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Feuer machen Teil 2 – Feuer entfachen und erhalten (mit und ohne Feuerzeug)

8. November 2018
Tipps und Tricks

Im vorherigen Feuer-Artikel haben wir die Rechtslage geklärt und alles so weit vorbereitet, dass eine Feuerstelle gefunden ist und der Zunder bereitliegt. Ebenfalls parat sind die dünnen Holzstücke zum Anfeuern sowie die langandauernd brennenden dicken Äste und Scheite. Mithilfe der verschiedenen Materialgrößen wird das Feuer nach und nach „hochgezüchtet“. Zuerst brennen nur die kleinsten Pflanzenteile und Holzstücke. Mit zunehmender Hitzeentwicklung können immer größere Stücke nachgelegt werden.

Zuvor muss jedoch eine Flamme oder ein Zündfunke in den Zunder gelangen, um dort eine Glut und daraus die ersten Flammen zu entfachen. Das kann man mit sehr vielen verschiedenen Methoden und Techniken erreichen. Für die folgende Auswahl habe ich etwas persönliche Erfahrung eingebracht und neben der Onlinerecherche ein wenig Literatur gewälzt – hauptsächlich die (generell sehr empfehlenswerten) Bücher Outdoor Praxis von Rainer Höh und Draußen (Über)Leben von Bear Grylls.

Zunder herstellen und aufschichten

Sicherlich weiß ein jeder, dass man zur Herstellung eines Feuers nicht einfach einen Holzblock anzünden kann. Stattdessen muss man zuerst kleine Stücke aus feinem, lockerem und trockenem Brennmaterial entflammen. Von diesem sogenannten Zunder, der sich allein durch einen Funken entzünden lässt, führt mancher Vollblutoutdoorer stets etwas mit sich.

Wie im vorherigen Feuer-Artikel schon erwähnt, eignet sich jegliches trockene und abgestorbene Pflanzenmaterial als Zunder. Auch bestimmte Pilze, wie der häufig an alten oder kranken Laubbäumen vorkommende Zunderpilz, eignen sich zum Entfachen eines Feuers. Seinen Namen trägt er wegen seiner besonderen Eignung.

Auch das Harz vieler Baumarten (vor allem Kiefer) oder gar alte Orangenschalen können als natürlicher Zündstoff dienen.

Ein besonders vielseitiger und häufig vorhandener Zunder ist die Birkenrinde. Sie fängt auch ungetrocknet und bei kräftig wehendem Wind noch Feuer. Sogar wenn sie nass ist, lässt sie sich nach kurzem trockenwischen leicht entzünden. Wenn möglich sollte nur abgestorbene Rinde eingesammelt werden, notfalls kann man aber auch dünne kleine Stücke der Rinde abziehen, ohne dem Baum damit zu schaden. Auch von anderen Rinden- und Holzarten lassen sich mit dem Messer feine Splitter und lockenförmige Späne abschaben, die sich schnell entzünden.

Neben dem natürlichen Material eignen sich auch Zeitungs- und Papierfetzen sowie alles Material, das sich zerkleinern und zerreiben lässt.

Zunderpyramide

Den Zunder kann man auf vielerlei Arten zum Brennen bringen. Klassischerweise wird er zu einer Pyramide aufgeschichtet, die etwa 10-20 cm hoch sein sollte. Ist sie zu klein, verlöscht sie nach dem Entflammen vermutlich wieder. Ist sie zu groß und zu dicht gepresst, bekommt das Material nicht genug Sauerstoff zum Brennen.

Über die Zunderpyramide werden dann ein paar kleine Zweige und Holzstücke in Form eines Tipis aufgeschichtet. Dabei muss eine Lücke bleiben, damit der Zunder für den Zündfunden oder die Steichholzflamme erreichbar bleibt.

Anzünden – Grundsätzliches

Unabhängig von der Methode gilt: wenn sich kaum eine Flamme bildet, dafür aber umso mehr Qualm, muss die Sauerstoffzufuhr durch vorsichtiges oder kräftiges Pusten erhöht werden. Da sich Hitze und Feuer bekanntlich von unten nach oben ausbreiten, hält man das Feuerzeug/Streichholz an die Unterseite des Zunderhaufens – nicht an die Oberseite. Auch den Zündfunken richtet man auf die Unterseite. Das gleiche gilt für das Pusten zum Anfachen der Glut: von oben hereinzupusten kann zum Verlöschen der Glut führen.

Das Anzünden muss immer von der Windseite her erfolgen. Dabei kann eine schützende Hand über der Flamme als Windschutz dienen. Noch besser ist es, wenn eine zweite Person als Helfer bereitsteht und mit den Händen, dem ganzen Körper, einer Jacke oder Plane für Schutz vor Wind und Feuchtigkeit sorgt.

Anzünden mit Feuerzeug oder Streichholz

Als Zünder eignet sich das Feuerzeug schlicht und einfach am besten. Die vielen anderen „technisch unabhängigen“ Methoden funktionieren gerade bei Anfängern bisweilen genau dann nicht, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Feuer-Neulinge sind auch nicht selten überrascht, wenn es bei den ersten Malen ganz schön lange dauert und erstaunliche Mengen an Zunder verbraucht werden. Aber wie sagt man so schön: Übung macht den Meister.

Bei Nässe und/oder Wind kann die Sache selbst mit Streichhölzern und normalen Feuerzeugen schwierig werden. In solchen Situationen können Sturmfeuerzeuge, Sturmstreichhölzer und Überallanzünder hilfreich sein. Überallzünder entzünden sich nicht nur an der Reibefläche der Streichholzschachtel, sondern auch an vielen anderen Flächen. Wenn Gefahr droht, dass brennendes Material weggeweht wird und es keine Möglichkeiten zur Windabschirmung gibt, muss man auf das Feuer verzichten!

Es schadet also nicht, gut auf den Feuerzeug-Vorrat aufzupassen und ein paar wasserdicht verpackte Not-Streichhölzer dabei zu haben. Der Vorteil von Streichhölzern gegenüber Feuerzeugen ist, dass man sie etwas präziser und näher an den Zunderhaufen halten kann, ohne sich gleich die Finger zu verbrennen. Einer ihrer Nachteile ist die Nässeempfindlichkeit. Hier kann allerdings ein alter Pfadfindertrick helfen: man tauche einfach vor der nächsten Tour die Zündköpfe in flüssiges Kerzenwachs und „imprägniere“ sie so gegen Nässe. Beim nächsten Einsatz kann das Wachs dann leicht abgekratzt werden.

Die Vorteile von regulierbaren Gasfeuerzeugen oder, noch besser, nachfüllbaren Benzin-Sturmfeuerzeugen liegen darin, dass man beim Feuer entfachen eine Hand frei hat und sie so lange brennen bis der Zunder angeht, anstatt nur so lange bis das Streichholz ausgeht oder die Finger anbrennen. Außerdem trocknet der Feuerstein im Feuerzeug selbst dann wieder vollständig, wenn das Feuerzeug ins Wasser gefallen ist.

Wer es aber wirklich stilvoll-steinzeitlich haben will, wirft Feuerzeug und Streichhölzer weg und greift auf eine der folgend vorgestellten Anzünde-Methoden zurück.

Die Alternativen

Wer neugierig und experimentierfreudig ist, wird mit den folgenden „Spielerei-Methoden“ sicher Spaß haben – sofern es sich nicht um eine Survival-Situation handelt, in der das Feuer unbedingt brennen muss…

Brennglas

Diese Methode macht am wenigsten Mühe und geht am schnellsten – allerdings nur, wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlt. Halte eine Lupe oder irgendeine andere gläserne Linse (Fernglas, Flaschenboden, etc.) so über den Zunder, dass das einstrahlende Sonnenlicht in einem möglichst konzentrierten Strahl auf den Zunder gebündelt wird. Die Hitze ist oft groß genug, um das Material nach kurzer Zeit zum Glimmen zu bringen. Meist ist noch etwas Pusten notwendig, um aus dem Glimmen ein Brennen zu machen. Tipp: das Licht wird noch stärker gebündelt, wenn die Linse befeuchtet wird.

Feuer schlagen: Anzünden mit Feuerstahl, Feuerstein und Co.

Unter Feuerstahl versteht man normalerweise die in vielen Outdoorshops angebotenen runden, rauen, mit Plastikgriff versehenen Stifte, die per Schnur mit einer Metallplatte verbunden sind. Reibt man die Metallplatte über den Stift, gibt es reichlich Funken, die in die Richtung fliegen, in die der Stift gehalten wird. Eine sehr zuverlässige Anzündhilfe, doch bis der Funkenflug zu einer Glut im Zunder führt, kann es manchmal ein Weilchen dauern.

Feuersteine zeichnen sich durch ihre besondere Härte und ihre glasartige Konsistenz aus. Diese Eigenschaften bewirken, dass der Stein kleine glühende Teilchen aus Stahl ausschlägt. Je mehr Kohlenstoff der Stahl enthält, desto besser funktioniert es. Auch hier richtet man den Funkenflug auf den Zunder, bis eine Glut entsteht.

Den Feuerstein muss man in der Regel mitbringen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass zufällig feuertaugliches Gestein in der Nähe ist, ist in vielen Regionen kaum höher als die eines zufällig im Wald herumliegenden Feuerzeuges. Eine Übersichtskarte über mögliche Fundstellen in Europa bietet die Seite Flintsource.net. Hier sieht man, dass es zwar viele mögliche Fundstellen gibt, Deutschland und der Alpenraum jedoch weit und breit kein Feuerstein bieten.

Alternativ kann ein Feuerstein auch auf andere Mineralgesteine wie Quarz geschlagen werden. Auch das Schlagen einer Messerklinge auf ganz normales Gestein kann Funkenflug erzeugen.

Etwas einfacher wird das Feuerschlagen, wenn man ein verkohltes Stück Baumwollstoff dabei hat. Der Clou dieses leicht entflammbaren Materials ist, dass kleine Funken sehr gut „aufgenommen“ und als Glut erhalten werden. Näheres dazu und zu weiteren möglichen Materialkombinationen zum Aufeinanderschlagen gibt es in diesem sehr gut illustrierten Wikihow-Artikel.

Feuerbohren

Der Vorteil des Feuerbohrens ist, dass es ohne mitgebrachtes Material funktioniert. Gut, ein Messer braucht man, doch das hat man auf vielen Touren ohnehin dabei. Ansonsten benötigt ihr noch ein Brett aus möglichst weichem Holz und ein Stock, der aus einem möglichst harten Holz bestehen sollte und einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter hat. Mit dem Messer spitzt man den Stock an und schnitzt eine Kerbe in das Holzbrett, die den Stock aufnimmt. Der Stock wird dann mit der angespitzten Seite in dieser Kerbe möglichst schnell hin- und hergedreht.

In diesem Youtube-Tutorial sieht man, wie die Feuerbogenmethode sogar ohne mitgebrachtes Material (abgesehen vom Messer) funktioniert. Beim Feuerbogen wird der Holzstock in eine Bogenschnur eingespannt. Er kann durch das Hin- und Herziehen des Bogens in sehr viel schnellere und „hitzigere“ Rotationen versetzt werden als durch bloßes Auf- und Abreiben der Hände.

Die Bogenschnur baust du dir mithilfe eines Schnürsenkels, mit dem du einen Ast auf Spannung biegst. Allerdings ist die Prozedur nicht nur langwierig, sondern auch reichlich mühsam.

Wer weitere interessante und ausgefallene Methoden, wie zum Beispiel die Batterie-Stahlwolle-Methode, kennenlernen will, wird in dem eben erwähnten Wikihow-Artikel fündig.

Das Feuer am Leben halten

Wenn nach etwa 5 bis 10 Minuten der Zunder die dünneren Zweige entflammt hat und eine stabile Flamme mit genügend Hitze entstanden ist, kann nach und nach das dickere und massivere Brennmaterial nachgeschoben werden. Wenn genug glühende Hitze und eine kräftig lodernde Flamme vorhanden sind, lassen sich grobe Blöcke und dicke Knüppel problemlos nachschieben.

Das zuvor beschriebene Tipi ist die klassische Methode, um dieses stabile Feuer zu kreieren: ein „Indianerzelt“ aus maximal fingerdicken Zweigen wird über dem Zunderhaufen aufgestellt. Das Tipi muss locker genug geschichtet sein, um genug Luft hindurchzulassen. Und nicht vergessen: möglichst viel Brennmaterial sollte schon im Voraus nahe am Feuer aufgeschichtet sein und nur langsam nachgelegt werden.

Für ein lang anhaltendes Feuer sollten dünne und dicke Zweige/Äste vermischt werden. Zu dicke oder zu dicht gelagerte Knüppel können die Luftzufuhr abschnüren und das Feuer ersticken. Andererseits sollte das Brennmaterial auch nicht zu locker geschichtet sein, da sich so die Hitze nicht konzentrieren kann.

Mehr dazu und über die verschiedenen Feuerformen folgt im dritten und letzten Artikel der Feuer Serie. In diesem Sinne, to be continued…

Feuer machen Teil 1 – die richtige Vorbereitung

6. November 2018
Tipps und Tricks

Wärme gibt es aus dem Kocher und Licht kommt aus der LED-Lampe. Warum also überhaupt Feuer machen? Ach so, weil man in gemütlicher Runde zusammensitzen will und es beim Draußensein nicht nur um Zweckmäßigkeit, sondern auch um Stimmung geht? Und weil ein Feuer nicht nur wärmen und beleuchten, sondern auch kochen, entkeimen und beschützen kann? Na dann sollten wir uns das vielleicht doch mal näher anschauen.

Dabei fällt zunächst auf, dass es eher nicht funktioniert, einfach in den nächsten Wald zu spazieren und ein paar Zweige anzuzünden. Abgesehen von den materiellen Herausforderungen gibt es  insbesondere in Deutschland Regeln und Verbote zu beachten. Diese schauen wir uns genauer an, bevor es mit den handfesten Feuer-Vorbereitungen weitergeht. Zuerst braucht es aber noch eine kleine Definition.

Feuer ist nicht gleich Feuer

Wenn von „Feuer machen“ die Rede ist, meint man in der Regel kein Herd-, Kamin- oder Ofenfeuer, sondern ein „offenes Feuer“. Vereinfacht gesagt ist ein Feuer dann offen, wenn es in keinem geschlossenen Brennraum entzündet wird. Beim Lagerfeuer handelt es sich also eindeutig um ein offenes Feuer.

Allerdings können auch Feuertonnen, Hoboöfen, Grillöfen und manche Arten von Kochern als „offen“ gelten. Hier gerät man schnell in einen Dschungel aus Ermessensspielräumen und Grauzonen. Deshalb konzentrieren wir uns in dieser Artikelreihe ausschließlich auf das klassische Lagerfeuer draußen in der „freien Natur“.

Wie jetzt, man darf nicht? Rechtliches und Regeln

Zunächst ist die Antwort so einfach wie ernüchternd: in Deutschland ist offenes Feuer und offenes Licht (Kerzen, Fackeln, Laternen) im Wald und bis in 100 Metern Abstand vom Waldrand verboten. Normalerweise gilt zwischen 1. März und 30. Oktober auch ein Rauchverbot und selbstverständlich ist es verboten, glühende Kippen wegzuwerfen. Auch für Wiese, Feld, Flur und Uferzonen gelten Auflagen und Verbote.

Doch wie immer, wenn es um Rechte, Regeln und Verbote in Deutschland geht, sind diese kompliziert und umfangreich – und so findet man hinsichtlich dessen auch in Sachen Feuer keine Ausnahme. Den regulierenden Rahmen setzt zwar das Bundeswald- und das Bundesnaturschutzgesetz, aber vieles ist auch länderspezifisch geregelt oder unterscheidet sich sogar von Gemeinde zu Gemeinde. Dabei können sich die Vorschriften auf verschiedenen Ebenen durchaus widersprechen. Im Zweifel gilt dann, laut des Outdoor- und Survivalexperten Kai „Sacki“ Sackmann, die länderspezifische Regelung. Sackmanns lesenswerter Artikel ist einer von den wenigen detaillierten und klar strukturierten Beiträgen zur deutschen Rechtslage beim Outdoor-Feuer.

Aber warum geht es in Deutschland eigentlich so kompliziert und reguliert zu? Nun, es gibt hier eben sehr viele Menschen (im Schnitt etwa 225/km²), die sich relativ wenige und überwiegend kleine Naturräume teilen. Die Regeln und Vorschriften sind also nicht dazu da, um uns Outdoorer zu ärgern, sondern es geht darum, die verbliebenen Wälder und Naturflächen vor Bränden und anderen Schäden zu bewahren.

Der allergrößte Teil der Wälder ist zwar frei zugänglich, aber keineswegs wild. Zumeist handelt es sich um forstwirtschaftliche Nutzflächen, die Staat, Ländern, Kommunen oder Privatpersonen gehören. Selbst eine Genehmigung des Grundbesitzers ist nicht immer ein sicherer Freifahrtschein, da auch für Privatgrundstücke Einschränkungen gelten – vor allem, wenn sie in Waldnähe liegen. Im Zweifelsfall sollte man das Feuerchen also lieber bleiben lassen…

Umweltaspekte

Auch wenn die Millionen Grillmeister es nicht gerne hören: jedes Feuer stellt eine Luftverschmutzung dar. Deshalb sollte man, unabhängig von der geltenden Gesetzeslage, immer hinterfragen, ob das Grill- oder Lagerfeuer auch wirklich sinnvoll und stimmig ist.

Anwohner oder andere Outdoorer, die womöglich durch den Rauch belästigt werden, sollte man ebenfalls nicht ignorieren. Vielleicht kann man sie ja mit ins Boot holen, indem man sie auf ein Stockbrot einlädt.

Ist Feuer erlaubt, bedeutet das nicht, dass einfach alles brennbare Material in die Flammen geworfen werden darf. Normalerweise sollte ausschließlich trockenes, unbehandeltes Holz oder Holzkohle verbrannt werden. Nasses Material führt zu einer übermäßigen Rauchentwicklung; behandeltes Material (wie zum Beispiel lackiertes Holz) ist gesundheits- und umweltschädlich.

Die Rechtslage in der Schweiz und in Österreich

Für Bergfreunde ist natürlich auch die Gesetzeslage im Alpenraum von Interesse. Was sagen also die südlichen Nachbarn zum Thema Feuer? Die Eidgenossen setzen ein gewisses Vertrauen in den naturverbundenen „Common Sense“ des Menschen und pflegen deshalb einen liberalen Umgang mit der Sache:

Es gibt auf Bundesebene kein Gesetz, das Feuermachen in der Natur grundsätzlich verbieten würde, erklärt Rebekka Reichlin vom Bundesamt für Umwelt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1. «Es gibt in der eidgenössischen Wald-, Jagd- bzw. Naturschutzgesetzgebung keine expliziten Feuerverbote. Das heißt, es ist grundsätzlich erlaubt, Feuer zu machen.»

Gute Nachrichten also für die Grill- und Feuerfreunde in der Schweiz. Allerdings heißt das nicht, dass überall wild drauflosgezündelt werden darf, denn es gibt sehr wohl regionale und temporäre Verbote, die in den meisten Fällen durch die Waldbrandgefahr begründet sind. Laut SRF-Recherche gibt es aber mindestens 500 offizielle Feuerstellen, an denen nicht selten eine luxuriöse Infrastruktur vorhanden ist (inklusive frei verfügbarem Brennholz)!

In Österreich ähnelt die Lage jener in Deutschland. Auch hier ist im Wald prinzipiell von einem Verbot auszugehen. Auf anderen Flächen sollte man sich zuvor sicherheitshalber bei den zuständigen Gemeinden informieren.

Wo? Die richtige Feuerstelle

Zum Glück besteht das Outdoorleben nicht nur aus Verboten. Außerhalb von Schutzgebieten kann man durchaus die zuständigen Forstbehörden nach einer Genehmigung fragen. Laut „Sacki“ Sackmann haben erfahrene Bushcrafter damit immerhin eine Erfolgsquote von etwa 50%.

Ansonsten beantwortet sich die Frage nach geeigneten und „wirklich sicher erlaubten“ Stellen fast von alleine: man nehme ausgewiesene Grillplätze und Feuerstellen, die meist in Wanderkarten oder vor Ort auf Schildern gekennzeichnet sind. Ebenfalls finden sich gelegentlich auf den Websites von Tourismusverbänden Auflistungen von offiziellen Feuerstellen. Vereinzelt zeigt auch Google Maps, nach Eingabe von Suchbegriffen wie „Feuerstelle“, „Feuerstätte“ oder „Grillplätze“, solche Plätze an.

Das Feuer in der „freien Natur“ sollte möglichst nicht direkt im Wald brennen. Wenn es im Wald sein muss, dann an einer möglichst offenen Stelle, wie beispielsweise an einer Lichtung.

