Alles Wissenswerte zur OutDry-Membran

Dicht, dichter, OutDry – eine Materialinfo

11. August 2017

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Das Wörtchen OutDry habt ihr beim Ausrüstungskauf vielleicht schon mal gelesen. Ob beim Outdoorschuh-Shopping, beim Handschuhkauf oder beim digitalen Regenjacken-Schaufensterbummel, immer wieder mal begegnet uns das zweisilbige Wort bei den Materialangaben. Das macht die Klamotten anscheinend wasserdicht. Aber was steckt eigentlich dahinter? Ist wasserdicht nicht gleich wasserdicht, oder hat OutDry vielleicht mehr drauf als nur „Aha, die Treter haben ne’ OutDry-Membran, also bleiben mir nasse Füße erspart“? Meine kleine Materialkunde klärt euch auf!

OutDry, was ist das überhaupt?

Alles Wissenswerte zur OutDry-Membran

Dürfen wir vorstellen: Die OutDry-Membran!

Eigentlich erklärt sich der Begriff ganz gut von alleine. ‚Out‘ und ‚Dry‘ – die Nässe bleibt draußen und man selbst schön trocken. War es das also schon? Ganz und gar nicht, denn die clevere Membran hat mächtig was auf dem Kasten! Aber von vorne.

OutDry-Technologies ist eine italienische Textilfirma mit Sitz im Nordwesten der Lombardei. Seit 2010 ist das Unternehmen ein Teil von Columbia Sportswear, wobei die Membran-Technologie auch bei zahlreichen anderen bekannten Outdoorherstellern, wie beispielsweise Mountain Hardwear oder Scarpa, zum Einsatz kommt.

Die OutDry-Technologie ist dabei so simpel wie genial. Die wasser- und winddichte sowie atmungsaktive Membran wird direkt und ohne Zwischenräume von Innen auf das Obermaterial der entsprechenden Textilie laminiert. Dabei kommt ein thermisches Laminierungsverfahren zum Einsatz. Das bedeutet, dass die Membran bei besonders hohen Temperaturen und hohem Druck mit dem Gewebe verbunden wird.

Alles Wissenswerte zur OutDry-Membran

OutDry wird aktuell in Jacken…

Somit werden das Außenmaterial und die Membran lückenlos miteinander vereinigt und etwaige Schwachpunkte, wie Nahtstellen oder winzige Lücken in der Oberflächenstruktur des Gewebes, werden förmlich „dichtgeschweißt“. Dadurch ergibt sich ein Wetterschutz, der Nässe und Zugluft nahezu keine Angriffsmöglichkeit bietet.

An den Stellen, an denen sich die Membran zwangsläufig überlappt, wird sie verschmolzen, wodurch ein umlaufender und lückenloser Nässeschutz entsteht. Man bleibt quasi rundherum trocken. Gleichzeitig wird durch die direkte Verheiratung von Gewebe und Membran eine weitere Bedeutung des Namens OutDry deutlich: Membran und Obermaterial werden praktisch eins, der Feuchtigkeitsschutz beginnt also direkt von außen (Out) und hält dort, wo die Feuchtigkeit eindringen könnte, trocken (Dry).

Was kann OutDry was ihre Membran-Geschwister nicht können?

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… in Rucksäcken…

Soweit so gut. Aber was ist der Unterschied zu anderen Membran-Technologien? Welche Vorteile gibt es? Die Besonderheit der OutDry-Technologie gegenüber einer „herkömmlichen“ Membran-Verwendung liegt auf der Hand. Während die Membran bei OutDry-Textilien – seien es Schuhe, Jacken oder Handschuhe – direkt an das Obermaterial laminiert wird, sieht das bei Gore-Tex und Co. etwas anders aus.

