Wie du endlich gute Outdoorfotos machst

Wie du endlich gute Outdoor-Fotos machst!

30. Januar 2018

Du hast mehrere Tage damit zugebracht, zu fliegen, mit dem Auto zu fahren, mit dem Zug zu fahren oder vielleicht sogar eine Kombination all dieser Transportmittel benötigt, um dein gewünschtes Ziel zu erreichen. Der Zustieg war mehr als nur schweißtreibend. Und jetzt bist du endlich da, der Ort, der Berg, von dem du immer geträumt hast, von dem deine Kletterfreunde schon hundertmal erzählt haben und mit dem du bei deinen Buddys in der Kletterhalle prahltest.

Also möchtest du diese Tour natürlich in all seiner Pracht auf deinem Smartphone oder deiner schicken Digitalkamera festhalten. Zuhause am Computer erkennst du, dass die Bilder diesem magischen Ort einfach nicht gerecht werden. Du realisierst, dass du mehr oder weniger nichts vorzuzeigen hast, um anderen die Faszination der Gefühle dieser Bergtour zu vermitteln. Das muss man zwar nicht unbedingt, aber wenn du dich ein wenig für Fotografie interessierst und bei der nächsten Tour gewappnet sein willst, haben wir hier für dich ein paar praktische Tipps…

1. Auf die goldene Stunde warten

Wie du endlich gute Outdoorfotos machst

Während der goldenen Stunde ist das Licht besonders schön.

Die Zeit kurz nach dem Sonnenaufgang und kurz bevor dem Sonnenuntergang ist die absolut beste Zeit, um spektakuläre Fotos zu schießen. Wenn die Sonne untergeht, wird das Licht viel weicher und wirft keinen harten Schatten mehr. Die Farben wirken sehr viel intensiver. Insgesamt ist im Vergleich zum Tageslicht deutlich mehr Kontrast vorhanden. Das besondere Licht kann für ein sehr dramatisch wirkendes Umfeld sorgen. Und genau diese Stimmung und Emotionen wollen wir ja mit unseren Fotos transportieren. Besonders zur goldenen Stunde kann der Fotograf optimal experimentieren und Schatten oder Silhouetten kreativ mit ins Bild einbauen.

Die Zeit des Sonnenauf- und Untergangs kann für die jeweilige Region übers Internet herausgefunden werden. Auch viele Outdooruhren wie die Suunto Ambit/Spartan oder Garmin Fenix können diese anzeigen. Denn es gilt sich zu beeilen und keine Zeit zu verschwenden – die Sonne geht immer schneller auf und unter, als man denkt.

2. Linien führen den Betrachter durchs Bild

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Flußlauf und Weg dienen als Leadinglines.

Bestimme Elemente in einem Bild können helfen, den Blick beim ansehen eines Fotos zu führen. Das können zum Beispiel Straßen, Wanderwege, Wasserläufe, Zäune oder ähnliches sein. Aber auch natürliche Dinge wie Sanddünen, Wellen, Bäume oder Berge eignen sich hierfür ideal. Besonders wenn solche Linien den Vordergrund mit dem Hintergrund verbinden, helfen sie ein Gefühl von Tiefe entstehen zu lassen.

Dein Foto wirkt immer noch nicht so dynamisch? Oft hilft eine Veränderung des Standpunktes, um den gewünschten Effekt von Tiefe entstehen zu lassen. Geh ein paar Schritte nach vorne oder hinten und versuche, das Bild neu zu komponieren.

 

3. Öfters mal den Standpunkt wechseln

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In der Hocke eröffnen sich neue Perspektiven.

Wir sind es gewohnt, die Welt auf der Höhe unserer Augen wahrzunehmen. Darum wird Werbung im Alltag so platziert, dass wir sie auf jeden Fall sehen. Indem du bei deinem nächsten Outdoorfoto gezielt die Perspektive wechselst, wird dein Bild auf Instagram viel besser wahrgenommen als der ganze Einheitsbrei. Du kannst zum Beispiel auf einen Felsen klettern, um dem Betrachter die ganze Szene aus der Vogelperspektive zu zeigen. Oder du kniest bzw. legst dich auf den Boden, um eine besonders tiefe Perspektive zu zeigen.

Auch eine schon oft gesehene Aufnahme von einem Ort kann aus einer „neuen“ Perspektive total anders wirken. Es gibt auch über und unterhalb der Augenhöhe viel zu entdecken.

4. Menschen im Bild verstärken die Perspektive

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Die Person im Vordergrund verstärkt die Dynamik und hilft beim Einordnen.

