Skihelm. Foto: Alpina

Kaufberatung Skihelm

27. Oktober 2014

Sportart

Der Skihelm ist ein absolutes Must-have für jeden Wintersporter

Der Skihelm ist ein absolutes Must-have für jeden Wintersporter

In den letzten Jahren hat das Tragen eines Skihelmes enorm zugenommen. Während man vor fünf Jahren als Skihelmträger belächelt und als Außenseiter zählte, findet man heutzutage kaum noch jemanden ohne Helm auf der Piste. Dabei sind Skihelme nicht mehr nur ein Kopfschutz sondern zählen längst zum modischen Accessoire.

Das ist eine tolle Entwicklung, da sich 85% aller Kopfverletzungen mit einem Skihelm vermeiden lassen. Im Falle eines Sturzes oder einer Kollision mit einer anderen Person reduzieren Skihelme das Risiko von Schürf- und Stoßverletzungen und mindert die Stärke des Aufpralls. Worauf man jedoch beim Skihelmkauf achten musst sagen wir Dir hier.

 

Skihelm – eine Frage der Norm

Auch bei Skihelmen gibt es Normen, welche die entsprechenden Zulassungskriterien definieren und den Verbraucher dadurch schützen. Aktuell existiert die CN EN 1077 A und B Norm. Die A-Norm wird nur von Vollschalenhelmen erfüllt, die vorrangig im Skirennsport getragen werden. Diese Norm bietet einen umfangreicheren Schutz und beinhaltet entsprechend auch rennspezifische Anforderungen. Die neuere B-Norm wurde für heutige, komfortablere Halbschalenhelme definiert und beinhaltet u.a. folgende Prüfungen:

  • Stoßdämpfung: Prüfung der Dämpfungseigenschaften des Helmes bei einem simulierten Sturz. Die Prüfung erfolgt bei -25 °C und Raumtemperatur.
  • Durchdringungsfestigkeit: Spitze Gegenstände wie die Spitzen von Skistöcken dürfen nicht durch die Helmschale bis zum Kopf durchdringen. Dies wird simuliert und getestet.
  • Gurtbandfestigkeit: Gurtband und Schloss dürfen bei der Prüfung (ruckartige Belastung) nicht brechen, sich öffnen oder gar reißen.
  • Festigkeit des Helmes auf dem Kopf: Durch ruckartiges Anziehen am Helm darf dieser den Prüfkopf nicht verlassen.

Haltbarkeit und Pflege

Die Haltbarkeit des Skihelms hängt stark vom Gebrauch und von der Pflege ab

Die Haltbarkeit des Skihelms hängt stark vom Gebrauch und von der Pflege ab

Die Lebensdauer eines Skihelms beträgt bei guter Pflege und durchschnittlicher Benutzung circa drei bis fünf Jahre. Verbraucherschutzorganisationen und der TÜV empfehlen jedoch dringend, den Helm nach einem Sturz auszutauschen, auch wenn oberflächlich keinerlei Beschädigungen zu erkennen sind. Es besteht immer die Gefahr, dass kleinste Risse die Stabilität und damit Schutzwirkung des Helms beeinträchtigt haben.

Dies gilt auch für die in den Bergen besonders intensive UV-Strahlung. Bei der An- oder Abreise solltest Du den Skihelm nicht auf der Hutablage des Autos deponieren. Unter der intensiven Sonneneinstrahlung und der Hitze leidet das Material enorm und vermindert somit den Aufprallschutz. Zur Reinigung Deines Skihelms solltest Du niemals zu Lösungsmitteln, wie z.B. Verdünner oder Benzin, greifen, da diese den Kunststoff stark angreifen und die Schutzwirkung negativ beeinflussen.

Auch hier gilt, wie bei vielen anderen Schutzausrüstungen auch; Bei Zweifel kein unnötiges Risiko eingehen und den Helm vorsichtshalber austauschen.

Woher weiß ich, ob der Helm richtig „sitzt“?

Zunächst gilt es, dass Du die richtige Helmgröße herausfindest. Hierzu wird der Kopfumfang – einen Finger breit über den Augenbrauen – gemessen. Mit diesem Wert kannst Du über die jeweilige Größentabelle des Herstellers die passende Größe ermitteln. Doch das ist noch nicht alles, was Du bei der Auswahl beachten musst.

Es gibt zahlreiche Hersteller und Modelle, so dass jeder einen passenden Helm finden sollte

Es gibt zahlreiche Hersteller und Modelle, so dass jeder einen passenden Helm finden sollte

Der Helm sollte bereits ohne Kinnriemen komfortabel und sicher auf Deinem Kopf sitzen. Hierfür einfach den Helm aufsetzen, nicht verschließen und nun am Helm rütteln und den Kopf hin und her schütteln. Der Helm darf hierbei weder Spiel aufweisen, noch sollte er seitlich verrutschen oder gar vom Kopf fallen. Und wenn es doch noch nicht so richtig sitzt, kannst Du kleine Einstellungen selbst vornehmen. Bei Helmen mit einem weiten Größenbereich (S-M, L-XL) hilft ein Verstellrädchen am Hinterkopf bei der Feinjustierung. Helmen, wo Du mehrere einzelne Größenbereiche (XS, S, M, …) zur Auswahl hast, fehlt meist dieses Rädchen. Hier kannst Du kleinere Korrekturen durch den Austausch verschiedener Polster vornehmen.

