{"id":26369,"date":"2022-10-30T12:09:00","date_gmt":"2022-10-30T11:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/tipps-tricks-tarp-aufbau\/"},"modified":"2024-02-13T14:55:40","modified_gmt":"2024-02-13T13:55:40","slug":"tipps-tricks-tarp-aufbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/tipps-tricks-tarp-aufbau\/","title":{"rendered":"Aufbau eines Tarps: Grundform und Varianten, mit und (fast) ohne Material"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Anfang war die Plane. Dann kamen ein paar Schn\u00fcre und die Landschaft. Alles ganz einfach, oder? Doch sp\u00e4testens seit der Sch\u00f6pfungsgeschichte wissen wir, dass einfach erscheinende Dinge schnell&nbsp; kompliziert werden k\u00f6nnen. Der Aufbau eines Tarps scheint da keine Ausnahme. Zumindest, wenn man sich die Youtube-Tutorials der Bushcrafter und Survival-Cracks so anschaut. Da geraten die Anleitungen \u00f6fter mal zu einem von pers\u00f6nlichen Vorlieben gepr\u00e4gten Bastlerworkshop mit umst\u00e4ndlicher Materialschlacht. Bei den Textanleitungen der Blogger oder Hersteller liest man dann, dass der Kreativit\u00e4t und den M\u00f6glichkeiten keine Grenzen gesetzt seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr sch\u00f6n, doch leider folgen dann statt n\u00e4herer Details eher weitere Ratschl\u00e4ge wie der, dass man sich erstmal entscheiden m\u00fcsse, ob das Tarp als Schlafst\u00e4tte, als \u00fcberdachter Treffpunkt, als Sonnensegel oder Windschutz dienen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n, aber warum soll nicht Mehreres gleichzeitig gehen? Eigentlich wollte ich doch auch wissen, mit welchen Knoten ich diese sch\u00f6n dargestellte Abspannung denn nun hinbekomme. In welcher Reihenfolge soll ich da vorgehen? Und warum ist in der Abbildung da so ein Dachknick drin und in der dort nicht?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-keep-it-simple-abstraktion-macht-es-anschaulich\">Keep it simple: Abstraktion macht es anschaulich<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau1.jpg\" alt=\"Tarp-Aufbau\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wenn alles klappt, kann man sich einen leckeren Tarp-Tea g\u00f6nnen!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bei all den offenen Fragen gibt es erstmal eine gute Nachricht: man kann das alles relativ einfach und (hoffentlich) zufriedenstellend aufkl\u00e4ren. Und daf\u00fcr braucht man auch erst einmal nur das simpelste Aufbauprinzip zu verstehen. Wenn man das drauf hat, wird es am Ende auch trotz aller Variationen wieder relativ unkompliziert und der Auf- und Abbau sollte ohne Trial-and-Error, Zeit- und Energieverschwendung klappen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sinne dieses <em>keep it simple<\/em> wollen wir hier auch den Tarpaufbau m\u00f6glichst ohne Stangen, Heringe, Leinenspanner und all die anderen oft mitgelieferten Helferlein vermitteln. So ist man nebenbei auch nicht gleich aufgeschmissen, wenn mal wieder etwas mitten im Urlaub kaputtgeht. Oder man kann wom\u00f6glich gar komplett auf die vielen kleinen Plastik- und Metallteile verzichten und deren Gewicht einsparen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-archaisch-simple-grundkonstruktion-eines-tarps\">Die archaisch simple Grundkonstruktion eines Tarps<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier kommt die Grundkonstruktion: ein viereckiges Tarp mit \u00d6sen oder Laschen an den vier Ecken, an denen jeweils eine lange Schnur befestigt ist. Dazu eine Person, die den Aufbau allein macht. Das Tarp liegt ausgebreitet zwischen vier B\u00e4umen, die zuf\u00e4llig genau richtig in etwa zwei Metern Entfernung von den Ecken herumstehen. Kurze Zeit sp\u00e4ter h\u00e4ngt es fest verspannt zwischen diesen B\u00e4umen und sch\u00fctzt uns vor dem Regen. Das wollen wir zun\u00e4chst erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wohin-mit-dem-tarp-der-geeignete-platz\">Wohin mit dem Tarp? Der geeignete Platz<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau7.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau7.jpg\" alt=\"Abmessungen eines Tarps\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kenne das Tarp!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der erste Schritt dahin ist das Finden eines geeigneten Platzes. Hier gelten die gleichen Regeln wie bei der Zelt- und Schlafplatzsuche allgemein: m\u00f6glichst windgesch\u00fctzt, kein K\u00e4lteloch und kein Regensammelbecken. Ansonsten soll der Platz nat\u00fcrlich ausreichend ger\u00e4umig sein, m\u00f6glichst bequemes Sitzen oder, bei Bedarf, Liegen erm\u00f6glichen und gen\u00fcgend Fixpunkte zum Abspannen des Tarps bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Platz muss mindestens vier Fixpunkte bieten, bzw. eine Felskante o.\u00e4. plus drei Fixpunkte. Bei nur drei Fixpunkten wird immer eine Ecke des Tarps im Wind flattern und\/oder im Regenwasser h\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Platz schon fr\u00fchzeitig und bewusst zu suchen ist besser, als w\u00e4hrend des Aufbaus festzustellen, dass nicht genug Platz zum Abspannen da ist, oder die Leinen zu kurz sind und man nichts zum Verl\u00e4ngern dabei hat. Letzteres ist auch der Grund, weshalb man \u00fcber die Abmessungen seines Tarps und die L\u00e4nge der Leinen im Bilde sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Klingt trivial, ist es aber dann nicht, wenn man das Tarp in letzter Minute geliehen hat oder man zu zweit unterwegs ist und das Tarp des Partners verwendet (der Tarpaufbau zu zweit oder zu mehreren kann manches einfacher machen oder auch alles erst richtig kompliziert \u2013 dazu am Schluss eine Anmerkung).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-aufbau-des-tarps-material-ausbreiten\">Der Aufbau des Tarps: Material ausbreiten<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Aufenthalts- oder Schlafplatz wird das Material, das sich vorzugsweise in einem passenden Beutel befindet, m\u00f6glichst \u00fcbersichtlich ausgebreitet und alles andere, was st\u00f6ren k\u00f6nnte, wird zur Seite geschafft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stangen und Heringe dabei?<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau2.jpg\" alt=\"Ein Tarp mithilfe von St\u00f6cken befestigt.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Beim Aufbau kann man durchaus kreativ werden.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am elegantesten und sch\u00f6nsten ist es, sich allein auf das zu besinnen, was Mutter Natur hergibt \u2013 nicht zuletzt weil man auf das Gewicht von Stangen und Heringen gern verzichten kann. Andererseits schafft das k\u00fcnstliche Extra-Material mehr Flexibilit\u00e4t und M\u00f6glichkeiten und spart unter Umst\u00e4nden viel Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem in h\u00f6heren Berglagen findet man im kargen Gel\u00e4nde wom\u00f6glich weder passende \u201eBaumkonstellationen\u201c noch gen\u00fcgend stabile \u00c4ste oder ausreichend schwere Steine. Hier sollte man sich bei der Tourenplanung nach dem zu erwartenden Gel\u00e4nde richten, wo man \u201etarpen\u201c will. Wenn es l\u00e4nger auf Reisen geht und man gar nicht absehen kann, wo \u00fcberall gen\u00e4chtigt wird, sollte