Essen Reiseessen. Foto: Travellunch

Das große Test-Fressen

13. Mai 2013

Testrunde für Trekkingnahrung

Testrunde für Trekkingnahrung

Wer länger aus dem Rucksack lebt, der kennt die Vorteile von Trekking- bzw. Expeditionsnahrung: das Gewicht-Nährwert-Verhältnis ist unschlagbar. Obendrein ist die Zubereitung meist sehr einfach, da lediglich heißes Wasser aus dem Kocher in die Tüten gegeben werden muss. Bleibt die Frage nach dem Geschmack!

Und weil uns ohnehin noch eine eigene Bergfreunde-Kantine fehlt, haben wir für Euch das große Test(fr)essen gestartet. Mehrere Mittagspausen lang haben wir Trekkingnahrung gefuttert und uns mit spitzem Bleistift Notizen gemacht. Natürlich wollen wir Euch nicht vorenthalten, wie es uns geschmeckt hat und was noch so aufgefallen ist.

Viele hungrige Bergfreunde

Unser Testteam bestand aus Einkäufern (die sollen wissen was sie da so ranschaffen), einigen Jungs aus dem Kundenservice (die ihre Erfahrungen dann direkt weitergeben können) sowie aus Abgesandten der Online-Redaktion (für passende Beschreibungen mit Erfahrungen aus erster Hand) und Freiwilligen weiterer Teams. An mehreren Tagen trafen wir uns zum gemeinsamen Mittagessen.

Es ist angerichtet...

Es ist angerichtet…

Jede Session folgte dem gleichen Schema: diverse Mahlzeiten eines Herstellers wurden zubereitet. Es folgte eine Art Reise nach Jerusalem für Testessen: die Tüten kreisten auf der Suche nach Leute die noch nicht davon probiert hatten um den Tisch. Zwischen all dem Geschmatze wurden dann noch Kommentare gegeben und Eindrücke diskutiert. Außerdem hatte jeder Testesser die Aufgabe seine Meinung entsprechend zu notieren.

Unsere erste Erkenntnis: mit jeder Mittagspause wurde die Testgruppe immer größer. Zwar haben die meisten schon mal auf Tour aus der Tüte gelebt. Die Chance eine ganze Reihe verschiedener Gerichte antesten zu können, wollte sich dann aber doch keiner entgehen lassen. Tatsächlich haben auch einige gleich neue Lieblinge entdeckt. Und weil wir auch Sachen fanden, die nicht alle überzeugten empfehlen wir auch Euch vor einer langen Tour zu probieren – sonst könnte es eine hungrige Tour werden.

Expeditionsnahrung und Tüten – was wir getestet haben

Die wichtigste Frage: schmeckt das denn?

Ob es wohl schmeckt?

Ob es wohl schmeckt?

Ziel der ganze Aktion war es vor allem zu testen, was keine Nährwerttabelle verraten kann: schmeckt der Mampf? Zugegeben waren es verschärfte Bedingungen, denn wir wissen alle: mit 1.500 Höhenmetern in den Beinen schmeckt einem im Gipfelbiwak mitunter so ziemlich alles was die Reserven wieder auffüllt.

Auf Grund der großen Opferbereitschaft von Benedikt wurde außerdem stets getestet ob die Nahrung auch ohne Zubereitung genießbar ist. Das Ergebnis: mit kräftigen Zähnen funktioniert es schon – allerdings braucht man teilweise eine hohe Toleranz seiner Geschmackssensorik.

Handling und Co

Lässt sich die Tüte gut öffnen?

Lässt sich die Tüte gut öffnen?

Außerdem haben wir uns einige recht praktische Gesichtspunkte genauer angesehen:

  • Wie zweckmäßig waren die Tüten für Zubereitung und Essen?
  • Wie energiegeladen sind die Nahrungseinheiten?
  • Wie gut funktioniert die Zubereitung, z.B. die Zugabe der richtigen Menge von Wasser?
  • Was kostet die einzelne Mahlzeit bzw. die Portion die satt macht?