Zudem sollte man nicht nur auf die Brandgefahr durch Funkenflug und Glutnester achten, sondern auch möglichst vermeiden, ein unschönes Loch in der Bodenvegetation zu hinterlassen. Aus diesem Grund sollten, wann immer möglich, bereits vorhandene Feuerstellen genutzt werden. Im Allgemeinen sind Sand, Kies, Fels und mineralische Untergründe am besten geeignet. Hier können auch die Spuren des Feuers am besten beseitigt werden.

Ist kein mineralischer Untergrund verfügbar, sollte der Erdboden ausgestochen und vor Verlassen der Feuerstelle sorgfältig wieder eingesetzt werden. Hier kann ein robustes Messer oder ein Klappspaten gute Dienste leisten. Doch Vorsicht: Insbesondere in Torf-, Heide- und Sumpflandschaften kann organisches Material im Untergrund noch lange Zeit nach dem Feuer unbemerkt weiter glimmen und folglich Brände auslösen!

Selbstverständlich sollte sich die Feuerstelle auch in gebührendem Abstand sowie auf der windabgewandten Seite von brennbaren Gegenständen, wie dem Zelt, befinden.

Vorbereitung: Worauf muss ich sonst noch achten?

Manche Outdoorenthusiasten entfachen viel zu große Feuer, die nicht nur unnötig viel Material verheizen, sondern auch schwerer zu regulieren sind. Vor allem beim Kochen bringt es wenig, wenn das Feuer zwar einen Riesenumkreis erwärmt, man aber den Topf oder die Pfanne kaum anfassen kann.

Wenn die richtige Größe festgelegt ist, sollte als nächstes Laub, Moos und anderes organisches Material bis zu etwa einem Meter um die Feuerstelle herum entfernt werden. Das gilt auch für feuchtes Material, welches, nach dem Verdunsten der Feuchtigkeit, ebenfalls anbrennen kann.

Vor dem Anzünden des Feuers sollte neben reichlich Zunder auch möglichst viel (und in verschiedenen Größen) Nachschub zum Anfeuern und Brennen griffbereit sein. Dieses kurz vor dem Erlöschen der Flammen hektisch zusammenzusuchen ist eher kontraproduktiv. Mehr zum Thema Zunder und Anzündholz folgt in einem fortsetzenden Artikel, in dem wir näher auf den richtigen Start eines Feuers eingehen werden.

Brennmaterial

Wie vorhin schon erwähnt, sollten ausschließlich trockenes Holz und Holzkohle als Brennstoff dienen. Stroh und Reisig (dünne, trockene Zweige) sind wegen des schnellen Abbrennens, der starken Rauchentwicklung und der großen Gefahr von herumfliegenden Glutfetzen ausschließlich als Zunder geeignet.

Das Verbrennen von Grünschnitt und Gartenabfällen ist wegen der schlechten Brennbarkeit und vor allem der umweltschädlichen Rauchentwicklung normalerweise verboten und mit hohen Geldbußen belegt.

Welches Holz für welches Feuer?

Welchen Zweck hat das Feuer? Soll es schnell und heiß brennen, um eine Suppe oder einen Tee aufzukochen? Oder soll es länger anhaltend und gleichmäßig brennen, um zu grillen und zu schmoren? Vielleicht braucht es auch ein großes Heizfeuer? Grundwissen um die verschiedenen Hölzer und ihre Eigenschaften ist äußerst nützlich, selbst wenn man draußen nicht immer genau das jeweils passende Holz findet.

Zunächst sollte immer versucht werden nur Totholz zu verwenden, anstatt den Bäumen lebende „Gliedmaßen“ zu entwenden. Totes Holz, welches noch steht, beziehungsweise hängt, ist der Idealfall. Auf dem Boden liegendes Holz kann auch verwendet werden, doch glimmt dieses aufgrund seiner Feuchtigkeit eher, als das es wirklich brennt. Wenn das Feuer jedoch ordentlich brennt, kann feuchteres Holz neben dem Feuer etwas getrocknet und dann nachgelegt werden.

Lebendes Holz wird fachmännisch „grünes Holz“ genannt. Wegen seines hohen Harzgehaltes entwickelt es beim Verbrennen viel Rauch und viele Funken. Bei Nadelhölzern treten diese Eigenschaften besonders auf. Sie sind zwar relativ weich, brennen leicht und entfalten kräftig Hitze, machen aber kaum Glut und dafür reichlich Rauch und Funken. Hier kann man mit Tannenzapfen, die oft üppig glühen, nachhelfen.

Holz von Laubbaumarten wie Buche oder Eiche ist schwerer entflammbar als Nadelholz, aber brennt dafür länger, bildet länger anhaltende Glut und entfaltet weniger Rauch und Funken.

Und was macht man wenn es keine Bäume in der Umgebung gibt? Dann kann man alternativ das Material von Sträuchern und Büschen oder Treibholz von Stränden und Ufern verwenden. Letzeres ist jedoch sehr trocken und brennt entsprechend kurz und heiß. Im Notfall können auch Gräser, Moose und Schilf zum Einsatz kommen, die zuvor möglichst dicht gepresst werden sollten. Weitere Notlösungen wären Torf und getrocknetes Tierkot.

Brandbeschleuniger wie Spiritus und Benzin sind eine ganz schlechte, gelegentlich sogar tödliche Idee! Abgesehen davon, dass das Feuer außer Kontrolle geraten kann, entsteht beim Hineingießen oder -sprühen unter Umständen eine Rückzündung – das bedeutet, dass die Flammen einem urplötzlich entgegen schlagen.

Wind, Regen, Schnee: Feuer bei widrigen Bedingungen

Bei Feuchtigkeit oder Schnee braucht es eine Feuerschale oder andere Unterlagen (wie zum Beispiel Sand, Kies, Gestein, feucht-grünes Holz), da das Feuer sonst womöglich einsinkt und in einer Pfütze verlöscht. Wird Holz als Unterlage genommen, sollten die möglichst gleichförmigen und möglichst schlecht brennbaren Zweige und Äste wie ein Grillrost dicht nebeneinander gelegt werden.

Bei starkem Wind muss man das Feuer durch einen umgefallenen Baumstamm, einen Wall aus Steinen oder anderes verfügbares Material abschirmen. Da ein Feuer Sauerstoff braucht, sollte es allerdings auch nicht durch eine zu geringe Durchlüftung eingeschnürt werden. Alternativ zum Wall kann man das Feuer auch als Grabenfeuer in die Tiefe verlegen – mehr dazu und zu weiteren Feuerarten folgt im nächsten Feuer-Artikel.

Bei Regen sind die unteren Äste von Nadelbäumen meist relativ gut geschützt. Hobelt man die äußeren Schichten von Fichten- oder Kieferästen mit einem Messer ab, erhält man Brennholz, das auch bei nasser Witterung noch einigermaßen trocken ist.

Last but not least gilt Vorsicht vor nassen oder vereisten Steinen! Oft befindet sich Wasser in Poren und Spalten, das beim Verdampfen sein Volumen vergrößert. Der dabei entstehende Druck kann stark genug werden, um die Steine zu zerbersten und sie in gefährliche Geschosse zu verwandeln! Durch sehr langsames Erwärmen kann das Problem entschärft werden.

Nach dieser gründlichen Vorbereitung sollte hoffentlich nichts mehr schiefgehen und es kann mit der eigentlichen Action losgelegt werden. Im nächsten Artikel erfahrt wir, wie man das Feuer entzündet und vor allem, wie man es am Brennen hält. Zusätzlichen stellen wir einige besonders praktische Feuerarten vor. Wir sehen uns also in Teil 2!

Materialinfo Aramid/Kevlar – Ein Superheldenmaterial im Outdoorsport?

31. Oktober 2018
Ausrüstung

Ein leichtes, schnitt- und stichfestes Gewebe, verwendbar für schusssichere Westen, feuerfeste Verstärkungen oder Beschichtungen für Flugtriebwerke: auf den ersten Blick eignet sich Aramid mit seinem Handelsnamen Kevlar eher für Superheldenkostüme als für Outdoor-Breitensport. Doch die Eigenschaften dieses ganz speziellen Materials lassen sich für viele Outdoorprodukte nutzen – von Handschuhen über Hosen, Helme und Rucksäcke bis hin zu Reepschnüren. Auf jeden Fall lohnt es sich diesen Kunststoff mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was ist Aramid?

Salopp gesagt ist Aramid eine Unterart der Polyamide und damit ein weiterer der zahlreichen Kunststoffe, die auf Erdöl-bzw. Kohlenwasserstoffbasis bestehen. Bei Wikipedia klingt die Definition präziser, aber auch sperriger:

Aramide, auch Polyaramide oder aromatische Polyamide genannt, sind Polyamide, bei denen die Amidgruppen an aromatischen Gruppen gebunden sind. Aramide zählen zu den Flüssigkristallpolymeren (FKP). Die wichtigsten Typen sind Poly(p-phenylenterephthalamid) (PPTA, Handelsnamen: Kevlar, Twaron) und …“

Warum die Dinger „aromatisch“ genannt werden? Gute Frage! Es liegt tatsächlich daran, dass diese Stoffgruppe (zumindest in Teilen) gern intensive, oft als angenehm empfundene, (Duft)Aromen freisetzt. Doch wir sind weniger am Geruch, sondern eher an den funktionalen Eigenschaften interessiert. Und von diesen Eigenschaften gibt es so einige, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen werden.

Zuvor aber erstmal noch ein paar Infos zu der Schmiede von Aramid: Mitte der Sechziger Jahre forschte man beim amerikanischen DuPont Konzern intensiv an der praktischen Verwendbarkeit von Aramiden. Dabei wurde Kevlar, die bekannteste Aramidfaser, enwickelt und zur Produktstreife gebracht. Kevlar dürfte der einzige Handelsname sein, der Bergfreunden eventuell schon einmal zu Ohren gekommen ist, denn diese Aramidfaser wird auch in Outdoor- und Bergsportprodukten verarbeitet. Genauer gesagt findet man in diesem Bereich nur Kevlar, weshalb wir uns in der weiteren Betrachtung auch hauptsächlich auf diese Markenfaser konzentrieren. Andere Aramidprodukte wie Nomex, Teijinconex, Twaron oder Technora sind eher für Modellsportfreunde, Feuerwehrleute, Soldaten und Astronauten interessant…

Herstellung

Vielfältig und komplex – so könnte man die Herstellungsverfahren von Aramiden zusammenfassen. Hauptsächlich werden sie als Fasern, seltener als Folien, hergestellt. In der Werkstoffkunde unterscheidet man Niedermodul- und Hochmodulfasern, deren funktionalen Eigenschaften etwas voneinander abweichen.

Hochmodulfasern werden „aus einer flüssigkristallinen Lösung von polyparaphenylenen Terephthalamiden in konzentrierter Schwefelsäure versponnen. Nach der Oberflächenbehandlung werden HM-Fasern zusätzlich mechanisch gereckt, wobei ein hoher Orientierungsgrad der Einzelfibrillen erreicht wird.“ Der „hohe Orientierungsgrad“ ist als sehr saubere Musterung der Fasermatrix sichtbar. Die exakte Geometrie ist für Aramidgewebe ebenso charakteristisch wie die goldgelbe Farbe. Damit sind wir auch schon bei den Eigenschaften angekommen.

Eigenschaften

In der Eigenbeschreibung ihres Kevlar-Produktes hebt die Firma DuPont hervor, dass man mit diesen Fasern „besser, fester und sicherer“ unterwegs sei: „Sie werden dazu verwendet, Kleidung, Zubehör und Ausrüstung sicher und schnittfest zu machen. (…) Sie werden ebenso auf Skihängen, Bahnstrecken, in anspruchsvollen Wüstengebieten, ja sogar in den unendlichen Weiten des Alls eingesetzt.

Der breite Einsatzbereich kommt durch die hohe (Zug)Festigkeit, hohe Schlagzähigkeit, hohe Bruchdehnung, gute Schwingungsdämpfung und Hitzebeständigkeit der Aramide zustande. Statt zu schmelzen, beginnen sie erst bei etwa 400 °C zu verkohlen. Auch Lösungsmittel, Kraftstoffe, Schmiermittel, Salzwasser sowie Pilze und Bakterien können den Aramidfasern nicht viel anhaben. Lediglich von einigen starken Säuren und Laugen werden sie angegriffen. Man könnte entsprechend sagen, dass das Zeug wirklich hart im Nehmen ist.

In Sachen Druckfestigkeit liegen Aramidgewebe allerdings nur im Mittelfeld der Kunststoffe; bei UV-Beständigkeit und Wasseraufnahme (bis zu 7 %) schneiden sie sogar ziemlich schlecht ab. UV-Einstrahlung führt relativ schnell zu bis zu 75 % der Festigkeit. Dem lässt sich jedoch mit UV-absorbierenden Deckschichten bzw. einer Verarbeitung als Laminat relativ einfach entgegenwirken. Generell ist Aramid gut kombinierbar mit anderen Stoffen, wodurch sich die Funktionalität in viele Richtungen optimieren und erweitern lässt.

Verwendung

Die speziellen Eigenschaften prädestinieren Aramid für eine große Bandbreite an Verwendungen. So kommt es zum Beispiel in der Industrie und im Bauwesen in unzähligen Teilen zum Einsatz. Im Sport- und Outdoorbereich werden besonders die Zähigkeit, Zugfestigkeit und das geringe Gewicht des Materials geschätzt. Aramidfasern werden so zum Beispiel in Reepschnüren, Fangleinen für Gleitschirme, Segeln, Fahrradreifen usw. verwendet.

In den Textilien dienen Kevlar-Elemente vor allem als Verstärkungen, die den Körper schützen und die Lebensdauer der Kleidungsstücke erhöhen. Besonders beliebt sind die Kevlar-Verstärkungen bei Fahrrad-, Motorrad- und Rennsportkleidung sowie an besonders beanspruchten Stellen von Outdoorhosen und Rucksäcken. Als Nähte kommen Kevlarfasern in Klettersteig- und Skihandschuhen zum Einsatz.

Mit der Zähigkeit des Materials geht allerdings eine gewisse Steifheit einher, die besonders im Outdoorbereicht nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich bringt. Anschaulich wird das am Beispiel der relativ neuartigen Kevlar-Reepschnüre, die es auch als fest vernähte Schlingen in verschiedenen Größen gibt. Sie bestehen im Kern aus Aramid, während sich der Mantel, wie bei „normalen“ Reepschnüren und Seilen, aus Polyamid zusammensetzt. Der Aramidkern ist bräunlich und so vom herkömmlichen, blendend weißen Polyethylenkern des üblichen Schnur-, Seil- und Bandmaterials leicht zu unterscheiden.

In der Ausgabe 5/2014 des DAV Panorama Magazins wurden als Vorteile die hohe Festigkeit und hohe Kantenschnittfestigkeit hervorgehoben. Hinzu kommen eine besondere Abriebfestigkeit, hohe Hitzbeständigkeit und eine Zugfestigkeit, die weit über der von Polyamidschnüren liegt. Kevlar-Reepschnüre bieten bei gleichem Durchmesser auch eine weitaus höhere Bruchlast als herkömmliche Reepschnüre.

Als Nachteil nennt das Panorama Magazin die, im Vergleich zu reinen Polyamidschlingen, größere Mantelverschiebung. Außerdem ist „das quasi-statische Material … nicht geeignet zum Sichern für dynamische Belastungen (Vorstieg).“

Wegen der Steifheit ist Kevlar nicht als Material für Bandschlingen geeignet und wegen der fehlenden Elastizität (genauer: Bruchdehnung) nicht als Seilmaterial. Die Steifheit wird jedoch zum Vorteil, wenn die Kevlarschlinge zum Fädeln enger Sanduhren, oder für eine Abalakow-Eissanduhr zum Abseilen, verwendet wird.

Fazit

Wenn es auf Stabilität, Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit ankommt, ist Aramid/Kevlar ein kaum zu übertreffendes Material. Seine spezifischen Eigenschaften erweisen sich im Bereich Outdoor und Bergsport in bestimmten Verwendungen und Situationen als vorteilhaft, in anderen wiederum nicht. Seine Verwendungsmöglichkeiten sind hier nicht ganz so vielseitig wie in Rad- und Motorsport, Arbeitsschutz und anderen Bereichen.

Kein „Voll normaaal“ Weg – DAV NRW Alpinkader gelingt Bigwall-Erstbegehung im Urner Granit

30. Oktober 2018
Bergfreunde Pro-Team

Mit dem NRW Alpinkader unterwegs zu sein, ist eine coole Sache. Nicht nur, weil ich der Trainer bin und deshalb immer Recht habe. Es ist eigentlich immer lustig, so wie im Sommer 2017 im Schweizer Voralptal: Sebastian kämpft seit Stunden mit der zweiten Seillänge der Techno-Route „The Shield“ (A3, 6c, 7 SL) und Moritz, der ihn sichert, ist gleichermaßen engagiert mit den Mücken.

Genau genommen befinden wir uns in einem kleinen Seitental des Voralptals. Gelegen, man könnte auch sagen versteckt, unterhalb des recht unspektakulären Mittleren Höhenbergs, überragt vom großen Kletterberg Salbitschijen. Aber: Dieses Tal hat es wirklich in sich. Neben vielen Stechmücken gibt es hier sehr sympathische Pflanzen, die einem mitunter zweitgradige Verbrennungen zufügen; und dann gibt es natürlich auch noch diesen perfekten Granitpfeiler, an dem gerade zwei Seilschaften unseres Teams klettern.

Der Rest der Mannschaft ist derweil weiter oben zugange, an einer etwas größeren Wand. Man erreicht diese von der Voralpkurve des Göschenertals in nur eineinhalb Stunden, doch die sind mühevoll. Vielleicht liegt es daran, oder auch an der Vegetation in der Wand, dass sie bisher wenig beachtet wurde. In einem grasigen Riss, nicht weit vom Boden entfernt, finden wir einen alten Fixkeil mit eingeknoteter Reepschnur, was auf einen früheren Versuch hindeutet. Sonst gibt es hier keinerlei menschliche Spuren.

Dave, der Held

Es ist der Sommer 2017. Martin, Charly und ich nehmen uns den unteren Teil der Wand zur Brust. Dieser Bereich ist leicht geneigt, während die Wand oben ordentlich überhängt. Nach einer tollen Platte wird das Gelände für zwei Seillängen – sagen wir mal – ungut.

Nicht nur etwas viel Grünzeug hängt hier in der Wand, sondern auch ein paar lose Schuppen und Blöcke. Als Erstbegeher muss man viele Entscheidungen treffen, unter anderem, was man mit dem losen Zeug tut. Ich persönlich will nicht, dass irgendwann irgendjemand davon zermatscht wird. Also schicken wir es entweder ins Tal, oder wir geben unser Projekt auf, bevor wir richtig losgelegt haben. Aber dafür sieht der obere Teil der Wand zu cool aus.

Dave steht unter uns und gibt per Funk grünes Licht, dass ihn nichts treffen kann. Es ist immer wieder unangenehm die Regel zu brechen, dass man keinen Steinschlag auslösen sollte. Aber abgesehen von Dave kann es in diesem Fall wirklich niemanden treffen…

Teil zwei – jetzt wird’s ernst…

Im Sommer 2018 führt die Reise erneut ins Göschenertal, zum Zeltplatz Mattli, unserem sehr geschätzten Basecamp und Ausgangspunkt, um in wechselnder Besetzung an unserem Projekt weiterzuarbeiten. Klar, klettern spielt dabei auch eine entscheidende Rolle, aber mit dem Anspruch eine gute Route zu hinterlassen trifft es der Begriff „arbeiten“ besser.

Konkret heißt das: einen Zustiegspfad anlegen, Material zur und in die Wand bringen, Fixseile verlegen, die beste Linie austüfteln, Fixpunkte anbringen, Risse ausputzen und so weiter. Es ist cool zu sehen wie alle Gas geben. Ich erlebe sogar den denkwürdigen Moment als Merlin eine Bürste ergreift und zum ersten Mal in seinem Leben putzt…

Blöderweise herrscht nur mal wieder instabiles Sommerwetter. Es ist zwar warm, aber das Wetter ist auch immer wieder für einen Regenschauer oder ein Gewitter gut. Gleichzeitig müssen wir länger am Stück in der Wand bleiben, denn sonst geht’s nicht richtig voran. Am großen Band nach der dritten Seillänge richten wir uns ein komfortables Lager ein, mit Portaledge samt Fly und einer zusätzlichen Plane, unter der wir uns zurückziehen können. Alles ist angerichtet. Jetzt wird’s ernst.

Techno-Spielchen und Fettnäpfchen

Die Seillängen vier und fünf haben es in sich sich. Zuerst diese Rissverschneidung, in der sich über 35 m kaum ein solider Fixpunkt anbringen lässt, dann eine kürzere Länge, die allerdings knifflig und anstrengend ist. An dieser Stelle hinterlassen wir einen der wenig gebohrten Zwischenhaken (den ersten nach der Einstiegsplatte) und einen fixierten Beak. So ist diese Länge nur circa A3+ und nicht A4 (oder mehr), aber ich denke dennoch, dass sich die wenigsten Wiederholer hier langweilen werden.

