Body Mapping - die Landkarte des Körpers oder wie ich schlau schwitze

Body Mapping – die Landkarte des Körpers oder wie ich schlau schwitze

12. Dezember 2017

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Body Mapping - die Landkarte des Körpers oder wie ich schlau schwitze

Mit dem Body-Mapping-Prinzip wird auf die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Körperstellen eingegangen.

Man kennt das. Auf Tour hat man schon gefühlt jede Lagen-Kombination probiert, doch so richtig will das mit dem Zwiebelprinzip nicht funktionieren. Irgendwie gibt es immer eine Stelle an der man entweder schwitzt, oder einem zu kalt ist. Toll ist das nicht und trübt im Zweifel den Genuss am Draußensein. Doch die Outdoor-Industrie wäre nicht die Outdoor-Industrie, wenn sie dieses Problem nicht schon längst erkannt und eine entsprechende Idee dazu entwickelt hätte. In diesem Zusammenhang geistert immer mal der Begriff des „Body Mappings“ über die Artikelseiten und Kataloge. Was sich darunter verbirgt, wollen wir euch in diesem Beitrag näherbringen.

Body Mapping – was ist das?

Zumeist sieht man einer Jacke, einer Hose oder einem anderen beliebigen Kleidungsstück nicht an, welche Technologie darin steckt. Nebulöse Begriffe tummeln sich da in der Produktbeschreibung und beim Nachlesen der Materialzusammensetzung wird einem fast schwindelig. Was soll man damit anfangen ohne gleich den Kundenservice anrufen zu müssen? In dem Falle ist die Antwort relativ einfach: Sie findet sich in diesem Beitrag.

Body Mapping heißt frei übersetzt „Körper-Vermessung“ oder wenn man es etwas plastischer braucht „Körper-Kartografie“. Wie auf einer Landkarte, auf der auch nicht alles gleich aussieht, gleicht so manches Produkt mit Body-Mapping-System einem Puzzle. Es werden dreidimensionale Körperzonendiagramme erstellt, die dabei helfen, die Körperstellen zu identifizieren, die am meisten Hitze produzieren und somit anfälliger für eine übermäßige Schweißproduktion sind.

Body Mapping - die Landkarte des Körpers oder wie ich schlau schwitze

Bei der Kapuzen-Daunenjacke Spyfire Hoody von Kühl wurde die Daune je nach Einsatzort in unterschiedlich große Steppkammern unterteilt, um die Wärmeleistung voll zu nutzen.

Hier wird der Stoff dementsprechend anders gewebt, als an Stellen, die gewärmt werden müssen. Ein klassisches Beispiel kennt man von vielen Laufjacken. Hier sind die Bereiche unter den Achseln oftmals deutlich luftiger gestaltet, damit die Hitze schneller abtransportiert werden kann und man weniger schwitzt. Oder aber Hybridjacken wie die Women’s Endeavor Thermoball Jacket von The North Face, die am Oberkörper und Halsbereich mit Thermoball-Kunstfaser gefüttert ist und an den Armen aus einem atmungsaktiveren Fleece-Material besteht.

Ein Kleidungstück, das nach dem Body-Mapping-Prinzip konstruiert wurde, ist quasi ein intelligentes Produkt, das auf die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Körperstellen eingeht.

Wie funktioniert die Konstruktion von Body-Mapping-Textilien?

Das Prinzip Body-Mapping klingt erstmal ziemlich simpel, erfordert aber in der Realität viele Einzelschritte: Zunächst werden mit den erwähnten dreidimensionalen Körperzonendiagrammen verschiedene Muster der Wärme- und Feuchtigkeitsabgabe identifiziert. Danach wird weiter differenziert: Für welches Geschlecht wird das Kleidungsstück gefertigt, welchen Wetterbedingungen muss es standhalten und für welche Aktivität soll es herhalten.

Mit Hilfe dieser Informationen ermöglicht man dem Sportler eine Bekleidung, die perfekt auf die spezifischen umweltbedingten Anforderungen der jeweiligen Sportart zugeschnitten ist.

Welche Vorteile bringt mir das Body Mapping System?

Body Mapping - die Landkarte des Körpers oder wie ich schlau schwitze

Arc’teryx greift auch auf das Bodymapping-Prinzip zurück. Körperregionen mit höherer Wärme- und Schweißentwicklung (beispielsweise unter den Armen) werden aus dünnerem Gewebe gefertigt.

