Die richtigen Outdoor-Socken finden

Von der vermeintlich leichten Wahl der richtigen Outdoor-Socke

3. Januar 2017

Kategorie

Sportart

Wandersocken – was soll man da groß erzählen, fragt ihr euch vielleicht an dieser Stelle? Schaut man sich aber mal eine beliebige Herstellerbeschreibung zum neuesten High-Tech-Socken an, fällt man fast vom Glauben ab. Hunderte Materialkombinationen, dazu verschiedenste Garnstärken und innovative Produktbehandlungen machen die einst gemeine Stricksocke aus Opas Zeiten zu einem mittlerweile nicht nur im stationären Handel ziemlich beratungsintensiven Artikel. Ja, man glaubt es kaum, aber die Wahl der richtigen Outdoor-Socke wird mitunter ziemlich unterschätzt.

Was sollen Wandersocken leisten?

Die richtige Outdoor-Socken findenZunächst einmal lautet die Frage: Soll es tatsächlich ein Socken zum Wandern sein, der meist in Kombination mit knöchelhohen, leichten und atmungsaktiven Schuhen getragen wird? Oder doch eher was für die ausgewachsene Trekkingtour mit hohem Rucksackgewicht? Gar eine Winterwanderung?

Vorweg: Für all diese Einsatzbereiche gibt es inzwischen die passende Antwort. Generell gilt jedoch, dass ein idealer Socken den Fuß vor Reibung und damit vor Blasen schützt. Er bietet Dämpfung im Fersenbereich, unterstützt den Fußballen beim Abrollen und leitet Feuchtigkeit schnell nach außen weiter. Vor allem der letzte Punkt ist hier von mitunter entscheidender Bedeutung, schwitzt man doch allein über den Fuß bis zu einem viertel Liter Feuchtigkeit pro Tag aus.

Logisch also, dass die allermeisten Hersteller von Funktionssocken auf Kunstfasermaterialien setzen, deren Kernkompetenz das Weiterleiten von Schweiß ist. In Kombination mit dem passenden Gore-Tex Schuh ein ideales Gespann. Hinzu kommen verschiedenste Anteile von Elasthan (für stretchige Socken), Anteile von Merinowolle (und das längst nicht nur für den Wohlfühlfaktor) sowie Behandlungen aller Art (z.B. Polygiene) zur Vermeidung von Schweißgeruch und Co.

Das A und O beim Sockenkauf

Die richtige Outdoor-Socken findenPunkt 1: die faltenfreie Passform! Egal, was man später für eine Tour plant, der Socken – ob dick oder dünn, Kunstfaser oder Merinowolle – muss einwandfrei sitzen. Schlägt er an den Zehen oder einer anderen Stelle Falten, führt dies unweigerlich zu ungewollter Reibung oder unangenehmen Druckstellen – dem Ausgangspunkt von Blasen. Da nützt einem der beste Schuh nichts, wenn die Socke nicht passt.

Punkt 2: mit oder ohne Polsterung? Als Faustregel kann man sagen: je schwerer das Gepäck auf dem Rücken, desto besser sollte die Polsterung der Socke ausfallen. Hier gibt es verschiedenste Ausführungen – mit mehr Dämpfung im Fersenbereich, dem Mittelfuß und/oder den Zehen. Für sommerliche Tagestouren im Mittelgebirge kann man hier definitiv zum dünneren Paar mit wenig oder gar keiner Polsterung greifen. Für Trekkingtouren mit Zelt und Schlafsack sowie Wintertouren wählt man logischerweise nicht nur ein vom Stoff her dickeres Paar Socken, sondern achtet entsprechend auch auf eine, seinen persönlichen Vorlieben entsprechende Polsterung!

Punkt 3: das Material. Polyamid, Polyester, Merino, Elasthan? Hier scheiden sich die Geister. Vor- und Nachteile haben alle Materialien, der geschickte Mix macht jedoch die Musik. Polyamid etwa ist in der Regel Abriebfester als Polyester und kommt vornehmlich an besonders beanspruchten Stellen wie der Ferse bzw. an den Zehen zum Einsatz. Merino am Knöchel und im Mittelfußbereich sorgt für Komfort und Polsterung, ein Stretch-Polyester Gemisch auf dem Spann verbessert die Passform und die atmungsaktiven Eigenschaften. Hinzu kommen Einsätze, welche den Kompressionsdruck erhöhen und damit die Durchblutung fördern. So hat jeder Hersteller sein eigenes Rezept für die perfekte Outdoor-Socke!

Trivia sowie Tipps und Tricks aus der Praxis

wool_compression_socksDrei einfache Fragen auf dem Weg zur passenden Socke:

  1. Zu welcher Jahreszeit bin ich unterwegs? Danach entscheide ich, ob die Socke dünn oder dick, bzw. mit einem höheren Anteil an Schurwolle (für den Winter) ausgestattet sein soll.
  2. Welche Art von Tour habe ich vor? Eine Wandertour mit leichtem Schuhwerk? Dann empfiehlt sich ein knöchelhohes Paar mit wenig bis moderater Polsterung. Schwere Berg- oder Trekkingtour? Dann kommt ein schienbeinhohes Paar mit mehr Polsterung zum Einsatz. Skitour oder Trailrunning? Hier können sich Kompressionssocken auszahlen.
  3. Was für Schuhe trage ich? Das atmungsaktivste Paar Socken bringt mir herzlich wenig, wenn ein massiver Volllederschuh meine Füße ziert. Hier wären Socken mit einem höheren Anteil Schurwolle und Polsterung zur Reduzierung von Reibung und Druckstellen angesagt. Für atmungsaktive und leichte Gore-Tex Schuhe hingegen wähle ich eher Socken mit Coolmax, Fibretech oder ähnlichen Polyester/Polyacryl-Fasern.

Ebenso wenig darf ich mich beschweren, wenn sich die guten alten Baumwollsocken nach 800 Höhenmetern Aufstieg anfühlen wie schwere, nasse Lappen, weil der Schweiß nur so trieft. Die richtige Kombination aus Schuh und Socken macht den großen Unterschied – und hier muss jeder für sich selbst den richtigen Weg finden.

Die richtigen Outdoor-Socken finden

Leichte Socken zum Radfahren oder Laufen

Und last but not least noch zwei Hinweise zu immer wieder gestellten Fragen: Grundsätzlich keine frisch gewaschenen Socken tragen! Das mag für so manchen Reinheitsverfechter eklig klingen, hat aber einen ernst gemeinten Hintergrund: Waschmittelreste im Gewebe der Socken können die empfindliche Fußhaut angreifen und in Kombination mit Schweiß für Reizungen sorgen. Vermeiden kann man das ganz einfach, indem man seine Wandersocken nach dem Waschen und vor der nächsten Tour einfach schon mal zu Hause ein bisschen zur Probe trägt.

Der zweite Punkt betrifft die Diskussion um das Tragen von zwei Paar Socken übereinandern. Ich möchte an dieser Stelle keine Partei ergreifen, kann jedoch aus eigener Erfahrung Vor- und Nachteile abwägen. Zu Zeiten, als es den Wehrdienst noch gab und junge Rekruten 30, 40 oder 50 Kilometer mit Gepäck marschieren mussten, wurde uns gepredigt, bei Problemen mit Blasen zwei Paar Socken zu tragen. Und siehe da, ich habe nie Probleme mit Blasen gehabt – trotz oder gerade dank zwei Paar grobmaschiger Baumwollsocken übereinander.

Privat bin ich anschließend auf Wanderungen und Bergtouren zu einem ordentlichen, modernen Paar Trekkingsocken übergegangen – und siehe da, auch das hat wunderbar funktioniert. Solange die Socke und der Schuh einwandfrei passen. Jetzt kam ich neulich doch tatsächlich in die Verlegenheit auf einer Hochtour Probleme mit Druckstellen (in den zugegebenermaßen noch relativ neuen Bergschuhen) zu bekommen. Und wer hätte es gedacht, mit dem zweiten Paar Socken waren alle Sorgen vergessen…

Egal ob ein oder zwei Paar: ein riesiges Sortiment an Socken gibt’s natürlich bei uns! Einfach hier entlang ->

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