Membrantechnologie Dermizax. Foto: Bergans

Die clevere Membrantechnologie Dermizax

Inhaltsverzeichnis

Aufbau einer Dermizax Membrantechnologie
Dermizax Membrantechnologie

Weiter geht es in unserer Reihe der Materialvorstellungen. Nach den Artikeln zu der Funktionsweise von Gore-Tex und Sympatex stellen wir Euch in diesem Artikel eine weitere Membran vor, die zwar inzwischen viel verarbeitet wird, aber gar nicht so vielen Leuten bekannt ist.

Vor allem die Skandinavier haben diese für sich entdeckt und verarbeiten sie gerne in ihren Hardshelljacken.

Dermizax – die etwas andere Membran

Schon seit Stunden regnet es wie aus Eimern. Du wuchtest Deinen schweren Rucksack durch die Gegend, versuchst das Beste aus dem Wetter zu machen. Unter Deiner Regenjacke schwitzt du ohne Ende, trotzdem kommt kein Saunagefühl auf – die Jacke macht das, wofür sie da ist: Dich auf Tour vor Regen schützen und den Schweiß zuverlässig nach außen transportieren, egal bei welchem Wetter!

Vermutlich trägt Deine Jacke dann ein Dermizax Logo – denn auf diese Membran kann man sich in jeder Situation verlassen! Die Membran ist absolut wasserdicht, winddicht und vor allem hoch atmungsaktiv.

Dermizax wurde in Japan von der Firma Toray entwickelt und hat gegenüber den bekannten Membranen wie Gore-Tex oder eVent einige sehr clevere Eigenschaften, die besonders gut in funktioneller Bergsportbekleidung zum Tragen kommen.

Dermizax Logo
Dermizax wurde von der japanischen Firma Toray entwickelt

Was macht Dermizax anders?

Die Dermizax Membran aus Polyurethan (PU) besitzt im Gegensatz zu vielen anderen Membranen keine Poren, die verstopfen können. Das Material ist „hydrophil“, das heißt – vereinfacht gesagt – es gibt in der Membran kleine, wasserliebende Moleküle, welche die Feuchtigkeit nach außen transportieren. Diese wasserliebenden Moleküle bewegen sich bei höheren Temperaturen schneller durch die Membran, egal ob dies durch die Umgebungstemperatur oder durch die Aktivität des Trägers verursacht wird. Steigen also die Luftfeuchtigkeit und die Wärme innerhalb der Jacke, sorgt der Unterschied zur äußeren Umgebung dafür, dass die Moleküle mehr Feuchtigkeit nach Außen transportieren.

Wie bei allen Membranen mit oder ohne Poren aber gilt, ohne ein solches Temperatur-Gefälle entsteht auch keine Atmungsaktivität. Rennst Du also beispielsweise bei 34°C und einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit von 90% durch den Dschungel, wird keine Membran der Welt mehr für ein angenehmes Klima unter der Jacke sorgen können. In gemäßigten oder kühlen Klimaten hingegen, wo man sich womöglich ja doch häufiger aufhält, als in den Tropen, – vor allem jedoch bei Regenwetter – ist aber gerade Dermizax ganz weit vorne unter den Membranmaterialien, insbesondere was die Atmungsaktivität betrifft.

Dermizax wird, wie schon erwähnt, aus Polyurethan hergestellt und ist somit zu 100% recycelbar. Im Gegensatz zu Membranen aus PTFE, bei deren Produktion gesundscheitsschädliche Abfallprodukte entstehen können, besitzt Dermizax so eine deutlich bessere Ökobilanz.

Und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Drei Skitourengänger in den Bergen
Ideal für den Tourenalltag

Im Tourenalltag sorgt die porenlose Konstruktion dafür, dass die Dermizax-Membran bei hoher Bewegungsintensität immer atmungsaktiver wird und umso mehr Feuchtigkeit und Hitze nach Außen abgeführt werden kann. In den Pausen, oder wenn man an kalten Tagen nur wenig schwitzt, schützt die Membran vor dem Auskühlen, da keine Wärme durch die Poren entweichen kann. Man erhält somit eine Membran, die in ihrer Atmungsaktivität überaus variabel ist. Das Ganze funktioniert übrigens ähnlich wie bei Sympatex.

