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OMM – Original Mountain Marathon

23. Mai 2019
Die Bergfreunde

Ein lange Strecke, zwei Tage Zeit. Nur mit Karte und Kompass und vollkommen autark. Allein dein Partner ist als Support bei dir. Gefällt dir auf Anhieb? Dann freuen wir uns, dir den Original Mountain Marathon vorstellen zu dürfen. Der findet am 31.08. und 01.09.2019 wieder in der Lenzerheide in der Schweiz statt und ist ein Format, das es im deutschsprachigen Raum noch eher selten gibt. Das zweitägige Berg-Abenteuer stellt nämlich ganz besondere Anforderungen an Mensch und Material.

Apropos Material. Das liefert OMM (Original Mountain Marathon) gleich selbst. Du bist jetzt verwirrt? Geht es hier um eine Outdoor-Marke oder ein Event? Keine Angst, wir schaffen Klarheit!

OMM ist… ein Event

Zum einen ist OMM tatsächlich das, was wir eingangs beschrieben haben. Ein außergewöhnliches Berg-Event. Das Ziel ist es, möglichst viele Checkpoints abzulaufen und zwar in einer vorgegebenen Zeit. Nach Ablauf sollte man in der Camping-Area sein, in dem man das mitgeschleppte Zelt aufbaut, um zu nächtigen. Am zweiten Tag muss man es dann ’nur‘ noch vor dem Cut-Off ins Ziel schaffen. Klingt erstmal einfach, oder?

Nun, man muss aber auch mitdenken und planen, da der Kurs nicht vorgegeben ist und es keine Verpflegungsstellen unterwegs gibt. Es gibt lediglich eine Karte, auf der die Checkpoints verzeichnet sind. Das Team bestehend aus zwei Läufern muss sich also seinen Weg selbst bahnen und sämtliche Nahrungsmittel, auch für das Abendessen, dabeihaben. Als weitere Challenge kommt je nach Kurswahl hinzu, dass die Strecken nicht immer kurz und durchaus anspruchsvoll sind – eine gute Kondition ist also Pflicht und es sollte auch nicht das erste Mal sein, dass man die Berge von Nahem sieht.

Je nach dem, wo eure Stärken als Team liegen, könnt ihr euch zwei Wertungen auf jeweils zwei Strecken aussuchen:

  • Zeitwertung auf 55 bzw. 38 km

Hier geht es darum, alle Kontrollposten zwischen Start und Ziel in der richtigen Reihenfolge abzulaufen. Gewinner ist das Team, das dafür am wenigsten Zeit braucht. Dementsprechend solltet ihr hier in Sachen Kondition und Navigieren gut drauf sein!

  • Punktewertung mit Soft-Cut-Off

Liegt die Stärke eures Teams eher im Strategischen, solltet ihr diese Wertung wählen. In einer fest vorgegebenen Zeit müsst ihr beliebig viele Kontrollpunkte anlaufen und dadurch Punkte sammeln. Wer am meisten Punkte sammelt, gewinnt. So einfach ist das… oder auch nicht! Denn wer die Zeit überschreitet, der bekommt Punktabzug. Und zwar pro angefangener Minute gleich Zwei.

Damit sich kein Team an ein anderes dran hängt, gibt es Startzeiten. Dadurch werden zumindest am Start für alle die gleichen Bedingungen geschaffen. An den Checkpoints muss sich das Team mit einem Chip registrieren. Nur so kann eine Wertung erfolgen.

Der OMM findet zum ersten Mal in der Lenzerheide statt. Allerdings schon zum 52. Mal in Großbritannien, denn da kommt die Rennserie ursprünglich her. Dort hat das Event eine deutlich längere Tradition als bei uns und beinhaltet auch Trail- und Fellrunning.

Die Anforderungen ans Equipment sind aber immer die gleichen: Fürs Campen und Laufen muss jeder Athlet alles dabei haben. Zusätzlich noch Verpflegung und Notfallset. Alleine 21 Posten umfasst die offizielle Packliste! Gar nicht so leicht, das alles zusammen zu bekommen. Das hat sich vermutlich auch OMM gedacht und bietet – wie eingangs erwähnt – das passende Equipment gleich selbst an!

OMM ist… eine Marke

Und die ist, wie zu erwarten, vor allem auf Leichtigkeit getrimmt. Denn darauf kommt es an, wenn man schnell und galant durch die Berge laufen oder rennen möchte. Wer mit 2o kg Gepäck startet, hat vermutlich eher schlechte Karten. Haha, Karten… wegen Orientierung und so. Ach, lassen wir das. Zurück zur Ausrüstung.

