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Gänseblümchen und Co. machen sich auch gut auf dem Teller.

Wildkräuter bestimmen

Inhaltsverzeichnis

Alles Unkraut oder doch gefundenes Fressen? Welche essbaren Wildkräuter in Deutschland wachsen, wann und wo Du diese findest und wie Du die Wildkräuter bestimmen kannst, erfährst Du in diesem Beitrag. Wir stellen Dir heute zehn Wildkräuter vor, die Du in der Natur findest und zum Kochen verwenden kannst. Besonders gut eignen sich diese zum Würzen von Salaten und Deinen Lieblingsgerichten. Um die Wildkräuter länger haltbar zu machen, kannst Du diese in der Regel nach dem Sammeln zum Beispiel einfrieren oder trocknen.

Zunächst sei aber noch gesagt, dass Vorsicht beim Sammeln geboten ist. Von einem Waldrand, an dem Hundebesitzer gerne mit ihren Vierbeinern ihre Runden drehen, solltest Du Dich mit dem Sammeln zurückhalten. Achte außerdem darauf, dass Du die Wildkräuter vor dem Verzehr ordentlich säuberst und ggf. kurz erhitzt. Und wenn Du Dir doch einmal nicht ganz sicher sein solltest, ob es sich gerade um die richtige Wildpflanze handelt, gilt: Finger weg bei Unsicherheit! Zwar haben wir Dir in diesem Beitrag die Wildkräuter aufgelistet, bei denen die Verwechslungsgefahr vergleichsweise gering ist, dennoch solltest Du Dich lieber einmal mehr als zu wenig informieren.

Noch ein kleiner Tipp: Es gibt auch kostenlose Apps, die Dir bei der Pflanzen-Erkennung und Wildkräuter bestimmen helfen können.

Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch: Wenn sich das bekannte Wildkraut wohlfühlt, dann sprießt es in großen Beständen aus dem Boden.
Bärlauch: Wenn sich das bekannte Wildkraut wohlfühlt, dann sprießt es in großen Beständen aus dem Boden.

Bärlauch-Blätter lassen sich wunderbar zu Pesto verarbeiten oder als Gewürz in Suppen, Salaten, Soßen, Kräuterbutter sowie auf einem Frischkäsebrot verwenden. Sie geben Deinem Essen eine besondere Würze, die an Knoblauch erinnert.

Merkmale:

  • Blütezeit: April – Juni
  • Standort: Laub-, Misch- und Auwälder
  • Wächst 15-50 cm hoch
  • Ovale Blätter und Stängel mit weißen, sternförmigen Blüten
  • Intensiver Lauchgeruch, wenn an den Blättern gerieben wird

Verwechslungsgefahr:

  • Herbstzeitlose: Achtung, diese Pflanze ist giftig! Im Unterschied zum Bärlauch, bei dem die Blätter jeweils einzeln an Stielen wachsen, haben die Blätter der Herbstzeitlosen keine Stiele. Außerdem sind die Blütenblätter hier violett und nicht, wie beim Bärlauch, weiß.
  • Maiglöckchen: Achtung, auch Maiglöckchen sind giftig! Bei den Maiglöckchen wachsen die Blätter zwar am Stiel, allerdings wachsen hier in der Regel zwei Blätter an einem Stiel. Darüber hinaus sehen die Blüten anders aus als beim Bärlauch: bei den Maiglöckchen haben sie eine Glocken-Form.
  • Ein kleiner Tipp: Die Blätter der Herbstzeitlose und Maiglöckchen haben keinen Lauchgeruch! Du kannst Bärlauch also nicht nur optisch, sondern auch am Geruch sicher erkennen.

Brennnessel (Urtica urens und Urtica dioica)

Brennnessel: Meist nur als brennendes Unkraut bekannt.
Brennnessel: Meist nur als brennendes Unkraut bekannt.

Ob als Tee, Suppe, Soße oder als Zusatz in Knödel-, Gnocchi- sowie Nudelteig – die Blätter und Sprossen der Brennnessel können vielseitig eingesetzt werden. Außerdem kannst Du sie als Gewürz in zahlreichen Gerichten verwenden. Darüber hinaus überzeugt das Wildkraut nicht nur mit ihrem spinatartigen, nussigen Geschmack, sondern auch durch ihren hohen Vitamin C Gehalt. Erntest Du junge Brennnesseln, haben diese einen frischeren Geschmack. Die großen, älteren Brennnesseln kannst Du zwar auch essen, diese sind allerdings wegen des hohen Gerbsäure-Gehalts eher ungenießbar.

