{"id":29188,"date":"2018-08-07T10:16:58","date_gmt":"2018-08-07T09:16:58","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/was-ist-canyoning\/"},"modified":"2024-12-11T13:19:41","modified_gmt":"2024-12-11T12:19:41","slug":"was-ist-canyoning","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/was-ist-canyoning\/","title":{"rendered":"Canyoning &#8211; die durch Schluchten kraxeln"},"content":{"rendered":"\n<p>Was k\u00f6nnte das sein \u2013 es ist nass, glitschig, kalt, eng, teils dunkel, laut, kr\u00e4ftezehrend und nicht immer ungef\u00e4hrlich. Ein harter H\u00f6llenjob in der Kanalisation? Nein, ich meine Canyoning &#8211; ein actionreiches Freizeitvergn\u00fcgen, das immer mehr Menschen in seinen Bann zieht!<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Canyoning Ende der 90er Jahre in Spanien und S\u00fcdfrankreich &#8222;erfunden&#8220; wurde, breitete es sich im Alpenraum und sp\u00e4ter in ganz Europa aus. Mittlerweile erfreut sich die Sportart weltweit wachsender Beliebtheit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-canyoning\">Was ist Canyoning?<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Abseilen-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Abseilen-2.jpg\" alt=\"Beim Canyoning begegnet man den verschiedensten Fortbewegungsweisen und -techniken.\" class=\"wp-image-39088\" style=\"width:350px;height:-73px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vom Gehen bis hin zum Tauchen und Klettern &#8211; beim Canyoning alles dabei.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch was versteht man darunter \u00fcberhaupt? In seinem Kern ist Canonying das <strong>Begehen einer Schlucht<\/strong> mithilfe <strong>verschiedener Fortbewegungsweisen und -techniken<\/strong>. Vom Gehen \u00fcber Schwimmen, Rutschen und Springen bis hin zu Tauchen, Klettern und Abseilen ist beim Canyoning alles dabei. Und sogar eine Seilrutsche oder Seilbr\u00fccke wird gelegentlich gespannt. Highlight vieler Touren sind die Wasserf\u00e4lle, die zusammen mit ihren Wasserbecken \u00fcberwunden werden. Auch H\u00f6hlen und gro\u00dfe verklemmte Felsbl\u00f6cke k\u00f6nnen weitere \u201eSchl\u00fcsselstellen\u201c sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In aller Regel wird die Strecke durch die Schlucht bergab begangen. Man folgt dabei (wenn m\u00f6glich) dem Grund der Schlucht, also der vom Wasser geschaffenen <strong>Erosionslinie<\/strong>. Im engeren Sinne spricht man nur dann vom Canyoning, wenn auch tats\u00e4chlich ein <strong>Gew\u00e4sser<\/strong> durch die Schlucht flie\u00dft, man diesem Gew\u00e4sser folgt und die Schlucht ein deutliches Gef\u00e4lle hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Variante: Schluchtenwandern<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der <strong>\u201eTrockenvariante\u201c<\/strong> oder einer flach verlaufenden Schlucht spricht man eher vom <strong>Schluchtenwandern<\/strong> oder Bachbett\/Flussbettwandern. Manchmal wird diese Begehung aber auch unter dem Oberbegriff Canyoning gef\u00fchrt. F\u00fcr die Mehrheit der \u201eCanyoneers\u201c und \u201eSchluchtler\u201c ist das Wasser jedoch eine unverzichtbare Zutat \u2013 denn je \u00fcppiger es sprudelt und je rei\u00dfender der Gebirgsbach, desto abenteuerlicher und adrenalintr\u00e4chtiger ist das Erlebnis. Da Canyoning fast immer im <strong>Team<\/strong> betrieben wird und gegenseitige Hilfe und Vertrauen eine gro\u00dfe Rolle spielen, ist auch das daraus resultierende Gemeinschaftsgef\u00fchl ein tolles Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch geht es beim Canyoning nicht nur um Action und Gruppenerlebnis, sondern auch um <strong>wilde Natur<\/strong> und die ungew\u00f6hnliche Perspektive auf die Landschaft. Die <strong>raue Unber\u00fchrtheit<\/strong> mancher Schluchtenlandschaften ist sogar f\u00fcr viele Canyoneers der wichtigste Faktor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-beste-zeit-amp-bedingungen-fur-canyoning\">Beste Zeit &amp; Bedingungen f\u00fcr Canyoning<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Ausruestung-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Ausruestung-2.jpg\" alt=\"Beim Canyoning bleibt man eher selten trocken.