{"id":29746,"date":"2022-09-13T09:38:00","date_gmt":"2022-09-13T07:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/alpine-gefahren-umgehen\/"},"modified":"2022-12-08T15:00:30","modified_gmt":"2022-12-08T14:00:30","slug":"alpine-gefahren-umgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/alpine-gefahren-umgehen\/","title":{"rendered":"Alpine Gefahren und wie man sie bestm\u00f6glich umgeht"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Schnee.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Schnee.jpg\" alt=\"Theoretisch ist man st\u00e4ndig und \u00fcberall alpinen Gefahren ausgeliefert.\" width=\"351\" height=\"263\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tendenziell lauern \u00fcberall alpine Gefahren auf einen. Davon muss man sich allerdings nicht entmutigen lassen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In den Bergen gibt es fast nichts, was nicht zur Gefahrenquelle werden kann. Der rutschige und lockere Untergrund, das falsche Schuhwerk, die hinterm Berg versteckt heraufziehenden Wolken oder die sich im Ger\u00f6ll verlierende Wegspur. Vor kurzem wurden sogar <strong>K\u00fche<\/strong> als alpine Gefahr entdeckt \u2013 es hatte eine Reihe kurioser Kuhattacken gegeben, die Zweifel an der unersch\u00fctterlichen Harmlosigkeit des Wiederk\u00e4uers weckten. Doch alles in allem d\u00fcrfte sich das Risiko vom wahnsinnig gewordenen Alpenrind geh\u00f6rnt zu werden in Grenzen halten. Schauen wir stattdessen auf die <strong>\u201eklassischen\u201c<\/strong>, regelm\u00e4\u00dfig auftretenden<strong> Gefahren der Berge<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-berg-und-seine-umwelt\">Der Berg und seine Umwelt<\/h2>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher galt schon die blo\u00dfe N\u00e4he eines Bergs als gef\u00e4hrlich. Neben Lawinen und Eis waren dort Drachen und b\u00f6se Geister zu f\u00fcrchten. Obwohl die \u00fcbernat\u00fcrlichen Bedrohungen heute nicht mehr allzu bedeutend sind, haben die Berge noch immer einiges an Gefahren zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-gelande\"><strong>Gel\u00e4nde<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hohe W\u00e4nde, schmale Grate und Felsb\u00e4nder, auf denen sich der Weg entlangschl\u00e4ngelt. Der <strong>Absturz aus eisigen H\u00f6hen<\/strong> d\u00fcrfte sp\u00e4testens seit dem Matterhorn-Erstbesteigungsdrama die sinnbildliche Berggefahr Nummer 1 sein. Und in der Tat, wo es hoch hinaus geht, ergeben sich viele M\u00f6glichkeiten, tief zu fallen. Daf\u00fcr muss es gar nicht mal dramatisch steil zugehen, denn auf hart gefrorenem Gletschereis reicht schon ein geringes Gef\u00e4lle aus, um im Falle eines Falles eine nicht mehr zu bremsende Fahrt aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahrenvermeidung<\/strong>: Die Tour passend zum K\u00f6nnen planen, und im Absturzgel\u00e4nde stets konzentriert bleiben. Wenn gesichert werden soll, m\u00fcssen die entsprechenden Handgriffe und der Umgang mit dem Material wirklich \u201esitzen\u201c. Ansonsten ist umkehren die bessere Alternative.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-steine\"><strong>Steine<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Verwitterung, Erosion und Permafrost bestimmen die Stabilit\u00e4t der Felsen und Berge. \u00dcberall dort, wo der steinerne Zusammenhalt br\u00f6ckelt, l\u00f6sen sich Steine, Bl\u00f6cke oder manchmal ganze Felsstrukturen. In ersterem Fall spricht man von <strong>Steinschlag<\/strong>, bei letzterem von einem <strong>Felssturz<\/strong>. Ein Felssturz von gro\u00dfem Ausma\u00df wird <strong>Bergsturz<\/strong> genannt. In solchen F\u00e4llen n\u00fctzt nat\u00fcrlich auch der Steinschlaghelm nichts mehr. Doch das Risiko, solch gro\u00dfe Gesteinsmassen abzubekommen, ist eher gering.