Tipps und Tricks zu Klemmkeilen

Tricks und Tipps rund um das Thema Klemmkeile

11. Januar 2017

Sportart

Ein guter Klemmkeil ist ein unverzichtbarer Grundbaustein jedes Trad-Racks. Die Dinger sind klein, (relativ) billig und halten eine Menge aus. Sie funktionieren rein passiv, haben keine beweglichen Teile, sind also nahezu unkaputtbar und wetterunabhängig. Im Winter frieren sie nicht ein und im Sommer – funktionieren sie eh! Schmelzen werden sie jedenfalls nicht.
Trotzdem gibt es ein paar kleine, aber feine Details, die man beachten sollte und die einem den Umgang mit Klemmkeilen deutlich erleichtern.

Die sichere Anbringung als A und O

Tipps und Tricks zu Klemmkeilen

  • Jeder Klemmkeil ist nur so gut wie seine Platzierung. Deshalb gibt es ein paar Grundregeln, die man auf jeden Fall einhalten sollte.
    Solider Fels: vielleicht die größte Gefahr beim Legen eines Klemmkeils. Wird der Keil nicht in absolut festem Gestein gelegt, kann durch die sehr hohe Sprengwirkung der Keile das Gestein wegbrechen und die Absicherung ist Toast. Der Fels darf keine kleinen Strukturen aufweisen, die abplatzen könnten. Keile dürfen nicht in loses Gestein oder hinter dünne Schuppen gelegt werden. Auch Dreck und Eis sind eine mögliche Gefahrenquelle – lieber den Riss vorher reinigen (zum Beispiel mit dem Klemmkeilentferner).
  • Maximaler Kontakt: der Klemmkeil sollte mit zwei gegenüberliegenden Seiten möglichst komplett am Fels aufliegen. Bei großen Freiräumen kann der Keil (durch die Seilbewegung) aus der Platzierung gewackelt werden oder erst gar keine ausreichende Klemmwirkung aufbauen. Deswegen immer darauf achten, die richtige Größe für den richtigen Spalt zu finden. Bei sich weitenden Rissen bieten zum Beispiel Offset-Klemmkeile eine gute Möglichkeit, das Maximum an Auflagefläche zu erreichen.
  • Belastungsrichtung beachten: es sollte stets darauf geachtet werden, dass der Keil so gelegt ist, dass er die Sturzenergie optimal aufnehmen kann. Im Normalfall wird die Belastungsrichtung im Sturzfall nach unten wirken – ein Gegenbeispiel ergibt sich, wenn ein Klemmkeil zum Schutz gegen eine Belastung nach oben (zum Beispiel bei der Verwendung am Standplatz) angebracht wurde.
  • Die passende Größe finden: gerade am Anfang, wenn man sein neues Klemmkeilsortiment noch nicht so genau kennt, wird man wohl öfters einmal hin- und her probieren müssen, bis man die richtige Größe gefunden hat. Dazu am besten die Klemmkeile am Karabiner lassen, so kann man schnell die verschiedenen Größen durchprobieren – ohne langes Gefummel.
  • Tipps und Tricks zu Klemmkeilen

    Gut sortiert!

    Die Aufbewahrung am Gurt: das ist Geschmackssache. Praktisch ist ein ovaler Karabiner mit Keylock-Nase. Durch die ovale Form ist eine optimale Handhabung gewährleistet. Die Keylock-Nase verhindert zudem ein nerviges Verhaken des Klemmkeil-Kabels in der Karabinernase. Der dritte Vorteil gegenüber einem billigen Plastikkarabiner – man hat im Notfall noch einen vollwertigen Karabiner mehr dabei. Ob als Abseilkarabiner, für den Aufbau eines Flaschenzug-Systems (hier sind ovale Karabiner besonders gut geeignet) oder für sonstige Zwecke. Ist man in kurzen, eher schweren Routen unterwegs, kann man die Klemmkeile auch schon direkt an seine Expressen hängen und spart sich damit wertvolle Zeit beim Legen.

  • Auf guten Sitz achten: relativ selbstverständlich ist es, den Klemmkeil kurz anzuziehen, damit er im Riss optimal sitzt und nicht so leicht herauswackelt. Um zu verhindern, dass der Keil durch Seilbewegungen aus dem Riss wandert, verlängert man dazu die Absicherung – lange Expressen oder Bandschlingen helfen, den Seilverlauf zu begradigen und reduzieren die Gefahr herausfallender Keile.
  • Klemmkeilentferner: den sollte man in der Tat nie vergessen. Der Nachsteiger sollte unbedingt einen dabeihaben, aber auch für den Vorsteiger ist er praktisch. Dreck und Eis lasen sich aus Rissen entfernen und auch beim Platzieren von Keilen und anderen Absicherungen in engen Rissen und Löchern ist der Klemmkeilentferner Gold wert.

    Besser zuerst am Boden üben, als einen Sturz riskieren

    Besser zuerst am Boden üben, als einen Sturz riskieren

  • Am Boden üben: die vermutlich beste Methode, in aller Ruhe seine Ausrüstung kennen zu lernen. Welcher Keil für welche Rissgröße passt und wie man am besten an seine Klemmkeile kommt, ist keine Erfahrung, die man gerne in schwindelnder Höhe, sechs Meter über der letzten Zwischensicherung macht. Mit der Aussicht auf einen schmerzhaften Sturz – kein schönes Gefühl. Deswegen alle Sicherungsmittel, mit denen man noch nicht voll vertraut ist, in sicherer Höhe am Fels austesten und idealerweise von einem erfahrenen Kletterer beurteilen lassen. Gerade für Anfänger ist es ratsam, einen Profi zu fragen und die eigenen Absicherungen von ihm überprüfen zu lassen.

 

Wichtiger Hinweis zum Schluss:

Diese Tipps sind keineswegs vollständig und ersetzen keine Schulung. Sie ersetzen auch nicht die ernsthafte Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Bedienungsanleitungen der Absicherungsmittel. Diese sind meist sehr ausführlich geschrieben und geben einen guten Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Sicherungsmittel. Ergänze diese theoretischen Kenntnisse durch die Erfahrung anderer Bergsteiger, Kletterer oder durch den Besuch eines entsprechenden Lehrgangs!

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