Sitzt der Helm jetzt bereits sehr gut, betrachtest Du als nächstes den Kinnriemen etwas genauer. Das Gurtband sollte über die gesamte Länge gut gepolstert sein, um unangenehmes Scheuern auf der Haut zu verhindern. Ein Ratschenverschluss erleichtert das Schließen und die weitere Anpassung an Deinen Kopf. Um unangenehmem Druck vorzubeugen, sollte der Verschluss nicht direkt unter dem Kinn anliegen sondern etwas seitlich hiervon verlaufen. Wenn diese Kriterien alle erfüllt sind, sollte der Helm nun einwandfrei passen und Deinen Kopf sicher und bequem umschließen und schützen.

Neben der Passform des Helmes spielt aber auch die Polsterung eine wichtige Rolle und ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für ungetrübtes Skivergnügen. Du solltest die Pads leicht herausnehmen und aus hygienischen Gründen gut waschen können. Außerdem sollte die Innenausstattung hautverträglich und sehr atmungsaktiv sein. Eine weitere Hauptaufgabe ist natürlich die verlässliche Isolation und Wärmespeicherung an eisigen Tagen und bei rasanten Abfahrten.

Hardshell oder Inmoulding – der Aufbau des Skihelm

Ein Skihelm besteht aus einer Außenschale für den mechanischen Schutz und einer Innenschale zur Dämpfung. Je nach Herstellungsart unterscheidet man zwischen einem Inmoulding oder Hardshell Skihelm.

In-Moulding-Konstruktion

Inmoulding-Konstruktion

Inmoulding: Hierbei besteht der Helm aus einer Innenschale (verpresste Styroporkügelchen) und einer schlagfesten 2-3mm dicken Außenschale (Polycarbonat). Beide Schalen werden unter Druck und Hitze miteinander verbacken und bilden eine vollständig stabile Verbindung. Schlagenergie wird bei Inmoulding Skihelme zuverlässig aufgenommen und das Styropor deformiert sich an der Stelle des Aufpralls.

  • Vorteile: Günstig, leichter und schlanker
  • Nachteile: Schlechtere Belüftung

 

Hardshell: Diese Konstruktion zielt im Gegensatz zur Inmould-Technologie nicht auf punktuelle Deformierung ab, sondern verteilt die Schlagenergie auf den gesamten Skihelm. Die Außenschale (Carbon oder ABS) und die Innenschale werden getrennt voneinander produziert und später durch Verkleben oder ähnliche Verfahren miteinander verbunden. Dadurch kann zwischen Außen- und Innenschale ein Belüftungssystem oder ein zusätzliches Gitter integriert werden, wodurch die Eigenschaften des Skihelms in Puncto Schutz und Komfort weiter verbessert werden.

Hardshell-Konstruktion

Hardshell-Konstruktion

  • Vorteile: Bessere Belüftungs- und Dämpfungseigenschaften
  • Nachteil: Sehr teuer und im Vergleich schwerer

Hybrid: Diese Bauweise verbindet die positiven Eigenschaften beider Konstruktionen. Dabei wird häufig der untere Teil im leichteren Inmold-Verfahren gebaut (Gewichtsersparnis), während der obere Teil über eine robuste Hartschale verfügt.

Einen kühlen Kopf bewahren – die Belüftung

Die Belüftungsöffnungen des Helms sind vor allem bei wärmeren Temperaturen eine praktische Eigenschaft

Die Belüftungsöffnungen des Helms sind vor allem bei wärmeren Temperaturen eine praktische Eigenschaft

Wenn Du den Skihelm zu Beginn der Saison kaufst, wirst Du aufgrund der kalten Temperaturen kaum bedenken, dass es gerade im Frühjahr auch sehr warm werden kann. Während bei eisiger Kälte eine gute Isolierung wichtig ist, wirst Du bei milderen Temperaturen eine ausgeklügelte Belüftung schätzen lernen.

Beachte daher, dass der Skihelm über genügend Belüftungseinlässe verfügt und dass sich diese bei Bedarf einfach öffnen und schließen lassen. Gerade Hardshell-Skihelme verfügen über ein großflächiges Ventilationssystem unter der Außenschale und helfen Dir dabei, auf und abseits der Piste immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Abnehmbare Ohrabdeckungen sind im Frühjahr ebenfalls von Vorteil.

Und sonst noch?

Die meisten Hersteller von Skihelmen bieten auch gleichzeitig noch die passenden Skibrillen an. Dies hat neben dem einheitlichen Design noch den Vorteil, dass die Passform untereinander stimmt. Generell sollte der Schlitz zwischen dem Helm und der Skibrille nicht zu groß sein, damit das Gesicht perfekt vor Kälte und Schnee geschützt ist. Damit die Skibrille nicht verrutscht und sicher auf dem Helm bleibt, sollte dieser über eine Halterung sowie über weitere Clips oder Aussparungen für das Brillenband verfügen. Recco Reflektoren erweitern die Lawinennotfallausrüstung, sorgen somit für mehr Sicherheit und runden den perfekten Skihelm für Deine Touren ab.

P.s.: Wer möchte, kann sich die Abfahrt mittels Lautsprechern in den Ohrpads musikalisch unterlegen.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Daniel ist hier unser Fachmann in Sachen Skihelme. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Michael Schäfer sagte am 26. Juli 2015 um 18:30 Uhr

    Hallo,

    habe gerade den Artikel gelesen. Echt super! Hier findet man nützliche INformationen. Doch ganz schön viel was man so beachten muss,
    Viele Grüße

  2. Dominik Guttmann sagte am 29. Oktober 2015 um 18:43 Uhr

    Hallo und liebe Grüsse aus dem Süden.

    Ich habe mir den Betrag durchgelesen und finde ihn sehr interessant. Der Schutz ist beim Skifahren immernoch am wichtigsten.

    Wie gesagt supper Beitrag und weiter so.

    Gruss

    Dominik

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