Verschiedene Hersteller von Trekkingnahrung

Zunächst der Hinweis: die verspeiste Nahrung wurde uns auf Nachfrage durch die Hersteller gestellt. Ehrensache, dass wir dennoch kein Blatt vor den Mund nehmen und Ihr keine Werbephrasen hören werdet. Dennoch sagen wir vielen Dank an die Lieferanten, dass sie uns in dieser Form unterstützt haben.

Gegessen haben wir in entsprechend vielen Mittagspausen:

Die einzelnen Tests werden wir in den nächsten Tagen hier im Basislager veröffentlichen und dann nach und nach entsprechend verlinkt!

Trekkingnahrung: Tüttensuppe für teuer?

Wie vielerorts, wurde auch bei uns am Tisch diskutiert, ob die vergleichsweise hohen Preise für die Trekkingnahrung gerechtfertigt sind. Das Hauptargument: im Discounter bekommt man ja von diversen Herstellern auch für weniger Geld Tütensuppen oder irgendetwas mit Asia im Namen in bunten Kunststoffbeuteln und mit ähnlicher Optik.

Nährwertangaben finden sich auf jeder Trekkingnahrung

Nährwertangaben finden sich auf jeder Trekkingnahrung

Nun, es gibt Gemeinsamkeiten – aber eben auch große Unterschiede: Outdoor Nahrung hat zunächst mehr Kalorien je Gramm. Denn während im diätgeprägten Deutschland die Discounter möglichst wenig Kalorien vergeben wollen, suchen Outdoorsportler nach ziemlich viel davon. Vergleicht man beispielsweise eine Tüte Maggi-Nudeln (etwa 1,9 kcal je Gramm) mit Trekking-Nudeln (etwa 3,9 kcal je Gramm), dann haben letztere mehr als doppelt so viel Kalorien je herumgeschlepptem Gramm.

Blick man genauer auf die Nährwerttabellen und Zutatenlisten, dann wird ein weiterer Unterschied deutlich: Trekkingnahrung verzichtet auf ein überhöhtes Maß an (billigen) Fetten und Zucker. In Summe sind die Mahlzeiten so besser auf die Bedürfnisse von Gipfelstürmern ausgelegt. War ja auch zu erwarten, schließlich ist die 5 Minuten Terrine ja auch eher für die Büroschublade als den Rucksack konzipiert. Das führt aber auch dazu, dass die Trekkingmahlzeiten in der Regel bekömmlicher sind als die gleiche Menge Instantfood aus dem Supermarkt.

Vorteile von Trekkingnahrung

Vorteile von Trekkingnahrung

Dazu kommt, dass die Nahrung mit weniger Energieaufwand und außerdem direkt in der Tüte zubereitet werden kann. In der Regel futtert man die entstehende Pampe außerdem mit einem (langen) Löffel auch direkt aus der dafür ausgelegten Tüte. Das spart Platz und Gewicht im Rucksack, weil man auf zusätzliche Töpfe sowie Geschirr verzichten kann.

Ergo: es ist ein unfairer Vergleich, da man zwei Produkte miteinander vergleicht, die komplett unterschiedliche Anforderungen haben. Und so kann man auf einer kurze Tour zwar sicher auch mal auf eine günstige Alternative oder einfach ein paar geschmierte Brote zurückgreifen – auf längeren Touren ist die Trekkingnahrung aber klar im Vorteil.

Und ob diese Trekkingnahrung auch schmeckt, erfahrt Ihr in den nächsten Tagen…

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Dennis sagte am 18. Oktober 2016 um 21:00 Uhr

    Und schmeckts?

  2. Jörn sagte am 19. Oktober 2016 um 08:27 Uhr

    Ich glaube, die Kollegen waren damals im Großen und Ganzen sehr zufrieden :)

    Hier haben wir aber ein paar Tipps, falls das Zeug mal nicht deinen Geschmack trifft: https://www.bergfreunde.de/basislager/trekkingnahrung-aufwerten/

    Viele Grüße,

    Jörn

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