OMM bietet von der Trinkflasche bis hin zum ulraleichten, wasserabweisenden Schlafsack alles, was man für kurzweilige Abenteuer in den Bergen braucht. Ein besonderes Highlight ist der Mountain Raid Pa 1.0 Kunstfaserschlafsack.  Der lässt sich nämlich mit der dazugehörigen Jacke zu einem Schlafsacksystem umbauen, so dass man im Zweifel nur den Fußteil des Schlafsacks mitschleppen muss. Die Jacke hat man ja sowieso dabei.

Die Bekleidung richtet sich im Groben an Trailrunner und Bergläufer. Leichtigkeit und Atmungsaktivität sind bei der Konzeption die treibenden Kräfte. OMM setzt auf ausgewählte Technologien und Materialien, z.B. Point-Zero, Kamleika oder Primaloft, je nach Verwendungszweck.

Sehr ausführlich ist die Produktpalette außerdem bei Rucksäcken. Zwischen Hüfttaschen um die die 3 L bis hin zu großen und leichten Daypacks mit 32 Litern gibt es hier alles, was das Ultralight-Herz begehrt. Außerdem gibt es zahlreiches Zubehör, mit dem sich die Tragesysteme erweitern lassen. Z.B. der Chestpod, der wie der Name schon sagt, einfach vor der Brust getragen wird oder der Compressor-Pod, der über Kompressionsriemen am Rucksack befestigt werden kann und 5 Liter mehr Stauraum bringt.

Ein derart modulares System ist natürlich ideal, um sich auf alle Eventualitäten einzustellen. Bei gutem Wetter lässt man die dicke Isolationsjacke zuhause, sieht’s eher nach einem kalten Abenteuer aus, schnallt man sich die eben mit einem kleinen Zusatz-Pod an den Rucksack. Easy.

OMM ist… was für dich?

Wenn du immer noch begeistert von der ganzen Geschichte bist, dann können wir dich nur ermuntern, das Abenteuer OMM einmal auszuprobieren. Alle relevanten Infos… ach was, die hast du ja jetzt schon! Hier geht’s zur Anmeldung. Also schnapp dir noch einen Partner und legt los. Wir Bergfreunde sind übrigens auch mit einem Team am Start und versuchen’s mal mit dem navigieren. Wir sind schon ziemlich gespannt!

Polygiene: Wie funktioniert der Mief-Blocker und ist er nachhaltig?

9. Mai 2019
Ausrüstung

(Vorsicht, folgende Einleitung könnte Spuren von Ironie enthalten)

Angeblich soll es in den Bergen noch den rückständigen Brauch geben, nach dem Schwitzen nicht sofort zu duschen und die Klamotten zu wechseln. Igitt, wie eklig und vor allem auch rücksichtslos gegenüber den Mitmenschen. Schuld an diesem Missstand sind vor allem Bergunterkünfte, die keine Duschen und noch nicht mal heißes Wasser rund um die Uhr haben. Dort weht dann in den viel zu engen Massenlagern ein Aroma, das in der Großstadt wohl ABC-Alarm auslösen würde. Wann schafft die EU endlich Gesetze, dass solche Stinkehütten klimatisiert zu sein und  Raumduftsysteme vorzuhalten haben?

Solange die Bergwelt noch lückenhaft reguliert ist, müssen wir uns mit Provisorien behelfen. Eine Möglichkeit wäre, die körperlichen Anstrengungen soweit zu reduzieren, dass kein Schweiß mehr die Poren verlässt. Hier ist man mit vielen neuen Seilbahn- und Straßenbauprojekten schon auf einem guten Weg. Doch was tun, wenn das Schwitzen partout nicht vermieden werden kann und der nächste hochalpinen Sanitärbereich noch in der Planungsphase ist?

Wie kommt der Mief in die Klamotten?

Dann schlägt die Stunde von Technologien wie Polygiene. Polygiene bietet – ab jetzt ohne Ironie –  nicht nur optionalen Luxus wie Parfüm und Deo, sondern wirklich nützliche Vorteile. Warum das so ist, versteht man am besten nach einem genaueren Blick auf den schlechten Schweißgeruch sowie seine Entstehung und Auswirkungen. Obwohl man hier eigentlich nicht viel falsch verstehen kann, denn wie Schweiß entsteht und welche Funktion er hat, dürfte jeder Mensch wissen, der schon einmal selbst geschwitzt hat. Bei Erhitzung des Körpers wird das „Körperwasser“ aus den bis zu 2,6 Millionen Schweißdrüsen herausgepresst, um für kühlende Verdunstung auf der Haut zu sorgen. Diese Kühlung ist lebenswichtig, der Körper braucht sie so, wie ein Verbrennungsmotor Kühlwasser braucht.

