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Tipps zum besseren Bouldern
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Kleine Frau, großer Fels - Ulligundes Bergkolumne
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Eine Kaufberatung für Hüttenschuhe

Wohlige Wärme gegen Frostfüße – eine Kaufberatung für Hüttenschuhe

28. April 2017
Kaufberatung

Hüttenschuhe, die vergessenen Helden der Outdoorwelt. Während auf die teuren Funktionsklamotten Lobgesänge und Heldenlieder angestimmt werden, bleiben die filzernen Recken meist im Hintergrund. Dabei sorgen sie mit ihrer himmlisch kuscheligen Art für geschmeichelte und entspannte Füße nach einem harten Tourentag. Auch im Alltag sorgen sie dafür, dass wir wahre Höchstleistungen vollbringen können. Ohne sie wäre der Serienmarathon auf der Couch oder das Abenteuer an der Spielkonsole nicht so erfolgreich und weit weniger komfortabel. Aber Spaß beiseite. Hüttenschuhe sind in jedem Fall bequeme Partner für den Abend auf der Berghütte und machen auch daheim einen klasse Job. Sie sind leicht, passen locker noch in den Rucksack – auch wenn der wieder chronisch überfüllt ist – und sie fühlen sich einfach klasse an den Füßen an. Wenn ihr euch also ein Paar dieser kuscheligen Helden zulegen möchtet, folgt hier eine Einführung in die Welt der Hüttenschlappen!

Das sind doch auch nur Schlappen! Oder? – Was sind Hüttenschuhe eigentlich?

Hüttenschuhe sind komfortable Pantoffeln wie sie auf Berghütten zum Einsatz kommen. In ihrer bekanntesten Form sind die Hüttenpantoffeln aus einem Wollfilz gefertigt. Die Sohle ist aus einem robusten Wildleder, Kork oder einem rutschfest gummierten Gewebe. Das Filzgewebe fühlt sich nicht nur klasse an und wiegt kaum etwas, sondern es ist ein richtiges Wärmekraftpaket. Die feinen Verästelungen der Fasern in dem gefilzten Material, können besonders viel isolierende Luft einschließen. So werden selbst chronisch von Kälte geplagte Füße mit wohliger Wärme versorgt. Gleichzeitig ist das Filzgewebe auf natürliche Weise atmungsaktiv und lässt den Fußschweiß direkt nach dem Entstehen nach außen hin verdunsten. Das ist schlecht für Käsefüße, aber umso besser für empfindliche Riecher.

Und wo liegt der Unterschied zu den normalen Hauspuschen? Der ist in der Tat fließend. Die gängigen Hausschlappen sind meist mit einer festen und relativ schweren Sohle ausgestattet. Das sorgt für ein relativ hohes Gewicht und ein gewisses Packmaß. Im Gegensatz dazu haben Hüttenschuhe in der Regel eine flache, flexible Sohle. In Kombination mit dem weichen Woll- oder Filzmaterial sind sie weder platz- noch gewichtsmäßig eine Bürde fürs Rucksackgepäck. Ein weiterer Unterschied ist im Schaftaufbau zu finden. Hausschlappen sind in den meisten Fällen oben offen, damit wir problemlos reinschlüpfen können. Ein Hüttenschuh ist oft mit einem höheren Schaft ausgestattet der ähnlich einer dicken Wintersocke den Knöchel wärmend umschließt. Modelle zum Reinslippen gibt’s natürlich ebenfalls.

Was sagt die Hüttenordnung – sind Hüttenschuhe Pflicht?

Ähnlich wie der Hüttenschlafsack sind Hüttenschuhe auf vielen Berghütten Pflicht. Schließlich sollte man auf der Hütte nicht mit den dreckigen Bergschuhen umherstapfen. Zum einen gehört sich das nicht, zum anderen hat das schlicht und einfach praktische Gründe. Da die Berghütten oft fernab jeglicher Infrastruktur gelegen sind, ist eine regelmäßige Grundreinigung der Räume schlicht nicht ohne weiteres zu bewerkstelligen. Also Bergschuhe aus und Hüttenschuhe an! An vielen bewirteten Berghütten können die bequemen Hüttenpuschen geliehen werden. Doch bakterienscheue Gesellen wie ich es einer bin, fühlen sich wohler wenn sie wissen, dass sich bisher nur die eigenen Käsemauken in die Schuhe gekuschelt haben und keine fremden.

Nun fragt sich der eine oder andere von euch ob er seine Crocs mit auf Hüttentour nehmen kann. Klar! Da dürften die meisten Hüttenwirte nichts dagegen haben. Crocs müssen zwar ohne Hüttenschuh-Kuschelfaktor auskommen, sind aber ebenfalls sehr komfortabel. Außerdem wiegen sie kaum etwas, was sie für das gewichtsreduzierte Rucksackgepäck geradezu prädestiniert.

Was macht gute Hüttenschuhe aus und welche Modelle gibt es?

Das wichtigste beim Hüttenschuh-Kauf ist der Komfort. Taugen euch die Hüttenschuhe? Sitzen sie bequem am Fuß? Dann ist fast alles gebongt! Aber nur fast. Ein paar kleine Dinge gibt es dennoch zu beachten.

Zuerst solltet ihr euch Gedanken machen für welchen Zweck ihr die warmen Treter anschafft. Kommen die Hüttenschuhe tatsächlich mit auf Tour? Dann spielen Gewicht und Packmaß eine starke Rolle. Jedes Gramm, das beim Tourengepäck zusätzlich anfällt ist eines zu viel. Die Hüttenpantoffel sollten also möglichst leicht sein und mit einer dünnen und robusten Sohle ausgestattet sein. Bleibt der Hüttenschuh in den heimischen Gefilden, ist das Gewicht eher zweitrangig. Hier könnt ihr nach Herzenslust auf Komfort und Design achten.

In Sachen Modellvielfalt lässt sich der Hüttenschuh-Markt keinesfalls lumpen. Am gängigsten sind die eingangs erwähnten Varianten aus Filz. Die sind warm, bequem, atmungsaktiv und leicht. Aber das hatten wir bereits. Außer diesen Filzkameraden gibt es ebenfalls Hüttenschuhe aus gestrickter oder gehäkelter Wolle. Diese Exemplare erinnern ein wenig an warme Socken mit einer flachen, rutschfesten Sohle. Wahre Funktionalitätsmeister sind die Modelle aus Merinowolle. Die gibt es ebenfalls in verschiedenen Wollfilz-Ausführungen und als gestrickte oder gehäkelte Varianten. Die Funktionalität macht hierbei die natürlichen Eigenschaften der Merinowolle aus.

Neben einer tollen Isolationsleistung und einer soften Haptik, gibt’s eine natürliche Atmungsaktivität und ein top Feuchtigkeitsmanagement obendrauf. Zudem ist die Merinofaser antimikrobiell und nimmt keine schlechten Gerüche an. Geht die Tour in frostige Gefilde mit zugigen Übernachtungsmöglichkeiten oder sehnen sich eure Füße generell nach etwas mehr Wärme, dann greift ihr zu den Hüttenschuhen mit Daunenfüllung. Die sind in ihre Warmhaltekraft nicht zu überbieten. Außerdem sind sie – Achtung Wortspiel – federleicht und lassen sich hervorragend komprimieren. Manche Daunenschuhe kommen sogar direkt mit einem Packsack, mit dem sie auf ein minimales Packmaß reduziert werden können. Modelle mit Kunstfaserfüllung gibt es natürlich auch. Die haben zwar eine geringfügig niedrigere Wärmeleistung, jedoch ist das Füllmaterial gegenüber Feuchtigkeitseinfluss unempfindlich. Eine Eigenschaft die einer Daunenfüllung leider abgeht, denn ist die einmal nass, verliert sie einen Großteil ihrer Isolationskraft.

Warm, leicht und mächtig komfortabel. Ihr seht, die Dinger haben es richtig drauf! Ob nun auf Hüttentour oder beim faulenzen vor der Glotze, kalte Treter gibt’s mit denen nicht. Sie mögen zwar nicht den großen Hype einfahren, aber vielleicht bekommen sie irgendwann die Anerkennung, die sie verdienen. Für unsere Füße sind Hüttenschuhe auf jeden Fall die wahren Helden!

Eider - Know-How kombiniert mit Funktionalität und Eleganz

Eider – Know-How kombiniert mit Funktionalität und Eleganz

27. April 2017
Ausrüstung

Eleganz, Kunst und Kreativität beschreiben die Französische Designwelt ziemlich passend. Aber lässt sich das auch mit funktionalen Outdoor-Klamotten verbinden? Na klar! Zum Beispiel bei der französischen Marke Eider, deren Design für gleichermaßen funktionale wie stylische Outdoor- & Sportbekleidung steht. Doch das ist nicht der einzige Grund, Euch diese Marke einmal näher vorzustellen. Die Leidenschaft für den Sport und die Liebe zur Natur und einem ganz besonderen Tier, machen Eider nicht nur total sympathisch, sondern auch zu einem echten Trendsetter in Sachen Nachhaltigkeit.

Das frierende Schneiderlein

Begonnen hat alles in Annecy, im Herzen der französischen Alpen, als der Wintersport boomte und erste Skilifte gebaut wurden. Als Schneider und leidenschaftlicher Skifahrer fehlte dem Gründer Georges Ducruet vor allem eins: eine warme, gut geschnittene Skijacke. Somit gründete er kurzerhand 1962 seine eigene Bekleidungsmarke Eider. Das französische Label entwickelte sich über die Jahre immer weiter – produzierte, innovierte und engagierte sich bei Sportevents auf der ganzen Welt. Mittlerweile fertigt das Unternehmen 293.524 Bekleidungsstücke im Jahr, die in 26 Ländern und auf vier Kontinenten vertrieben werden. Dabei ist die Passion des Gründers noch immer spürbar. Bis heut wird jeder einzelne Prototyp in der hauseigenen Schneiderei in Annecy designt, bevor es in die Produktion geht.

Look Good, Feel Good

„Look Good, Feel Good“ – nichts weniger verspricht Eider von seiner Funktionsbekleidung und verfolgt damit eine klare Message. Es ist vielmehr eine Inspiration und steht für Lifestyle sowie eine gesunde, sportliche und erfüllende Lebensweise. Die Faszination zum Bergsport sowie die Liebe zur Natur bestimmen wesentlich den Markenkern. Daher liegt es dem französischen Unternehmen besonders am Herzen, dass man sich in seiner Bekleidung wohlfühlt und im Einklang mit der Natur ist.

Das langjährige Know-How spiegelt sich in der Verarbeitung der technisch fortschrittlichsten Stoffe und Materialien wider, wie Gore-Tex, Primaloft und Co. Dabei bleibt der Nachhaltigkeitsgedanke nicht unberücksichtigt. So verwendet Eider Materialien mit einer geringen ökologischen Belastung. Ein Großteil der Produkte von Eider ist bluesign® zertifiziert und weitestgehend PFC-frei. Zudem hat das Unternehmen bei der Verwendung von Daune auf das RDS Label (Responsible Down Standard) umgestellt. Somit wird gewährleistet, dass die Daune aus ethisch vertretbaren Quellen bezogen wird. Auch die Auswahl von Prozessen und Lieferanten überlässt Eider nicht dem Zufall. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Menschen und Umwelt stellt die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen dar.

