Tipps und Tricks

Was Du schon immer wissen wolltest – aber Dich nie getraut hast zu fragen Teil 4

19. April 2013

Sportart

Soll das so?

Soll das so?

Unfassbar aber wahr, wir (ich) schreiben schon den vierten Teil. Und dieses wird es abwechslungsreich und ganz ohne Schlaufen:  Wir sind alpin unterwegs, haben was für die Kleinen, die irgendwann groß werden und eine Gummi-Nase von der auch wir nicht 100% wissen wofür sie ist, aber wir haben drei ziemlich gute Theorien dazu.

Übrigens gehen mir langsam die Fragen aus. Entweder wir haben schon alle beantwortet oder Ihr traut Euch nicht sie zu stellen. Ich tippe ja auf zweiteres. Also her mit den Fragen!!

Der der mitwächst oder zum Verleihen ist

Manche Schlafsäcke haben im Fußbereich eine Schnur, mit der man den unteren Teil des Schlafsack zusammen ziehen kann. Dadurch bildet sich im abgetrennten Bereich eine zusätzliche Tasche. Ich könnte jetzt sagen, das wäre nicht für dafür geeignet die Socken warm und trocken zu lagern, doch dem ist so.

Yeti Elements Yunior

Yeti Elements Yunior

Die Untereilung dient zweierlei. Eigentlich ist er dazu da, dem Schlafsack zwei Längen zu geben. Ist der Schlafsack nämlich viel zu lang kann er im Fußbereich nicht ordentlich isolieren, die Wärmeleistung lässt nach.

Teilen sich zwei Leute mit unterschiedlicher Größe einen Schlafsack und wechseln sich ab oder soll der Schlafsack mit dem Filius mitwachsen, kann  so die Länge gut variiert werden. Und wenn sich die Tasche schon mal gebildet hat, spricht nichts dagegen Bekleidung warm und geschützt zu lagern.

Es gibt auch Schlafsäcke, da kann man den Fußteil ganz abzippen. Das taugt dann aber mehr so für die Filiusversion.

Für wenns bergab gehen soll

Manche Leute haben ja wirklich seltsame Dinge an ihren Klettergurten hängen. Also ganz abgesehen von schrägen Chalkbeuteln und abenteuerlichen Sicherrungsgeräten. Und vor allem in der Halle wirken so einige Dinge etwas deplatziert oder übertrieben.

Ist das Kletterhightech?

Ist das Kletterhightech?

Ich meine ein Gerät, das man eigentlich mehr in Richtung Baumarkt einnordnet, als an einen Klettergurt. Gemeint ist ein recht kleiner ovaler Stahlring mit einem Drehverschluss – genannt Maillon rapide oder Schnellkettenglied. Ihr kennt die Dinger, mit ihnen werden in Kletterhallen die Expressen an der Wand fixiert. Aber fürs Klettern?

Ist man alpin unterwegs, findet sich am Abseilpunkt oft kein schöner Karabiner, Schweineschwanz oder Stahlring, durch den man das Seil mit gutem Gefühl durchziehen kann. Dann bleibt einem – ohne Maillon – nur die Wahl, welchen der schönen Karabiner am Gurt, man für die Nachwelt zurücklassen möchte.

Und darum der Maillon, mit ihm kann man sich wunderbar Abseilen und er kostet gerade mal um die 2-3€. Aber bitte vergesst nicht ihn zuzuschrauben.

Eine Nase und ganz viele Theorien

Da meint ein Freund in der Kletterhalle zu mir: „Wiebke, Du hast doch da diese Rubrik. (zeigt auf die Materialschlaufe an seinem Gurt) Wozu issn die?“ Und dann sehe ich, dass an seinem (zugegeben recht alten) Klettergurt ist an der Materialschlaufe so eine Gumminase. Bei dem Gurt handelt es sich übrigends um den Black Diamond Pheonix (so alt, dass wir ihn nicht mehr haben).

Die verwunderliche Gumminase

Die verwunderliche Gumminase

Wie gesagt, wir sind uns noch nicht ganz einig, für was die Nase gedacht ist, aber wir haben ein paar Theorien.