\" class=\"wp-image-39081\" style=\"width:350px;height:-85px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jetzt wird es nass!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In Bezug auf Wetter und Verh\u00e4ltnisse gelten beim Canyoning <strong>andere Gesetze als beim Bergsport<\/strong>.&nbsp;Solange es nicht gerade gewittert und in Str\u00f6men gie\u00dft, spielen eher die <strong>Wasserverh\u00e4ltnisse<\/strong> als der Wasserstand die Hauptrolle. Dieser ist von Faktoren wie Regen, Schneeschmelze in den Bergen oder manchmal auch der Regulierung von Talsperren abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Da sich all das von Region zu Region und sogar von Schlucht zu Schlucht unterscheidet, l\u00e4sst sich <strong>keine allgemein beste Zeit<\/strong> angeben. Eine <strong>Faustregel<\/strong> besagt jedoch, dass regenreiche Zeiten die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr ziemlich gef\u00fcllte Wasserbecken und Wasserf\u00e4lle erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich soll es beim Canyoning nass sein, denn Trockenschwimmen macht genauso wenig Spa\u00df wie Trockenrutschen und Trockenspringen.&nbsp;Dennoch kann in manchen Regionen und L\u00e4ndern auch die <strong>Trockenzeit<\/strong> besser geeignet sein. So gilt zum Beispiel in Deutschland und im Alpenraum die Zeit von Mai bis Oktober als optimal. Im Mittelmeerraum sind es hingegen h\u00e4ufig eher die Monate Oktober bis April, da es dort im Hochsommer zu trocken ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-fur-wen-ist-canyoning-machbar\">F\u00fcr wen ist Canyoning machbar?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die gute Nachricht: man muss keineswegs ein Top-Athlet sein, um bei organisierten Touren mitzumachen. F\u00fcr eigenst\u00e4ndig betriebenes Canyoning sieht das allerdings schon wieder etwas anders aus. Hier sind n\u00e4mlich neben \u00fcberdurchschnittlicher Fitness noch eine ganze Reihe weiterer Kenntnisse und F\u00e4higkeiten gefragt. Doch ganz ohne Voraussetzungen geht es auch mit Guide und Gruppe nicht. Deshalb geben auch fast alle Anbieter eine Reihe an <strong>Bedingungen<\/strong> bei ihren Einsteigertouren an. Dazu geh\u00f6ren meistens:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Trittsicherheit<\/li>\n\n\n\n<li>Keine ausgepr\u00e4gte H\u00f6henangst<\/li>\n\n\n\n<li>Kein starkes \u00dcbergewicht<\/li>\n\n\n\n<li>Sichere Schwimmf\u00e4higkeiten<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt kommt meist noch eine Formulierung wie \u201egute k\u00f6rperliche Verfassung\u201c oder \u201egute k\u00f6rperliche Fitness\u201c dazu. Das ist nat\u00fcrlich schwammig und dehnbar. Es beinhaltet aber auf jeden Fall, dass man zumindest einige Stunden in Bewegung und auf den Beinen durchhalten sollte. Alles in allem sind das Anforderungen, die <strong>gesunde Mensche<\/strong>n auch im fortgeschrittenen Alter durchaus bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Auch f\u00fcr Brillen- und Kontaktlinsentr\u00e4ger ist die Teilnahme mit Vorkehrungen (wie der Mitnahme von Ersatzlinsen oder einem stabilen Brillenband) normalerweise kein Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem m\u00fcssen auch <strong>nicht immer alle Voraussetzungen<\/strong> erf\u00fcllt sein, denn es gibt nat\u00fcrlich auch sehr kurze Touren, Touren mit wenig Wasser oder mit geringen H\u00f6henunterschieden. Je nach Gr\u00f6\u00dfe und Topografie der Schlucht gibt es eine gro\u00dfe Auswahl an Touren f\u00fcr Anf\u00e4nger, Fortgeschrittene und Profis. In dieser Vielzahl an Locations sollte demnach kaum jemand g\u00e4nzlich ausgeschlossen sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ab-welchem-alter\"><strong>Ab welchem Alter?