Bergfreunde

Wiebkes Messetagebuch

16. Juli 2012

Sportart

News von der OutDoor

Sebastian bei der Arbeit

Sebastian bei der Arbeit

Vor einer Messe erzählt man sich ja gerne die besten und lustigsten Geschichten aus dem Vorjahr. Kurz nach einer Messe überwiegen noch die anstrengendsten und schmerzhaftesten Erinnerungen. Um dem Ganzen mal ein etwas realistischeres Fundament zu geben und für alle, die schon immer wissen wollten, wie so drei Tage Messe für uns ablaufen und was wir da eigentlich machen, habe ich diese Jahr uf der OutDoor Messe in Friedrichshafen ein kleines Messetagebuch geführt.

Der Tag vor der Messe

Mittwoch: Die meisten Termine sind gemacht, jetzt heißt es nur noch die Informationen zu den einzelnen Herstellern zusammenzutragen und auswendig zu lernen. Im Büro kommt  Klassenfahrtstimmung auf: wer schläft alles im Zelt, wer im Bus, wer fährt mit wem und ist wann in Friedrichshafen? Dann kommt Jürgen auf die Idee den Kicker mit zu nehmen. Wer könnte ihn transportieren? Um 16h ist alles fertig vorbereitet und ich mache mich mit Jascha und dem Kicker auf den Weg nach Friedrichshafen.

Erst mal ankommen

Wir sind noch unterwegs, da kommt bereits der Anruf von Sebastian: er ist schon da. Am Eingang zum Parkplatz selektieren sie stark und lassen keine PKWs rein. Wir mache uns ein wenig Sorgen, ob wir die geplante Bergfreunde Wagenburg errichten können.

Um 19.30h sind wir alle auf dem Parkplatz – zusammen! Der Aufbau des Kickers hat Vorrang. Steffen „ich geh mal in die Küche“ bereitet bereits die Grillutensilien vor.  Um halb neun sitzen wir alle zusammen glücklich beim Burger-Abendessen. Die ersten Kickerpartien wurden bereits gespielt. Der erste Abend wird schon mal ziemlich lustig und ziemlich feuchtfröhlich. Man merkt jetzt bereits, dass wir einige Leute mehr sind, als bei den letzten Messen. Das kann ja heiter werden.

Es geht los

Auch das ist Arbeit

Auch das ist Arbeit

Donnerstag: Der erste Messetag wird für mich mit drei Terminen noch recht entspannt. Erst mal Duschen und anschließend Frühstücken im Pressezentrum. Dort treffen wir auch gleich die ersten Partner von uns. Noch ein paar kleine Formalitäten wie WLan, dann endlich einen Kaffee und eine Butterbrezel. Das Handy braucht schon wieder Strom. Smartphones sind anstrengend. Der erste Termin zum warmmachen ist schneller vorbei als veranlagt. Ich entdecke das Foyer West inklusive Sitzsäcke und Kletterwand. Hier lasse ich mich nieder und treffe – quasi liegend – ein paar Kollegen, mit denen ich mich auch in den nächsten Tagen noch Termine habe. Diese Treffen machen Spaß, sind sie doch zumeist ungemein entspannt und fast schon etwas persönlich.  Dann muss der Nachmittagstermin auf Freitag verschoben werden. Der Donnerstag wird immer entspannter, der Freitag dafür immer geballter.

Zeit über die Messe zu schlendern. Dieses Jahr versuche ich etwas neues gegen die permanente Geräuschkulisse. Mein mp3-Player ist heute mit dabei. Mit den Knöpfen in den Ohren blende ich den „Lärm“ aus und schwimme über die Messe. Es ist wieder alles dabei: Fremdschämen bei den Modeschauen, viele sportliche Menschen, die allesamt einen sehr agilen Eindruck machen, große Hersteller, kleine Hersteller, winziger Hersteller, neue Produkte, nicht so neue Produkte und die andauernde Suche nach DER Neuheit. Bisher hat sie noch keiner gefunden.

Ich mache mich auf den Weg ins Pressezentrum. Jascha und Sebastian sind schon da und tippen fleißig Berichte.

Jascha und Sebastian im Pressezentrum

Jascha und Sebastian im Pressezentrum

Freitag: Heute reiht sich ein Termin an den nächsten. Es beginnt mit den Jungs von Katadyn, dann zu Mammut. Dort gibt es die Aussicht auf ein Mittagessen, doch leider muss ich vorher schon weiter zu Vaude. Dort geht es schneller als gedacht und ich kann mich für eine halbe Stunde in die Sonne legen. Dann gehts zu Berghaus und Gore Tex. Bei Gore muss ich auch früher verschwinden, ich treffe mich mit unseren Bloggern. Da habe ich mich die ganze Zeit drauf gefreut. Es wird ein sehr schöner Abend. Erst erzählt Benedikt Böhm über seine geplante Speedbesteigung des Cho Oyu und anschließend, ziehen einige von uns noch weiter. Es folgen, Biertischbouldern, viele alte Bekannte und sehr viel Lachen. Da im Anschluss noch bei Marmot weitergefeiert wird, geht es heute erst sehr spät ins Bett.

Erika beim Tischbouldern

Erika beim Tischbouldern

Samstag: Für mich der letzte Arbeitstag auf der Messe. Die Nacht war kurz und nicht sehr erholsam. Heute stehen noch mal viele Termine auf dem Programm und abends dann die Party. Mein erster Anlaufpunkt ist das Pressezentrum. Klar, das Handy braucht Saft und ich auch. Ob die Frau hinterm Thresen sauer wird, wenn ich das erste Glas gleich vor ihr austrinke und mir sofort nachschnenken lasse? Immerhin ist die Verpflegung hier kostenlos. Ich versuche es nicht und mache in der Folge einige Meter von drinnen nach draußen und zurück.
Wieder reihen sich die Termine aneinander: Mountain Equipment, Haglöfs, Blue Ice und schlussendlich Mammut. Diesmal kann ich bleiben und komme in den Genusse eines sehr leckeren und noch warmen Apfelkuches.

Das war der letzte Termin. Nach einem kurzen Verschnaufen am Zelt machen wir uns auf den Weg zur großen Party. Die wird wie immer sehr lustig, sehr feuchtfröhlich und ziemlich lang. Wie gut, dass ich Sonntag frei habe.

Das wars schon wieder

Sonntag: Mir tun meine Kollegen vom Einkauf leid, die heute noch Termine haben. Die machen sich gegen zehn müde auf den Weg in Richtung Messehallen. Ich packe in aller Ruhe meine Siebensachen und freue mich auf mein Bett, meine Dusche und ganz viel Ruhe. Aber auch wenn man nach drei Tagen Messe sich nach solchen Annehmlichkeiten sehnt, waren es auch dieses Jahr wieder vier sehr schöne, sehr anstrengende und sehr lustige Tage. Irgendwie ist auf einer Messe alles immer ziemliche „sehr“ – Messe halt.

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