man auf jeden Fall ein Mindest-Set von einer (Teleskop)Stange und zwei bis drei kleinen Heringen im Gep\u00e4ck haben. Hat man Trekkingst\u00f6cke dabei, kann man diese zu Stangen umfunktionieren. Heringe kann man durch (angespitzte) St\u00f6cke und \u00c4ste improvisieren, die man evtl. aus tieferen Waldlagen mitbringt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abspannleinen<\/strong> des Tarps<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau4.jpg\" alt=\"Zwei Outdoor-Wanderer im Schlafsack unter ihrem Tarp\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Baum ist in jedem Fall immer eine gute M\u00f6glichkeit zum Abspannen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Sind keine mitgelieferten Abspannleinen (mehr) enthalten, sollte deren Ersatz nicht aus dem Baumarkt- oder Bastelshop kommen, da diese Produkte nur wenig Zugbelastung aushalten oder zu starr sind, nicht besonders lange halten und\/oder schnell ausfransen. Am stabilsten und vom Handling her geeignet sind d\u00fcnne <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/reepschnur\/\">Reepschn\u00fcre<\/a><\/strong> mit 3-4 mm Durchmesser (3mm Reepschn\u00fcre haben etwa 1,8 kN bzw. 180 kg Bruchkraft. Bei h\u00f6heren Belastungen d\u00fcrfte eher das Tarp rei\u00dfen als die Schnur). Sie k\u00f6nnen auf passende L\u00e4nge zugeschnitten werden, und durch anschmelzen der abgeschnittenen Faserenden mit einem Feuerzeug wird das Ausfransen verhindert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bushcrafter und Survival-T\u00fcftler bevorzugen <strong>Paracord<\/strong>, welches sich ebenfalls gut f\u00fcr den Tarp-Aufbau eignen soll. Aufgrund fehlender pers\u00f6nlicher Erfahrung mit Paracord basiert folgender Vergleich auf theoretischen Eindr\u00fccken: Reepschnur ist statischer und hat eine rauere Oberfl\u00e4che, was sich beim Verspannen und Verknoten als vorteilhaft erweist. Man kann hier aber durchaus geteilter Meinung sein, die Diskussionen dazu sind umfangreich. Pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung: die jeweiligen Vor- und Nachteile d\u00fcrften sich bei 90% aller Aufbauten kaum bemerkbar machen. Wer hier Vergleichserfahrungen hat, m\u00f6ge diese gern im Kommentarbereich einbringen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-tarp-ausbreiten\">Das Tarp ausbreiten<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau8.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau8.jpg\" alt=\"Ein Schlafsack unter einem Tarp\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">An der dem Wind zugewandten Seite sollte das Tarp sehr nah am Boden platziert werden.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das Tarp wird m\u00f6glichst glatt und ordentlich am Boden ausgebreitet, die Abspannleinen werden ebenfalls m\u00f6glichst ordentlich und \u00fcbersichtlich ausgebreitet \u2013 und zwar in Richtung der Fixpunkte, an denen sie gleich verspannt werden. Wenn es regnet, kann man jetzt schon den Rucksack oder anderes nicht ben\u00f6tigte Material unter das Tarp schieben. Wenn Wind weht, beschwert oder fixiert man zuerst eine Ecke oder besser die ganze dem Wind zugewandte Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach hebt man nacheinander die Ecken der windabgewandten Seite an, um sie abzuspannen. Da ein Tarp generell nicht allzu windstabil ist, sollte man es bei starkem Wind relativ flach bauen. Die Luvseite sollte dann bis auf den Boden reichen, damit der Wind nicht unter das Gewebe greifen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-fixpunkte-eines-tarps\">Fixpunkte eines Tarps<\/h2>\n\n\n\n<p>Wieder eine gute