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein gewisser <strong>k\u00f6rperlicher Entwicklungsstand<\/strong> ist unabdingbar und auch das <strong>Schwimmen<\/strong> muss sicher beherrscht werden. Deshalb geben viele Touranbieter ein Mindestalter von 14 Jahren an. Bei Teilnehmern unter 18 Jahren wird in aller Regel eine Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung der Eltern verlangt. Je nach Standort und Anbieter lassen sich aber auch spezielle Tourangebote f\u00fcr j\u00fcngere Kids finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-canyoning-auf-eigene-faust-am-anfang-besser-nicht\">Canyoning auf eigene Faust? Am Anfang besser nicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie gesagt, wer halbwegs gesund ist und eine l\u00e4ngere Wanderung gut wegsteckt, kann auch eine Canyoningtour unternehmen. Aber nicht auf eigene Faust! Anf\u00e4nger sollten Canyoning zun\u00e4chst&nbsp;<strong><em>nur<\/em> unter kundiger Anleitung<\/strong> praktizieren. Ebenfalls sollten sich Fortgeschrittene zun\u00e4chst nur mit <strong>zertifizierten Canyoningf\u00fchrern<\/strong> (z.B. Bergf\u00fchrer mit Zusatzausbildung) an schwierigere Touren herantasten. Hierf\u00fcr gibt es mittlerweile extra Organisationen, die professionelle Canyoningf\u00fchrer ausbilden. In \u00d6sterreich gibt es auch \u201estaatlich gepr\u00fcfte Schluchtenf\u00fchrer\u201c, die ein hohes Niveau an Kompetenz und Sicherheit garantieren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Abseilen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Abseilen.jpg\" alt=\"Kletter- und Bergerfahrungen reichen f\u00fcr das selbst\u00e4ndige Canyoning nicht aus.\" class=\"wp-image-39080\" style=\"width:350px;height:-38px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Canyoning auf eigene Faust? Wir empfehlen dies nur mit Berg- und Wassersport Erfahrungen, sowie spezifischer Unterrichtung.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u201eAbk\u00fcrzungen\u201c sollten auch dann nicht genommen werden, wenn Kletter- und Bergerfahrung vorhanden sind. Warum? Canyoning ist eine Kombination aus <strong>Berg- und Wassersport<\/strong>, die Kenntnisse und Qualifikation in <em>beiden<\/em> Bereichen erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Kletterer und Bergsportler glauben f\u00e4lschlich sie w\u00fcrden \u201eja eh schon\u201c alle notwendigen Voraussetzungen mitbringen, denn sie wissen ja wie man klettert, Seile spannt und abseilt. Allerdings ist das ein <strong>Trugschluss<\/strong>, da es an den f\u00fcr das Canyoning wichtigen Kenntnissen zu Wildwassertechnik (Analyse von Str\u00f6mungsformen, kontrolliertes Wildwasserschwimmen) und zu canyoning-spezifischen Abwandlungen von Seil-und Alpintechniken fehlt. In Kombination mit Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung ergibt sich damit ein Risiko-Mix, der schon manch einen \u201eAutodidakten\u201c das Leben gekostet hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wetteranalyse-kenntnisse-und-fahigkeiten\">Wetteranalyse, Kenntnisse und F\u00e4higkeiten<\/h3>\n\n\n\n<p>Das <strong>Wetter<\/strong> muss ebenfalls anders analysiert werden als beim Bergsport. Beim Canyoning erfolgt dies n\u00e4mlich in Bezug auf das Gew\u00e4sser in der zu begehenden Schlucht. So kann selbst ein weit entfernter Niederschlag den Wasserspiegel in einer engen Schlucht in Minutenschnelle lebensgef\u00e4hrlich anschwellen lassen. Das vergessen manche \u201eQuereinsteiger\u201c ebenso wie die Tatsache, dass bei Canyoningtouren ein <strong>Abbruch und R\u00fcckzug<\/strong> vor Ende oft nicht m\u00f6glich ist. Ohne Hilfe kommt man wom\u00f6glich nicht aus einer brenzligen Lage heraus. Im Gegensatz dazu sind gef\u00fchrte Touren meist so konzipiert, dass eventuell \u00fcberforderte Teilnehmer die \u201eSchl\u00fcsselstellen\u201c umgehen und, statt zu springen, sich auch abseilen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr <strong>eigenst\u00e4ndiges Canyoning <\/strong>braucht es <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Canyoning\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Kenntnisse und F\u00e4higkeiten<\/a> <\/strong>in:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Seiltechnik (Allgemeines Handling, Abseilen, Standplatzbau, Rettungstechniken)<\/li>\n\n\n\n<li>Meteorologie (Erfassen und Auswerten von Wetterdaten)<\/li>\n\n\n\n<li>Kommunikation (spezifische Zeichen- und Lautsprache)<\/li>\n\n\n\n<li>Erste Hilfe<\/li>\n\n\n\n<li>Orientierung<\/li>\n\n\n\n<li>Risikomanagement<\/li>\n\n\n\n<li>Ausr\u00fcstung<\/li>\n\n\n\n<li>Naturschutz<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wer Canyoning von der Pike auf lernen m\u00f6chte, kann dies bei vielen Touranbietern oder in der <a href=\"https:\/\/www.deutsche-canyoning-schule.