Bei den Gefahren, die eine Bigwall-Erstbegehung mit sich bringt, denken die wenigsten an Fettnäpfchen. Michaela fand meinen Witz an diesem Morgen, sie sei nur zum Kaffeekochen mit in der Wand, nicht so lustig (wirklich sehr unpassend, aber kann ja mal passieren…). Tatsächlich begleitet sie uns ein paar Tage, sagen wir mal im Rahmen eines Bigwall-Praktikums.

Jetzt ist sie noch ein bisschen wütend – ein idealer Zustand, um sie auf den nächsten zugewachsenen Riss loszulassen. Dieser führt sie direkt zum großen Dach, dem markantesten Detail der Wand. Nach gut 10 Metern Gartenarbeit bricht ihr ein Fixpunkt aus und sie fällt ins Leere. Ich werfe ihr ein Seil zu und ziehe sie zurück zum Stand.

Moritz übernimmt und meistert den Rest dieser spektakulären Seillänge – wir nennen sie „Great-Roof-Pitch“ – gewohnt souverän. Wir installieren ein Fixseil und seilen ab. Dabei stellt sich die Frage, ob man ohne Fixseil überhaupt runter kommt, denn selbst mit zwei sehr langen Seilen erreicht man die Wand unterhalb des Dachs wohl nicht mehr.

Und dann auch noch der Chockstone Crack

Sascha und Charly haben sich in Stellung gebracht. Ihr Portaledge hängt regensicher am Standplatz unterm „Great Roof“. Aber auch sie werden in der Folge nichts geschenkt bekommen. Die Wand bleibt steil und wild. Die achte Seillänge folgt einem immer breiter werdenden Riss. Als der 6er-Cam zu klein wird, sollen zwei eingeklemmte Felsbrocken zur Fortbewegung herhalten, doch die drohen aus der Wand zu fallen. Also nochmal bohren.

Es folgt ein Pendelquergang im überhängenden Gelände, eine unheimliche „A3-Schuppe“ und ein langer Runout. Nach 60 Metern ein perfekter Standplatz. Danach folgt noch eine Seillänge und ein letzter Cliff-Zug unter der großen Felsnase, die man schon vom Tal aus sehen konnte. Die letzten Meter sind ein Hakenriss. Alles löst sich perfekt auf. Welch ein Lohn für Einsatz, Schinderei, und – bei mir natürlich nicht, nur bei den Jungs – für den ein oder anderen Tropfen Angstschweiß! Yeah, so läuft das im Mosquito Circus!

Weitere Infos zur Erstbegehung und Einrichtung des Mosquito Circus (A3+, 6c, 285m).

Routenbeschreibung

  1. SL: 45 m 6c A2 bzw. 7a+ (linke Variante) oder 6c A2+ (rechte Variante). Erst Freikletterei in großer Platte, dann entweder nach links zur Schuppe (einfacher) oder rechtshaltend mit 2 x Bathook zum feinen Riss (besser).
  1. SL: 20 m A1 und 4. Dreckrampe und Podeste.
  1. SL: 40 m A1 und 4+. Linkshaltend bis zu Band, dort nach rechts queren zum „Ersten großen Band“.
  1. SL: 40 m A3+. Viele mittlere Pecker und mittlere Knifeblades. Erst Verschneidung, dann Rechtsquerung an Cam-Schuppe zum Stand: Achtung: am Ende der SL unbedingt den Bogen über links klettern, nicht direkt zum Stand, wegen loser Riesenschuppe!
  1. SL: 25 m A3+ und 4. Links haltend in überhängende Platte mit 8-mm-Bolt und fixiertem Pecker. Zuletzt einfach zum Stand.
  1. SL: 45 m A2+ und 4 „Great-Roof-Pitch“. Feiner Riss in der rechten Wand – luftig.
  1. SL: 10 m „Zweites großes Band“. Querung nach links. Offensichtlicher Stand an Cams.
  1. SL: 60 m A3 und 4 „Chockstone-Crack“. Geschwungener Offwith-Riss. Achtung, die Klemmsteine sind locker. Pendelquergang an Bolt zu heikler Schuppe.
  1. SL: 40 m 5 A2 „Nose“. Markanter Riss, Dachquerung nach rechts, kurze Ausstiegsverschneidung. Stand an Block.

Abstieg

Abstieg entweder über den Gipfel des Mittleren Höhenberges (20-30 min vom Ausstieg der Route) und Salbithütte oder besser durch Abseilen über die Route, beziehungsweise Abseilpiste.

Abseilen

  • SL 9 und SL 8 seilt man direkt ab (35 m, 55 m)
  • SL 7 zurückqueren zum 6. Stand („Zweites großes Band“)
  • 16 m zu Abseilstand mit Fixseil an der Dachkante des „Great Roof“
  • 20 m abseilen und sich zum Stand unterm Dach ziehen
  • 42 m zum „Ersten Großen Band“
  • 20 m direkt runter zu Podest
  • 50 m zu kleinem Absatz
  • 20 m zum Boden

Absicherung und Material

Die Stände sind gebohrt (jeweils zwei 10er-Bolts), abgesehen vom Cam-Stand am „Zweiten großen Band“. Außerdem stecken vereinzelt gebohrte Zwischenhaken und Schlaghaken (bitte nicht entfernen). Inklusiv Standhaken sind es im Schnitt drei Bohrhaken pro Länge. Davon wurde nur knapp die Hälfte während der Erstbegehung gesetzt, der Rest nachgebohrt, mit dem Gedanken, einzelne Stellen zu entschärfen und den Materialaufwand für Wiederholer in einem angemessenen Rahmen zu halten. Mit dem aufgeführten Material lässt sich die Route jetzt weitestgehend gut absichern.

  • 60-m-Seile
  • 2 x Cam #0.1 (besser Aliens)
  • 3 x Cam #0.2–0.5 (besser Aliens)
  • 2 x Cam #0.75–4
  • 1 x Cam #5
  • Rock 3–7
  • kleines Set Micro-Offset-Keile
  • 9 Beaks (1 x groß, 4 x mittel, 4 x klein)
  • 10 Knifeblades, verschiedene Längen und Dicken
  • 2–3 LAs, eher dünn
  • 2–3 Angles, eher dünn
  • 1–2 x Talon
  • 1 x Grappling Hook o. Ä.
  • Drahtbürste und Fugenkratzer
  • Mückenspray
  • für den Zustieg feste Schuhe und dünne Lederhandschuhe

Tipps und Taktik

Schnelle Seilschaften können die Route in zwei Tagen (Tal bis Tal) klettern. Biwak dann am besten am „Ersten großen Band“ (nach der 3. SL). Für die meisten Teams wird wohl ein weiteres Biwak fällig.

  • Die sichere Variante: Biwakzeug bis zum „Zweiten großen Band“ mitnehmen.
  • Die leichte Variante: Biwakzeug am „Ersten großen Band“ lassen und Gas geben. Die Cams #4–5, den 3. Satz #0.2–0.5 und 1 x #3 kann man bis zur „Great-Roof-Pitch“ im Haulbag lassen.

Zustieg und Einstieg

Von der Voralpkurve (1402 m, Parkplatz und Bushaltestelle) dem Weg zur Voralphütte folgen. Nach 20 min Gatter, kurz darauf Doppelkehre. 13 m nach der zweiten Kehre weglos rechts hoch in schwache Waldschneise (ca. 1565 m). Den Steinmännern folgen bis kurz vor den Einstieg der Route Traumschiff. Weiter zum Einstieg von Muja Hedder. Nun tendenziell rechts halten, an der Wand entlang (Wegspuren, vereinzelt kurze Fixseile). Nicht links im großen Couloir gehen (Steinschlaggefahr, mühevoll). Mit Bigwall-Gepäck insgesamt ca. 1,5 h. Einstieg auf ca. 1820 m bei dem kleinen Vorbau der markanten großen Platte (einzelner Bohrhaken).

Sicher übernachten bei eisiger Kälte – eine Schneehöhle bauen

24. Oktober 2018
Tipps und Tricks

Es gibt bekanntlich vier menschliche Grundbedürfnisse, deren Stillung in einer Notsituation entscheidend sind. In der Reihenfolge der Wichtigkeit sind das: Wärme, Schlaf, Wasser und Nahrung. Zumindest für die ersten Beiden kann eine Schneehöhle des Rätsels Lösung sein. Die isolierende Eigenschaft von Schnee sorgt dafür, dass sich die Temperatur in einer Schneehöhle konstant um den Gefrierpunkt bewegt.

Wie ihr eine solche Schneehöhle baut und auf was ihr dabei achten solltet, durfte ich auf einem Kundenevent der österreichischen Firma Carinthia erlernen. Dort ging es nämlich nicht nur darum die Vorzüge und Produktionsspezifika des patentierten Füllmaterials GLoft kennenzulernen, sondern auch unter Anleitung ausgewiesener Experten zu lernen, wie man sicher in eisiger Kälte übernachten kann.

Einen Bauplatz wählen

Beginnen sollte man damit einen geeigneten Bauplatz für die Schneehöhle zu wählen. Ideal sind dafür überhängende Schneewechten oder leichte Hanglagen, weil sich dort der Schnee gut aufstaut. Auch auf die Schneekonsistenz sollte man achten, denn der Schnee sollte an der Oberfläche möglichst fest sein. Schlecht geeignet ist also Pulverschnee oder auch alter, sehr nasser Schnee.

Habt ihr etwas Passendes gefunden, messt ihr mit eurer Lawinensonde die Schneehöhe. Dies macht ihr dabei an mehreren Punkten des anvisierten Grabplatzes, um nachher nicht einen halben Meter umsonst gegraben zu haben. Diese sollte mindestens 1,50 Meter (eher sogar mehr) betragen. Als letzte Maßnahme, bevor es endlich losgehen kann, muss der Wind geprüft werden. Das ist wichtig, da der Eingang einer Schneehöhle immer an der windabgewandten Seite angelegt sein sollte.

Wir buddeln uns einen gemütlichen Schlafplatz

Der geeignete Platz ist nun also gefunden. Jetzt kann das Buddeln losgehen. Mit der – im Optimalfall verwindungssteifen – Lawinenschaufel gräbt man zunächst die oben erwähnten mindesten 1,50 Meter nach unten. Die Decke der Schneehöhle sollte mindestens 40 Zentimeter dick sein, aber auch hier gilt im Zweifel lieber dicker. Vergesst das Trinken nebenher nicht; ich habe erst nach einer Stunde Graberei gemerkt, dass mir längst die Zunge am Gaumen klebt.

Nachdem ihr mindestens 1,50 Meter nach unten gegraben habt, legt ihr eine Stufe nach unten an und grabt dann nach etwa einem halben Meter nach oben. Diese Stufe dient später dazu den Wind abzuhalten und die kalte Luft quasi „aufzusammeln“.

Ab jetzt grabt ihr einfach geradeaus weiter und zwar so weit bis ihr selbst, eure Isomatte und die zentralen Ausrüstungsgegenstände (wie zum Beispiel eure Schuhe) hineinpassen. Viel größer solltet ihr die Höhle nicht anlegen, weil sonst der Effekt, den Bau mit eurer eigenen Körperwärme zu „heizen“, mehr und mehr verpufft. Bei uns in der Gruppe gab es den Einen oder Anderen, der sich nicht vorstellen konnte in einem solchen „Sarkophag“ zu nächtigen, aber glaubt mir, man gewöhnt sich daran! Wichtig ist wasserdichte Kleidung zu tragen, die die Feuchtigkeit beim langen Kien und Liegen im Schnee abhält.

Achtet zudem darauf den eigentlichen Schlafplatz möglichst eben anzulegen und versucht nach einem kurzen Probeliegen etwaige Unebenheiten am Boden auszubessern, sodass ihr möglichst bequem liegt. Auch an der Decke solltet ihr überstehende Zacken und Furchen mit der Schaufel glätten, da diese ansonsten anfangen zu schmelzen – man möchte seine Nacht ja ungern in einer Art Tropfsteinhöhle zubringen, oder? ;-)

Die Schneehöhle einrichten

Die Arbeit ist getan, jetzt kommt die Isomatte und der Schlafsack in das Schlafgemach. Der von mir bei diesem Anlass getestete Schlafsack war der Carinthia G350 Kunstfaserschlafsack. Für mich hat sich dieser absolut bewährt!

Grundsätzlich solltet ihr hierfür einen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von -5 bis -10 Grad wählen. Die Isomatte benötigt wiederum einen R-Wert von mindestens 3. Ausrüstung, die nicht einfrieren sollte, nimmt man entweder mit in den Schlafsack (zum Beispiel Trinkwasser oder einen Wasserfilter) oder verstaut sie so weit weg vom Eingang der Höhle wie möglich. Das gilt insbesondere für eure Schuhe, die ihr sonst am nächsten Morgen nicht mehr anbekommt. Bevor ihr euch dann in den Schlafsack kuschelt, verschließt ihr den Eingang mit eurem Rucksack.

Die schnelle Alternative

Wenn ihr entweder keinen geeigneten Bauplatz findet, oder euch schlicht die Zeit für die Konstruktion einer „richtigen“ Schneehöhle fehlt, gibt es eine Alternative. Für diese messt ihr zunächst die Schneetiefe und grabt möglichst eben eine Mulde, in die ihr samt der üblichen Ausrüstung hineinpasst.

Dann nehmt ihr eure Schneesäge zur Hand und schneidet aus den hart gefrorenen Schichten des Schnees ca. 20 x 50 Zentimeter große Blöcke heraus. Diese Blöcke schichtet ihr nun wie ein Zeltdach (also immer einen Block von jeder Seite) nebeneinander über die Mulde, bis diese ganz überdacht ist und drückt die Blöcke möglichst fest zusammen. Danach schüttet ihr einfach über die noch vorhandenen Löcher und Öffnungen genug Schnee, sodass das Schneezelt bis auf die Öffnung an der windabgewandten Seite komplett verschlossen ist. Dieser aufgeschüttete Schnee wird sich schnell mit den darunterliegenden Blöcken verbinden und für zusätzliche Stabilität sorgen.

Schneehöhlen sind nicht nur für Notsituationen überlebensnotwendig, sondern bieten auch allgemein eine tolle Übernachtungserfahrung!

Kanu-Wandern und Kanu-Trekking

23. Oktober 2018
Tipps und Tricks

Welche Freizeitaktivität macht Freude, entspannt, fördert Wohlbefinden, lässt Oberkörpermuskeln wachsen und neben frischer Luft auch reichlich schöne Blicke inhalieren? Richtig, das Kanuwandern!

Man muss schon ein wirklich wasserscheuer Stubenhocker sein, um  diesem Dahingleiten und dem satten Herumschwingen und Eintauchen des Paddels gar nichts abgewinnen zu können. Vor allem, wenn es über Tage hinweg ständig wechselnde Landschaftseindrücke aus der ungewöhnlichen und besonders naturnahen Wasserperspektive gibt. Dabei kann man erfreut feststellen, dass nicht nur Ruhe, sondern auch Abenteuerfeeling in ursprünglicher Natur erstaunlich leicht und quasi vor der Tür zu haben sind.

Okay, ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht, denn ein wenig Wissen und Planung braucht es schon. Und natürlich braucht es auch ein Boot. Aber der Reihe nach. Zunächst einmal solltest du dir den folgenden Artikel durchlesen – meine Zusammenfassung über alles Wichtige, das man vor der ersten Kanuwanderung wissen sollte.

Begriffsklärung: Kanu, Kajak und Kanadier

„Kanu ist das offene Ding und Kajak war das mit dem Loch, oder?“ So oder so ähnlich klingt es, wenn sich eingefleischte Landratten über den Wassersport unterhalten. Jedenfalls stimmt das nur so halb und muss ein wenig präzisiert werden:

Der Begriff „Kanu“ beinhaltet alle Arten von Booten, „die aus eigener Muskelkraft mit Paddeln in Blickrichtung nach vorne bewegt werden. Der Kajak wird als Einer oder Zweier im Sitzen mit einem Doppelpaddel angetrieben, der Canadier im Knien oder Sitzen mit einem Stechpaddel.“

Das „offene Ding“ ist in aller Regel ein Canadier. Der Kajak hat das Deck bis auf eine oder mehrere Öffnungen für den oder die Paddler geschlossen und ist ebenfalls eine Unterart des Kanus. Das klassische Ruderboot vom Verleih am Badesee mit seinen zwei fest eingehängten Paddeln ist kein Kanu, da man hier rückwärts zur Fahrtrichtung sitzt. Außerdem sind diese Kähne doch etwas schwerer, sperriger und langsamer als „richtige“ Kanus.

Wer noch etwas feiner differenzieren will (etwa nach der Anzahl der Paddler und den Unterschieden bei den Paddeln), mache sich in diesem schön illustrierten Wikihow-Artikel schlau.

Begriffsklärung II: Kanuwandern vs. Kanutrekking

Relativ gemächliches Befahren von eher ruhigen Gewässern – so könnte man den Begriff Kanuwandern auf eine Kurzformel bringen. Um wirklich zum Kanuwanderer zu werden, sollte man aber schon mehr als einen der etwa 37.000 Kilometer zurücklegen, die es allein in Deutschland an befahrbaren Gewässern gibt…

Meist werden in einer Tour mehrere Binnenseen über Flüsse und Kanäle miteinander verbunden. Leichte Wildwasserpassagen sind natürlich nicht kategorisch ausgeschlossen, doch da der Großteil der Kanuwanderungen von Familien, Anfängern und eher „kontemplativen“ Naturfreunden angegangen wird, spielen sportliche Aspekte und der Adrenalinkick eher selten eine Rolle.

Zum Einsatz kommen dabei sowohl Kajaks als auch Canadier. Erstere sind zumeist etwas kleiner, leichter, wendiger und damit auch schneller. Einzelpersonen und kleine Gruppen sind oft in Kajaks unterwegs, während Familien und größere Gruppen eher die „ruhigeren“ und geräumigeren Canadier bevorzugen. In diesen lässt sich auch das Gepäck leichter unterbringen und ist schneller griffbereit. Apropos Gepäck: wenn bei einer mehrtägigen Fahrt eine größere Menge davon mitgenommen wird, spricht man vom Kanutrekking. Alternativ werden auch viele Mehrtagestouren so organisiert, dass Begleitfahrzeuge das Gepäck transportieren.

Ansonsten unterscheidet man das Kanuwandern und Kanutrekking auch nach den befahrenen Gewässern, die man in Zahmwasser und fließende Gewässer unterteilt. Alle stehenden Gewässer, wie Teiche und Seen, gelten als Zahmwasser. Ohne die erschwerenden Faktoren von Wind und Wellengang, bieten Zahmwasser ideale Reviere für Anfänger – allerdings nur, so lang man den Einfluss weiterer Gefahrenquellen wie Strömungen, Kehrwasser, Schiffsverkehr, Stauwehre oder Brückenpfeiler ausschließen kann. Strömungen mit all ihren Begleiterscheinungen können auch an den Zu- und Abflüssen von Seen auftreten und vor allem in der Nähe von Staumauern- und Wehren gefährlich werden.

Ab einer Fließgeschwindigkeit von etwa fünf Stundenkilometern spricht man von Fließgewässern. Die technischen Anforderungen steigen auf den Fließgewässern, weshalb Anfänger hier nicht ohne erfahrene und kompetente Begleiter unterwegs sein sollten. Die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erlernt man am besten in einem Kurs eines örtlichen Kanu-Vereins.

Fortgeschrittene Disziplinen des Kanuwanderns und Kanutrekkings sind Wildwasserfahrten und Küstenbefahrungen (Küstenkanuwandern). Hier kommen deutlich größere Anforderungen an Können, Kraft und Erfahrung ins Spiel. Auch die Erlebniswelten sind bei dieser Variante andere, als beim eher beschaulichen und „herkömmlichen“ Kanuwandern.

Rund um das Befahren von Gewässern mit Kanus gibt es noch zahlreiche weitere Begriffe und Bezeichnungen, die oft synonym verwendet werden. Beispielsweise werden die Begriffe „paddeln“ und „Paddeltour“ häufig synonym zu den Bezeichnungen „Kanufahren“ und „Kanuwandern“ verwendet. Letztendlich ist „paddeln“ der Oberbegriff, der auch das Kanufahren umfasst.

Mehrtägiges Kanuwandern

Wie wir gerade festgestellt haben, sind mit Kanuwandern und Kanutrekking in der Regel mehrtägige Unternehmungen gemeint. In Bezug darauf kommt natürlich die Frage nach passenden Übernachtungsmöglichkeiten auf. In den wasserreichen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sieht es für Kanuten ziemlich gut aus: für eine Nacht ist dort freies Kampieren erlaubt. Dies ist allerdings nur erlaubt, wenn man sich nicht in Nationalparks und Waldgebieten aufhält. Bei Privatgrundstücken muss eine Erlaubnis eingeholt werden, ansonsten ist man auch hier rechtswidrig unterwegs.

