Teil 13, Foto: Rock Pillars, Ocun

Was Du schon immer wissen wolltest – aber Dich nie getraut hast zu fragen … Teil 13

30. Juni 2015

Seb schaut in den Seilsack

Soll das so?

Etwas länger hat es dieses Mal gedauert, bis wir eine neue Folge fertig gestellt hatten, aber die Tränen waren unbegründet, denn unsere beliebte Serie wird natürlich weitergeführt.

In dieser Folge wollen wir uns dem Bouldern und Klettern widmen. Wir haben ein Produkt für die Freunde von 15 Zügen und mehr, und dann noch eins für die Liebhaber der wesentlich kürzeren Distanzen, und dann noch eins für beide Gruppen – denn Hornhaut brauchen sie schließlich alle.

 

Da wäre zunächst mal die Sache mit dem Ball

Manche Kletterer ziehen es vor, in ihrem Chalkbag anstelle von losem Chalk einen Chalkball mitzuführen. Mit dem könnte man natürlich in einer überfüllten Halle andere Kletterer hervorragend abwerfen, um a) die Route, die man gerade klettert, für sich zu beanspruchen, oder b) befreundete Kletterer in einer Nachbarroute auf sich aufmerksam zu machen: „An der Stelle hing ich auch schon, Du musst hooken … hooo…keeen!“ In einer vollen Halle ist es ja gerne recht laut.

Chalk und Feinstaub

Auch sehr beliebt bei zu viel Chalk – Klatschen

Aber nein, dafür ist der Ball nicht gedacht. Er dient vielmehr dazu, das Chalk gleichmäßiger auf die Handfläche zu verteilen bzw. nicht zu viel auf einmal. Bei losem Chalk muss häufig das überschüssige Chalk vor dem Greifen noch von der Hand gepustet werden. Weiterere Vorteile sind: bei einem weiten Sturz verliert man schnell viel (loses) Chalk aus dem Bag, den Ball eher selten; kippt einem das Bag (auf der Bouldermatte) um, rollt das Chalk höchstens sehr sammelfreundlich aus dem Bag heraus und manche Leute (ich zum Beispiel) haben beim Chalken gerne etwas „in der Hand“.

Es gibt Kletterhallen, die Chalkbälle vorschreiben, da man durch sie weniger Chalk verwendet, andere verbieten sie, weil durch den Ball das Chalk wesentlich feiner wird – feineres Chalk fliegt länger in der Luft herum und wird so schneller zu einer Feinstaubbelastung für Gäste und Mitarbeiter. Ihr seht, es ist mal wieder Ansichtssache.

Dann die Sache mit den Teppichen

In Fontainebleau gehören sie zur Standardausrüstung und überhaupt in allen Sandsteingebieten sollten sie dabei sein: Teppichstücke, Fußmatten oder ein altes Handtuch. Und bevor hier gleich die Frage kommt: Nein, sie sind nicht zum Beten und nein, sie sind nicht dafür da, anderen Boulderern zu signalisieren, dass der Boulder belegt ist. Obwohl das Crashpad in überfüllten Gebieten inzwischen gerne mal zum Reservieren genommen wird.

Alles da was das Boulderherz braucht: ein Handtuch, sauberes Crashpad und ein schöner Block

Alles da was das Bouldererherz braucht: ein Handtuch, sauberes Crashpad und ein schöner Block

Sie dienen tatsächlich zum Reinigen der Schuhsohle. Sandstein ist unter anderem deshalb so beliebt zum Klettern und Bouldern, weil der Stein verhältnismäßig weich ist. Das ist zwar schön für die Hände, es macht ihn aber auch ziemlich empfindlich gegen Abrieb. Sandige Sohlen von Kletterschuhen wirken hier wie Schmirgelpapier und können dem Fels sehr zusetzen. Der verantwortungsbewusste Boulderer putzt daher seine Sohlen sauber, ehe er einsteigt!

Das erfolgt in Bleau traditionell mit einem kleinen Stück Teppich oder einem alten Handtuch, der Feinschliff erfolgt dann am Hosenbein. Inzwischen haben einige Bouldermattenhersteller auch auf ihren Pads Filzstücke angebracht, die ähnlich funktionieren.

Bimssteine oder Nagelfeilen für die Fingerkuppen

Häufig in Gebieten zu beobachten, in denen die starken und erfahrenen Kletterer und Boulderer unterwegs sind. Männer (und auch Frauen), die sich mit einer Nagelfeile, einem Bimsstein oder einer Rasierklinge die Hornhaut an den Fingern abschmirgeln. Schon komisch, dass manche Kletterer sich freiwillig von ihrer mühsam gezüchteten Hornhaut verabschieden. Und nicht etwa um aussagekräftige Fingerabdrücke zu vermeiden oder beim Liebesspiel mehr Sensibilität in den Fingern zu haben.

Die Antwort lautet: Schrunden. Manch einer kennt das von seiner Ferse. Wird die Hornhaut zu dick und vor allem trocken, reißt sie ein. Einmal eingerissen, dauert es sehr, sehr lange, bis so eine Schrunde von innen heraus wieder heilt, da der Riss dazu neigt, immer weiter einzureißen. Das kann man verhindern, indem man kleine Risse gleich wegfeilt oder die Ränder wegschneidet. So geht zwar etwas Haut verloren, aber lieber etwas Hornhaut opfern, als tagelang einen Riss an der wichtigsten Stelle zu haben, der Fingerkuppe, die beim Klettern einen Großteil des Körpergewichts trägt.

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