{"id":33518,"date":"2019-07-17T11:45:59","date_gmt":"2019-07-17T09:45:59","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/wie-quere-ich-einen-fluss\/"},"modified":"2023-07-17T12:17:40","modified_gmt":"2023-07-17T10:17:40","slug":"wie-quere-ich-einen-fluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wie-quere-ich-einen-fluss\/","title":{"rendered":"Wie quere ich einen Fluss?"},"content":{"rendered":"\n<p>Flie\u00dfende Gew\u00e4sser kreuzen den Weg beim Trekking, Wandern und Bergsteigen recht h\u00e4ufig. In den <b>Alpen<\/b> findet man oft genau da, wo man sie braucht, eine Br\u00fccke oder eine andere, \u00e4hnliche Konstruktion. Ganz anders kann das aussehen, wenn man in <b>Skandinavien<\/b> oder auf anderen <b>Kontinenten<\/b> unterwegs ist. Dann braucht es f\u00fcrs \u00fcberqueren der Gew\u00e4sser hier und da etwas Knowhow und Equipment. Wenn das wom\u00f6glich noch kr\u00e4ftig str\u00f6mende Hindernis breiter als nur ein paar Schritte und tiefer als Knieh\u00f6he ist, kann das <b>Waten<\/b> oder <b>Furten<\/b>, wie man die Flussquerung im Fachjargon nennt, zu einer kniffligen und zeitintensiven Angelegenheit werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-planung-ist-die-halbe-flussquerung\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Planung ist die halbe Flussquerung<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussqueren-Vorbereitung.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussqueren-Vorbereitung.jpg\" alt=\"Wer gut vorbereitet ist, wird sich nicht von ungeahnten Gew\u00e4ssern auf dem Weg einen Strich durch die Rechnung ziehen lassen.\" width=\"353\" height=\"266\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wer gut vorbereitet ist, wird sich nicht von ungeahnten Gew\u00e4ssern auf dem Weg einen Strich durch die Rechnung ziehen lassen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Man sollte Touren nat\u00fcrlich nicht zu Tode planen, denn eine Prise Abenteuer, Spontanit\u00e4t und \u00dcberraschung ist das Salz in der Outdoorsuppe. Doch das hei\u00dft nicht, dass man Flussquerungen blind dem Zufall \u00fcberlassen sollte. Denn sie sind oftmals \u201e<b>Schl\u00fcsselstellen<\/b>\u201c, an denen man nicht vorbeikommt und wo ein <b>Scheitern<\/b> das vorzeitige Ende einer ganzen Trekkingreise bedeuten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb ist <b>Vorabrecherche<\/b> betreffs Wasserst\u00e4nden und g\u00fcnstigsten Furtstellen vor allem dann angesagt, wenn man abgelegene und wenig erschlossene Gegenden anpeilt. Hat man n\u00e4mlich kritische Flussquerungen in der geplanten Route ausgemacht, kann man von daheim aus in aller Ruhe m\u00f6gliche Umwege und Alternativrouten sondieren. Vor Ort kann man, sofern vorhanden, andere Wanderer, H\u00fcttenwarte oder Parkranger nach dem neuesten Stand fragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wann-eine-flussquerung-machen\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Wann eine Flussquerung machen?<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Zeit und Ort spielen nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Rolle, besonders im Gebirge und in der N\u00e4he von Gletschern. Sowohl die <b>jahreszeitlichen<\/b> als auch die <b>tageszeitlichen<\/b> Schwankungen der Wassermenge k\u00f6nnen enorm sein. Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen nicht nur Regen und Schneeschmelze, sondern auch <b>geothermale<\/b> Aktivit\u00e4ten in vulkanisch gepr\u00e4gten Zonen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die tageszeitliche Schwankung hat f\u00fcr meine bislang kniffligste eigene Flussquerung gesorgt. Fr\u00fchmorgens hatte der Gletscherbach noch bis H\u00f6he halber Unterschenkel gereicht. Kein Problem, die zwei als St\u00fctzen mitgebrachten \u00c4ste brauchte ich nicht. Doch da ich nachmittags den gleichen Weg zur\u00fcck musste, legte ich sie sorgsam in einer Felsnische ab (wenn ein Ast mehr als k\u00f6rperlang und robust ist, reicht einer, doch diese waren k\u00fcrzer und schw\u00e4cher, deshalb zwei).