Winterbegehung vom „Weg durch den Fisch“

25. April 2017

Sportart

Ausstieg: Fritz & Alexander am Punta Ombretta

Ausstieg: Fritz & Alexander am Punta Ombretta

Auch wenn sich aktuell der Sommer ein Stelldichein gibt – diese Bilder samt Tourenbericht wollen wir Euch nicht vorenthalten. Bergfreunde-ProTeam-Mitglied Fritz Miller berichtet von seiner Winterbegehung in der Marmolada Südwand:

Es war im Sommer 2001, im „DAV Panorama“ erschien ein Beitrag über die Klettergeschichte der Marmolada Südwand und ich bekam beim Lesen eine Gänsehaut. Ich war fasziniert von den legendären Routen dieser Wand, besonders vom „Weg durch den Fisch“, dem ich sechs Jahre später die 3. Solobegehung abringen konnte. Was für eine Route! Ich wollte wieder kommen…

Tourenbericht Weg durch den Fisch

Fritz in der 14. SL

Fritz in der 14. SL

Zusammen mit dem Augsburger Bergführer-Anwärter Alexander Scherl stieg ich am 13. März 2012 erneut zur Marmolada Südwand auf. Tags darauf kletterten wir bis zum „Fisch“, einer länglichen Felsnische ungefähr in Wandmitte, wo wir biwakierten. Bis auf ein paar einzelne Seillängen war die Route schnee- und eisfrei und der Fels in der Sonne angenehm warm. Die hohen Temperaturen führten allerdings immer wieder zu Eisschlag aus dem oberen Wandbereich.

 

Die letzten Seillängen bei Nacht - Fritz in der 36. SL

Die letzten Seillängen bei Nacht - Fritz in der 36. SL

Auch der zweite Tag in der Wand verlief gut. Die Schneefelder in den weniger steilen Wandbereichen konnten wir umklettern und die Ausstiegs-Kamine waren kaum vereist. Ganz zum Schluss holte uns die Nacht ein. Mit Stirnlampen und Steigeisen kletterten wir einem traumhaften Sternenhimmel entgegen und standen schließlich auf der 3230 m hohen Punta Ombretta, jenem Marmolada-Gipfel, auf dem die Route endet.

 

Zur Route

So schön kann eine Winterbeghung sein - Fritz in der 21. SL

Wintersonne - Fritz in der 21. SL

Kletterlänge 1220 m (37 SL), Schwierigkeiten bis 9-/9 (?!) oder, wenn man die Schlüsselpassagen clifft (wie wir es getan haben) noch mindestens 7+ A„irgendwas“.

Bohrakenfrei bis auf zwei alte Bolts im Fisch und ca. fünf umgeschlagene Bolts in den ersten Längen. Erstbegehung 1981 durch die Tschechen Igor Koller und Indrich Sustr (ohne Bolts).

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