{"id":14089,"date":"2014-09-23T12:15:42","date_gmt":"2014-09-23T10:15:42","guid":{"rendered":"https:\/\/test-01.bergfreunde.de\/blog\/das-kleine-3x3-der-tourenplanung-teil-1-gelaende\/"},"modified":"2026-04-28T10:51:07","modified_gmt":"2026-04-28T08:51:07","slug":"das-kleine-3x3-der-tourenplanung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/das-kleine-3x3-der-tourenplanung\/","title":{"rendered":"Das kleine 3&#215;3 der Tourenplanung"},"content":{"rendered":"\n<p>In den Bergen l\u00e4uft nichts nach Schema F, das wissen wir. Und trotzdem k\u00f6nnen Schemata uns helfen, sicher in gro\u00dfen H\u00f6hen unterwegs zu sein. Das bekannteste Risikoschema ist \u201c<strong>3&#215;3 Lawinen<\/strong>\u201d vom Sicherheitsexperten <a title=\"Mehr \u00fcber Werner Munter bei Wikipedia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Werner_Munter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werner Munter<\/a>, ein Standardwerk zur Einsch\u00e4tzung der Lawinengefahr bei Wintertouren. Das 3&#215;3 Schema\u00a0l\u00e4sst sich aber auch als <strong>generelle Merkhilfe f\u00fcr die Tourenplanung von alpinen Touren<\/strong> anwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>drei Episoden<\/strong> stellen wir euch &#8211; angelehnt an Munter &#8211; ein kleines 3&#215;3 der Tourenplanung vor, bestehend aus den Teilen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gel\u00e4nde (Tourenl\u00e4nge, Schwierigkeit, Besonderheiten) <\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verh\u00e4ltnisse (Schnee, N\u00e4sse, Wetter)<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mensch (Kompetenzen, aktuelle Fitness, Gruppe)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Alle diese Faktoren m\u00fcssen bei der <strong>Tourenplanung, beim Tourenstart und unmittelbar w\u00e4hrend der Tour<\/strong> bedacht werden. Klar, dass unser Beitrag nur Denkanst\u00f6\u00dfe geben kann und weder Lehrbuch noch praktische Erfahrung ersetzt!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tourenplanung-gelande\">Tourenplanung &#8211; Gel\u00e4nde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tourenlange-soweit-die-beine-reichen\">Tourenl\u00e4nge: Soweit die Beine reichen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Tourenplanung f\u00e4ngt zu Hause an. Wanderf\u00fchrer und Wegweiser geben zumeist<strong> Gehzeiten ohne Pause<\/strong> an. Jeder sollte aber in der Lage sein, aufgrund von Karten die ungef\u00e4hre Tourenl\u00e4nge auszurechnen. Wie rechne ich nun aus, wie lange ich f\u00fcr eine bestimmte Tour brauche? In den Alpenl\u00e4ndern gibt es tats\u00e4chlich eine <strong>Norm zur Marschzeitberechnung<\/strong>! Die DIN 33466 gibt an, dass der Standardwanderer pro Stunde 300m im Aufstieg, 400m im Abstieg und 4km Horizontalentfernung zur\u00fccklegt. Die tats\u00e4chliche <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/gehzeit-rechner\/\">Gehzeit<\/a> einer Strecke l\u00e4sst sich dadurch errechnen, dass von den f\u00fcr die Horizontal- und Vertikalentfernung errechneten Zeiten der kleinere Wert halbiert und zum gr\u00f6\u00dferen addiert wird. Ein Beispiel:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSC054881.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSC054881.jpg\" alt=\"Weiss-Rot-Weiss: Zur H\u00f6rnlih\u00fctte f\u00fchrt ein Bergweg in 1h 30min DIN Gehzeit.\" class=\"wp-image-92331\" style=\"width:350px\" width=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSC054881.jpg 1357w, https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSC054881-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSC054881-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSC054881-768x768.