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Klettern im Kängurustyle Teil 1: Blue Mountains, Bungonia und Mt. Buffalo

30. August 2016
Tipps und Tricks

Für einen Europäer sind Känguru, Koala und Echidna ganz besondere, ungewöhnliche Tiere. Genauso anziehend sind für uns Kletterer die Felsen auf dem fünften Kontinent, ob leuchtende Sandsteinmauern der Blue Mountains, Schnörkelstrukturen der Grampians oder hauchdünne Felsnadeln im Meer. Australien ist der Traum vieler Kletterer, den auch wir uns in einem zweimonatigen Kletter-Roadtrip erfüllen wollen. Unsere Reise im Kängurustyle – große Sprünge, kleiner Beutel – stellte uns in vielerlei Hinsicht auf den Kopf…

Feuer und Eis

Während daheim die Eiswasserfälle wachsen, schmelzen wir am anderen Ende der Welt in der australischen Sommerhitze nur so dahin. Wir wechseln im Dezember von einem Extrem ins Andere. Noch schlimmer hat es kürzlich die Blue Mountains erwischt, denn unser erstes Kletterziel ist einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen. Anstelle der Farbkontraste von grünen Eukalyptuswäldern mit orange- roten Sandsteinfelsen fällt unser Blick auf eine traurige Mischung von Schwarz und Braun. Doch wir betrauern nicht nur die schöne Aussicht, vielmehr müssen wir zudem auf alle Klassiker im Gebiet verzichten, denn alle Zustiege zu den hohen Sandsteinmauern mit ihren langen Trad-Routen sind gesperrt. In großen, roten Buchstaben leuchtet uns überall ein unmissverständliches „DO NOT ENTER“ sowie die Androhung von 500$ Bußgeld bei Nichtbeachtung entgegen. Und da wir uns „down under“ nicht mit den Gesetzeshütern anlegen wollen, weichen wir also in die Sportklettergebiete der Blue Mountains aus. Zum Glück dürfen wir wenigstens hier am wunderbar rauen Fels Hand anlegen.

Psycho Killer

Zugegeben, ein paar kurze Linien für den Anfang sind ohnehin nicht ganz verkehrt. So starten wir unseren Kletterurlaub im kleinen Ort Blackheath, wo wir reichlich Auswahl an verschieden exponierten Wänden finden. Von Clockwork Orange über Shipley Upper und Lower bis zur Wave Wall und Centennial Glen gibt es eine gute Anzahl interessanter Sektoren mit genügend Routen aller Schwierigkeitsgrade. Doch wie sich bald herausstellt, ist der Fels gar nicht die Schwierigkeit: der steile Sandstein ist super griffig und hat genügend Leisten, Kanten und Ecken um in athletischen Bewegungen den Fels hinauf zu tanzen – was für eine Freude, wären da nicht die „Carrots„. Dank dieser speziellen „Technologie“ ist das Klippen in einer Sportkletterroute nervenaufreibender als Klettern an schlechten, mobilen Sicherungen! Anstelle von Bohrhakenlaschen lachen uns Metallstifte entgegen, über die wir „Carrots“ (so etwas wie mobile Laschen) stülpen müssen, bevor die Expresse eingehängt werden kann. Schnelles Klippen an einer heiklen Stelle? Unmöglich! Statt dessen fummeln wir nervös mit den kleinen, unhandlichen Carrots herum, die nur zu gern auf nimmer wiedersehen im Buschwerk unter der Wand verschwinden. Wer somit nicht (mehr) über genügend Carrots verfügt, muss sich mit den Metalldrähten der Keile aushelfen. Egal ob Lasche oder Keil, was macht es schon für einen Unterschied, wo die meisten Stifte sowieso verrostetet sind. Kurz gesagt, die „Sicherung“ ist für uns gewöhnungsbedürftig bis haarsträubend…. Psycho Killer (7a+) bringt’s auf den Punkt.

Es lebe der Klebehaken

Nach einigem Suchen und genauerem Hinschauen finden wir hier und da eine sanierte Linie mit Klebehaken, was für eine Erlösung! Die sanierten Linien sind zwar meist im oberen achten Grad aufwärts, aber die Schwierigkeiten nehmen wir zugunsten der guten Sicherungen gerne hin. Erst in diesen kraftzehrenden, pumpigen Routen können wir das Klettern so richtig genießen. Ob in den überhängenden „Henkelparaden“ an der Wave Wall oder in den Dächer im Sektor Centennial Glen, hier können wir unsere winterlich vernachlässigten Klettermuskeln auf Vordermann bringen. Mit ein paar wenigen Routen pro Tag sind Muskeln und Nerven trotzdem bedient, so bleibt genügend Zeit für ausführliches Sightseeing. Nachmittags klappern wir die schönsten Aussichtspunkte ab, von den Three Sisters über Govetts Leap bis zur Hassan’s Wall, von wo wir die einzigartigen orange-grauen Mauern bewundern dürfen. Vorerst nur nach dem Motto „Anschauen, nicht anfassen“- aber diese Wände sind definitiv ein Grund, um wieder zu kommen und wenn es eine Reise um die halbe Welt bedeutet.

Heimspiel

Weiter geht es in Richtung Süden, immer entlang der Superlative – von den schönsten Sandsteinfelsen zu den besten Kalkfelsen Australiens. (Was nicht unbedingt etwas bedeuten muss, zumal es in Australien nur wenig Kalkfelsen gibt, aber wo Bungonia so schön auf dem Weg liegt…) Für uns „Kalkspezialisten“ sollte das ja sowieso ein Heimspiel sein. Aber auch hier ist alles anders. Angefangen beim Zustieg, der ein Abstieg in die etwa 300 Meter tiefe Schlucht ist. Aufgrund der unsäglichen Hitze nehmen wir den angenehmen Teil der Tour nur allzu gern hin und stehen bald im schattigen, kühlen Canyon. Zu beiden Seiten erheben sich die glatten Kalkwände mit beeindruckenden Strukturen. Im Australien-Gesamtführer haben wir uns die Linie Red Supergiant (6b) ausgesucht, die einer offensichtlichen Felsrampe folgt. Als wir nach vier Seillängen erste Fixkeile mit Rückzugskarabinern finden, scheint der Routenverlauf nicht mehr ganz so offensichtlich. Die Sicherungen erfordern ein steigendes Maß an Phantasie, anstelle der angepriesenen Bäume müssen Sträucher für die Stände herhalten. Bald wird der kleinste Heidelbeerbusch mit einer Schlinge verziert und dankend in die Sicherungskette aufgenommen. Richtig abenteuerlich wird es kurz vor dem Ausstieg, wo der Fels „karwendlig“, also zunehmend brüchig wird. Erst kurz vor Dämmerung erreichen wir endlich den Ausstieg. War das nun Red Supergiant, eine neue Linie oder Georg’s Versuch mich umzubringen? Wir werden es nie erfahren.

Ein echter Ruhetag

Am nächsten Tag beschließen wir einstimmig einen Ruhetag einzulegen. Da kommt uns das Angebot unseres Zeltnachbarn gerade recht, eine Höhle zu erkunden. Gemeinsam studieren wir Wasserspiegel und CO2-Level der zahlreichen Höhlen, beeindruckend worauf man achten muss?! Die Höhle scheint wie eine neue, erfrischende Erfahrung. Kurz vor dem Abseilen in den engen Spalt erzählt uns Dave fast beiläufig einen Schwenk aus seinem Leben. Während des Studiums war er viel in Höhlen unterwegs, meist mit seinem Kumpel Ivan Milat, der später als „Massenmörder von Goulburn“ entlarvt wurde… wir sind also gerade dabei mit dem besten Kumpel eines Massenmörders in eine dunkle Höhle zu seilen? Für einen Rückzieher ist es zu spät. Im Dunkeln der engen Gänge wird aus meinem Unbehagen echte Panik. Der anstehende Engpass, durch den wir uns quetschen sollen, ist die beste Gelegenheit um abzuspringen.  „Jungs, ich warte hier auf euch!“ Als mich Georg bittet, die Ranger zu holen, falls er in 15 Minuten nicht zurück sein sollte, ist mein Puls bei 300. Die Jungs sind kaum weg, da ergreife ich die Flucht hinaus ins Licht. „Die eigene Haut retten und den Freund im Stich lassen, so eine bist du also,“ hallt Georgs erlöste Stimme kurze Zeit später aus dem dunklen Loch. Da ist nicht nur mir ein riesen Stein vom Herzen gefallen. In Zukunft bewegen wir uns doch lieber wieder zu zweit in der Vertikalen, ist irgendwie sicherer. Einen wirklichen Ruhetag für die Nerven bekommen wir demnach erst wieder am Mount Kosciuszko in den Snowy Mountains. Einfach nur einen Fuß vor den anderen setzen, eine Erholung, die uns ganz nebenbei den ersten Gipfel der Seven Summits einbringt.

Fakirbrett statt Campusboard

Nach so viel Kletterpause kribbelt es schon wieder in den Fingern. Nächster Halt sind die Blöcke am Mount Buffalo, wo wir wörtlich auf Granit beißen dürfen. Diese vergleichsweise kleinen Boulder von 15 bis 30 Metern haben es wirklich in sich. So unscheinbar die Routen auch aussehen, so verrückt sind ihre Kletterbewegungen. Die scharfen Granitblöcke haben etwas von einem senkrechten Fakirbrett. Nach wenigen Stunden haben somit die zahlreichen Hand- und Knieklemmer in den Rissen ihre Spuren hinterlassen. Aber je härter der Kampf um einen Block, desto breiter das Grinsen in unseren Gesichtern wenn wir oben stehen. Die paar blauen Flecken und Schrammen sind im Vergleich folglich nur Monty Python’sche „Fleischwunden“. Wie gut dass es bald wieder in „weichen“ Sandstein geht – zu den Grampians und an den berühmten Arapiles – sonst enden wir noch wie der berühmte schwarze Ritter …

Mehr Fotos gibt’s auf www.d-on-r.de

Material
Tendon Master 7.8mm (Halbseile) und Tendon Hattrick 10.2mm (Einfachseil)
Onyx und Garnet, Helm Penta, Karabiner, Expressen
Totem Cams und Basic Totem Cams
Triop Tiger Kletterschuhe
Optimus Polaris Kocher (Benzin und Gas) mit Optimus Terra Lite HE Cook Set Töpfen
LEKI Micro Vario Carbon

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpin

Im Test: Der Fish-Autotuber von AustriAlpin

30. August 2016
Ausrüstung, Gear-Tipp!

AustriAlpin hat vor wenigen Monaten den neuen Halbautomat Fish auf den Markt gebracht.  Wie bei jedem neuen Sicherungsgerät stellt sich die Frage, ob das Teil auch wirklich Sinn macht oder nur ein weiterer Stern am mittlerweile reichlich gefüllten Himmel der Sicherungsgeräte ist.

Wir haben uns daher den Fish genau angesehen und ihn ausführlich getestet. Hier kommt unser Erfahrungsbericht.

Inzwischen werden die Modelle der Halbautomaten auf dem Klettermarkt immer zahlreicher. Und auch wenn sie alle zur Klasse der Halbautomaten zählen und sie sich recht ähnlich sehen, unterscheiden sich doch einige in Feinheiten oder besonderen Funktionen. Schließlich wollen die Hersteller nicht einfach nur einen neuen Halbautomaten auf den Markt bringen – jeder versucht ihn noch mal etwas besser zu machen.

Aussehen und Funktionen auf den ersten Blick

Auf den ersten Blick ähnelt der Fish von AustriAlpin stark dem Smart von Mammut. Der zweite Blick zeigt jedoch schnell, dass die Nase/der Rüssel beim Fish etwas größer gebaut ist und der Fish auf dem Rücken einen kleinen Hebel hat. Er erscheint ein wenig wie eine Mischung aus Smart und GriGri von Petzl.  Aber hier erst mal die Fakten:

Lieferumfang: Fish und Karabiner

Gewicht: 68g

Seildurchmesser: 8mm- 11mm

Preis: 69,95€ (inkl. Karabiner)

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpinDer Praxistest

Getestet haben wir den Fish in der Halle und am Fels, im Toprope sowie im Vorstieg. Um einen runden Eindruck zu bekommen, verwendeten wir Seile unterschiedlicher Hersteller zwischen 9,8mm und 10.1mm sowie alte, als auch neue Seile.

Die Funktionsweise…

… ist im Grunde bekannt durch verwandte Geräte, wie dem Smart oder dem Click-Up. Die Grundposition der Hände entspricht der beim normalen Tube. Zum Seil ausgeben, muss die Nase angehoben werden, ansonsten wird das Seil blockiert. Zum Ablassen wird die Nase nach oben gezogen. Ein Wechsel der Bremshand ist somit nicht nötig.

Das Handling

Gleich vorweg kann ich sagen, dass die Handhabung beim Fish einwandfrei ist. Seil Einnahme und Ausgabe gelingen reibungslos und ein ungewolltes Blockieren des Seils stellt sich eigentlich nie ein. Vor allem beim schnellen Ausgeben des Seils ist die größere Nase von Vorteil, da diese sehr gut und sicher in der Daumenbeuge liegt. Der Sichernde muss sich somit keine Sorgen machen, dass die Nase vom Daumen abrutscht und das Seil ungewollt blockiert wird.

Ablassen des Kletternden

Hier hat der Sichernde die Wahl zwischen der klassischen Variante durch hochziehen der Nase (bereits bekannt durch den Smart) oder durch Verwendung des kleinen Hebels auf der Rückseite (bekannt durch Grigri).

Die klassische Variante funktioniert reibungslos. Auch hier ist die größere Nase von Vorteil, da der Rüssel von alleine sehr sicher liegt. Die Ablassgeschwindigkeit lässt sich ohne Probleme von Beginn an gut dosieren und hat einen sehr geringen Anfangswiderstand. Dies stellt einen großen Vorteil dar, da gerade ein ruckhaftes Entriegeln oder eine schlechte Dosierbarkeit der Geschwindigkeit beim Ablassen eine Fehlerquelle darstellen können (bergundsteigen Nr. 92, 2015).

Das Ablassen über den Hebel hat zwei Vorteile und einen kleinen Nachteil: Der Hebel ermögliche eine sehr präzise Dosierung der Geschwindigkeit beim Ablassen. Gleichzeitig beinhaltet er noch eine kleine aber sehr feine Sicherheitsreserve. Im Panikfall (zurückziehen des Hebels Richtung Brust) wird die Bremsfunktion nicht gänzlich aufgehoben sondern im Gegenteil, das Seil bremst sich durch ein Übereinanderlegen der beiden Stränge selbst.

Einziger kleiner Nachteil des Hebels: Das Ablassen erfolgt etwas langsamer, da es schwerer ist, die exakte Position des Hebels zu finden, in der schnell abgelassen werden kann. Dieser Nachteil kann allerdings auch gleichzeitig ein Vorteil sein.

Abseilfunktion am Einzelstrang…

…ist rein theoretisch möglich, allerdings stellt sich schnell die Frage, in welchen Situationen dies nötig ist. Auf jeden Fall würde es funktionieren.

Wie sieht es mit der Sicherheitsreserve aus?

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpinBeim Test konnten wir keine Nachteile des Fish erkennen. In allen Fällen hat das Sicherungsgerät zuverlässig blockiert und den Seilzug auch dauerhaft gehalten. Hier sollte man jedoch hinzufügen, dass wir keine wirklich harten Stürze im Normsturzbereich testen konnten bzw. wollten. Die gängigen Stürze aus der Kletterpraxis wurden hingegen alle mit Bravour bestanden.

Wie bei den meisten Halbautomaten handelt es sich auch beim Fish um ein Gerät, dessen Blockierfunktion von der Position der Bremshand anhängig ist. Wird das Bremshandprinzip und die korrekte Position der Hand eingehalten, ist der Fish damit ein überaus zuverlässiges Sicherungsgerät.

Die zusätzliche Blockierfunktion bei übermäßigem Heranziehen des Ablasshebels erscheint mir darüber hinaus als eine äußerst positive Sicherheitsfunktion des Fish.

Der Fish im Gebrauch mit Kindern

Nicht nur der Name, auch das Design des Fish ließen zunächst darauf schließen, dass das neue Gerät von AustriAlpin bei Kindern beliebt sein könnte. Daher gaben wir den Fish einer Kinderklettergruppe (8-12 Jahre) zum Testen. Da alle Kinder bisher mit dem Smart sicherten, waren sie mit der Handhabung schon relativ vertraut und konnten den Fish direkt übernehmen. Natürlich wurde dabei nur unter Aufsicht eines Erwachsenen und mit Rücksicherung getestet.

Der Gesamteindruck schließlich war auch unter den Kindern sehr positiv. Vor allem die größere Nase, machte es den Kleinsten beim Ablassen des Kletternden einfacher.

Der Ablasshebel allerdings stellt für Kinder keinen großen Mehrwert da. Sicherungsgeräte „sitzen“ bei Kindern beim Ablassen höher als bei Erwachsenen, nämlich eher auf Brusthöhe. Die Position ergibt sich naturgemäß aus der Länge ihrer Oberkörper sowie der Kombination aus Anseilschlaufe, Karabiner und Sicherungsgerät. Beim herkömmlichen Ablassen mit dem Fish stellt das kein Problem dar, sind es die Kinder doch gewöhnt ein Sicherungsgerät so weit oben zu bedienen. Der Hebel allerdings rückt den Ablassvorgang nochmal etwas höher, was dann sehr unbequem werden kann – vor allem, da der Hebel sehr weit an den Körper herangezogen werden muss. Daher kam diese Funktion bei den Kindern nicht so gut an.

Fazit

Mit dem Fish hat sich AustriAlpin einen soliden und sehr komfortabel zu handhabenden Halbautomaten einfallen lassen.  Das Handling funktioniert einwandfrei und ist sehr angenehm.

Die zusätzliche Sicherheitsfunktion beim Ablassen durch den Hebel macht mir persönlich den Fish sehr sympathisch.

Einziger Nachteil: Der Fish kann nur mit dem mitgelieferten Karabiner verwendet werden, das macht das System etwas unflexibler, allerdings kennt man das ja bereits von anderen Halbautomaten, wie dem Clickup von Climbing Technology oder dem Ergo von Salewa.

Außerdem positiv hervorzuheben, sind das Gewicht sowie die Verarbeitung des Fish. Mit gerade einmal 68 g zählt er definitiv zu den leichteren Halbautomaten. Gleichzeitig macht er in der Hand den Eindruck einer sehr soliden und kompakten Verarbeitung.

Fahrtechnik-Tipps fürs Mountainbiken

Fahrtechnik-Tipps: Besser Mountainbiken

27. August 2016
Tipps und Tricks

Kurvenlage, Sattelhöhe, Körperverlagerung – Mountainbiken ist weit mehr als nur „Draufsetzen und losfahren“. Wer die Technik beherrscht, der hat weit mehr Spaß am Abfahren und kann auch steilere Anstiege mühelos bewältigen, ohne dass das Vorderrad nach oben schnellt. Unser Bike-Spezialist Markus hat für euch ein paar Tipps zusammengefasst, mit denen der nächste Ausritt garantiert noch besser gelingt!

Die Körperarbeit

Trotz Vollfederung und allen anderen technischen Spielereien, ist es nach wie vor nötig, den eigenen Körper beim Fahren aktiv mit einzusetzen. So hat man mehr Kontrolle und kann in Grenzsituationen schneller reagieren. Deshalb: Raus aus dem Sattel! Arme und Beine sind hier wichtige „natürliche“ Dämpfungselemente!

Vorausschauend fahren

Die Konzentration ist auf den meisten Strecken unterschiedlich gefordert. Auf Phasen der Anspannung, folgen meist Phasen der Entspannung. Es empfiehlt sich, den Blick zwischen zwei Meter vor dem Rad und so weit wie möglich nach vorne zu pendeln. Dadurch kann man rechtzeitig auf Hindernisse reagieren.

Bremsen – die wichtigste Fahrtechnik

Oftmals verkannt, aber eine richtig dosierte Bremskraft kann das Abfahren deutlich erleichtern. Bei losem Untergrund zum Beispiel, sollte man verstärkt die Hinterradbremse nutzen und gleichzeitig das Gewicht nach hinten verlagern. Bei Kurven ist die Vorderradbremse absolut tabu. Blockiert oder rutscht ein Rad, einfach die Bremse kurz öffnen.

Bremsbereitschaft

Immer einen Finger an der Bremse! So gelingt die Dosierung am besten und man kann in brenzligen Situationen schneller handeln. Übrigens: Schiebt man den Hebel um etwa zwei Zentimeter in Richtung Lenkermitte, erzielt man häufig eine effizientere Kraftübertragung.

Kurventechnik

Kurven sollte man immer im größtmöglichen Radius durchfahren. Also ganz außen anfahren, dann auf den inneren Scheitelpunkt ziehen und anschließend wieder nach außen tragen lassen. Das kurveninnere Pedal ist dabei stets auf 12-Uhr-Position und das kurvenäußere Pedal entsprechend in der 6-Uhr-Stellung, damit ein Aufsetzen verhindert wird. Während das Rad in die Kurve gedrückt wird, bleibt das Gewicht schließlich auf dem äußeren Pedal und der Körper wird möglichst aufrecht gehalten.

Serpentinen

Hier ist es besonders wichtig, das Gleichgewicht zu halten. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der minimale Radius des Bikes ausfällt, kann man einfach mal enge Kreise auf dem Parkplatz oder einer anderen ebenen Fläche fahren. Auch hier ist darauf zu achten, dass das kurveninnere Pedal oben ist.

Die richtige Sattelhöhe

In der normalen Fahrhaltung sollte die Sattelhöhe so eingestellt werden, dass die Fersen bei leicht gestrecktem Bein auf dem Pedal aufliegen. Je anspruchsvoller die Strecke wird, umso niedriger sollte auch der Sattel eingestellt werden um eine verbesserte Bewegungsfreiheit zu erreichen.