Was vielleicht nicht jeder weiß: der Schweiß an sich hat keinerlei Eigengeruch. Er enthält aber Proteine und Fettsäuren, die wiederum als Nährstoffe für Bakterien und andere Mikroorganismen dienen, die sich auf der Haut befinden. Die Mikroorganismen bauen die Stoffe ab, was – analog zur menschlichen Verdauung – zu geruchsintensiven Abfallprodukten führt. Im warmfeuchten Klima sammeln sich diese Hinterlassenschaften zusammen mit den sich prächtig vermehrenden Mikroorganismen auf der Haut und in der Kleidung an.

Das stinkt dann nicht nur, sondern greift auch das textile Gewebe an, da die Abbauprodukte Säuren und Salze enthalten, die der Kleidung chemisch und mechanisch zusetzen können.

Was ist Polygiene?

Kurz und knapp: Polygiene ist ein in Textilien eingearbeitetes Silbersalz aus recyceltem Industriesilber. Zugleich ist es der Name der Herstellerfirma mit Sitz im schwedischen Malmö.

Es gibt mehrere Arten von Silbersalzen. Für Polygiene wird, wie zumeist bei Outdoorkleidung, Silberchlorid verwendet, da es wasserunlöslich ist und nicht aus der Kleidung ausgewaschen wird. Durch die Abnutzung der Fasern und den Ionen-Austausch mit Schwefelverbindungen können zwar minimale Mengen an Silberionen beim Waschen freigesetzt werden, doch diese schädigen im Falle von Polygiene weder Organismen noch Abwassersysteme (dazu mehr im Abschnitt Nachhaltigkeit).

Polygiene basiert auf Silberchlorid aus 100 % recyceltem Silber von photochemischen und industriellen Rückständen. Eine Vermischung mit Silber aus dem Bergbau ist ausgeschlossen. Es wird ähnlich wie Farbe in die Textilfasern eingearbeitet. Dabei wird nur eine sehr geringe Menge Silber verbraucht: die Menge, die in einem Fingerring steckt, reicht für etwa 5000 mit Polygiene ausgerüstete Kleidungsstücke.

Die Silberbehandlung von Polygiene bleibt nach Angaben des Herstellers über die komplette Lebensdauer der Kleidungsstücke erhalten und wäscht sich auch nicht in der Waschmaschine aus. Es handelt sich bei Polygiene auch nicht um Nanosilber, welches aus Silberionen im Größenbereich von Nanometern (10-9 Metern) besteht und im Verdacht steht, sich aus der Kleidung zu lösen und durch die Haut in den Körper zu gelangen. Die für Polygiene verwendeten Silberionen sind mehr als 100mal größer und damit zu groß, um in die Haut einzudringen.

Zudem versichert Polygiene, dass die eigenen Silbersalze sich auch nach längerem Gebrauch nicht von den Textilien lösen. Sie sind zudem nur auf der Außenseite des textilen Trägermaterials aktiv und beeinträchtigen weder die Transpiration noch die natürliche Bakterienflora der Haut. Dementsprechend haben mit Polygiene ausgerüstete Stoffe in Europa die medizinische Zulassung der Kategorie 1, die auch Verbandsmaterial für den direkten Kontakt mit offenen Wunden umfasst.

Polygiene wird zumeist fertig eingearbeitet in Funktionswäsche angeboten, kann jedoch auch als Spray oder Waschzusatz nachträglich aufgebracht werden.

Wie funktioniert es?

Die winzigen Silberpartikel wirken ähnlich wie ein Antibiotikum: sie töten mikrobisches Leben auf breiter Front und verhindern so dessen Wachstum. Als „unverdauliche Brocken“ legen sie den Stoffwechsel der Mikroben lahm.

Die Frage ist aber nicht nur, wie es funktioniert, sondern auch, wie lange und wie gut es funktioniert. Das Outdoor-Magazin hat dazu einen Test über satte 14 Tage gemacht und kam zu folgendem Ergebnis.