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1357px) 100vw, 1357px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Weiss-Rot-Weiss: Zur H\u00f6rnlih\u00fctte f\u00fchrt ein Bergweg in 1h 30min DIN Gehzeit.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>H\u00f6henunterschied: 900 m. 900\/300 m \u00bb 3h<\/li>\n\n\n\n<li>Horizontalentfernung: 16 km\/4 km \u00bb 4h<\/li>\n\n\n\n<li>3h x 0,5 + 4h = 5,5 h. Die Gehzeit betr\u00e4gt somit 5,5h.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<strong>nominelle Zeit<\/strong>&nbsp;weicht jedoch von der&nbsp;<strong>realen Tourenzeit<\/strong>&nbsp;oft erheblich ab. Technische Schwierigkeiten, l\u00e4ngere Pausen, Kleiderwechsel bei schlechtem Wetter: generell sollte man&nbsp;<strong>mindestens eine Stunde Zeitreserve<\/strong>&nbsp;f\u00fcr eine Tagestour einplanen und dazu ca. 10min Pause pro Stunde. Wird die Tour l\u00e4nger als geplant, drohen Ersch\u00f6pfung, Dunkelheit und Hunger\/Durst. Das individuelle Fitnesslevel spielt nat\u00fcrlich auch eine Rolle, mehr dazu im 3. Abschnitt &#8222;Mensch&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schwierigkeit-gehen-ist-nicht-gleich-gehen\">Schwierigkeit: Gehen ist nicht gleich Gehen<\/h3>\n\n\n\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig liest man von Bergwanderern, die sich \u00fcbersch\u00e4tzt haben, und trotz k\u00f6rperlicher Unversehrtheit von der Bergwacht gerettet werden m\u00fcssen. Man spricht in diesen F\u00e4llen von einer <strong>Blockade<\/strong>. Allzu oft wurden anfangs die Schwierigkeiten der Tour au\u00dfer Acht gelassen. Gehen kann doch jeder, oder? Eben nicht. Auch nicht-technische alpine Wege k\u00f6nnen einiges an Schwierigkeiten mit sich bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Steile Rinnen mit losem Ger\u00f6ll, weglose schlecht markierte Schuttfelder, ausgesetzte Grate, rutschige Steinplatten mit st\u00e4ndiger Absturzgefahr, Fluss\u00fcberquerungen\u2014\u00a0<strong>Schl\u00fcsselstellen<\/strong> kommen in vielen Formen daher. Bei der Tourenplanung gilt es, auf die Markierungen auf der Karte zu achten. Alpine Wege sind oft gestrichelt dargestellt, teilweise weist ein Symbol auf besondere Schwierigkeiten hin. In der Schweiz gibt die SAC Wanderskala Auskunft \u00fcber die Schwierigkeit von Wanderwegen, die dementsprechend unterschiedlich markiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Merke: wo schwierig draufsteht, ist auch schwierig drin. <strong>Es kann jedoch gut sein, dass eine Schl\u00fcsselstelle aus der Tourenbeschreibung oder Karte nicht ersichtlich ist<\/strong>. Dann muss vor Ort entschieden werden, ob umgekehrt werden muss oder die Schl\u00fcsselstelle \u00fcberwunden werden kann, wenn n\u00f6tig mit Sicherung. Auch an den <strong>Abstieg<\/strong> denken! Bergab werden viele heikle Stellen noch kritischer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-besonderheiten-es-kommt-immer-anders-als-man-denkt\">Besonderheiten: Es kommt immer anders als man denkt<\/h3>\n\n\n\n<p>Besonderheiten sind solche <strong>akuten Umst\u00e4nde<\/strong>, die den Weg zum Zeitpunkt der Tour zus\u00e4tzlich erschweren. Das k\u00f6nnen angeschwollene Bergb\u00e4che sein, die vor dem letzten Regen noch ein harmloses Rinnsal waren, und die jetzt kaum zu \u00fcberqueren sind. Oder eine Br\u00fccke ist besch\u00e4digt, und noch kurz vor der H\u00fctte stellt sich die Frage, ob umkehrt werden muss oder nicht.