Tipps und Tricks

Was Du schon immer wissen wolltest – aber Dich nie getraut hast zu fragen

1. April 2014

Sportart

Sebastian schaut sehr genau hin

Sebastian schaut sehr genau hin

Es gibt Fragen, die will man nicht stellen; zum Beispiel zu kleinen Anhängseln an Outdoor-Produkten, von denen man eigentlich schon immer gerne wissen wollte wofür sie da sind. Aber dann traut man sich doch nicht zu fragen, weil man das Teil entweder schon Jahre hat und sich doof vorkommt, dass man nicht früher schon gefragt hat oder weil der Schnöppel so klein, präsent, unscheinbar, auffällig oder einfach logisch aussieht, dass man Angst hat sich zu blamieren. Und damit diese Unwissenheit nun ein Ende hat, werde ich hier und jetzt ein paar uralte Fragen klären.

Die Laschen am Fußende von Schlafsäcken

Wofür wohl diese Schlaufen sind?

Wofür wohl diese Schlaufen sind?

Nein, diese Laschen sind nicht dazu da um den Schlafsack an der Isomatte, der Portaledge oder dem Zelt zu befestigen und sie dienen auch nicht dazu zwei Schlafsäcke miteinander zu verbinden.

Diese Laschen sind dazu gedacht einen Schlafsack aufzuhängen. Zum Beispiel um ihn frei hängend zu trocknen, wenn man sich denn mal dazu entschlossen hat ihn zu waschen. Oder beispielsweise wenn man seinem Schlafsack etwas richtig Gutes tun möchte und ihn hängend aufbewahrt.

Gerade Daunenschlafsäcke sollte man nie komprimiert lagern, da dies die Daunen beschädigen und damit die Wärmeleistung des Schlafsackes herabsetzen kann. Wenn man also ganz viel Platz hat, oder den Anblick seines Schlafsackss im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder heimischen Büro nicht missen möchte, dann kann man ihn an diesen Schlaufen aufhängen und dauerhaft lagern.

Warum kann man die Gummibänder bei manchen Klettergurten lösen?

Warum kann man die abmachen??

Warum kann man die abmachen??

Klettergurte haben auf der Rückseite Gummibänder, die die Beinschlaufen auf einer sinnvollen und bequemen Höhe am Hintern positionieren sollen. Bei vielen Gurten sind diese elastischen Bänder nicht dauerhaft am Beckengurt fixiert sondern lassen sich durch Ösen oder Clips lösen und wieder befestigen. Aber warum? Als Mann kommt man vielleicht nicht so schnell dahinter, aber als Frau reicht da schon eine eintägige Hochtour oder eine Mehrseillängen-Tour bei der man stundenlang nicht aus der Sicherung und damit aus dem Gurt kann.

Hängt man die beiden elastischen Bänder aus, schiebt den Beckengurt ein wenig nach oben, kann man die Hose herunterlassen ohne den Gurt ausziehen zu müssen. Einen Sturz stelle ich mir zwar nicht gerade erhebend vor – besonders bei heruntergelassener Hose – aber zumindest sind die beiden Beinschlaufen und vor allem der Hüftgurt da wo sie sein sollen und der Kletterer/Bergsteiger gesichert.

Nach vollbrachtem „Geschäft“ aber auf jeden Fall schnell wieder einklippen, denn der Gurt erlangt seine volle Sicherungsleistung nur, wenn er fachgerecht angelegt ist. Die Puller-Variante dient nur in Ausnahmesituationen und sollte nur nach reiflicher Überlegung und „im Notfall“ angewendet werden!

Für sensieble Näschen ein Stückchen Fleece

Ist das wirklich für die Nase gedacht?

Ist das wirklich für die Nase gedacht?

Bewegung an der kalten Luft führt ja bei vielen Menschen gerne zu einer vermehrten Produktion von … Nasenflüssigkeit. Und da die Hände in den Handschuhen stecken und die Taschentücher ziemlich weit weg in den Untiefen des Rucksackes verstaut sind, dauert es zumeist nicht lange, bis man sich für die einfachste Variante entscheidet: hochziehen und/oder mit dem Handschuh abwischen.

Zumeist anfangs noch zaghaft, schließlich sind die Handschuhe neu und teuer waren sie auch noch, bis man feststellt, dass dieser Fleecestoff auf den Zeigefingern oder Daumen ganz angenehm an der Nase ist. Man fragte sich noch, warum die an solcher Stelle so ein weiches Material anbringen. Für die Nase kann es wohl kaum gedacht sein, aber es scheint sich dafür wirklich gut zu eigenen, also warum nicht kurzerhand eine neue Funktion beschließen? Gesagt getan, und es entsteht der Fleece-Rotz-Wischer.

Und tatsächlich ist das Fleecestück oder die weiche Partie genau dafür gedacht: damit man mit der Hand die Nase abwischen kann ohne die empfindliche Haut am Naseneingang übermäßig zu reizen. Äußerst praktisch, nur Handschuhe waschen nicht vergessen.

Hast Du auch eine Frage?

Wenn Dir noch mehr Fragen einfallen, die Du schon immer mal stellen wolltest, Dich aber nicht getraut hast, ist dies Deine Chance. Schreib uns eine Email (basislager@bergfreunde.de) oder ein Kommentar und frag – natürlich ganz vertraulich.  Oder erzähl uns welche interessanten Funktionen Du kennst.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Alice sagte am 15. Oktober 2012 um 05:23 Uhr

    apropos „Schlafsack waschen“: wenn man die Möglichkeit hat sollte man ihn am besten im Trockner trocknen, weil durch das Umwerfen bei warmer Luft die nassen Daunen wieder „entkleben“, beim langsamen Lufttrocknen können sich Klumpen bilden.
    Nun schläft man mit einem Schlafsack ja bekanntlich eher irgendwo draußen, evtl sogar auf eher spitzem Untergrund. Wer nicht sicher ist, ob die Sack-Nähte den Trocknergang noch überleben, sollte den Schlafsack z. B. in einen (hoffentlich ebenfalls Trockner-geeigneten) Bettbezug stecken. Falls der Schlafsack doch auf geht muss man dann die Daunen jedenfalls nur aus dem Bezug sammeln und nicht aus dem Trockner

  2. Wiebke sagte am 15. Oktober 2012 um 07:59 Uhr

    Hallo Alice,

    Du hast natürlich vollkommen Recht, was das Trocknen von Schlafsäcken angeht, am besten im Trockner. Und vielen Dank auch für Deinen Tip mit dem Kopfkissenbezug.

  3. ulligunde sagte am 30. Oktober 2012 um 07:03 Uhr

    Hi Wiebke, grandiose neue Rubrik habt Ihr euch da überlegt! Werde in Zukunft mal drauf achten, ob ich auch noch ein paar ungeklärte Fragen zu meiner Ausrüstung habe :)

    Aber wenn Alice schon dabei ist, hätte ich da tatsächlich noch eine andere Frage: Meine schneeweiße Daunenjacke braucht dringend mal wieder eine Wäsche – eigentlich wollte ich sie zur Reinigung bringen, Freunde meinten aber, das könne man ganz einfach auch selber machen… Stimmt das? Und wenn ja, wie genau? Ich hab übrigens keinen Trockner!

    LG,
    Erika

  4. Wiebke sagte am 30. Oktober 2012 um 13:54 Uhr

    Hallo Erika,
    die Daunenfrage scheint ja doch einige Leute zu interessieren… Und da ich Deine Frage nicht so aus dem Stehgreif beantworten kann, haben wir heute beschlossen in nächster Zeit einen Blogbeitrag über Daunenpflege und Reinigung zu schreiben. Kannst Du solange noch warten, oder pressierts sehr bei Deiner weißen Jacke?

  5. ulligunde sagte am 30. Oktober 2012 um 14:29 Uhr

    Ach, die Ilam ist ja auch straßentauglich. Halte also schon noch ein, zwei Wochen ohne die weiße (graue) Jacke aus ;) Freue mich auf den Beitrag!

    LG,
    Erika

  6. Sandra sagte am 14. September 2017 um 18:39 Uhr

    Hallo Wiebke,

    mein Vater hat sich heute eine Jacke von Invicta gekauft. Innen gibt es zwei Gummibänder, dessen Verwendung uns ein Rätsel aufgibt. Man könnte die Jacke quasi tragen ohne in die Ärmel zu schlüpfen, dann hängt sie aber am Rücken einfach runter.
    Die Gummibänder sind ca. 2cm breit und gehen vom Ansatz der Kapuze bis zum unteren Teil der Jacke.

    Liebe Grüße
    Sandra

  7. Jörn sagte am 18. September 2017 um 11:20 Uhr

    Hi Sandra,

    tatsächlich sind diese Bänder wohl dazu gedacht, die Jacke wie einen Rucksack zu tragen. Der Sinn dahinter ist vermutlich, dass der Rücken gewärmt wird, z.B. wenn man sich auf eine Bank setzt. Ggf. kann man dann auch noch die Kapuze aufsetzen. In jedem Fall ein… interessantes Konzept.

    LG

    Jörn

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