission, die einheimischen Wildniswanderer bei ihren Exkursionen in das raue Umland bestmöglich zu schützen. Daran hat sich bis heute gar nicht so viel geändert – abgesehen von stetigen kleinen Verbesserungen und einer etwas größeren Kundschaft. Neben einem hohen Nachhaltigkeitsniveau bietet Haglöfs mit besonderen Passformen und herausragenden Farbkonzepten für Frauen eine sehr gute Produktauswahl.

Diese kleine Vorauswahl an Klassikern ist aber natürlich komplett subjektiv und darf gerne erweitert werden. Gleiches gilt für die folgenden Geheimtipps.

Was sind die Geheimtipps?

Bis hier haben wir vor allem Marken hervorgehoben, die fast allen Outdoorern irgendwo schonmal begegnet sind. Jetzt kommen wir allerdings zu einigen nordischen Labels, die weit weniger Bergfreunden bekannt sein dürften, aber dafür umso mehr einen genaueren Blick wert sind:

In den endlosen schwedischen Wäldern kann es ziemlich dunkel werden und man kann sehr leicht verloren gehen. Wenn man allerdings das durchdachte und zuverlässige Equipment des schwedischen Herstellers Silva dabei hat, sollte das um einiges einfacher sein. Silvas Lampen, Kompasse oder Ferngläser haben den Ruf, auch unter den schlechtesten äußeren Bedingungen für schnelle und sichere Orientierung zu sorgen.

Ein Spezialist auf höchstem Niveau ist der schwedische Handschuhhersteller Hestra. Das Anwendungsspektrum der Hestra-Handschuhe ist breit gefächert: von Skifahren über Bergsteigen bis zu groben Arbeiten reichen die Aktivitäten, für die Hestra garantiert die idealen Handschützer parat hat.

Zählen wir Island zum „erweiterten Skandinavienkreis“, dann können wir hier mit 66° North noch ein richtig kleines feines Label für hochwertige Outdoorkleidung mit hineinnehmen. Der Name der 1926 in Island gegründeten Firma verrät eindeutig, wofür die Sachen entworfen sind: für den stürmisch-kalten 66. Breitengrad!

Die norwegische Skifahrerin Kari Traa ist eher als Olympiasiegerin anstatt als Mützenstrickerin und Skikleidungs-Designerin bekannt. Doch diese „Nebentätigkeiten“ beherrscht sie ganz offensichtlich kaum weniger gut als das Skifahren. Besonders Frauen sind begeistert von den funktionalen und farbenfrohen Kreationen aus der Hand der Olympionikin.

Etwas bekannter als die beiden Letztgenannten, aber immer noch eine überschaubare Outdoor-Größe ist die schwedische Rucksäcke- und Bekleidungs-Adresse Klättermusen. Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und perfekt durchdachte Details sind die Kennzeichen der Produkte aus dem mittelschwedischen Åre. Interessiert?

In den folgenden Abschnitt kommen nun die Marken nach Ländern geordnet an die Reihe. Dabei handelt es sich um die skandinavischen Qualitätslabels, die zwar richtig gut, aber weder große internationale Player noch geheimnisumwitterte Edelschmieden für handverlesene Eingeweihte sind.

Norwegische Outdoor Marken

Hier im Länderabschnitt gehen wir alphabetisch vor, denn sonst kann es chaotisch werden. Es gibt nämlich weit mehr skandinavische Outdoorlabels als der auf Mitteleuropa geeichte Bergfreund so gemeinhin glaubt. Von manchen der folgenden Marken hast du bisher sicher auch noch nichts gehört:

  • Aclima: Wohl kaum jemand sonst zieht so konsequent eine umweltfreundlich-nachhaltige Produktion durch wie das Familienunternehmen aus der Nähe von Oslo. Den Norwegern gelingt das dabei ohne Abstriche bei Funktion und Design.
  • Dale of Norway: Wer handgemachte und zeitlos-traditionell designte Norwegerpullis aus 100 %  Wolle von norwegischen Schafen sucht, ist bei Dale of Norway womöglich an der Besten aller Quellen.