Aus Liebe zur Ente

Die Eiderente spielt eine ganz besondere Rolle in der Firmengeschichte, sie ist nämlich nicht nur Namensgeber, sondern tritt für Eider als Botschafter für nachhaltiges Handeln auf. Ihre Daunen sind bekannt für ihre wärmenden Eigenschaften und ihr geringes Gewicht und dienen vor allem als Füllmaterial für Bettdecken und Kopfkissen aber auch für Bekleidung. Heute steht das hübsche Tierchen unter Naturschutz. Eiderdaune wird nach wie vor als Futterstoff eingesetzt. Die Federn und Daunen werden allerdings mühevoll von Hand aus den Nestern der Tiere entnommen, da sie bei der Mauser ohnehin abgeworfen werden.

Eider selbst unterstützt gemeinnützige Initiativen, welche sich für den Artenschutz und Lebensraum der Eiderente einsetzen. Dabei stellt das das Unternehmen nicht nur finanzielle Mittel zur Verfügung, sondern stattet die Volunteers auch mit warmer Kleidung aus.

Falls Ihr jetzt auch Lust auf ein wenig Frankreich bekommen habt, schaut doch mal in unserem Eider Online Shop vorbei. Überzeugt Euch selbst von der funktionellen und eleganten Kollektionen. Die Liebe zur Natur werdet Ihr auf jeden Fall in jedem Teil spüren.

 

Kletterwand Eigenbau - Tipps und Tricks

Mehr als nur Raufasertapete – Tipps zum Eigenbau einer Boulderwand

25. April 2017
Tipps und Tricks

Neulich ist wieder einmal die Handwerkerin in mir erwacht. Und da gerade ohnehin unser Dachboden ausgebaut wurde, habe ich die Gelegenheit ergriffen und eine Boulderwand in die Dachschräge gebaut. Das klingt logisch und gleichzeitig leichter, als es tatsächlich ist. Denn eine Wand, an der man klettern will unterliegt ganz anderen Anforderungen wie eine herkömmliche Deckenverkleidung. Was man also beim Eigenbau einer Boulderwand beachten muss und wo dabei die Feinheiten liegen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Material und Größe und Konstruktion

Ist eine Boulderwand zu klein, mag sie vielleicht gut aussehen, bringt aber für das Training recht wenig. Eine Wand mit einer Fläche von 6 m² sollte es mindestens sein. Je größer desto besser. Gerade wenn die Wand auch von Kindern genutzt werden soll, ist es wichtig, dass sie eine Höhe von 3 Metern nicht überschreitet, da sonst die Absprunghöhe zu groß würde. Als Material eignen sich selbstverständlich spezielle Kletterwandplatten oder auch verleimte Mehrschichtplatten aus dem Holzhandel. Wichtig ist dabei, dass die Platten eine Dicke von 18 – 22 mm aufweisen. Die Unterkonstruktion muss sehr stabil sein, da auf sie mitunter starke Belastungen einwirken. Werden die Wandplatten nicht direkt an einer Betonwand oder Mauer angebracht, empfiehlt sich eine Unterkonstruktion aus Holzbalken oder Stahlprofilen.

Wie genau die (Unter-)Konstruktion einer Boulderwand aussieht, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Neigung, der Höhe sowie den Verankerungsmöglichkeiten erfordern auch verschiedene Wandplatten unterschiedliche Unterbauten. Wie also das ‚Gerippe‘ einer Boulderwand aussehen muss, lässt sich nicht pauschal sagen. Grundsätzlich unterliegen alle künstlichen Kletteranlagen, die öffentlich genutzt werden, also auch Vereins- und Schulboulderwände, der Euronorm EN 12572. Darin sind sowohl die Wandhöhe als der Fallraum und die Aufprallfläche definiert. Im privaten Bereich ist diese Norm selbstverständlich nicht bindend, kann aber im Vorfeld des Bauprojekts hilfreiche Tipps liefern.

Hier einmal die wichtigsten Infos als Zusammenfassung:

  • Wandhöhen: max. 4 m (freistehend, überkletterbar), max. 4,5 m (nicht überkletterbar)
  • keine elektrischen Leitungen im Fallraum
  • ausreichend Fallraum und Aufprallfläche seitlich, vor und unter der Boulderwand. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass mögliche Säulen und Träger entsprechend gepolstert sind.
  • der Niedersprungbereich muss eben und hindernisfrei sein, ausreichende Dämpfung (Matten etc.) erforderlich. Hier sollte versucht werden so wenige Spalten wie möglich auf der Matte zu haben, da dies ein erhöhtes Unfallrisiko (Umknicken des Knöchels oder des Handgelenks) darstellt. Matten bestehen aus einzelnen kleineren Mittelteilen und werden meist mit einer Plane überzogen. Es sollten Spalten zwischen 8- 20 mm vermieden werden, da hier die Finger dazwischen passen und es zu Verletzungen kommen kann.

Dies erklärt freilich noch immer nicht, wie viele und wie dicke Balken oder Stahlprofile als Träger für die Kletterwandplatten erforderlich sind. Wie bereits erwähnt, haben unterschiedliche Materialien unterschiedliche Verarbeitungsvorschriften. Kurz und gut, es lässt sich pauschal und verallgemeinernd keine Aussage treffen. Für einfache überhängende Kletterwände hat sich im Allgemeinen die Verwendung von Balken mit einer Stärke von 10 x 8 cm bewährt, diese können zusätzliche mit einer Lattenkonstruktion ergänzt werden. Hier lohnt es sich einmal beim Holzhändler des Vertrauens vorbeizuschauen und sich ausführlich beraten zu lassen. Bei ‚wilderen‘ Konstruktionen kann es auch helfen einen Zimmermann beratend hinzuzuziehen. Kommen bereits vorgefertigte Kletterwandplatten zum Einsatz, geben die Montage- und Einbaubestimmungen des Herstellers zusätzlichen Aufschluss. Wichtig ist, dass die Holzplatten immer an der Unterkonstruktion, nicht nur an den Lattenkonstruktionen, befestigt sind.

Die Wandplatten

Lochraster – für den idealen Griffabstand

Kommen beim Bau der Boulderwand keine bereits fertigen Kletterwandplatten zum Einsatz, ist es wichtig, dass man sich noch vor dem Befestigen der Platten ein paar Gedanken zum Lochraster macht. Industriell gefertigte Kletterwände haben in der Regel einen Lochabstand von 15 bis 25 cm und kommen so auf ca. 25 bis 50 Löcher pro Quadratmeter. Baut man seine Wandplatten selbst empfiehlt es sich, ein ähnliches Lochraster zu verwenden. Dies ermöglicht es nicht nur Routen mit unterschiedlichem Charakter zu bauen, sondern diese bei Bedarf auch nach Belieben umschrauben zu können. Klassischerweise wird hierzu ein Dreieckbohrraster verwendet.

Kletterwand Eigenbau - Tipps und TricksDas lässt sich denkbar einfach herstellen, eine lange Setzlatte oder Lineal, ein Bleistift sowie eine handelsübliche Bohrmaschine reichen völlig aus. Das Lochraster wird auf der Rückseite der Platten angezeichnet. Wichtig ist, dass die Löcher der obersten und untersten Reihe einen ausreichenden Abstand zum Rand der Platte haben auch rechts und links sollte dieses Maß eingehalten werden.

Hat man den Rand definiert zeichnet man zunächst den horizontalen, danach den vertikalen Abstand der einzelnen Löcher ein und erstellt so ein Karoraster. Danach können die Löcher angezeichnet werden. In der obersten Reihe nimmt man hierzu immer die Punkte an denen sich die Linien kreuzen. In der Reihe darunter wird jeweils auf der horizontalen Linie mittig zwischen den beiden vertikalen Linien ein Bohrloch angezeichnet (siehe Abbildung). Danach werden die restlichen Löcher nach diesem System für alle Reihen eingezeichnet.

Es kann auch komplett auf ein Lochraster verzichtet werden, wenn nur Griffe verwendet werden, die mit Holzschrauben befestigt werden können. Man bezeichnet diese als Spaxgriffe oder Griffe mit mehreren Spaxlöchern. Das erspart viel Arbeit, Aufwand und Materialkosten.

Farbe und Anstrich – so wirds bunt und griffig

Sofern nicht bereits geschehen, können die Wandplatten nun auf der Vorderseite gestrichen werden. Geht es lediglich darum der Wand eine andere Farbe zu verleihen, kann hierzu eine handelsübliche Holzlasur verwendet werden. Um den Wandplatten jedoch eine Oberflächenstruktur zu verleihen, braucht es hingegen einen speziellen Anstrich bzw. einer Beschichtung:

  • Deckende Lackierung mit einem Zwei-Komponenten-Antirutschlack

Hierzu kommt eine spezielle Lackfarbe zum Einsatz. Diese enthält neben den üblichen Pigmenten etc. auch eine Körnung, die in getrocknetem Zustand für eine raue und somit griffige Oberfläche sorgt (grobes Schleifpapier). Lacke dieser Art sollten der Rutschhemmklasse R11 entsprechen. Die Farbe kann vergleichsweise einfach mittels Pinsel oder Lackrolle aufgetragen werden.

  • Beschichtung aus Epoxidharz und Quarzsand

Bei dieser Variante wird Epoxidharz, das auch für den Außenbereich geeignet ist, mit Quarzsand vermischt. Wichtig ist hierbei, dass das Mischungsverhältnis in etwa 5:1 beträgt und der Quarzsand eine Körnung von 0,7 – 1,2 mm aufweist. Dieses Gemisch wird aufgetragen und danach mit geeignetem Colorsand bestreut. Nach dem Trocknen kann überschüssiges Material abgekehrt werden.

Muttern – nicht zu verwechseln mit Vattern

Ist das Lochraster angezeichnet und die Farbe bzw. Beschichtung getrocknet, werden die Löcher für die Gewindemuttern gebohrt. Dies erfolgt immer an den zuvor eingezeichneten Bohrpunkten. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass in der Welt der Kletterwände zwei verschiedene Arten von Gewindemuttern kursieren: Flansch- und Einschlagmuttern. Wird eine Kletterwand nur privat genutzt und selten umgeschraubt, sind Einschlagmuttern das Mittel der Wahl. Sie sind die kostengünstige Alternative zu Flanschmuttern und werden von Herstellern wie Metolius nicht selten ‚kostenlos‘ mit den Klettergriffen geliefert. Für Einschlagmuttern müssen Löcher mit 12 mm vorgebohrt werden.

Im Profibereich kommen hingegen Flanschmuttern zum Einsatz. Diese sind äußerst robust und können sich auch bei häufigem Umschrauben der Kletterwand nicht verdrehen, da sie in der Regel zusätzlich durch kleine Schrauben auf der Rückseite gesichert werden. Für Flanschmuttern müssen außerdem größere Löcher (14 mm Durchmesser) gebohrt werden.
Sind alle Löcher gebohrt, werden die Muttern von hinten durch die Wandplatten gesteckt und verankert. Gerade bei Einschlagmuttern empfiehlt es sich, die Muttern mittels der Gewindeschraube (M10), die später auch den Griff halten soll, einmal richtig fest in die Wand ‚hineinzuziehen‘.

Beim Bohren der Löcher kann man ein Holzstück auf der Rückseite der Platte unterlegen, damit es nicht zu Holzausbrüchen kommt, wenn der Bohrer auf der Plattenrückseite austritt.

Richtfest…

Sind alle Wandpaneele fertig, können diese auf der zuvor installierten Unterkonstruktion angebracht werden. Bei einer Metallunterkonstruktion haben sich Bolzen mit Muttern bewährt. Bei einem Gerippe aus Holzbalken können die Wandplatten mit handelsüblichen Holzschrauben mit Senkkopf befestigt werden. Auch hier darf nicht am Material gespart werden, man sollte also darauf achten, dass ausreichend viele Schrauben verwendet werden.

