{"id":23304,"date":"2016-11-25T11:07:44","date_gmt":"2016-11-25T09:07:44","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/profi-tipps-zum-eis-und-mixedklettern-tricks-und-technik\/"},"modified":"2023-06-22T11:47:27","modified_gmt":"2023-06-22T09:47:27","slug":"profi-tipps-zum-eis-und-mixedklettern-tricks-und-technik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/profi-tipps-zum-eis-und-mixedklettern-tricks-und-technik\/","title":{"rendered":"Profi-Tipps zum Eis- und Mixedklettern: Tricks und Technik"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem es im <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/profi-tipps-zum-eis-und-mixedklettern-die-ausruestung\/\">ersten Teil meines Beitrags<\/a><\/strong> um die technische Ausr\u00fcstung zum Mixed- und Eisklettern ging, widme ich mich nun ein paar allgemeinen Themen. Klar, dass es sich wieder nur um eine kleine Auswahl handeln kann (das Feld des Winterkletterns ist weit\u2026) und es sich dabei um meine Erfahrungen und Einsch\u00e4tzungen handelt, die nat\u00fcrlich nicht jeder uneingeschr\u00e4nkt teilen wird. Aber ich hoffe, dass ihr dennoch von diesem Text profitiert und ein paar Anregungen mitnehmen k\u00f6nnt \u2013 und, dass die Vorfreunde auf den Winter weiter w\u00e4chst!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zustieg-und-die-challenge-trocken-bleiben\">Zustieg und die Challenge \u201eTrocken bleiben\u201c<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Im-Zustieg-unter-den-Waenden-des-Ben-Nevis.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Im-Zustieg-unter-den-Waenden-des-Ben-Nevis.-Foto-F.-Miller.jpg\" alt=\"Tipps f\u00fcrs Eisklettern\" width=\"351\" height=\"260\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Zustieg unter den W\u00e4nden des Ben Nevis. Foto: Fritz Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Warm werden aber nicht zu sehr <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/schwitzrate-sport-rechner\/\">schwitzen<\/a>, ist die Devise. Bei langen, anstrengenden Zustiegen beim Eisklettern mit schwerem Rucksack wird man aber zwangsl\u00e4ufig verschwitzt ankommen. Die richtige Antwort darauf: ein frisches Shirt (z.B. <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/merinounterwaesche\/\">Merinowolle <\/a><\/strong>oder eine Kunstfaser-Merino-Mischung), ein trockener Pulli, eine trockene M\u00fctze, trockene Handschuhe! Oder, wenn man am Einstieg nichts zur\u00fccklassen kann, weil man ganz anders absteigt: Gas geben und auf die unbeliebte \u201eK\u00f6rpertrocknung\u201c vertrauen. Feuchte Socken trocknen allerdings schlecht im ebenfalls feuchten Stiefeln\u2026 St\u00f6cke sind fast immer hilfreich. Wird sp\u00e4ter alles durch die Wand getragen, sind leichte Faltst\u00f6cke perfekt, die selbst in kleine Rucks\u00e4cke passen (Empfehlung: <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/leki-micro-stick-carbon-trekkingstoecke\/\">Leki Micro Stick Carbon<\/a><\/strong> mit etwas gr\u00f6\u00dferem Teller).