Sobald eine Person auf einer Landschaftsaufnahme zu sehen ist, hilft das dem menschlichen Auge zu verstehen, von wo aus das Bild aufgenommen wurde. Durch diesen Trick gelingt es, dem Betrachter das Gefühl zu geben, als wäre er selbst die Person auf dem Photo. Gleichzeitig verstärkt ein Mensch die Dynamik einer Landschaft und gibt einen Eindruck, wie weit entfernt die Berge im Hintergrund wirklich sind.

Besonders bei schlechtem Wetter oder suboptimalem Licht kann es helfen, wenn die Person Outdoor-Bekleidung in hellen und kräftigen Farben trägt. Außer dir ist niemand vor Ort? Auch ein Zelt oder Tiere im Vordergrund können helfen, den gewünschten Effekt beim Betrachter zu erzielen.

5. Weite macht Eindruck

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Mit einem Weitwinkel-Objektiv passt mehr aufs Bild.

Nach dem anstrengenden Aufstieg bietet sich auf dem Gipfel des Berges ein nicht endend scheinender Ausblick in die Ferne. Aber wie schafft man es, dieses Gefühl über allem zu stehen und in die Ferne zu blicken, auf einem Foto festzuhalten? Hier können Weitwinkel-Objektive helfen, möglichst viel von Landschaft in einem Foto darzustellen.

Auch die Panorama-Funktion der Digitalkamera ermöglicht weite Aufnahmen. Und wenn aus Platzgründen nur das Smartphone dabei ist: hierfür gibt es spezielle Weitwinkel-Linsen, die vor das integrierte Objektiv des Handys geklemmt werden können.

6. Auch in der Dunkelheit kann man spannende Fotos machen

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Bei Dunkelheit entstehen spannende Aufnahmen.

Wenn nach einem langen Wandertag das Zelt aufgebaut ist und die Dunkelheit langsam herein bricht gibt es trotzdem noch genügend Möglichkeiten, beeindruckende Bilder zu schießen. Ein Freund kann mit einer Stirnlampe ganz stillstehen und auf eine bestimmte Stelle leuchten. So wird das Licht der Lampe gebündelt und erscheint nicht als wild umherspringender „Schleier“ auf dem Bild. Ebenso kann das aufgebaute Zelt von innen von einer Lichtquelle beleuchtet werden. Bei deinen Varianten empfiehlt sich der Einsatz eines Statives, um scharfe und nicht verwackelte Ergebnisse zu erhalten.

Auch Sterne am Himmel über den Bergspitzen lassen sich relativ einfach fotografieren. Hier sind vor allem die richtigen Einstellungen an der Kamera entscheidend, um schöne Fotos zu machen. Die Kamera sollte fest auf einem Stativ angebracht werden. Zur Not tut es auch ein passender Stein oder ein Fensterbrett auf der Berghütte. Die Blende sollte so weit offen wie möglich sein (so bekommst du das Maximum an Licht, das dein Objektiv auf den Sensor fallen lässt). Anschließend kannst du mit verschiedenen Belichtungszeiten experimentieren. Belichtest du zu lang, bewegen sich die Sterne am Himmel durch die Rotation der Erde und erscheinen unscharf. Der ISO-Wert sollte je nach Kameramodell zwischen 1600 – 5400 liegen.

Die besten Ergebnisse erzielt man in Nächten, an denen der Mond schön hell am Himmel leuchtet. Je weiter man von der Zivilisation entfernt ist, desto besser. Durch die sogenannte „Lichtverschmutzung“ – die Beleuchtung der Städte – ist der Sternenhimmel sonst nicht so klar zu sehen wie in der Wildnis.

7. Eine längere Belichtung eröffnet neue Möglichkeiten

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Der Flusslauf wirkt durch die Langzeitbelichtung sehr weich.

Langzeitbelichtungen sind eine spannende Methode für viele kreative Motive. Besonders bei sich bewegendem Wasser wie an einem Bachlauf, Wasserfall oder am Meer bieten sich Langzeitbelichtungen an, um die Bewegungen des Wassers sanfter wirken zu lassen. Du kannst mit Belichtungszeiten zwischen 1 – 30 Sekunden experimentieren. Je länger, desto größer ist der Effekt.

