Mips. Foto: Sweet Protection

MIPS – Ein Helm-System mit Köpfchen?

2. Dezember 2014

Kategorie

Sportart

POC - Receptor Backcountry MIPS Ducroz Edition - High-End Skihelm mit hochtechnischer Ausstattung

Der Skihelm – Receptor Backcountry MIPS Ducroz Edition von POC ist mit der innovativen Technologie ausgestattet

Durch neue Technik und wissenschaftliche Erkenntnisse wird jeder Sport, ebenso wie das dazu gehörige Material immer weiter entwickelt. Gerade beim Skifahren hat das enorme Auswirkungen. Der Sport wird immer schneller, man fährt steilere Wände, wagt größere Sprünge und verrücktere Tricks.

Das ist schön und gut – und die einzig logische Konsequenz daraus ist, dass man auch die Sicherheitstechnik immer weiter entwickeln muss, um auch bei höheren Geschwindigkeiten gut geschützt zu sein. Genau so eine Weiterentwicklung bildet das MIPS Helm System.

Wir erklären Euch woher es kommt, was es kann und für wen es geeignet ist.

Was ist MIPS?

MIPS ist ein Sicherheitssystem für Helme allerart. Es wurde von 5 schwedischen Wissenschaftlern des KTH (Königlich Technische Hochschule) in Stockholm entwickelt und ist das Ergebnis von 30 Jahren Arbeit.

Was bedeutet MIPS?

MIPS steht für Multi Directional Impact Protection System, auf gut deutsch: Es ist ein System, welches vor Aufschlägen mit unterschiedlichen Bewegungsrichtungen/ Kraftrichtungen schützen soll. Diese unterschiedlichen Kraftrichtungen entstehen bei Schlägen, die unter einem Winkel auf den Helm treffen.

Klassische Helme absorbieren am besten statische (gerade) Schläge, die unter rechtem Winkel auftreffen und bei denen keine Rotationskraft entsteht.

Da statische Schläge unrealistisch sind und man meist in einem Winkel auf den Boden oder anderen Hindernissen auftrifft wurde das MIPS System entwickelt. Es absorbiert sowohl statische Kräfte als auch Rotationskräfte.

Sweet Protection - Trooper MIPS - Skihelm, Powder Skiing

Rotationskräfte entstehen durch einen Aufschlag mit einem Winkel

Wie entstehen die Rotationskräfte?

Bei einem Aufschlag in einem Winkel wird die Kraft, welche durch den Aufschlag entsteht, nicht nur in eine Richtung abgebaut, sondern in mehrere, da die Kräfte sich nach dem Vektorenprinzip aufteilen. So entsteht die Rotationskraft, sie dient dazu die Kraft des Schlages abzubauen. Diese Kraft birgt große Risiken, denn sie ist verantwortlich, dass das Gehirn gegen die Außenwand des Schädels schlägt und man eine Gehirnerschütterung oder Schlimmeres davon trägt.

Wie funktioniert das MIPS System?

Das Vorbild des MIPS-Systems ist das menschliche Gehirn. Um das Gehirn zu schützen, gibt es zwischen dem Gehirn und dem Schädelknochen eine Flüssigkeit. Bei einem Schlag auf den Kopf wird die dabei entstehende Rotationskraft durch minimale Bewegungen dieser Flüssigkeitsschicht abgebaut und die Kraft nicht auf das Gehirn übertragen.

Das MIPS ist sozusagen eine Kopie dieser Schicht. Dafür wird in die Außenschale des Helmes eine bewegliche zweite Schale montiert. Diese zweite Schale liegt direkt am Kopf auf.

Wenn nun ein Aufschlag in einem Winkel auftritt, wird die dabei entstehende Rotationskraft nicht auf den Kopf übertragen, sondern durch die Bewegung zwischen erster und zweiter Schale abgebaut.

Dieses System ist sehr effektiv und ohne größere Probleme in jeden Helm zu integrieren.YouTube Preview Image

Welche Nachteile gibt es?

Da das System noch in seinen Kinderschuhen steckt und erst langsam von Marken übernommen wird, ist es momentan noch sehr teuer. Zum anderen gibt es keine Daten wie langlebig das System ist und ob man es nach jedem Sturz austauschen muss. Weiterhin stellt sich noch die Frage, wie passgenau der Helm sein muss, um auch seinen vollen Schutz leisten zu können.

Als einzigen „Nachteil“ könnte man nennen, dass die Helme 50-100 Gramm schwerer sind als die herkömmlichen. Doch bei diesem Sicherheitsplus kann man dieses Zusatzgewicht getrost ignorieren.

Im Großen und Ganzen gibt es keine erkennbaren Nachteile, da es zweifelslos der Sicherheit dient.