Merkmale:

  • Blütezeit: Juni – Oktober
  • Standort: Gärten, Waldränder, Gebüsche, Ödland, Ufer
  • Wächst je nach Sorte 10-50 cm (Urtica urens) oder 30-250 cm (Urtica dioica) hoch
  • Blätter mit Brennhaaren (Vorsicht beim Sammeln! Die Brennhaare verschwinden erst beim Waschen)
  • Blätter eiförmig und stumpf (Urtica urens) oder länglich zugespitzt (Urtica dioica)
  • Kantige Stängel

Mögliche Verwechslung:

  • Taubnessel: Eine tatsächliche Verwechslungsgefahr gibt es hier nicht. Die Blätter sehen aber denen der Taubnessel sehr ähnlich. Die Taubnessel ist glücklicherweise auch essbar! Im Gegensatz zur Brennnessel hat sie allerdings lilafarbene Blüten.

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Gänseblümchen: Wertet den nächsten Salat oder Dein selbstgemachtes Kräutersalz auf.
Gänseblümchen: Wertet den nächsten Salat oder Dein selbstgemachtes Kräutersalz auf.

Sie blühen fast das gesamte Jahr, schmecken im Frühjahr aber am besten. Gänseblümchen verfeinern optisch und geschmacklich Salate, Brote, Suppen oder auch süße Speisen. Mit ihrem leicht nussigen Geschmack passen sie in zahlreiche Gerichte. Sowohl die Blüte als auch die Blätter können in kleinen Mengen gegessen werden. Auch in Tees bringen die Gänseblümchen eine gute Abwechslung. Dieses Wildkraut ist zudem sehr leicht zu bestimmen.

Merkmale:

  • Blütezeit: Februar – Dezember
  • Standort: Wiesen, Weiden
  • Wächst 5-15 cm hoch
  • Grüner Stiel, gelbe Blüte und weiße, manchmal leicht rosafarbene Blätter
  • Blätter länglich und schmal

Giersch (Aegopodium podagraria)

Giersch
Giersch

Der Giersch ist eine echte Vitamin-, Mineral- und Proteinbombe unter den Wildpflanzen. Die Blätter enthalten wertvolles Vitamin A und C, Magnesium, Kalzium, Kalium sowie pflanzliches Eiweiß. Der Geschmack erinnert an Petersilie, wodurch er sich zum Würzen von Salaten, in Soßen, Suppen oder auf dem Brot richtig gut macht. Außerdem kann er als zusätzliches Aroma in Öl verwendet werden.

Merkmale:

  • Blütezeit: Mai – Juli
  • Standort: Gärten, Waldränder, Heckensäume, Ufer
  • Wächst 30-100 cm hoch
  • Geruch ähnelt dem der Petersilie
  • Glatte, dreikantige Stängel mit drei Blattgruppen, die jeweils drei Blätter haben
  • Weiße bis rosafarbene Blüten

Verwechslungsgefahr:

Achtung: ein roter Stängel - das ist KEIN Giersch!
Achtung: ein roter Stängel – das ist KEIN Giersch!
  • Hecken-Kälberkropf: Achtung, diese Pflanze ist giftig! Im Unterschied zu dem grünen Stängel des Giersch, hat der Stängel des Hecken-Kälberkropf rötliche Flecken.
  • Gefleckter Schierling: Achtung, auch der Gefleckte Schierling ist giftig! Auch hier hat der Stängel rötliche Flecken. Darüber hinaus hat diese Pflanze einen unangenehmen, stechenden Geruch.
  • Wasserschierling: Achtung, auch hier besteht mit einer giftigen Pflanze Verwechslungsgefahr! Und hier täuscht auch der würzige Geruch. Beim Wasserschierling tritt eine gelbliche Flüssigkeit aus dem Stängel, die beim Giersch niemals austritt. Daran kannst Du den Wasserschierling ziemlich eindeutig vom Giersch unterscheiden.
  • Hundspetersilie: Achtung, bei der Hundspetersilie handelt es sich ebenfalls um eine giftige Pflanze! Wie beim Hecken-Kälberkropf und dem Gefleckten Schierling ist der Stängel rötlich gefärbt. Außerdem sind hier die Blätter länglicher und schmaler als beim Giersch.
Knoblauchsrauke
Knoblauchsrauke