Hängen alle Platten dort wo sie sollen, können die Griffe und Tritte eingeschraubt werden. Da beim Bouldern normalerweise im Sitzen gestartet wird, genügt es bis zu einer Höhe von ca. 60 cm ausschließlich Tritte zu befestigen. Darüber kommen dann je nach Art der Wand und Kletterkönnen der Benutzer in Art und Größe unterschiedliche Griffe.

Tipp: Da die Fläche und vor allem die Höhe an einer Boulderwand eher begrenzt ist, empfiehlt es sich nicht nur Routen zu schrauben, die mehr oder weniger geradlinig nach oben führen. Wer an seiner heimischen Boulderwand auch auf Ausdauer trainieren möchte, ist gut beraten auch einige Routen anzulegen, die im Kreis geklettert werden können. So kann man nicht nur beliebig viele Runden drehen, sondern übt auch gleichzeitig das Abklettern intensiv.

Wenn ihr euch bei dem einen oder anderen Punkt unsicher seid, könnt ihr freilich bei eurem Routenschrauber in der Halle oder bei den Jungs von der Kletterkultur nachfragen, die als Rund-um-Service-Dienstleister für Boulder und Kletterhallen ziemlich fit sind, was das Schrauben angeht!

Alpines Sportklettern an Klobenjoch, Rotspitze und den Issplatten

Dolce Vita am Achensee – Alpines Sportklettern an Klobenjoch, Rotspitze und den Issplatten

20. April 2017
Die Bergfreunde

Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter- das beste Klettertraining ist klettern am echten Fels. Für „zache Hund‘“ spielen Jahreszeiten keine Rolle, die gehen bei jedem Wetter und allen Temperaturen an den Fels. Aber wir „Normalsterbliche“ müssen uns gerade in den Übergangszeiten mit einigen wenigen Gebieten mit Südwänden begnügen. Warum sich dabei so wenige Kletterer ins Rofan verirren, ist mir bis heute ein Rätsel, denn einige Klettergebiete sind wie geschaffen für die Übergangszeit! Süd- exponierte, kurze Wände mit bestem Fels und dank Seilbahn winkt ein müheloser Zustieg. Dazu ein herrlicher Blick auf den türkisblauen Achensee und die schroffen Zacken des Karwendels. Die Garantie für einen „lässigen“ Klettertag!

Qual der Wahl am Klobenjoch

Allein wegen dem schönen Ambiente lohnt sich der Aufstieg zum Klobenjoch. Gerade im Frühling, wenn die grünen Almwiesen rund um die Dalfazalm blühen und die Farben im Kontrast zu den letzten Schneeresten ganz besonders leuchten. In der Klobenjoch- Südwand herrschen dann gerade an windstillen Tagen schon sommerliche Temperaturen, sodass oft früh im Jahr schon im T-Shirt geklettert werden kann bzw. muss. Natürlich steigen wir nicht nur wegen der herrlichen Natur hierher, sondern wegen den tollen Touren im soliden, wasserzerfressenen Kalk. Auch die humanen Hakenabstände sind ideal für eine schnelle Eingewöhnung an den Naturfels, wenn die „Vorstiegsmoral“ so früh im Jahr noch etwas „eingerostet“ ist. Bleibt nur die Qual der Wahl, denn es wartet eine coole Linie neben der anderen.

Ab in die Guillotine

Für den Einstieg vielleicht die Flamme (6+), die nach zwei klassischen Seillängen entlang einer riesigen Schuppe durch wasserzerfressenen Kalk bis zum Ende des Felsriegels führt. Gut aufgewärmt steht man gleich unter dem nächsten Klassiker am Klobenjoch, denn Strada del Vino (7+/8-) ist ein absolutes Muss. Zum Auflockern der Glieder bietet sich Abkasern (7) an, in der es über Platten und Löcher etwas sanfter aber unerwartet kniffelig nach oben geht. Wer einen Grad schwerer unterwegs sein möchte, wird in Eu-Stress (8-/8) oder Traummännlein (8-) glücklich, während Riss- und Verschneidungs- Liebhaber unbedingt die Gelbe Verschneidung (8+) in Angriff nehmen sollten. Auch an Test- Pieces mangelt es hier oben nicht- wer es wissen will, versucht sich an der Guillotine (8), die nicht ohne Hintergedanken so heißt. Und das waren nur einige wenige Routen, die hier oben auf euch warten!

Kurz und knackig

Außer dem relativ bekannten Klobenjoch gibt es auf der idyllischen Hochebene hinter der Rofan Seilbahn noch einige alte und neue Klettergebiete mit solidem Fels und guten Sicherungen, zwei davon sind Rotspitze und Issplatten. Grau-orange leuchten eindrucksvoll die steilen Wände des Dalfazkammes herüber, wenn man vor der Erfurter Hütte steht.

Grüne Matten aus Schrofen und Latschen fallen sanft über seine Gipfel und Schultern. Der Blick bleibt am südlichsten Eckpfeiler hängen, wo das Gipfelkreuz der Rotspitze vor den blauen Konturen des Karwendels hervor sticht. Schon lange wird an der exponierten Südwand rund ums Jahr geklettert. Seitdem die meisten Klassiker saniert sind, muss auch niemand mehr in den Schlüsselpassagen zittern. Trotzdem haben die rassigen Linien noch „scharfe Zähne“.

Hanfseile und Kletterpatschen

Die Hände stecken tief im steilen Riss während die Füße hastig nach Tritten suchen. Selten ist die erste Seillänge einer Tour so exponiert wie in der Rebitschkante. Weit fällt der Blick hinab, fast tausend Meter tief zum glitzernden Achensee. Diese schmerzhafte Stelle, früher eine solide Fünf, ist heute mit 6- bewertet und fühlt sich an wie eine Sieben. Es muss schon ein zacher Kerl gewesen sein, dieser Rebitsch, der hier 1931 mit filzbesohlten „Kletterpatschen“ hinauf geturnt ist. Auf die Reibung vertrauend, in athletischer Bewegung auf den Absatz hinauf schwingen, ist trotz moderner Haken und Vibram- Sohlen immer noch aufregend.

Best of Rotspitze

Die steile, zerklüftete Südwand mit ihren kantigen Strukturen bietet außerdem noch viele hervorragende Routen im vierten bis achten Schwierigkeitsgrad. Zwei beliebte Linien, die ebenfalls in zwei kurzen Seillängen auf den Gipfel führen, sind Mitteldurchstieg (4+) und Mauracherverschneidung (6). Das Dach’l im oberen Drittel der Wand sorgt in beiden Linien für spannende Momente.

Eher klassisch geht es dagegen im Südwandkamin (4+) zu. Der Schwierigkeitsgrad sollte auch hier nicht unterschätzt werden, Kamin bleibt Kamin. Mit klaffender Leere unter den Füßen zu klettern ist eine gute Übung für die Nerven. Auch der Südwandpfeiler heizt mit zwei kurzen, sehr lohnenden Touren ordentlich ein. Wer im rassigen Pfeilerriss (7-) nicht gleich die richtige Klemmposition findet, wird sehr schnell freiwillig unter das kleine Dach absteigen. In der Pfeilerkante (7) sind die Schwierigkeiten zwar homogener verteilt, die steile Leistenkletterei erfordert dafür gute Ausdauer. Woher die Wahnsinnskante (7) ihren Namen hat, sollte jeder für sich herausfinden. Die Fraktion der Bohrhakenmuffel wird mit Sicherheit in Afrika (8-) glücklich, einem „schöpferischen Akt“ Schrattenthalers, der nicht nur Friends und Hexen fordert. Das kleine aber feine Rotspitzl‘ ist eine alpin angehauchte „Spielwiese“ für jedermann.

Griffige Platten

Beim Abstieg fällt der Blick ins Herz des Rofan. Wo eigentlich als höchster Gipfel der Hochiss imponieren sollte, beeindrucken die strahlenden Felsflächen am Fuß seines Vorgipfels. Von dort lachen uns die Issplatten entgegen, mit ihrem kompakten, wasserzerfressenen Kalk. Ein wunderbarer Ausgleich zur steilen Wandkletterei der Rotspitze, nur eine Stunde von der Bahn entfernt. Und dennoch ein ganz einsamer und wilder Platz, im Talschluss des Wildschutzgebietes “Lange Gasse“, umringt von den schroffen Dalfazwänden und dem Hochiss.

Lets Dance

Wie ein versteinerter Wasserfall ziehen tiefe Wasserrillen durch die Issplatten. Im steileren Gelände weiter oben locken Felsschuppen, Risse und Reibungskletterei. Eine Augenweide für Gleichgewichtskünstler. Auch wenn die Hakenabstände eher alpin ausfallen, wer ein paar Friends und Keile am Gurt hat kann entspannt höher steigen. Dank traumhafter Strukturen finden Füße und Hände im rauen Kalk genügend Möglichkeiten, um den Fels hinauf zu tanzen. So wie im Tanzbein (5-), wo nur die Hüfte schwingt und nicht das berühmte „Elvis-leg“. Oder in Let’s dance (6-), um einmal nach der Pfeife Schrattenthalers‘ zu tanzen.

Die immer steiler werdenden Platten haben in der dritten Seillänge einen spannenden Höhepunkt. Etwas gemütlicher ist die sanierte Lambswool (4-). Wer glaubt, dass die Issplatten zu flach sind, wird im rechten Wandteil eines Besseren belehrt. Auf Zehenspitzen tanzen müssen nicht nur Ballerinas, am Tomahawk (8-) kommen zudem die Finger ganz schön ins Schwitzen. Völlig auspowern sollte sich hier aber niemand, denn der „Abstieg“ führt zunächst bergauf. Zum Hochiss ist es aus dem Sattel nur noch ein Katzensprung und so kommt man auch beim Klettern an den Issplatten zu seinem Gipfel, wie es sich für eine ordentliche Klettertour gehört. Also bis demnächst im Rofan!

Lage und Zustieg

Die alpinen Sportklettergebiete Klobenjoch, Rotspitze und Issplatten liegen im Rofangebirge (Brandenberger Alpen) hoch über dem Achensee, zwischen der deutsch-österreichischen Grenze und dem Inntal. Die Rofanseilbahn verkürzt den Zustieg enorm, obwohl auch ein Aufstieg von Maurach, am südlichen Ende des Achensees möglich ist.

Zum Klobenjoch geht es von der Bergstation herüber zur Dalfazalm und ein kurzes Stück weiter in Richtung Hochiss. Ein kleiner Pfad zweigt kurze Zeit später vom Hauptweg in Richtung Klobenjoch ab. Diesem folgend bis unter die Wand. Zur Rotspitze geht man von der Bergstation auch zunächst in Richtung Dalfazalm, nach kurzer Zeit rechts zum kleinen See unter dem Gschölkopf abzweigen. Am Westufer führt ein schmaler Pfad bergauf, diesem folgend durch lichten Wald in Richtung Westen auf die Rotspitze zu.

Zuletzt in steilen Serpentinen den teils seilversicherten Steig hinauf in eine Scharte und durch Latschen zu den Klettertouren an der Südwand. Zu den Issplatten geht man von der Bergstation auf dem Wanderweg in Richtung Hochiss bis kurz vor den Gipfelgrat. An einer spitzen Kehre den Wanderweg in Richtung Süden verlassen und weglos über Steilgras, am Fuß des felsigen Hochiss Vorgipfels entlang über einen breiten Bergrücken vorsichtig bis unter die Issplatten absteigen.

Kletterführer
„Rofangebirge Kletterführer“, (Rutter/ Salvenmoser/ Kirchner/ Marbler), Panico Alpinverlag.