In den anderen Bundesländern ist Wildcampen in aller Regel komplett untersagt. Positiv ist jedoch, dass es in Gewässernähe nicht nur häufig Campingplätze, sondern auch Kanu- und Wassersportvereine mit ihren Bootshäusern und Kanustationen gibt. Mit einer rechtzeitigen Voranmeldung lassen sich hier ebenfalls manche Übernachtungen organisieren.

Außerdem gibt es viele als Wasserwanderrastplatz oder Biwakplatz gekennzeichnete vorgesehene Anlegemöglichkeiten.

Alles in allem kommt man, zumindest in Deutschland und Mitteleuropa, bei Mehrtagestouren um keine gewissenhafte Planung und Vorabinformation herum. Ein paar Links dazu folgen im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Voraussetzungen: Für wen ist Kanuwandern geeignet?

Die kurze Antwort: Für alle, die schwimmen können! So einfach ist das. Es braucht zwei gesunde Arme zum Paddeln und eine körperliche Konstitution, mit der man es aushält ein paar Stunden sitzend oder kniend auf einem Brett oder einer Schale zu verbringen. Das Einstiegsalter für Kinder wird bei etwa 8 Jahren angesetzt.

Obwohl der Zugang zum Kanufahren und Kanuwandern erfreulich „niedrigschwellig“ ist, empfehlen Kanuverbände einen regelmäßigen ärztlichen Gesundheitscheck, um eventuell versteckte Risiken auszuschließen. Gesundheitsprobleme müssen aber kein Ausschlusskriterium sein, sofern es keine Einwände der behandelnden Ärzte gibt.

Diese recht lockeren Zugangsvoraussetzungen gelten aber natürlich nur unter der Voraussetzung einer geordneten Herangehensweise mit sorgfältiger und vernünftiger Tourenauswahl und Planung!

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten braucht es?

Die Hauptvoraussetzung der Schwimmfähigkeit haben wir ja schon erwähnt. Ansonsten hängt das geforderte Maß an Fähigkeiten und Kenntnissen hauptsächlich davon ab, ob man als Einzelkämpfer auf eigene Faust oder als Gruppentier in Kursen und im Verein loslegen will. Oder ob man Entspannung mit Kind und Kegel oder Abenteuer mit Adrenalinkick sucht.

Grundsätzlich macht auch im Kanu die Übung den Meister, obwohl das Ganze so denkbar einfach aussieht. Die ersten Meter sollten definitiv auf ruhigem Fahrwasser angegangen werden, denn manchmal entpuppt sich das mit dem Kurshalten, besonders beim Doppelpaddel, als doch nicht so leicht, wie es vielleicht aussieht.

Auf eigene Faust oder mit Anleitung – wie fange ich an?

Sicher kann man sich das Kanufahren selbst beibringen. Doch dabei wird man womöglich einige Umwege machen, wie zum Beispiel den einen oder anderen Fehlkauf bei der Ausrüstung. Außerdem wird man eher wenige oder gar keine anderen Kanufreunde kennenlernen. Im Verein kann man verschiedene Boote ausprobieren und bekommt auf jeder Lernstufe qualifiziertes Feedback. Wen diese und weitere Vorteile, wie Ermäßigungen und Versicherungsschutz, nicht locken, der kann Anfänger-Kanukurse auch als Nichtmitglied buchen.

Besonders für Familien dürfte sich der Vereinsweg empfehlen – nicht nur, weil die Ausgaben für das neue Hobby so in Grenzen bleiben. Die meisten Vereine sind im Deutschen Kanu-Verband (DKV) organisiert, der nach eigenen Angaben der größte Kanu-Verband weltweit ist. Die Mitgliedschafts-Kostenstruktur des DKV ähnelt der des Deutschen Alpenvereins.

Der DKV ist mit seinen vielen kostenfreien Informationen auch für jene nützlich, die auf eigene Faust loslegen wollen. So gibt es beispielsweise auf der Tourenplanungs-Infoseite und auf der Gewässer-Infoseite jede Menge gut strukturiertes Material.

Selbstverständlich gibt es auch für die sportlich-technische Selbstschulung reichlich Material im Netz. Das ersetzt zwar keinesfalls einen Kurs, ist aber teilweise schon ziemlich gut aufbereitet. Ein Beispiel ist dieses anschaulich visualisierte Tutorial (leider nur auf Englisch), das die Grundlagen des Kajakfahrens erklärt. Auch eine Erläuterung der Einzelteile des Kajaks und der Ausrüstung ist dabei.

Sicherheit und Umweltschutz

Trotz aller Entspanntheit, ist beim Kanuwandern ein gewisses Maß an Sensibilität und Mitdenken nicht verzichtbar.

Zunächst halten sich die Gefahren eher in Grenzen und sind künstlicher Natur: Schleusen, Wehre und Gegenverkehr. Stärker ist man natürlichen Gefahren, wie Wind, Wellen und Strömung auf Wildwasser und vor Küsten ausgesetzt. Dennoch erfordert jede selbst organisierte Kanuwanderung eine solide Planung hinsichtlich der befahrenen Gewässer, der Ausrüstung und Teilnehmer samt deren Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten.

Der DKV stellt hierfür umfassende Informationen zum Thema Sicherheit auf seinen Seiten zur Verfügung. Einige wichtige Punkte seien hier hervorgehoben:

  • Paddeln Sie nie allein. Hinterlassen Sie stets Informationen, wohin und bis wann Sie unterwegs sein wollen.
  • Erkundigen Sie sich über die Gefahren der Gewässer – Wasserstand, Wehre und Wetterlage. Fahren Sie nie bei Hochwasser.
  • Meiden Sie Wehre, E-Werke und Stauanlagen aller Art. Hier besteht häufig Lebensgefahr, daher weiträumig umtragen. Äußerste Vorsicht bei unübersichtlichen Flußstrecken.
  • Halten Sie Abstand zu allen anderen Wasserbenutzern, insbesondere zu allen Motorschiffen und Segelfahrzeugen. Kanus sind fast immer ausweichpflichtig und vom Schiffsführer schlecht zu sehen.
  • Machen Sie die Boote mit Auftriebskörpern unsinkbar. Legen Sie eine Schwimmweste, bzw. auf Großgewässern eine ohnmachtsichere Rettungsweste und Kopfschutz an. Tragen Sie beim Wildwasserfahren einen Kälteschutzanzug.

Vor jeder Fahrt sollte auch ein Sicherheits-Check durchgeführt werden, bei dem alle sicherheitsrelevanten Faktoren (Ausrüstung, Vorbereitung auf Zwischenfälle, Gruppendynamik, usw.) in einer Liste abgearbeitet werden.

Der Umweltschutz gehört für viele erfahrene Paddler zum Ehrenkodex. Zum rücksichtsvollen Umgang mit der Natur gehören die Schonung von Pflanzen und Tieren, die Beachtung von Befahrungs-, Anlege- und Betretungsregeln und die Mitnahme aller Abfälle. Ähnlich wie in den Bergen sind diese Verhaltensweisen für viele, aber nicht für alle selbstverständlich.

Wann und wo: die besten Zeiten und Reviere

Die idealen Zeiten sind nicht nur vom Wetter, sondern vor allem von den Wasserständen abhängig. Diese wiederum hängen im Gebirge von der Schneeschmelze ab. Im Winter führen viele Alpenflüsse wenig bis gar kein Wasser, während sie im späten Frühjahr zu reißenden Strömen anschwellen. In Skandinavien wird man vor allem den hochsommerlichen Stechmücken ausweichen wollen, in anderen Regionen den Menschenmassen zur Ferienzeit. Wobei sich zur sommerlichen Ferienzeit auch in den stillen Weiten des hohen Nordens beachtliche Touristenmassen an diversen „Hotspots“ sammeln.

Grundsätzlich sind die wasserreichen Länder Mittel-, Ost- und Nordeuropas wahre Kanuparadiese. In Deutschland wartet fast jedes Bundesland mit einer erstaunlichen Zahl an Revieren und Tourenmöglichkeiten auf. Outdoorfeeling und Naturerlebnis sind damit auch an Orten möglich, an denen man es eher weniger vermuten würde – so zum Beispiel im Ruhrgebiet, wo sechs Stauseen sowie diverse Flüsse und Kanäle aus dem einstigen Kohlerevier ein ansehnliches Kanurevier machen.

Möglich macht es die Gesetzeslage, die in Deutschland ziemlich „kanutenfreundlich“ ausfällt. Das sogenannte Wassergesetz erlaubt ausdrücklich das Befahren der natürlichen Gewässer in mit Muskelkraft betriebenen Booten (im Rahmen eines „wasserrechtlichen Gemeingebrauchs“).

Doch Deutschland ist bekanntlich dicht besiedelt und die eher kleinen verbliebenen Naturräume müssen geschützt werden. Deshalb kann man nicht einfach überall drauflospaddeln. Es gibt sehr viele Befahrungsregelungen, die hauptsächlich dem Naturschutz dienen sollen. So können beispielsweise viele Gewässer nur ab einem bestimmten Mindestwasserstand mit dem Kanu befahren werden. Eine Zusammenstellung dieser Regeln findet sich ebenfalls auf der DKV-Homepage.

Doch Kanuten wollen nicht nur wissen, was die Gesetze sagen, sondern auch, ob die Wasserlandschaft reizvoll ist. Und natürlich auch, welche technischen Anforderungen gestellt werden, welche Gefahrenstellen, Ein- und Ausstiegsstellen sowie nahe gelegenen Campingplätze oder andere Übernachtungsmöglichkeiten es gibt. Auch hier ist der DKV mit seinem angeschlossenen Kanu-Verlag eine erstklassige Informationsquelle. Ähnlich wie die Alpenvereine an der Führerliteratur für die Berge beteiligt sind, ist der DKV an der Erstellung unzähliger und ständig aktualisierter Gewässerführer und -karten beteiligt.

Welche Ausrüstung braucht es fürs Kanuwandern?

Je nach Art der Tour und des Boots variiert die ideale Ausrüstung und deren ideale Zusammenstellung. Ein gutes Beispiel für eine Ausrüstungs-Packliste Kanu/Kajak bietet die Seite Canoeguide.net. Diese Liste umfasst die spezifische Ausrüstung wie Boote, Paddel, Schwimmwesten, Helme, wasserdichte Tonnen, Säcke, usw.

Hinzu kommen bei jeder Tour zahlreiche allgemein und persönlich benötigte Utensilien. Diese sind auf der gleichen Seite unter den Kategorien „Packliste Wildnisküche“, „Packliste Lagerleben“ und „Packliste persönlich“ aufgeführt.

Wer zunächst einmal nur hineinschnuppern will, muss sich nicht gleich eigenes Equipment zulegen. Einen Großteil des spezifischen Materials kann man sich vor Ort oder daheim von Touranbietern, Händlern oder über den Verein ausleihen. Wer nach den ersten Touren ein Boot kaufen will, hat die Qual der Wahl eines ständig wachsenden Marktes. Am besten lässt man sich vom Fachhändler und von erfahrenen Kanuten beraten. Wer Geld oder Ressourcen sparen will, hat auf dem Markt der gebrauchten Boote eine ebenfalls reiche Auswahl.

Damit wären wir abschließend bei der Frage aller Fragen: Was kostet der ganze Spaß überhaupt? Die Preisspanne ist enorm und hängt von vielen weiteren Fragen ab: kauft man Ausrüstung und wenn ja, neu oder gebraucht? Für ein Neu-Kanu oder Kajak legt man etwa 700 € und aufwärts auf den Tisch, ein Gebrauchtes kann man mit Glück auch für einen zweistelligen Betrag bekommen.

Zusätzlich dazu folgen die weiteren Fragen: Tritt man dem Verein bei und nimmt dort an Touren teil? Oder geht man zu teureren aber zwangloseren kommerziellen Anbietern? Bei letzteren kostet zum Beispiel eine Woche Kanuwandern in der Mecklenburgischen Seenplatte etwa 700 €. Allerdings stellen sich auch hier wieder die Fragen, ob es gleich eine Woche lang zur Sachen gehen soll, man für den Anfang lieber erstmal eine Tagestour macht, ob man alleine oder als Familie/Gruppe unterwegs ist. Ihr seht, Fragen über Fragen.

Fazit

Es gibt nicht nur beim Geld, sondern auch beim allgemeinen Einstieg in das Kanuwandern eine Menge Stellschrauben, an denen man drehen kann. Ausprobieren lohnt sich jedenfalls und vielleicht hat ja jetzt jemand von euch die Lust gepackt, die eine oder andere Runde im Kanu zu drehen. Pardon, zu paddeln…

Schneeblindheit – gefährlich verstrahlt am Berg

18. Oktober 2018
Tipps und Tricks

Müssen wir alpine Normalos uns mit Schneeblindheit herumschlagen? Sowas passiert doch nur einem Messner am Everest und irgendwelchen Polarforschern, oder? Leider nein. Es passiert viel häufiger, und zwar überall dort, wo intensive Sonnenstrahlung mit einem hohen Anteil an ultraviolettem Licht auf Schnee und andere sehr helle Erdoberflächen trifft. Es kann also auch beim Segeln auf dem Meer oder gar bei einem Langstreckenflug zu „Schneeblindheit“ kommen.

Wenn  die Augen über Stunden hinweg ungeschützt bleiben, kann das sehr unangenehm werden. Es fängt mit der relativ harmlosen Augenrötung an und kann bei kompletter vorübergehender Blindheit mit dauerhaften Sehschäden enden. Für Sologänger ist Schneeblindheit doppelt gefährlich, da das eingeschränkte Sehvermögen die Orientierung erschwert oder unmöglich macht. Damit es nicht zu solchen Szenarien kommt, gibt es hier alle wichtigen Infos dazu.

Wie kann es dazu kommen?

Das grelle Licht bei klarem Sonnenschein in Schnee und Eis ist normalerweise so anstregend für die Augen, dass man die Sonnenbrille lieber nicht vergisst – beziehungsweise, genauer, die Gletscherbrille mit Filterkategorie 4, denn nur die bietet wirklich ausreichenden Schutz. Die Sonnenbrille vom Grabbeltisch in der Fußgängerzone taugt fürs Hochgebirge nichts! Warum es eine Gletscherbrille sein muss und welche es sein sollte, ist in der Bergfreunde-Kaufberatung für Gletscherbrillen ausführlich erklärt.

Doch bekanntlich knallt die Sonne bei weitem nicht immer, denn oft „schlucken“ Wolken und Nebel sehr viel von ihrem Licht. Also alles palletti und die Schneeblindheit nur Panikmache? Keineswegs, denn die Hauptgefahr ist nicht das sichtbare Licht, sondern, wie oben bereits angedeutet, das unsichtbare UV-Licht. Dieses dringt nämlich auch durch Wolken und Nebel:

Wolken und Nebel können für mehr als 80 Prozent der UV-Strahlung durchgängig sein“, heißt es dort (im Kompendium „Gebirgs- und Outdoormedizin“ des Schweizer Alpenclubs SAC, Anm.) (…) An einem sonnigen Sommertag ist der UV-Index auf dem Jungfraujoch (3570m) mit einem Wert von 13 ebenso hoch wie im südaustralischen Sommer.“

Manche Bergfreunde berücksichtigen den Unterschied zwischen sichtbarem Licht und UV-Licht nicht ausreichend und „vergessen“, bei Bewölkung oder Nebel, die Gletscherbrille zu tragen. Es lässt sich ohne zwar besser und angenehmer sehen, doch die Augen sind dann schutzlos einer immer noch beachtlichen UV-Strahlung ausgesetzt. Je nach Dauer und Strahlungsintensität machen sich dann in der Regel einige Stunden nach der Tour ziemlich schmerzhafte Folgen bemerkbar.

Bevor wir uns diese Folgen genauer anschauen, sollte noch ein mögliches Missverständnis ausgeräumt werden: die Tatsache, dass UV-Licht der „Hauptschuldige“ bei Schneeblindheit ist, bedeutet nicht, dass die Überlastung der Augen durch sichtbares Licht harmlos wäre und folgenlos bliebe! Im Gegenteil, denn hier sind bleibende Netzhautschäden und im schlimmsten Fall Erblindung möglich. Deshalb ist guter Lichtschutz durch dunkle Brillengläser in Eis und Schnee kein Luxus, sondern pure Notwendigkeit.

Was passiert bei Schneeblindheit?

Schneeblindheit kann man sich als einen, durch UV-Strahlung hervorgerufenen, „Sonnenbrand des Auges“ vorstellen. Das ultraviolette Licht strahlt auf einer kürzeren Wellenlänge als das sichtbare Licht und befindet sich im elektromagnetischen Frequenzspektrum, „jenseits von violett“, knapp außerhalb des sichtbaren Bereichs. Die geringe Wellenlänge der Strahlung ist ein Ausdruck von hoher elektromagnetischer Energie. Deshalb ist die UV-B-Strahlung mit ihren Wellenlängen von 280–315 Nanometern gefährlicher, als die langwelligere UV-A-Strahlung mit ihren 315–380 nm.

Die elektromagnetische Energie wandelt sich bei Kontakt mit empfindlichem Körpergewebe in andere Energieformen, wie Wärme und Bewegung, um, was in der Regel zu Schädigungen führt. Beim Auge treten diese Schädigungen zuerst in der äußersten Schutzschicht, der Hornhaut auf. Wie bei einem „normalen“ Sonnenbrand werden die Hautzellen thermisch und (durch ödemartiges Aufquellen) mechanisch beschädigt. Es kommt auf der Hornhaut „zu feinfleckigen Defekten (Keratitis superficialis punctata) der oberen Schicht, die typischerweise starke Schmerzen, Lidkrampf, Tränenfluss und eine Sehschärfenminderung verursachen.

Das Absterben der zerstörten Zellen beginnt etwa drei bis zwölf Stunden nach der Einstrahlung und geht mit einer entzündlichen Reaktion des umgebenden Gewebes einher. Je nach Dauer und Intensität der Einstrahlung wird zusätzlich die, das Lid und den Augapfel verbindende, Bindehaut geschädigt. In diesem Fall wird es richtig unangenehm: das Ablösen der zerstörten äußeren Bindehautschicht lässt Nervenenden freilegen, „wodurch es zu starken Schmerzen, extremer Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, geröteten Augen und einem Fremdkörpergefühl im Auge kommt.“ Betroffene haben das Gefühl, Sand in den Augen zu haben und sich diesen Herausreiben zu müssen.

Exkurs: Was ist eine Verblitzung?

Im Zusammenhang mit Schneeblindheit tauchen oft die Begriffe „Verblitzung“ und „Augen verblitzt“ auf. Klingt etwas seltsam, fast so wie bei den „Men in Black“, bei denen unerwünschte Erinnerungen gelöscht werden, indem man „geblitzdingst“ wird. Von Verblitzung wird aber nicht bei Gedächtnisverlust gesprochen, sondern dann, wenn die UV-bedingte Hornhautschädigung auf andere Ursachen als Schneereflektion zurückgeht. Am häufigsten kommt das bei der Arbeit mit dem Schweißgerät ohne ausreichenden Augenschutz vor. Beim Schweißen wird ebenfalls starkes UV-Licht ausgestrahlt.

(Drohende) Schneeblindheit erkennen

An sich selbst kann man die ersten Alarmzeichen oft rechtzeitig spüren: der Schnee und die Umgebung reflektieren grell, die Augen sind angestrengt, fühlen sich irgendwie überreizt an und werden irgendwann auch müde. Bei den Tourenpartnern kann man die drohende Schneeblindheit an den angestrengt zusammengekniffenen Augen und den ersten geschwollenen Äderchen im Augapfel erkennen. Spätestens jetzt ist es allerhöchste Zeit, die Augen zu schützen.

Doch die Symptome werden manchmal – ähnlich wie beim Sonnenbrand – erst nachgelagert spürbar, vor allem wenn die Sonne den größten Teil des Tages hinter Wolken und Nebel verborgen war. Wenn man zudem noch voll auf die Action der Tour konzentriert war, hat man das Hineinhorchen in den Körper vielleicht auch vernachlässigt. Doch damit ist es vorbei, wenn, einige Stunden nach dem Aufenthalt im Freien, die Symptome beginnen: gerötete und stark lichtempfindliche Augen, Schmerzen (Fremdkörpergefühl), Tränenfluss und Sehstörungen.

Schneeblindheit behandeln

In den meisten Fällen halten sich die Hornhautverbrennungen in einem Ausmaß, dass der Körper diese selbst regenerieren kann. Das Hornhautepithel und die Hornhaut erneuern sich ständig und können deshalb schon nach 24-48 Stunden die Selbstheilung vollenden.

An Therapie besteht, abgesehen von Schonung und Beruhigung der Augen (kühlende Umschläge, Bettruhe, abgedunkelter Raum), kein Bedarf. Wobei schmerzlindernde Maßnahmen wie Verabreichung von kühlender Augensalbe, entzündungshemmenden Augentropfen und Schmerztabletten natürlich zu empfehlen sind.