Der Vorteil der fehlenden Poren führt sogar noch einen Schritt weiter. Ohne Poren können auch keine Poren verstopfen. Klingt logisch, oder? Salze die durch Schweiß auf die Membran gelangen, ebenso wie Schmutz, verstopfen normalerweise im Laufe der Zeit die Poren herkömmlicher Membranen und setzen damit deren Atmungsaktivität herab. Aus diesem Grund bleiben Jacken und Hosen aus Dermizax-Material auch während langer und intensiver Touren hoch atmungsaktiv. Selbst nach langer Nutzungsdauer lässt die Funktion der Membran nicht nach.

Auch die Pflege der Membran gestaltet sich sehr einfach. Es ist kein spezielles Waschmittel nötig, um Kleidung mit Dermizax zu reinigen. Außerdem kann man die Bekleidung ohne negativen Einfluss auf deren Funktionalität  so oft waschen wie man mag. Auch das ist auf längeren Touren ein super Vorteil, hat man doch nicht immer ein Spezialwaschmittel für Membranbekleidung zur Hand. Andere poröse Membranen hingegen leiden bei jedem Waschgang mit normalem Waschpulver; mit der Zeit verstopfen die Poren durch winzige Ablagerungen in den Poren, die das normale Waschmittel verursacht. An dieser Stelle ein klarer Pluspunkt für Dermizax.

Was Dermizax so besonders macht

Die Wassersäule von Dermizax liegt bei über 20.000 mm, ab etwa 4.000 mm Wassersäule (in der Schweiz) gilt Bekleidung als wasserdicht. Da braucht man sich also überhaupt keine Sorgen machen – Dermizax ist absolut dicht.

Und auch die Atmungsaktivität kann sich sehen lassen. Diese wird gemessen, indem man schaut wie viel Gramm Wasserdampf pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden durch den Textilstoff entweichen kann. Hier liegt zum Beispiel Dermizax NX mit Werten von über 30.000 bis zu 50.000 g / 24h ganz weit vorne.

Dermizax steht für Wind- und Wetterschutz verbunden mit dem höchsten Komfort
Wind- und Wetterschutz verbunden mit dem höchsten Komfort

Ein weiterer Vorteil von Bekleidung mit Dermizax-Membran ist dessen angenehme Haptik. Das Material ist in alle Richtungen stretchfähig. So erhält man einen äußerst robusten und komfortablen Stoff, der einem unterwegs in der Natur viel Bewegungsspielraum lässt. Die Membran kann so gefahrlos auf das Doppelte ihrer eigenen Länge gedehnt werden, ohne sich vom Trägerstoff zu lösen.

Durch die sehr dünne und weiche Membran trägt sich Bekleidung mit einer Dermizax Membran angenehm weich auf der Haut – ein spürbares Plus an Tragekomfort auf Tour.

Wie und in welchen Produkten wird Dermizax verwendet?

Es gibt verschiedene Formen, wie Dermizax verarbeitet wird. In der Regel kommt die Membran innerhalb einer sogenannten Lagenkonstruktion zum Tragen. Diese Lagen bauen sich wie folgt auf:

2-Lagen: Zwei Schichten, die miteinander laminiert sind. Ein loses Meshfutter sorgt für Tragekomfort, leitet Feuchtigkeit vom Körper und schützt die Membran vor Verschleiß. Diese Konstruktion findet man beispielsweise bei der Flya Insulated Jacket bzw. bei der Breheimen Neo Pants.