Anfahrt
Mit dem Auto über die A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen oder A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen bis zur Ausfahrt 9 Sindelsdorf und weiter nach Bad Tölz. Auf der B13 über die Staatsgrenze und am Achensee entlang bis nach Maurach. Alternativ über die Inntalautobahn A12 bis Ausfahrt Wiesing/ Achensee und auf der Achensee-Bundesstraße B181 nach Maurach. Mit Öffis mit der Bahn über Kufstein nach Jenbach. Mit Bus Linie 4080 nach Maurach.

Bergbahn
Rofan Seilbahn AG, Achenseestrasse 10, A-6212 Maurach, Tel. +43 5243 5292, Betriebszeiten 8:30 Uhr – 17:00 Uhr (ab Mitte Juni bis Anfang September 8:00 Uhr bis 17:30 Uhr), Revisionszeiten der Bergbahn sind im April und November.

Ausrüstung
Tendon Master 7.8mm Halbseile
Klettergurt Onyx oder Garnet
14 Expressschlingen
Grundsortiment Basic Totems und Totem Cams
Kletterhelm Penta
Kletterschuhe Tenaya RA und Triop Tiger
Zustiegsschuhe Meindl Literock GTX

GriGri+ Testbericht

Testbericht GriGri+ – es gibt Zuwachs in der Familie

19. April 2017
Ausrüstung

Petzl erweitert seine GriGri-Familie und bringt mit dem GriGri+ ein neues Mitglied auf den Markt. Wir haben uns den neuen Halbautomaten angesehen und getestet, ob er mit seinen Geschwistern mithalten kann, was ihn gegenüber GriGri und GriGri2 unterscheidet und ob er seinen stolzen Preis auch wert ist.

Der Siegeszug der GriGri Familie

Das GriGri ist aus dem Sportklettern nicht mehr wegzudenken. Es begann als Sicherungsgerät für Spezialisten und entwickelte sich neben dem Smart von Mammut zum meist genutzten Halbautomaten beim Sportklettern. Kein Wunder also, dass die Klettergemeinde neugierig aufhorcht, wenn die Firma Petzl verkündet, dass sie ein neues GriGri auf den Markt bringt.

Für wen ist es gedacht

Eins sei vorweggenommen. Das GriGri+ ist nicht als Nachfolger oder Verbesserung des GriGri2 gedacht.

Vielmehr möchte Petzl mit dem GriGri+ neben den Sportkletterern eine weitere Zielgruppe ansprechen: Kletterkurse und Kletterschulen. Gedacht ist es daher für professionelle Nutzer, die es im täglichen Gebrauch hauptsächlich an Anfänger und Gruppen weiterreichen oder in der Halle an Anfänger verleihen.

Durchaus auch gedacht ist es für Kletteranfänger, die sich nach dem ersten Kurs ihr eigenes Sicherungsgerät kaufen wollen. Ebenso kann es für Sportkletterer interessant sein, die häufiger mit Anfängern klettern.

Wer sich das GriGri+ ansieht, sollte also immer im Hinterkopf behalten, dass es primär für den professionellen Bereich und damit einen häufigen Gebrauch konzipiert wurde und hier hauptsächlich für Anfänger. Für den erfahrenen Sportkletterer bringt es keinen enormen Zusatznutzen im Vergleich zum GriGri2. Falls man aber vor der ersten Anschaffung steht, können Paniksperre und der neue Seildurchmesser durchaus interessant sein.

Die neuen Features

Paniksperre

In Panik neigt der Mensch dazu seine Hände reflexartig an sich heranzuziehen. Der Ablasshebel war aus diesem Grund bisher der größte Kritikpunkt am GriGri2. Das hat Petzl beim GriGri+ behoben und eine Paniksperre eingebaut. Wird der Hebel beim Ablassen zu weit aufgezogen, springt eine Feder im Bauch des GriGri+ um und das Sicherungsgerät blockiert wieder.

Seildurchmesser

Petzl hat die Entwicklung im Kletterseilbereich berücksichtigt und das GriGri+ so gebaut, dass es eine wesentlich größeres Spektrum an Seildurchmessern bedienen kann. Los geht’s bei 8,5 mm. Das Optimum liegt jetzt bei 8,9 mm bis 10,5 mm. Der höchste Durchmesser wird mit 11 mm angegeben. Damit lässt sich das GriGri+ mit den gängigen Seildurchmessern verwenden.

Edelstahlplatte

Das GriGri+ hat auf der Innenseite eine Edelstahlplatte erhalten. Macht Sinn, denn beim GriGri2 stellten sich gerne schon nach kurzer Zeit Schleifspuren des Kletterseils ein. Nicht weiter schlimm, wie mir Petzl versicherte, aber für den täglichen Gebrauch im Verleih eher unschön. Daher wurden die besonders genutzten Stellen nun durch eine Edelstahlplatte verstärkt.

Gaswerkgriff

Gleichzeitig wurde auch die „Falte“ über die das Seil läuft überarbeitet und ist jetzt keine richtige Kante mehr. Dadurch wird die Gaswerkmethode etwas unbequemer. Aber: da Kletterseile leichter durchlaufen, wird die Gaswerkmethode seltener nötig. Außerdem hat man ja noch die Möglichkeit das Sicherungsgerät mit der Sensorhand hochzuhalten. Nein nicht am GriGri+ (ganz böse), sondern einfach mit der Linken Hand am Seil ziehen. Hat auch den Vorteil, dass man die Sensorhand nicht los lässt.

Toprope-Funktion

Ganz neu beim GriGri+ ist die Toprope-Funktion. Über einen Drehknopf unter dem Ablasshebel lässt sich die Federspannung der Klemmnocken einstellen. Bei einer geringeren Spannung (Toprope) macht das GriGri+ schneller zu. In der Vorstiegfunktion ist die Spannung ähnlich wie beim GriGri2. Außerdem lässt sich der Drehknopf arretieren. So kann der Trainer zu Beginn des Trainings seinen Schützlingen das GriGri+ auf Toprope stellen und sicher gehen, dass es dabei bleibt. Um die Arretierung zu lösen reicht ein Kugelschreiber oder spitzer Gegenstand.

Die Funktion lässt sich auch während des Kletterns umstellen, außer das GriGri+ steht gerade unter Zug und hat „zu gemacht“.

Markierung

Das GriGri+ bringt in seinem Bauch eine Möglichkeit mit, das Sicherungsgerät zu markieren. In einem kleinen Feld lässt sich ein Namensschild anbringen. Für den Otto-Normal-Anwender eher unwichtig für einen Verleiher eine kleine aber feine Hilfe. Denn wer schon mal versucht hat Klettermaterial dauerhaft zu markieren, weiß wie schwer das ist.

Gewicht

Mit 200 g liegt das GriGri+ leicht über den 185 g des GriGri2.

Preis

Der ist allerdings mit 100€ UVP ziemlich stolz.

Der Erfahrungsbericht

Ich sollte vorweg nehmen, dass ich privat und für meine Kletterkurse seit Jahren das GriGri2 verwende und ein großer Fan bin. Nicht zuletzt, da ich eher klein und leicht bin, regelmäßig aber mit wesentlich schwereren Männern klettere, die gerne auch mal länger in einer Route hängen. Umso neugieriger war ich natürlich, als ich hörte, dass ein neues GriGri auf den Markt kommt.

Ich habe das GriGri+ nun seit vier Wochen im Test und habe es auch regelmäßig an andere Kletterer und Trainer weitergereicht und mir deren Eindrücke angehört. Außerdem hatte ich die Gelegenheit bei einer DAV Fortbildungen mit weiteren Trainern über ihre Erfahrungen zum GriGri+ zu sprechen.

Auf den Punkt gebracht: Ich finde das GriGri+ superwenn man bedenkt, für wen es gemacht ist.

Die Paniksperre funktioniert zuverlässig, ist leicht und gut zu bedienen und ist meiner Meinung nach die beste Entwicklung am GriGri+, die auch gerne am GriGri2 eingebaut werden darf. Man kann trotzdem zügig und kontrolliert ablassen, aber ein unverhältnismäßiges Herunterrauschen ist nicht mehr möglich. Das ist Petzl wirklich gut gelungen.

Der größere Bereich beim Seildurchmesser ist ebenfalls eine Verbesserung und erweitert die Möglichkeiten für das Gerät. Da auch alte und dickere Seile besser durchlaufen, ist dies eine super Weiterentwicklung für den Leihbetrieb in Hallen, da die Seile dort eher selten im 9 mm Bereich zu finden sind. Hier haben Anfänger einen wesentlichen Zugewinn an Komfort und Kletterspaß.

Die Toprope-Funktion fand ich interessant, aber ob sie wirklich nötig ist, sei mal dahin gestellt. Da Toprope-Seile zumeist eher dicker und abgenutzter sind, laufen sie beim GriGri2 eigentlich nie ungewollt durch. Somit gibt es beim GriGri2 von Hause aus eine Toprope-Funktion. Für Hallen, die aber dünne und neue Toprope-Seile haben, ist dies eine Beruhigung für die Trainer. Allerdings lässt sich der Mechanismus leicht bedienen und stört nicht, wenn man ihn nicht verwenden möchte.

Die Edelstahlplatte ist ein nettes Feature und macht das GriGri+ länger haltbar und ansehnlich. Allerdings bildete sich bei meinem Testgerät neben der Platte eine andere Schleifstelle, die in diesem Fall nicht durch das Seil, sondern einen Widerstand im Gerät entsteht. Dadurch ist die Kante etwas schärfer und die Schleifspur entstand in nur vier Wochen. Das finde ich schade.

Super zur Selbstsicherung z.B. beim Schrauben

Gehört überhaupt nicht in den Bereich, für den das GriGri+ gedacht ist, aber für alle, die das GriGri2 fürs Schrauben aus dem Seil oder zur Selbstsicherung verwenden, sei gesagt, dass die Toprope-Funktion hier super ist, denn sie gibt bei neuen Seilen und wenn man etwas leichter ist, ein nettes Gefühl der Sicherheit, weiß man doch, dass das Gerät sensibler reagiert und schnell „zu macht“.

Eine Frage bleibt allerdings

Mit der Paniksperre hat sich Petzl eine großartige Zusatzfunktion einfallen lassen. Als Trainerin stellt sich mir allerdings die Frage, ob es Sinn macht im Kurs ein Gerät zu unterrichten, dessen Funktionen und Sicherheit später nicht mehr vorhanden sind, wenn die Teilnehmer auf das „normale“ GriGri2 wechseln, was wahrscheinlich ist, da es wesentlich günstiger zu haben ist.

Fazit

Petzl hat sich bei der Entwicklung des GriGri+ viele gute Gedanken gemacht und diese sehr solide und sinnvoll umgesetzt. Immer im Hinterkopf, dass es sich beim dem GriGri+ nicht um einen Nachfolger des GriGri2 handelt und der Halbautomat für den Verleih gemacht ist, war ist äußerst zufrieden. Ob der stolze Preis sich für Kletterschulen und Hallen rechnet, muss sich noch zeigen.

Wer zuvor schon mit einem GriGri2 gesichert hat, wird lediglich bei der Verwendung der Gaswerkmethode einen Unterschied spüren, denn das GriGri2 nicht mehr so schön am Finger wie früher. Da die Seile aber wesentlich leichter durchs GriGri+ durchlaufen, ist sie seltener nötig. Ein weiterer Vorteil von GriGri+: wie seine Geschwister kann das Sicherungsgerät mit allen gängigen Sicherungskarabinern genutzt werden.

Wenn ich mir ansehe, welche Weiterentwicklungen Petzl im GriGri+ verbaut hat, bin ich sehr gespannt, wie in ein paar Jahren (?) dann der tatsächliche Nachfolger des GriGri2 aussehen wird! Übrigens: Zu kaufen gibt es das gute Stück hier!

