Trekkingnahrung-Reisen-Titel

Ohne Mampf kein Kampf – Mit Trekkingnahrung auf Reisen

31. Januar 2017

Kategorie

Sportart

Der „Bund“ wird es mir verzeihen, dass ich mir seinen Spruch als Überschrift ausgeliehen habe. Aber auch für uns Bergsportler zählt: „Ohne Mampf kein Kampf“. Auch wir verlangen unserem Körper so einiges ab und sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten. Gerade auf Reisen können wir jedoch nicht immer auf gewohnte Lebensmittel zurückgreifen und müssen oft improvisieren. Ob auf einer langen Trekkingreise, einem persönlichen Höhenrekord oder in der Vertikalen – ohne gutes Essen sind schnell die Akkus leer.

Gefriergetrocknete Fertigmahlzeiten, wie sie von namhaften Herstellern angeboten werden, bieten gerade für diesen Fall deutliche Vorteile. Vor allem, weil sie leicht und schnell zubereitet sind und somit Brennstoff sparen, was nochmals zur Gewichtsersparnis beiträgt. Über das „gute Kalorien-Gewichts-Verhältnis“, die „optimale Nährstoffversorgung“ und den „Geschmack“ kann man zwar streiten, denn Reis, Linsen und Co. können dabei gut mithalten. Aber dank Travellunch, Trek`n Eat oder Adventure Food müssen wir nicht wochenlang nur Beilagen essen, sondern genießen auch weit abseits der Zivilisation ein abwechslungsreiches Menü mit Früchten und Gemüse. Die Frage ist nur, wie bringen wir unsere Spezial-Nahrung auch sicher an den gewünschten Zielort?

Fass ohne Boden

Trekkingnahrung auf Reisen

Wie viel muss mit? Foto: Georg Pollinger, www.d-on-r.de

Leider gibt es auf diese Frage nicht nur eine Antwort, sondern dutzende. Fast jedes Land hat seine eigenen Einfuhrbestimmungen, deren Missachtung im schlimmsten Fall zu einer Geldstrafe oder sogar einer Anzeige (!) führen kann. Obwohl mir kein solcher Fall bekannt ist, trotz ausführlicher Selbstversuche in der Recherche, die uns fast ins Gefängnis brachten. Unser schlimmstes Vergehen: ein halbes Salamibrot im Rucksack an der Grenze zu den USA. Als die Beamten kurz nicht hinsahen, verschwand es schnell und spurlos im Mund. „Die Hunde müssen wohl diese nach Salami riechende Frischhaltefolie aufgespürt haben“, schwindelten wir uns aus der Affäre. Auch Hunde können sich ja mal irren.

Wir Europäer sind ja auch ganz schön verwöhnt, denn wir müssen uns über vieles Gedanken machen, nicht aber über die Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln innerhalb Europas. Soweit das mitgebrachte Essen für den eigenen Verbrauch vorgesehen ist, hat man auch in den skandinavischen Ländern sowie Island (Lebensmittel bis zu 3 kg Lebensmittel) und der Schweiz großen Spielraum. Aber Vorsicht, auch hier lauern Tücken: nach Norwegen dürfen beispielsweise keine Kartoffeln eingeführt werden, bzw. nur mit Genehmigung!

Armut und Überfluss

Dagegen sind Länder wie die USA, Canada oder Australien unglaublich strikt. Fleisch und Fisch ist in jeglicher Form tabu, ebenso wie Ei- und Milchprodukte inklusive Milchpulver. Hier müssen die Inhaltsstoffe der ausgewählten Trekkingnahrung vorab genau unter die Lupe genommen werden, denn die Zoll-Beamten am Flughafen verstehen meist keinen Spaß und merken sehr schnell, wenn sie angeflunkert werden. Im Zweifelsfall landet alles im Müll, da hilft auch kein Jammern oder Diskutieren. Eigentlich sind aber auch diese Länder weniger das Problem, da man sich vor Ort mit ähnlichen Produkten versorgen kann. Anders sieht es in den afrikanischen Ländern aus oder bei Reisen nach Südamerika oder Asien. Dort kann einen der Verlust der eingeplanten, gefriergetrockneten Nahrung ganz schön ins Schleudern bringen. In den meisten Fällen sind auch hier Fleisch, Fisch und Milchprodukte verboten, oft sogar auch Honig.

Trekkingnahrung auf Reisen

Die lokale Wirtschaft unterstützen! Foto: Georg Pollinger, www.d-on-r.de

Allgemein ist man also mit vegetarischen Gerichten besser bedient, die benötigten Proteine können mit einheimischen Grundnahrungsmitteln (wie beispielsweise Linsen) ausgeglichen werden. Generell kann ich eine Mischung aus mitgebrachter Nahrung und einheimischen Produkten wärmstens empfehlen. Wir sind damit immer am besten gefahren und haben nebenbei viele wertvolle Nahrungsmittel kennen und lieben gelernt. Ob Quinoa in Ecuador oder Bulgur in der Türkei. Der Einkauf regionaler Produkte unterstützt ja auch die lokale Wirtschaft vor Ort. Eine sehr gute, vielleicht die ursprünglichste Form von Entwicklungshilfe, wie wir finden.

Wie gut kannst du Pokern?

Ob Afrika oder Südamerika, es sind grundsätzlich nur „industriell hergestellte“ Lebensmittel in der Original-Verpackung zugelassen. Alles sollte zudem ordnungsgemäß in den Formularen deklariert werden, denn deklarierte Ware wird nicht entsorgt, sondern nur nochmals überprüft. Nur mit nicht deklarierten Waren, deren Einfuhr verboten ist, macht man sich schließlich strafbar. Die genauen Inhaltsstoffe können die Beamten auf dem Etikett nachvollziehen. Meist können getrocknete, kandierte und gekochte Lebensmittel eingeführt werden.

In Chile sind sogar Fleischprodukte wie Würstel oder Salami erlaubt. Solch liberale Bestimmungen sind allerdings eher die Ausnahme – im Gegenteil gibt es die verrücktesten Regeln. Wie mir berichtet wurde, kommt es in manchen Ländern sogar darauf an, ob die Trekkingnahrung in Plastik oder in Aluminium verpackt ist! Es gibt Dinge, die kann man nicht verstehen, aber Regeln sind nun einmal Regeln. Grundsätzlich fährt man immer besser, wenn man während einer Kontrolle einen kühlen Kopf bewahrt und nicht gleich auf Konfrontation geht. Erklärt man den Beamten in einem freundlichen Ton, was man geplant hat und warum diese Produkte unabdingbar sind, kann sich die Lage schnell entspannen.

Ein paar Tipps am Rande

Trekkingnahrung auf Reisen

Regionale Spezialitäten können gewöhnungsbedürftig sein. Foto: Georg Pollinger, www.d-on-r.de

So standen wir schon einmal am brasilianischen Zoll und wurden plötzlich durchgewunken, weil der Beamte ebenfalls Kletterer war und wusste, dass wir ohne unsere Vorräte in der geplanten Bigwall nicht weit kommen. „Die gehören zu mir“, eskortierte er uns bis zum Ausgang und wünschte uns viel Erfolg. In einem anderen Jahr mussten wir leidend zusehen, wie ein paar Mahlzeiten vor unseren Augen vernichtet wurden. Aber auch dieser Beamte drückte mehr als nur ein Auge zu. Er fragte mich zwar, ob es noch mehr Essen in dem Gepäckstück gibt – meinem verzweifelten Kopfschütteln ging er aber nicht weiter nach und zwinkerte mir zum Abschied zu.

Vielleicht waren es die Waffen einer Frau, aber viele Beamte wissen um die verzwickte Situation und machen Ausnahmen, wenn sie nicht vor den Kopf gestoßen werden. Übrigens: die süßen Beagles, die am Flughafen herumlaufen, sind meistens keine Passagiere sondern Spürhunde. Gegebenenfalls die Tasche erst vom Gepäckband nehmen, wenn sie nicht mehr da sind. Ich will hier keinesfalls zu Straftaten aufrufen, aber in manchen Ländern geht es nicht anders, man muss auf sein Glück hoffen. Wer pokert, muss allerdings auch verlieren können.

Vertrauen ist gut, Wissen ist besser

Da sich die jeweiligen Zoll- und Einfuhrbestimmungen ständig ändern, sollten sich Reisende über die Einfuhr ins Zielland stets vorab informieren. Es gilt leider der Grundsatz: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ und vorbereitet zu sein ist in jedem Fall besser. Das Internet ist schnell befragt, eine Suche nach „Einfuhrbestimmungen“ bzw. „customs“ und dem betreffenden Land ist ein guter Anfang. Oft helfen auch die Erfahrungsberichte aus Foren weiter. Wissen ist Macht! In diesem Sinne wünsche ich einen guten Appetit und viel Erfolg auf Reisen!

Eine große Auswahl an Trekking-Nahrung findet ihr selbstverständlich auch in unserem Sortiment, dazu einfach hier entlang!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Matthias sagte am 1. Februar 2017 um 22:07 Uhr

    Danke für den guten Artikel.
    Wir reisen am Montag nach La Paz und flleigen über Miami. Können wir unsere Trockennahrung mitnehmen? Wir reisen ja nicht in die USA ein und in Bolivien können wir uns im Zweifelsfall als Pfadfinder durchpokern.
    Könnt ihr zum Fall „USA-Transit mit Trockennahrung“ einen Tipp geben?

  2. Jörn sagte am 2. Februar 2017 um 09:15 Uhr

    Guten Morgen Matthias,

    leider gelten bei Transit die gleichen Bedingungen wie bei der Einreise.

    Generell müssen alle Lebensmittel deklariert werden, sonst droht eine Strafe. Hier findest Du Informationen darüber, was mitgeführt werden darf und was nicht: https://help.cbp.gov/app/answers/detail/a_id/3619/kw/food
    Natürlich gilt das auch für Nahrungsbestandteile, weshalb Du ein genaues Auge auf die Zutatenliste werfen solltest.

    Ich hoffe, die Info hilft weiter.

    Viele Grüße,

    Jörn

  3. Matthias sagte am 8. Februar 2017 um 16:45 Uhr

    Hallo Jörn,

    wir haben jetzt ausschließlich vegetarische Sachen dabei und sitzen damit in La Paz. In den USA hatten wir keinerlei Probleme, da unser Gepäck direkt nach Bolivien weitergeleitet wurde und wir es nicht erneut aufgeben mussten. Wäre also wahrscheinlich auch mit fleischiger Trekkingnahrung gut gegangen.
    Aber so haben wir noch genug Essen für die nächsten Trips in Europa übrig.

    Liebe Grüße
    Matthias

  4. Jörn sagte am 9. Februar 2017 um 09:35 Uhr

    Das freut mich zu hören. Dann wünsche ich euch viel Spaß auf eurer Tour und kommt heile wieder zurück.

    Beste Grüße,

    Jörn

Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.