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutschen-Canyoning-Schule<\/a> tun. Auch von der Organisation und Vernetzung eines <a href=\"https:\/\/www.deutschercanyoningverein.de\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutschen Canyoningvereins<\/a> kann man mittlerweile profitieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wo-kann-ich-canyoning-betreiben\">Wo kann ich Canyoning betreiben?<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Wasserbecken.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Wasserbecken.jpg\" alt=\"In Mitteleuropa kommt man bezgl. dem Canyoning auf jeden Fall nicht zu kurz.\" class=\"wp-image-39087\" style=\"width:350px;height:-59px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz gibt es so Einiges an Canyoning Angeboten.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Schluchten mit viel Gef\u00e4lle und einer ausreichenden Menge Wasser (also einem ordentlichen &#8222;Fun- und Action-Faktor&#8220;) gibt es nur&nbsp;im und rund ums Hochgebirge. F\u00fcr <strong>Deutschland<\/strong> bedeutet das, dass man au\u00dferhalb der Alpen und Voralpen keine \u201erichtigen\u201c Canyoning-Spots findet. Was in den Mittelgebirgen gelegentlich als Canyoning angeboten wird, hat eher mit Flussbettwandern zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr ist der tiefe deutsche S\u00fcden ein umso hei\u00dferer Spot! Besonders das <strong>Allg\u00e4u<\/strong> rund um Sonthofen ist mit vielen spektakul\u00e4ren Gew\u00e4ssern und einer gewachsenen Infrastruktur eine echte Canyoning-Hochburg. Doch auch weiter nach Osten entlang des <strong>oberbayrischen Alpenrands<\/strong> gibt es bis nach Berchtesgaden reichlich Auswahl an tollen Touren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Reihe guter Tourentipps f\u00fcr Canyoning in Deutschland findet man unter anderem beim <a href=\"https:\/\/www.outdooractive.com\/de\/canyoningtouren\/deutschland\/canyoningtouren-in-deutschland\/1441574\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutschen Canyoningverein<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den jenseits der Grenze gelegenen <strong>Alpenraum<\/strong> hat der <a href=\"https:\/\/www.bergwelten.com\/a\/10-meter-tief-springen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutsche Canyoningverein<\/a> zwei besondere Perlen herausgepickt. In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> gilt \u201e<em>die Tour durch die Strubklamm, mit vielen Schwimm- und Springstellen als besonders lohnend. Die engste Passage ist nur etwa einen Meter breit, der h\u00f6chste Sprung 10 Meter hoch.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und in der <strong>Schweiz<\/strong> \u201e<em>empfiehlt sich die Boggera-Schlucht im Tessin. Der h\u00f6chste Sprung geht \u00fcber 11 Meter, aber er ist optional \u2013 man kann sich vom Guide abseilen lassen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sowieso sind die Schweiz und das Tessin, folgt man dem <a href=\"https:\/\/www.bergwelten.com\/a\/canyoning-in-der-schweiz\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutschen Canyoningverein<\/a>, ein Canyoning-Paradies.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Europaweit<\/strong> gelten die s\u00fcdfranz\u00f6sischen Meeralpen mit der Verdonschlucht und die spanischen Vorpyren\u00e4en als Top-Spots.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-welche-ausrustung-brauche-ich-furs-canyoning\">Welche Ausr\u00fcstung brauche ich f\u00fcrs Canyoning?