Baumwurzeln und kleinere Hindernisse

Generell sollte man immer im 90-Grad-Winkel über Hindernisse fahren, denn so hat das Rad keine Möglichkeit wegzurutschen. Über eine Gewichtsverlagerung lässt sich das Rad zudem entlasten, wodurch es leichter über das Hindernis rollt.

Bergabfahren

Die generelle Körperhaltung beim Bergabfahren sieht wie folgt aus: Füße parallel, Beine leicht gebeugt. Die Arme sind leicht angewinkelt und die Hände locker am Lenker – nicht zu verkrampft! Dadurch helfen Arme und Beine beim Federn. Der Körperschwerpunkt ist grundsätzlich hinten. Also: Po ordentlich rausstrecken. Wie weit, hängt wiederum vom Gefälle ab – in jedem Fall aber immer so weit, dass man weder in den Armen noch in den Beinen eine große Kraftanstrengung spürt.

Bergauffahren

Ja, auch hier gibt es einige technische Finessen, auf die es zu achten gilt. Jeder, der schon mal einen starken Anstieg fahren wollte und sich plötzlich mit einem abhebenden Vorderrad konfrontiert sah, wird das bestätigen können. Denn je steiler es wird, umso mehr Gewicht muss man auf das Vorderrad bringen, damit es auf dem Boden bleibt. Allerdings sollte man dabei sitzen bleiben, damit das Hinterrad seinerseits nicht durchdreht. Wird es richtig steil, kann man noch ein paar Zentimeter auf dem Sattel nach vorne rutschen. Hier ist ein wenig Feingefühl gefragt.

Und jetzt: Gute Fahrt!

Ich hoffe, dass dir meine Tipps weiterhelfen. Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du gerne einen Kommentar hinterlassen. Und wenn Du noch die passenden Klamotten, Ausrüstung oder das passende Bike suchst, wirst Du im Shop garantiert fündig. Viel Spaß im Gelände!

bigwall

Packliste Big Wall

25. August 2016
Ausrüstung, Packlisten

Grundsätzlich beschreibt die Bezeichnung Big Wall lediglich, dass es eine sehr sehr lange Mehrseillängentour wird und man demnach auch in der Wand übernachten wird. Sie sagt noch nichts darüber aus, wie die Kletterei in der Wand aussehen wird. Also Sportklettern, technisches Klettern oder vielleicht auch Tradclimbing.

Im Grund bedarf es also mehrerer Listen. Daher haben wir uns hier auf die Produkte beschränkt, die für das Leben in der Wand notwendig sind. Es lohnt sich auf jeden Fall, noch einen Blick in die Packliste fürs Felsklettern zu werfen.

Bekleidung








Ausrüstung



















Das sollte auch immer dabei sein








Das Klettern in der Big Wall ist noch mal ein Klettern für sich. Schließlich lebt man für mehrere Tage in sehr luftiger Höhe an einer Wand. Und darauf muss das Leben ausgerichtet werden. Man schläft in der Sicherung, verrichtet seine Notdurft in einen Behälter oder frei über dem Abgrund und schaut nach dem Aufwachen erst mal viele hundert Meter nach unten.

Das Ungewohnteste ist aber sicher die Logistik und die Tatsache, dass man nicht mal eben so runter kann. Das Material für zwei Personen umfasst schon sehr viel Gewicht, welches neben dem Klettern auch per Flaschenzügen die Wand hinauf gebracht werden muss.

Bergfreunde.de Wander- und Trekkingkalkulatoren

Kalkulatoren für Trekking und Wandern

23. August 2016
Tipps und Tricks

In den Bergen unterwegs zu sein heißt auch immer, dass man zumeist mit schwer zugänglichem Terrain zu kämpfen hat, aus dem man im Falle eines Falles nicht so schnell herauskommt. Da kann es nicht schaden, wenn man im Vorfeld schon Bescheid weiß, wie lange die Tour dauert, welche Wegbeschaffenheit einen erwartet oder wie sich die Bedingungen in luftigen Höhen ändern können. Und wir wären nicht die Bergfreunde, wenn wir Dir hierbei nicht helfen könnten. Viel Spaß mit unseren hilfreichen Rechnern rund um alle wichtigen Kennzahlen beim Wandern und Bergsteigen.

Gehzeiten, Wegmarkierung und Maßstäbe

„Wann sind wir endlich am Gipfel?“, einer der Top-Ten Sätze für die Ewigkeit – zumindest in den Bergen. Die Antwort führt meist – weil grob falsch – zu großem Unmut in der Wandergruppe. Hier kann unser Gehzeiten-Rechner Abhilfe schaffen. Er orientiert sich an der DIN-Norm 33466 und hilft einzuschätzen, wie lange eine Tour oder ein Aufstieg in etwa dauern könnte.

>> Zum Gehzeiten-Rechner

Bergfreunde.de Wander- und Trekkingkalkulatoren (c) bergfreunde.deSollte man sich allerdings lieber auf die gute alte Karte verlassen wollen, dann sollte man zumindest wissen, was es mit Maßstäben auf sich hat und welcher Maßstab welcher realen Wegstrecke entspricht. Auch hier haben wir natürlich das passende Tool parat!

>> Zum Maßstab-Umrechner

Wer nicht zum ersten Mal in die Berge geht, kennt die farblichen Markierung, die sich gerade in den Alpen eigentlich an jedem Weg finden. Sie unterscheiden sich je nach Sportart und sind ein Indikator für die zu erwartenden Unwegsamkeiten. Vor allem aber, sind sie von Land zu Land leicht unterschiedlich, weshalb ein kurzer Blick auf die folgende Seite durchaus lohnenswert ist:

>> Zur Wegmarkierungstabelle (& SAC Skalen)

Wetter, Windchill und Hitzeindex

Hach, eine Bergtour kann so schön sein. Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein leichter Wind. Leider hat man nicht immer unbedingt eine Garantie für optimales Wetter und wer schon einmal auf 2000 Metern Höhe in einem Unwetter gesteckt hat, kann ein Lied davon singen, dass das kein schönes Erlebnis ist. Um solche Situationen vorauszusehen und zu vermeiden, kann ein barometrischer Höhenmesser hilfreich sein. Wie ihr aus ihm herauslesen könnt, wie sich das Wetter verändert, erfahrt ihr hier:

>> Barometrische Wetteränderung erkennen

Es blitzt und donnert in der Ferne – ein sicheres Zeichen, möglichst bald Unterschlupf zu suchen. Genauer gesagt: Am besten sofort. Aber wie weit ist das Gewitter eigentlich noch entfernt? Check unseren Gewitter-Rechner und hole dir wichtige Tipps, unter anderem darüber, was bei einem Gewitter in den Bergen zu beachten ist.

>> Zum Gewitterentfernungsrechner

Steigt die Wohlfühltemperatur über ein angenehmes Maß hinaus oder ist man generell in eher wärmeren Gefilden unterwegs, kann es hilfreich sein, wenn man ungefähr weiß, wie sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die gefühlte Temperatur auswirken. Denn Hitzeschäden sind nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wie sich der sogenannte Hitzeindex zusammensetzt und hilfreiche Tipps für Touren bei hoher Wärme könnt ihr hier nachlesen:

>> Zum Hitzeindex-Rechner

Vielen ist der Begriff „Windchill“ geläufig. Er beschreibt den Effekt von Wind auf die gefühlte Temperatur. Unser Kalkulator rechnet für euch aus, wie sich diese bei unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten verändert. Außerdem findet ihr einen kleinen Ratgeber, was bei Unterkühlung zu tun ist.

>> Zum Windchill-Kalkulator

Bedingungen in der Höhe und die Frage nach der richtigen Stocklänge

Wegmarkierungen in den Bergen kennen!
Was passiert eigentlich mit der UV-Strahlung, der Temperatur oder dem Luftdruck, wenn wir an Höhe gewinnen. Klar, der erste Wert steigt, die anderen beiden fallen.  Aber um welchen Betrag? Wenn wir z.B. von 1000 auf 2000 m ü.NN. aufsteigen, steigt die UV-Strahlung um satte 20%. Ganz schön ordentlich, oder? Unser Kalkulator hilft dabei, die äußeren Bedingungen besser einzuschätzen:

>> Wie verändern sich die Bedingungen in der Höhe?

Wandern, Ski alpin, Langlauf, Nordic Walking: Vier Disziplinen, bei denen man in aller Regel ein paar Stöcke dabei hat. Beim Kauf stellt sich immer wieder die Frage: Wie lange müssen die eigentlich sein? Hier die Antwort: Kalkulator aufrufen, Körpergröße und Sportart eingeben, fertig.

>> Zum Stocklängen-Rechner

Ihr habt noch Fragen oder es fehlen euch noch Informationen? Schreibt uns gerne einen Kommentar oder schaut auch mal bei unseren anderen Kalkulatoren rein, die ihr auf der folgenden Seite finden könnte:

>> Die Bergfreunde-Kalkulatoren

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Osprey Rev 6

19. August 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Johannes ist ein alter Hase was das Trailrunning betrifft – sei es bei Bergläufen oder Ultratrails. Jetzt stellt er den Osprey Rev 6 Trailrunningrucksack auf die Probe. Wen es wie ihn häufig in die Berge zieht, weiß, dass ein ordentlicher Lauf gut vorbereitet sein will. Von der Wasserflasche bis zur Windjacke muss alles im Rucksack Platz finden und darf beim Laufen nicht unnötigen stören. Welche Erfahrungen er gemacht hat, berichtet er Euch in seinem Gear-Tipp.

Unter dem Fischadler

Hurra, mein neues Spielzeug ist da. Ganz aufgeregt nehme ich das Paket entgegen. Da ist er drin, der Osprey Rev 6. Ich besitze bereits die Modelle Mutant 28 und 38 für Bergwanderungen, Klettersteig- und Hochtouren sowie den Osprey Talon 22 für Tageswanderungen und den Alltag. Mit allen drei bin ich sehr zufrieden. Da sich in den letzten Jahren meine Prioritäten jedoch hin zu ambitionierten Bergläufen und Ultratrails entwickelt haben, liegt es nahe, auch in diesem Bereich mit einem Rucksack unter dem Zeichen des Fischadlers (Osprey ist englisch für Fischadler) aufzurüsten. Doch was kann der Rev 6 und ist er eine echte Alternative zu alteingesessenen Herstellern im Bereich der Trailrunningrucksäcke?

Der erste Eindruck und die Fakten

Schnell den Paketboten verabschieden, die Treppe hoch, Wohnungstüre zu und dann den Osprey Rev 6 aus seinem Paket befreien. Was gleich auffällt – und was ich von Osprey auch so gewohnt bin – ist der sehr hochwertige Eindruck. Da steht kein Faden über, ich finde keine unsaubere Naht, die Reißverschlüsse sind alle leichtgängig. So muss das sein! Die gewohnte Osprey Qualität bestätigt sich hier abermals aufs Neue.