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-lucke-zwischen-hose-und-stiefel\">Die L\u00fccke zwischen Hose und Stiefel<\/h2>\n\n\n\n<p>Schnee im Stiefel ist nicht lustig, deshalb ein paar Worte zum Thema <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/gamaschen\/\">Gamaschen<\/a>. Gehen wir davon aus, dass wir mit einer <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/regenhosen\/\">Hardshellhose<\/a> unterwegs beim Eisklettern sind. Lange Gamaschen, die bis unters Knie reichen, w\u00fcrden die genannte L\u00fccke nat\u00fcrlich schlie\u00dfen. Gleichzeitig w\u00e4re ein Teil der Hose gesch\u00fctzt. Aber: Zwei Lagen Hardshell \u00fcber den Unterschenkeln sind doch etwas \u00fcbertrieben und man w\u00fcrde mehr schwitzen. Hat man eine Hardshellhose ohne (funktionierende) Innengamasche und will ordentlich im Schnee w\u00fchlen, ist die beschriebene Variante dennoch zu empfehlen. F\u00fcr gem\u00e4\u00dfigtere Eins\u00e4tze reicht eine k\u00fcrzere Gamasche, solange die Hose beim Klettern nicht aus der Gamasche rutschen kann. Es gibt aber eine noch bessere L\u00f6sung, sofern man eine Hose mit ausreichender Beinl\u00e4nge und brauchbaren Innengamaschen besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Innengamaschen sollten recht lang, idealerweise etwas elastisch und mit einem kleinen Haken zum Einh\u00e4ngen am Stiefel ausgestattet sein (bei einigen Modellen ist der Haken falsch angebracht, so dass er sich von alleine aush\u00e4ngen wird). Nun also die Gamasche mittels besagtem Haken an der Schn\u00fcrung des Stiefels einh\u00e4ngen (ist die Hose zu kurz, wird dies die Bewegungsfreiheit einschr\u00e4nken). Die Innengamasche allein reicht aber nicht aus. Sie wird mit einer zweiten Gamasche kombiniert, die \u00fcber der Innengamasche angelegt wird und diese fixiert. Bei herk\u00f6mmlichen Bergstiefeln verwendet man am besten eine Softshell-Kurzgamasche, bei modernen Bergstiefeln mit integrierter Gamasche nat\u00fcrlich die Gamasche des Stiefels (gemeint sind jene <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/bergschuhe\/\">Bergstiefel<\/a>, bei denen die Gamasche die ganze Schn\u00fcrung bedeckt \u2013 es gibt auch andere Ausf\u00fchrungen, die andere L\u00f6sungen verlangen).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-stiefel-richtig-schnuren\">Stiefel richtig schn\u00fcren<\/h2>\n\n\n\n<p>Beim Zustieg sollte man seine Stiefel nicht zu fest schn\u00fcren. Bevor es ans Eisklettern geht, wird die Schn\u00fcrung dann nochmals angepasst. Bei technisch schwierigen Routen und bei kaltem, hartem Eis muss der Stiefel satt am Fu\u00df sitzen, was durch ein festes Schn\u00fcren im Bereich des Spanns erreicht wird. Klar, dass die Durchblutung darunter leiden kann \u2013 es braucht etwas Erfahrung, um einen guten Kompromiss zu finden. Werden die Zehen nicht mehr warm, sollte man die Schn\u00fcrung lockern (evtl. kann man an einem gesch\u00fctzten Platz auch kurz raus aus den Stiefeln und die Zehen massieren). Vor dem Einstieg in eine lange, alpine Route sollte man sicherstellen, dass sich die Schleife der Schn\u00fcrsenkel nicht aufl\u00f6sen kann. Es kann durchaus unangenehm sein, wenn dies im heiklen Gel\u00e4nde und\/oder bei schlechtem Wetter passiert (ich erinnere mich an eine Situation am Fitz Roy \u2013 von oben kam ein Schneerutsch nach dem anderen\u2026). Zumal man dann ja erstmal den Riemen des Steigeisens und die Gamasche \u00f6ffnen muss. Die Schleife also richtig festziehen und dann einen Knoten drauf (sofern der Stiefel kein alternatives Schn\u00fcrsystem hat)!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-taktik-und-sicherungstechnik\">Taktik und Sicherungstechnik<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Querung-mit-wenigen-Sicherungen.-Zwillingsseiltechnik-top-Halbseiltechnik-flop.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Querung-mit-wenigen-Sicherungen.-Zwillingsseiltechnik-top-Halbseiltechnik-flop.-Foto-F.