\u00a0<strong>Ein<\/strong> <strong>abgerissenes Drahtseil<\/strong> o<strong>der ein wackelnder Stift k\u00f6nnen einen ansonsten gem\u00fctlichen Klettersteig zum Alptraum werden lassen<\/strong>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/c1CN8_p3SWu-Bfs70dffGP7JoDDgk8Wnbm10k7SisFI.jpeg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/c1CN8_p3SWu-Bfs70dffGP7JoDDgk8Wnbm10k7SisFI.jpeg\" alt=\"Ups, da war doch mal eine Br\u00fccke? Zwei Stunden Zeitverlust, zehn Minuten vor der H\u00fctte.\" class=\"wp-image-19678\" style=\"width:350px;height:350px\" width=\"350\" height=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ups, da war doch mal eine Br\u00fccke? Zwei Stunden Zeitverlust, zehn Minuten vor der H\u00fctte.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Vielleicht versperrt ein Erdrutsch\u00a0den Weg oder eine Kuhherde mit Muttertieren und K\u00e4lbern die Almwiese. Am besten ist es nat\u00fcrlich, von solchen Umst\u00e4nden vor der Tour zu erfahren. Der <strong>H\u00fcttenwirt<\/strong> oder andere Einheimische k\u00f6nnen eventuell Auskunft geben, auch sollte man auf aktuelle Aush\u00e4nge Acht geben. Informationen aus Internetforen zu aktuellen Touren k\u00f6nnen ebenfalls n\u00fctzlich sein. Ansonsten gilt es, an der besonderen Stelle eine Entscheidung zu treffen.<strong> Ist das Risiko kalkulierbar?<\/strong> Muss ich \u00fcber diesen Weg wieder zur\u00fcck und traue ich es mir zu, das eventuell\u00a0<strong>traumatische Hindernis<\/strong>\u00a0ein zweites Mal anzugehen? Wie sieht es mit der Zeitplanung aus? Kann ich es mir leisten, hier viel Zeit zu verlieren, und das eventuell noch ein weiteres Mal auf dem R\u00fcckweg? Ist eine <strong>Seilsicherung<\/strong> m\u00f6glich und n\u00f6tig? To go or not to go ist hier die Frage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit Gel\u00e4nde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tourenplanung f\u00e4ngt zu Hause an. Tourenl\u00e4nge und Schwierigkeit k\u00f6nnen und m\u00fcssen vor Tourenbeginn sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden. Als Regel sollte man immer eine Stufe unter seinem Limit w\u00e4hlen, so dass es Reserven gibt, wenn widrige Umst\u00e4nde auftreten. Auf Besonderheiten trifft man oft, wenn es schon zu sp\u00e4t ist. Hier gilt es, eine Risikoeinsch\u00e4tzung vorzunehmen und auch an den R\u00fcckweg zu denken. Ohne Kalkulation des restlichen 3&#215;3 ist die Tourenplanung jedoch noch nicht vollst\u00e4ndig. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tourenplanung-verhaltnisse\">Tourenplanung &#8211; <strong>Verh\u00e4ltnisse <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wetterbericht-lesen-bildet\">Wetterbericht: Lesen bildet!<\/h3>\n\n\n\n<p>Verh\u00e4ltnisse, das sind vor allem das Wetter und die Auswirkung des Wetters auf das Gel\u00e4nde. Ich muss also wissen, <strong>wie das Wetter war, wie es wird, und was das im einzelnen f\u00fcr die Tour bedeutet<\/strong>. Man beginnt mit dem Wetterbericht. Klare Sache! Der h\u00e4ngt normalerweise auf jeder H\u00fctte aus. Auf dem Smartphone kann man das Wetter nat\u00fcrlich auch unterwegs checken. Aber bitte, verlasst Euch nicht auf das Sonnenzeichen auf der\u00a0iPhone App!<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Seiten sind <a href=\"https:\/\/www.bergfex.it\/sommer\/italien\/wetter\/prognose\/\">bergfex.at<\/a>, auch die Alpenvereine informieren auf ihren Webseiten \u00fcber das Bergwetter. Es lohnt sich auch, mit dem H\u00fcttenwirt zu sprechen. Der kann die \u00f6rtliche Wetterlage oft am besten einsch\u00e4tzen.