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Steinschlaghelm.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Steinschlaghelm.jpg\" alt=\"Ein spezifischer Helm sollte f\u00fcr Steinschlaggefahren getragen werden.\" width=\"839\" height=\"629\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vor losen Steinen kann ein Steinschlaghelm Schutz bieten.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In den meisten Alpenregionen gibt es ein <strong>geologisches Monitoring<\/strong>, durch welches viele Fels- und Bergst\u00fcrze vorhergesagt und entsprechende Bereiche abgesperrt werden. Eine Garantie gegen solche Naturgewalten gibt es dennoch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahrenvermeidung<\/strong>: Gegen Verletzungen durch kleine Geschosse und auch gegen schmerzhafte Kopfst\u00f6\u00dfe beim Klettern hilft das Tragen eines Steinschlaghelms. Zus\u00e4tzlich sollte man in steinschlaggef\u00e4hrdetem Gel\u00e4nde stets wachsam und reaktionsbereit sein. Wenn Steine geflogen kommen, begibt man sich so schnell und so nah wie m\u00f6glich an den Hang bzw. die Felswand (m\u00f6glichst unter einen Vorsprung, Gesicht zum Hang gewendet) und sch\u00fctzt den Kopf am besten mit dem Rucksack, notfalls mit den Armen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Klettern kommt das Risiko von Griff- und Trittausbruch sowie des Ausbruchs von (Zwischen)Sicherungen hinzu. Hier sch\u00fctzt man sich am besten, indem man den Fels <strong>durch<\/strong> <strong>abklopfen<\/strong> auf Festigkeit pr\u00fcft. Ein sattes, leises Ger\u00e4usch weist auf Festigkeit hin. Ein hallender, hohler und lauter Klang mahnt hingegen zur Vorsicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-eis\"><strong>Eis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch Eis kommt gerne mal von oben angeflogen. Wanderer betrifft das kaum, <strong>Hochtourengeher<\/strong> aber durchaus. Hochtourengeher passieren an den gro\u00dfen Bergen \u00f6fter Gletscherb\u00fcche, Eisbalkone oder gar H\u00e4ngegletscher. Der Grad des Risikos h\u00e4ngt haupts\u00e4chlich von der <strong>Temperatur<\/strong> und der <strong>Stabilit\u00e4t der Eisformation<\/strong> ab. Grunds\u00e4tzlich gilt: je fester das Eis gefroren ist, desto geringer ist die Gefahr, dass sich etwas l\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Gefahrenvermeidung<\/strong> funktioniert mehr oder weniger gleich wie bei den fliegenden Steinen. Allerdings ist der Zeit- und Planungsfaktor hier noch wichtiger.&nbsp;&nbsp;Eisschlaggef\u00e4hrdete Stellen sollte man m\u00f6glichst fr\u00fch am Tag hinter sich gebracht haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Lawinen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Lawinen.jpg\" alt=\"Die Lawinengefahr muss von Winter-Bergspotlern zus\u00e4tzlich noch ber\u00fccksichtigt werden.\" width=\"353\" height=\"266\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">F\u00fcr Winter-Bergsportler stellen Lawinen eine weitere Gefahr dar.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schnee\"><strong>Schnee<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Schneemassen als Gefahrenquelle betreffen vor allem Skitourengeher, Schneeschuhgeher, Freerider und andere <strong>Winter-Bergsportler<\/strong>. Hier gilt es, sich mit dem <strong>Lawinenlagebericht<\/strong> auseinanderzusetzen und sich mit der Materie theoretisch und praktisch vertraut und in der Sache fit zu machen. Ein Anfang daf\u00fcr kann beispielsweise der <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/skitouren-ohne-plan-geht-nix\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Basislager-Artikel zum Thema