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die erste Frage lautet: was ziehe ich beim Canyoning an? <strong>Wasserdichte Kleidung<\/strong>, meist aus <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/neoprenanzuege\/\">Neopren<\/a> von mindestens 4mm Dicke, ist der wichtigste Teil der Ausr\u00fcstung. Selbst wenn rundherum 30\u00b0C und Sonnenschein herrschen, f\u00fchlt sich das frisch aus dem Gebirge sprudelnde Wasser ohne Schutzkleidung nach und nach k\u00e4lter an. Au\u00dferdem sch\u00fctzt das <strong>Neopren<\/strong> vor leichten Hautverletzungen. Normalerweise kommt ein Neoprenanzug oder eine Hose-Jacke-Kombination zum Einsatz. Bei w\u00e4rmeren Temperaturen, flacherem und ruhigerem Wasser, sowie k\u00fcrzeren Touren reicht auch eine Neoprenhose aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei gef\u00fchrten Touren wird neben dem Neoprenanzug sowohl die weitere spezifische Ausr\u00fcstung gestellt, als auch mitgeteilt, was man zus\u00e4tzlich selbst mitbringen sollte. In der Regel bekommt man auch Bescheid, was sich am besten mit der Neoprenbekleidung des Anbieters kombinieren l\u00e4sst. Meistens ist das Synthetikunterw\u00e4sche oder eine Badehose\/ein Anzug mit Synthetikshirt\/Top. <strong>Baumwolle ist ungeeignet<\/strong>, da sie dem K\u00f6rper W\u00e4rme entzieht. Je nach Au\u00dfentemperatur kommt unter den Anzug weitere Kleidung, wie ein <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/fleecepullover\/\">Fleecepulli<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man <strong>nach der Tour<\/strong> ausgepowert und abgek\u00fchlt ist, wird man&nbsp;<strong>trockene, warme Extrakleidung<\/strong> auch im Sommer (und vor allem in h\u00f6heren Berglagen) sehr zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Ausruestung.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Ausruestung.jpg\" alt=\"Die Canyoning Ausr\u00fcstung unterscheidet sich von der Kletterausr\u00fcstung.\" class=\"wp-image-39082\" style=\"width:350px;height:-68px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die &#8222;normale&#8220; Kletterausr\u00fcstung kann f\u00fcr das Canyoning definitiv nicht verwendet werden.&nbsp;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Als<strong> Canyoning-Ausr\u00fcstung f\u00fcr eingerichtete Touren<\/strong> empfehlen sich:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Neoprensocken (Neoprensocken empfehlen sich ab 3 mm, da es mit normalen Socken sonst ein schwammiges Bewegungsgef\u00fchl und Blasen gibt)<\/li>\n\n\n\n<li>Canyoningschuhe (Diese haben auch auf einem nassem Fels Reibung. F\u00fcr einfache Einsteigertouren reichen auch leichte Wander-, Trekking- und <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/approachschuhe\/\">Approachschuhe<\/a>, die nass werden d\u00fcrfen)<\/li>\n\n\n\n<li>Alpintauglicher Helm<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/klettergurte\/einsatzbereich--canyoning\/\">Canyoninggurt<\/a> (Solch ein Gurt schont den Neoprenanzug. Er kann evtl. mit einer Kappschlinge ausger\u00fcstet sein)<\/li>\n\n\n\n<li>Seil (Das lang genug f\u00fcr die h\u00f6chste Abseilstelle ist)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/karabiner-express-sets\/\">Karabiner<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Bandschlingen<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/sicherungs-abseilgeraete\/einsatzbereich--canyoning\/\">Canyoningspezifisches Abseilger\u00e4t<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wasserfester Rucksack<\/li>\n\n\n\n<li>Erste Hilfe Set, Kappmesser, Handy<\/li>\n\n\n\n<li>Je nach L\u00e4nge des Zu- und Abstiegs: Handtuch, Wechselw\u00e4sche und Plastikt\u00fcte f\u00fcr nasse Schuhe<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr wenig oder gar nicht erschlossene Touren beziehungsweise F\u00fchrungen braucht es noch deutlich mehr Material, um St\u00e4nde und Verankerungen einzurichten und eventuelle Bergungsaktionen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-gefahrlich-ist-canyoning\">Wie gef\u00e4hrlich ist Canyoning?<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Springen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Canyoning-Springen.jpg\" alt=\"Beim Canyoning kann unter professioneller Anweisung auch ins Wasser gesprungen werden.