Rafiki Titel

Rafiki – mit dem Herz aus Stein!

12. April 2017
Ausrüstung

Ein Herz aus Stein ist in der Regel eher eine Metapher für gefühllose Kälte – für Rafiki Climbing ist das „heart of stone“ jedoch genau das Gegenteil. Die Herzen der tschechischen Kletterer sind fürs Klettern Feuer und Flamme und ihr „Herz aus Stein“ schlägt für Boulderblöcke, Kletterrouten, Felsen und neue Herausforderungen an senkrechten Wänden in der Natur sowie in der Stadt.
Mit einer kleinen Bekleidungskollektion und einem ebenso kleinen Kletterteam legt Rafiki Climbing seinen Fokus zu 100% auf Bouldern und Sportklettern. Bei Rafiki gibt es keine verschiedenen Sparten für Alpinisten, Bergsteiger oder Expeditionsteilnehmer, sondern nur eine klare Linie und die geht in der Regel senkrecht nach oben!

Tschechische Boulderer mit Herz und Fingerkraft

In Tschechien, dem Heimatland der Rafiki-Kletterer, gibt es viele exzellente und bekannte Klettergebiete, wie zum Beispiel die Kalksteinfelsen von Srbsko bei Prag oder Radyne bei Pilsen, wo nicht nur international bekanntes Bier gebraut wird, sondern Rafiki Climbing Clothing auch seinen Hauptsitz hat. Außerdem finden Boulderer zwischen Prag und Karlsbad eines der größten Bouldergebiete Europas, das mit seinen über 3000 Problemen zwar nicht ganz an das französische Fontainebleau heranreicht, aber Petrohrad begeistert dafür durch seine vielfältigen Blöcke und genügend Raum, um auch noch eigene Erstbegehungen zu realisieren.

Boulderer aus anderen Nationen sind in Petrohrad herzlich willkommene Gäste. Daneben bieten günstige Preise und gutes Essen weitere Anreize für einen Kletterausflug in das Territorium der Rafikis. Ob die tschechischen „Kletteräffchen“ allerdings alle mit einem entsprechend hohen Apeindex gesegnet sind, ist uns leider nicht bekannt.

Dass die Rafiki-Ambassadors, ebenso wie die Macher von Rafiki aber in jedem Fall mit guten Klettergenen ausgestattet sind, zeigt sich durch zahllose Begehungen in den höchsten Schwierigkeitsgraden. Gute Platzierungen bei Kletter- und Boulderwettbewerben sprechen hier ihre eigene Sprache. Die beiden Rafiki Kletterer Tomáš Binter und Jakub Konečný etwa gehören zu den derzeit erfolgreichsten Athleten bei Tschechien Wettkämpfen. Einzig das tschechische Ausnahmetalent Adam Ondra ist den jungen Rafikis oft noch ein paar sportliche Züge voraus.

Urban Boulder und Urban Climbing Style

Bei den Rafikis juckt es nicht nur in den Fingerkuppen und Zehenspitzen, wenn sie vorm Kletterfels oder Boulderblock stehen. Sie laufen durch die Städte und da wo „normale Menschen“ Häuser, Wände, Brunnen und Brücken sehen, erkennen die Urban Climber Linien, Züge und Probleme. Dabei ist Urban Bouldering nicht zu vergleichen mit Free-Solo Besteigungen an Hausfassaden oder lebensgefährlichen Roofing-Aktionen.

Beim Urban Bouldering oder Buildering geht es den Tschechen vielmehr darum, anspruchsvolle Routen und Linien an Gebäuden, Mauern und Konstruktionen zu finden und sie mit technischem Geschick zu lösen. Wer demnach in der Stadt ein paar Kletterer mit Crashpads durch die Straßen ziehen sieht, ist höchstwahrscheinlich auf ein paar urbane Rafikis gestoßen. Die Möglichkeiten für Boulderer im urbanen Raum sind nahezu unerschöpflich. Zwar unterscheiden sich diese von der Art der Griffe und Tritte klar vom natürlichen Terrain, aber Spaß, Anspruch und Schwierigkeit bleiben beim kollektiven Buildering sicher nicht auf der Strecke.

Erst wenn man weiß, wo der Rafiki lebt und wie er klettert, kann man verstehen, wie der Rafiki sich kleidet. Die Idee hinter der Klettermode von Rafiki ist eine Art „Allzeit-Bereit-Philosophie“ für Kletterer und Boulderer. Ob im Großstadtdschungel von Prag oder zwischen den Boulderblöcken von Petrohrad – in den bequemen Klamotten von Rafiki fühlt man sich überall wohl und ist nie zu viel und nie zu wenig Kletterer.

Das bedeutet in den stylischen Shirts und Hosen kann man zur Arbeit oder an die Uni gehen und direkt danach das nächste Boulderproblem lösen. Alltagstauglich, klettertauglich und freizeittauglich sind die bequemen Kletterhosen, Shorts, T-Shirts und Hoodies allemal. Dabei sind die kletterfreundlichen Schnitte und funktionellen Details oft nur auf den zweiten Blick zu erkennen.

Bouldermode für Mädels und Jungs

Die meisten Kleidungsstücke von Rafiki Climbing gehören zu der unauffälligen und alltagstauglichen Urban Boulder Style Kategorie. Einfacher ausgedrückt heißt das, die Hosen und Shirts sitzen gut, sind aus stabilen Materialien, bequem zu tragen und vor Allem: sie garantieren perfekte Bewegungsfreiheit. Für den Bereich Sportklettern hat Rafiki auch noch etwas speziellere Climbing Wear im Angebot. Die Tights und Klettertops sind vielleicht nicht ganz so alltags- und freizeittauglich, wie die schlichte Boulder Wear, aber dafür gewährleisten sie eine optimale Performance am Kletterfels.

Als praktische Ergänzung zur Climb- und Boulderwear bietet Rafiki auch einige warme Jacken für den Approach zum Kletterfels, als warme Zusatzschicht beim Sichern und natürlich auch für den Einsatz in der Freizeit und im Alltag. Neben ein paar praktischen Accessoires, wie dem Rafiki Seilsack und schmucken Chalkbags bieten die Tschechen auch noch ihr eigenes Chalk-Sortiment an. Ob man dabei am Liebsten zum klassischen Pulver, zum Chalkball oder zum flüssigen Liquid Chalk greift, bleibt jedem Rafiki-Fan selbst überlassen. Für einen guten Grip sorgen alle drei Varianten – egal ob beim Sportklettern, beim Bouldern oder an den kleinen Fugen der Stadtmauer.

 

Rafiki Markenvorstellung

Daune-Nachhaltigkeit-Titel

Nachhaltige Daunenlabels im Überblick

11. April 2017
Ausrüstung

Daune ist warm, Daune ist flauschig, Daune ist DAS Material wenn es um richtig gute Wärmeisolation geht. Ihre Gewinnung allerdings ist nicht immer unumstritten. Zwar stammt etwa 90% des Daunenaufkommens weltweit aus Schlachtrupf – das heißt, die Daunen sind Nebenprodukte der Geflügelzucht – aber es gibt eben auch Fälle von Lebendrupf. Und in Zeiten industrieller Akkordarbeit fällt dieser klar unter das Thema Tierquälerei.

Zum Glück ist das Thema Nachhaltigkeit seit nunmehr vielen Jahren vor allem im Outdoor-Bereich sehr präsent. Fast alle Hersteller beziehen ihre Daunen aus Betrieben, die durch externe Organisationen zertifiziert sind oder ihre eigenen Standards am Markt etabliert haben. Einige dieser Labels, wollen wir heute einmal näher betrachten:

Responsible Down Standard

Der Responsible Down Standard – kurz ‘RDS‘ – wurde von The North Face zusammen mit der Non-Profit-Organisation Textile Exchange ins Leben gerufen – nachdem eine große Daunen-Kampagne der Tierschutzorganisationen PETA und Vier Pfoten das Thema in das Licht der Öffentlichkeit gerückt haben.

Der RDS zertifiziert seinen angeschlossenen Lieferanten, dass die Daune einzig aus dem Schlachtrupf stammt, dass die Tiere artgerecht und leidfrei gehalten und nicht zwangsernährt werden, wie es in der Stopfmast hingegen üblich ist. Die Betrachtung der Lieferkette erfolgt vom Brüten bis zur Herstellung des Fertigerzeugnisses – also letztlich der Daune – und wird bis auf den Endvertrieb ausgeweitet. Dabei bekommen das RDS-Siegel nur solche Hersteller, bei denen 100% der Daune entsprechend produziert und nicht noch Daune aus anderen dubiosen Quellen untergemischt wurde.

Das Zertifikat ist insgesamt 14 Monate gültig. In dieser Zeit werden die Betriebe sowohl angekündigt, als auch unangekündigt kontrolliert. Bei diesen sogenannten Audits muss den Kontrolleuren voller Zugang gewährt werden. Die genauen Kriterien des RDS sind online unter diesem Link einsehbar.

Zu den Marken, die RDS-zertifizierte Daune verwenden, gehören unter anderem:

Global Traceable Down Standard

Niemand geringerer als das US-amerikanische Outdoor-Unternehmen Patagonia – wer auch sonst – etablierte die Grundform des Global TDS. Auf Basis dieser firmeneigenen Zertifizierung entwickelten sie zusammen mit anderen Firmen und der National Sanitation Foundation den Traceable Down Standard.

Er ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der strengste Standard in der Daunenindustrie und garantiert, dass Daunen nicht aus Lebendrupf sowie Stopfmast stammen. Beim Global TDS sind darüber hinaus die Farmen der Elterntiere für die Zertifizierung obligatorisch. Dies ist beim RDS lediglich eine Zusatzqualifikation. Die Kontrollen erfolgen ausschließlich unangekündigt, es sei denn, eine Ankündigung ist gesetzlich verpflichtend. Dabei spielt der Zeitpunkt für die Kontrollen eine wichtige Rolle. So werden Betriebe logischerweise in genau den Monaten kontrolliert, in denen Lebendrupf und Zwangsfütterung am Wahrscheinlichsten sind.

Außerdem umfasst der TDS nicht nur die großen Farmen, sondern ist genauso auf kleine Höfe anwendbar, wie sie meist in Osteuropa vorzufinden sind. Mehr Informationen zum ursprünglichen Firmenstandard von Patagonia gibt es hier und alles Wissenwerte über den Global Traceable Down Standard könnt ihr hier nachlesen.

Global TDS-zertifizierte Daune nutzen unter anderem die folgenden Hersteller:

Kleine Labels – besser als nichts, aber nicht unumstritten

Wer Produkte mit RDS- oder Global-TDS-Zertifizierung wählt, kann also sicher sein, dass die Daune aus tierleidfreier Produktion stammt. Neben den beiden großen Standards gibt es aber natürlich auch noch weitere kleine Labels, deren Verbreitung eher auf Bettwäsche und fashion-lastige Produkte abzielen. Hier kommt es leider jedoch häufiger vor, dass lediglich eine Qualitätskontrolle des Endprodukts stattfindet und kein genauer Blick auf die gesamte Lieferkette geworfen wird. Besser als nichts, mögen manche sagen, aber im Großen und Ganzen auch kein wirklicher Gewinn für die Sache, ethisch vertretbare Daune zu gewinnen.

Wie sieht es bei anderen Firmen aus?