-Miller.jpg\" alt=\"Tipps f\u00fcrs Eisklettern\" width=\"350\" height=\"263\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Querung mit wenigen Sicherungen. Zwillingsseiltechnik top, Halbseiltechnik flop. Foto: Fritz Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Einen langen Eisfall oder eine alpine Mixedroute klettert man sinnvollerweise nicht \u00fcberschlagend, sondern teilt den Vorstieg in Bl\u00f6cke ein, sofern beide Kletterpartner vorsteigen wollen. Bei einer 7-SL-Route k\u00f6nnte das dann so aussehen: Uschi f\u00fchrt die ersten vier Seill\u00e4ngen und Rolf-Dieter die verbleibenden drei. Gewechselt wird idealerweise im leichten Gel\u00e4nde oder an einem bequemen Stand vor\/nach einer kurzen L\u00e4nge. Viele Eiskletterer schw\u00f6ren auf die Halbseiltechnik, die nat\u00fcrlich in gewissen Situationen vorteilhaft ist. Realistisch betrachtet ist die korrekte Anwendung der Halbseiltechnik im Mehrseill\u00e4ngengel\u00e4nde aber so schwierig und aufw\u00e4ndig, dass sie uns schnell \u00fcberfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb meine Empfehlung f\u00fcr eine Zweierseilschaft: Zwillingsseile verwenden, oder d\u00fcnne Halbseile, die dann standardm\u00e4\u00dfig wie Zwillingsseile eingesetzt werden. Oder, wenn es die Route erlaubt, mit Einfachseil klettern. Standpl\u00e4tze baut man besser nicht mit dem <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/kletterseile\/\">Kletterseil<\/a> auf (man w\u00fcrde sich eine ganze Reihe von Nachteilen einhandeln), sondern mit einer Standplatzschlinge mit zuvor abgeknotetem Auge (doppelter Bulin). Mehr und mehr setzt sich hierf\u00fcr Rundmaterial durch, also zur 120er-Schlinge vern\u00e4hte 6-mm-Kevlar- oder Dyneemareepschnur. Das Handling ist verglichen mit Bandmaterial um Welten besser (und es gibt weitere Vorteile). Mir sind zwei Hersteller bekannt: Edelrid (Kevlar) und Skylotec (Dyneema). Nachgesichert wird mit der \u201ePlate\u201c, so hat man als Sicherer zwischendurch die H\u00e4nde frei und kann sich z. B. ums eingeholte Seil k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-sichern-am-eisgerat\">Sichern am Eisger\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Im ersten Teil dieses Beitrags wurde das Thema \u201eSichern am Eisger\u00e4t\u201c bereits angeschnitten und ich vermute, dass ein paar Erkl\u00e4rungen dazu nicht schaden k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich bevorzugen wir den Stand nach Lehrbuch \u2013 zwei Eisschrauben im guten Eis oder gerne auch zwei ordentliche Bohrhaken \u2013 allerdings interessiert das eine alpine Route recht wenig. Eis kann schlecht oder gar nicht erst vorhanden sein, Bohrhaken sind wom\u00f6glich zugeschneit. Oder wir haben schlicht zu wenig Eisschrauben dabei, um am Standplatz mehrere zu verbauen. In solchen F\u00e4llen hei\u00dft es improvisieren, wobei die Eisger\u00e4te ins Spiel kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Duennes-schlechtes-Eis-wenig-verfuegbare-Schrauben.-Die-Eisgeraete-dienen-am-Standplatz-als-zusaetzliche-Anker.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Duennes-schlechtes-Eis-wenig-verfuegbare-Schrauben.-Die-Eisgeraete-dienen-am-Standplatz-als-zusaetzliche-Anker.-Foto-F.