Tipps und Tricks

Was Du schon immer wissen wolltest – aber Dich nie getraut hast zu fragen Teil 9

24. August 2014

Sportart

gehört das so??

gehört das so??

In der letzten Folge haben wir uns ja ausschließlich mit Jacken beschäftigt, deshalb sollen in dieser Folge die Kletterer wieder etwas mehr zum Zug kommen.

Allerdings haben wir uns in dieser Folge nicht nur „festgewachsenen“ Funktionen gewidmet, also solche, die vom Hersteller eingebaut wurden, sondern auch zwei Tapestreifen, die Euch in der Kletterhalle sicher schön häufig über den Weg gelaufen sind. Und vielleicht habt Ihr Euch schon oft gefragt, wofür die sind. Und dann haben wir da noch ein Produkt, bei dem man sich fragt, warum es der kleine Bruder nicht auch tut.

Großer Bruder – kleiner Bruder

Oft verfügen Kletterhallen inzwischen auch über gut ausgestattete Boulderbereiche. Ausreichend gut ausgestattet, dass sich dort auch leidenschaftliche Boulderer tummeln. Und es soll Boulderer geben, die gar nicht klettern und das noch nicht mal vermissen. Aber das ist ein anderes Thema.

Mantle - Boulder Chalkbag

Mantle – Boulder Chalkbag

Kommt ein Kletterer am Boulderbereich vorbei, fallen ihm zumeist drei Dinge auf: hier ist besonders viel Chalk in der Luft, eigentlich hocken Boulderer immer nur herum und sie haben sehr große Chalkbags. Und dann fragt sich der Kletterer drei Dinge: Warum machen die nicht mal das Fenster auf, wie kriegen die vom Rumsitzen so breite Schultern und warum brauchen die größere Chalkbags als Kletterer? Oder sind diese Chalkbags eine Masche der Boulderindustrie um  noch mehr Chalkbags zu verkaufen?

Beim Bouldern bindet man sich das Chalkbag eigentlich nicht um den Bauch. Beim Bouldern sind Bodenstürze Routine. Der schöne weiche Boden macht sogar ein Landen auf dem Hinter oder dem Rücken zu einer machbaren Sache (je nach Höhe und Winkel). Und dementsprechend wird geklettert, nämlich so, dass man ständig auf die Matte fällt und nicht selten auf den Bereich, wo normalerweise das Chalkbag hängt. Und da die Boulder normalerweise nicht sehr lang sind, reicht einmal vorher gründlich Chalken. Ein Mitnehmen ist also nicht nötig bzw. wäre unpraktisch. Daher lässt man es gleich unten. Jetzt zur Größe: Schon mal versucht ein kleines Chalkbag vorm Klettern hinzustellen? Genau, es fällt eigentlich ständig um und dann leert sich das Chalk auf dem Boden. Boulderbags sind daher größer gebaut, damit sie eine große Standfläche haben, auf der sie stehen können. Und wenn man schon ein neues Bag baut, warum dann nicht gleich so groß machen, dass man beide Hände gleichzeitig benebeln kann? Eben.

Ein Streifen Tape

Manchmal sieht man in der Halle Kletterer, die haben Karabiner, an denen kleine Tapestreifen kleben. Findet man in ganz unterschiedlichen Farben und an allen möglichen Gegenständen: Karabiner, Klemmkeile, Friends, Bandschlingen, Prusik etc.

Das ist meiner

Das ist meiner

Jetzt könnte man meinen, der Besitzer wollte seine Produkte verschönern und farblich passend zum Gurt oder den Schuhen dekorieren, oder die Streifen dienten einer besonderen Kletterweise, die man noch nicht kennt , doch dem ist nicht so.

Die kleinen Tapestreifen dienen nämlich lediglich dazu, sein eigenen Zeug wieder zu finden. Wer nämlich schon mal mit mehreren Freunden klettern war, der kennt das Problem: „Hast Du mal zwei Karabiner für mich? … Hey, cool ich habe die gleichen, die sind super.“ später dann „Hat noch jemand eine Kurzprusik? Ich will oben Abseilen.“ Und am Ende des Abends dann: „Wem war jetzt welcher Karabiner? Hatte ich nicht zwei Exen mehr mit und wer hat meine Prusik?“

Der kleine Streifen Tape kann hier sehr hilfreich rein, sofern man eine andere Farbe wählt, als die Freunde. Ja genau, er dient dazu, das eigene Zeug von dem der Freunde zu unterscheiden. Man sollte nämlich nie nie nie auf die Idee kommen in Karabiner, Sicherungsgerät etc. die Initialen rein zu ritzen!! Und mit einem Edding drauf schreiben ist meist nach kurzer Zeit wieder runter. Ein Streifen Tape hält eigentlich ganz gut. Und wer mag, kann hier seine Initialen drauf schreiben.

Ein anderer Streifen Tape

Man kennt das ja an Kletterseilen, dass am Ende eine Banderole ist, die besagt, welches Seil, von welchem Hersteller es ist, welche Länge es hat etc. Leider halten diese Banderolen meist nicht sehr lange und irgendwann hat man sie beim Einbinden in der Hand und dann wandern sie in den Müll.

Ordentlich abgebunden und die Seillänge steht auch drauf

Ordentlich abgebunden und die Seillänge steht auch drauf

Und dann sieht man häufig Seile von Kletterern, die sich nachträglich ein Stück Tape um das Ende ihres Seiles gewickelt haben. Manchmal steht auf diesem was drauf, manchmal aber auch nicht. Und nein, das ist nicht um die Ringbänder zu schonen oder allen anderen zu zeigen, wie hart das Seil klettert.

Aber zu Schutz ist es schon. Beim Seilende ist das nämlich ähnlich, wie bei Schnürsenkeln – die Enden fransen gerne aus. Dem beugt man am besten vor, indem man das Ende beim „abschneiden“ (mit einem Seilschneider) verschmilzt, aber das hilft auch nicht ewig. Man kann das Ausfransen noch wesentlich hinauszögern, wenn man um das Ende einen Streifen Tape ganz eng darum wickelt. So bekommt das Ende Stabilität und es lässt sich auch sehr angenehm bei Einbinden einfädeln. Und das Tape eignet sich super um die aktuelle Länge des Seil zu notieren. Benutzen mehr als eine Person ein Seil, ist es enorm wichtig nach dem Abschneiden die aktuelle Länge zu notieren, damit jeder weiß wie lange das Seil ist.

Hast Du auch eine Frage?

Wenn Dir noch mehr Fragen einfallen, die Du schon immer mal stellen wolltest, ist dies Deine Chance. Schreib uns eine Email (basislager@bergfreunde.de) oder einen Kommentar und frag – natürlich ganz vertraulich.  Oder erzähl uns welche interessanten Funktionen Du kennst.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Daniel sagte am 15. September 2014 um 10:43 Uhr

    An den Seilenden verwende ich inzwischen immer ein Stück weißen Schrumpfschlauch. Der zieht sich super zusammen, hällt extrem gut und kann mit einem wasserfesten Stift beschriftet werden.

    Liebe Grüße
    Daniel

  2. Wiebke sagte am 15. September 2014 um 12:34 Uhr

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für den Tipp. Habe keine Ahnung, was Schrumpfschlauch ist, hört sich aber praktisch an. Gruß, Wiebke

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