Grip, Luftdruck und die Wahl der optimalen MTB Winterreifen

Grip, Luftdruck und die Wahl der optimalen MTB Winterreifen

13. Juni 2018

Kategorie

Sportart

Nässe und niedrige Temperaturen sorgen für matschige Trails, vereiste Waldwege und am besten noch eine ordentliche Menge Schnee darauf. Mit den normalen MTB Reifen, die Mountainbiker sonst auf Touren und Trails fahren, wäre der Grip im Winter alles andere als optimal. Die Reifen würden zur Seite wegrutschen, und das Profil würde zu wenig Traktion aufbauen. Dadurch würde der Reifen schon bei mittleren Anstiegen ständig durchrutschen und von Bremsverhalten und Kurvenlage braucht man am besten gar nicht anfangen, denn das wäre eher ein Glücksspiel, als kontrolliertes Mountainbiken. Dementsprechend hoch wäre auch die Sturzgefahr und das Risiko von Schäden an Material und Verletzungen am Mountainbiker. Angepasste MTB Winterreifen sind daher die wichtigste Modifikation, um mit dem Mountainbike im Winter trotz Glätte und Matsch maximalen Spaß auf dem Bike zu haben.

Mit Grip auf Schnee und Eis – Winterreifen für Mountainbikes

Grip, Luftdruck und die Wahl der optimalen MTB Winterreifen

Der Dirty Dan von Schwalbe.

Bevor Mountainbiker zu Winterreifen mit Spikes oder Schneeketten fürs Fahrrad greifen, kann schon der Wechsel auf breitere Reifen enorme Vorteile in Sachen Bodenhaftung bedeuten. Welche MTB Reifen für Schnee, Eis und Matsch besonders gut geeignet sind, entscheidet sich nach Breite und Profilgestaltung. Eine größere Breite der MTB Winterreifen bedeutet ein größeres Volumen und ermöglicht den Druck der Reifen niedriger zu halten. Dadurch gewinnt der Reifen mehr Grip, dämpft besser und sorgt für ein angenehmes und sicheres Fahrverhalten. MTB Reifen mit einer Breite von 2,3 Zoll sind ein guter Richtwert zur Orientierung. Bei Fatbikes ist selbstverständlich kein Reifenwechsel nötig, denn die Fatbikereifen sind sowieso schon sehr breit. Beim Fatbike muss also lediglich der Luftdruck an die eisigen Bedingungen angepasst werden.

Da nicht jeder breite Reifen zwangsläufig zu jedem Rahmen, jeder Gabel und vor allem jeder Felge passt, müssen Mountainbiker vorher prüfen, ob die gewünschte Kombination kompatibel ist. Bei breiten MTB Winterreifen ist vor allem die Felgenmaulweite, beziehungsweise Maulweite der Felgen, ausschlaggebend. Als Faustregel ergibt 2,5 Mal die Felgenmaulweite die maximale Breite des Reifens. Die Maulweite selbst ist meistens auf der Felge angegeben. Falls der favorisierte Reifen und die vorhandene Felge zu stark voneinander abweichen sollten, bleibt als Alternative nur ein schmalerer Reifen oder der Wechsel auf breitere Felgen für den Winter.

Beliebte Reifen für den Wintereinsatz sind zum Beispiel „Magic Mary“ und „Dirty Dan“ von Schwalbe. Bei matschigen Verhältnissen liefern die beiden Modelle auch im Sommer beim Downhill, Enduro und Freeride eine super Performance und überzeugen durch super Grip und gute Haltbarkeit. Bei Downhillreifen für Mountainbikes ist das Profil in der Regel sehr stark ausgeprägt und bietet neben gutem Seitenhalt auch bestmögliche Selbstreinigung der Reifen. Diese Eigenschaften sind auch für den Einsatz als MTB Winterreifen von großem Vorteil.

Bodenhaftung auf Glatteis – mit Spikes am Winterreifen

Grip, Luftdruck und die Wahl der optimalen MTB Winterreifen

Vierreihige Spikereifen: Spikes mittig und seitlich in der Lauffläche

Ob Mountainbiker lieber Fahrradreifen für den Winter mit Spikes oder ohne Spikes wählen, hängt sehr stark von den jeweiligen Wetterbedingungen ab. Ein Winter mit viel Matsch und etwas Schnee macht Spikereifen eher überflüssig. Wenn es allerdings für längere Zeit richtig kalt und eisig ist, und die Wege von einer rutschigen Schicht aus festem Schnee und Eisplatten bedeckt sind, entfalten Spikes am MTB ihre volle Power.

Spikereifen lassen sich in Zweireihern und Vierreihern unterscheiden. Bei den zweireihigen Spikereifen sind die Spikes nur an den äußeren Stollen angebracht. Bei schnee- und eisfreier Fahrbahn greifen die Stollen dabei nicht und das Fahrgefühl ist wie bei einem Winterreifen ohne Spikes. Etwa 120 Spikes aus extrem harten Legierungen erhöhen beim Einsinken in den Schnee die Traktion und unterstützen den Mountainbiker mit besserem Grip in den Kurven.

Die vierreihigen Spikereifen sind mit einer wesentlich höheren Anzahl an Spikes ausgestattet und auch auf den mittleren Stollen platziert. Die etwa 240 bis 360 Spikes sorgen auf Glatteis und Schnee für super Griffigkeit. Beim Fahren auf schneefreiem Asphalt sinkt der Fahrkomfort allerdings beträchtlich, denn die Vierreiher haben einen sehr hohen Rollwiderstand auf Asphalt und sind dabei auch sehr laut. Daher greifen viele Mountainbiker lieber zu den zweireihigen Modellen, die eine gute Mischung für verschiedenste Bedingung garantieren. Die Vierreiher bleiben Spezialisten vorbehalten, die im Freeride und Race ausschließliche auf Schnee und Eis unterwegs sind.

Damit Spikereifen auf eisigem Untergrund ihre maximale Performance entfalten können, sollten sie am besten auf trockener asphaltierter Strecke eingefahren werden. Übermäßig starkes Beschleunigen und Bremsen gilt es dabei zu vermeiden. Etwa 50 km gleichmäßige Belastung sollten ausreichen, damit die Spikes fest in ihrer Gumminut sitzen und sich dort kein Dreck und Matsch ansammeln kann. Es kann passieren, dass einzelne Spikes bei intensivem Fahren ausfallen. Da die Spikereifen mit ihrem hohen Produktionsaufwand nicht ganz billig sind, lohnt es sich die ausgefallenen Spikes manuell zu ersetzen. Entsprechend Kits für die Nachrüstung sind viel günstiger, als neue Reifen und machen den Spikereifen in Kürze wieder voll einsatzbereit.

Schneeketten für Mountainbikes – für Touren und Flexibilität

Als flexible Lösung, die auf teure Spikereifen und ständigen Reifenwechsel verzichtet, gibt es für Mountainbiker Schneeketten, die ähnlich wie beim Auto über die normalen Winterreifen am MTB gezogen werden. Mit quer über den MTB Reifen verlaufenden Ketten bieten sie auf weicherem Schnee sehr guten Grip. Auf hartem Schnee und Eis fehlt jedoch der nötige Biss und die Kettenglieder rutschen auf dem harten Untergrund weg. Steine im Untergrund können außerdem auf Dauer die Kette beschädigen und auch das Fahren auf Asphalt ist alles andere als komfortabel. Der große Vorteil der Schneeketten am Fahrrad ist sicher die Flexibilität bei entsprechenden Touren. Für den Einsatz beim sportlichen Mountainbiken sind breite Winterreifen mit reduziertem Luftdruck oder griffige Spikereifen die bessere Wahl.

Fatbikes sorgen für viel Spaß im Schnee

Die riesigen Reifen erfüllen ideal die Kriterien, die Mountainbiker beim Fahren auf Schnee und Eis an ihr Fahrrad stellen. Bei einer Reifenbreite, die etwa doppelt so breit ist, wie bei normalen Mountainbikes bietet das Fatbike eine riesige Auflagefläche und dadurch enorme Traktion. Die Fatbike-Reifen lassen sich mit sehr niedrigem Luftdruck bestens fahren und finden in jedem noch so losen Untergrund Halt. Mountainbiker, für die das Biken auf Schnee und Eis noch mehr ist, als nur die Überbrückung bis zum nächsten Frühjahr, greifen immer öfter zum Fatbike für den Winter, denn wenn Winterreifen und Spikereifen durch zu hohen Schnee an ihre Grenzen geraten, ist das Fatbike noch lange nicht ausgebremst.

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