Tipps und Tricks

Was Du schon immer wissen wolltest – aber Dich nie getraut hast zu fragen Teil 3

14. Februar 2013

Sportart

Soll das so?

Soll das so?

Ladies an Gentleman, wir gehen in die dritte Runde unserer Reihe über rätselhafte Produkt-Funktionen. Noch immer sind ein paar Fragen offen und einige unserer Kunden laufen mit Produkten in den Bergen herum, ohne deren Funktionen in Gänze zu kennen. Das können wir natürlich nicht so lassen und müssen etwas dagegen unternehmen.

Dann wollen wir mal. Und dieses Mal ganz ohne Handschuhe und Schlaufen, versprochen.

Die Nackenrolle

Gut gerollt ich gut verstaut

Gut gerollt ich gut verstaut

Im Halsbereich der meisten Jacken findet der interessierte Besitzer eine Schlaufe, die dazu dient die Jacke ordentlich an einem Haken aufzuhängen. Bei manchen Jacken  von Mountain Equipment jedoch nicht. Hier befindet sich ein größeres Stück Stoff mit Klettverschluss. Nein, dass ist kein überdimensioniertest Label und wider aller Befürchtung kratzt es beim Tragen nicht im Nacken.

Der Verwendungszweck erschließt sich einem allerdings erst, wenn man sich die Außenseite der Kapuze betrachtet. Hier gibt es nämlich einen zweiten Klettverschluss, der dem im Inneren als Gegenstück dient. Miteinander kombiniert, dienen diese beiden Kletterverschlüsse dazu die Kapuze im Nacken zu einer Rolle zu formen und somit zu verstauen. „Poppöchen poppöchen“ (würde meine rheinländische Großmutter jetzt sagen).

Approach-was??

Gamont Dragontail GTX

Gamont Dragontail GTX

Die richtigen Schuhe zu kaufen, war ja noch nie einfach. Trekking, Wandern, Hiking, Kategorie A, B, C, oder D? Leder oder Kunststoff, Gore oder nicht. Da soll sich noch einer zurechtfinden und wissen, welcher der richtige Schuh für ihn ist. Und dann taucht plötzlich noch eine neue Kategorie auf: der Approachschuh (ausgesprochen: aproutsch). Neudeutsch für Zustiegsschuh.

Sieht aus wie es flacher Wanderschuh, ist bunt wie ein Sneaker, hat eine Schnürung wie ein Kletterschuh und die Sohle, die scheint schon gar keinen Sinn zu machen, sie ist manchmal brett hart und die Spitze so ganz glatt und ohne jegliches Profil. Und für was ist der jetzt?

Wie die deutsche Bezeichnung schon sagt, handelt es sich hierbei um einen Zustiegsschuh für Kletterer, wenn sie durch Wald und Wiesen und über kleine Felsen versuchen den Wandfuß zu erreichen um von dort in die Kletterroute einzusteigen.

Er ist flach, weil man selten im Geröllfeld steht und ohnehin nicht so lange läuft und auch nicht so weit. Da man öfters mal kleine Kletterpassagen einlegt, ist bei vielen Modellen die Sohle erstens recht steif und zweitens an der Fußspitze ohne Profil, so hat man einen besseren Grip. Die Schnürung ermöglicht eine festen Halt auch in der Fußspitze, was auch wieder bei kleinen Kletterpassagen von Vorteil ist. Sie sind bunt, weil Kletterer es nun mal gerne bunt mögen und manchmal auch wasserfest, weil mancher Zustieg auch durch Pfützen und nasse Wiesen führen kann. An der Ferse haben sie eine Schlaufe, die erstens beim Anziehen hilft, zweitens aber auch dazu dienen kann den Schuh in der Wand am Klettegurt oder Rucksack zu befestigen.

Je nach Modell und Beschaffenheit können sie auch fürs technische Trekkingtouren, Klettersteige oder leichte Kletterpassagen geeignet sein.

Es geht doch nicht ohne Schlaufe (sorry)

gezwirbelt, damit sie sich nicht verhakt

gezwirbelt, damit sie sich nicht verhakt

Wenn man hoch oben in einer Mehrseillängentour hängt, am besten noch einer über mehrere Tage, dann gibt es Dinge die sollte man fallen lassen (Notdurft, Höhenangst, etc.), manche die kann man fallen lassen (Mp3 Player, Lucky Luke Comic, etc. ) und es gibt Dinge, die sollte man auf keinen Fall fallen lassen, wie sein Sicherungsgerät, den Wasservorrat, den Watchmen Comic oder die wärmende Daunenjacke.

Deshalb haben eigentlich alle Produkte, die für die Wand gemacht sind, an der einen oder anderen Stelle eine Vorrichtung um sie am Gurt oder dem Standplatz sichern zu können. So auch die Daunenjacken Ramche und Ilam von Berghaus. Auf der Innenseite befindet sich eine kleine Schlaufe. Sie ist gezwirbelt, damit man nicht ungewollt mir ihr hängenbleiben kann. An ihr lässt sich die Jacke mittels eines Karabiners am Klettergurt befestigen.

Durch die Positionierung, kann der geübte Alpinist die Jacke auch ausziehen und in ihrer eigenen Seitentasche verstauen und dann anschließend am Gurt behalten ohne sie dabei aus der Sicherung nehmen zu müssen. Hier der Videobeweis:

 

Hast Du auch eine Frage?

Wenn Dir noch mehr Fragen einfallen, die Du schon immer mal stellen wolltest, Dich aber nicht getraut hast zus tellen, ist dies Deine Chance. Schreib uns eine Email (basislager@bergfreunde.de) oder ein Kommentar und frag – natürlich ganz vertraulich.  Oder erzähl uns welche interessanten Funktionen Du kennst.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Chris (www.alpinfieber.net) sagte am 14. Februar 2013 um 19:26 Uhr

    Hi Wiebke,

    Das ist eine wirklich gelungene Artikelserie. Bei so manche einem „wohl durchdachtem Feature“ frägt man sich schon mal für was das gut sein soll.

    Den gezwirbelten Aufhänger werde ich mal ausprobieren. Auch wenn ich der Ilam nicht so ganz glauben will, dass sie Felskontakt sehen will. Aber ich lasse mich auch eines Besseren belehren.

    Gruß
    Chris

  2. Wiebke sagte am 15. Februar 2013 um 08:52 Uhr

    Hallo Chris,

    vielen Dank für Die Blumen. Wenn Du ein Feature hast, das wir in unsere Rubrik aufnehmen sollen, dann gerne her damit. Ich sag auch nicht weiter, dass es von Dir ist :-).

    Gruß, Wiebke

  3. Felix sagte am 1. März 2013 um 22:29 Uhr

    Hallo, eine tolle Artikelreihe und ich hoffe es gibt auch noch einen Teil 4 und 5 :)

  4. Wiebke sagte am 4. März 2013 um 09:22 Uhr

    Hallo Felix,
    vielen Dank für die Blumen. Macht auch immer viel Spaß. Wenn Du Vorschläge hast für Funktionen, die wir erklären sollten, immer her damit. Gruß, Wiebke

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