<strong> Das Wetter in den Alpen ist oft sehr kleinr\u00e4umig, einmal \u00fcber den Pass kann es schon ganz anders aussehen.<\/strong> Die generelle Wetterlage zu kennen, ist oft nicht ausreichend. Auf keinen Fall sollte man den Fehler machen, die Verh\u00e4ltnisse im Talort als stellvertretend f\u00fcr das Bergwetter anzusehen. Au\u00dferdem \u00e4ndern sich die Verh\u00e4ltnisse schneller. Generell gilt, alle Wettervorhersagen \u00fcber mehr als drei Tage hinweg sind Wahrsagerei.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wetter-gelande-aktuelle-verhaltnisse\">Wetter + Gel\u00e4nde = aktuelle Verh\u00e4ltnisse<\/h3>\n\n\n\n<p>Nur Spie\u00dfer fahren in die Sonne&#8230;aber muss man im Sommerurlaub wirklich noch Wegzeiger aus dem Neuschnee buddeln?<\/p>\n\n\n\n<p>Den Wetterbericht zu kennen ist eine Sache. Mann muss aber auch wissen, was N\u00e4sse, Schnee und Nebel konkret f\u00fcr die geplante Tour bedeuten. Bei extrem schlechter Wetterlage muss die Tour angepasst, im Notfall abgesagt werden. Ist vielleicht die <strong>Routenfindung<\/strong> schon bei gutem Wetter schwierig? Wenn <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/entfernung-gewitter-rechner\/\">Gewitter<\/a> vorhergesagt sind, hat man auf Bergspitzen und mit Eisen versicherten Wegen nichts zu suchen. Bei starkem Wind ist eine ausgesetzte Gratwanderung gef\u00e4hrlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Stehen ansonsten gem\u00fctliche Almwiesen auf dem Programm, kann Regen sie in gef\u00e4hrliche Schlitterbahnen verwandeln. <strong>Jeden Fr\u00fchsommer stellen eifrige Klettersteiggeher fest, wie eklig ein Klettersteig sein kann, in dem die Seile stellenweise noch tief im Schnee vergraben sind<\/strong>. Wichtig ist auch, den Faktor Mensch in die Entscheidung einzubeziehen. Regen ist nicht nur nass werden. Neben drohender <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/windchill-effekt-rechner\/\">Unterk\u00fchlung<\/a> dr\u00fcckt die N\u00e4sse von oben auch auf die Motivation.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_4204-copy-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_4204-copy-scaled.jpg\" alt=\"Nur Spiesser fahren in die Sonne...aber muss man im Sommerurlaub noch die Wegzeiger aus Neuschnee buddeln?\" style=\"width:351px;height:263px\" width=\"351\" height=\"263\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-vorne-hinten-alles-weiss\">Vorne, hinten, alles wei\u00df<\/h3>\n\n\n\n<p>Nebel ist besonders t\u00fcckisch, vor allem wenn es auf dem Gletscher zu einem <strong>Whiteout<\/strong> kommt. Um einen herum nur noch wei\u00df, es sind keine Gel\u00e4ndelinien zu erkennen, keine Schluchten, Spalten und Abgr\u00fcnde. In solch einer Situation f\u00e4ngt man am besten an, St\u00f6ckchen zu schmei\u00dfen. <strong>Der geworfene <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/trekkingstoecke\/\">Wanderstock<\/a> zeigt auf, ob ein Abgrund droht oder flaches Gel\u00e4nde.<\/strong> Besser der Stock weg als man selbst. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine Episode aus dem Erfahrungsschatz der Autorin: Einmal versprach uns der aktuelle S\u00fcdtiroler Wetterbericht sechs Stunden Sonnenschein! Tats\u00e4chlich verlor sich unsere Gruppe im Nebel, musste kurz vor dem Gipfel umkehren und schaffte dies nur dank GPS. Wir waren allerdings mit einem Bergf\u00fchrer unterwegs. Sich ohne eine erfahrene Person so weit in den Nebel vorzutasten, w\u00e4re fahrl\u00e4ssig gewesen. Unsere Spuren waren l\u00e4ngst vom Winde verweht. <strong>Auch auf ein GPS alleine sollte man sich nicht verlassen<\/strong>. Man muss es nicht nur bedienen k\u00f6nnen, sondern auch die Batterien m\u00fcssen mitmachen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_5453-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_5453-scaled.jpg\" alt=\"IMG_5453\" class=\"wp-image-19688\" style=\"width:349px;height:262px\" width=\"349\" height=\"262\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Jahr sp\u00e4ter, schon wieder Schnee&#8230;Irgendwo geht&#8217;s da steil runter&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-es-gibt-kein-schlechtes-wetter-nur-falsche-ausrustung-oder\">Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Ausr\u00fcstung. Oder?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die richtige Ausr\u00fcstung ist in der Tat ein wichtiger Faktor im Umgang mit den Verh\u00e4ltnissen. Man sollte sich nach der <strong>Nullgradgrenze<\/strong> erkundigen, dementsprechend warme Kleidung einplanen und daran denken, dass pro 100 H\u00f6henmeter die Temperatur um ca. 0,65\u00b0C abnimmt. Sommers wie Winters ist ein <strong>Regenschutz<\/strong> Pflicht sowie nat\u00fcrliche weitere von den Verh\u00e4ltnissen geforderte Ausr\u00fcstungsmittel (z.B. Steigeisen, <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/schneeschuhe\/\">Schneeschuhe<\/a> etc.).&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_4200-copy-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_4200-copy-scaled.jpg\" alt=\"So manch ein Bergf\u00fchrer schw\u00f6rt auf Regenschirme. Gerne auch in ausgefallenen Mustern...\" class=\"wp-image-19752\" style=\"width:250px;height:333px\" width=\"250\" height=\"333\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">So manch ein Bergsteiger schw\u00f6rt auf Regenschirme. Gerne auch in ausgefallenen Mustern&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Sonne ist \u00fcbrigens auch Wetter!<\/strong> Wer ohne Sonnenschutz in die Berge geht, riskiert extreme Verbrennungen, auch wenn die Sonne nicht scheint. Schnee reflektiert die Sonneneinstrahlung, daher m\u00fcssen auch die Nasenl\u00f6cher regelm\u00e4\u00dfig eingecremt werden. Ein Hut kann vor Sonnenstich und Kopfhautverbrennungen sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Denke daran: Auch die beste Ausr\u00fcstung ersetzt weder gewissenhafte Planung, noch die besonnene Umsetzung einer Tour!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit Wetter <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Wetter einzusch\u00e4tzen ist keine leichte Sache. Auch erfahrenen Bergg\u00e4ngern gelingt das nicht immer. <strong>Gerade deswegen sollte man sich jedoch mit dem Thema gut befassen.<\/strong> Wetterkunde ist ein fester Bestandteil von alpinen Ausbildungskursen (oder sollte es zumindest sein&#8230;). Es gibt auch spezielle Bergwetterkurse, die zum Beispiel von den Alpenvereinen angeboten werden. Literatur gibt es nat\u00fcrlich auch zum Thema. Bei der Wetterkunde gilt jedoch dasselbe wie bei andere alpinen F\u00e4higkeiten: Lesen bildet zwar, ersetzt aber nicht die praktische Erfahrung. Die ist in diesem Falle jedoch oft auch vom Wissen \u00fcber spezielle regionale Besonderheiten abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tourenplanung-mensch\">Tourenplanung &#8211; <strong>Mensch<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kompetenz-was-kann-ich-wie-ist-es-mit-den-anderen\">Kompetenz: Was kann ich? Wie ist es mit den anderen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Tourenplanung muss nat\u00fcrlich zuerst die&nbsp;<strong>Kompetenz aller Gruppenmitglieder<\/strong>&nbsp;bewertet und die Route dementsprechend ausgew\u00e4hlt werden. Es gilt der altbekannte Spruch: das schw\u00e4chste Glied bestimmt das Tempo und den Schwierigkeitsgrad der Tour. <\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte sich auch dar\u00fcber Gedanken machen, ob alle in der Gruppe gleichberechtigt entscheiden oder ob einer aufgrund gr\u00f6\u00dferer Erfahrung die&nbsp;<strong>Planungshoheit<\/strong>&nbsp;hat. Und: hat jeder die richtige Ausr\u00fcstung?<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist auch die richtige&nbsp;<strong>Gruppengr\u00f6\u00dfe<\/strong>. Habe ich gen\u00fcgend Leute, um eine sichere Seilschaft f\u00fcr eine Gletscher\u00fcberquerung zu bilden? Sind vielleicht zu viele Leute in der Gruppe, um eine Grundgeschwindigkeit f\u00fcr eine besonders lange Tour zu gew\u00e4hrleisten? Sind Kinder dabei?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/10619943_10154473692440114_5380797019687641197_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/10619943_10154473692440114_5380797019687641197_o.jpg\" alt=\"Auch Faktor Hund muss bedacht werden. Steile Abstiege? Kuhweiden? Muss Bello in den Rucksack?\" class=\"wp-image-21094\" style=\"width:350px;height:263px\" width=\"350\" height=\"263\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch der Faktor Hund muss gegebenenfalls bedacht werden. Steile Abstiege? Kuhweiden? Muss Bello in den Rucksack?<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tageskondition-gruppendynamik\">Tageskondition &amp; Gruppendynamik<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie ist die&nbsp;<strong>Stimmung<\/strong>&nbsp;in der Gruppe? Die richtige Einstellung am Berg ist ein nicht zu untersch\u00e4tzender Faktor f\u00fcr das Gelingen einer Bergtour. Es geht dabei nicht nur darum, lustige Wanderlieder im Chor zu singen, sondern auch in schwierigen oder anstrengenden Situationen den Mut nicht zu verlieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Psychische Ersch\u00f6pfung ist einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr Blockaden.<\/strong>\u00a0Ist ein besonders \u00e4ngstlicher oder gestresster Teilnehmer in der Gruppe (die Gr\u00fcnde k\u00f6nnen auch unabh\u00e4ngig von der Tour sein), sollte das Problem m\u00f6glichst rechtzeitig angesprochen werden. Dasselbe gilt auch f\u00fcr\u00a0<strong>Streitigkeiten und Rivalit\u00e4ten<\/strong>. Es gab schon so manch eine Himalaya-Expedition, bei denen ein Faustkampf zwischen zwei Expeditionsmitgliedern die Sicherheit aller gef\u00e4hrdet hat\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist es auch, kurz vor Tourenbeginn noch einmal zu pr\u00fcfen, ob die <strong>Ausr\u00fcstung<\/strong> bei allen stimmt. Nat\u00fcrlich sollte man gerade bei unerfahrenen Personen noch einmal sichergehen, ob die <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/steigeisen\/\">Steigeisen<\/a> wirklich passen und auch sonst alles dabei ist, was f\u00fcr die herrschenden Verh\u00e4ltnisse n\u00f6tig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem sollte die\u00a0<strong>aktuelle Fitness<\/strong>\u00a0aller im Auge behalten werden, schlie\u00dflich kann jeder mal einen schlechten Tag haben. Folgt man noch dem zu Hause erstellten Zeitplan oder leistet ein Teilnehmer unterdurchschnittlich? Gibt es Anhaltspunkte, dass der Faktor Mensch zu einem Risiko werden kann, muss das Tourziel \u00fcberdacht werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\" id=\"attachment_20966\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/r0mR89siF2RoVuCFuzki4cbleTvlO1gUo81jveWr5dczBZpA6hHc_Xn2yB2ssuOOkI38hwyLECGoH9kW3YWpy0.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/r0mR89siF2RoVuCFuzki4cbleTvlO1gUo81jveWr5dczBZpA6hHc_Xn2yB2ssuOOkI38hwyLECGoH9kW3YWpy0.jpeg\" alt=\"r0mR89siF2RoVuCFuzki4cbleTvlO1gUo81jveWr5dc,zBZpA6hHc_Xn2yB2ssuOOkI38hwyLECGoH9kW3YWpy0\" class=\"wp-image-20966\" style=\"width:349px;height:261px\" width=\"349\" height=\"261\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stimmt bei allen die Ausr\u00fcstung?<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-entscheidungen-treffen\">Entscheidungen treffen<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00dcber <strong>Schl\u00fcsselstellen<\/strong> haben wir uns schon im 1.Abschnitt Gedanken gemacht. Auch hier spielen nicht nur objektive Umst\u00e4nde eine Rolle, sondern auch subjektive Empfindungen. Abgesehen davon, dass es wieder das schw\u00e4chste Glied ist, welches bei der Entscheidung Weitergehen oder Umkehren einbezogen werden muss, kann es sein, dass vielleicht jemand aus <strong>Konkurrenzgef\u00fchl<\/strong> weitergehen m\u00f6chte, oder sich <strong>durch die Gruppe unter Druck<\/strong> gesetzt f\u00fchlt. Oder <strong>es f\u00fchlt sich niemand verantwortlich<\/strong>, eine Entscheidung zu treffen. Hier ist die Empathie der Gruppe gefragt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mensch plus Verh\u00e4ltnisse:<\/strong>&nbsp;Im steinschlaggef\u00e4hrdeten Gebiet geht man zumeist in gro\u00dfen Abst\u00e4nden. Auf rollendem Schutt dagegen bleibt man dicht beieinander, so dass losgetretene Steine eine geringere Geschwindigkeit haben, wenn sie den Vorgehenden treffen. Auch bei&nbsp;Lawinengefahr&nbsp;spielt das Gruppenverhalten eine Rolle, hier sollte man das \u201cOriginal\u201d 3\u00d73 von Munter beachten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit Mensch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im <strong>Zusammenspiel mit dem Gel\u00e4nde und den Verh\u00e4ltnissen<\/strong> spielt der Faktor Mensch eine zentrale Rolle f\u00fcr die Sicherheit am Berg und das Gelingen einer Tour. Um psychische und physische Ersch\u00f6pfungen zu vermeiden, sollte man sich selber gut kennen, ehrlich in der Beurteilung der eigenen (auch tagesabh\u00e4ngigen) Leistungsgrenze sein und das gesamte Team im Auge behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenn <strong>K\u00f6nnen, Ausdauer und Psyche<\/strong> der gew\u00e4hlten Tour angemessen sind, hat eine Bergtour Aussicht auf gutes Gelingen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\" id=\"attachment_20959\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/q021jT9zSSfZi-j1eR3zP0VPCuSEvaUqWtJmRFcExI8.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/q021jT9zSSfZi-j1eR3zP0VPCuSEvaUqWtJmRFcExI8.jpeg\" alt=\"Ist die Gruppe gut gelaunt, freut sich auch der alte Mann vom Berg!\" class=\"wp-image-20959\" style=\"width:836px;height:394px\" width=\"836\" height=\"394\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ist die Gruppe gut gelaunt, freut sich der alte Mann vom Berg!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zuletzt aktualisiert: 20.07.2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Bergen l\u00e4uft nichts nach Schema F, das wissen wir. 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