Zum testen haben wir ein das Baselayer-Shirt Capilene Thermal Weight von Patagonia und ein Paar Wandersocken von SaferSox zur Verfügung gestellt bekommen. Polygiene empfahl uns das Shirt 8 Tage lang zu testen. Wir sollten Sport machen, das Shirt richtig vollschwitzen und dann lediglich zum Trocknen aufhängen. Zwischendrin durfte das Shirt nicht gewaschen werden.

Für unseren Test sind wir noch einen Schritt weitergegangen. Unser Tester hat das Patagonia-Shirt insgesamt 14 Tage lang getragen. Das Ergebnis: Es bleibt kein Schweißgeruch im Baselayer zurück.

Es blieben zwar andere Gerüche wie Essen oder Deo zurück, doch die Zahl derjenigen Bergfreunde, die sich auch davon beeinträchtigt fühlen und von ihrer Funktionskleidung eine entsprechende Lösung erwarten, dürfte sich zum Glück in Grenzen halten.

Welche Vorteile bringt die Geruchshemmung?

Die direkten Vorteile des Nicht-Stinkens dürften auf der Hand liegen. Sie liegen nicht nur in besserem Wohlgefühl und angenehmerer sozialer Interaktion auf engem Raum, sondern auch in besserer Hygiene. Die Abwesenheit von Bakterien und Pilzen bedeuten auch weniger potentielle Hautirritationen und andere gesundheitliche Probleme.

Hinzu kommen indirekte Vorteile, die daraus resultieren, dass Polygiene-Textilien weniger oft gewechselt und gewaschen werden müssen. Man kann mit deutlich weniger (Wechsel)Wäsche auskommen und dadurch das Rucksack- oder Reisegepäck reduzieren. Auch der Lebenszyklus der Produkte verlängert sich dadurch deutlich, da sowohl Mikroben als auch Waschgänge die Fasern schädigen und das Material abnutzen. Es wird weniger weggeworfen und nachgekauft, was nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schont. Damit sind wir auch schon mitten im Thema Nachhaltigkeit.

Warum Polygiene nachhaltig ist

Es dürfte schon aus den bisherigen Zeilen hervorgegangen sein, dass Polygiene eine ziemlich nachhaltige Angelegenheit ist. Doch sie ist nicht nur ein bisschen nachhaltig, sondern rundherum und vollkommen. Warum? Weil nicht nur Material und Technologie selbst nachhaltig sind, sondern auch ihre direkten und indirekten Effekte. Das wird auch von Umweltorganisationen und Regulierungsbehörden anerkannt. So ist die permanente Textilbehandlung bluesign-zertifiziert und erfüllt strenge, unabhängige Umwelt- und Produktlebenszyklusstandards wie die EU Umwelt- und Abfallgesetze und den ISO 14001 Standard. Zudem befindet sich Polygiene auf der Öko-Tex-Liste (I-IV) von unabhängig geprüften und zertifizierten Produkten.

Gesundheit

Die Zertifizierungen schaffen eine hohe Verbrauchersicherheit, da mit steigenden Umweltstandards für Ausgangsstoffe und Herstellungsverfahren die Belastungen für die menschliche Gesundheit sinken. So wird beispielsweise die Reinheit des Silbers durchgehend kontrolliert, um Spuren anderer Metalle sicher auszuschließen. Auch eventuelle Wechselwirkungen des Silbers mit der Haut werden gründlich untersucht. So wurde in einer Studie des National Center for Biotechnology Information in den USA überprüft, ob das antimikrobielle Silber das Bakteriengleichgewicht auf der Haut stört. Die Forscher konnten dabei keinen Effekt von antibakterieller Kleidung auf die Mikroflora von gesunder Haut nachweisen. Sicher, Ergebnisse von Studien sind manches mal mit Vorsicht zu genießen, doch im Fall von Polygiene kann man schon aufgrund der Konstruktion von minimierten Risiken ausgehen.

Ressourcenverbrauch

Dieser Bereich dürfte der effektivste Nachhaltigkeitshebel von Polygiene sein, denn der Ressourcenverbrauch wird in allen Phasen des Produktlebenszyklus minimiert. Der Rohstoff Silber wird wie erwähnt aus recyceltem Material (Elektronikschrott) gewonnen und in sehr geringen Konzentrationen verwendet. Zudem kann die Polygiene-Behandlung in einem Arbeitsgang mit anderen Ausrüstungen aufgebracht werden und erfordert dadurch keinen zusätzlichen Wasser- und Energieeinsatz. Ein Bindemittel für die Fixierung der Polygiene-Moleküle am Stoff ist ebenfalls nicht nötig.