2,5-Lagen: Auf der körperzugewandten Seite sitzt kein Futterstoff, stattdessen ist die Membran oberflächenbehandelt. Nicht so robust wie die anderen Dermizax Verarbeitungen, dafür aber sehr leicht. Wird im Vergleich eher seltener genutzt, findet sich jedoch etwa bei der Miendalstind Jacket – oder in Verbindung mit der hauseigenen Bergans Element Active-Membran, bei der überaus beliebten Sky Jacket.

3-Lagen: Besonders robust und haltbar. Außenstoff, Dermizax Membran sowie eine Schicht Mesh sind fest miteinander laminiert. Dadurch wird das Material außerordentlich strapazierfähig und abriebfest. Bestseller sind hier nicht zuletzt die Jacken und Hosen der Storen Serie; Women’s Storen Jacket sowie Women’s Storen Pant.

2-lagige, 2 1/2-lagige und 3-lagige Dermizax Technology
2-lagige, 2 1/2-lagige und 3-lagige Dermizax Technology

Und sonst so?

Dermizax wird mittlerweile von verschiedensten Outdoor-Marken genutzt. Als namhafter skandinavischer Outdoor-Ausrüster setzt vor allem Bergans of Norway voll und ganz auf Dermizax. Hoch im Norden stehen vor allem Funktionalität und Verlässlichkeit statt großer Marketing Präsenz der Membran Hersteller im Vordergrund. Was sich in der rauen und anspruchsvollen Natur Norwegens auf Touren aller Art bewährt, ist bestens für die Ansprüche im Outdooralltag geeignet. Auf die Dermizax Membran kann man sich verlassen, langlebig und verlässlich verrichtet sie ihren Dienst und hilft dir dabei, dich auf Tour nicht mit deiner Bekleidung herumärgern zu müssen, sondern vor allem eine gute und schöne Zeit draußen in der Natur zu haben. Gib dem Wetter eine Chance!

Wie immer könnt Ihr Euch bei Fragen auch gerne an unsere Experten aus dem Kundenservice wenden. Sie stehen Euch unter der Woche täglich von 10.00 – 17.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail zur Verfügung.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.12.2015 überarbeitet.

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Bergfreund Simon

Bergfreund Simon

Bisher keine Kommentare

    • Hallo Pascal,

      je nach Temperatur kann hier als Midlayer ein Fleece in den Übergangszeiten genutzt werden, bei kälteren Bedingungen dann auch eine leichte Kunstfaser- oder Daunenjacke.

      Viele Grüße,

      Marco

  1. Hallo, meine relativ neue Jacke von 2117 of Sweden ist nach ein mal Waschen nicht mehr dicht. Die Dermizax habe ich im Januar gekauft und hauptsächlich zum Radfahren genutzt ca. 50 x). Die Jacke war dicht und ich total happy.
    Nach 4 Monaten habe ich die Jacke nach Anleitung mit Persil Universal Kraftgel (ein normales Vollwaschmittel) was ich gerade zur Hand hatte gewaschen. Weichspüler habe ich noch nie benutzt.
    Nach dem Trocknen sollte sie an einem Regentag beim Fahrrad fahren zum Einsatz kommen. Die Jacke war nach halbstündiger Fahrt komplett nass, die fasern waren aufgequollen und mein Pullover war auch an vielen Stellen richtig nass.
    Meine leichten -nicht- Regenjacken halten besser Wasser ab.
    Was kann ich tun? Ein Funktionswaschmittel soll bei dem Material nicht angewendet werden. Bzw. habe ich mich gerade für das Material entschieden um die Umwelt nicht mit der Chemie für die Erneuerung der Membran zu Belasten.
    Die Jacke war auch ziemlich teuer und ich wollte sie schon gern viele Jahre nutzen.
    Was kann ich tun?

  2. Meine Jacke von Kjus (hätte eigentlich 1290.-CHF gekostet!!!) mit Dermizax EV ist leider keineswegs Wasserdicht.
    Ganz am Anfang hatte die Imprägnierung seine Sache getan.
    Die Elastizität ist super, vorallem da ich sie unter der PSA Klettergurte trage.
    Ansonsten kann ich das Material und die KjusJacke nicht empfehlen.