Wie wir am Beispiel Patagonia sehr gut sehen können: So wird das gemacht! Eine entsprechende Firmenphilosophie und den Willen, diese auch im Sinne des Tier- und Artenschutzes umzusetzen vorausgesetzt. Deshalb sind auch die internen Bestrebungen anderer Hersteller nur zu begrüßen – denn letztlich haben sie die Macht, ihre Lieferanten mit Nachdruck zur Einhaltung von Konventionen zu bewegen. Zahlreiche Outdoor-Marken beziehen ihre Daune bereits von RDS- oder Global-TDS-Betrieben, andere wiederum verfolgen ihre eigenen Standards:

„Down Promise“ von Fjällräven

Das „Daunenversprechen“ steht in Sachen Tierschutz mit an der Speerspitze der Zertifizierungen. Das Down Promise der schwedischen Outdoor-Marke ist transparent und ermöglicht eine 100%ige Rückverfolgbarkeit der Daune. Lebendrupf und Stopfmast sind verboten und die Betriebe werden regelmäßig kontrolliert.

„Down Codex“ von Mountain Equipment

Mit dem „Down Codex“ wollen die Engländer sicherstellen, dass keine Daune aus tierqäulerischer Produktion eingesetzt wird, die Tiere artgerecht gehalten und aufgezogen werden. Jedes Daunenprodukt hat einen eigenen Code, über den die gesamte Wertschöpfungskette auf der Webseite Trace Your Down nachvollzogen werden kann. Die Lieferkette wird gleichzeitig von dem unabhängigen International Down and Feather Laboratory (IDFL) überprüft.

Der „Yeti Ethical Down Code“

Der Ethical Down Code von Yeti ist der Zertifizierung von Mountain Equipment relativ ähnlich. Yeti lässt seine Lieferkette ebenfalls vom IDFL überprüfen.

Was unter dem Strich bleibt…

Es bleibt festzuhalten, dass sich das Thema Nachhaltigkeit aktuell wie ein roter Faden durch fast alle Produktkategorien im Outdoor-Bereich zieht. Und diese Entwicklung ist natürlich sehr zu begrüßen, damit unser ökologischer Fußabdruck so klein wie möglich gehalten werden kann. Wie immer, ist bei aller Euphorie aber auch Vorsicht geboten. Nicht jedes Label und nicht jede Zertifizierung ist so umfassend wie sie den Anschein macht. Daher lohnt im Zweifel eine kleine Recherche oder ihr fragt einfach bei euren guten alten Bergfreunden nach, falls ihr Fragen habt!

Wie pflege ich meine Isomatten

Ein langes Leben für die Matte – Isomatten richtig reinigen, pflegen, lagern und flicken

7. April 2017
Pflegetipps

Ob selbstaufblasend oder aus Schaumstoff – wer ein echter Abenteurer ist, hat mindestens eine Isomatte auf der Halde. Keine Nacht im Zelt ohne sie, beim sommerlichen Festivalwochenende dürfen sie nicht fehlen und auch beim Feierabend-Workout vor der Glotze leisten uns die gepolsterten Matten beste Dienste. Aber wie lagert man eine Isomatte richtig? Was gibt es bei der Reinigung zu beachten? Und was macht man, wenn der Matten-Veteran die eine oder andere Blessur vom Einsatz davon trägt? Wenn ihr euch an ein paar unkomplizierte Tipps haltet, begleitet euch für eine lange Zeit eure persönliche „BIF“: „Best Isomatte Forever“!

Vorab eine kleine Isomattenkunde

Aber der Reihe nach. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen zwei Arten von Matten: die „normale“ Isomatte und die selbstaufblasbare Variante. Erstere besteht in den meisten Fällen aus einem isolierenden und dämpfenden Kunststoffschaum und kommt als roll- oder faltbare Variante in euer Equipment-Lager. Letztere – die selbstaufblasbare Isomatte – ist meist aus einem isolierenden, komprimierbaren Füllmaterial gefertigt, mit einer luftdichten Hülle überzogen und mit einem oder mehreren Ventilen versehen. Im gelagerten Zustand ist das Füllmaterial verdichtet. Öffnet man das Ventil, nimmt die Füllung ihren ursprünglichen Umfang ein und die Isomatte bläst sich durch den durch die Kompression entstandenen Unterdruck im wahrsten Wortsinne von selbst auf. Durch den Lufteinschluss in der Matte entsteht eine bequeme Schlafunterlage mit einer hohen Isolationsleistung. Weshalb nun die kleine Mattenkunde? Obwohl beide Mattenarten grundsätzlich dem Zweck dienen, dass wir uns des Nachts nicht auf dem harten Zeltboden den Allerwertesten abfrieren, verhalten sie sich in Sachen Pflege, Lagerung und Reparatur ganz unterschiedlich.

Ab in den Keller? Wie man die Isomatte am besten lagert

Wichtig für beide Mattenarten ist der Lagerplatz. Der sollte in jedem Fall trocken und auf Zimmertemperatur beheizt sein – der frostig-feuchte Kellerraum fällt also weg. Apropos Feuchtigkeit! Das klingt vielleicht banal, aber achtet darauf, dass die Isomatte trocken ist bevor ihr sie einlagert. Ich spreche aus trauriger Erfahrung, denn wer aus Bequemlichkeit die Matte direkt nach dem Trip zusammengerollt mit Restfeuchtigkeit ins Lager packt, erlebt bereits nach wenigen Tagen eine unangenehm muffelige Schimmel-Überraschung.

Hier hören die Lagerungsgemeinsamkeiten aber auch fast schon auf. Während sich die normale Schaumstoff-Isomatte bei der Lagerung relativ unkompliziert gibt, ist die selbstaufblasbare Matte anspruchsvoller. Die Schaumstoffmatte kann, wenn ihr ein trockenes und warmes Plätzchen gefunden habt, problemlos gerollt gelagert werden. Die selbstaufblasbare Isomatte kann das nicht ab. Lagert eure Matte ausgerollt und mit geöffneten Ventil. Gerollt und komprimiert leidet die Stauchhärte des Füllmaterials. Das bedeutet ganz einfach, dass der Schaumstoffkern mit der Zeit plattgedrückt wird und seine ursprünglich Form nicht mehr annimmt – die Matte bläst sich nicht mehr von alleine auf. Folgerichtig solltet ihr auch keine schweren Kisten auf der Matte lagern.

Und warum das offene Ventil? So kann eventuelle Feuchtigkeit aus dem Inneren entweichen und das Gewebe wird nicht durch den dauerhaften Innendruck unnötig strapaziert. Also ab mit der ausgerollten Matte in den Schrank oder hinter die Tür. Ob stehend oder liegend ist im Grunde egal. Und noch ein kleiner Tipp hinterher: helft beim Aufblasen der Isomatte nicht mit dem Mund nach! Dadurch können Feuchtigkeit und Mikroorganismen in das Innere gelangen, was dem Füllmaterial schadet und ebenfalls Geruchsbildung und Schimmel zur Folge haben kann. Bei Minusgraden kann die Feuchtigkeit im Inneren sogar gefrieren und den Schaumstoffkern beschädigen.

Saubere Arbeit – so reinigt man die Isomatte

Nach der Tour ist vor der Tour, also muss das Equipment – in unserem Falle die Isomatte – gereinigt und auf den nächsten Einsatz vorbereitet werden. Hier also ein paar kleine Tipps zur Reinigung: Bei den meisten Verschmutzungen reicht es, wenn ihr die Isomatte mit einem Handtuch/Schwamm oder einer weichen Bürste und warmem Wasser reinigt. Der Schwamm darf keine grobkörnige Oberfläche und die Bürste keine scheuernden Haare haben, da dadurch das Außengewebe beschädigt werden kann. Bei stärkeren Verschmutzungen könnt ihr ein Waschmittel, ohne Bleiche, Weichspüler oder sonstige Zusätze, bzw. ein sanftes Spülmittel mit in das Reinigungswasser geben.

Spült die Matte hinterher gründlich ab und verzichtet auf aggressive Mittel wie scharfe Essig- oder Chlorreiniger. Die riechen nicht nur scheußlich, sondern greifen den Schaumstoff und das Außenmaterial an. Lasst die Matte zum Trocknen bei Zimmertemperatur oder an einem schattigen Platz an der frischen Luft liegen. Legt die Matte nicht in die pralle Sonne und helft auch nicht mit einem heißen Fön oder gar dem Wäschetrockner nach. Das kann die Matte ebenfalls beschädigen. Nach ein paar Stündchen ist die Isomatte bereit für den nächsten Einsatz. Vor einer längeren Lagerungsdauer solltet ihr der Matte zudem etwas mehr Zeit zum Trocknen geben.

Das Ventil der selbstaufblasbaren Matte muss bei der Reinigung mit Wasser geschlossen sein. Achtet vor der Reinigung der Matte darauf, dass das Außengewebe keine Löcher aufweist, durch welche die Feuchtigkeit eindringen kann. Womit wir beim nächsten Thema wären – der Reparatur.

Kleinere Schäden selbst reparieren

Der Isolationsleistung gängiger Schaumstoffisomatten tun leichte Materialschäden in der Regel keinen Abbruch. Bei selbstaufblasbaren Isomatten sieht es anders aus. Schon kleinste Schäden im Außengewebe lassen die isolierende Luft aus dem Matteninneren entweichen. Ist das Loch oder der Riss nicht mit bloßem Auge zu erkennen heißt es zunächst Detektivarbeit leisten. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die komfortabelste ist ein sogenannter Lochschnüffler, ein kleiner, mit Styroporkügelchen gefüllter Behälter, mit dem sich das Loch in kürzester Zeit „erschnüffeln“ lässt. Ist solch ein Meisterdetektiv nicht zur Hand, kann mit etwas Seifenwasser gearbeitet werden. Reibt die Matte damit ein und die beschädigte Stelle beginnt Blasen zu werfen. Ist auch das Seifenwasser nicht zur Hand, reicht die angefeuchtete Hand und etwas Geduld zum Aufspüren des Schadens.

Habt ihr das Enfant Terrible lokalisiert, kann die Reparaturarbeit starten. Hierfür gibt es spezielle Reparaturkits im Handel. Lasst die Luft aus der Matte, bringt den Flicken nach Herstellerangaben auf und gebt dem Ganzen genug Zeit zu trocknen. Nun befüllt ihr die Matte mit Luft und testet die Sache auf ihre Dichtigkeit. Neben Löchern und Rissen können übrigens auch Ventilschäden dafür verantwortlich sein, dass eure Isomatte Luft verliert. In einem solchen Falle können nur die Mattenhersteller selbst Abhilfe schaffen und falls nötig das Ventil wechseln. Für eine ausführliche Flick- und Reparaturanleitung bitte hier entlang.
Wenn ihr meine Isomatten-Tipps bis hier hin durchgehalten habt, verfügt ihr nun das Rüstzeug für ein langes, bequemes und warmes Mattenleben. Eure Matte wird es euch danken!

Flo Schuetz Bergfreunde Titel

Es gibt wieder Zuwachs im Pro-Team…

5. April 2017
Bergfreunde Pro-Team

Wenn ihr im Sommer in den Allgäuer Alpen unterwegs seid und euch rein zufällig ein etwas wild ausschauender, leicht bekleideter Typ entgegen gelaufen kommt, dann ist die Chance relativ groß, dass es sich dabei um Florian Schuetz handelt. Flo ist so einer, der furchtlos über schmale Grate tänzeln kann, eine Ausdauer wie ein Pferd hat (und entsprechende Oberschenkel) und mal eben den Ultra Trail du Mont Blanc mit 170 km und 9000 Höhenmetern in 31 Stunden finisht. Außerdem ist er der neueste Zugang in unserem Pro-Team. Was er so macht und – viel wichtiger – warum er das macht, erzählt er euch in seinem Antrittsinterview:

Servus Flo! Heute schon auf den Berg gerannt?