Die größte Ressourceneinsparung findet während der Verwendung der Polygiene-Bekleidung statt, denn sie wird deutlich weniger gewaschen als herkömmliche Sportkleidung. Letztere wandert teilweise nach jedem einzelnen Einsatz in die Waschmaschine. Mit Polygiene ist das nicht nötig, denn die unhygienischen Bakterien und Gerüche entstehen gar nicht erst. Wenn der Schweiß verdunstet und das Gewebe getrocknet ist, ist die Wäsche auch tatsächlich noch sauber genug, um  weiter getragen zu werden – natürlich nicht unbegrenzt, aber definitiv um ein mehrfaches länger als unbehandeltes Kunstfaser- oder Baumwollmaterial. Die „Bevor-es-eklig-wird-Tragedauer“ einer Polygiene-Unterwäschegarnitur kann man in etwa mit der von Merinowolle gleichsetzen.

Die Polygiene-Wäsche kann nicht nur seltener, sondern auch bei niedrigerer Temperatur gewaschen werden. Das trägt ebenfalls zu reduziertem Energieverbrauch und längerer Produktlebensdauer bei. Und wenn diese schließlich doch irgendwann ihr Ende erreicht hat, kann die Kleidung inklusive der Polygiene-Ausrüstung recycelt werden.

Aus all dem ergibt sich eine einfache aber wirkungsvolle Nachhaltigkeitsformel:

Weniger waschen = weniger Wasserverbrauch, weniger Reinigungsmittel, weniger Energieverbrauch + längere Produktlebensdauer + mehr freie Zeit + gespartes Geld!

Auf der Polygiene-Homepage ist das Ganze mit diversen Zahlen angereichert. Sogar für die Geld- und Zeiteinsparung sind Zahlen angegeben: so geht man pro Waschmaschinenladung von 28 Minuten Zeitaufwand und 1,34 US$ Kosten aus. Insgesamt geht man davon aus, dass der „ökologische Fußabdruck“ (Wasser- und Energieverbrauch; Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung) eines Kleidungsstücks zu etwa zwei Dritteln aus dem Waschen und Trocknen resultiert.

Zwar können durch die Abnutzung der Fasern und den Ionen-Austausch mit Schwefelverbindungen irgendwann doch minimale Mengen an Silberionen beim Waschen freigesetzt werden, doch diese verbinden sich laut Patagonia rasch mit Sulfiden in der Umwelt zu chemisch stabilem, nicht löslichem Silbersulfid, welches lebende Organismen nicht beeinträchtigt. Die Silberionen werden also deaktiviert, sobald sie in einen natürlichen Wasserlauf gelangen. „Auf gleiche Weise werden sie auch im Wasser einer Kläranlage deaktiviert, sodass sie weder die bakteriellen und Bio-Stufen der Anlagen belasten noch das gereinigte Wasser oder den Klärschlamm.“ Ohnehin sind geringe Mengen an Silberchlorid und Silbersulfid auch auf natürliche Weise im Trinkwasser, Meerwasser und im Boden vorhanden.

Fazit

Polygiene ist ein Paradebeispiel für Outdoor-Technologie, die funktionalen Nutzen mit  Nachhaltigkeit vereint. Die Behandlung sorgt dafür, dass man sich in Sport- und Outdoorklamotten deutlich länger wohlfühlen kann. Das wiederum kann helfen, den Reinlichkeitsdrang des urbanen Lifestyles samt seiner teils absurden Komfortansprüche unten im Tal zu lassen, statt immer tiefer in die Berge einzuschleppen. In dem Falle würde Polygiene womöglich gar zu einer Eindämmung des Erschließungswahns beitragen, der ja manchmal ganz ähnlich wie die fiesen kleinen Stinkebazillen wuchert …

S.Café – Kaffee zum Anziehen

2. Mai 2019
Ausrüstung

Kaffee wird hier langsam aber sicher zum Kernthema. Zuerst gab es den langen Artikel über gepflegten Kaffeekonsum in der wilden Natur, dann kam die revolutionäre Schuh-Innovation zur Lösung des leidigen Problems der Kaffee-to-go-Flecken auf Sportschuhen. Und jetzt kommt auch noch ein Gewebe aus Kaffeesatz um die Ecke.

Aus Kaffeesatz? Ja, das ist technisch möglich und schafft sogar zusätzliche natürliche Funktionalitätsaspekte bei den so produzierten Klamotten. Da kommen natürlich Fragen auf: Kann man aus dem Zeug bei drohendem Bergtod durch Übermüdung noch ein rettendes Käffchen brühen? Lässt sich in S.Café Klamotten die Zukunft lesen? Nein, diese Funktionen bietet die Kaffeekleidung nicht. Was sie wirklich bietet, dazu gleich mehr, zunächst schauen wir uns die Idee und die Entstehung der Marke S.Café an.