Theorie Nr. 1 kommt vom Besitzer Christoph: „Manchmal muß es beim Clippen schnell gehen. Und wenn es besonders schnell gehen muss, kann man in die Nase eine Exe einhängen. Die muss man dann nicht mehr aus der Materialschlaufe aushängen, sondern kann sie einfach abziehen und …clippen.“

Theorie Nr. 2 von meinen Kollegen Jürgen, Phillip und von mir: Man kann mit dieser Nase eine Exe in der Materialschlauf vorne fixieren, so kann sie nicht nach hinten rutschen und man hat sie schneller zur Hand.  Und Kommentar zu Theorie Nr. 1. „Viel zu riskant, dass einem die Exe abschmiert.“

Theorie Nr. 3 von meinem Kletterpartner Olli: „Die Nase ist für das vorbereitete Clippen. Man kann das Seil durch die Nase ziehen und hat es so schneller zur Hand.“

Mich würde wirklich interessieren, welche Theorie Ihr bevorzugt und warum. Vielleicht habt Ihr aber auch eine ganz neue Theorie?

Nachtrag (25.04.2013): Ich habe mich bei Black Diamond schlau gemacht und gefragt, was sie sich bei der Nase gedacht haben. Und tatsächlich, man höre und staune, Theorie 1. Allerdings sollte die Exe vorher gekclippt werden, so kann sie einem nicht verloren gehen und dem sichernden Kletterpartner nicht auf den Kopf fallen, sollte sie doch abschmieren.

Hast Du auch eine Frage?

Wenn Dir noch mehr Fragen einfallen, die Du schon immer mal stellen wolltest, ist dies Deine Chance. Schreib uns eine Email (basislager@bergfreunde.de) oder ein Kommentar und frag – natürlich ganz vertraulich.  Oder erzähl uns welche interessanten Funktionen Du kennst.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Chris (www.alpinfieber.net) sagte am 21. April 2013 um 14:01 Uhr

    Hi Wiebke,

    Zum Thema Maillon: Ich sehe die nicht so gerne in alpinen Touren. Oftmals werden sie im Baumarkt gekauft und halten nur einen Bruchteil von einem Karabiner, Bohrhaken oder Umlenker. Für ein statisches Ablassen halten sie problemlos, aber ob sie einem Sturz standhalten weiss man nicht.
    Wenn jemand z.B. eine Route nicht rauf kommt und dann an einer Zwischensicherung einen Maillon hinterlässt kann es sein, dass man durch die eigentliche Lasche keine Exe mehr einhängen kann (ist mir schon passiert). Dann muss man zwangsweise den Maillon als Zwischensicherung nehmen, zumindest, wenn man das Schraubglied nicht mehr öffnen kann.
    Besser finde ich eine Reepschnur zu verwenden. Die kriegt man leicht wieder weg und benötigen viel weniger Platz.

    Grüße
    Chris

  2. Rolf sagte am 21. April 2013 um 14:28 Uhr

    Hallo Wiebke,

    so’n Schnellkettenglied kann auch ganz nützlich sein wenn man sich dochmal mit der echten Länge einer Route verschätzt hat und das Seil zu kurz wird, nicht mehr weiter kann weil der Körper anders geplant hat als man selber, oder die letzte Exe am letzten Haken vor dem Umlenker den Weg nach unten deutlich vor dir antritt und man dann wider allen Ehrgeizes über eine Hakenlasche abseilen muss.

    Die Gumminase….
    Theorie 1 klingt richtig gut, wenn man die Exe erst am letzten guten Griff vor dem blöden Haken in die Nase umhängt und die Nase auchnoch oben enger wird, so dass das Pärchen nicht einfach rausfallen kann.

    Oder wie wär’s mal die Standplatzschlinge darüber zu legen? So als ne dritte Stelle am Gurt ohne sie durchfädeln zu müssen.
    Gruß aus Aachen :-)

    Rolf

  3. […] Der Helm störte jedenfalls in keiner Weise, weder beim Sichern noch beim Klettern nicht. Mein letzter Helm, der Elias von edelrid, saß immer etwas schief auf dem Kopf und stand ziemlich ab – gefühlt zumindest. Trug ich ihn in der Wand, schlug ich mir ständig den Kopf an, weil er – der Helm – so ungewohnt weit weg stand. Das ist mir gestern nicht passiert, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Im Vergleich zum Elias bietet zwar das innere Fixierungssystem keine Möglichkeit, den Pferdeschwanz angenehm zu platzieren, aber mit kurzen Haaren stellt sich dieses Problem ja eh nicht. Dass man den hinteren Riemen an zwei Punkten anstatt wie sonst üblich, nur mit einem Rad o.ä.  enger stellen kann, erschließt sich mir noch nicht ganz – vielleicht mal wieder eine Frage für die Bergfreunde, die ja in ihrem Blog gerne kuriose Fragen beantworten. […]

Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar