{"id":25995,"date":"2017-09-07T11:31:32","date_gmt":"2017-09-07T09:31:32","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/geschichte-berg-kletterschuh\/"},"modified":"2025-12-23T15:03:40","modified_gmt":"2025-12-23T14:03:40","slug":"geschichte-berg-kletterschuh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/geschichte-berg-kletterschuh\/","title":{"rendered":"Von Stroh und gelben Octagons: die Entwicklung des Berg- und Kletterschuhs"},"content":{"rendered":"\n<p>Es soll bitte sch\u00f6n ein filigranes Gebilde aus vielen miteinander verbundenen Einzelteilen sein. Beweglichkeit in alle Richtungen und in sich selbst muss dabei ebenso gew\u00e4hrleistet sein, wie eine bei Bedarf explosive Schnelligkeit. Trotzdem muss das Ganze \u00e4u\u00dferst kompakt und robust sein, da es ein Vielfaches seines Eigengewichts zu tragen hat. Ach ja, und es sollte zudem m\u00f6glichst verschlei\u00dffrei bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>So in etwa w\u00fcrde der Bestellzettel lauten, wollte man einen menschlichen Fu\u00df in Auftrag geben. Dennoch lie\u00df sich dieses Meisterst\u00fcck kosmischer Ingenieurskunst, mit seinen 26 durch Gelenke, B\u00e4nder und Sehnen zusammengehaltenen Knochen, bislang weder in China noch sonst wo auf Erden kopieren. Sicher, es gibt Roboterf\u00fc\u00dfe, doch k\u00f6nnen die auch klettern, seiltanzen und Fu\u00dfball spielen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die enorme Komplexit\u00e4t der F\u00fc\u00dfe erkl\u00e4rt, warum auch deren bergtaugliche Beschuhung eine enorm komplexe Angelegenheit ist. Enorm komplex? Ja, richtig, denn Berg- oder <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/kletterschuhe\/\">Kletterschuhe<\/a> m\u00fcssen schlie\u00dflich mehrere der oben genannten Aufgaben \u00fcbernehmen. Reibung und Scherkr\u00e4fte unter rhythmischer, hoher Gewichtsbelastung wegstecken und dabei trotzdem die Bewegungen ein St\u00fcck weit \u201emitmachen\u201c. Ohne jedoch dabei die Formstabilit\u00e4t zu verlieren. Dann sollen sie die F\u00fc\u00dfe zwar bitte optimal sch\u00fctzen, aber weder zu sehr einschn\u00fcren noch das Gef\u00fchl f\u00fcr den Untergrund einschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schuh-steinzeit-die-langste-schuh-geschichtsepoche\">Schuh-Steinzeit: die l\u00e4ngste Schuh-Geschichtsepoche<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Oetzi.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Oetzi.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Berg- und Kletterschuhe\" style=\"width:350px;height:263px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Schuh, wie ihn der gute alte \u00d6tzi getragen haben k\u00f6nnte. Zu sehen im Bata Shoe Museum, Toronto, Ontario, Canada.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wegen dieser verzwickten, sich teils widersprechenden Anforderungen hat es mit der Entwicklung von wirklich guten Bergschuhen auch ein wenig l\u00e4nger gedauert. Genauer gesagt so um die 12.000 Jahre, von den ersten sandalenartigen Flechtwerken bis zu den heutigen Hightech-Tretern. Auch diese Zeitspanne verlief \u2013 wie die meisten anderen Entwicklungen der Menschheitsgeschichte \u2013 gr\u00f6\u00dftenteils ereignisarm. Um dann in der j\u00fcngsten Vergangenheit regelrecht zu explodieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Hauslabjoch in den \u00d6tztaler Alpen war noch nicht allzu viel los, als \u201e\u00d6tzi\u201c dort vor gut 5200 Jahren ums Leben kam. Der wohl ber\u00fchmteste Bergverschollene aller Zeiten trug dabei eine Kombination aus ledernem Innen- und Au\u00dfenschuh. Dieser war innen mit Heu als W\u00e4rmeisolierung gef\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Zeit des \u00d6tzi sch\u00e4tzt man im S\u00fcdtiroler Museum f\u00fcr Arch\u00e4ologie auch allgemein das Aufkommen der ersten \u201eBergschuhe\u201c des Alpenraums: Lederriemen, die unter die Fu\u00dfsohlen gezogen waren, um die Traktion auf felsigem Untergrund zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leder blieb bis ins 20. Jahrhundert sowohl f\u00fcr den Schaft als auch f\u00fcr die Sohle das Material der Wahl. Das lag nicht zuletzt daran, dass es kaum Alternativen gab. Andere verf\u00fcgbare Materialien waren entweder zu weich und zu empfindlich oder zu hart, steif und spr\u00f6de. Kautschuk und Gummi waren zwar seit der Erfindung der Vulkanisation 1839 auch f\u00fcr Schuhsohlen bekannt, doch beim alpinistischen Einsatz kamen sie schnell an Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schustereien im 19. Jahrhundert<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Historisch.