Die Idee stammt natürlich aus Kalifornien oder Skandinavien, wie immer, wenn es um Funktionsklamotten geht. Oder etwa nicht? Nein, diesmal kommt die nerdige Outdoor-Innovation aus dem fernen Osten, genauer aus Taiwans Hauptstadt Taipeh.

Die Idee hinter dem Kaffeesatz-Material

Dass Kaffeesatz und etwa nicht Bananenschalen oder Teebeutel als neuer Textilschlager entdeckt wurde, lag wohl daran, dass Jason Chen, Geschäftsführer der Firma Singtex, und seine Frau Mei-hui ihren Geistesblitz in einer Kaffeebar hatten. Verwundert hatten sie eine ältere Dame beobachtet, die den Barista um den Kaffeesatz bat. Auf den fragenden Blick des Ehepaars hin erklärte der Barista, das Kaffeesatz gut sei, um Gerüche aus dem Kühlschrank zu entfernen. Die geruchshemmende Eigenschaft von Kaffeesatz war also schon bekannt.

Chens Frau soll daraufhin scherzhaft vorgeschlagen haben, dass er doch Kaffeereste in seine Textilien einbauen möge, um den Schweißgeruch nach seinen häufigen Marathon-Trainingseinlagen loszuwerden. Der Legende nach dachte Jason dann kurz nach, wandte sich an seine Frau und rief laut aus: „GOOD IDEA!“ Es war also Mei-huis Idee und Jasons Umsetzung, die hier geboren wurde.

Die Idee kam wie gerufen und wurde patentiert, bevor Chen überhaupt wusste, wie er den Kaffee ins Textil bringen will. Schon zuvor hatte Singtex öfter neue Verfahren und Fasern erfunden, wurde jedoch meist zügig von der Konkurrenz auf dem chinesischen Festland kopiert und preislich unterboten. Deshalb stand man kurz vor der Pleite und wollte diesen Fehler nun nicht mehr wiederholen.

Entstehungsgeschichte und Entwicklung

Chen trommelte eine Gruppe von Partnern zusammen und man begann, die Möglichkeiten der Einarbeitung von Kaffeesatz in Garn zu erforschen. Die Umsetzung der scheinbar einfachen Idee nahm vier Jahre Forschung und harte Arbeit in Anspruch. Im Jahr 2009 war es dann soweit und die Erfindung konnte unter dem Markennamen S.Café präsentiert werden.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und die Nachfrage nach S.Café stieg schnell. In Taipeh entstand ein ganzes Netz an Partnerschaften mit Starbucks und lokalen Cafés, um den gebrauchten Kaffeesatz systematisch einzusammeln. Mittlerweile ist ständig ein Tross von Fahrzeugen unterwegs, um tagtäglich etwa eine halbe Tonne Kaffeesatz im Großraum Taipeh einzusammeln. Der andere Rohstoff für das Textilmaterial – Polyester – wird ebenfalls aus in einem nachhaltigen Kreislauf aus größtenteils lokal eingesammelten Abfällen gewonnen: aus recycelten PET Flaschen.

Weitere Entwicklungen

Recht bald nach der Einführung 2009 hat Singtex Unterwäsche, Bettwäsche, Schuhe und eine wachsende Palette weiterer Produkte aus S.Café entwickelt. Hinzu kommen Modifikationen des Materials selbst, die unter Namen wie P4Dry und Mylithe mit neuen Konfigurationen von Polymeren und Kaffeeresten weitere spezielle Funktionen erreichen. So soll Mylithe durch eine “Luftstruktur”-Methode ein baumwollartiges Tragegefühl vermitteln, ohne die ursprünglichen Eigenschaften von S.Café einzubüßen.

Da Jason Chen ein findiger und umtriebiger Firmenpräsident ist, sollen natürlich auch weiterhin neue Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftsfelder erschlossen werden. Die wachsende Verbreitung von S.Café wird dank ständig erweiterter, weltweiter Kooperationen mit immer mehr führenden Textilunternehmen wie Timberland, American Eagle, North Face und Puma zielstrebig vorangetrieben. Auf Kosten der Umwelt soll dieses Wachstum aber auch künftig nicht gehen, weshalb Singtex auch weiterhin hohe Standards garantierende Zertifizierungen wie Bluesign, Oekotex und Cradle-to-Cradle anstrebt.