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/image.jpeg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/image.jpeg\" alt=\"Je nach Tageszeit kann ein Gew\u00e4sser mehr oder weniger Wasser tragen. Gutes Timing ist gefragt!\" class=\"wp-image-91570\" width=\"351\" height=\"261\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Je nach Tageszeit kann ein Gew\u00e4sser mehr oder weniger Wasser tragen. Gutes Timing ist gefragt!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nachmittags war der Bach wie erwartet angeschwollen. Das war klar, doch dass er in der Mitte bis \u00fcber die G\u00fcrtellinie reichte, war doch etwas mehr als gedacht. Dummerweise war von den \u00c4sten nur noch einer da. Sollte den anderen etwa jemand geklaut haben? &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer, es klappte bis zur Mitte auch ganz gut mit dem einen Ast. Doch dann saugte mir die Str\u00f6mung den rechten Croc (diese praktischen Gummischuhe) trotz geschlossenen B\u00fcgels vom Fu\u00df. Ich verlor f\u00fcr einen Sekundenbruchteil das Gleichgewicht, als der nackte Fu\u00df auf den Kieseln Halt suchte und nahm um ein Haar ein Vollbad, das fr\u00fchestens ein paar hundert Meter weiter in einem kleinen See geendet h\u00e4tte. Der Rest gelang trotz h\u00f6chster Konzentration nur mit Ach und Krach.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Lehren kann man daraus ziehen? Nun, B\u00e4che, die von <b>Schmelzwasser<\/b> gespeist werden, sollten <b>so fr\u00fch wie m\u00f6glich morgens<\/b> gequert werden. Doch wie man sieht, kann man das Timing eben nicht immer passend steuern. Wom\u00f6glich muss man gar mal eine ungeplante Zwischen\u00fcbernachtung einlegen. Und: <b><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/trekkingstoecke\/\">Trekkingst\u00f6cke<\/a><\/b> sind nicht nur dazu da, alternde Knie zu schonen. Einst standhafter Stockverweigerer, w\u00fcrde ich heute nicht mehr ohne St\u00f6cke in abgelegenen Ecken herumtrekken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schlechtes-timing-und-andere-fehler-chris-mccandless\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Schlechtes Timing und andere Fehler: Chris McCandless<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Der wohl bekannteste, spektakul\u00e4rste und irgendwie auch vermeidbarste Todesfall durch gescheiterte Flussquerung ist wohl der von Christopher Johnson McCandless. McCandless erlangte post mortem Weltruhm, als tragischer Held in Jon Krakauers Bestseller \u201eInto the Wild\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine letzte Reise f\u00fchrte McCandless zu einem alten Schulbus, der im Denali Nationalpark in Alaska vor sich hin rostet. Ein Fluss, den McCandless bei seiner Ankunft ohne gro\u00dfe Probleme \u00fcberqueren konnte, hatte sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christopher_McCandless\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">wegen der sommerlichen Schneeschmelze in einen rei\u00dfenden Strom verwandelt<\/span><\/a>, sodass er beim Versuch der R\u00fcckkehr nicht mehr durchwaten konnte. \u201e<i>Als fatal erwies sich, dass ihm eine (detaillierte) Landkarte fehlte, denn darauf w\u00e4re eine handbetriebene Schwebef\u00e4hre \u00fcber den Fluss etwa 400 Meter stromabw\u00e4rts eingezeichnet gewesen \u2013 ebenso wie mehrere H\u00fctten (z. T. von der Nationalparkverwaltung) wenige Kilometer entfernt im S\u00fcden. McCandless kehrte zum Bus zur\u00fcck und hoffte durchzuhalten, bis zuf\u00e4llig, vor allem bedingt durch die Jagdsaison, Hilfe k\u00e4me.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hilfe kam jedoch nicht, sodass McCandless nach 113 Tagen allein in der Wildnis an nicht genau gekl\u00e4rten Ursachen starb.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wo-queren\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Wo queren?<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussqueren-Patagonien-Waten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussqueren-Patagonien-Waten.jpg\" alt=\"Watst\u00f6cke k\u00f6nnen hilfreich sein um die Bodenbeschaffenheit unter Wasser vorab zu testen.\" width=\"350\" height=\"262\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Watst\u00f6cke k\u00f6nnen hilfreich sein um die Bodenbeschaffenheit unter Wasser vorab zu testen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Manchmal hat man aufgrund der Gel\u00e4ndestruktur keine Auswahl. Dann klappt es entweder an Ort und Stelle oder gar nicht. Wenn das Terrain es aber zul\u00e4sst, sollte man sich nat\u00fcrlich die g\u00fcnstigste Stelle suchen. Das kann dort sein, wo der Fluss sich in viele Arme ver\u00e4stelt. Oder auch dort, wo er zwar breiter ist, daf\u00fcr aber Str\u00f6mung und Wassertiefe geringer sind. Wenn die Str\u00f6mung gering ist, kann auch tieferes Wasser leichter gequert werden. Doch Vorsicht: an solchen \u201etr\u00e4gen\u201c Stellen k\u00f6nnen tiefer Sand oder Schlamm abgelagert sein. Hier hilft ein m\u00f6glichst langer <b>Watstock<\/b> zum vorantasten.<\/p>\n\n\n\n<p>In F\u00fchrern beschriebene Stellen k\u00f6nnen schon nach kurzer Zeit unbrauchbar sein, da nat\u00fcrliche Gew\u00e4sser besonders im Gebirge ihr Bett und ihren Verlauf st\u00e4ndig \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <i><a href=\"https:\/\/www.outdoor-magazin.com\/wandertipps\/video-praxistipps-sicher-furten\/\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Outdoor-M<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.outdoor-magazin.com\/wandertipps\/video-praxistipps-sicher-furten\/\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">agazin<\/span><\/a><\/i> gibt den Tipp, nie vor einem Wasserfall zu furten. Nun, das leuchtet ein. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Stromschnellen und Stufen. Neben den eher offensichtlichen Gefahren kann es aber auch verborgene \u00dcberraschungen geben: so w\u00e4lzen sich bei st\u00e4rkerer Str\u00f6mung bisweilen gro\u00dfe Gesteinsbrocken \u00fcber den Gew\u00e4ssergrund und k\u00f6nnen einen aus dem Gleichgewicht bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist, wie das <i>Outdoor-Magazin<\/i> schreibt, auch stets der pr\u00fcfende Blick ans andere Ufer: \u201e<i>steile, lockere Mor\u00e4nenh\u00e4nge, ausgesp\u00fclte und damit rutschige Felsw\u00e4nde sowie angeschwemmtes Treibholz k\u00f6nnen un\u00fcberwindbare Hindernisse darstellen<\/i>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-vor-dem-wasserkontakt-beachten\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Vor dem Wasserkontakt beachten<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor es losgeht, ist ein kurzer <b>Ausr\u00fcstungscheck<\/b> angesagt. Sind alle wichtigen und wasserempfindlichen Gegenst\u00e4nde abgedichtet? Gibt es f\u00fcr den Notfall genug Wechselklamotten? Liegt der Schwerpunkt des Rucksacks nicht zu hoch?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-42362 size-medium\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussueberquerung-Hilfe-Seil-Patagonien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussueberquerung-Hilfe-Seil-Patagonien.jpg\" alt=\"Im Team quert es sich besser: Sich gegenseitig mit einem Seil zu sichern ist vor allem bei st\u00e4rkerer Str\u00f6mung eine sichere Methode.\" width=\"353\" height=\"264\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Team quert es sich besser: Sich gegenseitig mit einem Seil zu sichern ist vor allem bei st\u00e4rkerer Str\u00f6mung eine sichere Methode.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><b>Schuhwerk<\/b> unter den Sohlen ist hier ein Muss. Es sollte die Zehen sch\u00fctzen und fest am Fu\u00df sitzen. <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/marken\/crocs\/\">Crocs<\/a> sind zwar vielseitig, leicht, wasserfest und prinzipiell geeignet, sollten aber wirklich gut sitzen. Sonst k\u00f6nnen sie sich \u2013 siehe oben \u2013 eventuell doch mal verabschieden. Mit Trekkingstiefeln queren ist keine gute Idee, es sei denn; man hat die Zeit und das Wetter f\u00fcrs trocknen. Sie werden so am Rucksack befestigt, dass sie sich nicht l\u00f6sen und das