Nachricht: so gut wie alles, was halbwegs fest oder schwer ist, kann als Fixpunkt verwendet werden. Das k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dfere Steine, Wurzeln, Felskanten, Z\u00e4une, in den Boden getriebene St\u00f6cke oder notfalls eine mit irgendeinem Ballastmaterial gef\u00fcllte T\u00fcte sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Abspannen geschieht dann entweder, indem die Leine direkt im Fixpunkt verknotet wird oder dadurch, dass sie um ihn herumgezogen und dann gegenl\u00e4ufig in sich selbst verknotet wird. F\u00fcr beide Varianten braucht es Knoten, die unter Spannung gekn\u00fcpft werden k\u00f6nnen und dann rutschfrei in Position bleiben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-knoten-kenne-den-einen-gelegt-und-gesteckt\">Knoten: kenne den Einen, gelegt und gesteckt<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau6.jpg\" alt=\"Packsack eines Tarps\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Manche Tarps kommen schon mit praktischen Tipps auf dem Packsack.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Knoten sollten au\u00dferdem m\u00f6glichst einfach zu kn\u00fcpfen, nachzuspannen und leicht zu entfernen sein. Welche w\u00e4ren das? Braucht man mehrere oder vielleicht nur Einen?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, je nachdem. F\u00fcr die meisten Situationen gibt es tats\u00e4chlich den einen simplen Allesk\u00f6nner-Superknoten. Mit ihm kannst du fast jedes Seil und jede Schnur ohne weitere Hilfsmittel \u00fcberall befestigen, nachspannen, verschieben und lockern \u2013 auch um gro\u00dfe und sperrige Fixpunkte herum.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du ihn bis hierher noch nicht erkannt hast, dann mache dich jetzt sofort mit dem <strong>Mastwurf<\/strong> vertraut. Er geh\u00f6rt sowieso ins Standardrepertoire der meisten Bergfreunde, da er beim Klettern zum Standplatzbau dient und beim Bergsteigen zus\u00e4tzlich f\u00fcr die Spaltenbergung und viele andere Situationen n\u00fctzlich ist. Er kann direkt um Baumst\u00e4mme, \u00c4ste, Steine und andere Fixpunkte gesteckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten kannst du ihn l\u00e4ngs, quer, im Dunkeln oder gleich mit verbundenen Augen legen und stecken. Die Mastwurf-Fixierung erzeugt die simpelste Abspannkonstruktion und die Simpelste ist in der Regel auch die mit den wenigsten Schwachstellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Knoten: Anschauungsmaterial<\/h3>\n\n\n\n<p>In manchen Situationen kann es mit dem Mastwurf allerdings etwas frickelig werden. Besonders f\u00fcr das Zur\u00fcckf\u00fchren einer Leine um einen Baum herum, kann der vom Tarp-Hersteller Hilleberg empfohlene <strong>Buckelknoten<\/strong> bzw. <strong>Taut Line Hitch, <\/strong>wie er im Video gezeigt wird,&nbsp;sinnvoller sein.<\/p>\n\n\n\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/_YDuvbSPCOc?ecver=1\" width=\"760\" height=\"355\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Er ist, wenn Schnur an Schnur geknotet wird, leichter zu verschieben und zu l\u00f6sen. Allerdings ist der von Hilleberg gezeigte Knoten mit seiner Zusatzschlaufe genau genommen ein <strong>Buckelknoten plus Schleifknoten<\/strong>. Ohne diese Extraschlaufe ist er nicht einfacher zu \u00f6ffnen als der Mastwurf. Und zum Verschieben und Nachspannen muss die Schlaufe ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz: der Taut Line Hitch\/ Buckelknoten ist dann von Vorteil, wenn man Leine an Leine in einem steilen Winkel zueinander verspannen muss. Auch die M\u00f6glichkeit des \u00d6ffnens unter Spannung ist ein Argument f\u00fcr den Buckelknoten. Allerdings sind Situationen, in denen man keine M\u00f6glichkeit hat, das Seil vorzuspannen, um einen Mastwurf zu lockern, eher selten.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell sollte der Tarpaufbau m\u00f6glichst simpel sein und mit m\u00f6glichst wenig Knotenpunkten und Material \u2013 die wie gesagt immer auch Schwachpunkte und Angriffsfl\u00e4chen sind \u2013 auskommen. Auch wenn Extras wie die justierbaren Leinenspanner (Line Runners) bei komplexeren und hochwertigen Tarps wie denen von Hilleberg sehr n\u00fctzlich und komfortabel sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-nacheinander-an-den-fixpunkten-befestigen\">Nacheinander an den Fixpunkten befestigen<\/h3>\n\n\n\n<p>Mithilfe der beiden genannten Knoten l\u00e4sst sich der Aufbau schon sehr flexibel gestalten und das Tarp im Bedarfsfall gar h\u00f6henverstellen \u2013 eigentlich ziemlich cool, oder? Dazu als <strong>Fausregel vorweg<\/strong>: nach jedem Aufbauschritt das Ganz so fest vorspannen, dass es auch bei Windst\u00f6\u00dfen h\u00e4lt, aber locker genug lassen, dass es den n\u00e4chsten Arbeitsschritt nicht behindert.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat man die Leine in der Hand, den Fixpunkt im Blick und den Knoten im Griff, erkl\u00e4rt sich das&nbsp;Vorgehen fast von selbst: man fixiert nacheinander die Fixpunkte mit leichter Vorspannung und zieht sie in einer weiteren Runde dann entsprechend des gew\u00fcnschten Neigungswinkels des Tarps in der richtigen H\u00f6he fest. Je widriger das Wetter, desto tiefer h\u00e4ngt das Tarp und desto flacher ist sein Neigungswinkel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-verspannen-mit-stangen-oder-trekking-stocken\">Verspannen mit Stangen oder (Trekking)St\u00f6cken<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau9.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau9.jpg\" alt=\"Ein Hund liegt unter einem Tarp\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sch\u00f6n zu sehen: Der Einsatz eines Trekkingstocks als Fixpunkt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wenn man nur Boden-Fixpunkte hat, kommen die Stangen oder St\u00f6cke zum Einsatz. Zuerst befestigt man das Tarp relativ locker an den Heringen oder anderen Bodenfixpunkten, dann erst schiebt man die Stangen unter das Tarp, um es aufzurichten und zu positionieren. F\u00fcr stabilen Stand und gute Fl\u00e4chenausnutzung m\u00fcssen die Stangen meistens etwas hin- und hergeschoben und im Neigunswinkel angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Trekkingst\u00f6cken werden die Spitzen in den Boden getrieben, w\u00e4hrend die Griffe mit dem Tarp-Gewebe auf Tuchf\u00fchlung gehen. Zuletzt werden die Bodenfixierungen durch verschieben der Mastw\u00fcrfe oder Buckelknoten feinjustiert. Eigentlich fast alles selbsterkl\u00e4rend, m\u00f6chte man meinen. Doch es gibt gar nicht so wenige Zeitgenossen, die zuerst die Stangen aufstellen und sich dann wundern, warum alles zusammenf\u00e4llt, w\u00e4hrend sie die Ecken abzuspannen versuchen &#8230;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-kannste-knicken-verschiedene-fixier-und-aufspannmoglichkeiten-eines-tarps\">Das kannste knicken: verschiedene Fixier- und Aufspannm\u00f6glichkeiten eines Tarps<\/h3>\n\n\n\n<p>In der schon erw\u00e4hnten <strong><a href=\"\/blog\/kaufberatung-tarp-planenzelt\/\">Kaufberatung f\u00fcr Tarps<\/a><\/strong> sind die wichtigsten Grundlagen zu verschiedenen Fixier- und Aufbauvarianten schon genannt \u2013 hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>beim Aufspannen