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Historisch.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Berg- und Kletterschuhe\" style=\"width:350px;height:262px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bergausr\u00fcstung zur Zeit des Hermann von Barth (1845-1876) mit genagelten Haferlschuhen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch das ausreichend stabile Verbinden der verschiedenen Stoffe war mangels ausgefeilter Klebe- oder N\u00e4hverfahren schwierig. Einzelne Schustereien produzieren zwar schon im 19. Jahrhundert bessere Schuhe mit neuen Verfahren wie der Zwienaht, doch das bleiben eher Einzelst\u00fccke, ma\u00dfgefertigt f\u00fcr eine gut betuchte Kundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor nicht eine gr\u00f6\u00dfere Zahl an Menschen in die Berge ging, war das Innovationspotential begrenzt, denn es gab nicht gen\u00fcgend (finanziellen) Anreiz, viel Zeit, Geld und M\u00fche in den technischen Fortschritt des Schuhwerks zu investieren. So waren selbst die Alpinisten im \u201egoldenen Zeitalter\u201c der gro\u00dfen alpinen Erstbesteigungen noch mit \u201eBergschuhen\u201c unterwegs, die manch einer heute nicht mal mehr f\u00fcr einen Waldspaziergang anziehen wollte. Auch wenn der rustikale N\u00e4gel- und Metallbeschlag sicher interessierte Blicke auf sich ziehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-am-fusse-der-dolomiten-die-erste-bergschuh-industrie\">Am Fu\u00dfe der Dolomiten: Die erste Bergschuh-Industrie<\/h2>\n\n\n\n<p>Erst als zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Massengesellschaft an Gro\u00dfstadtmenschen \u201egereift\u201c war, begannen auch Normalb\u00fcrger das Herumlaufen im Gebirge als eine erholsame und erstrebenswerte T\u00e4tigkeit zu betrachten, die eines guten Schuhwerks w\u00fcrdig war.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daher bestimmt kein Zufall, dass die ersten erfolgreichen Gehversuche einer hochwertigen Bergschuh-Fabrikation in Norditalien stattfanden, in der stark verst\u00e4dterten Po-Ebene zu F\u00fc\u00dfen einer unendlichen Auswahl an Alpenbergen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Jahrhundertwende.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Jahrhundertwende.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Berg- und Kletterschuhe\" style=\"width:250px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/bergschuhe\/\">Bergschuhe<\/a> um das Jahr 1911.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Besonders in der Dolomitenregion war auch die Tradition des Schuhmachers in der Kultur verwurzelt. Es entstanden hier ab dem ersten Weltkrieg Bergschuh-Schmieden wie <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/marken\/scarpa\/\">Scarpa<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/marken\/la-sportiva\/\">La Sportiva<\/a> oder Asolo, die heute noch klangvolle Namen in der Branche sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die ersten richtigen Bergschuhe in Italien<\/h3>\n\n\n\n<p>Man orientierte sich bei der Konzeption von Bergschuhen vor allem an den schon vorhandenen Spezialschuhen f\u00fcr F\u00f6rster und J\u00e4ger. Bis zum zweiten Weltkrieg entsteht so immerhin schon eine gewisse Auswahl robuster Treter, die sich f\u00fcr raues Gel\u00e4nde eignen und die Kletter- und Berg-Elite nicht davon abhalten, den 6. Grad im Fels zu meistern (vor allem die italienischen \u201eSestogradisti\u201c) und in schwierigste Alpenw\u00e4nde einzusteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei tanzte man allerdings in Sachen Risiko stets auf einer Rasierklinge. Selbst auf einfachen Touren waren jederzeit materialbedingte \u00dcberraschungen m\u00f6glich. Noch 1935 kommt es ander Punta Rasica (3305 m) an der schweizerisch-italienischen Grenze zu einem Bergungl\u00fcck, bei dem sechs Bergsteiger wegen untauglichen Schuhwerks sterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Unfall nahm ein gewisser Vitale Bramani zum Anlass, eine neuartige, wasser- und winterfeste Gummisohle zu entwickeln und zu patentieren. Die neuen Sohlen, die fortan \u201eVibram\u201c hei\u00dfen sollten, sind bis heute in fast jedem hochwertigen Bergschuh verbaut.