So ist die Membran bei vielen anderen Systemen erst auf dem Innenfutter verarbeitet, was einige Probleme mit sich bringt. Zum einen können sich in dem so entstehenden Zwischenraum Feuchtigkeit und auch Schmutz ansammeln. Zum anderen saugt sich das Obermaterial bei nachlassender Imprägnierung mit Nässe voll. Beides macht das Gewebe nicht nur unnötig schwer und mindert bei manchen Textilien die Atmungsaktivität und die Isolationsfähigkeit, sondern erhöht auch das Risiko, dass sich an irgendeiner Stelle, ein gewiefter Regentropfen durchmogeln könnte. Die OutDry-Membran kennt solche Probleme nicht.

Ein weiterer Vorteil der Membran-Technologie, dem sich unsere kleine Materialkunde widmet, ist, dass nahezu jedes Innenfutter verwendet werden kann. Die Hersteller können bei der Wahl des präferierten Innenmaterials praktisch auf alles zurückgreifen, was der Markt zu bieten hat. Bei Membran-Technologien, die auf das Innenfutter laminiert werden, ist das oftmals nicht der Fall.

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… Hand- und Outdoor-Schuhen eingesetzt.

Da die Membran mit dem Obermaterial verbunden ist und so in einem gewissen Abstand zum Körper liegt, ist eine deutlich bessere Luftzirkulation möglich. Weitere Pro-Punkte für die OutDry-Technologie? Die Gewebe sind flexibel, dehnbar und auch unter Belastung nicht brüchig. Bei Regentouren geht die Atmungsaktivität der Membran kaum zurück – vorausgesetzt auf dem Gewebe liegt keine dicke Wasserschicht, die das Material dicht macht.

In Sachen Umweltverträglichkeit gibt es ebenfalls wenig zu meckern. Die Membran ist PTFE-frei und beim Laminationsprozess kommt ein Kleber zum Einsatz, der komplett ohne schädliche Lösungsmittel auskommt, was OutDry sogar den Eco-Design Award auf der internationalen Sportmesse 2009 eingebracht hat. Last but not least: Dadurch, dass die Membran sozusagen mit dem Gewebe verschweißt ist, wird eine zusätzliche Nahtversiegelung obsolet.

Knochentrocken bei eisigen Brisen und fetten Regentropfen – die Einsatzgebiete für OutDry-Textilien

Eigentlich sind den Einsatzgebieten von Outdoortextilien mit OutDry-Membran wenige Grenzen gesetzt. Immer dann, wenn es nass wird und Wind und Wetter ein Wörtchen bei der Tourenplanung mitreden, kommen die Eigenschaften der Membran-Technologie wie gerufen. Sowohl der lockere Alltagseinsatz, die Wandertour bei Regenwetter, Wintersport oder Touren in hohen Höhen und unter schwierigen Bedingungen, für jede Outdoorfacette gibt es das passende OutDry-Äquivalent.

Und was ist mit der OutDry Membran ausgestattet? Im Prinzip alles, was einen Wetterschutz braucht! Von der Regenjacke (OutDry Extreme), über die wasserdichten Wanderschuhe (OutDry), bis hin zu Handschuhen, Rucksäcken oder Regenhosen – das alles gibt es mit der Technologie.

Somit erstreckt sich der Einsatzzweck natürlich auch auf alle möglichen Outdoor-Aktivitäten, allen voran natürlich Wandern, Trekking und Trailrunning. Doch wie steht es eigentlich mit der Rucksacktauglichkeit? Das ist ja auch immer so ein Knackpunkt. Leider konnten wir bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage bekommen, wie sich OutDry mit einem richtig schweren Trekkingrucksack verträgt. Mit klassisch beladenen Daypacks sollten aber absolut keine Probleme entstehen.

Wenn ihr also auf der Suche nach einem effektiven Nässeschutz seid, der gleichzeitig den Wind draußen hält und gute Atmungsaktivität bietet, bekommt ihr mit der OutDry-Technologie eine clevere Alternative, die nicht von der Hand zu weisende Vorteile bietet und vielleicht einige vom Hereinschnuppern ins andere Membranen-Lager überzeugt!

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