Natürlich! Heute wars aber eher eine kurze Runde bei Nebel und Regen. Auf den Bergen liegt ab 1500m Neuschnee, von daher habe ich mich auf einem Höhenweg unterhalb des Rubihorns ausgetobt.

Vom nerdigen Kellerkind (No offense, nerdige Kellerkinder rocken!) zum Diätassistenten-Alpine-Runner, der beim UTMB mal eben in die Top 100 läuft. Wie kam es dazu?

Puh, da muss ich auf jeden Fall etwas weiter ausholen. Als Kind war ich mit meiner Familie sehr viel in den Bergen unterwegs. Im Kindergartenalter war ich oft für längere Zeit mit meinen Großeltern auf deren Hütte in den österreichischen Alpen. Das hat auf jeden Fall geprägt. Generell würde ich mich als Abenteurer bezeichnen. Mir macht es unheimlich Spaß, neue Dinge und Orte zu entdecken.

In meiner Jugend war ich dann eher den Videospielen verfallen, mit Sport oder Bewegung hatte ich da absolut nichts mehr im Hut. Mit zunehmendem Alter habe ich dann mehr und mehr Bergsport- und Entdeckerliteratur ala Reinhold Messner oder Humboldt gelesen und wurde so inspiriert, doch auch wieder mehr „selbst entdecken zu gehen“. Am Anfang wieder kleine Bergtouren mit meinem Vater und Freunden.

Irgendwann habe ich dann ein Video vom UTMB 2011 gesehen. Darin laufen einige der führenden Läufer bei Sonnenaufgang auf einem traumhaften Höhenweg nordseitig des Mont Blanc. Zum gleichen Zeitpunkt bin ich mit meiner Freundin mehr zufällig als geplant nach Oberstdorf gezogen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war mein Schicksal dann besiegelt. Ich habe mir im lokalen Bergsportladen ein paar Trailrunningschuhe gekauft und entdecke seitdem die Berge in den Allgäuer Alpen.

Pro-Team-Interview mit Flo SchuetzIm Sommer Trailrunning und Bergsteigen, im Winter Skitour und Langlauf. Machst Du auch mal irgendwann Pause?

Im November. Da kannst du nicht ordentlich auf den Berg gehen und genug Schnee liegt meistens auch noch nicht. Anfang Dezember fühle ich mich dann meistens sehr motiviert, mit dem Wintersport zu starten. Auch mental finde ich es für mich wichtig, mal etwas abzuschalten.

Du hast inzwischen ein ziemlich ansehnliches Arsenal an Video-Equipment. Dürfen wir uns demnächst auf schöne Filme aus Deiner Feder freuen?

Auf jeden Fall! Inzwischen habe ich meistens eine Kamera dabei, und wenn es nur die kleine GoPro ist. Ab Mai veranstalten wir in Oberstdorf wieder den wöchentlichen Trailrunning Lauftreff. Dann möchte ich dieses Jahr noch einmal den Augsburger Höhenweg in den Lechtaler Alpen begehen. Im September plane ich, eine kleine Dokumentation über „Tor des Geants“ zu machen. Das ist ein sehr bekanntes Trailrennen im Aostatal in den italienischen Alpen. Zudem finde ich die Welt der Zeitrafferfilme sehr faszinierend. Es wird also auf jeden Fall genügend Material zusammen kommen über das Jahr!

Lass uns noch mal über den UTMB sprechen. Ich meine, 168 km und über 9000 Höhenmeter läuft man ja nicht einfach mal so. Wie genau hast Du Dich darauf vorbereitet?

Im Grunde so, wie ich mich auf (fast) alles vorbereite. Ich gehe hier sehr viel in die Berge. Ich mag technisches und steiles Gelände. Nach diesen Kriterien suche ich mir die Rennen aus, die mich inspirieren. Bei flachen Rennen oder im Mittelgebirge wirst du mich also wahrscheinlich eher nicht finden. Das liegt einfach daran, dass ich nicht groß Lust habe im Flachen oder auf der Straße zu laufen. Ich würde mich auch nicht unbedingt als „Trailrunner“ bezeichnen. Was ich mache ist eher meine Art, in die Berge zu gehen. Mein „Trainingsvolumen“ messe ich generell auch nur in Zeit und Höhenmetern, die Kilometer sind für mich nicht so wichtig.

Du warst fast 31 Stunden unterwegs und bist damit schließlich auf Platz 89 gelandet – von immerhin 1468 Startern. Hast Du eine bestimmte Strategie verfolgt?

Langsam starten, regelmäßig essen und trinken, positiv denken. Ultras (und besonders 100 Meilen oder länger) werden hauptsächlich durch sinnvolle Strategie bewältigt. Körperlich und mental. Wenn du in Chamonix losläufst, geht’s erstmal 10 Kilometer relativ flach ins Tal hinein. Ich glaube, der erste ist das in 35 Minuten gelaufen. Viele Leute lassen sich, besonders bei vielen Startern, dazu verleiten, zu schnell zu laufen. Am ersten Anstieg war ich irgendwo um den 500sten Platz rum.

Ich mache aber nur mein Ding und mir ist es egal, wie schnell oder langsam der Rest läuft. Wenn ich kontinuierlich Leute überholen kann, motiviert mich das noch zusätzlich. Wie schnell man laufen sollte, was und wieviel man isst, kann man allerdings nur durch Erfahrung herausfinden.

Ich denke, die ganze Story bietet genügend Material für einen eigenen Beitrag. Daher nur noch eine Frage: Wie lange hast Du danach Pause gemacht?

Ich habe 1 Woche gar nichts gemacht. Faulenzen, viel Essen und die ganzen Eindrücke langsam verarbeiten. 7 Tage nach dem Rennen habe ich dann am Wochenende 2 Bergtouren gemacht. Aber ganz gemütlich, ohne zu laufen.

Wie sieht es dieses Jahr mit Wettkämpfen aus? Hast Du wieder etwas Großes geplant?

In 2 Wochen (Ende April) laufe ich auf Madeira beim Madeira Island Ultra Trail mit, da geht’s einmal quer über die ganze Insel von Norden nach Süden. Sonst habe ich einige Ideen was Wettkämpfe angeht. Ich mag eher möglichst technische und herausfordernde Rennen. Von daher sind die Möglichkeiten für dieses Jahr Ronda del Cims in Andorra, L’Echappe Belle in Frankreich oder die Diagonale des Fous auf Reunion. Außerdem werde ich einige private Projekte mit Freunden machen bei denen wir bestimmte Routen bewältigen wollen – das inspiriert mich inzwischen mehr, als möglichst viele Events zu machen.

Wenn Du Dir drei Dinge aus dem Bergfreunde-Shop aussuchen könntest, welche wären das und warum?

Der Salomon S-Lab Sense 6 Softground. Mein absoluter Favorit, wenn es auf technischen Trails durch die Allgäuer Berge geht.
Das Temple Tech L/S Longsleeve von Mons Royale. Meine Freundin ist schon lange von Merinowolle begeistert und dieses Shirt konnte mich auch bekehren. Komfortable Passform, ein besonders weiches Material und absolut geruchsfrei. Auch nach 12 Stunden Tagen am Berg.
Die leckeren Energieriegel und Clif Shots von Clif Bar. Durch die vielen verschiedenen Sorten wird’s nie langweilig. Und essen am Berg und bei langen Trailläufen muss man so oder so. Da bevorzuge ich dann Sachen, die mir auch richtig gut schmecken.

Gibt es noch etwas, dass Du den Bergfexen da Draußen sagen möchtest?

Habt Spaß bei dem was ihr macht. Und es muss nicht immer am Limit sein. Ich laufe gerne 30 Stunden aber ich gehe auch gerne ganz entspannt wandern auf meine Lieblingsgipfel. Auch daheim kann man geile Projekte umsetzen, neue Wege entdecken und unbekannte Routen auf den Hausberg finden. Ich habe nie das Gefühl, jetzt rausgehen zu müssen, weil ich „trainieren“ muss. Das Fit werden und sein ist eher ein positiver Nebeneffekt, wenn man viel in die Berge geht.

Danke Flo. Wir freuen uns viele schöne Geschichten und vor allem tolle Bilder und Videos. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir hier schon mal für euch. Und wer mehr über Flo erfahren möchte, schaut einfach mal unter www.summitsforthesoul.de vorbei!

Nebelhorn ridge at sunrise from summits for the soul on Vimeo.

Fotos: www.vitaminberge.de

Friend-Check-Titel

Aufruf zur Überprüfung: Wild Country Friends 2, 3 & 4

3. April 2017
Ausrüstung, Rückruf Archiv

Aktuell ruft Wild Country alle Besitzer der Friends Nummer 2, 3 oder 4, welche 2016 oder 2017 gekauft wurden, auf, ihre Geräte zu überprüfen. So wurde bei einigen wenigen Friends aus dem Produktionsjahr 2016 ein Herstellungsfehler entdeckt, der zwar nicht sicherheitsrelevant ist, die Bedienung und das Handling allerdings erschweren kann. Die Friends halten also trotzdem Stürze, so viel mal zur Beruhigung.

Wo liegt der Fehler?

Wie in folgendem Bild zu sehen, rutscht bei den betroffenen Geräten das Klemmsegment am Steg hinunter, wenn man den Trigger zieht:

Überprüfung Wild Country Friends

Wie erkenne ich, ob mein Gerät betroffen ist?

Alle Kunden, die im genannten Zeitraum einen Friend 2, 3 oder 4 bei uns gekauft haben, werden automatisch benachrichtigt. Alle anderen Besitzer eines entsprechenden Klemmgeräts sollten selbst nachsehen. Die betroffenen Seriennummern (eng.: batch code) sind:

  • 01A0116 (No dot)
  • 01A0116. (I x dot)
  • 01A0116.. (2 x dot)
  • 01A0116… (3 x dot)

Die Nummer stehen an der Unterseite der inneren Klemmelemente. Zu sehen am folgenden Bild:

Überprüfung Wild Country Friends

Kann ich das Produkt selbst prüfen?

Ja, Wild Country bittet darum, folgenden Test anhand der Illustrationen durchzuführen:

  1. Den Friend auf normale Art bedienen. Dabei den Trigger stark hinunterdrücken / ruckartig ziehen. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen.
  2. Den Friend mit dem Kopf nach unten halten und aus einer Höhe von etwa 15 cm mehrmals auf eine harte Holzoberfläche schlagen. Danach Schritt 1 wiederholen.

Friends

Friends Techinical 2

Wenn der Klemmkopf an Ort und Stelle bleibt, ist das Gerät nicht betroffen. Rutscht der Klemmkopf allerdings am Steg nach unten, sollte das Gerät nicht mehr genutzt und eingeschickt werden.

Seid ihr unsicher, ob euer Produkt betroffen ist, dann könnt ihr den Deutschlandvertrieb von Wild Country direkt kontaktieren und Bilder des Geräts an  info@oberalp.de schicken oder unter der Nummer +49 89 90993110 anrufen.

Wohin soll ich das Produkt einschicken?

Zunächst ist wichtig: Eingesendet werden müssen nur Friends Nummer 2, 3 und 4, die eine der oben genannten Seriennummern aufweisen UND – logischerweise – den Test nicht bestanden haben. Bisher haben wir leider nur die Adresse von Wild Country in Großbritannien, an welche die Geräte gesendet werden sollen:

Wild Country Ltd
Meverill Road
Buxton
Derbyshire
SK17 8PY
UK

Wir sind dabei mit Wild Country eine kundenfreundliche Abwicklungsmöglichkeit zu erarbeiten. Wir halten euch an dieser Stelle auf dem Laufenden. Natürlich stehen die Kollegen im Kundenservice unter 07121/70 12 0 für Fragen zur Verfügung. Ihr erreicht sie Wochentags von 10 – 17 Uhr.