Wenn nach spätestens 48 Stunden keine deutliche Besserung eingetreten ist, sollte man einen Augenarzt aufsuchen, notfalls auch ein Krankenhaus. Bei starken Schmerzen und Beeinträchtigungen sollte man das unverzüglich tun. Im besten Fall kann schnelle medizinische Hilfe eine Vernarbung in der Hornhaut und damit irreparable Beeinträchtigungen der Sehkraft verhindern. Auch die Gefahr von bakteriellen Infektionen des entzündeten Gewebes, mit schlimmstenfalls vollständiger Erblindung, kann mit diesem Handeln minimiert werden.

Besser: vorbeugen

Zunächst einmal sollte man, wie oben erwähnt, nie vergessen, dass auch bei Bewölkung und Nebel eine hohe UV-Belastung bestehen kann. Wer viel in den Bergen und entsprechenden Situationen ist, sollte sich eine Brille mit Wechselgläsern oder selbst tönenden Gläsern anschaffen. Der schon oben verlinkte Bergfreunde-Artikel gibt die genauen Infos dazu.

Ansonsten besteht die einzig praktikable Vorbeugungs- und Schutzmethode gegen Schneeblindheit im konsequenten Tragen einer guten, das gesamte Blickfeld abdeckenden, Sonnen,- Gletscher- oder Skibrille. Das gesamte Blickfeld muss die Brille deshalb abdecken, weil auch durch die „Streustrahlung“ von unten, oben und von den Seiten UV-Licht an die Augen gelangt. Geeignete Brillen mit ausreichend hohem UV-Schutz erkennt man am CE-Zeichen und der Filterkategorie von mindestens 3; bei Aufenthalt in Schnee und Eis Kategorie 4. Sowohl die CE-Zeichen als auch die Filterkategorien sind auf dem Brillenbügel markiert.

Ja, so kurz, langweilig aber auch effektiv ist hier der ganze Maßnahmenkatalog. Gerne würde ich hier ein Stück Pappe, in das man Sehschlitze schneidet oder andere coole MacGyver-Gimmicks, empfehlen, doch die sind in Sachen Sehkrafterhalt leider nicht zielführend.

Interview mit dem Wettkampfkletterer Steffen Hilger

16. Oktober 2018
Die Bergfreunde

Was reizt einen Kletterer, an Wettkämpfen teilzunehmen und vor allem, wie hält man die Fokussierung auf das Ziel aufrecht, wenn der Kopf mal nicht so will? Das und noch viele andere Fragen, habe ich Steffen Hilger, 25, gestellt. Der gebürtige Münchner klettert seit dem 14. Lebensjahr und konnte auch durch seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann seine Leidenschaft quasi zum Beruf machen.

Neben dem Routenschrauben gibt er sein Wissen und seine Erfahrungen auch in Trainerstunden weiter und motiviert so nicht nur sich selbst sondern auch andere ihr Bestes zu geben.

Hi Steffen, danke, dass du dir Zeit genommen hast, wie geht’s dir?

Es freut mich auch heute hier zu sein, mir geht’s super! Vielen Dank!

Seit gut 7 Jahren bist du im Wettkampf aktiv und hast zahlreiche Erfolge vorzuweisen: den 1. Platz im Lead bei den Junioren bei den bayrischen Meisterschaften 2011. 2015 hast du gleich in Regensburg, Würzburg und Bad Tölz die Stadtmeisterschaften gewonnen. 2016 warst du Vize-Stadtmeister in Bad Tölz und hast auf der Climb free, einem Bouldercup, den zweiten Platz belegt genau wie bei der süddeutschen Meisterschaft 2017 in Neu-Ulm. Der Erfolg reißt also definitiv nicht ab.Was reizt dich so am Wettkampfklettern?

Ich finde das Wettkampfklettern total cool, weil man immer wieder die Leute aus dem ganzen Kletter-Zirkus trifft, die man sonst, vor allem entfernungsbedingt, nicht so oft sieht. Auf Wettkämpfen sind alle wieder da und es ist total schön, mit den Leuten zu plaudern, die man ewig nicht gesehen hat.

Auch die Aufgeregtheit vor dem Wettkampf reizt mich sehr und am Besten finde ich tatsächlich, wenn man dann zum Finale rauskommt, vor dem großen Publikum klettert und vor der tosenden Meute im Boulder oder in der Route alles geben kann. Das sind richtig starke Gefühle und Erlebnisse, die man so schnell nicht mehr vergisst.

Hast du einen Trainer, der dich gezielt darauf vorbereitet oder erarbeitest du dir alles selbst?

Früher war ich in der Jugendgruppe in der Münchner High-East Kletterhalle aktiv und hatte da einen Trainer. Seit einigen Jahren bin ich jetzt im Boulderwelt-Athletenteam und habe auch da zwei hervorragende Trainer, die mich aber eher beim Bouldern weiter bringen.

Fürs Lead Klettern (Vorstiegsklettern) habe ich im Moment keinen Trainer. Aber wenn man selbst einiges vom Training weiß oder in den letzten Jahren dazugelernt hat, dann kann man auch selbstständig daran weiterarbeiten. Die Grenzen sind meist eh nur die, die der eigene Kopf dir setzt. Wenn man da also gerade im Lead Klettern weiterarbeitet, spezifisch den Kopf trainiert, bringt das oft viel mehr als das pure körperliche Training.

Wenn du mal merkst, dass du im Training keine Fortschritte machst, was macht du dann? Wie motivierst du dich, das harte Training durchzuziehen?

Tatsächlich ist das bei mir eher selten der Fall, ich fühle mich eigentlich fast immer fit. Nur nach einer Krankheit bin ich gefühlsmäßig mal schwach, das ist ja dann auch klar. Oder eben nach einem Übertraining, wenn ich einfach viel zu viel gemacht habe.

Aber ansonsten fühle ich mich eigentlich immer fit und hab auch so viel Spaß am Klettern, dass ich immer motiviert bin mehr zu machen und mehr zu trainieren, damit ich noch besser werde. Aber das kommt von dem Spaß an sich, den mir das Training und das Klettern bereitet. Der Spaß motiviert mich!

Bist du vor oder während einem Wettkampf nervös?

Am Wettkampftag selber ist es ganz oft so, dass sich alles ganz normal anfühlt. Aber spätestens, wenn das Hinweisschild „Hier geht’s zum Kletterzentrum xy“ auftaucht, beginnt mein Herz schneller zu schlagen. Wenn ich dann die Halle vor mir sehe, werde ich immer aufgeregter. Aber das Gefühl finde ich cool!

Wenn ich dann die Halle betrete und die Routen anschaue, friert es mich immer ein wenig oder ich zittere sogar. Aber dieses Gefühl ist eben auch das Besondere daran. 

Hast du Selbstzweifel oder Angst? Und wie gehst du dagegen vor, falls solche Gefühle aufkommen?

Es kommt immer drauf an, finde ich, in welchem Bereich man gerade startet. Wenn ich bei einer Stadtmeisterschaft antrete, fühle ich mich als einer von den Besten und dann denke ich mir: „Okay, die Finalroute ist jetzt da und wenn ich das nicht klettere, dann klettert die auch sonst keiner.“ Das klingt jetzt ein wenig arrogant, aber das ist eine Einstellung, die dir beim Wettkampf unglaublich weiterhilft, weil man wirklich cool an die Sache ran geht. Du gehst dann in die Route rein und fühlst dich vom ersten Griff an stark und ohne Zweifel. Auf Basis dieser Gedanken klettere ich dann auch gut und bringe eine top Leistung.

Aber es gibt auch die anderen Wettkämpfe , die eine höhere Ebene haben. Zum Beispiel der Deutschland-Cup, wo ich mich eben nicht als einer von den Besten fühle und wenn ich da im Finale stehe, denke ich mir oft: „Oh die sind ja alle viel besser“. Da sind dann Selbstzweifel dabei und auch eine gewisse Furcht vor dem, was in dieser Route auf mich zukommt oder ob ich sie überhaupt schaffe. Das ist aber leider eine ziemlich schlechte Einstellung, weil ich da auch ganz oft auch nicht die Leistung bringe, die ich bringen könnte.

Am besten ist es, einen Wettkampf folgendermaßen anzugehen. Man sagt sich „Hey, hier bin ich und das kann ich!“ Wenn man so auftritt, bringt das einem die beste Leistung. Das ganze umzudrehen ist tatsächlich ein wenig schwierig, man muss sich wirklich gut zureden und das Selbstvertrauen aufbauen und sagen: „Okay das ist die Route, die nehme ich jetzt so wie sie ist und wenn da ein Sprung drin ist oder sonst irgendwas, ist das kein Problem; ich bin hier weil ich gut bin und das kann.“ Diesen Schalter umzulegen, das ist die eigentliche Kunst.

Wenn man vor dem Finale hinter dem Vorhang sitzt, sich gerade einbindet und hört wie das Publikum jubelt, weil der vor dir die Route getoppt hat, dann steigert das natürlich die Anspannung und den Druck, vor allem wenn man in der Qualifikation schon sehr gut war.

Dann stehst du vor all den Leuten, die quasi nur auf dich warten und weil du bisher ja schon sehr gut warst, schauen sie dir mit hohen Erwartungen beim Klettern zu. Da bist du dann total aufgeregt. Doch sobald du die ersten Griffe in der Hand hast, bist du in der Route drin und plötzlich ist diese Nervosität komplett weg, du hörst keine Jubelschreie mehr, keinen Moderator. Du bist dann wie in einem Tunnel und konzentrierst dich nur auf den nächsten Griff. Das ist ein wahnsinnig geiles Gefühl und wenn man das hat, dann ist man schon auf dem richtigen Weg.

Wenn man noch alles mögliche von außen hört, dann ist man nicht wirklich in dieser Route drin und dann bringst du auch nicht die Leistung, weil du an viel zu viele andere Sachen denkst. Absolut fokussiert zu bleiben und den Rest auszublenden ist ein wichtiger Aspekt im Wettkampf!

Wie sieht ein typischer Wettkampftag bei dir aus? Hast du besondere Rituale oder Glücksbringer?

Am Wettkampftag selbst schaue ich, dass ich so früh wie möglich vor Ort bin, dass ich auf jeden Fall genug Zeit habe, mir die Routen anzuschauen und mich in Ruhe ausgiebig aufwärmen kann und vor dem Einstieg in die Qualifikation auch noch eine richtige Pause habe. So kann ich mich gut vorbereiten. Zeitdruck wäre hier kontraproduktiv. Danach fachsimpelt man ein wenig mit den anderen Teilnehmern über die Routen.

Dann kommen die Qualifikationsrouten, die man im Flash klettern muss. Also entweder sieht man ein Video der Route oder sie wird vorgeklettert. Je nach Startnummer bekommt man seine Startzeit und darf dem Kletterer davor auch zusehen. Vom psychischen Aspekt her, finde ich es sehr wichtig, wie die erste Route für mich läuft. Sie bestimmt den Verlauf des ganzen Wettkampfes. Das heißt, wenn die erste Route gut funktioniert, habe ich eigentlich einen optimalen Auftakt für die zweite Route; da fühle ich mich einfach gut und gehe mit diesem positiven Gefühl in die nächste Runde hinein. Wenn die erste Route nicht so gut läuft, habe ich Zweifel und auch Druck für die nächste. Die zweite Route muss dann einfach laufen, sonst kommst du nicht weiter.

In der Quali werden die Routen zugelost, und wenn ich zuerst die bekomme, die mir mehr liegt, hilft mir das natürlich auch sehr. Nach der Quali gibt es eine längere Pause. Da esse ich dann nochmal was und schaue mir nach Möglichkeit die Final-Route an (bei Deutschland-Cups bleiben die Routen verdeckt). Danach gibt es eine Besichtigungszeit von 6 Minuten, wo sich alle die Routen gemeinsam anschauen. Schließlich wartet man in der Isolation, in der man den anderen nicht zu sehen kann. Die Route wird dann im Onsight-Modus geklettert, also ohne vorher gesehen zu haben, wie die einzelnen Bewegungen ablaufen sollen. Das ist dann die wirkliche Königsdisziplin. Nach dem Finale steht die Siegerehrung an und ganz groß geschrieben wird danach auch das Beisammensein mit den anderen Teilnehmern. War ich erfolgreich, fahre ich auch dementsprechend glücklich nach Hause.

Als Ritual kontrolliere ich meinen Knoten immer wieder, ob er auch passt. So ein Ritual gibt mir einfach Sicherheit und beruhigt mich, weil man den Ablauf schon kennt. Außerdem gibt es einen ausführlichen Partnercheck. Danach kann ich ohne Gedanken an die Stürze losklettern. Aber einen Glücksbringer in dem Sinn habe ich nicht.

Wie gehst du damit um, wenn du am Wettkampftag merkst, dass du irgendwie nicht richtig reinkommst, es nicht gut läuft?

In der Hinsicht kann ich von meinem dritten Wettkampf, der bayrischen Meisterschaft erzählen. Der war mir total wichtig und ich wollte unbedingt den bayrischen Meistertitel gewinnen. Ich war auch super in Form und die Entscheidung lief eigentlich nur zwischen meinem Konkurrenten und mir. Darauf habe ich mich super vorbereitet, sehr viel trainiert. Aber es lief überhaupt nicht. Die erste Quali-Route war zwar gut, aber die zweite habe ich vermasselt und bin deshalb nicht ins Finale gekommen. Das hat mir so richtig gestunken, ich war sauer, wütend und absolut enttäuscht.

Aber ich habe für mich als Erfahrung mitgenommen, dass ich das so in Zukunft nicht mehr machen werde, weil mich das bloß runterzieht und im Endeffekt gar nichts bringt. Es war ja trotzdem ein cooler Wettkampf, mit vielen coolen Leuten. Man sollte immer versuchen, die positiven Aspekte hervorzuheben.

Es ist nicht so wichtig, wenn ich mal nicht so gut war. Davon sollte man sich nicht runterziehen lassen.

Diese Gelassenheit ist ein Schlüssel, die dich insgesamt fröhlicher macht. Nichts desto trotz darf man seinen Ehrgeiz genauso weiter haben, auch für den nächsten Wettkampf. Man darf das Ziel schon fokussieren, aber diese gewisse Gelassenheit sollte man trotzdem haben.

Wie unterscheidet sich dein Training für den Wettkampf und für den Felsen? Sind die Anforderungen an einen Wettkampfkletterer anders als an einen Felskletterer?

Es gibt definitiv Unterschiede zwischen Fels- und Wettkampfkletterern. Beim Lead Klettern im Wettkampf ist es mehr ein Fitness-Test. Das heißt du bekommst die Route vorgesetzt und musst die ideal klettern, damit du so hoch wie möglich oder gar bis ganz nach oben kommst.

In den Wettkampfrouten bleibt normal nicht viel Zeit zum Rasten. Eine Route ist eigentlich zum Durchlaufen; also es gibt keine guten Möglichkeiten zum Schütteln. Das bedeutet folglich, dass die Route geklettert werden muss, da sonst die Kraft ausgeht. Die Routen sind nämlich von mittelschwer bis sehr schwer aufgebaut, sodass man nach oben hin irgendwann abfällt. Das heißt, je fitter du bist, desto besser stehen deine Chancen im Wettkampf.

Beim Felsklettern ist das ganz anders, da muss man nicht unbedingt schnell klettern können. Normalerweise gibt es hier immer wieder mal gute Griffe, Rastpositionen, wo man teilweise auch die Hände loslassen kann. Da ist die reine Kraftausdauer nicht unbedingt zielführend. Viel wichtiger ist da eine sehr gute Technik, ein gutes Auge, um in verschiedenen Felsarten die Griffe zu erkennen, sowie schnell zu analysieren welche Bewegungen mir weiterhelfen, auch in unübersichtlichen Situationen.

Und beim Alpinklettern, wo auch die Hakenabstände, anders als beim Sportklettern, ziemlich weit sind, da ist  der Kopf nochmal wichtiger. Das Einschätzen von gefährlichen Situationen ist essentiell und dass man die objektive und subjektiven Gefahren bewusst einschätzen kann. Eine gute Selbsteinschätzung ist hier unumgänglich. Natürlich müssen Sicherungstechniken und Seilhandling in großen Wänden optimal beherrscht werden.

Wo steht der Druck mehr im Vordergrund? Hast du Sturzangst? Wenn ja, wo tritt sie häufiger auf und was tust du dagegen?

Ich hatte tatsächlich sehr lange Sturzangst. Ich bin 9er geklettert, ohne einmal reinzufallen. Das war schon krass. Aber wenn man in den 10. Grad kommt, muss man irgendwie doch mal stürzen, sodass man etwas ausprobieren kann.

An das Sturztraining hab ich mich dann langsam herangetastet. Beim Training habe ich jedes Mal eine kleine Übung gemacht: Ich bin bis zur 5. Exe geklettert und hab mich reinfallen lassen, dann weiter zu 6. Exe und hab mich wieder reinfallen lassen und immer so weiter. Also ganz kleine Stürze.

Allerdings muss man da dran bleiben. Es bringt nichts, das Training ein- oder zweimal zu machen. Wenn man es über einen längeren Zeitraum durchzieht, bringt das viel. Das muss man aber auch wirklich wollen.

Wenn ich ein Projekt am Felsen habe, das ich unbedingt durchsteigen möchte, warte ich eine gewisse Zeit, bis ich in den nächsten Versuch starten kann, damit ich wieder genug Kraft gesammelt habe. Merke ich, dass ich nervös werde, steige ich ein bevor das Gefühl noch schlimmer und mir fast schon schlecht wird. Erwischt man den Moment davor richtig, passt es meistens auch. Vor allem nicht zu verbissen zu sein ist der Schlüssel. Ein wenig Abstand zum Projekt ist immer gut, dann geht es leichter und der Flow im Klettern kommt mit der Leichtigkeit. So baut man sich auch nicht unnötig viel Druck auf.

Wettkampf oder Fels? Was liegt dir mehr und was liebst du mehr?

Das Wettkampfklettern hat auf jeden Fall seine Reize. Gerade wenn man im Finale vor Publikum klettert, sind das ganz besondere Momente. Aber tatsächlich liebe ich das Felsklettern mehr. Das gibt mir einfach mehr. Es ist facettenreicher, auch vom mentalen Anspruch her, denn man muss sich einfach trauen, weiter zu klettern.

Außerdem ist man draußen in der Natur, in einer wahnsinnigen Umgebung und dann hast du dieses besonderer Gefühl, wenn der Wind dir ins Gesicht streift, wenn du die letzten Züge kletterst, wenn du total am Limit bist und dann den Umlenker erreichst. Hinter dir geht die Sonne gerade unter und taucht die Felsen in ein rotes Licht. Das sind unglaubliche Momente. Oder wenn man eine große Felswand durchsteigt. Das sind Erlebnisse, die kriegt man in der Halle, denke ich, nicht. Also mir gibt die Natur auf jeden Fall mehr.

Und zum Schluss, beschreibe einmal deinen perfekten Klettertag!

Der sieht folgendermaßen aus: ich bin mit meinen besten Freunden oder mit der Freundin am Felsen unterwegs, wo sonst niemand ist. In einer tollen Landschaft mit genialen Tiefblicken. Dort klettern wir ein paar tolle und auch schwere Routen, die uns fordern. Wo die Linie der Route an sich so genial ist, dass man sie klettern will und wo man sich total freut, dass man das erleben und gerade hier sein darf. Und wenn dann jeder seinen Erfolg hat und die Sonne untergeht, ist das was ganz Besonderes.

Wenn es dann zum Abschluss noch ein Eis in Arco gibt und man durch die Gassen läuft und sich am Marktplatz hinsetzt um die Erlebnisse zu verarbeiten und Revue passieren zu lassen, dann passt einfach alles zusammen.

Was sind deine weiteren Ziele?

Eines meiner weiteren Ziele ist es, die schweren Grade in Mehrseillängenrouten zu übertragen. Das wär total cool, eine 8a oder den 10. Grad auf eine große Wand zu projizieren, schon im Sportkletterstil, aber eben in mehreren Seillängen. Ein anderes Ziel sind die Nordwände der Drei Zinnen in den Sextener Dolomiten, die möchte ich unbedingt klettern. Das ist ein ewiger Traum von mir, da wollte ich schon immer durchklettern und ich hoffe, dass ich das ziemlich bald realisieren kann.

Vielen Dank Steffen für das motivierende und inspirierende Gespräch!

Mehr Informationen zu Steffen Hilger findet ihr auf seiner Website: www.steffenhilger.de

Keine Schwindelei am Berg – Schwindelfreiheit und Trittsicherheit steigern

12. Oktober 2018
Tipps und Tricks

Welcher Bergfreund möchte nicht so unterwegs sein wie die Heldinnen und Helden auf den Zeitschriftencovern? Lässig und souverän scheint deren Geturne in vertikalen Riesenwänden und auf messerscharfen Graten. Die saugende Tiefe direkt unter ihren Füßen scheint sie völlig kalt zu lassen. Gut, ganz so wild muss es nicht jeder von uns treiben. Doch die meisten Bergfreunde wollen schon gern jene Wege und Routen machen können, bei denen es heißt: „Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich“. Deshalb versuchen wir jetzt aufzuklären, was genau das bedeutet und wie man dahin kommt.