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Die Knoblauchsrauke hat ihren Namen wohl verdient, denn ihre Blätter duften nicht nur wie Knoblauch, sondern schmecken auch so. Diese solltest Du frisch genießen, denn wenn Du sie kochst oder trocknest, geht der Knoblauch-Geschmack verloren. Besonders gut schmecken die Blätter also in kalten Speisen wie Kräuterquarks, als Brotaufstrich, in Kräuterbutter oder Salaten. Bei dieser Wildpflanze können sogar Blüten und Wurzeln zubereitet und gegessen werden. Der Vorteil: Dieses Wildkraut lässt sich sehr leicht bestimmen.

Merkmale:

  • Blütezeit: April – Juni
  • Standort: Waldränder, Heckensäume
  • Wächst 20-100 cm hoch
  • Kantiger Stängel mit zackigen, zugespitzten, gekerbten Blättern und kleinen, weißen Blüten
  • Mischung aus Knoblauch- und Senf-Geruch, wenn an den Blättern gerieben wird

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Löwenzahn
Löwenzahn

Die Pflanze Löwenzahn ist vielfältig einsetzbar und kann fast vollständig verwertet werden. Am geläufigsten ist die Verwendung seiner Blätter als Salat. Wenn Dir der etwas bittere Geschmack zu intensiv ist, kannst Du die Blätter vor dem Verzehr für eine Stunde in lauwarmes Wasser legen. Die Blüten machen sich besonders gut als Tee. Sowohl die Blätter als auch die Blüten enthalten Kalium, Zink und Kupfer. Auch die Wurzeln vom Löwenzahn können gegessen werden. Diese enthalten die Vitamine C, E und B und können beispielsweise gedünstet und gegessen oder auch als Tee und sogar als koffeinfreier Kaffee verwendet werden. Da Löwenzahn jedem und jeder bekannt sein dürfte, ist es keine Schwierigkeit, dieses Wildkraut zu bestimmen.

Merkmale:

  • Blütezeit: April – Mai
  • Standort: Gärten, Wiesen, Weiden
  • Wächst 5-50 cm hoch
  • Gelbe Blüte, hohler Stängel mit weißem Milchsaft und grünen, länglichen Blättern

Oregano (Origanum vulgare)

Oregano: Auch die schönen Blüten können verwendet werden.
Oregano: Auch die schönen Blüten können verwendet werden.

Der Oregano, oder auch Dost genannt, ist DAS Pizzagewürz schlechthin und Du findest es tatsächlich in freier Wildbahn. Ob frisch oder getrocknet, Oregano verleiht nicht nur Deiner Pizza, sondern auch zahlreichen anderen Gerichten eine besondere Würze. Hier können sowohl die Blätter als auch die Blüten verwendet werden.

Merkmale:

Wasserdost
Wasserdost
  • Blütezeit: Juli – Oktober
  • Standort: Waldränder, Heckenränder, trockene Wiesen
  • Wächst 20-50 cm hoch
  • Grüne, eiförmige, glatte Blätter mit Spitze und kurzem Stiel
  • Viele kleine, rosafarbene Blüten
  • Riecht würzig, wenn an den Blättern gerieben wird

Verwechslungsgefahr:

  • Wasserdost: Achtung, diese Pflanze ist giftig! Im Gegensatz zum Oregano hat der Wasserdost längliche Blätter. Auch hier kannst Du einmal an den Blättern reiben, um sicherzugehen. Oregano riecht würzig und Wasserdost quasi nach nichts oder zumindest nicht würzig.

Rot-Klee (Trifolium pratense)

Rot-Klee
Rot-Klee

Beim Rot-Klee / Wiesen-Klee können sowohl Blätter als auch Blüten verzehrt werden. Die Blätter erinnern geschmacklich an Feldsalat und finden nicht nur in Salaten, sondern auch auf Broten, in Suppen oder als Dekoration auf zahlreichen anderen Gerichten ihre Verwendung. Einen süßlich-nussigen Geschmack haben die Blüten des Rot-Klees. Auch diese ergeben eine tolle, farbliche Dekoration auf Salaten oder anderen Gerichten. Außerdem kannst Du die Blüten mit in Deinen Tee geben. Rot-Klee ist sehr leicht an seiner charakteristischen Blüte als dieses Wildkraut zu bestimmen.