  • Devold: Auch diese Qualitätsschmiede ist nach ihrem Gründer benannt – und auch sie stellte ihre robusten und funktionalen Produkte zunächst für Fischer und andere in rauer Natur Arbeitende her. Heute ist die Marke vor allem für hochwertige Pullover und Merino-Unterwäsche bekannt.
  • Helsport: Schlafsäcke, Zelte und Rucksäcke sind die Spezialität dieses gut 60 Jahre alten Familienunternehmens. Die Erfindung des Tunnelzelts, diverse Designpreise und die Ausstattung norwegischer Himalayaexpeditionen konnte sich Helsport seitdem ins Stammbuch schreiben.
  • Norrøna: Man könnte dieses, 1929 in der Nähe von Oslo gegründete Label, eigentlich auch zu den Klassikern zählen – schließlich hat jeder schonmal irgendwo den einprägsamen Schriftzug der Nordländer in irgendeinem Berg- oder Klettermagazin gesehen. Oder von der ersten GoreTex-verarbeitenden Firma in Europa gehört. Norrøna steht wie wohl kein zweites Label für das skandinavische Bergsteigen im alpinen Stil, sowie für die entsprechend hohen technischen Anforderungen an Kleidung und Ausrüstung.
  • Sweet Protection: Dass die Norweger auch Hardware können, zeigt die Sport-Schutzausrüstung, deren Name im Wintersport Programm ist. Vor allem auf dem Snowboard und auf dem Mountainbike fühlt man sich mit dem hochwertigen Equipment nicht nur wirklich sicher, sondern auch angenehm eingekleidet.
  • Ulvang: Und nochmal ein Olympiasieger aus Norwegen – 1995 brachte der Langläufer Vegard Ulvang seine erste Wollsocke auf den Markt. Seitdem hat er sein Sortiment ein wenig ausgeweitet und seine Firma ist eine Top-Adresse für Merino-Bekleidung geworden.
  • Viking Footwear: Die Schuhe dieser ebenfalls kleinen, aber feinen Manufaktur sind wie eine Eintrittskarte in die nordische Wildnis. Trocken, sicher und alltagstauglich sind die Stichwörter, die spontan fallen, wenn von Viking Footwear die Rede ist.

Schwedische Outdoor Marken

Auch wenn der östliche Nachbar nicht ganz so viele spektakuläre Landschaften abbekommen hat, gibt es dort kaum weniger Hersteller von hochwertigem Outdoorequipment.

  • Didriksons Outdoor-Fashion: Vor allem bei stürmischem Küstenklima bewährt sich die alltagstaugliche Funktionskleidung von Didriksons. Das breite Sortiment reicht dabei von der Mütze bis zur Jacke.
  • Houdini: Der große Zauberkünstler konnte sich einst aus jeder Klemme befreien. Mit der nach ihm benannten Sportswear kommt man gar nicht erst hinein, denn schlechtes Wetter stecken die funktionalen Klamotten bestens weg. Ganz wie einst Houdini auf der Bühne, sehen die Teile der  jungen Schwedenfirma richtig elegant aus.
  • Icebug: Auch dieser kleine, feine Schuhhersteller ist an der schwedischen Westküste zuhause und kennt sich mit rutschigem, schlammigen Terrain aus. Wie der Markenname es jedoch auch verrät mit Glatteis. Icebug Outdoor-Schuhe sind deshalb besonders gerne auf winterglatten Straßen und hartgefrorenen Trails unterwegs.
  • Ivanhoe: Das, nach dem legendären Ritter benannte, Familienunternehmen steht für hochwertige Merino- und (Baum-)Wollkleidung und markante Designs.  Nach wie vor wird zu 80% in Schweden produziert.
  • Lundhags: Kompromisslos gute Schuhe für strenge Winterexkursionen waren lange Zeit das Kerngeschäft der vom Schuhmacher Jonas Lundhag 1932 gegründeten Firma. Auch heute findet man noch die unverwechselbaren Schalenschuhe im Sortiment – welches mittlerweile auch Jacken, Hosen und Rucksäcke für anspruchsvolle Touren umfasst. Zu Recht gehört das geschwungene L mittlerweile zu den bekanntesten und größten Skandinavien-Labels.
  • Pinewood: Skandinavische Outdoorklamotten genießen einen guten Ruf, gelten aber nicht unbedingt als die Preiswertesten. In diese Lücke stößt der junge Senkrechtstarter Pinewood, der seit 1990 die erste Liga der Funktionskleidung aufmischt und zeigt, dass Qualität aus dem Norden nicht teuer sein muss. Klingt gut?
  • Woolpower: Möglichst viel Wärme bei möglichst hohem Tragekomfort – so könnte man klassische Woolpower-Eigenschaften umschreiben. Der schwedische Bekleidungshersteller begann mit Nylonstrumpfhosen, bis er 1972 gemeinsam mit dem schwedischen Militär ein neuartiges Frottiergewebe aus 70% Merinowolle und 30% Kunstfaser entwickelte. Inzwischen ist der einstige Strumpfproduzent eine der weltweiten Top-Adressen für komfortable Funktionstextilien.
  • Peak Performance: „Echte Bekleidung für echte Skifahrer“, lautet das Motto der innovativen Firma, die wie die Kollegen von Klättermusen aus dem nordschwedischen Åre stammt. Die hohe Funktionalität und Qualität der Peak Performance Textilien erlaubt gleichzeitig ein breites Einsatzspektrum, als auch die Spezialisierung auf einzelne Sportarten.