Zunächst stellt sich die Frage, warum überhaupt manche Vertikalfreunde mit 1000 Metern Luft unter den Sohlen unbeschwert akrobatische Bewegungen hinlegen, während Anderen ab dem dritten Meter überm Boden die Düse geht. Ist der Unterschied Gewohnheitssache? Training? „Veranlagung“? „Genetisch bedingt“?

Was auch immer es ist: die Einen spüren massiven Höhenschwindel, die Anderen nicht. Und wenn dieser Höhenschwindel sofort mit dem Verlassen des „sicheren Bodens“ einsetzt, handelt es sich womöglich um Höhenangst. Höhenschwindel und Höhenangst sind keineswegs identisch, wie wir gleich sehen werden. Es sind zwei ähnlich lästige aber verschiedene Phänomene, die – wenn man sie abmildern oder gar loswerden will – unterschiedliche Herangehensweisen erfordern. Im Anschluss daran werden wir noch die Trittsicherheit unter die Lupe nehmen, da diese oft in einem Atemzug mit der Schwindelfreiheit genannt wird. Ob ein Zusammenhang  besteht und inwiefern man daraus einen Nutzen ziehen kann, werden wir uns ebenfalls anschauen.

Was ist Höhenschwindel?

In mehr oder weniger starker Ausprägung hat es wohl jeder Mensch schon einmal erlebt: man steht auf einem Turm, einem Balkon oder irgendeiner Anhöhe und empfindet dieses gewisse Ziehen, Saugen und Kribbeln im Magen. Je nach Höhe und Ausgesetztheit hat man gleichzeitig das Gefühl, ins Drehen und Wanken zu geraten. In gewissem Maße passiert das auch tatsächlich, denn bei fehlenden festen Objekten im peripheren Blickfeld fehlen den Augen Anhaltspunkte zur Orientierung. Der Kopf beginnt dann automatisch leicht zu schwanken, damit die Augen ein scharfes, dreidimensionales Bild der Umgebung schaffen können. Dieser Impuls kann sich über Lagereflexe im ganzen Körper ausbreiten.

Durch angespannte Atmung (meist Hyperventilation) kann obendrein noch jenes Benommenheitsgefühl auftreten, das man klassischerweise erlebt, wenn man sich nach längerem Verharren in der Hocke plötzlich erhebt. Im extremsten Fall hat man das Gefühl, die Kontrolle über den Körper zu verlieren und kurz vor dem Sturz in den Abgrund zu stehen. Das Schwindelgefühl kann bis in die Nähe von Lähmung, Panik, Ohnmacht und Bewusstlosigkeit führen. Wenn man jetzt nichts unternimmt, kann es gefährlich werden (was man unternehmen kann, dazu gleich mehr).

Diesen eben beschriebenen Gefühlsmix bezeichnet man als Höhenschwindel. Je nach Situation ist an dieser Reaktion des Körpers nichts Unnormales oder Krankhaftes. Im Gegenteil, eine gewisse Scheu vor Höhen und Abgründen ist ein angeborener, unterbewusster Überlebensinstinkt, der schon Kleinkinder und Tiere ohne vorherige Negativerfahrungen davon abhält, einfach irgendwo herunterzufallen („Klippenphänomen“). Doch wenn das Ausmaß der körperlichen und psychischen Warnsignale nicht mit der tatsächlichen Absturzgefahr übereinstimmt, sind es die zu starken Reaktionen, die die Gefahr erhöhen oder gar erst erschaffen. Besonders das Schwanken des Körpers kann sich stressbedingt „hochschaukeln“ und so tatsächlich zum Absturz führen.

Wann ist man schwindelfrei?

In der Stärke der Stressreaktionen liegt auch der ganze „Trick“ der Schwindelfreiheit: bei schwindelfreien Menschen verknüpft das Unterbewusstsein den Abgrund nicht unmittelbar mit einer Bedrohungslage. Die zahlreichen Stress- und Alarmsymptome werden deshalb kaum oder gar nicht ausgelöst, die Konzentration auf die unmittelbare Umgebung wird weniger gestört. Die eigene Körperposition und -haltung wird auch in ausgesetztem Gelände als stabil und sicher empfunden.

Die gute Nachricht lautet: all das ist nicht in Stein gemeißelt, man kann hier einiges ändern. Durch systematische Desensibilisierung und andere Methoden kann man seine eigenen Stressreaktionen auf Höhenexposition reduzieren. Dazu gleich noch mehr, hier sei erst noch angemerkt, dass es keine klare Abgrenzung zwischen „schwindelfrei“ und „nicht schwindelfrei“ gibt und demnach auch keine klare Definition von Schwindelfreiheit. Laut Wikipedia bedeutet Schwindelfreiheit, „keine Höhenangst und keine besondere Anfälligkeit für Höhenschwindel zu haben“. „Keine besondere Anfälligkeit“ heißt dann wohl, dass es durchaus eine „Restanfälligkeit“ geben kann.

Dazu bringe ich aus eigener Erfahrung die Vermutung an, dass für die meisten Bergfreunde die Höhe eine Rolle spielen dürfte: während sie über einem 30-Meter-Abbruch völlig unbeeindruckt performen, setzt über einer 300-Meter-Wand dann doch das Hosenflattern ein. Auch kommt es für den Schwindeleffekt darauf an, wie steil und direkt es in die Tiefe geht. Je steiler und direkter, desto weniger gibt es für die Augen zum „festhalten“. So können sich viele Alpinisten relativ unbefangen in ausgesetztem Gelände am Berg bewegen, würden aber niemals ohne Seilsicherung über einen Stahlträger an einem Wolkenkratzer oder Sendemast laufen. Derartiges bleibt Extremsportlern, Höhenarbeitern und verrückten(?) Roofern überlassen, die man als „völlig schwindelfrei“ bezeichnen kann.

Was ist Höhenangst?

Wenn Höhenschwindel schon in Alltagssituationen wie beim Besteigen einer Leiter oder Überqueren einer Brücke auftritt, spricht man von Höhenangst. Die Stressreaktionen treten auf, obwohl man verstandesmäßig genau weiß, dass man sich nicht tatsächlich in Gefahr befindet. Sie können sich zu einer „Angst vor der Angst“ steigern, die mit der Befürchtung eines Kontrollverlustes einhergeht. Man fürchtet, von der Tiefe angezogen zu werden und wie ein Betrunkener in den Abgrund zu taumeln.

Solche Gedanken können zwar auch bei „normalem Höhenschwindel“ auftreten, doch verschwinden sie sofort, wenn man einen Schritt zurück von der Kante gemacht hat. Bei Höhenangst halten sie sich hartnäckig und die Stresssymptome schränken die Bewegungsfreiheit im Alltag ein. In dem Falle besteht (Be)Handlungsbedarf. Zu den (Be)Handlungsmöglichkeiten bei Schwindel und Höhenangst kommen wir jetzt.

Sofortmaßnahmen bei Höhenschwindel

Erstmal tief durchatmen. Dieser Allerweltstipp ist tatsächlich so gut wie nie verkehrt und hilft auch bei aufkommenden Schwindelsymptomen. Ein absichtlich ruhiger, tiefer Atemzug sowie ein kurzes Innehalten ist die beste Sofortreaktion. Dabei wendet man möglichst den Blick von der Tiefe ab und schaut in der unmittelbaren Umgebung nach festen Objekten, welche man möglichst im seitlichen Blickfeld behält. Der Kopf sollte waagerecht gehalten werden. Blicke nach oben, in die Ferne oder auf sich bewegende Objekte sind zu vermeiden, da sie die Schwindelgefühle verstärken. Kurze Blicke in die Tiefe, die nötig sein können, um die Füße zu „sortieren“, sollten möglich sein, da die Schwindelgefühle normalerweise erst mit Verzögerung ausgelöst werden.

Dann versucht man möglichst den Körper zu stabilisieren, indem man Händen und Füßen Halt gibt. Notfalls setzt man sich hin oder kriecht auf allen Vieren. Dann gilt alle Konzentration der unmittelbaren Umgebung sowie den nächsten Schritten und Bewegungen. Aufmunternde Gespräche und ein kurzes Sicherungsseil können beim Bewältigen der schwierigen Passage helfen.

Wenn solche heiklen Situationen mehrfach auftreten oder zu deutlichen Verzögerungen führen, muss man die Tour abbrechen.

Sofortmaßnahmen bei Höhenangst

Ein Mensch mit Höhenangst wird kaum in die eben beschriebene Situation geraten, weil er die Bergtour vernünftigerweise gar nicht erst antritt. Sollte es aufgrund von Fehleinschätzungen, Gruppendynamik o. ä. dennoch dazu gekommen sein, stellt sich die Lage oben am Berg ähnlich dar wie eben beschrieben – allerdings mit deutlich mehr Stress, „Drama“ und Zeitaufwand. Es kann sein, dass der Betroffene auch mit Seilhilfe und anderer Unterstützung nicht zum Weitergehen zu bewegen ist. Theoretisch können Beruhigungsmittel und andere Medikamente helfen, doch die schränken auch die Motorik und Reaktionsfähigkeit ein. Deshalb kommen sie nur infrage, wenn ein Rücktransport durch die Bergrettung zu erwarten ist.

Generell ist der Handlungsspielraum in akuten Notlagen durch Höhenangst sehr begrenzt, wenn es an Vorbereitung durch langfristige Übungen und Techniken fehlt.

Langfristiges Training gegen Höhenschwindel

Das Grundrezept ist hier sehr einfach: durch wiederholte Übung stellt sich Gewöhnung an zunehmende Höhe und Ausgesetztheit ein. Man setzt sich in der Kletterhalle oder bei geeigneten kleineren Touren bewusst der Angst ein Stück weit aus und wartet, bis sie spürbar nachlässt – bei richtiger Dosierung wird sie nachlassen. Idealerweise tastet man sich so nach und nach an die persönliche Grenze heran und verschiebt diese zugleich – sprichwörtlich – nach oben. Ein solches Training führt aber eher selten zu „völliger Schwindelfreiheit“, für welche es wohl auch gewisse biologische Voraussetzungen und Veranlagungen gibt.

Bei diesem „Höhentraining“ durch Desensibilisierung sollte man, wie auf jeder Tour, bergtaugliches Schuhwerk tragen und Warnungen des Körpers ernst nehmen. Die Höhenangst-Therapeutin Petra Müssig weist im Merkur zudem auf Faktoren hin, die normalerweise kaum mit Höhenschwindel in Verbindung gebracht werden:

Ihre Ausdauer, Kraft, Gehtechnik und Ausrüstung sollten unbedingt mit den Anforderungen der ausgewählten Touren übereinstimmen. In schätzungsweise 70 % aller Fälle wird die Entstehung von Höhenangst anfangs durch Müdigkeit oder Erschöpfung – also ungenügende Kondition – ausgelöst!

Demnach helfen auch Konditionstraining, grundlegendes Fitnesstraining und eine vernünftige Tourenwahl und -planung gegen unangenehme Schwindeleien am Berg. Wenn man dabei noch das Gleichgewichtsgefühl trainiert (balancieren auf Baumstämmen, Bordsteinen, etc.), kann man das Hochschaukeln des körperlichen Schwankens bei einem Schwindelanfall eindämmen.

Weiterhin sehr hilfreich ist ein antrainiertes Repertoire an Übungen zur Atem- und Muskelentspannung. So kann man sich bei auftretendem Schwindel schneller und effektiver beruhigen.

Langfristiges Training und Therapien gegen Höhenangst

Wenn all diese Methoden keinen Fortschritt bringen, sollte man sich auf organische Störungen am Gleichgewichtsorgan o. ä. untersuchen lassen. Wenn man derartige körperliche Ursachen ausschließen kann, hat man es vermutlich schon mit einer Höhenangst zu tun. In diesem Falle kann ein Blick nach innen nicht schaden: womöglich steckt man wegen ungelöster innerer Konflikte und Blockaden in dieser Höhenangst. Kompetenter medizinischer und psychologischer Rat kann dabei sehr hilfreich sein, besonders häufig wird Verhaltenstherapie empfohlen.

Allerdings sollte das Aufdecken und Analysieren innerer Ursachen nur der erste Schritt sein. Nicht wenige bleiben hier stecken und „vergessen“ die folgenden aktiven Schritte, die aus dem Problem herausführen. Das soll nun nicht verurteilend klingen – von einem „Problem“ schreibe ich hier nur in dem Sinne, dass ein von Höhenangst betroffener Mensch sich eingeschränkt fühlt und nicht so in den Bergen unterwegs sein kann, wie er/sie es gerne würde. Wenn Betroffene in ihrer Höhenangst nichts Krankhaftes und auch kein Problem sehen, ist sie auch keins von beiden.

Auch möchte ich mir keine Qualifikationen anmaßen. Da ich weder Psychologe noch Therapeut bin, kann es hier keine wirklich handfesten Empfehlungen geben. Die sind im psychologischen Bereich nämlich genauso heikel wie im medizinischen Bereich; oder eher noch heikler, denn für die Psyche gibt es noch viel weniger als für den Körper irgendeine Pille, die garantiert und bei jedem gleich wirkt.

Deshalb sei hier nur auf weiterführende Quellen wie den Artikel von Martin Roos im Panorama-Magazin des DAV verwiesen. Dort wird ein erfolgreicher Behandlungsverlauf sehr anschaulich anhand einer persönlichen Geschichte beschrieben. Eine ebenfalls sehr anschauliche „Höhenangst-Autobiographie“ findet sich im Bergblog Ulligunde.com. Sehr interessant ist hier, dass sowohl der Weg hinein in die Höhenangst als auch der Weg hinaus beschrieben ist – und das ziemlich spektakulär, denn es gibt sowohl Negativ- als auch Positiv-Spiralen. Es lässt sich allerdings gut erkennen, dass Höhenangst alles andere als ein simples, monokausal erklärbares Phänomen ist, und dass sie sehr viele verschlungene und individuell verschiedene Wege einschlagen kann.

Was ist Trittsicherheit?

„Kuck mal, wie die Gämsen hüpfen die da runter“: wir alle haben schon einmal Leute gesehen, die in federleichten und flüssig aneinandergereihten Bewegungen die steilsten Pfade, Schrofen und Geröllhänge herunterhüpfen. Das ist Trittsicherheit: sicheres Auftreten der Füße auf jedem Untergrund, auch bei gesteigerter Geschwindigkeit.

Der Zusammenhang zwischen Trittsicherheit und Schwindel(freiheit) ist der, dass Schwindel die Trittsicherheit beeinträchtigt und der Mangel an Trittsicherheit das Schwindel- bzw. Unsicherheitsgefühl erhöht. Umgekehrt gilt: je mehr Trittsicherheit man hat, desto sicherer fühlt man sich auch in „dünnem Gelände“ und in großer Höhe. Man hört und liest zwar gelegentlich, dass Schwindelfreiheit Voraussetzung für Trittsicherheit sei und umgekehrt, doch das stimmt nur teilweise. Man kann sich sehr wohl trittsicher und geschickt über Baumstämme und Bachläufe bewegen, ohne schwindelfrei zu sein. Umgekehrt kann man ein schwindelfreier Felskletterer sein, ohne trittsicher zu sein. Solche Kletterer haben beim Abstieg über Geröllfelder oft mehr Probleme als beim vertikalen Aufstieg an winzigen Tritten.

Einen indirekten Zusammenhang kann man aber durchaus herstellen: je trittsicherer man ist, desto besser auch die Gehtechnik, die Koordination und das Gleichgewichtsgefühl. Diese körperlichen Fertigkeiten beeinflussen wiederum die Reaktionen von Gehirn und Unterbewusstsein bei geringem optischem Augen-Input in ausgesetztem Gelände.

Trittsicherheit verbessern

Trittsicherheit kann man mit geringem Aufwand erlangen und verbessern. Trainingsmöglichkeiten gibt es an jedem Trimm-dich-Pfad, auf jedem Sportplatz und im Grunde auf jeder Grün- und Asphaltfläche. Eine einfache und effiziente Möglichkeit ist der von Trekkingguide vorgeschlagene Parcour aus Ziegelsteinen. Wenn keine Ziegelsteine, Holzblöcke o. ä. vorhanden sind, kann man die Flächen auch einfach als Markierungen aufmalen. Man kann dann mit sehr vielen Variationen und Schwierigkeitsstufen experimentieren und das Training langsam und vorsichtig(!) steigern. So kann man beispielsweise die Entfernung zwischen den Markierungen immer dann steigern, wenn man einen Parcour wirklich sicher gemeistert hat.

Mit Steinen sind die Übungen realistischer, weil diese auch wegrutschen können (was natürlich nicht herausgefordert, sondern durch senkrechtes Belasten vermieden werden soll!). Weitere Trittsicherheit-Trainingsmethoden wie Eierlauf und Sackhüpfen kann man sich beim nächsten Kindergeburtstag abschauen.

Alles in allem kann man auf dem Weg neben einer soliden Trittsicherheit und Schwindelfreiheit eine Menge Spaß haben :-)

Jämtland Outdoor Experience – Zur Produktschulung nach Schweden

11. Oktober 2018
Die Bergfreunde

Unsere Kollegen aus dem Kundenservice sind die ersten Ansprechpartner, wenn Kunden Fragen zu unseren Produkten haben. Daher versuchen wir, ganz besonders unsere eingefleischten „Gearheads“ kontinuierlich und bestmöglich zu schulen. Und was kann es Besseres geben, als die Produkte selber unter echten Bedingungen zu testen?

Ein ganz außergewöhnliches Schulungskonzept bieten die drei schwedischen Hersteller Hilleberg, Lundhags und Woolpower an und so flog unser Kollege Robert aus dem Gearhead-Team für ein paar Tage nach Schweden und durfte gleich eine ganze Reihe von Produkten unter die Lupe nehmen. Im Folgenden könnt ihr lesen, was er erlebt und gelernt hat:

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich Anfang August die Einladung zur Jämtland Outdoor Experience, kurz JOE, in Östersund / Schweden, bekommen habe.

Die JOE  ist eine 4-tägige Trekkingtour (46 km, 1200hm), bei der zahlreiche Produkte auf Herz und Nieren getestet werden und wir intensive Schulungen mit umfangreichem Produkt-Knowhow sowie den besten Insider-Hacks erhalten.

Ihr könnt Euch vorstellen, ich war sofort Feuer und Flamme! Zum Einen kenne ich die drei Marken und war besonders gespannt, diese großartigen Produkte live zu testen, zum Anderen war ich aber auch noch nie in Schweden. Also habe ich mit großer Vorfreude und ohne lange zu überlegen zugesagt und kurzerhand die Flugtickets gebucht. Auf nach Jämtland, dem Land der Rentiere.

Anreise nach Östersund

Von Stuttgart aus geht es erst einmal nach Stockholm. Nach einem kurzen Zwischenstopp, dann der Weiterflug zum Flughafen Östersund. Dort treffe ich bereits einen Teil meiner Mitstreiter. Nach kurzem Vorstellen fahren wir also gemeinsam mit dem Bus in unsere Unterkunft, wo wir auf den anderen Teil der Gruppe treffen. Der erste Abend wird auch gleich mit einem original schwedischen Abendessen (Rentiergulasch) gekrönt.

Mein erster Eindruck von Schweden? Im Vergleich zu Deutschland geht hier alles etwas beschaulicher und höflicher zu. Die Schweden nennen das Lagom und Fika, wie ich in den nächsten Tagen lernen werde. Lagom lässt sich nicht wirklich übersetzen. Es ist mehr die Mentalität der Schweden, sozusagen deren Grundstimmung. Lagom ist, wenn alles stimmt und alles ausgewogen ist. Mindestens so wichtig wie Lagom ist Fika: Die Fika der Schweden ist ähnlich wie die Siesta der Spanier Die Fika ist aber nicht so sehr an einen Zeitraum gebunden. Es geht generell um Entschleunigung, egal ob bei einer kurzen Mittagspause mit viel Kaffee und viel Kuchen oder bei einem Sabbat-Jahr. Ganz so, wie du es gerade brauchst.

Lagom und Fika, zwei Dinge die ins Gepäck jeder Outdoor-Tour gehören.

Besichtigung bei Hilleberg

Nach einem ausgedehnten Frühstück werden wir am gemeinsamen Treffpunkt abgeholt und zum Start der JOE bei Hilleberg gefahren. Mit ‚wir‘ meine ich die bunt gemischte Gruppe aus 25 internationalen Teilnehmern (Bergfreunde aus Deutschland, Schottland, der Tschechischen Republik, Schweiz und den Niederlanden; plus Guides von Hilleberg, Lundhags und Woolpower).