Das Volumen des Osprey Rev 6 beträgt nach offiziellen Angaben 5 Liter (Größe S/M) bzw. 6 Liter (Größe M/L). Ich habe Größe M/L getestet, konnte das Volumen aber nicht nachprüfen. Das Gewicht beträgt nachgewogen 425 Gramm, also vier und eine Viertel Tafel Ritter Sport Schokolade. Ist zwar nicht quadratisch, aber der erste Eindruck ist praktisch und gut.

Mit in der Lieferung des Osprey Rev 6 ist ein Hydraulics™-LT-Wasserbehälter mit 1,5 Liter Volumen für die Flüssigkeitsversorgung. Der Wasserbehälter bringt nochmal 159 Gramm auf die Waage, kann allerdings optional auch herausgenommen werden.

Die Funktionen

Der Osprey Rev 6 ist zunächst einfach mal ein Trailrunningrucksack, bietet aber noch eine ganze Menge mehr. Am linken Schulterträger befindet sich der so genannte Digi Flip. Das ist eine am Träger integrierte Tasche, in die man perfekt sein Smartphone unterbringen kann. In der heutigen Zeit mit Sicherheit ein tolles Feature. Jedoch gibt es auch Leute wie mich, die kein Smartphone besitzen, sondern ein altbackenes Handy für 20 €, mit dem man telefonieren und SMS schreiben kann. Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich am Schulterträger eine Getränkeflasche unterbringen könnte. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung und viele andere Nutzer werden sicherlich von der Digi Flip begeistert sein.

Am rechten Schulterträger befindet sich eine kleine Tasche, die sich geschickt per Reißverschluss erweitern lässt. So kann man dort Kleinteile oder auch eine Getränkeflasche unterbringen. Geschickte Lösung, wie ich finde. Seitlich hat der Osprey Rev 6 zwei Flossen. Zusammen mit dem restlichen Tragesystem – zwei Gummistraps vorne über die Brust und verstellbare Schulterträger – soll sich so der Rucksack perfekt an den Träger anpassen und beim Laufen nicht verrutschen. An den Flossen befinden sich jeweils noch zwei kleine Mesh-Taschen. Diese kann man während des Laufens gut erreichen und sind so perfekt geeignet, um Utensilien unterzubringen, an die man schnell rankommen will, ohne dabei den Rucksack abzusetzen, wie zum Beispiel Klopapier oder Energieriegel.

Im Hauptteil des Trailrunningrucksacks befinden sich drei Taschen – in der hinteren davon findet das Wasserreservoir seinen Platz. Seit dieser Saison lässt es sich zusätzlich durch einen Schiebeverschluss verschließen und hat bei mir in keiner Weise geleckt. Per Ventil kann man es einfach vom Schlauch lösen und zum Befüllen oder Reinigen aus dem Rucksack nehmen. Der Clou beim System von Osprey ist der Magnet, mit dem das Mundstück am oberen Brustgurt befestigt werden kann und so beim Laufen kein bisschen stört, aber jederzeit erreichbar ist.

Das mittlere Fach ist für Kleinzeug wie Schlüssel, Geld, Personalausweis, etc. gedacht. Außerdem hat es hat einen integrierten Schlüsselaufhänger, damit nichts verloren geht. Die äußere Tasche ist zugleich die Haupttasche des Rucksacks. Ich habe sie mit der gängigen Pflichtausrüstung von alpinen Ultratrails zur Probe gepackt und alles anstandslos hineinbekommen. Auch für drei Laugenbrötchen, zwei Brezeln, zwei Croissants und zwei Rosinenbrötchen ist genug Platz, was selbst die hungrige Ehefrau nach dem sonntagmorgendlichen Lauf stets erfreut. Außen hat der Osprey Rev 6 eine Bungee-Kordel und bietet so zusätzlichen Stauraum für die Windjacke, etc.

Was mir fehlt und was vor allem bei langen Kanten in alpinen Regionen relevant wird, ist eine sichere Befestigung für Trailrunningstöcke. Wenn man also welche mitnehmen will, ist man gezwungen, diese durchgehend in der Hand zu halten. Auch die in manchen Pflichtsausrüstungen stehende Trillerpfeife ist nicht dabei. Normalerweise befindet sich die bei Osprey Rucksäcken integriert in den Schnallen der Brustgurte. Wieso hier darauf verzichtet wurde, erschließt sich mir nicht so ganz. Das ist schade und bringt leichte Abzüge in der B-Note. Es wäre aus meiner Sicht schön, wenn hier für die nächste Generation nach einer Lösung gesucht wird.

Der Praxistest

Der Osprey Rev 6 lässt sich vollständig befüllt sehr gut an den Körper anpassen. Die Passform ist allerdings, wie immer bei Trailrunningrucksäcken, sehr individuell, daher will ich nicht ausschließen, dass es Läufer gibt, denen der Rucksack nicht passt.  Mir hingegen hat er außerordentlich gut gepasst. Mein Testlauf ging daraufhin über ca. 30 km Distanz. Dabei war auch an Untergründen so ziemlich alles dabei – lange Asphaltstrecken, Forststraßen und teils technische Trailabschnitte. So konnte ich mir ein gutes Bild von den Laufeigenschaften machen.

Mein Fazit fällt unter dem Strich schließlich sehr positiv aus. Da wackelt kaum etwas, nur bei sehr schnellen Läufen und enorm abrupten Richtungswechseln kommt etwas Bewegung in die Sache, aber das auch nur minimal und kaum störend. Das Mundstück des Hydraulics Systems bleibt durch den Magneten zuverlässig an Ort und Stelle und ist so positioniert, dass man während des Laufens schnell hinkommt. Die seitlichen Mesh-Taschen in den Flossen sind ebenfalls problemlos erreichbar. Nach 30 km …

Das Fazit

…komme ich zufrieden und erschöpft wieder zu Hause an. Ich habe im Osprey Rev 6 ein zuverlässiges Spielzeug für lange Läufe und spaßiges Trailvergnügen gefunden. Und wie ich heute Morgen testen konnte, eignet er sich auch bestens für den Lauf zum Bäcker, wenn das Auto mal in der Garage bleiben soll – schließlich liegt uns die Natur als Trailläufer auch am Herzen. Lediglich die fehlende Stockbefestigung sowie die nicht bedachte Trillerpfeife bringen leichten Abzug in der dennoch guten Gesamtnote. Ich persönlich mag am Schulterträger lieber Meshtaschen für Getränkeflaschen und kein Digi Flip für’s Smartphone – wobei sich viele Trailläufer vermutlich schon eher darüber freuen werden. In diesem Sinne kann ich den Osprey Rev 6 mit bestem Gewissen nur empfehlen.

Du möchtest auch Deinen Ausrüstungsfavoriten hier vorstellen? Wir belohnen Dein Engagement mit 25 €!

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Titelbild

Im Morgengrauen auf dem aktiven Vulkan: Bericht einer Merapi-Besteigung

17. August 2016
Die Bergfreunde

Der große Feuerberg Merapi, einer der aktivsten Vulkane der Welt, liegt auf der Route meiner Weltreise im Frühjahr 2001 – ich bin von Thailand, Singapur und Sumatra aus auf der indonesischen Hauptinsel Java gelandet und habe zu diesem Zeitpunkt schon einige Naturschauspiele vulkanischer Art erlebt. Jetzt nun gibt es endlich die Gelegenheit, einen Vulkangipfel selbst zu besteigen – und sie will genutzt sein!

In Yogyakarta, der alten javanesischen Hauptstadt am Fuße des Gunung Merapi liegt der Ausgangspunkt für die Merapi-Besteigung. Hier lasse ich in einem Hostel das Weltreise-Gepäck zurück und bekomme den Tipp für einen erfahrenen Bergführer. Im Lonely Planet steht zudem, dass man beim Geologischen Institut der Universität nachfragen solle, ob es zu diesem Zeitpunkt überhaupt möglich ist, den Berg zu besteigen. Nachdem es dort jedoch grünes Licht gibt, starte ich meine Tour: Zunächst geht es mit dem Bus in das Dörfchen Selo (ca. 1.800 m üNN), eine der höchstgelegenen Ortschaften am nördlichen Abhang des Merapi. Es liegt auf dem Sattel zwischen den Nachbarbergen Gunung Merapi und dem etwas höheren Gunung Merbabu.

Mitten in der Nacht geht’s los

„Bitte kommt rechtzeitig am späten Nachmittag, damit ihr euch früh schlafen legen könnt, weil um 1 Uhr nachts der Aufstieg beginnt“. Die Begründung für diesen frühen Start: Der Sonnenaufgang ist besonders schön vom Gipfel aus – der Himmel erstrahlt um diese Uhrzeit im herrlichsten Morgenrot und ist besonders klar. Gegen Mittag ziehen in der Regel zudem dichte Wolken herein, was für uns also bedeutet: der erste Teil des Aufstiegs findet im Dunkel der Nacht statt. Mit Taschenlampen ausgerüstet, Proviant und warmer Kleidung gegen nächtliche Kälte und starke Gipfelwinde geht es los. Mein Bergführer Pak hat an diesem Tag außer mir keine weitere Kundschaft, sodass ich mehr oder weniger einen persönlichen Guide für mich allein habe. Leider versteht dieser jedoch nur wenige Worte Englisch, sodass weiterführende Kommunikation nur sehr begrenzt möglich ist.

Serpentinen: Fehlanzeige!

So geht es los, auf ausgetretenen Wegen, zunächst durch bewaldetes Gebiet. Der Weg verläuft dabei steil bergauf und macht nur wenige Kurven. Vielmehr geht es beinahe schnurgerade entlang der Falllinie nach oben – was uns trotz der noch kühlen Luft deutlich zum Schwitzen bringt. Erst als die Bäume kleiner werden und immer wieder größere Felsbrocken zum Pausieren einladen, machen wir schließlich unsere erste Rast. Nach wie vor im Dunkel der hinter uns liegenden Nacht nimmt mein Guide nichts weiter außer einer Nelkenzigarette zu sich. Ich kann mich immerhin zu einer Banane motivieren und trinke etwas Wasser.

Daraufhin erreichen wir einen nur noch leicht mit Sträuchern bewachsenen Hangbereich und in der einsetzenden Dämmerung stelle ich immer wieder aufs Neue erstaunt fest, wie sehr sich das Landschaftsbild mit zunehmender Höhe verändert. Eine Welt aus Feuer und Stein könnte man denken, schließlich sind wir auf einem Vulkan unterwegs! Und allein die Vorstellung, der in ihrer Gluthitze dickflüssig wabernden Lava, deren zu Stein gewordenen Reste wir entlang ausladender Asche- und Geröllfelder unterhalb des Gipfels passieren, sorgt regelmäßig für Gänsehaut.

Über erkaltete Lavaströme….

6 Uhr in der Früh. Der eigentliche Weg ist nun kaum noch zu erkennen und das letzte Stück unterhalb des Gipfels verläuft durch hellgraues, vulkanisches Geröll-Gestein, das immer wieder unter unseren Bergstiefeln nur zu dahinbröselt und jeden Schritt umso anstrengender macht. Dann, endlich kommen wir dem Gipfel nah, das Gestein zeigt mehr und mehr von seiner vulkanischen Herkunft, fühlt es sich mit der Hand auf dem Boden doch sogar noch ganz warm an.

… hinauf zum Gipfel

Schließlich nähern wir uns dem Gipfel aus Richtung Osten, mit dem aktiven Teil des Kraters westlich von uns gelegen. An einer markanten Stelle mit einem Gesteinsbrocken, der an einen Adlerschnabel erinnert (Puncak Garuda), machen wir jedoch zunächst einmal Halt und genießen für einen kurzen Moment nichts, als den atemberaubenden Ausblick:

Die weiten Ebenen um uns herum liegen derweil noch versteckt unter einer Decke aus leichtem Morgennebel und werden einzig durch die umliegenden Vulkankegel durchstoßen. Gegen 6:30 Uhr erreichen uns daraufhin die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des hereinbrechenden Tages.

Rauch und Schwefel: der Krater ist nah

Der Vulkankrater indes liegt noch in einiger Entfernung von unserer jetzigen Position und zeugt mit aufsteigenden Rauchschwaden und einem latent in der Luft liegendem schwefligen Geruch von seiner Aktivität. Nach Auskunft des geologischen Instituts seien im Westen des Vulkanabhangs gar aktive Lavaströme zu sehen, sodass eine weitere Annäherung schlichtweg zu gefährlich wäre. Die Begehung von der Nord-Ost Seite hingegen stellt sich als voller Erfolg heraus – und so bleiben wir noch rund eine weitere Stunde vor Ort, genießen das Panorama, sammeln Kräfte für den bevorstehenden Abstieg und schießen nicht zuletzt unsere obligatorischen Erinnerungsfotos.

Sehr zu meinem Leidwesen, oder besser gesagt, zum Leidwesen meiner Knie, geht es schließlich im Abstieg ähnlich steil zur Sache, wie zuvor im Aufstieg. Nach rund 3 Stunden erreiche ich jedoch wohlbehalten das Hostel in Selo, packe meine Sachen und nehme den nächsten Bus in Richtung Yogyakarta, wo ich zunächst einmal dringend benötigten Schlaf nachhole. Unter dem Strich und mit etwas Abstand betrachtet, war dies schließlich nicht nur eine anstrengende und gleichermaßen spannende, ja, mehr noch, eine ganz besondere, erhabene Erfahrung, einmal im Leben leibhaftig auf einem aktiven Vulkan zu stehen und das Spiel der Naturgewalten so hautnah zu erleben…

Der Merapi

Höhe: 2.930 m

Prominenz: 1.356 m

Letzte Eruption: 10. März 2014

Latitude: 7.542°S

Longitude:110.442°E

Provinz: Jawa Tengah

 

 

trekking

Packliste Trekking

16. August 2016
Ausrüstung, Packlisten

Endlose Weiten, Naturerlebnis pur und das komplette Zuhause für mehrere Tage (oder gar Wochen) auf dem Rücken – das erlebt man nur beim Trekking. Die Ausrüstung variiert dabei je nach Region, Jahreszeit und Dauer der Tour. Egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst, man sollte sich vorher ausreichend Gedanken machen, welche klimatischen Anforderungen auf einen zukommen. Und bekanntlich ist eine gute Planung ja schon die halbe Miete!

Die folgende Liste dient in diesem Sinne als Grundausstattung, die ein jeder individuell an die Charakteristika seiner Tour anpassen kann:

Die großen Vier




Bekleidung nach dem Zwiebelprinzip:

1. Schicht (Unterwäsche):




2. Schicht (Isolation):

3. Schicht (Wetterschutz):







Verpflegung: Essen und Trinken










Hygiene





Sonstige Ausrüstungs-/Gebrauchsgegenstände













Optional (nach Jahreszeit und Tour)




Wenn noch Platz im Rucksack ist…



Unter Trekking versteht man normalerweise das mehrtägige Wandern langer Distanzen. Das Schöne daran ist die Unabhängigkeit, sowohl von Zeit und Ort, als auch von dem Vorhandensein jeglicher Zivilisation. Es geht um die Herausforderung, zum Teil auf sich allein gestellt zu sein, dem direkten Ausgesetztsein von Wind & Wetter, seinen eigenen Weg zu gehen, sich und die Natur neu zu erleben! Es gibt wenig, das so schön ist, als mit den Launen der Natur im Einklang zu sein. Zwar wird man im Laufe einer Tour immer wieder (und zum Glück) auch auf Schutzhütten stoßen (je nachdem in welchem Land man so unterwegs ist), doch grundsätzlich lebt man autark!

Entsprechend setzt sich auch die persönliche Ausrüstung zusammen. Sie besteht im Grunde aus einer Basisausstattung (ähnlich einer Hüttentour), wird jedoch durch die „großen Vier“ ergänzt (Rucksack, Zelt, Schlafsack, Isomatte), sowie allem, was zum Kochen auf Tour notwendig ist. Und auch das Schuhwerk sollte natürlich entsprechend angepasst werden. In jedem Fall empfiehlt sich ein zumindest knöchelhohes Paar, welches dem Fuß zusätzliche Stabilität verleiht. So können gerade leichte Bänderverletzungen (etwa durch Umknicken) vermieden werden. Auch das Abrollverhalten der Schuhe darf durchaus „weicher“ sein, als das von Bergschuhen, ist man in der Regel doch eher mehr Streckenkilometer unterwegs als etwa im Hochgebirge und verzichtet dabei meist auf leichte Kraxelei oder gar Kletterstellen.

Nun zu einigen absolut praktischen Gadgets, deren Nutzen nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich scheint. Packsäcke! Sollte man neben wasserdichten Zip-Beuteln für Elektronik und Dokumente, immer dabei haben. So behält man im Rucksack die Übersicht. Bewährt haben sich unterschiedliche Größen in verschiedenen Farben. So weiß man gleich, in welchem Sack sich die Dreckwäsche, in welchem frische T-Shirts, und in welchem sich die Reiseapotheke befindet. Weiterhin: Panzertape, auch als Duck Tape bekannt, ist so kultig wie vielseitig. Ob Löcher in der Zeltwand, sich ablösende Schuhsohlen oder eine unentwegt quasselnde Begleitung – mit diesem Tape kann man so gut wie alles reparieren. Ebenso nützlich sind wenige Meter Paracord (Fallschirmleine) oder dünne Reepschnur – diese ist extrem reißfest, kann als Schnürsenkel, Ersatzgürtel und Wäscheleine benutzt werden. Auch Gummibänder und ein bis zwei Kabelbinder haben sich schon als nützlich erwiesen, nehmen sie doch keinen Platz weg, wiegen nichts und helfen beim Befestigen, Feströdeln und kreativem Improvisieren auf Tour! Zu guter Letzt: Tampons. Auch für die Herren der Schöpfung keine schlechte Idee. Die Idee dahinter fällt zwar schon eher in den Bereich Bushcraft, überzeugt jedoch auch beim Trekking. So dienen Tampons beispielsweise als notdürftige Kompresse bei tiefen Schnittwunden oder können „aufgedröselt“ als Zunder zum Feuer machen genutzt werden. Ein Funke reicht in der Regel und schon lodert ein gemütliches Lagerfeuer.

Wer es perfekt machen will, der stellt sich schließlich mit MS Excel o.ä. seine ganz individuelle Packliste zusammen: Gewichtsangaben, Mengen und Verpflegung (inkl. Kalorienangaben) geben somit einen guten Überblick, was der Rucksack auf die Waage bringt, was noch mit kann bzw. mit muss, vor allem jedoch, welche Gegenstände vermutlich unnütz sind. Hat man erst einmal alles zusammengestellt, sollte man sich demnach bei jedem Ausrüstungsgegenstand bewusst fragen, ob ich diesen auch wirklich (!) brauche. Der Trekkingeinsteiger packt gerne viel zu viel Unnötiges ein, das er auf Tour kein einziges Mal anrührt. Aber auch hier ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Zumeist fängt man ohnehin mit kürzeren Touren unter einfachen klimatischen Bedingungen an, auf denen man dann recht schnell feststellt und für die Zukunft lernt, welches Gadget einem am meisten fehlt, und was das nächste Mal schlichtweg zu Hause bleiben kann.

Somit dient diese Form der Packliste abschließend als solide Vorbereitungsgrundlage für jeden weiteren Trekkingtrip. Zusammenfassend bleibt also festzuhalten:

  • Das Mehr an Ausrüstung bei einer Trekkingtour spiegelt sich an vielen Punkten wieder: größerer Rucksack und ein entsprechendes Gewicht, stabileres Schuhwerk (weil viel mehr Gewicht auf dem Rücken), Ausrüstung und Bekleidung für alle Eventualitäten. Ein richtig und strukturiert gepackter Rucksack ist hier von Vorteil (farblich markierte Packsäcke in verschiedenen Größen helfen dabei wahre Wunder).
  • Ein ganz wesentlicher Punkt beim Trekking ist die Nahrung: Wenn man sich einmal vor Augen führt, was allein der letzte Wocheneinkauf gewogen hat, weiß man, wozu (leichte und kalorienreiche) Trekkingnahrung erfunden wurde.
  • Da man häufig fernab der Zivilisation unterwegs ist, sollte ein besonderes Augenmerk auf die Punkte Sicherheit sowie Erste Hilfe im Not- und Ernstfall gelegt werden. Hier empfiehlt es sich gerade für die ersten Trekkingerfahrungen, eine realistischerweise zu bewältigende Tour zu wählen und ein Handy mit Notfallnummern dabei zu haben. Dieser Punkt wird umso wichtiger, wenn man auf sich allein gestellt loszieht. Und auch der Abbruch einer Tour ist im Übrigen keine Schande – jedwede gewonnene Erfahrung mit sich selbst, mit dem Wetter und mit der Ausrüstung, hilft einem, beim nächsten Mal noch effizienter zu packen, die eigenen Abläufe zu optimieren und immer wieder auch ein Stück weit improvisieren zu können!
www.d-on-r.de_071_El-Cajas-

Escalandos statt Galápagos – Kletter-Erkundungsreise durch Ecuador

16. August 2016
Die Bergfreunde

Das erste Mal Südamerika ist immer etwas Besonderes, obwohl bereits jedes südamerikanische Land für sich genommen etwas Einzigartiges zu bieten hat. Unser persönliches Einstiegsland schließlich sollte Ecuador sein – und das nicht nur, weil es für das Klettern eher unbekannt ist. Unsere Erkundungsreise führt uns also durch wilde Landschaften, vom Dschungel bis auf knapp 5000 m ü.NN., in abwechslungsreiche Klettergebiete ganz unterschiedlichen Charakters. Zudem haben wir die blühende Kletterszene in einer Aufbruchstimmung erlebt, die dem Land laufend neue Routen und Klettergebiete beschert. Und da sich bis dato nur recht wenige ausländische Kletterer nach Ecuador verirren, ist es nach wie vor ein kleiner „Geheimtipp„.

Atemberaubendes Quito

Binnen 20 Stunden von 600 m auf 2800m ü.NN. Die Ecuadorianische Hauptstadt Quito ist für uns sprichwörtlich atemberaubend. „Keine Angst wenn du nachts nach Luft japsend aufwachst, das ist während der Akklimatisierung ganz normal“, kommt die Vorwarnung unserer Freunde und Gastgeber für die ersten Tage. Die geplante „Schnell-Akklimatisierung“ verläuft nicht ganz so schnell, wie wir es gern hätten. Zwei Tage Kulturprogramm durch die prunke Altstadt mit ihren bunten Straßenmärkten und den höchst empfehlenswerten Kunstmuseen. Mit Quito’s „Hausberg“, dem 4690 m hohen Rucu Pichincha, setzen wir höhentechnisch jedoch noch einen drauf und kriechen langsam wie die Schnecken die restlichen 600 Höhenmeter zwischen Bergbahn und Gipfel hinauf. Auch die Aussicht auf Cotopaxi und Co. ist atemberaubend! Nach dem Motto „wer auf 4700 Metern wandern kann, muss auf 3000 Metern klettern können“ wagen wir die erste Klettereinheit. Zwischen Quito und dem Parque Metropolitano liegt eingebettet das kleine Klettergebiet Las Canteras mit seinen rund 15 Sport- und Trad-Routen zwischen den Schwierigkeitsgraden 5 und 6c. Gottseidank sind die Linien gleichzeitig ziemlich kurz, denn für mehr reicht die dünne Luft noch nicht. Außerdem sind wir nicht die Einzigen, die leiden. Auch unsere Kletterverabredung Edgar ist käsebleich. Für den nächsten Tag nehmen wir uns Santa Clara vor, eines der besten Klettergebiete nahe Quito und ebenfalls durch eine kurze Busfahrt gut erreichbar. Auf einem schmalen Pfad geht es herunter zum Bach, wo wir über schmale Holzbretter tänzelnd die Felsen erreichen. Der geometrische, kantige Fels mit vielen Absätzen, Verschneidungen und Rissen bietet knackige Herausforderungen. Das Tüpfelchen auf dem „i“ ist anschließend das hervorragende Restaurant bei der Fischzucht!

Auf in den Dschungel

Wenn es mit der Akklimatisierung nicht so läuft, sollte man wieder ein Stück absteigen. In Quito lässt sich das mit dem wunderschönen Klettergebiet Cuyuja zu Anfang der Dschungelregion des ecuadorianischen Amazonasbeckens verbinden. Und nur ein paar Telefonate später hat Edgar bereits eine Klettergruppe organisiert, die uns mitnehmen kann. In Sebás altem VW-Bus geht es folglich in Richtung Westen, zunächst auf den 4200 Meter hohen Pass La Virgen. „Jetzt kommt der abenteuerliche Teil“, scherzt Edgar. Ab hier geht es auf einer schmalen Passstraße in engen Kurven talwärts, wer nicht aufpasst landet schneller unten als gewünscht. Ich sitze am Außenfenster und darf die bunten Wrackteile diverser Busse hunderte Meter tiefer in der Schlucht bewundern, auf die mich Edgar grinsend aufmerksam macht. Doch die Schlüsselstelle kommt erst, als wir kurz vor Papallacta über ein paar wackelige Bretter eine Schlucht überqueren müssen – und von einer „Brücke“ kann man hier wahrlich nicht sprechen. Voll konzentriert auf die Fahrt, sind wir fast beiläufig und völlig unbemerkt in einer satt grünen Dschungel-Landschaft gelandet. Lianen-überzogene Bäume, Sträucher und Farne, dazwischen Palmen und Bananenstauden. Hinter dem rauschenden Rio Papallacta stehen steile Kalkwände, die in 8 Sektoren über 70 Routen von 5 bis 7c bieten. Was für interessante Linien das sind! Der Fels ist kantig mit vielen Seitgriffen und fordert kreatives Ansteigen. Spontan entscheiden wir uns, noch zwei Klettertage dranzuhängen. Kein Problem dank Dona Dorila, die eine einfache, aber ebenso heimelig gemütliche Posada betreibt, sodass man es hier durchaus länger aushalten könnte. Eine kleine Besonderheit des Klettergebietes sind zusätzlich die Thermalquellen von Papallacta, wo man nach dem Klettern so richtig gut entspannen kann.

Öffis in Südamerika

Voll motiviert starten wir von Quito gleich durch, neugierig was uns im südlichen Teil des Landes an Felsen erwartet. Unsere nächste Station ist die Kletterwand in Riobamba, wo wir Edgars Bekannten treffen sollen. Die vier Stunden Busfahrt südwärts entpuppen sich dabei als überraschend kurzweilig. Wir bestaunen unsere Mitreisenden, so wie sie uns: denn je weiter wir uns von der Stadt entfernen, desto bunter werden Kleidung und Kopfschmuck. Im Bus herrscht derweil ein quirliges Durcheinander von Menschen, die einsteigen und aussteigen, hinzu kommen am laufenden Band fliegende Händler durch, die von Getränken und Essen über Schmuck bis zu CD’s wirklich alles verkaufen. Schade nur, dass wir uns aufgrund unserer schlechten Spanisch-Kenntnisse nicht richtig unterhalten können.

Sternstunden am Chimborazo

Der nächste Kontakt in Riobamba ist schnell gefunden, an der Kletterwand wird kurzerhand ein junger Kletterer namens Diego angewiesen, uns zum Klettergebiet San Juan auf knapp 3800m, unterhalb des Chimborazo zu bringen. Ein Klettergebiet voller Superlative, das unterhalb des höchsten Berges Ecuadors liegt. Hier gibt es etwa 100 eingerichtete Routen von 5 bis 8c+ sowie einige schöne Trad-Linien. Etwas benebelt von der Höhe testen wir die ersten Risse und Verschneidungen – für Diego ist es eine willkommene Abwechslung vom Training am Plastik, wir wiederum profitieren von seinem Wissen um die besten Linien. Zu schade also, dass er nicht länger bleiben kann und so machen wir es uns zu zweit am Feuer unter dem Überhang gemütlich – völlig allein in diesem riesigen Amphitheater aus Felsen, dahinter strahlt weiß der Gipfel des Chimborazo. Über uns ist bald ein klarer Himmel mit tausend leuchtenden Sternen zu bestaunen. Was für ein magischer Ort. In den nächsten Tagen entdecken wir noch einige wunderschöne Linien und klettern bis zum Umfallen. Der berühmte Chimborazo ist für uns diesmal nur ein Nebendarsteller.

Askese in Paute

Es geht weiter in Richtung Süden. In Cuenca ist die MonoDedo Filiale unsere Anlaufstation, wo uns Gustavo unter seine Fittiche nimmt. In den folgenden Tagen zeigt er uns die umliegenden Kletter- und Bouldergebiete Sayausi und Zhumir. Und gerade als wir uns zu wundern beginnen, ob Gustavo nicht doch ab und zu arbeiten muss, schickt er uns auf eigene Faust ins nahe gelegene Paute. Seines Zeichens ein wunderbares Sport- und Tradgebiet mit zahlreichen Einseillängen, das gut mit dem Bus erreichbar ist. „Es gibt dort eine Plattform wo ihr ein Zelt aufstellen könnt“… So kämpfen wir uns durch das abschüssige Gebüsch entlang der ganzen Wand, die versprochene flache Stelle ist allerdings nicht zu finden. Zwei Stunden und 30kg Steine mit Erdreich später sitzen wir, schmutzig wie zwei Minenarbeiter, in unserem neu geschaffenen Lager. Da das kostbare Wasser hier oben nur zum Trinken da ist, müssen wir den Dreck in den nächsten Tagen somit wieder „abklettern„. Und auch mit dem Essen müssen wir bald rationieren: so viele schöne Linien wie es hier gibt, entscheiden wir uns nämlich lieber für einen zusätzlichen Klettertag, als für volle Mägen, und klettern bis die Sehnen ächzen. Vier Tage später schreit folglich selbst der kleinste Muskel verzweifelt nach einer Pause und wir kommen doch noch zu unserer heiß ersehnten Dusche.

Felsen wie Sand am Meer

Dank Gustavos Gastfreundlichkeit haben wir in Cuenca ein Zuhause mit der besten Alarmanlage der Welt. „50kg Muskelmasse mit einem Gebiss vorne dran“ ist Georgs Beschreibung des schwarzen Pitbulls, der uns im Wohnzimmer „begrüßt“. Bei ihm sind unsere Sachen hundert Prozent sicher, so können wir unbesorgt die schöne Altstadt Cuencas erkunden. Doch es dauert nicht lange und wir löchern Gustavo schon wieder nach weiteren Klettergebieten. Westlich von Cuenca liegt auf 3500 Metern der Nationalpark Cajas. In Serpentinen schrauben wir uns in Gustavos Allrad-Fahrzeug die Passstraße hinauf in eine wilde Hochgebirgslandschaft. Ein Farbspiel aus grünem Gras und Büschen sowie tiefblau leuchtenden Seen. Der Wind streicht über das hohe Gras der Hochlandschaft, während wir uns zwischen kurzen Reibungsplatten und formschönen Überhängen mit Henkeln klettertechnisch austoben. Schon wieder eines dieser Gebiete, das wir schweren Herzens schneller verlassen müssen, als uns lieb ist! Und auch sonst vergeht die Zeit wie im Flug. Gustavo hält uns auf Trab – und wir ihn ebenso. Gemeinsam klettern wir noch in Cojitambo, Jacalata und ein paar weiteren Gebieten, sodass ein Fazit unserer Erkundungsreise nicht anders lauten kann, als: in Ecuador gibt es Felsen wie Sand am Meer. Die Kletterrouten sind nach neuestem Standard eingerichtet und auch als Fremder findet man hier zügig Anschluss. Das macht nicht nur das Reisen sehr viel leichter – in Gesellschaft klettert es sich auch einfach schöner, und macht gleich doppelt so viel Spaß. Und der zählt ja ohnehin wesentlich mehr als Leistung oder Schwierigkeitsgrade

Informationen:

Die besten Informationen zum Klettern in Ecuador sowie Kletterhallen-Infos, um Anschluss an die hiesige Kletterszene zu finden, gibt es auf der MonoDedo Webseite.

Material Empfehlungen

Tendon Master 7.8mm (Halbseile), Master 8.9mm (Einfachseil)

Onyx und Garnet, Helm Kappa, Karabiner, Expressen

Totemcams und Basic Totemcams

Triop Tiger Kletterschuhe

Optimus Polaris Kocher (Benzin und Gas) mit Optimus Terra Lite HE Cook Set Töpfen

LEKI Micro Vario Carbon

 

Wichtige Kennzahlen rund ums Rad (c) Bergfreunde.de

Bergfreunde Bike-Rechner: Wichtige Kennzahlen rund ums Rad

11. August 2016
Tipps und Tricks

Wer viel Fahrrad fährt weiß, dass man aus so ziemlich jedem Thema eine Wissenschaft machen kann. Das fängt beim vergleichsweise einfachen Ausrechnen der Rahmenhöhe an und endet bei der Wahl des richtigen Luftdrucks, der sowohl bei Rennradfahrern als auch Mountainbikern immer wieder für Diskussionsstoff sorgt. Damit ihr für den nächsten Tech-Talk optimal aufgestellt seid oder einfach nur für euch selbst wichtige Kennzahlen herausfinden könnt, haben wir einige Online-Rechentools für euch entworfen, die spielend leicht bedienbar sind. Eine echte Hilfe im Biker-Alltag!