sollten <strong>nicht alle Seiten auf gleicher H\u00f6he<\/strong> sein, da sich sonst Regenwasser auf dem Tarp sammeln kann. Das Schr\u00e4gdach kann sowohl mithilfe von B\u00e4umen, als auch mit St\u00f6cken\/Stangen oder einer quer gespannten Schnur errichtet werden. Die offene, ungesch\u00fctzte Seite kann als bequemer Zugang zu einer Feuerstelle genutzt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>die <strong>Spannung des Tarps<\/strong> muss ausreichend stark sein, um schlaffe \u201eDurchh\u00e4nger\u201c zu vermeiden, die im Wind flattern und sich ebenfalls mit Wasser f\u00fcllen k\u00f6nnen<\/li>\n\n\n\n<li>wenn <strong>Regen im Anmarsch<\/strong> ist, sollte man direkt beim Aufbau eine Ablaufrinne bauen, damit das herabflie\u00dfende Wasser nicht unter das Tarp flie\u00dfen kann.<\/li>\n\n\n\n<li>(Trekking)St\u00f6cke oder Stangen eignen sich sehr gut, um einen <strong>Dachfirst<\/strong> bzw. einen Knick nach oben in das Tarp zu formen. Dabei empfiehlt sich eine weitere Unterlage unter der <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/isomatten\/\">Isomatte<\/a> gegen Feuchtigkeit und Schmutz<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Durchdachtes Dachdesign<\/h3>\n\n\n\n<p>Der <strong>Dachfirst<\/strong> schafft besonders bei gr\u00f6\u00dferen und sechseckigen Tarps viele M\u00f6glichkeiten und Varianten. Das Tarp l\u00e4sst sich so in zwei oder mehr \u201eSektionen\u201c aufteilen. In aller Regel wird der Knick in der Mitte, entlang der Linie des l\u00e4ngsten Durchmessers, eingezogen. Er sorgt dann f\u00fcr einen besseren Regenabfluss und kann auch das Ger\u00fcttel bei starkem Wind reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei hochwertigen Tarps wie denen von Hilleberg sind meist nicht nur an den Ecken, sondern auch in den Mitten der Seiten \u00d6sen oder Laschen mit Abspannleinen vorhanden. Dadurch gibt es mehr M\u00f6glichkeiten, einen Knick einzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es werden daf\u00fcr zuerst die Eckpunkte ganz normal vorgespannt. Anschlie\u00dfend die zus\u00e4tzlichen Punkte an den Seitenmitten je nach gew\u00fcnschtem Neigungswinkel mehr oder weniger h\u00f6her verspannen und fertig ist die Dachform. Wenn keine entsprechenden Zusatz\u00f6sen\/Laschen vorhanden sind, wird stattdessen eine separate, lose Leine genommen und entlang der gew\u00fcnschten Knicklinie unter das bereits locker vorgespannte Tarp gezogen. Die Fixpunkte f\u00fcr diese Extraleine m\u00fcssen nat\u00fcrlich vorher passend ausgesucht sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-tarp-hoher-verspannen\">Das Tarp h\u00f6her verspannen<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Tarp-Aufbau3.jpg\" alt=\"Tarp befestigt mit Kanu\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wieder ein sehr kreativer Aufbau. Sogar das Kanu dient als Fixpunkt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Willst du unter dem Tarp bequem stehen und soll es hoch genug h\u00e4ngen, damit darunter gen\u00fcgend Platz f\u00fcr ein Feuer samt abziehendem Rauch ist? Dann musst du das Ende der Leine(n) mit etwas Zusatzgewicht zu einem Kn\u00e4uel oder besser in einen Beutel zusammenschn\u00fcren und \u00fcber einen entsprechend hoch h\u00e4ngenden Ast werfen. Den dann hoffentlich tief genug h\u00e4ngenden Beutel ziehst du zur\u00fcck, um das Tarp mit einem Mastwurf oder Buckelknoten gegen einen weiteren, bodennah erreichbaren Fixpunkt abzuspannen.