  • Primus: Wenn in der Outdoorküche eine wirklich lange Tradition auf maximale Expertise trifft, dann sind die Produkte und Systeme von Primus nicht weit. Das schwedische Traditionsunternehmen hat in seiner langen Geschichte Abenteurer wie Roald Amundsen und Edmund Hillary mit extrem haltbaren und verlässlichen Kochern und Geschirr ausgestattet. Heute ist Primus mehr denn je unterwegs und sorgt für warme Mahlzeiten in stürmischen Weiten und eisigen Höhen. Bedarf an entsprechender Ausrüstung?
  • Sätila: Skandinavische Outdoorproduzenten gelten bisweilen als detailverliebte Spezialisten – so auch die Mützenexperten von Sätila. Das hat auch gute Gründe, denn Details sind in der rauen nordischen Natur nicht nur Spielerei, sondern manchmal überlebenswichtig. Die richtige Mütze ist dafür ein sehr guter Anfang. Schicke Mütze gefällig?

Finnische Outdoor Marken

  • Suunto: Auch wenn der Glanz von Nokia etwas verblasst ist, weiß die Welt dennoch, dass die Finnen mit der Technik ganz gut können. Dass es auch mit der Präzisionstechnik richtig gut klappt, zeigen sie mit den erstklassigen Messinstrumenten von Suunto. Deren Höhenmesser, Kompasse und Sportuhren sind für Outdoorer weltweit nicht nur schöne Spielzeuge, sondern oft genug auch lebenswichtige Helfer. Völlig zu Recht hat sich Suunto eine weltweit führende Stellung im Bereich der Sportinstrumente erarbeitet.

  • Kupilka: Auch bei dieser Marke kommt der raffinierte finnische Tüftlergeist zum Vorschein. Das spezielle Outdoor-Geschirr und Besteck von Kupilka besteht aus einem eigens kreierten Biomaterial, das nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch mit einer Reihe an Nachteilen anderer Materialien umgeht. So ist es spülmaschinenfest, leicht, robust und verbrennt dir dennoch nicht die Finger.

Dänische Outdoor Marken

Zum Abschluss machen wir noch einen Abstecher in den sonnigen (naja) Süden des Nordens. Ja, auch Dänemark zählt man meist zu Skandinavien, obwohl es durch Kattegat und Skagerrak von der großen Halbinsel getrennt ist. Die Natur ist hier bei weitem nicht so wild wie weiter nördlich, doch das Wetter passt mit dem Rest schon ganz gut zusammen. Zumindest wissen die Outdoor Hersteller auch hier, was gutes Material aushalten muss.

  • Nordisk: Das wohl bekannteste dänische Outdoorlabel bietet seit mehr als 100 Jahren ein breites Spektrum an Kleidung und Ausrüstung an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer möglichst einfachen Konstruktionsweise für die Gewichtsreduzierung und Schwachpunktvermeidung. Viele Produkte sind für den entspannten Freizeiteinsatz konzipiert, doch es gibt auch Serien für extreme Beanspruchung und ambitionierten Einsatz.
  • Ecco: Die besten Schuhe der Welt? Nun, darüber kann man streiten. Unbestritten ist, dass Ecco als einer der wenigen Schuhproduzenten weltweit eigene Gerbereien und Schustereien betreibt und damit eine enorme Qualität erreicht. Die bemerkt man nicht nur beim Snowboarden und Winterwandern, sondern auch im Alltagseinsatz.

Einen weiteren Beweis, dass ordentliche skandinavische Outdoorgüter weder teuer noch elitär sein müssen, liefert die Firma Oase Outdoors mit ihren drei bekannten und erfolgreichen Marken:

  • Robens: Zelte und alles andere, dass das Campen und draußen sein angenehm macht, stellt Robens zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis her.

  • Outwell: Wenn die ganze Familie Campingurlaub macht, sind Outwell-Produkte die perfekte Wahl. Komfort, Spaß am draußen sein und Urlaubsfeeling sind Stichworte, die hier groß geschrieben werden.
  • Easy Camp: Auch bei Easy Camp stehen Benutzerfreundlichkeit und Komfort an erster Stelle. Dazu sind auch diese Produkte zu einem prima Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben.

So, das soll es mal gewesen sein mit unserem skandinavischen Rundumschlag. Habt ihr bei den ganzen Marken einen Favoriten. Oder haben wir gar einen Vertreter vergessen? Lasst uns gerne einen Kommentar da. Wir freuen uns!

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