Gleichgewicht m\u00f6glichst wenig st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Den <b>Brustgurt des Rucksacks<\/b> l\u00e4sst man immer offen<b>,<\/b> um ihn im Fall des Falles loswerden zu k\u00f6nnen. Oft wird geraten, auch den <b>H\u00fcftgurt<\/b> offen zu lassen, doch es gibt auch Gegenmeinungen. In seinem Standardwerk <i>Outdoor Praxis<\/i> schreibt Rainer H\u00f6h, dass der Rucksack mit offenem Gurt bei pl\u00f6tzlichen Bewegungen leicht verrutschen und das <b>Gleichgewicht gef\u00e4hrden<\/b> kann. Wenn man vorbereitet ist, kann die H\u00fcftschnalle laut H\u00f6h meist auch schnell ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die eine goldene Regel<\/strong> gibt es hier nicht, da der Rucksack zwar in ung\u00fcnstiger Position den Kopf nach unten dr\u00fccken kann, normalerweise aber durch die Luftpakete im Inneren nicht sinkt und somit sogar Hilfe beim Schwimmen bieten kann. Man sollte ihn jedenfalls nicht leichtfertig opfern, da der Verlust des gesamten Gep\u00e4cks unter Umst\u00e4nden schwerer wiegt als das unfreiwillige Bad.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-queren-tipps-zum-furten\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Wie queren? Tipps zum Furten<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens ab Knietiefe beginnt man, mit dem Stock\/ den St\u00f6cken voranzutasten und f\u00fcr sicheren Stand zu sorgen. Die folgenden Tipps sind dem Buch von Rainer H\u00f6h entnommen, da Tipps aus Blogs und Foren sich teils widersprechen und Details wie Blickrichtung und Gehrichtung nicht immer sauber unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6h r\u00e4t, in einem Winkel von etwa 45\u00b0 <b>stromabw\u00e4rts<\/b> und mit dem <b>Gesicht stromauf<\/b> zu gehen. F\u00fcr das optimale Gleichgewicht stehe man dabei quer zum Strom oder leicht seitlich, mit dem vorderen Bein stromab versetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Den <b>Watstock<\/b> setze man <b>immer stromauf<\/b> etwa einen Meter vor dem K\u00f6rper auf und lehne sich dagegen. Stockspitze und F\u00fc\u00dfe bilden m\u00f6glichst immer ein Dreieck (mit Trekkingst\u00f6cken kann man entsprechend ein Viereck bilden). Setzt man den Stock\/die St\u00f6cke stromab, ger\u00e4t man beim Weitersetzen in eine instabile Position.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen <b>mehrere Personen<\/b> sich <b>gegenseitig<\/b> <b>helfen<\/b>, sollte die kr\u00e4ftigere Person nicht versuchen, die \u201eSchw\u00e4chere\u201c von stromab aus zu st\u00fctzen, sondern die Str\u00f6mung von stromauf aus \u201eabfangen\u201c. Andernfalls ist die Gefahr gro\u00df, dass bei Gleichgewichtsproblemen beide baden gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei <b>drei oder mehr Personen<\/b> kann man <b>gemeinsam waten<\/b>, indem man eine lange, kr\u00e4ftige Stange festh\u00e4lt und quer zur Str\u00f6mung vorangeht. Die Stange verl\u00e4uft also parallel zur Str\u00f6mung. Die schwerste Person befindet sich stromab als \u201eAnker\u201c, die leichteste Person macht den \u201eStr\u00f6mungsbrecher\u201c. Verliert Letztere das Gleichgewicht, kann sie sich an der Stange festhalten. Das Risiko, dass die ganze Gruppe den Halt verliert, l\u00e4sst sich zwar nicht ausschlie\u00dfen, doch je gr\u00f6\u00dfer die Gruppe ist, desto geringer wird es.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-breit-und-tief-furten-mit-hilfsmitteln\"><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>Breit und tief: Furten mit Hilfsmitteln<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussqueren-Lappland-Gletscherfluss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Flussqueren-Lappland-Gletscherfluss.jpg\" alt=\"Die Trekkingschuhe beim \u00dcberqueren am besten um den Hals legen. F\u00fcr das Waten eignen sich Schuhe, die leicht sind und nass werden d\u00fcrfen.\" width=\"351\" height=\"263\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/wanderschuhe\/\">Trekkingschuhe<\/a> beim \u00dcberqueren am besten um den Hals legen. F\u00fcr das Waten eignen sich Schuhe, die leicht sind und nass werden d\u00fcrfen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><b>Trekkingst\u00f6cke<\/b> oder ein <b>langer, starker Ast von etwa zwei Metern<\/b>\u00a0L\u00e4nge geh\u00f6ren zur Grundausstattung einer Flussquerung. Sie reichen aus, wenn das Gew\u00e4sser bis etwa H\u00fcfth\u00f6he reicht und keine starke Str\u00f6mung hat. Wenn es dar\u00fcber hinausgeht, wird auch der st\u00e4rkste Mensch vom Wasser umgeworfen. Queren ist dann nicht mehr ohne technische Hilfsmittel m\u00f6glich. Ein extra mitgebrachtes Seil w\u00e4re solch ein Hilfsmittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Seil kann zwar theoretisch vielseitig unterst\u00fctzen, hilft aber in der Praxis manchmal ern\u00fcchternd wenig weiter. Die Probleme k\u00f6nnen hier schon ziemlich komplex und das Flussqueren zur Wissenschaft werden \u2013 wie <a href=\"https:\/\/www.outdoorseiten.net\/forum\/showthread.php\/106401-Gebirgsfl\u00fcsse-queren\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">dieser Diskussionsthread der Outdoorseiten<\/span><\/a> zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort wird viel \u00fcber <b>Pendelmethoden<\/b> gefachsimpelt, bei denen man das Seil m\u00f6glichst weit in Gew\u00e4ssermitte an einem Baum oder anderen Fixpunkt verankert und an diesem gesichert das Gew\u00e4sser in einer Pendelbewegung durchwatet. Das Handling einer solchen Aktion, bei der gleichzeitig das Seil gef\u00fchrt und gewatet werden muss, stellt sich aber nicht selten als schwierig bis unm\u00f6glich heraus. Rainer H\u00f6h hat solche <b>Selbstsicherungen<\/b> mittlerweile als \u201eUnfug\u201c verworfen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Bei anderen Seilmethoden wie der <b>Seilbr\u00fccke<\/b> besteht das Problem, dass das Seil zuerst ohne Seilhilfe ans jenseitige Ufer gelangen und verspannt werden muss. Ein weiteres Problem der Seilbr\u00fccke ist, dass sie ein Statikseil ben\u00f6tigt. Ein <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/kletterseile\/\">Kletterseil<\/a> w\u00fcrde bei Belastung durch eine Person viel zu tief durchh\u00e4ngen, egal wie fest man es verspannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und selbst mit Statikseil wird die Konstruktion kaum mehr als den <b>Rucksacktransport<\/b> erm\u00f6glichen. Hinzu kommt, dass es mit zunehmender Flussbreite immer schwieriger wird, das in der Str\u00f6mung h\u00e4ngende Seil nachzuziehen. Man m\u00fcsste eine d\u00fcnne Schnur verwenden, an der nach erfolgter Flussquerung das Seil nachgezogen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <b>Seilgel\u00e4nder<\/b> ist schon eher eine realisierbare Konstruktion. Dieses von der erfahrensten\/st\u00e4rksten Person nachgezogene und gespannte Seil kann von anderen Gruppenmitgliedern als Gel\u00e4nder zum Festhalten benutzt werden. Letztere k\u00f6nnen sich auch mit einem <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/karabiner-express-sets\/\">Karabiner<\/a> daran fixieren (Verbindung \u00fcber kurzes Seilst\u00fcck unter den Armen oder Brustgurt).<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Hilfsmittel wie selbstgebaute <b>Fl\u00f6\u00dfe<\/b> sind eher etwas f\u00fcr erlebnisp\u00e4dagogische Aktionen und bieten wohl nur bei versch\u00e4rften Wildnisabenteuern ein realistisches Verh\u00e4ltnis von Aufwand zu Ertrag. Ein sehr kleines Flo\u00df, das nur das Gep\u00e4ck tr\u00e4gt und neben dem man herschwimmt, kann aber durchaus schnell gebaut sein. Eine Bauanleitung sprengt hier dennoch den Rahmen. Vielleicht w\u00e4re das ja einen zuk\u00fcnftigen, eigenen Artikel wert&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flie\u00dfende Gew\u00e4sser kreuzen den Weg beim Trekking, Wandern und Bergsteigen recht h\u00e4ufig. In den Alpen findet man oft genau da, wo man sie braucht, eine Br\u00fccke oder eine andere, \u00e4hnliche Konstruktion. Ganz anders kann das aussehen, wenn man in Skandinavien oder auf anderen Kontinenten unterwegs ist. 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