Du hast kein Stativ dabei? Ebenso wie bei den Nachtaufnahmen kannst du auch hier kreativ werden und natürliche Elemente wie einen Baumstumpf oder einen Felsen nutzen, um deine Kamera abzulegen. Ebenso sollte der Selbstauslöser der Kamera benutzt werden oder über einen externen Auslöser (gibt es Kabelgebunden, kabellos oder über eine App der Kamerahersteller) ausgelöst werden. Sonst kann es sein, dass die Kamera beim Drücken des Auslöseknopfes etwas wackelt und die gesamte Aufnahme unscharf wird.

8. Störelemente im Bild sind interessant

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Ein Störer im Vordergrund.

Besonders wenn du ein Motiv im Hintergrund fotografieren willst, sind sogenannte „Störer“ eine spannende Bereicherung. Das können zum Beispiel Äste, Pflanzen, Mauern oder Blumen sein. Es darf auch gerne mal etwas chaotisch wirken. In der Natur ist ja auch nicht alles perfekt aufgeräumt.

Tipp: Bereit für die nächste große Tour und alles ist eingepackt? Dann nicht vergessen, die Akkus der Kamera zu laden und eine Speicherkarte einzulegen, bevor es losgeht. Viele moderne Kameras (und Smartphones ja sowieso) lassen sich unterwegs per USB über eine Powerbank laden. Somit ist es egal, ob die Tour 3 Tage oder 3 Wochen dauert. Die Kamera ist damit immer bereit, die wunderschönen Landschaften und Momente festzuhalten.

9. Reflektionen ins Bild einbauen

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Gut, dass der See ruhig hält.

Wasser kann man sich für seine eigene Komposition zu Nutze machen. Reflektionen auf Seen, dem Meer oder auch in Pfützen nach einem Regenschauer lassen ein Bild sehr dynamisch wirken. Die Komposition mit einer Reflektion wirkt sehr symmetrisch. Allerdings sollte das Wetter dazu windstill sein. Bewegt sich das Wasser zu sehr, erkennt man die Reflektion nicht mehr optimal. Sucht euch eine Stelle zum Fotografieren, wo besonders viel oder ein interessantes Detail der Landschaft im Wasser reflektiert wird.

Auch mit einem Smartphone lässt sich diese Art der Fotografie sehr einfach umsetzen.

Eine kleine technische Erklärung der Fotografie

Verschlusszeit (Belichtungszeit): Bezeichnet die Dauer, während der Kameraverschluss offen steht. In dieser Zeit wird das Bild auf den Sensor „belichtet“. Die Messung erfolgt üblicherweise in Sekunden. Kurze Belichtungszeiten (1/500) ermöglichen es, Bewegungen von sich schnell bewegenden Objekten quasi einzufrieren (Vögel am Himmel, Sportfotografie). Lange Verschlusszeiten (1-30 Sekunden) ermöglichen die Glättung von sich bewegendem Wasser, die Aufnahme des Sternenhimmels und sorgen besonders bei dunklen Lichtverhältnissen dafür, dass etwas auf dem Bild erkennbar ist auch wenn nur wenig Licht vorhanden ist.

Blende (F-Stop): Regelt, wie weit das Objektiv geöffnet wird. Umso weiter das Objektiv geöffnet wird, desto mehr Licht fällt auf den Sensor der Kamera. Kleinere Blendenstufen (f/1.4 – 3.5) erzeugen weniger Schärfentiefe und einen verwaschenen Hintergrund. Daher eignen sich die kleinen Blendenstufen ideal, um ein Objekt vom Hintergrund zu „isolieren“ (Portrait, Makro-Aufnahme von Tieren oder Pflanzen. Größere Blendenzahlen (f/5.6 – 22) eignen sich perfekt für Landschaftsaufnahmen. Die Aufnahme bekommt eine höhere Tiefenschärfe und auch der Hintergrund wird noch scharf abgebildet.

ISO (Lichtempfindlichkeit): Der ISO-Wert regelt, wie sensibel der Sensor der Kamera auf Licht reagiert. Als Faustregel empfiehlt sich bei hellen Lichtverhältnissen (Tag, Sonne) ein ISO-Wert zwischen 100 -250. In der Dämmerung, am Abend und vor allem nachts ist nur noch sehr wenig Licht vorhanden. Hier sorgt ein ISO-Wert von 1600 – 3200 für gute Aufnahmen.

Weitwinkel: Ein sogenanntes Weitwinkel-Objektiv hat eine kurze Brennweite (10 – 24 mm) und damit einen größeren Bildwinkel. Das bedeutet, das weit entfernte Objekte kleiner abgebildet werden. Dadurch entsteht im Vergleich zu einer längeren Brennweite (50 – 100 mm) ein kleiner Bildmaßstab und es passt „mehr“ mit aufs Motiv.

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