Menschen können selbst in extremen Temperaturen überleben und auch trainieren, denn der menschliche Körper ist sehr widerstandsfähig und kann sich vielen verschiedenen Klimabedingungen anpassen. Aber wenn körperliche Leistung bei sportlichen Herausforderungen gefragt ist, sollte die Funktionsbekleidung den Körper soweit entlasten, dass man sich voll und ganz auf seine Tätigkeit konzentrieren kann.

Um die Körpertemperatur in den Griff zu bekommen ist das eingangs erwähnte Zwiebelprinzip weit verbreitet. Hinter dem Begriff verbirgt sich schlicht, dass man statt einer dicken Kleidungsschicht, mehrere dünne Schichten tragen soll. Vor allem die unterste Schicht hat beim Zwiebelprinzip den schwersten Job von allen. Sie muss bei Wärme kühlen, bei Kälte wärmen, den Schweiß ableiten und möglichst schnell wieder trocknen, damit man nicht unangenehm friert. Eine wahre Härteprobe! Über das Body-Mapping-System versucht man, dieses Problem noch besser in den Griff zu bekommen und den Tragekomfort und die Funktion eines – in diesem Beispiel – Baselayers zu optimieren.

Vor allem bei sehr aktiven und somit anstrengenden Sportarten, wie zum Beispiel Skitour, Berglauf, Radtour, Langlauf oder Joggen, bei denen der Körper sehr stark ins Schwitzen kommt, bringt Body Mapping erhebliche Vorteile mit sich. Da faktisch weniger Kleidungsstücke nötig sind, um perfekt ausgerüstet zu sein, spart man sich eine Menge Gewicht und Ballast.

Und sollte man mal eine Pause machen oder etwas langsamer weiter laufen als zuvor, kühlen empfindliche Körperstellen wie der Rücken und die Schulterpartie nicht sofort aus. An verschwitzte Stellen, wie der Achsel- oder Brust- und Oberbauchbereich wird der Schweiß dagegen zuverlässig abgeleitet. So muss man sich nicht zuerst dick einpacken nur um während des Laufens eine Schicht nach der anderen wieder auszuziehen und zu überlegen wo man denn jetzt die Klamotten hinsteckt.

Genauso vorteilhaft ist das Body Mapping für den Radsport, wo es immer eine logistische Herausforderung sein wird, das nötige Gepäck beziehungsweise die Kleidung so platzsparend wie möglich unterzubringen. Auf dem Rennrad fördert ein geringes Gewicht und ein geringer Luftwiderstand durch anliegende Kleidung zusätzlich die Geschwindigkeit. So kann sich der Athlet komplett auf seine Performance konzentrieren.

Aber auch im Mehrschichtsystem, wie man es auf Hoch- oder Skitour am Körper hat, spielt die Technik ihre Vorteile optimal aus. Gerade wenn man mehrere Body-Mapping-Teile kombiniert kann beispielsweise der Schweißtransport sehr schnell von statten gehen und hängt sich nicht an einer Schicht auf.

Wo stößt das Prinzip an seine Grenzen?

Die Body Mapping Produkte sind darauf ausgelegt ein angenehm trockenes und bequemes Körpergefühl zu vermitteln. Das Ziel ist, viele Kleidungsschichten auf möglichst wenige einzudampfen. Das führt dazu, dass Hybridprodukte entstehen, die z.B. Soft- und Hardshellkonzepte vereinen. Solche Jacken sind dann ebenfalls relativ strickt mit Sportarten assoziiert, bei denen sie ihre Vorteile bestmöglich ausspielen.

Dementsprechend können sie in anderen Bereichen aber an ihre Grenzen stoßen. Geht man mit besagter Hybridjacke beispielsweise stundenlang durch strömenden Regen, dürfte das deutlich unangenehmer sein, als mit einer reinrassigen Hardshelljacke.

Auf Grundlage dessen sollte man sich beim Kauf eines Body-Mapping-Produkts gut überlegen, wo es zum Einsatz kommt. Hält man sich einigermaßen an den vorgesehenen Einsatzzweck, kann man sich auf ein großartiges Produkt freuen, dass das Draußensein noch angenehmer macht.

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