Herstellung

Die ersten Herstellungsschritte finden in den Röstereien und Kaffeebars statt. Die Bohne muss nämlich nicht nur bei Temperaturen zwischen 160 und 220°C geröstet, sondern auch pulverisiert und gebrüht werden, um zusammen mit den Polymeren der alten PET-Flaschen den textilen Stoff zu formen.

Beim Rösten schwillt die Kaffeebohne an, was bedeutet, dass ihr Innenraum größer wird. Beim Brühen entfernt dann das heiße Wasser Materialien aus den so entstandenen Hohlräumen. Aus dem so „präparierten“ Kaffeesatzpulver wird dann der Extrakt gewonnen, der, bei niedrigen Temperaturen und hohem Druck in die Kunststoff-Filamente eingearbeitet und zu einem Garn geformt, die Eigenschaften der Ausgangsmaterialien verbindet.

Es bleiben zwar pro Filterportion nur etwa 2% nutzbarer Kaffee-Extrakt übrig, doch alles in allem klingt die Sache gar nicht mal so unergiebig. So reichen die Rückstände aus einer Tasse Kaffee laut Chen für etwa zwei bis drei T-Shirts.

Materialeigenschaften

Vor allem die Eigenschaften des Ausgangsmaterials Kaffeesatz kommen im Endprodukt gut zur Geltung. Die eben erwähnten Mikroporen absorbieren Gerüche, reflektieren die UV-Strahlung und trocknen doppelt so schnell wie Baumwolle. Feuchtigkeit wird bei S.Café-Gewebe kontinuierlich von der Haut auf die Außenseite transportiert, wo es sich über die Oberfläche verteilt und schnell verdunsten kann. Die Verdunstung trägt dazu bei, dass die Hauttemperatur im Vergleich zu herkömmlichen Stoffen um 1 bis 2°C abgekühlt wird – ein durchaus spürbarer Effekt.

Diese Eigenschaften im Zusammenspiel bewirken ein im Vergleich zu herkömmlichen Kunstfasern angenehmeres, natürlicheres Tragegefühl.

Da sich die Kaffeebestandteile im inneren der S. Café-Fasern befinden, braucht man sich um ein Nachlassen der Funktionalität nicht zu sorgen. Sie übersteht normale Maschinenwäsche problemlos und hält nicht weniger lang vor als andere funktionale Textileigenschaften.

All das macht S.Café nicht nur für Outdoor- und Sportbekleidung interessant, sondern auch für viele weitere Verwendungsbereiche bis hin zu alltäglichen Haushaltsartikeln.

Nachhaltigkeit

Natürlich hat Singtex um sein Vorzeigeprodukt eine Nachhaltigkeitsphilosophie gestrickt. Die ist allerdings kein künstliches PR-Produkt, sondern ein natürlicher Ausdruck des praktizierten Handelns. Der nachhaltige Kreislauf ist klar erkennbar: die eigentlich unnachhaltigen Auswirkungen der Kaffeetrinkkultur werden hier (teilweise) in einen nachhaltigen Kreislauf überführt. Aus den Abfällen eines globalen städtischen Lifestyles mit ständig wachsendem Kaffeekonsum wird ein nützliches Produkt gewonnen. Und es stellt sich heraus, dass in diesem Kreislauf noch viele weitere verborgene Produkte und Technologien auf ihre Entschlüsselung warten.

Zu diesem genial einfachen Konzept passt es bestens, dass Kleidungsstücke aus S.Café am Ende ihres Lebens kompostiert werden können. Wenn ihre Rückstände dann zum Anbau von Kaffee verwendet werden, wäre ein Lebenszyklus abgeschlossen.

Fazit

Die griffige Kurzformel für die Vermarktung von S.Café lautet: „Drink it, wear it“. Das ist einprägsam und fasst die Firmenphilosophie gut zusammen. Die Begeisterung fürs Kaffeetrinken ist hier auch verständlich, denn ohne all die fleißigen Trinker wäre der Kaffeesatz kein recycelter Abfall, sondern ein teurer Rohstoff.