-Miller.jpg\" alt=\"Tipps f\u00fcrs Eisklettern\" width=\"250\" height=\"330\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">D\u00fcnnes, schlechtes Eis, wenig verf\u00fcgbare Schrauben. Die Eisger\u00e4te dienen am Standplatz als zus\u00e4tzliche Anker. Foto: Fritz Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch was halten Eisger\u00e4te, wenn sie als Anker eingesetzt werden? Pit Schubert hat 1999\/2000 neun verschiedene Steileisger\u00e4te auf deren Auszugsfestigkeit im Eis getestet (siehe DAV Panorama 1\/2000 u. 6\/2000), also den Dorn belastet, bis das Ger\u00e4t brach oder ausbrach. Bei den 102 Versuchen lagen die Werte zwischen 0,6 und 10,4 kN, bei einem Mittelwert von 3,84 kN. Allerdings wurden die Ger\u00e4te mit nur einem Schlag gesetzt, was dazu gef\u00fchrt hat, dass ein paar Ger\u00e4te bei sehr niedrigen Werten ausgebrochen sind. Bei weiteren Versuchen wurden die Ger\u00e4te mit einem zweiten Ger\u00e4t nachgeschlagen. Die Auszugswerte lagen dann im Bereich 7,7 bis 9,0 kN.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ger\u00e4tekopf des Eisger\u00e4tes<\/h3>\n\n\n\n<p>Wichtig ist also, dass die Hauen m\u00f6glichst weit versenkt werden, was zumindest bei einem der beiden Eisger\u00e4te durch nachschlagen erreicht werden kann. Eine Schaufel am Ger\u00e4tekopf ist dabei hinderlich, ein Hammer von Vorteil. Au\u00dferdem muss die Belastung des eingeschlagenen Ger\u00e4ts in der vorgesehenen Richtung erfolgen (es darf nicht zur Seite oder nach oben belastet werden) und der Dorn ausreichend fest sein. Letzteres sollte beim Eisklettern selbstverst\u00e4ndlich sein, ist es aber nicht. Beispielsweise darf der von Grivel bei manchen Modellen verbaute Kunststoff-Dorn nach meinen Informationen nur mit K\u00f6rpergewicht belastet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den aktuellen Steileisger\u00e4ten von Edelrid (Riot, Rage) liegt die Festigkeit des Dorns hingegen bei 8 bis 10 kN (Herstellerinformation). Achtung, die hier angegebenen Werte dienen nur der groben Orientierung und d\u00fcrfen nicht auf gew\u00f6hnliche <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/eispickel\/\">Eispickel<\/a> f\u00fcr den Hochtoureneinsatz \u00fcbertragen werden! <strong>Praxistipps f\u00fcrs Abenteuergel\u00e4nde<\/strong>: Eisger\u00e4te k\u00f6nnen auch in gefrorene Erde, in vereisten Felsrissen oder neben verkeilten, eingefrorenen Felsbl\u00f6cken eingeschlagen werden. Die Beurteilung solcher Anker ist nat\u00fcrlich schwierig, deshalb mehrere Fixpunkte zu einem soliden Zentralpunkt zusammenfassen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-warm-bleiben\">Warm bleiben<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/E-Logic-M7-Mont-Blanc-du-Tacul.-Hartes-Drytooling-kein-fixes-Material.-Das-Legen-der-Cams-funktioniert-am-besten-ohne-Handschuhe.-Foto-F.-Miller-Kopi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/E-Logic-M7-Mont-Blanc-du-Tacul.-Hartes-Drytooling-kein-fixes-Material.-Das-Legen-der-Cams-funktioniert-am-besten-ohne-Handschuhe.-Foto-F.-Miller-Kopi.jpg\" alt=\"Tipps f\u00fcrs Eisklettern\" width=\"350\" height=\"261\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">E-Logic (M7+), Mont Blanc du Tacul. Hartes Drytooling, kein fixes Material. Das Legen der Cams funktioniert am besten ohne Handschuhe. Foto: Fritz Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Vorstieg einer langen, schwierigen Seill\u00e4nge dauert schon mal etwas. Auch mit trockenen Klamotten kann es dem Sicherer kalt werden. Dagegen hilft ein \u201eBelay-Jacket\u201c \u2013 in trockenen Nordwandrouten eine <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/daunenjacken\/\">Daunenjacke<\/a>, wenn im Eisfall viel Wasser nachl\u00e4uft besser eine Primaloft-Jacke. Au\u00dferdem wohltuend: eine <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/isolierflaschen\/\">Thermosflasche<\/a> mit hei\u00dfem, gezuckertem Tee und einem Schuss Rum \u2013 wobei es dagegen wahrscheinlich irgendwelche Einw\u00e4nde gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das beste Rezept gegen K\u00e4lte ist aber Bewegung! Gegen kalte Finger und die heftigen Schmerzen beim Warmwerden helfen \u201eWindm\u00fchlen\u201c. Also die Arme engagiert kreisen lassen, bis sich die Finger warm und gut durchblutet anf\u00fchlen. Und das schon vor dem Einstieg in die erste Seill\u00e4nge! In den einfachen, oft eingeschneiten Seill\u00e4ngen sollte man eher dicke Handschuhe tragen, in den Schl\u00fcsselseill\u00e4ngen eher d\u00fcnne, in harten Routen ganz d\u00fcnne. Oder auch mal gar keine, was aber schnell zu Hautverletzungen f\u00fchrt. Ich h\u00e4nge meine Reservehandschuhe nicht an den Gurt, sondern trage sie am K\u00f6rper, damit sie nicht gefrieren, wenn sie einmal etwas feucht sind. Wenn man in einer l\u00e4ngeren Route mit Rucksack unterwegs ist, kann man speziell f\u00fcrs Abseilen noch ein paar alte Handschuhe einstecken. Hochwertige Eiskletterhandschuhe, deren Obermaterial nicht zu dick sein darf, gehen beim Abseilen recht schnell kaputt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-beste-training-drytooling\">Das beste Training: Drytooling<\/h2>\n\n\n\n<p>Das beste Training f\u00fcrs Eisklettern \u2013 abgesehen vom Eisklettern \u2013 ist Drytooling. Leider gibt es wenige \u201erichtige\u201c Drytoolingspots. In normalen Kletterg\u00e4rten sollte man dennoch nicht drytoolen, erst recht nicht in beliebten Sektoren! Sicher gibt es einen gewissen Ermessensspielraum, aber es muss klar sein, dass es sich um ein sehr sensibles Thema handelt! Vereinzelt gibt es in den Kletterhallen Trainingsm\u00f6glichkeiten. Die, die ich kenne, sind leider eher d\u00fcrftig. Aber ok, vielleicht m\u00fcsste man auch selbst aktiv werden anstatt zu maulen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer, wer kreativ ist findet schon irgendwo ein paar Trainingsm\u00f6glichkeiten: Klimmz\u00fcge, H\u00e4nge- und Blockier\u00fcbungen an den Eisger\u00e4ten (die Hauen k\u00f6nnen z.B. in alte Seilschlingen eingeh\u00e4ngt werden, die irgendwo fixiert sind), Hangeln mit den Eisger\u00e4ten (Hauen ggf. komplett abpolstern, z. B. mit Schlauchst\u00fccken und Tape), \u2026 Egal wie das Training an den Eisger\u00e4ten aussieht, man sollte eher zur\u00fcckhaltend beginnen. Fehlt es an der richtigen Selbsteinsch\u00e4tzung bez\u00fcglich der muskul\u00e4ren und koordinativen M\u00f6glichkeiten, sind \u00dcberlastungssch\u00e4den an Schulter oder Ellbogen vorprogrammiert!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kurse-und-weiterfuhrende-informationen\">Kurse und weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n\n\n\n<p>Gibt es noch Unsicherheiten bei der Sicherungstechnik, beim Seilhandling am Standplatz, beim Beurteilen der Bedingungen und alpinen Gefahren? Oder w\u00e4ren ein paar Korrekturen der Klettertechnik hilfreich? Niemandem bricht ein Zacken aus der Krone, wenn er einen Kurs besucht. Das Kursniveau muss nat\u00fcrlich passen, weshalb sich fortgeschrittene Eiskletterer am besten direkt an einen spezialisierten Bergf\u00fchrer wenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem es im ersten Teil meines Beitrags um die technische Ausr\u00fcstung zum Mixed- und Eisklettern ging, widme ich mich nun ein paar allgemeinen Themen. 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