\" class=\"wp-image-39084\" style=\"width:250px;height:-43px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">H\u00f6henangst sollte man auf jeden Fall keine haben!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In den vorherigen Abschnitten kamen schon einige Risiken zur Sprache. Die Hauptgefahr liegt wie bei jeder \u201eRisikosportart\u201c vor allem im <strong>Untersch\u00e4tzen der Gefahrenquellen<\/strong>. Diese ergeben sich beim Canyoning aus der Beschaffenheit des Gel\u00e4ndes, dem Verhalten des Wassers und dem Wetter. In Schluchten findet bekanntlich viel Erosion und Verwitterung statt, weshalb es jederzeit nicht nur zu <strong>Steinschlag<\/strong>, sondern auch zu <strong>Schlammlawinen<\/strong> kommen kann. Letztere werden meist durch starken Regen ausgel\u00f6st, sowie wie durch&nbsp;pl\u00f6tzliche Anstiege des Wasserspiegels. Dieser kann aber wiederum&nbsp;auch bei sch\u00f6nstem Wetter durch das Ablassen eines Stausees auftreten. Deshalb ist die vorherige Erkundung des Wetters und der regionalen Gegebenheiten so wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Gefahren ergeben sich sowohl aus dem (falschen) Umgang mit dem Material, als auch aus allgemeinen menschlichen Fehlern und Schw\u00e4chen. Besonders \u00fcberraschend wirken oft <strong>Str\u00f6mungen und Wirbel<\/strong> in der N\u00e4he gro\u00dfer Felsbl\u00f6cke, die Schwimmende mit erstaunlicher Kraft unter Wasser dr\u00fccken k\u00f6nnen. So mancher ist auch schon durch das Festklemmen zwischen Felsen in die Bredouille geraten. Doch keine Sorge! Mit <strong>Erfahrung und Umsicht<\/strong>, die man <strong>auf gef\u00fchrten Touren<\/strong> erwirbt, lassen sich all diese Gefahren recht gut erkennen und handhaben. In guter F\u00fchrerliteratur werden zudem die Gefahrenstellen erw\u00e4hnt und flie\u00dfen in die Schwierigkeitsbewertung der Tour ein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-kostet-canyoning\">Was kostet Canyoning?<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier kommt es auf viele Faktoren wie Land und Region, Dauer der Tour, Schwierigkeitsgrad und enthaltene Leistungen des Anbieters an. So sind zum Beispiel bei schwierigeren Touren weniger G\u00e4ste pro Guide unterwegs, wodurch der Preis steigt. Ein Schnupperkurs oder eine Einsteigertour von einigen Stunden findet man im <strong>Allg\u00e4u und in Oberbayern<\/strong> ab ca. 70 Euro. In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> kann es mit ca. 50 \u20ac auch schonmal etwas preiswerter sein. In <strong>Frankreich<\/strong> kann man ebenfalls recht g\u00fcnstig wegkommen, w\u00e4hrend es in der <strong>Schweiz<\/strong> nat\u00fcrlich deutlich mehr kostet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Europaweit<\/strong> kann man 50-60 \u20ac f\u00fcr eine Halbtagestour und 80-100 \u20ac f\u00fcr eine Tagestour als grobe Anhaltswerte nehmen. Hat man in seiner Urlaubsregion ein Angebot mit dem passenden Schwierigkeitsgrad gefunden, wird man bei den allermeisten Anbietern ein sch\u00f6nes Erlebnis zu einem angemessenen Preis bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00e4ngt man daraufhin Feuer und m\u00f6chte selbstst\u00e4ndiger Canyoneer werden, lassen sich die notwendigen Investitionen f\u00fcrs Equipment in etwa mit dem Einstieg ins Sport- und Alpinklettern vergleichen. Hinzu kommen Kosten f\u00fcr eventuelle F\u00fchrerliteratur, (digitale) Karten und Anreise. Alles in allem keine ganz billige Sportart, aber eine mit hohem Erlebnis- und Intensit\u00e4tsfaktor!<\/p>\n\n\n\n<p>Habt ihr schon Erfahrungen mit Canyoning gemacht, oder seid nun wirklich motiviert, es mal auszuprobieren? Wir freuen uns, von euren Erfahrungen und Eindr\u00fccken zu h\u00f6ren! In diesem Sinne, let&#8217;s go canyoning!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was k\u00f6nnte das sein \u2013 es ist nass, glitschig, kalt, eng, teils dunkel, laut, kr\u00e4ftezehrend und nicht immer ungef\u00e4hrlich. Ein harter H\u00f6llenjob in der Kanalisation? Nein, ich meine Canyoning &#8211; ein actionreiches Freizeitvergn\u00fcgen, das immer mehr Menschen in seinen Bann zieht! 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