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Vibram.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Vibram.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Berg- und Kletterschuhe\" style=\"width:350px;height:266px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vitale Bramani erobert mit seinen neuen Sohlen den Markt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Wasserdichtigkeit des ganzen Schuhs, Atmungsaktivit\u00e4t oder anderem heute selbstverst\u00e4ndlichen Komfort ist hier allerdings noch nicht die Rede. Generell hielt sich der Komfort angesichts der Zwischen- und Innensohlen aus Leder bei noch nicht vorhandenen D\u00e4mpfungen bis in die 70er Jahre sehr in Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst Spitzenbergsteiger hantieren mit selbst gebauten Provisorien herum, die man heute wohl als haarstr\u00e4ubend bezeichnen w\u00fcrde. So bastelten sich <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/Faszination_Berg.html?id=XzcUjCkD06IC&amp;redir_esc=y\" rel=\"nofollow\">Louis Lachenal und Lionel Terray f\u00fcr ihre Begehung des Walkerpfeilers 1946<\/a> ihre \u201eProfilsohlen\u201c aus St\u00fccken von Autoreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4ngige Methode war zu dieser Zeit auch, in schwierigen Passagen kurzerhand die Bergschuhe auszuziehen und mit Socken oder barfu\u00df zu klettern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-spate-durchbruche\">Sp\u00e4te Durchbr\u00fcche<\/h2>\n\n\n\n<p>Erst gegen Ende der Siebziger waren die wesentlich leichteren Kunststoffe durch Firmen wie Gore-Tex weit genug entwickelt worden, um in Bergschuhe eingearbeitet werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach und nach wurden dann die Rollen getauscht und das Leder wurde zum erg\u00e4nzenden Material f\u00fcr verst\u00e4rkte Eins\u00e4tze an empfindlichen Zonen wie den Schn\u00fcr\u00f6sen. Die Stiefel werden leichter und zugleich ergonomischer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRichtige\u201c Bergschuhe unterscheiden sich mit Eigenschaften wie Steigeisenfestigkeit und Wasserdichtigkeit immer deutlicher von einfachen <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/wanderschuhe\/\">Wanderschuhen<\/a>. Es entstehen immer mehr verschiedene Modelle und Kategorien von Bergschuhen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Meindl.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Meindl.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Berg- und Kletterschuhe\" style=\"width:350px;height:263px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Tricouni-Beschlag war im fr\u00fchen 20. Jahrhundert eine zus\u00e4tzliche Sicherung vor allem beim Queren.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der deutsche Hersteller Meindl erfindet 1976 eine Skala von A bis D, die seitdem genutzt wird, um Bergschuhe nach Anwendungsbereichen zu klassifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Achtzigern kommen diverse Kunststoff-Polymere wie EVA und Polyurethan hinzu, die stabil und haltbar, aber dennoch flexibel und leicht sind. Da Leder knapp und teuer ist, w\u00e4hrend erd\u00f6lbasierte Kunststoffe in H\u00fclle und F\u00fclle \u201esprudeln\u201c, sinkt ab den Siebzigern auch das Kosten- und Preisniveau signifikant. Begleitet wird das Ganze durch Mauerfall, Globalisierung und die Verteilung der Produktionsst\u00e4tten rund um den Globus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kletterschuhe-mit-spatstart\">Kletterschuhe mit Sp\u00e4tstart<\/h2>\n\n\n\n<p>Bis hierhin fiel noch kein Wort zu den Kletterschuhen, warum eigentlich? Nun, so pr\u00e4sent und selbstverst\u00e4ndlich sie heute scheinen, so sp\u00e4t tauchten sie erst auf der Bildfl\u00e4che auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis in die siebziger Jahre war Kletterei in aller Regel mit klassischen Bergschuhen oder improvisierten Schlappen, oft Marke Eigenbau angesagt. Bis dahin waren selbst die \u201enormalen\u201c Bergschuhe mit Vibram-Sohlen&nbsp; nicht nur teuer, sondern oft auch schwer zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/Faszination_Berg.html?id=XzcUjCkD06IC&amp;redir_esc=y\" rel=\"nofollow\">Improvisierte \u201eKletterpatschen\u201c<\/a> gab es zwar l\u00e4ngst, doch diese \u201eHomemade-Produkte\u201c waren alles andere als stabil und haltbar. Da wurden teils dicke Socken mit Filz verst\u00e4rkt oder um Leinenschuhe wurde irgendein Flechtwerk gepfriemelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Elbsandsteingebirge, dem wohl \u00e4ltesten \u201eSportklettergebiet\u201c der Welt, hatte man Kaminkehrerschuhe verwendet, in den USA indianische Mokassins. Dass deren Reibungswerte nicht immer wirklich prickelnd waren, kann man sich denken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Modern.