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4sst sich der h\u00f6here Fixpunkt kletternd sicher erreichen, kann man sich den zweiten Fixpunkt nat\u00fcrlich sparen. Alternativ kann das Leinenende auch mit einem <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/trekkingstoecke\/\">Trekkingstock<\/a> oder Ast \u00fcber eine hoch gelegene Befestigung bugsiert und gespannt werden. Dabei sollten die Leinen m\u00f6glichst wenig an der Baumrinde hin- und her reiben \u2013 im Interesse von Material und Baum.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-improvisationen-beim-aufbau-des-tarps\">Improvisationen beim Aufbau des Tarps<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn weder \u00d6se noch Lasche vorhanden sind (weil sie z.B. gerissen sind), nimmt man an der entsprechenden Stelle ein B\u00fcndel des Materials in die Hand und formt es zu einer l\u00e4nglichen \u201eWurst\u201c, aus der man dann einen simplen Kreuzschlag kn\u00fcpft. Dessen \u201eAuge\u201c ist die Ersatz\u00f6se bzw. das \u201eVerbindungsloch\u201c f\u00fcr die Abspannleine. Diese befestigt man hier am einfachsten durch eine Schlaufe aus einem parallel zur\u00fcckgef\u00fchrten Kreuzschlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn zwei Leinen verbunden werden m\u00fcssen (z.B. weil die L\u00e4nge sonst nicht reicht) verbindet man diese ebenfalls mit gegenl\u00e4ufig parallelem Kreuzschlag, in den allerdings eine Extraschlaufe eingekn\u00fcpft wird. Mit der Extraschlaufe l\u00e4sst sich die Verbindung auch unter hoher Belastung wieder aufziehen. Im oben verlinkten Hilleberg-Video ist das Kn\u00fcpfen sehr anschaulich dargestellt. Besser ist nat\u00fcrlich, von vornherein nur wenige, aber daf\u00fcr gen\u00fcgend lange Leinen dabei zu haben. Deren \u00fcberstehende Enden kann man, wenn man es \u00fcbersichtlich halten will, zu kleinen Puppen kn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-last-but-not-least-der-abbau-des-tarps\">Last but not least: der Abbau des Tarps<\/h2>\n\n\n\n<p>So wie man den Berg erst geschafft hat, wenn man wieder unten ist, hat man das \u201eTarpen\u201c erst geschafft, wenn alles wieder ordnungsgem\u00e4\u00df im Beutel verstaut ist. Nehmen wir mal an, man hat ein gr\u00f6\u00dferes, sechseckiges, trapezf\u00f6rmiges oder anderweitig etwas komplizierter geformtes Tarp dabei, ist zu zweit oder mehreren unterwegs und muss das Ding bei Wind und Wetter abbauen. Dann sollte man m\u00f6glichst vorher, also noch unter dem Tarp sitzend, absprechen, ob und wie das Teil gefaltet und von wem es wohin eingezogen werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei denn, man will in Regen und Wind stehend kl\u00e4ren, was mit Ausrufen wie \u201eDie Ecke mit der W\u00f6lbung da unten rechts!\u201c gemeint ist, oder an welcher der gedachten Mittellinien man mit dem Zusammenfalten ansetzt. Wenn sich hier auch noch zwei Dickk\u00f6pfe treffen, die gleichzeitig ihre verschiedenen L\u00f6sungsans\u00e4tze durchsetzen wollen, kann es auch schnell mal ungem\u00fctlich werden. Deshalb lautet der wichtigste Tipp: nicht vergessen, dass wir hier Spa\u00df haben und die Natur genie\u00dfen wollen \u2026<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"\/tarps-planenzelte\/\">Tarp Zelt &amp; Planenzelt kaufen<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Anfang war die Plane. Dann kamen ein paar Schn\u00fcre und die Landschaft. Alles ganz einfach, oder? Doch sp\u00e4testens seit der Sch\u00f6pfungsgeschichte wissen wir, dass einfach erscheinende Dinge schnell&nbsp; kompliziert werden k\u00f6nnen. Der Aufbau eines Tarps scheint da keine Ausnahme. Zumindest, wenn man sich die Youtube-Tutorials der Bushcrafter und Survival-Cracks so anschaut. 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