Luftdruck und Wattzahl für Rennradfahrer

Länger unterwegs, nasse Fahrbahn, richtig kalt oder etwa alles auf einmal? Damit ihr in etwa wisst, wie viel Luftdruck euer Reifen für die kommende Tour haben muss, um optimale Traktion und Komfort zu bieten, könnt ihr in unserem Luftdruck-Rechner für Rennradreifen alle wichtigen Werte inklusive eures Gewichts eintragen und wisst direkt Bescheid.

>> Zum Kalkulator für den Reifendruck

Ambitioniertere Rennradfahrer trainieren oft Anhand der Wattzahl. Wattmesssysteme sind allerdings sehr teuer und wer schon Unsummen für einen Carbonrenner hergibt, will nicht unbedingt gleich denselben Beitrag nochmal investieren. Hier kann unser Watt-Rechner Abhilfe schaffen. Der funktioniert freilich nur auf einer möglichst standardisierten Strecke, hier sind die Werte allerdings annäherungsweise passabel.

>> Hier gehts zum Wattrechner

Singletrail-Skala und Reifendruck – wichtige Daten für Mountainbiker

Gerade für Mountainbike-Rookies ist es schwer, das eigene Können richtig einzuschätzen. Wichtig zu wissen: Wie sehen die Trails aus, auf denen ich mich bewegen möchte. Als Hilfestellung hierfür wurde die Singletrail-Skala installiert, die von S0 (sehr leicht) bis S5 (extrem schwer) reicht und als Orientierung dienen soll.

>> Zur Singletrail-Skala

Wer schon länger im Gelände fährt weiß, dass der Reifendruck auch im MTB-Sport eine wichtige Rolle einnimmt. Es ist hier allerdings deutlich schwieriger, passende Werte auszuspielen, da es auf zu viele einzelne Faktoren ankommt: Bodenbeschaffenheit, Fahrradmodell, Reifenbreite, um nur einige zu nennen. Daher gibt es hier auch keinen Rechner, sondern lediglich Tipps, die bei der Wahl des passenden Reifendrucks helfen.

>> Tipps für den richtigen Reifendruck

Allgemeine Fahrrad-Kalkulatoren

Für Tourenräder ist es wiederum relativ leicht, einen ungefähren Richtwert für den Reifendruck zu ermitteln, da man in der Regel auf Schotter oder Asphalt unterwegs ist und es weniger auf Traktion und vielmehr auf Fahrkomfort ankommt.

>> Reifendruck für Tourenräder

Vor dem Kauf eines neuen Bikes stellt sich in der Regel die Frage nach der passenden Rahmenhöhe. Der wichtige Faktor ist hier die Schrittlänge sowie die Art des Fahrrads. Um schnell an die passenden Werte zu kommen, nutzt einfach unseren Kalkulator.

>> Zum Rahmenhöhen-Rechner

Und zum Schluss noch zwei Helfer für Hobbyschrauber: Mit unserem Kettenlängenrechner ist es ganz leicht, die richtige Anzahl an Gliedern herauszufinden – auch ohne dass man die alte Kette vorliegen hat. Wer sich an das Einspeichen von Laufrädern heranwagen möchte, dem hilft unser Speichenlängenrechner, der gleich mit einer Anleitung für die klassische Dreifachkreuzung daherkommt.

>> Kettenlänge berechnen

>> Tipps zum Einspeichen von Laufrädern

Fazit

Alles dabei, was Fahrradliebhaber brauchen – mit unseren Kalkulatoren und den dazugehörigen Begleitartikeln seid ihr definitiv gut aufgestellt und könnt beim nächsten Radl-Stammtisch mit neuem Wissen glänzen oder seid schlicht und ergreifend vor der nächsten Tour optimal eingestellt. So macht Radeln richtig Laune!

Schaut doch mal auf unserer Übersichtsseite vorbei. Dort haben wir noch weitere Kalkulatoren, z.B. fürs Klettern, Wandern und viele andere Outdoor-Sportarten!

Swim/Bike/Run @ Challenge Roth 2016 (c) foxletics.com

Bergfreund Jörn bei der Challenge Roth 2016

9. August 2016
Die Bergfreunde

Fast ein Jahr ist vergangenen, seit dem ich mich für meinen ersten Langdistanz-Triathlon, angemeldet habe. Ein Jahr harten Trainings, das mich nicht nur sportlich geformt hat, sondern mich immer wieder auch Mental forderte. Wenn ich z.B im Februar mit meiner langen, dicken Radhose und wasserdichter Radjacke 70 km durch strömenden Regen fahren musste oder morgens um 5:30 Uhr auf der Matte stand, nur um meine Schwimmform in den Griff zu bekommen. Das alles geht mir durch den Kopf, als ich mich am 17.07.2016 um 7 Uhr von meiner Familie verabschiede und zum Schwimmstart marschiere. Es ist soweit, die Challenge Roth startet.

Schwimmen: Banal im Kanal

Die Stimmung in Roth ist der Wahnsinn. Man kann kaum zählen, wie viele Zuschauer sich hier versammeln – sei es, um die Athleten anzufeuern oder einfach nur den Rekordversuch von Profi Jan Frodeno mitzuerleben, der versucht die Weltbestzeit zu knacken. Während ich zum Donaukanal vorgelassen werde, checke ich nochmal ob Brille, Badekappe und Nasenklammer gut sitzen. Mein Herz pocht heftig und wird nur vom lauten Schuss übertönt, der den Start der Challenge Roth markiert. Here we go!

Wir schwimmen zunächst stromaufwärts – nicht besonders prickelnd, da es natürlich recht langsam voran geht. Alle 200 Meter stehen Distanzschilder, die scheinbar im Schneckentempo an mir vorbeiziehen. Nach etwas mehr als einem recht eintönigen Kilometer kommt die erste Wende. Da das Feld angenehm entzerrt ist, geht es hier geruhsam zur Sache. Stromabwärts geht es deutlich schneller voran, was zumindest ein wenig motiviert. Am Rand stehen immer wieder kleine Zuschauer-Trauben, die uns anfeuern. Die zweite Wende kommt in Sicht – ab hier sind es lediglich noch 500 Meter und die ungeliebte Disziplin hat endlich ein Ende. Beim Ausstieg der Blick auf die Uhr: 1:11h. Voll im Plan!

Radfahren: Mit Karacho durch Mittelfranken

Mir wurde schon gesagt, dass die Radstrecke in Roth verdammt schnell ist. Glauben wollte ich das allerdings nicht und so träumte ich im Vorfeld lediglich davon, wenigstens einen Schnitt von 30 km/h halten zu können. Dementsprechend verblüfft bin ich, als ich auf den ersten 10 Kilometern selten langsamer als 35 km/h fahre. Es geht aber auch gemächlich bergab und ich denke mir: Hey, da kann ich auch Gas geben und mir ein Polster schaffen. Und so klettert die Durchschnittsgeschwindigkeit immer weiter nach oben. Den ersten längeren Anstieg gehe ich gemächlich an. Bloß nicht überzocken. Erneut geht es fast 12 km lang leicht bis mittelstark bergab. Ich gebe Gas und sehe, wie der km/h-Schnitt langsam wieder ansteigt.

Die Strecke führt immer wieder durch kleine Stimmungsnester, in denen man sich so richtig schön mit Energie vollsaugen kann. Das wahre Highlight wartet aber am Solarer Berg, für den die Challenge Roth weltweit berühmt ist – zumindest in der Triathlon-Szene. Ihr kennt vielleicht die Videos von der Tour de France, in denen die Sportler in einem schmalen Korridor aus Zuschauern und Fans fahren. Genau das passiert auch hier. So geflasht war ich glaube ich bei noch keinem Sportevent. Mit einem breiten Grinsen fahre ich ziemlich langsam durch die Menschenmenge. Einerseits muss ich aufpassen, dass ich bei den ganzen Leuten niemanden erwische, andererseits will ich diese Wahnsinnsatmosphäre so lange es geht genießen.

Kurz hinter dem Solarer Berg ist die erste Runde dann vorbei. Nach 90 km steht ein beachtlicher Schnitt von 34 km/h auf der Uhr. Leckomio – nicht schlecht und vor allem ein gutes Polster. Also gehe ich die zweite Runde etwas defensiver an, folge dem bekannten Modus, drücke bergab aber nicht mehr so stark und lasse mehr rollen. Ein wenig Kraft sollte ich mir fürs Laufen noch aufsparen. Dann endlich, nach 5:35 h erreiche ich die WZ2 – für Nicht-Triathleten: Die Wechselzone 2. Und zwar mit einem verdammt dicken Grinsen im Gesicht, denn so eine Zeit hatte ich mir beim besten Willen nicht ausgerechnet.

Laufen: Alles Kopfsache!

Ich subsumiere: 1:11 h Schwimmen, 5:35 h fürs Radeln und noch 10 Minuten in der Wechselzone. Macht unterm Strich eine bisherige Zeit von 6:56 h. Dass es so gut läuft habe ich wirklich nicht erwartet. Und meine Beine fühlen sich fantastisch an. Die Verwunderung ist groß, als ich dann auch noch mit einem recht zügigen Schritt loslaufe. In meinem Kopf überschlagen sich die Ereignisse. Ich hatte mit einer Endzeit von 12 Stunden gerechnet, momentan sind locker 11 drin und wenn die Beine mitmachen, sogar noch mehr.

Dennoch – meine Vernunft sagt mir, dass ich lieber etwas Tempo rausnehmen sollte. Mir steht schließlich noch ein langer Weg bevor und man sagt, dass die Langdistanz erst ab der Hälfte des Marathons so richtig anfängt. Blöderweise für mich schon deutlich früher.

Es beginnt damit, dass ich keine Energiegels mehr aufnehmen kann. Nicht physisch, da ist eigentlich alles in Ordnung. Aber beim Gedanken daran, das süße, pappige Gel in mich reinzudrücken wird mir anders. Also versuche ich es mit Iso-Getränken und Cola, hin und wieder auch eine Salzbrezel und ein Stück Obst. Viel Energie ist das allerdings nicht. Und schon ab KM 12 beginne ich langsam abzubauen. Die Beine werden mit jedem Meter schwerer und schon wenige Minuten später geht es nur noch darum, nach jeder Verpflegungsstelle, die etwa alle zwei bis drei Kilometer aufgestellt sind, loszulaufen – egal in welchem Tempo. Kopf gegen Körper, Hirn gegen Beine.