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  4. Hallo, ich habe meine Jacke (Woman’s Cecilie Jacket) nun erst seit diesem Jahr im Einsatz und nutze sie vor allem auch beim Radfahren. Nach ein paar Gewitterschauern ist die erwähnte tolle Membran schon unbrauchbar? Gerade an den Ärmeln ist sie binnen kurzer Zeit von innen nass und meistens ziehe ich die Jacke bereits nach einer Stunde wieder aus, weil es keinen Unterschied mehr macht.
    Nach wenigen Monaten und noch viel weniger Regentagen eigentlich undenkbar, ich wundere mich sehr – und dabei habe ich sie nicht gewaschen, pfleglich behandelt etc.
    Wie kann das sein? Kann ich sie irgendwo reklamieren?
    Liebe Grüße, Sabrina

  5. Ich habe mir vor einigen Jahren eine Hose von Bergans mit Dermizax Membran gekauft. Anfangs war ich begeistert, nicht zuletzt vom Tragekomfort. Innen mit Meshfutter. Inzwischen ist der Regen beim Radfahren nach 10 min durch. Die angegeben Waschvorschriften habe ich immer gernau beachtet. Wie lange ist das Material normalerweise wasserdicht? Kann man sie durch Imprägnieren wieder hinbringen?

  6. Hallo Jörn,

    Das Wichtigste und Wirtschaftspsychologische ist immer eine Art Rahmenbedingung bei Fotos zu setzen.
    Z.B. in Fotos immer Pflicht (meine Empfehlung) Reißverschluss, Taschen, Gürtelschlaufen, evtl. Kapuze.

    Ebenso ist es Wichtig die Materialien in Nahaufnahmen oder mit Lupeneffekt zu gestalten. Auch wichtig ist ein Link zur Größentabelle wo man direkt nachschauen kann.

    Material- Angaben sind natürlich ebenso wichtig. Bei Funktions- Artikel achtet man besonders darauf. Fachlich und dennoch einfach erklärt ist sehr Kundenfreundlich und schaft Image. Man sieht dies z.B. besonders an Gore-Tex Materialien, dort wurde das Image so gestaltet das man sehr gut beim Kauf sofort sehen kann um welches Produkt es sich handelt. Selbst die Materialien und Zusammensetzungen kann quasi jeder schon auswendig und dies schenkt ein Gefühl von sicheren kauf. Und dies nur weil es ständig penibel in den Artikelbezeichnungen gesetzt wurde.

    Nicht alles ist so toll, auch ich habe schon mal deswegen hier und da etwas gekauft weil ich den Namen gelesen habe und dachte ”ist immer gut”.

    Vielen Dank und beste Grüße
    Yaka

  7. Hallo Bergfreunde,

    Warum ich nicht bei Bergfreunde bestelle?

    Was mich echt stört ist die Foto- Dokumentation. Man sieht z.B. oft nicht welcher Reißverschluss verbaut wurde oder man sieht nicht welche tatsächlichen Taschen ein Produkt hat. Details sind sehr wichtig bei einer Kaufentscheidung.
    Warum ist die Beschreibung und die Foto- Dokumentation so schlecht?

    Ich entscheide erheblich von der Foto- Dokumentation. Z.B. hat eine Hose Gürtelschlaufen oder welche und wo sind Taschen. Diese Tatsachen sind sehr wichtig, halbe Angaben raten eher vom Kauf ab. Tatsächlich kauft man dann woanders und muss ständig suchen und dies verärgert noch mehr.

    Das oft gedachte Prinzip von kein Bock die Ware zurück zu senden ist bei dieser Preisklasse ohnehin Quatsch. Die Rücksende- Statistik ist erheblich hoch was dies bedrift.

    Ändert dies und ich erspare mir die ständige Suche woanders, und ich kaufe viel für meine Expedis. Vielen Dank.

    LG Yaka

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Bergfreundin Franziska Schrade

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