Nach einer Besichtigung der Produktionsstätte von „Hilleberg the tentmaker“ bekommen wir schließlich unser komplettes Equipment. Von Schuhen, einem Rucksack, passender 3-Schicht-Bekleidung, bis hin zur Unterwäsche ist alles dabei. In den Rucksack kommen außerdem noch Schlafsack, Isomatte, Zelt, Outdoorkocher und Trekkingnahrung (by the way, mein Favorit nach 4 Tagen, Apfel-Zimt-Haferbrei von Bla Band) und natürlich alles andere was man an persönlichen Gegenständen noch so braucht. Insgesamt kommen so beachtliche 23 kg zusammen. Wasser in Trinkwasserqualität gibt es zum Glück überall am Wegesrand, was die Wasserversorgung deutlich vereinfacht und Trinkwasserfilter überflüssig macht.

Als staatlich geprüfter Bergführer habe ich schon einige Zelt-Trekking-Touren gemacht, aber diese hier ist die erste in Schweden. Und wisst Ihr, was ich mir als ersten Hack von den Einheimischen abgeschaut habe? Immer einen kleinen faltbaren Becher in der Jackentasche zu haben, um ständig Wasser aufzunehmen. Damit musst Du nicht ständig mit 2-3 Liter Flüssigkeit umher laufen. Praktisch, oder?

Die erste Nacht im Freien

Nach einem Briefing sowie einer kurzen Busfahrt zum ersten Zeltplatz weiht uns Robin von Hilleberg in die Kunst des Zeltaufbaus ein. Das richtige Aufbauen will gelernt sein. Erst das Zelt mit zwei Heringen befestigen und dann die flexiblen Stangen einführen, Laschen einhängen und schon steht das Zelt. Klingt einfach, oder? Für uns ist es das auf jeden Fall nicht auf Anhieb, aber wir sind ja auch zum Üben hier. Insgesamt haben wir acht verschiedene Zelttypen aufgebaut. Von Ein- bis Vier-Personenzelten ist alles dabei. Mein persönlicher Favorit sind schließlich die Tunnelzelte: viel Platz, viel Stauraum und für meine Körpergröße von 190 cm ideal. Nach einem ersten Outdoor Dinner am Lagerfeuer verschwinden wir  hundemüde in unsere persönlichen vier Wände.

Start der Trekking Tour

Wasser holen, Kaffee kochen, Ausrüstung packen und Zelt abbauen – das sind die Dinge, die uns die nächsten Tage begleiteten.

Bevor die Trekking Tour jedoch so richtig losgeht, steht erst einmal noch die Besichtigung von Lundhags, inklusive Produktschulung und Kennenlernen der Fabrikation, auf dem Zettel. Lundhags legt großen Wert auf eine umweltfreundliche, ressourcenschonende und nachhaltige Produktion. Ein höchster Qualitätsanspruch an die Produkte, verbunden mit echter Liebe zur Natur, lassen  einzigartige Outdoor-Ausrüstung im Bereich Bekleidung, Rucksack und Schuhe entstehen.

Begeistert von den Impulsen und darauf gespannt, wie sich die Ausrüstung im Livetest schlagen wird, nimmt unsere Trekking-Tour nun am Ausgangspunkt At Bunnran ihren Anfang.

Die ersten Meter sind – zugegeben – mit den 23 kg, ganz schön anstrengend. Ihr kennt das sicherlich, oder? Auch wenn man den Rucksack richtig gepackt hat und das Gewicht optimal verteilt ist, dauert es immer etwas, bis man sich an den schweren Rucksack gewöhnt hat. Zu Beginn führt uns die Tour über kleine Pfade und später auf weglosem Gelände ca. 10 km zu unserem ersten Lagerplatz an einem wunderschön gelegenen See.

Dort angekommen, heißt es Zelt aufbauen, Isomatte ausrollen, Schlafsack auspacken, Wasser kochen für den Tee, Abendmahl zubereiten – eben all die Dinge, die am Ende eines Trekking-Tages auf einen zukommen. Mein Tipp hier: nehmt euch eine richtig gute Isolierflasche mit. So habt ihr die ganze Nacht und, wenn das Fassungsvermögen ausreichend groß ist, auch direkt am nächsten Morgen noch heißes Wasser. Auf diese Weise kann man noch direkt im Zelt seinen ersten Tee oder Kaffee genießen.

Tag Zwei der Trekkingtour

Knackige 0°C sind es am Morgen. Nach dem ersten Kaffee, Frühstück und dem Packen, gibt es eine kurze Besprechung sowie einen Erfahrungsaustausch zu den Lundhags-Produkten, die wir im Einsatz hatten. Danach geht es auch schon weiter – allerdings mit der Aufgabe für mich, den Weg für die Tour zu finden. Nach einem Blick auf Kompass und Karte, ist mir klar, wo lang es geht. Am Ende wird es eine 16 km lange Strecke, die bergauf und bergab, einen 600 Hm Anstieg, Bachüberquerungen, wegloses Gelände und viel Landschaft mit reichlich Fotopausen mit sich bringt.

Mein absoluter Höhepunkt der Tour kommt jedoch etwa eine Stunde vor dem Ende dieser Tagesetappe. Eine Bachüberquerung – ist doch kein Problem, denke ich. Doch als mir das Wasser dann plötzlich bis zu den Oberschenkeln steht, ändere ich meine Meinung recht schnell.

Und an dieser Stelle auch gleich mein nächster Hack für euch: Johann, der Guide von Lundhags, erklärt, wie in Schweden fachmännisch ein Bach überquert wird: Bevor es losgeht, Schuhe ausziehen und Einlegesohlen raus, Socken ausziehen und Barfuß wieder rein in die Schuhe.

Wenn einem das Wasser in die Schuhe läuft, ist klar, was eine anspruchsvolle Bachüberquerung bedeutet. Auf der anderen Seite angekommen, komme ich mir vor, als hätte ich Gummistiefel an den Füßen.

Also heißt es, Schuhe ausziehen, Wasser rausschütten und eine Pause von ca. einer Stunde einlegen. Danach die Einlegesohlen wieder rein und Socken anziehen. Während der ganzen Prozedur komme ich mir etwas komisch vor. Doch es funktioniert.

Nachdem wir am Ende des zweiten Tages den Zeltaufbau gemeistert und das Essen gekocht haben, fallen wir alle abermals müde in unsere Schlafsäcke. Ein langer, aber schöner Tag geht so zu Ende.

Tag Drei der Trekkingtour

Am nächsten Tag heißt es nach dem Frühstück erneut: Zusammenpacken. Unsere Zelte lassen wir jedoch stehen, da zunächst die Produktschulung von Hilleberg auf dem Programm steht. Dabei werden vor allem die Besonderheiten, Vor- und Nachteile eines jeden einzelnen Zelt-Modells besprochen, bevor wir endgültig aufbrechen.

Nach dem von unseren Guides angeleiteten Briefing, wandern wir über zwei Pässe und einige Fotopausen später sind wir unserem Ziel wieder ein Stück näher gekommen. Vor allem das Ende der Strecke hat es noch einmal in sich, da an einem steilen Abstieg unsere ganze Konzentration gefordert ist und die Trekkingschuhe ausgiebig auf Grip getestet werden.

Nachhaltig beeindruckt mich vor allem die vollkommene Abgeschiedenheit in dieser großartigen Landschaft. Überall wo wir unterwegs sind, haben wir so gut wie keine anderen Menschen getroffen. Jämtland bietet unwahrscheinlich tolle Landschaft mit vielen Seen und unberührter Natur. Das macht das Gebiet unglaublich einzigartig. Auch das Wetter hat einiges zu bieten: von Wind, Regen und Sonne ist alles dabei. Wer also Ruhe und unberührte Natur entdecken möchte, ist hier genau richtig.

In einem kleinen Wald erwartet uns schließlich ein wunderschön gelegener Zeltplatz. Mittlerweile hat sich alles eingespielt: Zelt aufbauen, Abendessen kochen, Tee zubereiten und relaxen.

Der letzte Tag

Das morgendliche Standardprogramm geht am letzten Tag ganz entspannt von statten, haben wir doch nur noch etwa zwei Stunden Laufzeit bis zum Ziel vor der Nase. Nach einer weiteren Tasse Kaffee (ihr erinnert euch noch an Fika?), steht heute eine Produktschulung von Woolpower auf der Agenda. Wir tauschen unsere bisherigen Erfahrungen aus und – ganz wichtig – machen endlich den lange ersehnten Geruchstest nach vier Tagen on Tour. Zum Glück (und unserer Merinowäsche sei Dank) kippt niemand um. Geruchstechnisch ist also alles im grünen Bereich, und so können wir, ganz ohne Risiko, uns zurück in die Zivilisation trauen.

Kurz vor Ende überrascht uns letztlich noch eine abenteuerliche Bootsfahrt und ehe wir uns versehen, ist es auch schon geschafft. Abklatschen, glückliche Gesichter… und zu unserer Freude steht bereits ein Willkommens-Bier für uns bereit. Wow, geschafft!

So heißt es, endlich wieder eine Dusche zu nehmen und die Füße hochzulegen. So wird am Abend nach einer gemeinsamen Diashow noch kräftig gefeiert. Alle sind stolz, es geschafft zu haben.

Eine letzte Stippvisite bei Woolpower

Am letzten Morgen geht es zum Abschluss noch ins Werk und zum Hauptsitz von Woolpower. Hier ist fast alles richtige Handarbeit und ich kann euch sagen: Die Produkte sind nicht nur angenehm auf der Haut zu tragen, sondern haben für mich in Sachen Temperaturregulierung auch super funktioniert. Auch den 4-Tage-Trekking-Geruchstest haben sie bestanden. Als mein neues Lieblingsteil stellt sich schlussendlich ein Midlayer mit 200 g/m² Materialgewicht heraus. Aber auch das Crewneck 200 darf bei meiner nächsten Tour nicht fehlen.

Kurz darauf steige ich glücklich und mit vielen neuen Erfahrungen sowie Eindrücken im Gepäck, zurück ins Flugzeug nach Deutschland.

Zum Schluss noch ein dickes Dankeschön an Hillberg, Lundhags und Woolpower für dieses tolle Erlebnis.

Die richtigen Schuhe für den Klettersteig!

4. Oktober 2018
Kaufberatung

Zum Teil gibt es für die Besteigung des Klettersteiges spezielle Ausrüstung; so zum Beispiel die Klettersteigbremse. Den größten Teil des Materials, wie Kleidung, Rucksack oder Gurt, haben Bergfreunde allerdings schon vom Klettern oder Bergsteigen her im Schrank. Wie sieht es da mit den Schuhen aus? Kann man die Zustiegsschuhe vom Alpinklettern hernehmen? Oder die steigeisenfesten Bergstiefel von den letzten Hochtouren? Gibt es überhaupt eine eigene Schuhkategorie namens „Klettersteigschuh“? Wenn ja, wie unterscheidet sich die Kategorie von anderen Bergschuhen und braucht man das dann wirklich überhaupt?

Fragen über Fragen, die ich nun für euch beantworten möchte.

Was ist der Unterschied? Was macht den Klettersteigschuh aus?

Die meisten Klettersteigschuhe unterscheiden sich nur in kleinen Details von gewöhnlichen Bergschuhen und sind irgendwo im Bereich zwischen leichten und weichen (und bei Hitze angenehmeren) Approach/Zustiegsschuhen und Trekkingstiefeln anzusiedeln. Die leichten Modelle eignen sich meist auch für (leichtes) Klettern, die schweren auch für Berg- und Hochtouren. Man kann viele Klettersteige natürlich auch mit normalen Bergschuhen begehen, doch empfehlenswert ist das höchstens für leichte und eher seltene Klettersteigeskapaden.

Die Hersteller fertigen Klettersteigschuhe in der Regel mit einer festeren Sohle und einem engeren Schaft als „normale“ Wander- und Trekkingschuhen an. Damit sollen sie besser für langes Steigen und Klettern geeignet sein, während Letztere bekanntlich für langes Gehen ausgelegt sind.

Grundsätzlich ist ein guter Klettersteigschuh eher ein Generalist als ein Spezialist. Man tritt ja bei der Begehung eines Steigs nicht nur auf Felstritten, Leitern und Eisenstiften an, sondern legt auch einen guten Teil des Weges auf „ganz normalen“ Bergpfaden zurück. Und es gibt durchaus genügend Klettersteige, für deren Begehung man durch wegloses Gelände oder gar Eis und Schnee muss. Unter diesen Umständen sollte man dann entweder einen besonders vielseitigen Schuh am Fuß haben oder eventuell sogar ein leichtes und flexibles Paar Approachschuhe mit einem (steigeisen)festen und steifen Bergstiefel kombiniert werden.

Als Faustregel kann man festhalten, dass ein fester Schuh mit fester Sohle und relativ hohem Stand der Füße weniger Präzision beim Auftreten, dafür aber kraftsparendes Stehen auf kleinen Tritten und Stiften bietet. Speziell für schwere Personen ist das wesentlich kraftsparender zu handhaben als ein weicher Schuh. Um es vereinfacht kurz zu fassen: je mehr direkter Felskontakt, desto weicher sollte der Schuh sein. Je mehr hochalpines Gelände, desto steifer (und steigeiesentauglicher) darf er sein.

Es macht deshalb Sinn sich vor dem Kauf zu überlegen welche Art Klettersteige (siehe Schwierigkeitsgrad) man mit den künftigen Schuhen bevorzugt angehen will. Dafür kann man sich die drei folgenden Fragen stellen: Wie lang werden die Zu- und Abstiege sein? Wie lang und sportlich werden die Klettersteig- und Kletterpassagen sein? Soll es hoch hinaus gehen?

Damit lassen sich dann folgende Überlegungen, was so ein Klettersteigschuh alles können muss, optimal einbringen:

Was müssen sie können?

Ganz klar: Auf glänzenden oder rostigen Eisenstiften, Stahlbügeln, Leitersprossen sowie Spitzen, Ecken und Kanten aller Art müssen die Klettersteigschuhe solide stehen. Und das bei voller Gewichtsbelastung. Nicht einmal, nicht zehnmal, sondern hunderte von Malen auf jeder Tour. Damit ist sonnenklar: die Verarbeitung muss zuverlässig stabil sein, vor allem an Nähten und Klebestellen.

Zum eigentlichen Klettersteig kommen wie gesagt noch Zu- und Abstieg hinzu. Die Schuhe müssen deshalb nicht nur stabil und gleichzeitig „gefühlvoll“ für den Steig sein, sondern auch  für das übrige Berggelände gut dämpfen und abrollen. Faustregeln, die ohne Wenn und Aber gelten, sind:

  1. Ein hoher Schaft, der mindestens über die Knöchel reicht, schützt besser vor dem Umknicken in unwegsamen Geländen.
  2. Der Schuh muss fest aber dennoch möglichst bequem sitzen. Im Zehenbereich muss genug Platz sein, um beim bergab gehen nicht vorne anzustoßen. Hier ist eine gut regulierbare Schnürung, die möglichst weit nach vorne-unten reicht, von Vorteil.

Ansonsten sind je nach Schwierigkeitsgrad und Terrain der anvisierten Klettersteige teilweise abweichende Eigenschaften und Schwerpunkte gefragt. Die Auswahl reicht von Allround-Alpinschuhen mit hohem Schaft bis zu leichteren und bei Hitze angenehmeren Approachschuhen, die „eigentlich“ für die Zustiege zu Klettertouren gedacht sind.

Egal welcher Schuh, am wichtigsten ist, dass er rutschfest sitzt und dass er im vorderen Teil genug Haltekraft aufbauen kann, um auf kleinen Tritten, Leisten und Vorsprüngen Halt zu finden. Aus diesen Gründen werden zumeist etwas enger geschnittene Modelle empfohlen. Generell gehen die Klettersteigschuh-Empfehlungen meist in Richtung Wanderschuhe der Kategorien B oder B/C mit einer griffigen Kletterzone im Profil.

Um das etwas zu präzisieren und auf den Einzelfall abzustimmen, gehen wir nun die Schuhdetails durch:

Sohle

Hier ist die eierlegende Wollmilchsau gefragt: die Sohle muss sowohl verwindungssteif als auch klettertauglich sein. Damit die Füße genügend Gefühl für den Untergrund erhalten, darf die Sohle nicht zu hoch bzw. zu dick sein. Hierfür kommen eigentlich nur die „mittelharten“ und mittelhohen Sohlen von Kategorie B oder maximal B/C-Bergschuhen infrage.

Das Profil muss von vorn und innen genug Reibung zum Auftreten am Fels besitzen. Gleichzeitig sollte er allerdings auch griffig genug für die Zu- und Abstiege über Geröll, Schrofen, erdigen Untergrund, Schnee und feuchte Wiesen sein. Klingt kaum machbar, doch da die Sohle genau wie der menschliche Fuß sehr gut in verschiedene Zonen eingeteilt werden kann, lässt sich diese vielschichtige Herausforderung durchaus meistern.

Eine zonierte Sohle ist ein Hauptmerkmal guter Klettersteigschuhe. Der vordere Bereich sollte für leichtere und mittlere Klettersteige fest und steif sein, um kraftsparenden Stand auch auf kleinen Felsvorsprüngen zu gewährleisten.

Je sportlicher das Niveau der Steige wird, desto mehr Flexibilität ist im Vorfußbereich gefragt. Die Flexibilität ist notwendig, um einen guten Antritt „auf Reibung“ zu haben. Den Spagat zwischen diesen Anforderungen schafft eine kleine Reibungszone ohne Profil und eine leichte nach oben gezogene vordere Abrundung der Sohle. Die Reibungszone befindet sich dabei unterhalb des großen Zehs (und evtl. noch am Innenballen).

Unterhalb des Mittelfußes und der Ferse muss die Sohle tief profiliert sein, um Halt im Gelände und auf den Steighilfen zu geben. Im Übergang zwischen Ballenbereich und Absatz sollte sich eine ausgeprägte Vertiefung – der so genannte Trittleitersteg – befinden. Die Vertiefung verhindert das Abrutschen auf (nassen) Eisenstiften und Leitersprossen.

Schaft

Der Hauptunterschied zu Trekking- und Wanderschuhen ist bei Klettersteigschuhen eine etwas schlanker geschnittene und exakt anpassbare Zehenbox. Sie sollte nur so groß sein, dass die Zehen beim Abstieg nicht vorne anstoßen.

Ansonsten unterscheiden sich die Anforderungen an den Schaft je nachdem, wie sportlich-felsbetont es zugeht und wie hoch die Klettersteige gelegen sind. Für die Fun-Klettersteige in der Nähe von Talorten reicht ein relativ niedriger und „luftiger“ Schaft mit viel Bewegungsfreiheit. Für den hochalpinen Bereich mit den niedrigeren Temperaturen und dem losen Geröll darf es hingegen gern etwas geschlossener und geschützter sein. In letzterem Falle erhöht ein den Schaft umlaufender Gummirand (Geröllschutzrand) die Lebensdauer der Schuhe deutlich.

Idealerweise ist der klettersteigtaugliche Schaft, aufgrund des oft schrägen Antretens und Stehens, etwas beweglicher als bei normalen Wanderschuhen. Viele Klettersteig-Modelle bekannter Marken wie La Sportiva oder Lowa erfüllen diese scheinbar widersprüchlichen Anforderungen bemerkenswert gut.

Wie bei Bergschuhen sollte auch hier der Schaft atmungsaktiv und wasserabweisend sein. Allerdings hat die Atmungsaktivität bei Bergschuhen ein größeres Gewicht, da Klettersteige nur sehr selten bei unsicheren Wetteraussichten angegangen werden. Wer Klettersteige überwiegend als Tagestouren in nicht allzu großer Höhe plant, kann dampfdurchlässige Klettersteigschuhe mit Membran-freiem Mesh-Innenfutter in Betracht ziehen. Bei mehrtägigen und/oder hochalpinen Touren und zu erwartenden Querungen von Schneefeldern sieht das natürlich anders aus. Dann steht die Wasserdichtigkeit wieder höher in der Prioritätenliste.

Textil oder Leder? Beides!

Beim Material hat man die Wahl zwischen textilen Kunststoffen und Leder. Textilelemente sind preiswerter, da sie leichter zu konstruieren und zu verarbeiten sind. Das Leder bietet auch ohne Membranen Wasserresistzenz, Atmungsaktivität und ein angenehmeres Trageklima bietet.

Häufig kombiniert man die beiden Materialien, um die jeweiligen Vorteile punktgenau und effizient zu nutzen. Im Bereich der Zehen, Fersen und Sohlenränder ist Leder ideal, da es formstabiler und abriebfester ist. An der Lasche bzw. Zunge des Schuhs ist wiederum Textil von Vorteil, da es weicher, leichter und beweglicher ist. Bei fast allen in Deutschland verkauften Klettersteig- und Approachschuhe wird der Schaft als Textil-Leder-Gemisch mit einer Membran-Zwischenlage (meist GoreTex) gefertigt.

Schnürung

Eine leichte und genau zu justierende Schnürung hilft, den Schuh so passgenau an den Fuß zu bringen wie man ihn in den wechselnden Situationen braucht. Gute Klettersteigschuhe haben daher eine weit nach vorn in den Zehenbereich reichende Schnürung. Ansonsten ist das Schnürsystem der Klettersteigschuhe mit dem der „normalen“ Bergschuhe weitgehend identisch.