Link zur Originalmeldung!

Die Bergfreunde-Buttons

Wir stellen vor: Die Bergfreunde-Buttons

1. April 2017
Die Bergfreunde

Chalk mal wieder leer? Der Vorrat an Trekkingnahrung geht ebenfalls zur Neige und ach – ein neuer Schlauch für den platten Fahrradreifen muss nach der letzten Tour auch wieder her? Aber deswegen erstmal Bergfreunde.de ansurfen und langwierig bestellen – da hat man ja nur selten Lust zu. Doch wir wären nicht die Bergfreunde, wenn wir nicht auch dafür eine (im Übrigen zum Patent angemeldete) Lösung hätten. Wir präsentieren: Die Bergfreunde-Buttons!

Bestellen geht jetzt Ruckzuck!

Wie schön wäre es, wenn sich per Knopfdruck eine neue Packung Chalk direkt aus unserem Lager auf den Weg zu deiner Türschwelle machen würde? Mit unseren Bergfreunde-Buttons geht das. Für jedes Bergfreunde-Buttons-Produkt gibt es einen eigenen Button. Jeder dieser Buttons hat einen eigenen Code, den Du ins das entsprechende Feld in deinem Benutzerkonto eingeben kannst. Der Button selbst wird in’s WLAN eingecheckt und kann dank einer praktischen Klebefläche nahezu überall angebracht werden – am Schreibtisch, am Boulderbag, oder deiner Lieblings-Zahnbürste!

Alles automatisch

Drückst Du den Knopf, läuft im Hintergrund ganz automatisch eine Bestellung ein. Genauso, als würdest du normal über den Shop bestellen. Damit Du schließlich auch weißt, dass mit der Bestellung alles in Ordnung ist, spricht der Button mit Dir. „Alles klar, deine Bestellung ist auf dem Weg.“ Du kannst sogar zwischen einer männlichen und weiblichen Stimme wählen. Noch nicht ganz fest steht hingegen, ob wir die Lizenz für die Orginalstimme von Peter aus Family Guy kriegen. Wäre aber ziemlich cool, oder? Ist die Ware gerade nicht auf Lager hörst Du ein nett gemeintes „Oh man, sorry. Leider gerade nichts auf Lager.“ In dem Fall bleibt Dir dann doch nur der klassische Weg.

Wie oft kannst Du drücken?

Damit Du nicht zufällig oder nach dem Genuss diverser Alkoholika zu häufig auf den Button klimperst, – an dieser Stelle ein kleiner Hinweis: am Besten so platzieren, dass die Kids nicht rankommen – gibt es einen integrierten Bestellschutz. Der verhindert, dass bei einer aufgegebenen Bestellung, direkt eine zweite hinterher geschoben wird. Erst wenn die erste Bestellung abgeschlossen ist, kannst Du eine Neue aufgeben. Ganz schön smart, nicht wahr?

Wann sind die Bergfreunde-Buttons verfügbar?

Ohhh, aufregend. Die große Frage aller Fragen. Und wir können euch sagen, dass es nicht mehr lange dauern wird. Genauer gesagt, wird es die wunderbaren kleinen Helfer ab dem 31.04. zu kaufen geben. Wir sagen euch nochmal rechtzeitig vorher Bescheid. Ganz, ganz fest versprochen. Wirklich! Für welche Produkte die Buttons verfügbar sind, erfährst Du dann direkt im Shop.

 

Rucksack richtig packen und einstellen

Ich packe meinen Rucksack… und zwar richtig!

30. März 2017
Ausrüstung

Rückenschmerzen, verspannter Nacken, stechendes Schulterpieken – jeder Wanderer kennt diese Beschwerden, die einem im schlimmsten Fall den Genuss am Draußensein richtig vermasseln können. Dass dies gar nicht sein muss, dafür sorgt die richtige Einstellung des Rucksacks und die richtige Packstrategie, sodass der Rucksack innen wie außen perfekt austariert und auf den Körper abgestimmt ist. Wir geben Euch ein paar Tipps mit auf den Weg, wie ihr Euren Rucksack richtig packt, einstellt und so das Maximum an Tragekomfort aus Eurem Rucksack herausholt!

Warum ist es wichtig, den Rucksack richtig zu packen?

Für ein stabiles, sicheres Bewegen vor allem in anspruchsvollem Gelände braucht es den richtigen Körperschwerpunkt. Das Hüpfen von Stein zu Stein in Geröllfeldern, Furten eines Flusses oder leichte Kletterstellen erfordern ein gutes Balancegefühl, das durch einen falsch gepackten Rucksack im wahrsten Sinne aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Denn ein richtig eingestellter und gepackter Rucksack lässt sich leichter kontrollieren – und schließlich wollt Ihr ja Herr über Euren Rucksack sein und nicht er über Euch. Beim richtigen Rucksackpacken geht es also nicht nur um den richtigen Tragekomfort, sondern vor allem auch um den Sicherheitsgedanken.

Die wichtigsten Regeln zum Rucksackpacken

Packen mit System heißt die Devise auf Tour! Denn die richtige Balance und Kontrolle hängen stark mit einem idealen Körperschwerpunkt zusammen. Ist der nicht gegeben, kämpft man sich nur unnötig mit dem eigenen Rucksack ab und verliert wertvolle Energie. Hochgradig unbequem ist es obendrein. Sind zu viele schwere Gegenstände ganz oben im Rucksack, schaukelt der Rucksack auf dem Rücken unangenehm umher. Sind diese zu weit außen gepackt, läuft man Gefahr, „hinten über“ zu kippen, und zu schwere Dinge zu weit unten im Rucksack belasten den Körper enorm.

Daher ist es wichtig, die schwersten Ausrüstungsgegenstände nah am oberen Rücken zu platzieren, denn so wird der Rucksackschwerpunkt so gesetzt, dass er nicht zu weit vom eigenen Körperschwerpunkt entfernt liegt. Schwere Ausrüstung sind z.B. das Zelt, der Proviantbeutel mit Müsli und Milchpulver oder die Kamera.
Leichte, voluminöse Gegenstände wie z.B. der Schlafsack oder auch ein Paar Ersatzschuhe gehören ins Bodenfach. Mittelschwere Ausrüstung wie Bekleidung wird eher mittig und vom Rücken weg verstaut, während Kleinkram im Deckelfach und gegebenenfalls in den Seitentaschen Platz findet. Leichte Ausrüstung um die schwere herumzupacken, hilft auch, um diese zu stabilisieren, damit innen nichts verrutscht.

Bei kleinen (Tages-)Rucksäcken unter 30 Litern muss man weniger akribisch vorgehen, da diese ohnehin nicht für so hohe Lasten vorgesehen sind, die den Körperschwerpunkt negativ beeinflussen könnten.

Den Rucksack richtig einstellen

Auch ich habe mich vor Beginn meiner „Outdoorkarriere“ gefragt, wozu eigentlich diese ganzen Schnallen und Riemen am Rucksack zu gebrauchen sind – sinnloses Gebaumel?! Bei meinem ersten Vaude Rucksack in der Schule fielen Lastkontrollriemen, Brustgurt und Hüftgurt gleich der Schere zum Opfer. Doch schon mit ein wenig mehr Erfahrung wird man feststellen, dass all die Verstellmöglichkeiten nützliche Helferlein in puncto Tragekomfort sein können. Der kleinste gemeinsame Nenner sind die Schultergurte – jeder Rucksack, auch superleichte Modelle, besitzt dort entsprechende Verstellmöglichkeiten, um den Rucksack ordentlich auf den Schultern sitzen zu lassen, damit dieser nicht herunterrutscht.

Auch der Hüftgurt (oder bei Modellen für mehr Tragegewicht die Hüftflossen) sind nicht zu unterschätzen. Sitzt er richtig, reduziert er die Last auf den Schultern merklich, was besonders auf Touren mit schwerem Gepäck im wahrsten Sinne des Wortes spürbar ins Gewicht fällt. Tatsächlich sollen die Hüften den Großteil der Last tragen.

Meist lässt er sich durch zusätzliche Riemen etwas verkürzen oder erweitern. Der Brustgurt dagegen hilft vor allem dann, wenn man z.B. mit Trekkingstöcken unterwegs ist. Er garantiert mehr Bewegungsfreiheit für die Arme vor dem Körper und stabilisiert den Rucksack im Ganzen.

Oft übersehen werden die Lastkontrollriemen, welche die Verbindung zwischen der Oberseite der Schultergurte und dem Rucksack bilden. Werden sie angezogen, wird der sogenannte Lastwinkel verringert, so bringen sie den Rucksack näher an den Körper, er schaukelt weniger umher und sitzt einfach stabiler.

Doch auch die beste Einstellung nützt nichts, ohne die richtige Wahl der Rückenlänge. Die erkennt man daran, dass der Ansatz der Schultergurte direkt zwischen den Schulterblättern liegt, während der Hüftgurt, wie im nächsten Absatz beschrieben, optimal auf den Hüftknochen sitzt.

Schweben die Schultergurte über den Schulterblättern oder sind zu kurz, sollte die Rückenlänge angepasst werden, sofern der Rucksack über ein Verstellsystem verfügt (z.B. Bergans Spine System oder Lowe Alpine Axiom System).

Anleitung zum richtigen Einstellen des Rucksacks

Doch wie gehe ich nun vor, damit der Rucksack perfekt auf mich eingestellt ist? Zunächst wird der Rucksack natürlich gepackt und alle Verstellschnallen und Riemen gelöst und gelockert. Als erste Handlung nach dem Aufsetzen wird der Hüftgurt oberhalb der Hüftknochen auf dem Becken positioniert, geschlossen und angezogen – natürlich nicht zu straff.

Als nächstes sind die Schultergurte dran, die nun an den Körper angepasst werden, sodass man die Arme noch bequem nach vorn ausstrecken kann. An dieser Stelle lässt sich auch gut kontrollieren, ob die Last auch wirklich auf den Hüften sitzt. Anschließend wird der Brustgurt angezogen, sodass ein bequemer Sitz der Schultergurte gewährleistet ist. Die Lastkontrollriemen runden den perfekten Sitz schließlich ab.

Achtung: Je nach Gelände kann man mit Lastkontrollriemen, Brustgurt und Schultergurten experimentieren, wie der Rucksack bei welcher Körperhaltung optimal passt. Denn beim Bergaufgehen nimmt man eine andere Haltung ein als beim Abstieg oder in der Ebene, und auch der Bedarf an Frischluft am Rücken variiert.

Was muss Frau beachten?

Viele Outdoor-Enthusiasten werden es schon festgestellt haben – die meisten Rucksackhersteller bieten Modelle speziell für Frauen an. Dies hat durchaus seine Berechtigung, denn die Anatomie einer Frau unterscheidet sich nun einmal von der eines Mannes. Hervorzuheben sei da vor allem die häufig kürzere Rückenlänge von Frauenrucksäcken, sowie die meist stärker gekrümmten Hüftflossen, um den weiblichen Proportionen hier gerecht zu werden.

Zudem lässt sich im besten Fall der Brustgurt etwas höher positionieren als bei Männerrucksäcken, damit nichts unangenehm abgequetscht wird. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass im Zweifelsfall ein Frauenrucksack für Männer interessant sein kann (und andersherum), wenn ich mit anderen Passformen partout nicht klar kommen will.

Schlusswort

Mit diesen kleinen Tipps seid Ihr für die nächste Berg- oder Trekkingtour bestens gerüstet! Nicht nur Eure Schultern und Euer Rücken werden es Euch danken, sondern auch ein riesiger Schritt in Richtung Wanderspaß ist damit garantiert getan!

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