Ich zähle die Kilometer runter. Die endlose Uferpromenade des Donaukanals trägt nicht gerade zur Stimmungsaufhellung bei. Aber ich sehe viele, denen es ähnlich  geht wie mir. Abgequälte Gesichter, die sich hinter ihren Kappen und Sonnenbrillen verstecken. Willkommen beim Langdistanztriathlon. Ich weiß nicht mehr, an was ich in dieser Zeit gedachte habe. An alles Mögliche wahrscheinlich. Hauptsache Ablenkung.

Es ist inzwischen ziemlich warm geworden. Dementsprechend häufig greife ich zu den Schwämmen und gönne meinem Körper eine kalte Dusche. Die Abkühlung verschafft jedoch nur eine kurze Erleichterung. Inzwischen habe ich meine Zeitziele an den Haken gehängt. Unter 12 Stunden ist für das erste Mal schon verdammt gut und das dürfte ich auf jeden Fall halten können. Langsam wuchte ich meinen Körper weiter Richtung Ziellinie und als wir endlich in Roth einlaufen und ich realisiere, dass ich nur noch wenige Kilometer vor mir habe, erwachen zumindest noch ein paar kleine Reserven in mir.

Und da ist es: Das Ziel! Eine letzte Runde durch das vollbesetzte Stadion. Stimmung aufsaugen. Kein Zielsprint. Einfach nur genießen. Mit einer Endzeit von 11:04 h durchquere ich den Zielbogen und bin einfach nur erleichtert. Ich lasse mich zu Boden sinken. Tränen schießen mir in die Augen. All das harte Training – es hat sich ausgezahlt. Eine echte Traumzeit für das Langdistanzdebüt und ein verdammt geiler Wettkampf, alles hat geklappt wie am Schnürchen. Der nächste Halt ist das Finisher-Buffet. Leider bekomme ich nicht wirklich viel rein und mache mich direkt auf den Weg zu meiner Familie. Wir fallen uns frenetisch um die Arme. Alle sind glücklich, dass es mir gut geht und ich heile angekommen bin. Nach einer kurzen Pause holen wir das Rad aus der Wechselzone, setzen uns ins Auto und steuern den nächsten Burger-Tempel an – das muss jetzt einfach sein.

Epilog

Zwei Wochen später: Ich bin auf Mallorca. Urlaub. Den habe ich mir jetzt verdient. Erholung muss nach so einer Nummer einfach sein. Dennoch ist da ein kleiner Mann im Hinterkopf, der immer wieder sagt: In wenigen Tagen startet die Anmeldung für die nächste Challenge Roth – mach mit, mach mit, mach mit! Soll ich nochmal? Trotz allem? Die einfache Antwort: Erst recht deswegen! Und so heißt es auch in 2017 für mich: Welcome to Roth! Die erste Trainingseinheit habe ich in der zweiten Woche auf der Insel schon hinter mich gebracht. Wenn ihr wieder dabei sein wollt, dann schaut doch mal auf meinem Blog www.foxletics.com vorbei – ich würde mich freuen!

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Slackline spannen ohne Bäume – alternative Befestigungen

7. August 2016
Ausrüstung, Tipps und Tricks

Es ist Sommer und passend zum guten Wetter soll eine Slackline gespannt werden. Das ist eigentlich kein Problem. So denn man zwei ausreichend dicke und starke Bäume hat. Denn spätestens wenn die Laterne vor dem Haus quer über die Straße liegt und Omas Wäscheleine aus Kruppstahl auch schon nicht mehr ganz gerade steht, wird klar: Beim Slacklinen wirken extreme Kräfte auf die Befestigungspunkte. Wie hoch diese bei welchem System genau sind, könnt ihr mit unserem neuen Kalkulator ermitteln:

>> Zum Fixpunktbelastungs-Rechner für Slacklines

Wie also bekommt man eine Slackline auch ohne Bäume gespannt, ohne zu Hause und in der Nachbarschaft einen erheblichen Flurschaden anzurichten?

Mit dem richtigen Material ist das gar nicht mal so schwer. Denn wer über die entsprechenden Erd– oder Bodenanker oder über die notwendigen Gestelle verfügt, der kann eine Slackline problemlos auch ohne Baum befestigen. Glaubt ihr nicht? Hier kommt der Beweis!

Kräfte, die von einer Slackline ausgehen

Beim Slacklinegehen wirken nicht zu vernachlässigende Kräfte. Daher ist es wichtig, dass nicht nur die eigentliche Line, sondern auch die umgebende Technik sowie die Ankerpunkte stark genug sind, um den Belastungen standhalten zu können. Um also Alternativlösungen zur Befestigung an Bäumen zu finden und diese dann auch sinnvoll nutzen zu können, empfiehlt es sich, diese Kräfte zu kennen und zu verstehen, wie sie entstehen.

Die erste und sicherlich am einfachsten zu verstehende Kraft ist die Vorspannung. Also die Kraft, die beim Spannen der Slackline entsteht. Eine weitere Kraft entsteht durch das Gewicht des Slackers sowie dem Durchhang der Slackline. Zusätzlich gibt es noch eine dynamische Kraft, die sich auf das System auswirkt. Diese entsteht durch die Bewegungen des Slackers und steigt mit dem Grad der Aktivität. So fallen diese Reaktionskräfte zum Beispiel bei Sprüngen deutlich höher aus, als beim einfachen Gehen und Drehen.

Mit Hilfe unseres hierfür entworfenen Kalkulators lassen sich die Fixpunktbelastungen beim Slacklinegehen einfach und schnell berechnen. Hierdurch ist es möglich, die wirkenden Kräfte vor der Montage einer Slackline zu kennen und abschätzen zu können, ob der potenzielle Ankerpunkt auch der Belastung standhalten wird.

Slacklinegestelle

Ganz ohne fremden Ankerpunkt kommen jedoch Slacklinegestelle aus. Diese praktischen und selbsttragenden Systeme können streng genommen überall aufgestellt werden. Die Slackline wird dann zwischen zwei Fixpunkten mittels integrierter Ratsche gespannt. Gestelle dieser Art sind entweder aus Metall oder Holz gefertigt und bestehen zumeist aus mehreren Modulen, was eine platzsparende Aufbewahrung ermöglicht. Ein gutes Beispiel ist hierfür das Slackrack von Gibbon. Dieses dreiteilige Set ermöglicht den Aufbau einer 2 oder 3 Meter langen Line.

Da es sich hierbei generell um autarke Systeme handelt, werden keine weiteren Fixpunkte benötigt. Die Gestelle sind so gebaut, dass sie auf ebenem Untergrund sicher stehen und einfach zu handhaben sind. Somit eignen sich Slacklinegestelle bestens für den Einsatz im Fitnessbereich. Aber auch für Schulen, Vereine oder Familien sind Systeme dieser Art eine gute Alternative zur herkömmlichen Art eine Slackline zu spannen. Ein großer Vorteil ist hierbei selbstverständlich, dass diese Systeme ohne Berücksichtigung der Statik eines Gebäudes auch Indoor verwendet werden können. Ob Kinderzimmer, Fitnesskeller oder Turnhalle, für diese Lines findet sich eigentlich immer ein geeigneter Platz.

Befestigung mit Erdankern

Wer seinem Hobby allerdings lieber auf dem heimischen Rasen oder in Parks nachgeht, dort aber keine geeigneten Fixpunkte findet, der sollte sich einmal die freistehenden Lösungen mit Erdankern näher anschauen. Systeme dieser Art gibt es von zahlreichen Herstellern. Alle am Markt erhältlichen Modelle basieren jedoch auf dem gleichen Prinzip: Zwei Erdanker werden in den Boden geschraubt, daran wird die Slackline montiert und mittels zweier Rahmen auf die gewünschte Höhe gebracht. Danach muss nur noch die Slackline vollständig aufgespannt werden und der Spaß kann beginnen.

Das Praktische hierbei ist, dass die Länge der Slackline beliebig gewählt werden kann. Auch die Höhe der Line lässt sich beeinflussen. So können entweder Rahmenmodule in der gewünschten Höhe verwendet werden oder auch Module untergestellt werden, bei denen zwischen mehreren Spannhöhen gewählt werden kann. Wird das System nicht mehr gebraucht, kann es vergleichsweise schnell abgebaut und klein verstaut werden. Die Erdanker hinterlassen bei sachgerechter Anwendung nahezu keine Spuren im Untergrund. Somit eignen sich Systeme wie das Frameline-Set von Slackline Tools bestens für alle Slacker, die ihrem Sport möglichst mobil auch ohne Bäume nachgehen wollen.

Befestigungsmöglichkeiten für Sport- und Kletterhallen

Da sich Systeme, die mit Erdankern aufgebaut werden, natürlich nur im Freien verwenden lassen und Bäume eher selten in Turn- und Kletterhallen wachsen, stellt sich die Frage: Wie kann man auch Indoor eine lange Slackline spannen?

Besteht das Gebäude aus starken Betonwänden ist das in der Regel kein Problem. Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Anker und Befestigungsmöglichkeiten. Diese werden zumeist mit mehreren Schwerlastankern in einer Wand verschraubt. So kann mittels dauerhaft angebrachter Wandhaken eine Line problemlos von der einen zur anderen Wand gespannt werden. Dies funktioniert aber nur, wenn die Wände stabil genug sind und erfordert möglicherweise die Einschätzung eines Statikers.

Gerade für Turn- und Sporthallen gibt es aber auch noch weitere interessante Befestigungsmöglichkeiten. Ähnlich dem Aufbau mit Erdankern kann eine Slackline an den Bodenverankerungen für Reckstangen etc. befestigt werden. Um an Höhe zu gewinnen, werden dann zwei kleine Kästen mit einer speziellen Kastenauflage untergeschoben. Diese Aufbaumethode ist gerade für Schulklassen oder Vereine sehr gut geeignet. Dadurch, dass die Slackline an beiden Enden über einen Kasten läuft, erleichtert es den Kindern zumeist den Start auf der Slackline erheblich. Darüber hinaus kann der Aufbau einfach und schnell bewerkstelligt werden, da die bereits bestehende Infrastruktur einer Halle genutzt wird und keine dauerhaften Installationen notwendig sind.

Fazit

Eine Slackline ohne Bäume zu spannen ist nicht unmöglich. Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Systeme und Methoden. Ob für drinnen oder draußen, für klein oder groß, für Anfänger und Profis, es gibt am Markt nahezu nichts, was es nicht gibt. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren grade auch für den Therapiebereich Slacklinesysteme entwickelt, die nach Unfällen oder bei chronischen Erkrankungen für mehr Beweglichkeit sorgen sollen. Auch muss eine Slackline nicht immer mit der altbekannten Ratsche gespannt werden. Diese sind bei Komplettpaketen zwar oft im Lieferumfang enthalten, können aber auch mit dem geeigneten Material durch einen Ellington-Flaschenzug ersetzt werden. Wie das genau funktioniert und was dabei die Vor- und Nachteile sind, verrät euch Fritz Miller in seinem Artikel.

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