In der Regel sorgt die Kombination aus unten angebrachten Schlaufen und oben angeordneten Haken für eine gute Anpassbarkeit. Daneben sorgt meist ein Tiefzughaken für ein optimales Andrücken der Ferse. Schnürungen, die sich mit einem einzigen Zug über den gesamten Fuß hinweg ziehen, sind besonders komfortable aber nicht unbedingt erforderlich.

„Nur“ Klettersteige oder mehr?

Je nachdem wie viel (hoch)alpines Terrain (abgesehen von den Klettersteigen) auf dem Plan steht, braucht es unterschiedliche Klettersteigschuhe. Führen die Steige durch Eis- und Schneegelände oder gar Gipfel, die mit Gleterschpassagen im Abstieg aufwarten, sollten die Treter steigeisenfest sein. Hierfür reichen meist simple Eisen mit Riemenbindung. In der Regel kann man hier mit der Wahl der zuvor genannten Kategorien B und B/C nichts falschen.

Bei den manchmal noch weiteren Zustiegs-/Approachschuhen, die für kürzere, kletter- und sportbetone Steige optimal sind, sollte man genau hinschauen und eventuell auch nachfragen. Sie können unter Umständen um zu weich sein, um eine Riemebindung stabil zu befestigen.

Was sagen die Experten?

Bis hierhin sollte deutlich geworden sein, warum die eingangs gestellten, scheinbar einfachen Fragen gar nicht immer so eindeutig zu beantworten sind. Auch bei Klettersteigen begegnet man nämlich immer wieder der unsicheren Floskel: „Kommt drauf an …“.

Um die Entscheidung etwas leichter zu machen, lassen wir abschließend noch kurz die unabhängigen Tester vom Alpin Magazin zu Wort kommen:

Es heißt immer, die eierlegende Wollmilchsau gebe es nicht. Einige Hersteller kommen bei den Schuhen dem Ziel aber schon sehr nahe. Begeistert waren wir vom Scarpa Marmolada. Ein bequemer Schuh, der sehr gut abrollt, gleichzeitig aber am Klettersteig aufblüht und sehr guten Halt vermittelt. Auch der Garmont Vetta ist ein toller Schuh für Ferratisten; leicht und mit sehr gutem Halt – aber eher für schmale Füße. Unser Allround-Tipp.

Für sportliche Nutzer empfiehlt Alpin die Modelle Adidas TX Scope High und Five Ten Guide Teenie Mid. Sie sind nach Ansicht der Tester „weich und flexibel und verlangen mehr Kraft, um auf Leisten zu stehen, und geben deutlich weniger Halt. Wer so etwas sucht, ist mit den Modellen gut beraten, für Anfänger ist das nichts.

Die Kollegen vom Bergsteiger Magazin teilen die Klettersteigschuhe in zwei Gewichtsklassen ein:

  • leichte Modelle für schwere (Fun)Klettersteige, die in Größe 45 ca. 1050 g und aufwärts wiegen
  • schwere Alpin-Modelle, die sich in ähnlicher Größe bei mindestens 1700 g einpendeln

Einen kleinen Querschnitt durch diese riesige Auswahl gibt es auch in unserer Klettersteig Packliste. Habt ihr noch Fragen, könnt ihr uns diese gerne in den Kommentaren stellen.

Wenns halten muss: Alles über Steigeisen

2. Oktober 2018
Kaufberatung

Angeblich haben ja die Römer schon um 300 n. Chr. das Steigeisen erfunden, da deren Spione offenbar häufiger mal in steilem Gelände herumgeschnüffelt haben. Heute werden die gezackten Steighilfen eher für unpolitische Kraxeleien benutzt, die klassischerweise über Gletscher, Schneefelder und Firngrate auf alpine Gipfel führen. Aber auch sonst kommen Steigeisen immer dann zum Einsatz, wenn der verschneite oder vereiste Untergrund hart gefroren und/oder steil ist.

Dabei wird viel von den Steigeisen abverlangt: beim Aufstieg sollen sie gut greifen, fest am Schuh halten, bei Felskontakt nicht stumpf werden und beim Abstieg im aufgeweichten Schnee nicht rutschen. Stollen sollen sie natürlich auch nicht bilden und obendrein dürfen sie auch gerne möglichst leicht und klein verpackbar sein. Mit Stollen meine ich übrigens keine weihnachtlichen Backwaren, sondern die lästigen und manchmal gefährlichen Schneeklumpen, die sich bei weichem Firn und Schnee gern unter den Eisen bilden. Entfernt man sie nicht mit Pickelschlag oder Schuhklopfer, kann das Eisen zu einem Stück Schmierseife auf dem Abstiegsweg werden. Über solche kleinen potentiellen Tücken sollte man vor dem Kauf Bescheid wissen – indem man Material, Aufbau und Arten von Steigeisen kennt. Also, legen wir los:

Materialien

Beim Material gibt es zwei Alternativen: belastbare und langlebige Edelstahl-Legierungen (meist Chrom-Moly-Stahl) oder leichtes Aluminium. Eine dritte Variante wäre Titan. Titan ist eigentlich eine prima Sache, da es leichter als Stahl und fester als Aluminium ist. Doch da Titan um ein Mehrfaches teurer ist, sind Titaneisen auf dem „normalen Markt“ derzeit kaum zu bekommen.

Die Standardlösung für den Allround-Einsatz lautet Stahl. Dieses Material „beißt“ gut und bietet viel Halt, während die als Leichtsteigeisen firmierenden Alumodelle nur für Touren ohne viel Blankeis und Felskontakt (d.h. in eher flachen Hängen) gedacht sind. Die Alumodelle bieten beim Gehen in der Vertikalzackentechnik (hier wird der ganze Fuß aufgesetzt) und auf hartem Eis zwar einen soliden „Biss“, werden aber schneller stumpf und können sich auch durchaus mal verbiegen. Der Gewichtsvorteil ist allerdings erheblich: während Stahleisen meist an der Kilogramm-Marke kratzen, sind Alueisen schon ab 350 g zu haben. Auch der Tragekomfort der weniger starren Alumodelle mit ihren flexibleren Bindungen ist höher.

Einige Hersteller wie Petzl bieten Hybridsteigeisen an, bei denen ein Stahl-Vorderteil mit einem Alu-Hinterteil kombiniert wird. Sie bieten eine erhebliche Gewichtseinsparung, ohne allzu viel an Performance in hartem und steilem Eis einzubüßen.

Aufbau und Formen

Rahmen

Wo wir gerade von Vorder- und Hinterteil reden: das sind die beiden Metallstücke unter Vorderfuß und Ferse des Bergschuhs, aus denen der Rahmen des Steigeisens besteht. Die Rahmenstücke sind entweder starr (für steiles, hartes Eis) oder beweglich (für weicheren Firn und Schnee) über eine Schiene miteinander verbunden. Diese Schiene (auch Steg genannt) ist meist der Fußform entsprechend leicht gekrümmt, mit zahlreichen Löchern perforiert und mittels eines Feder-Stahlclips in der Länge verstellbar. Je nach Form und Anzahl der Löcher kann die Größenanpassung sehr fein an den Schuh abgestimmt werden. Für viele Steigeisen gibt es auch extra lange Stege für extra lange Schuhgrößen.

Eine ganz besondere Lösung hat Petzl hier wieder gefunden: die Stahlschiene wird bei dem revolutionär leichten und kompakten Petzl Leopard Firnsteigeisen einfach durch Dyneema Schüre ersetzt. Diese erlauben eine Längenverstellung durch einfaches umfädeln.

Je beweglicher der Rahmen (und der Bergschuh), desto komfortabler ist das Gehen. Allerdings schließt diese Bewegungsfreiheit auch die sehr hohe Wahrscheinlichkeit mit ein, dass sich das Eisen vom Schuh löst. Am Rahmen sind die 8 bis 14 Zacken angebracht, die je nach Modell für soliden oder bombenfesten Halt im Eis sorgen.

Die Rahmenbreite kann je nach Bindungstyp schmaler oder genauso breit wie der Schuh sein. Ein breiterer Rahmen sorgt für solideren Stand und mehr Sicherheit beim Gehen. Das kann auf unregelmäßigem Untergrund (z.B. beim Queren einer Moräne) durchaus eine Rolle spielen, da man auf den Eisen höher steht und die Gefahr des Umknickens größer ist. Die Höhe des Stands hängt bei hartem Untergrund von der Länge der Vertikalzacken ab – je kürzer sie sind, desto natürlicher ist das Gehen.

Zacken

Aus dem letzten Satz war es schon herauszulesen: die Vertikalzacken sind diejenigen, die vom Fuß senkrecht nach unten zeigen. Sie sind normalerweise mehr oder weniger symmetrisch längs an den Seiten angeordnet. Hinten am Rahmen befinden sich üblicherweise zwei quer gestellte Vertikalzacken. Die Vertikalzacken sorgen bei jeder nicht-kletternden Fortbewegung für den Halt auf dem Eis. Deshalb wird das „normale Gehen“ bis etwa 35 Grad Hangsteilheit auch als Vertikalzackentechnik bezeichnet.

Die vom Rahmen aus nach vorn ausgerichteten Front(al)zacken bzw. Vorderzacken sorgen bei Eis ab etwa 35 Grad Steilheit für einen sicheren Halt. Sie werden meist mit einem lockeren Pendelschlag aus dem Knie heraus ins Eis getrieben. Bei anspruchsvolleren Hochtouren können das Gletscherbrüche oder Eisflanken sein (von denen es in den Alpen allerdings im Sommer immer weniger gibt).

Die Frontzacken gibt es wiederum in zwei Versionen: senkrecht aufgestellt oder horizontal ausgerichtet. Die senkrechten Frontzacken ähneln den Hauen von Eisgeräten und bieten unübertroffenen Halt in hartem Steileis. Bei weniger steilem und weicheren Untergrund bieten sie allerdings weniger Halt als die herkömmlichen, waagerecht liegenden Frontzacken, welche für bestmöglichen Halt leicht nach unten gekrümmt sein sollten. Meistens werden die vertikalen Frontzacken jedoch durch Sekundärzacken oder T-Profile unterstützt, die die eingebüßte Bodenhaftung auf Schnee wieder ausgleichen.

Die horizontalen Frontzacken laufen oft schmal und spitz zu. Bei Eisen, die besonders auf guten Halt im Schnee ausgelegt sind, läuft die Spitze jedoch von oben betrachtet breit zu und ist nur von der Seite betrachtet scharf.

Für verschärftes Eis- und Mixedklettern haben sich mittlerweile vertikale Front-Monozacken etabliert. Wie der Name schon sagt, ist die Vorderseite damit nur mit einer, statt der „gewohnten“ zwei Zacken, bestückt. Mit den Monozacken sind noch präzisere oder komplexere Bewegungen wie das Eindrehen der Füße bei verminderter Gefahr des Heraushebelns möglich.

Die Länge der Zacken spielt aufgrund der Hebelwirkung eine Rolle: kurze Zacken sind besser für Fels oder Mixed-Klettern geeignet; lange Zacken besser für Firn und Eis. Dementsprechend kann man die Zackenlänge bei manchen Modellen verändern (z.B. beim Grivel G14).

Bindung

Die Bindung sorgt für den sicheren Kontakt zwischen Schuh und Metall. Auch bei ihr gilt abermals: es gibt zwei Versionen und einen Hybriden dazwischen. Eigentlich ganz einfach, auch weil Bergschuhe meist im Hinblick auf ihre Eignung für verschiedene Bindungen deutlich gekennzeichnet sind:

Für die leichten, einfach gebauten Steigeisen zum Gletscherwandern ist die Riemenbindung mit meist je einem Plastikkörbchen vorne und hinten Standard. Die Riemen bestehen aus Nylon- oder Perlonbändern, welche Absatz und Spitze des Schuhs mit Fersen- und Ballenteil des Steigeisens verbinden und mithilfe von Dornenschnallen festgezogen werden. Diese Konstruktion passt (theoretisch) auf jeden halbwegs festen Berg- und Wanderschuh. Es sollte aber auch bei Riemenbindung schon ein mindestens „bedingt steigeisenfester“ Bergschuh sein, auch wenn die Eisen für kurze Querungen von Schneerinnen durchaus auch an einem Zustiegsschuh o.ä. halten würden.

Generell sind Sitz und Stabilität bei der Riemenbindung am schwächsten. Auch sind die Körbchen im Vergleich zu anderen Bindungen schwer und voluminös, womit der Gewichtsvorteil der Alu/Leichtsteigeisen ein Stück egalisiert wird.

Kipphebelbindungen (auch Automatikbindungen oder Step-In-Bindungen genannt) werden durch einen Drahtbügel an der vorderen Sohle und durch einen höhenverstellbaren Kipphebel an der hinteren Sohle befestigt. Zusätzlich ist ein Fangriemen als Verlustsicherung angebracht. Die Verwendung von Hebelbindungen setzt voll steigeisenfeste Bergschuhe voraus, deren Sohle sehr steif und mit entsprechenden Sohlenkanten vorn und hinten versehen ist. Sie sind auch ideal für Skitourenstiefel, sofern der Kipphebel sich nicht mit dessen rückseitiger Fußfixierung ins Gehege kommt.

Generell sitzen Steigeisenbindungen mit Kipphebel am sichersten am Schuh, bieten die beste Standfestigkeit, sind am leichtesten und lassen sich am schnellsten an- und ablegen. Auch bieten sie oft verschiedene Einstelloptionen für Eis- oder Felsklettern. Wenn man das Anschnallen richtig bewerkstelligt hat, sollte beim finalen Festziehen ein sattes Klack-Geräusch zu hören sein.

Die Hybridlösung ist auch hier wieder der Versuch, die Vorteile beider Standardsysteme zu vereinen. Und das gelingt durchaus gut – die Bindungen mit Körbchen vorne und Kipphebel hinten sind sehr empfehlenswert, wenn die Eisen für ein breites Tourenspektrum vorgesehen sind. Das System erfordert für den Kipphebel nur hinten am Schuh eine stabile Befestigungskante – womit es auf eine Vielzahl an Schuhen passt, auch wenn diese nur „bedingt steigeisenfest“ sind. Bei einigen Marken gibt es auch die Möglichkeit der Umstellung von Automatikbindung zu Hybrid- bzw. Semibindung.

Bei der Kombibindung wird der Kipphebel mit einem Korb vorne kombiniert. Vielleicht heißt es ja deshalb Kombibindung, weil sich dieses Konzept bestens für kombinierte Touren in Eis und Fels eignet …

Einen durchaus gelungenen Versuch, alle Bindungstypen zu vereinigen, hat Edelrid mit seinem Modell Shark unternommen. Hier lassen sich Automatik-, Semi- und Riemenbindung beliebig austauschen.

Antisollplatten

Während die Bedeutung von Rahmen, Zacken und Bindungen von vornherein einleuchtet, wird die Wichtigkeit der Antistollplatten meist erst nach der ersten Tour klar. Wie im Eingangsabschnitt erwähnt, können die gemeinen Schneeklumpen unter den Eisen den Abstieg im weichen Firn zur Hölle machen. Das kalte Metall der Eisen zieht den feuchten Schnee fast wie Klebstoff an. Das macht nicht nur das Gehen anstrengend, sondern kann auch sehr gefährlich werden.

Wenn der Schneeklumpen dicker ist als die Zacken lang sind, verliert man im schlimmsten Falle sprichwörtlich die Bodenhaftung und schlittert auf Nimmerwiedersehen davon. Deshalb sind gute Antistollplatten, die den gesamten Rahmen bedecken, kein Luxus, sondern Pflicht. Zum Glück haben mittlerweile fast alle Hochtourensteigeisen diese Kunststoffplatten serienmäßig vormontiert.

Besonders effektiv sind konvex ausgebeulte Platten, die sich bei Druckbelastung einstülpen und den Schnee, wenn der Fuß in der Luft ist, regelrecht abwerfen. Raffiniert! Die Platten sollten zudem leicht ersetzbar sein, da sie bei Felskontrakt schnell mal beschädigt werden.

Einsatzzweck

Die Unterschiede in den genannten Bestandteilen haben die jeweiligen Einsatzzwecke eigentlich schon klar definiert. Das Ganze lässt sich aber noch etwas übersichtlicher in drei Klassen je nach Einsatzzweck zusammenfassen:

1. Leichte Hochtouren und Gletschertrekking mit wenig Kombigelände und Felskontakt:

Hier kommen die Leichtsteigeisen/ Gletschersteigeisen/Alusteigeisen mit zehn bis zwölf Zacken zum Einsatz  (wobei hier fast nur die Vertikalzacken verwendet werden). Diese leichten und relativ flexiblen Eisen behindern das normale Abrollen des Fußes nicht vollständig und bieten damit höheren Gehkomfort für lange Strecken. Das Gewicht hält man hier gern möglichst gering, besonders wenn die Eisen nur sporadisch zum Einsatz kommen und meist im oder am Rucksack getragen werden. Mit den zwei waagerecht nach vorn stehenden, leicht nach unten gekrümmten Frontzacken können auch kurze vereiste Hänge und kombinierte Gipfelzonen bei Hoch- und Skitouren bewältigt werden.

2. Anspruchsvolle Hochtouren mit viel Kombigelände und Felskontakt:

Im steileren Gelände kommen mindestens Zwölfzacker zum Einsatz. Das zusätzliche Paar Zacken sitzt als schräg nach vorn gerichtete Stützhilfe direkt neben und hinter den Frontalzacken. Für mittlere Hochtourenschwierigkeiten und einfaches Wasserfallklettern genügen die „normalen“ horizontal ausgerichteten Frontzacken. Bei einem Schwerpunkt auf Firn- und Eisflanken sollten die Frontzacken stärker nach unten gezogen und das Stützpaar stärker nach vorn gerichtet sein. Liegt der Fokus dabei mehr auf Kombi- und Felskletterei sollten die Frontzacken gerade vorstehen und das Stützpaar eher senkrecht nach unten gerichtet sein. Generell bestehen die Steigeisen für anspruchsvollere Touren aus stabilem und abriebfestem Stahl, dessen Vorteile der besseren Performance und des besseren Sitzes dem Mehrgewicht als Nachteil überwiegen.

Auch wenn man weniger anspruchsvoll, dafür aber oft unterwegs sein will, sollte man aufgrund der längeren Lebensdauer eher zu Stahl als zu Aluminium greifen.

3. Steiles Eis und Wasserfälle:

Je steiler man unterwegs ist, desto mehr liegt der Fokus auf den Frontalzacken. Bei den „richtigen“ Steileismodellen sind die Frontalzacken wie Pickelhauen vertikal ausgerichtet und oft in Länge und/oder Winkel verstellbar. Die zweite Zackenreihe ist besonders deutlich nach vorne ausgerichtet, um den sicheren Stand im harten Eis zu unterstützen. Die „Hardcore-Modelle“ für extremes Eis- und Mixed-Gelände haben 14 Zacken und lassen sich wie bereits beschrieben zu Mono-Zackern umrüsten.

Transport: handlich oder umständlich

Beim Gewicht halten sich die Unterschiede und damit der Spielraum in Grenzen: die Art der Touren bestimmt, ob man etwa ein Kilo oder etwa ein Halbes zu tragen hat. Doch das Packvolumen kann sich durchaus auch zwischen ähnlichen Eisen unterscheiden. Wichtig ist, dass sich die gelochte Schiene bzw. der Mittelsteg möglichst kurz zusammenschieben lässt. Bei dem zuvor erwähnten Zehnzacker Petzl Leopard endet die Schrumpfkur dank Schnurverbindung erst auf sagenhaft kurzen 13,5 cm. Normalerweise muss man aber mit mindestens 20 bis 25 cm Packlänge rechnen. Die Höhe der zusammengelegten Steigeisen wird logischerweise durch die Länge der Zacken und der Schuhfixierungen bestimmt. Steigeisen mit Step-In-Bindung sind am flachsten, Korbbindungen am sperrigsten.

Am oder im Rucksack?

Das ist eigentlich egal, solange die Eisen gut verpackt sind. Eine spezielle Transporttasche ist jedenfalls ein Muss. Sie kann in den Rucksack wandern oder an einer der meist zahlreich vorhandenen Befestigungsmöglichkeiten angebracht werden. So durchlöchern die Eisen weder Textilien noch Mitmenschen und behalten auch den oft reichliche anfallenden Dreck vorerst bei sich. Meistens sind die Eisen nach der Tour auch nass – und da die meisten Taschen nicht wasserdicht sind, empfiehlt sich spätestens hier eher der Transport außen am Rucksack.

Aufbewahrung und Pflege

Steigeisen bleiben mit regelmäßiger Reinigung nach den Touren besser in Form. Sie werden am liebsten trocken aufbewahrt und in etwas größeren Abständen lassen sie sich auch gern mal so richtig durchfeilen. Praktischerweise haben wir hierzu schon eine Pflegeanleitung für Steigeisen parat.

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