Für wen ist das System?

Das System ist für jeden, der gerne gut geschützt sein will. Momentan testen es verschiedene Spitzensportler in ihren Bereichen, doch es etabliert sich immer mehr am Markt und ist wirklich für jedermann geeignet. Auch im Radsport werden bereits Helme mit MIPS angeboten. Da das System sehr kompakt gebaut werden kann, gibt es keinerlei Einschränkung wer das System tragen kann und wer nicht.

Auf was sollte man beim Kauf achten?

Der Helm sollte nicht nur stylish aussehen, sondern auch perfekt passen. Ansonsten gelten die gleichen „Regeln“ wie bei einem normalen Helmkauf. Genaueres dazu findet Ihr hier in unserem Blog.

Wo kann ich Helme mit dem MIPS System kaufen?

In unserem Onlineshop findet Ihr Helme von verschiedenen Marken, die mit dem MIPS System ausgestattet sind. Unter anderem bieten Hersteller wie POC, Giro oder Sweet Protection Helme mit MIPS an. Dadurch ist eine gute Auswahl vorhanden und jeder kann sich seinen Helm mit MIPS nach Geschmack aussuchen.

Sweet Protection - Trooper MIPS - Skifahrer und Snowboarder, die auf der Suche nach rasanten Abfahrten mit hohen Geschwindigkeiten, steilen Hängen mit engen Passagen oder etlichen Flugmetern in der Luft sind

Sweet Protection – Trooper MIPS – Skihelm

Dabei muss man trotz MIPS nicht auf irgendwelche nützlichen Details verzichten, da diese in der Regel mit der gleichen Ausstattung kommen wie herkömmliche Helme – zum Beispiel der POC Helm Receptor Backcountry MIPS Ducroz Edition aus unserem Onlineshop. Bei diesem Helm gibt es zum MIPS System noch abnehmbare Ohrenpads, einen integrierten Recco Reflektor und er ist mit Beats by Dr. Dre Kopfhörern kompatibel. Zudem ist auch seine Größe einstellbar, sodass er „mitwachsen“ kann und sich auch für Kinder lohnt.

Der Skihelm Trooper MIPS von Sweet Protection ist ein Allroundgenie, ist er doch für jegliche Spielformen des Ski/Snowboardfahrens gebaut und überzeugt durch Größenverstellbarkeit, Carbon-Außenhaut, schlagabsorbierender Fütterung und einem Kühlsystem.

MIPS in der Zukunft

Das MIPS System wird in ein paar Jahren Standard sein und sich auch immer weiter entwickeln, da es ein System ist, welches die Sicherheit wirklich bedeutend erhöht und in jedem Helm für jede Sportart untergebracht werden kann. Auf jeden Fall ein Anreiz für die großen Firmen, das System weiterzuentwickeln, um auch in absehbarer Zukunft noch am Markt mitzumischen.

Wenn Du noch Fragen hast oder Dich nicht entscheiden kannst, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Philip ist hier unser Fachmann in Sachen Helme. Du erreichst ihn unter der Woche telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 01.02.2016 überarbeitet.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Uwe sagte am 2. November 2015 um 18:13 Uhr

    Guten Abend, das MIPS System finde ich wirklich sehr spannend! Ich informiere mich gerade sehr viel darüber und konnte in dem Artikel viele Informationen finden. Danke dafür!

    Grüße

  2. Motorradhelm Fanatiker sagte am 13. Mai 2016 um 15:23 Uhr

    Ich als Biker Freak hab das auch noch nicht gekannt. Auf jeden Fall eine Top sache!

  3. www.motorrad-helme.net sagte am 30. Mai 2016 um 20:46 Uhr

    Was die Technologie nicht alles kann. Ich finde den Trend mit solchen Systemen, sowie auch Airbag Systemen sehr interessant.

  4. GHOST sagte am 2. Juli 2016 um 19:38 Uhr

    Ich habe mir heute einen Radl Helm ( Scott Supra Plus) mit MIPS System gegönnt. Ich wusste, dass es das System gibt aber ich wusste nicht, welcher Tragekomfort dahinter steckt. Einfach fantastisch, ich habe heute bestimmt 10 Helme in Münchens Innenstadt aufgesetzt, mit dem Rad getestet, Farbe, Gewicht und Belüftung geprüft. Der MILP’s Helm von Scott saß sofort wir angegossen und das deswegen, weil nicht der Helm direkt am Schädel anliegt, sondern erst das System kommt – ähnlich wie ein Schiff mit doppelter Wanne. Sehr gute Idee und hat mich wieder einmal belehrt, solche Dinge nicht im Netz zu kaufen, denn der Tragekomfort wird nirgends beschrieben.

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