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Geschichte-Berg-Kletterschuh-Modern.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Berg- und Kletterschuhe\" style=\"width:350px;height:264px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Moderne Kletterschuhe von La Sportiva.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die heute g\u00e4ngigen Kletterschuhe mit den vorgespannten, \u00fcber den Schaft gezogenen \u201eReibungssohlen\u201c kamen erst Jahrzehnte nachdem sich das Klettern an kleine(re)n Felsen schon als eigene Sportart etabliert hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn auch hier gilt, dass hochwertiges Material in Serienreife und bezahlbarer Massenverf\u00fcgbarkeit erst dann aufkommt, wenn gen\u00fcgend Nachfrage besteht. Das war im Falle der Sportkletterer, die eine weniger steife Sohle mit \u201emehr Gef\u00fchl\u201c ben\u00f6tigten, als die klassischen Bergsteiger, fr\u00fchestens Ende der Siebziger der Fall. Zur wirklichen Massenbewegung wurde das Sportklettern nochmals viel sp\u00e4ter &#8211;&nbsp; in etwa um die Jahrtausendwende.<\/p>\n\n\n\n<p>Die heute allgegenw\u00e4rtigen \u201ePatschen\u201c <a href=\"http:\/\/www.heinzmariacher.com\/de\/\">hat der Tiroler Spitzenkletterer Heinz Mariacher<\/a> zu Beginn der Achtziger in ausgereifter Form entworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei arbeitete er mit den schon bei den Bergschuhen f\u00fchrenden Herstellern La Sportiva und Scarpa zusammen. Neue Gummimischungen erm\u00f6glichten eine profillose und dennoch extrem raue Sohle. Sie hatten damit einen wesentlichen Anteil an der enormen Schwierigkeitssteigerung der letzten drei Jahrzehnte und erm\u00f6glichen es heute Klettereinsteigern, binnen k\u00fcrzester Zeit Passagen zu klettern, die noch in der j\u00fcngeren Vergangenheit an der Grenze des M\u00f6glichen lagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ausblick-schone-neue-welt\">Ausblick: sch\u00f6ne neue Welt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Gegenw\u00e4rtig sind die Berg- und Kletterschuhe auf einem Komfort, Vielfalts- und Komplexit\u00e4tsniveau angelangt, das kaum noch zu toppen scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest wenn wir weiterhin selbstst\u00e4ndig und \u201eauf eigene Gefahr\u201c gehen und kraxeln wollen. Ansonsten ist in unserer vollvernetzten Vollkaskogesellschaft so einiges denkbar. Wie w\u00e4re es f\u00fcr den Anfang mit ein paar kleinen Seitenairbags im Schaft? Dann k\u00f6nnen wir mit smarter Elektronik und Nanotechnik nachlegen, die uns vor \u00fcberkommenen Unannehmlichkeiten und Risiken wie <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/schwitzrate-sport-rechner\/\">Schwitzen<\/a> und Stolpern sch\u00fctzt. Solche Malheurs geh\u00f6ren dann ebenso einer peinlich r\u00fcckst\u00e4ndigen Vergangenheit an wie Blasen und Geruchsbel\u00e4stigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch mehr Fortschritt bringt dann selbstdenkendes Smart-Schuhwerk, das immer \u00f6fter helfend eingreift und uns von weiteren unverantwortlichen Risiken wie Ausrutschen befreit. Das w\u00e4re doch super: statt sich gegen Ende einer langen Tour \u00fcberm\u00fcdet auf der letzten Ger\u00f6llhalde vor der H\u00fctte abzuplagen, einfach Autopilot am Screen anwischen und die Latschen machen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn jetzt schon das selbstfahrende Auto anrollt, warum soll dann nicht der selbstlaufende Bergschuh hinterherdackeln \u2013 selbstverst\u00e4ndlich mit 5G-Netz und eigener Facebookseite im Internet der Dinge.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/kletterschuhe\/?utm_source=basecamp&amp;utm_medium=social\">Hier gibt&#8217;s Kletterschuhe &gt;&gt;<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es soll bitte sch\u00f6n ein filigranes Gebilde aus vielen miteinander verbundenen Einzelteilen sein. 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