Dennoch sollte man die Ermunterung zu (noch mehr) Kaffeekonsum vielleicht nicht allzu wörtlich nehmen. Auch so schon dürfte die „Leistungsgesellschaft“ mehr als genug vom Kaffee (an)getrieben sein und Singtex muss sicher keinen Mangel an Nachschub befürchten. Außerdem geht unsere persönliche Leistungskurve mit Koffein auf Dauer eher runter als rauf. Also, ruhig lieber öfter mal ein Schläfchen halten statt den nächsten doppelten Espresso zu kippen. Klar, leichter gesagt als getan, denn wir haben ja alle keine Zeit und sich einfach auszuruhen ist schon fast ein subversiver Akt. Aber ich schweife wohl gerade ab und bin nicht mehr beim Thema. Obwohl, es geht doch irgendwie um Kaffee, oder?

Northern Playground – Hose runter auf Norwegisch

30. April 2019
Ausrüstung

Dass Männer oft nur große Jungen sind, ist dem Volksmund hinlänglich bekannt und dass Buben oft bei ihrer Mutter Rat suchen wenn es auf dem Spielplatz zu gewissen Diskrepanzen kommt, ist einfach eine Tatsache. Mutti ist halt immer da und weiß Bescheid. Kleidungstipps von Müttern sind meist zwar nicht gern gesehen, prägen aber nahezu jede Generation auf ihre ganz eigene Art. Kein Wunder also, dass auch ältere Jungs immer mal wieder auf dieses wandelnde Gratis-Offline-Lexikon zurückgreifen. Bei der Wahl der richtigen Unterwäsche ist das freilich ein wenig skurril, die Geschichte von Northern Playground zeigt jedoch, dass daraus auch ein echter Erfolg werden kann.

Wobei geht’s aber dabei eigentlich genau? Bei Northern Playground handelt es sich keineswegs um den Kinderspielplatz in Trondheim, Oslo oder Stockholm, sondern vielmehr um einen aufstrebenden Hersteller innovativer und funktioneller Outdoorkleidung. Was das Ganze nun aber mit (kleinen) Jungs und deren Müttern zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Legen wir also gleich mal los und fragen uns:

Wer oder was ist Northern Playground?

Northern Playground ist eine vergleichsweise junge Firma, die 2012 in Oslo, Norwegen gegründet wurde. Die Geschichte zur Firmengründung ist dabei so logisch wie skurril. Firmengründer Jo Tobiassen ist seit jeher begeisterter Outdoorsportler. Gerade Berg- und Skitouren haben es ihm angetan. Neben dem reinen Sport sollen dabei aber auch das Naturerlebnis und ein gewisser Komfort nicht zu kurz kommen. Doch das wird bekanntlich schwierig, wenn man in schweißnassen Klamotten auf dem Gipfel eines Bergs sitzt und weder Aussicht noch Brotzeit genießen kann, weil man sich schon nach kurzer Zeit seine fünf Buchstaben abfriert. Dieses Problem und dessen Lösung ist quasi Kernkompetenz und Gründungsmythos der Firma in einem.

Denn vom nassen und kalten Bergerlebnis führt der Weg von Jo direkt nach Hause ans Telefon. Ein mütterlicher Rat muss her! Und siehe da, nach einiger Zeit an der Nähmaschine hatten die beiden ein Kleidungsstück entworfen, das optisch irgendwo zwischen einteiligem Schlafanzug und Superheldenkostüm ohne Cape stand. Wenngleich das Designerstück ein wenig eigensinnig daher kam, legte es doch den Grundstein für einen neuen Typus von Outdoorkleidung: Funktionsunterwäsche, die während einer Tour ausgezogen werden kann, ohne dass man dafür Pullover, Schuhe oder auch Überhose ausziehen muss.

In Magnus Aasrum war außerdem schnell ein geeigneter Partner gefunden, der sich frei nach dem Motto „lass doch mal die Hosen runter“ für das Thema innovative Outdoorunterwäsche interessierte. Einige Selbstversuche in Sachen nähen von Kleidung und tragen von Frauenunterwäsche später, war es so weit und Northern Playground ging 2012 mit seiner ersten Kollektion an den Start.

Ok, das wäre geklärt. Aber…

Was ist bei Northern Playground anders, als bei anderen Marken?

Zunächst einmal fallen da die Produkte auf, mit denen alles begann. (Ski-)Unterhosen mit seitlichen Reißverschlüssen, die sogenannten Ziplongs. Der Gedanke dahinter ist so einfach wie simpel: Schwitzt man während einer Tour, beispielsweise bei langen und steilen Anstiegen stark, ist ein Teil der Klamotten nass. Auch beste Funktionsmaterialien versagen in Sachen Atmungsaktivität und schnelltrocknenden Eigenschaften je nach Kombination der Kleidungsstücke oder Stärke des Schwitzens. