US-Rock-Tour Teil 2 – Nevada, Utah & Colorado

26. Dezember 2014

Sportart

Dessert Towers bei Moab

Dessert Towers bei Moab

Fritz Miller und Flo Böbel unterwegs von San Francisco nach Denver, 26.09.–22.10.2014

Im ersten Teil des Reiseberichtes von Fritz Miller ging es um das Kletten im Yosemite.

Im zweiten Teil geht es von Las Vegas zu den gewaltien Sandsteinwänden des Zion Nationalparks, Moab, Indian Creek und schließllich nach Colorado. Aber lest selbst.

 

 

Shune's Buttress, Zion Nationalpark

Shune’s Buttress, Zion Nationalpark

Washington Columm, „Astroman“, siebte Seillänge. Hier findet sich der wohl meistgehasste Felsspalt des Yosemite Valleys. Der amerikanische Kletterer über uns steckt gerade darin fest und schreit. Man solle dem Spalt mit einem „chickenwing dyno“ begegnen, empfiehlt der Kletterführer. Hä? Ich bin immer noch etwas kaputt vom El Capitan und habe keinen Bock mehr. Flo ist gnädig: Wir seilen ab und machen uns auf den Weg Richtung Osten.

Nach einem kurzen Stop in Bishop erreichen wir Las Vegas. Las Vegas ist super. Zuhause ist die Sorge allerdings groß, ich könnte zu viel trinken und dann Flo heiraten. Wir bleiben aber weitestgehend anständig und ziehen bald weiter, nach Utah, zu den gewaltigen Sandsteinwänden des Zion Nationalparks. Endlich wieder Natur, endlich wieder klettern! Und die Kletterei ist phantastisch, besonders im berühmten „Moonlight Buttress“ (9/9+, 11 SL, weitestgehend clean). Eine durchgehend freie Begehung scheitert leider an einer sehr speziellen Kaminverschneidung (ca. 8+) im Mittelteil der Route.

Dan

Indian Creek, Dan

Indian Creek, Dan

Das nächste Ziel heißt Moab. Peter, ein Kumpel von Flo, stößt zu uns und wir decken uns mit Lebensmitteln ein, für einen längeren Aufenthalt im Rissklettermekka Indian Creek. Dort, auf der Suche nach einem Zeltplatz, treffen wir Dan. Leoparden-Shirt, Sonnenschirm, unheimliche Kletterausrüstung: Dan ist ein rundum schräger Vogel. Aber wir funktionieren bestens als 4er-Team. Wir Jungen steigen die Routen vor, Dan erzählt verrückte Geschichten und fährt auch mal zum Einkaufen in den nächsten Ort. Dann gibt es für uns z. B. destilliertes Wasser (zum Kochen und Trinken), eine Knallpistole (weil er meint, wir seien schon alt genug dafür) und Zigaretten.

Wir haben eine coole Zeit in Indian Creek und klettern nebenbei eine Reihe wilder Linien. Flo onsightet z. B. „Ruby’s Cafe“ (9+, clean), ich kann zwei Routen im unteren neunten Grad punkten, darunter das 40 m lange „Desert Shield“ (1 Bolt). Bald werden Ruhetage nötig. Peter, Flo und ich klettern auf den imposanten Castleton Tower (nur drei SL…) und gehen biken. Nach dem rund 50 km langen „Whole Enchilada Trail“ schmerzen die Hände zwar mehr als zuvor, dafür aber an anderen Stellen.

Letzter Stopp Colorado

Peter, Flo und Fritz auf  auf den imposanten Castleton Tower

Ruhetag

Wir haben Utah verlassen und sind auf dem Weg zu Dans Trailer, der in einem Vorort von Boulder (Colorado) steht. Dan ist noch länger in der Wüste unterwegs und wir dürfen dort ein paar Tage bleiben. Er teilt sich seine Behausung normalerweise mit Moe, ebenfalls Kletterer. Wir klopfen an die Tür. Moe ist zuhause und erklärt uns gleich die Regeln: Wir müssen abends leise sein, weil er früh zur Schule muss. Wir müssen dafür sorgen, dass immer genug Bier da ist. Und wenn wir gepinkelt haben, brauchen wir nicht zu spülen. Ok!

Am nächsten Tag gehen wir im Eldorado Canyon klettern, Moe aber nicht in die Schule. Abends erklärt er uns, dass er zu viel getrunken und wirklich keinen Bock hatte. Dumm nur, dass er der Lehrer ist… Ein paar kuriose Geschichten (und gekletterte Routen) später heißt es Abschied nehmen. Wir packen unser Zeug und fahren nach Denver, von wo es Richtung Heimat geht. Im Gepäck unsere durchgescheuerte Ausrüstung, eine Ladung dreckiger Klamotten und jede Menge Eindrücke und Erinnerungen, für die es sich lohnt zu rocken.

Text: Fritz Miller

Fotos: Fritz Miller, Flo Böbel

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