Merkmale:

  • Blütezeit: Juni – September
  • Standort: Wiesen, Weiden, Wegränder
  • Wächst 15-50 cm hoch
  • Grüne, ovale Blätter, oft mit hellgrünem Dreieck in der Mitte des Blattes
  • Rosafarbene und duftende Blüte

Sauerampfer (Rumex acetosa)

Sauerampfer
Sauerampfer

Der Sauerampfer kann vollständig verzehrt werden und bietet Dir einen hohen Vitamin C Gehalt. Er lässt sich optimal zum Würzen für Soßen, Kartoffelgerichte, Suppen oder Salate verwenden. Wie der Name schon verrät, hat er einen säuerlichen Geschmack. Mit etwas Zucker oder Honig gesüßt, schmeckt der Sauerampfer auch als Tee ganz hervorragend.

Die jungen Aronstab-Blätter können mit denen der Sauerampfer verwechselt werden.
Die jungen Aronstab-Blätter können mit denen der Sauerampfer verwechselt werden.

Merkmale:

  • Blütezeit: Mai – August
  • Standort: Wiesen, Ufer, Gräben
  • Wächst 30-100 cm hoch
  • Dicke Stängel mit rötlichen Blütenknospen
  • Am Boden wachsen große, ovale, grüne Blätter mit rötlichen Einfärbungen

Verwechslungsgefahr:

  • Aronstab: Achtung, es handelt sich um eine giftige Pflanze! Zu verwechseln sind hier eher die jungen Blätter. Später bekommen diese eine breitere, geschwungene Form. Beim Aronstab sind aber die Stängel grün und haben keine rötliche Einfärbung.

Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Schnittlauch: Darf in keiner Küche fehlen.
Schnittlauch: Darf in keiner Küche fehlen.

Beim Schnittlauch können Stiel und Blüten verwendet werden. Beides passt richtig gut als Gewürz in Salate, Soßen, aufs Frischkäsebrot, in Kräuterbutter oder -quark, aber auch in sehr viele andere Gerichte. Das Beste: Schnittlauch schmeckt nicht nur ganz fantastisch, er ist auch ein echter Vitamin C- und Eisen-Lieferant.

Merkmale:

  • Blütezeit: Mai – September
  • Standort: Gärten, Flussufer
  • Wächst 10-50 cm hoch
  • Grüner, glatter, hohler Stiel mit einer violetten, kugeligen Blüte
  • Intensiver würziger Schnittlauch-Geruch

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Bergfreundin Janine

Frische Bergluft, eine weite Sicht und nur die Geräusche der Natur – das ist für mich Urlaub. In den Bergen kann ich einfach so richtig abschalten. Nicht fehlen dürfen natürlich die Bergfreunde-Ausrüstung, meine Kamera und gute Freunde.

2 Kommentare zum Artikel

  1. Janika Witthöft 17. März 2023 10:08 Uhr

    Einen Kommentar zum Bärlauch: Bärlauch wächst auch jetzt schon in unseren Wäldern und die zarten, jungen Blätter erntet man am Besten bevor die Pflanze blüht. Man kann sie auch noch essen, wenn der Bärlauch blüht. Außerdem halte ich die Blüte für ein denkbar schlechtes Unterscheidungsmerkmal zur Herbstzeitlose, da Herbstzeitlosen, wie der Name schon sagt, im Herbst blühen. Bärlauch und Herbstzeitlosen blühen nicht gleichzeitig, weshalb man sie auch nicht anhand der Blüte unterscheiden kann. Die Blätter der Herbstzeitlose findet man allerdings auch im Frühjahr.

    1. Jemima 17. März 2023 10:48 Uhr

      Hallo Janika, vielen Dank für Deine Nachricht. Da sich die Herbstzeitlose und Bärlauch nicht an den Blüten unterscheiden lassen, geben wir in unserem Artikel auch den Tipp auf den Geruch zu achten. Dazu am besten ein Blatt zwischen Daumen und Zeigefinger zerreiben, wenn es anschließend lauchartig duftet, handelt es sich mit Sicherheit um Bärlauch. Sonnige Grüße, Jemima

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