Skitourenplanung<\/a> sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-abgeschiedenheit-infrastruktur-versorgung\"><strong>Abgeschiedenheit \u2013 Infrastruktur \u2013 Versorgung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz dichter Erschlie\u00dfung der Alpen findet man sich beim Bergwandern und -steigen gelegentlich in Bereichen wieder, in denen der n\u00e4chste Latte Macchiato weit weg ist. Um <strong>stets gen\u00fcgend Energie<\/strong> f\u00fcr alle Herausforderungen zu haben, geh\u00f6rt ausreichend Treibstoff in Form von <strong>Proviant<\/strong> in den Rucksack. Zudem kann oberhalb der Schneegrenze auch das&nbsp;<strong>Wasser <\/strong>sehr knapp werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahrenvermeidung<\/strong>: Mit vorausschauender, zur\u00fcckhaltender und, wenn m\u00f6glich, flexibler Tourenplanung lassen sich die allermeisten Notlagen von vornherein vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hohensonne\"><strong>H\u00f6hensonne<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nicht nur die st\u00e4rkere <strong>UV-Strahlung<\/strong>, sondern auch die <strong>Hitze<\/strong> geh\u00f6rt zu den sonnenbedingten Risikofaktoren im Gebirge. Die aggressive Strahlung wird in der H\u00f6he aufgrund der geringeren Atmosph\u00e4rendichte weniger reflektiert, absorbiert und kommt stattdessen direkt auf der menschlichen Haut an. Die Hitze wird in der alpinen H\u00f6he aufgrund der trockenen Luft und der oft anstrengenden Bewegungen viel schneller als im Tal zur Belastung. Dazu kann das grelle und vom Schnee extrem stark reflektierte Sonnenlicht die <strong>Augen stark belasten<\/strong> und zu Kopfschmerzen oder gar Schneeblindheit f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahrenvermeidung<\/strong>: Die ziemlich einfachen und effizienten Schutzma\u00dfnahmen d\u00fcrften allgemein bekannt sein: einen gut sitzenden Sonnenhut tragen, eine gute Sonnencreme benutzen und eine gute Sonnen- bzw. <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/gletscherbrillen\/\">Gletscherbrille<\/a> auf der Nase. Trinkt man dann noch regelm\u00e4\u00dfig, vor dem gro\u00dfen Durstgef\u00fchl in kleinen Schl\u00fcckchen ausreichend Wasser, sollte man mit der H\u00f6hensonne keine Probleme bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-luftdruck-sauerstoffgehalt\"><strong>Luftdruck &#8211; Sauerstoffgehalt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Steigt der Mensch in die H\u00f6he, machen sich diverse vor\u00fcbergehende<strong> k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderungen<\/strong> bemerkbar. Je nach Aufstiegsh\u00f6he und -geschwindigkeit sind diese Ver\u00e4nderungen mehr oder weniger intensiv und unangenehm. Ab etwa 2000m H\u00f6he bemerken die meisten Menschen Unterschiede zum Befinden in Meeresh\u00f6he. Schnelle M\u00fcdigkeitserscheinungen, Kopfschmerzen und leichte Schwindelgef\u00fchle k\u00f6nnen sich einstellen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Proviant.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Proviant.jpg\" alt=\"Wasser kann ein paar der alpinen Gefahren entgegen wirken. \" width=\"354\" height=\"266\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zudem muss auf eine ausreichende Wasserversorgung in der H\u00f6he geachtet werden.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Steigt man zu schnell zu hoch, kann auch die <strong>lebensbedrohliche<\/strong> <strong>H\u00f6henkrankheit<\/strong> auftreten. Deren Symptome resultieren aus der geringeren Sauerstoffmenge, die der K\u00f6rper jetzt noch aus der Luft ziehen kann. Der Sauerstoffanteil ist zwar in jeder H\u00f6he der Gleiche, doch mit zunehmender H\u00f6he und \u201ed\u00fcnnerer\u201c Luft gibt es weniger verf\u00fcgbare Luftmolek\u00fcle und damit auch weniger Sauerstoffmolek\u00fcle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Gefahrenvermeidung<\/strong> ist auch hier ganz einfach und besteht darin, dem <strong>K\u00f6rper gen\u00fcgend Zeit zu geben<\/strong>. Er kann sich n\u00e4mlich problemlos auf das verringerte Sauerstoffangebot einstellen, indem er vermehrt rote Blutk\u00f6rperchen produziert. Dieser Prozess dauert je nach H\u00f6he und Aufstiegsgeschwindigkeit einige Stunden bis Tage (oder auch Wochen, wenn es auf die richtig gro\u00dfen Berge der Welt geht). W\u00e4hrend der Umstellung ist der K\u00f6rper weniger belastbar und hat einen erh\u00f6hten <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/fluessigkeitsbedarf-rechner\/\">Fl\u00fcssigkeitsbedarf<\/a>, sodass auf reichlich Wasser- und Mineralstoffzufuhr zu achten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Alpen kann man die h\u00f6chsten Gipfel nach ein bis zwei <strong>Akklimatisierungstouren<\/strong> auf kleinere Berge von 2500 \u2013 3500m H\u00f6he oder nach einigen Tagen Aufenthalt in 2000m H\u00f6he oder mehr ansteuern. Es gibt zwar auch den an manchen Viertausendern durchaus funktionierenden, \u201eTrick\u201c so schnell auf- und abzusteigen, dass der K\u00f6rper die H\u00f6hen\u00e4nderung \u201egar nicht mitbekommt\u201c, doch das ist eine ziemlich belastende und auch nicht ganz ungef\u00e4hrliche Strategie. Man sollte hier besser nicht irgendwo hoch oben \u201esteckenbleiben\u201c \u2026<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wetter\"><strong>Wetter<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Sonne-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Sonne-2.jpg\" alt=\"In der alpinen Region ver\u00e4ndert sich das Wetter schnell und kann auch durchaus sehr heftig ausfallen.\" width=\"350\" height=\"263\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ist das Wetter noch sch\u00f6n, kann es sich sprichw\u00f6rtlich in Windeseile ver\u00e4ndern.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Je h\u00f6her es hinaus geht, desto st\u00e4rker ist man dem Wind und den Wetterelementen ausgesetzt. Das liegt vor allem daran, dass der Wind mit zunehmender H\u00f6he auf weniger Reibungswiderstand und Hindernisse durch den Erdboden und das Gel\u00e4nde trifft. Auch andere Wetterelemente wie&nbsp; Niederschlag und Temperatur <strong>schlagen dort heftiger aus<\/strong>, da die Berge eine Barriere bilden an welcher sich die Wolken stauen, auft\u00fcrmen und abregnen. Deshalb gehen in den Bergen&nbsp;Wetterumschw\u00fcnge und Gewitter&nbsp;meist schneller und heftiger vonstatten als im Flachland.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahrenvermeidung<\/strong>: Auch hier ist es kein gro\u00dfes Geheimnis, wie man sich am besten sch\u00fctzt. Zun\u00e4chst holt man sich m\u00f6glichst genaue <strong>Wetterprognosen<\/strong>&nbsp;ein, um daran die (eher vorsichtige\/defensive) Tourenplanung auszurichten. W\u00e4hrend der Tour <strong>beobachtet man m\u00f6glichst fortlaufend<\/strong> die Wetterentwicklung und gleicht sie mit der Prognose ab. Dar\u00fcber hinaus hat man am Berg auch bei sch\u00f6nstem Sommerwetter immer eine Isolationsjacke bzw. einen w\u00e4rmeisolierenden Pulli und eine Regenjacke\/Hardshelljacke dabei.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-komplexeste-gefahr-der-mensch\">Die komplexeste Gefahr: der Mensch<\/h2>\n\n\n\n<p>Achtung, jetzt wird\u2019s philosophisch: der Mensch ist auch am Berg ein komplexes Wesen mit sehr vielen Verhaltensoptionen und M\u00f6glichkeiten, Fehler zu machen. Au\u00dferdem neigt der Mensch zur Unvernunft&nbsp;und handelt aus extremen <strong>inneren und \u00e4u\u00dferen Zust\u00e4nden<\/strong> heraus: von hundem\u00fcde bis hellwach, von angenervt bis euphorisch, von resigniert bis inspiriert, von panisch bis tollk\u00fchn. All diese Zust\u00e4nde k\u00f6nnen die Gef\u00e4hrdung sowohl erh\u00f6hen als auch verringern \u2013 je nachdem, ob sie zur rechtzeitigen Verk\u00fcrzung oder zum Abbruch der Tour f\u00fchren, oder zu riskanten Aktionen verleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>tolle Fitness<\/strong> kann zum Beispiel das Risiko verringern, wenn man schneller und sicherer unterwegs ist. Gleichzeitig kann sie aber auch die Gefahr erh\u00f6hen, indem man sich durch sie zu viel vornimmt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-korperliche-verfassung\"><strong>K\u00f6rperliche Verfassung&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Achtsamkeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Achtsamkeit.jpg\" alt=\"Achtet man auf innere und \u00e4u\u00dfere Anzeichen, kann das Gefahrenrisiko minimiert werden.\" width=\"353\" height=\"470\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Um Gefahren rechtzeitig zu erkennen, sollte man achtsam gegen\u00fcber sich selbst und seiner Umwelt sein.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wenn keine M\u00f6glichkeit zur Umkehr besteht, oder man sich hoch oben an einem anspruchsvollen Berg befindet, wird die (vorschnelle) <strong>Erm\u00fcdung<\/strong> zum gr\u00f6\u00dften Risikofaktor. Das subjektive M\u00fcdigkeitsgef\u00fchl kann manchmal ganz sch\u00f6n t\u00e4uschen, weshalb die <strong>\u00e4u\u00dferen Anzeichen<\/strong> wahrgenommen werden sollten. Langsamere Reaktionen, eine nachlassende Konzentration und Koordination sind verl\u00e4ssliche Marker f\u00fcr k\u00f6rperliche Erm\u00fcdung.<\/p>\n\n\n\n<p>Je geringer die k\u00f6rperliche Fitness ist, desto schneller setzt die Erm\u00fcdung ein. Klingt trivial, ist aber in der Praxis gar nicht so leicht zu handhaben, denn man muss den eigenen K\u00f6rper recht gut kennen, um das eigene Leistungsverm\u00f6gen mit den Zahlen und Daten einer geplanten Bergtour abgleichen zu k\u00f6nnen. Gelingt dieser&nbsp;Abgleich, hat man eine realistische <strong>Selbsteinsch\u00e4tzung<\/strong> bewiesen und wird sich auf der Bergtour weder unter- noch \u00fcberfordert f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise ben\u00f6tigt man Erfahrung (inklusive einiger Touren-Fehlschl\u00e4ge), um zu einer realistischen Selbsteinsch\u00e4tzung zu kommen. Die wachsende Erfahrung geht im Idealfall&nbsp;mit wachsender Fitness durch Training und wachsendem <strong>technischen K\u00f6nnen<\/strong> (bessere Steig- und Klettertechnik, effizienterer Umgang mit dem Material, usw.) einher.<\/p>\n\n\n\n<p>Das k\u00f6rperliche Leistungsverm\u00f6gen wird von sehr vielen physischen und psychischen, <strong>\u00e4u\u00dferen und inneren Faktoren<\/strong> wie Orientierungsf\u00e4higkeit, Ausr\u00fcstung oder auch der Taktik beeinflusst. Je mehr man von diesen Faktoren kennt, bewusst einbezieht und durch Training positiv beeinflusst, desto geringer ist das Risiko bei einer geplanten Tour.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch komplexer wird es, wenn mehrere Menschen gemeinsam unterwegs sind. Dann gewinnt der psychologische Faktor an Bedeutung, und die <strong>Gruppendynamik<\/strong> treibt ihre bunten Bl\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ausrustung\"><strong>Ausr\u00fcstung<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Ausruestung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Alpine-Gefahren-Ausruestung.jpg\" alt=\"Eine weitere h\u00e4ufige Gefahrenquelle sind Anwendungsfehler bei der alpinen Ausr\u00fcstung.\" width=\"350\" height=\"262\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Anwendungsfehler bei der alpinen Ausr\u00fcstung sind h\u00e4ufige Gefahrenquellen, die umgangen werden k\u00f6nnen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Je anspruchsvoller die Bergtouren, desto mehr Gefahrenquellen gibt es, und desto mehr wird die <strong>Ausr\u00fcstung zum Risikofaktor<\/strong>. Pickel, <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/steigeisen\/\">Steigeisen<\/a>, Seil, <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/karabiner-express-sets\/\">Karabiner<\/a> und Co. bieten unendliche M\u00f6glichkeiten, sich durch <strong>Anwendungsfehler<\/strong> in Teufels K\u00fcche zu bringen. Welch absurde Pannen und Unf\u00e4lle dabei m\u00f6glich sind, kl\u00e4rt seit vielen Jahren die Buchreihe <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/bergverlag-rother-sicherheit-risiko-fels-und-eis-band-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSicherheit und Risiko in Fels und Eis\u201c von Pit Schubert<\/a> auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-gibt-es-subjektive-und-objektive-gefahren\">Gibt es subjektive und objektive Gefahren?<\/h2>\n\n\n\n<p>Das klassische Darstellungsschema der Gefahren am Berg trifft eine Unterscheidung zwischen <strong>subjektiven<\/strong> und <strong>objektiven Gefahren<\/strong>. Als subjektive Gefahren gelten jene, die \u201evon innen kommen\u201c, also <strong>aus dem Menschen heraus<\/strong> entstehen. Als objektive Gefahren gelten jene, die \u201evon au\u00dfen kommen\u201c, also <strong>\u201evom Gebirge ausgehen\u201c<\/strong>. Diese Unterscheidung suggeriert, dass nur ein Teil der Gefahren beeinflusst werden kann, w\u00e4hrend der Rest der objektiven Gefahren \u201enicht beeinflussbar\u201c und demnach als \u201eRestrisiko\u201c hinzunehmen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile gilt jedoch eher der Standpunkt, dass es <strong>keine objektiven Gefahren<\/strong> gibt, da s\u00e4mtliche Gefahren \u00fcberhaupt erst durch die subjektiven Entscheidungen entstehen.&nbsp;Auch die Gefahr von Steinschlag und Lawinen entsteht letztendlich erst durch die <strong>subjektive Entscheidung<\/strong>, die Bergtour anzutreten. Mit dieser Entscheidung begibt man sich immer bereitwillig ein St\u00fcck weit in Gefahr \u2013 so \u00e4hnlich wie man sich bereitwillig in eine gewisse Gefahr begibt; zum Beispiel wenn man in ein Auto steigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-fazit\"><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ja, es \u201elauern\u201c viele Gefahren im Gebirge, soweit die schlechte Nachricht. Doch die Gute folgt sogleich: die <strong>allermeisten dieser Gefahren<\/strong> lassen sich auf erfreulich <strong>einfache Weise eliminieren bzw. minimieren<\/strong>. Eine den Voraussetzungen der Tourenteilnehmer und der zu erwartenden Wetterlage angepasste Tourenplanung ist hier schon mehr als die halbe Miete! Und&nbsp; je mehr Touren du vorsichtig angehst, desto mehr Erfahrung gewinnst du \u2013 und Erfahrung ist eine der wertvollsten Ressourcen am Berg \u00fcberhaupt. Aus ihr kann ein <a href=\"http:\/\/mountainacademy.salomon.com\/de\/demo\/398\/risiken-und-gefahren\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gef\u00fchl f\u00fcr den Berg (&#8222;Mountain Sense&#8220;)<\/a> entstehen, \u201e<em>eine Art sechster Sinn, der als Radar arbeitet, um alpine Gefahren zu erkennen. Du entwickelst dieses Gef\u00fchl durch viel Erfahrung, und die Art und Weise, wie du deine Erfahrungen reflektierst.<\/em>\u201c In diesem Sinne passt auf euch auf und habt eine tolle Bergerfahrung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Bergen gibt es fast nichts, was nicht zur Gefahrenquelle werden kann. Der rutschige und lockere Untergrund, das falsche Schuhwerk, die hinterm Berg versteckt heraufziehenden Wolken oder die sich im Ger\u00f6ll verlierende Wegspur. 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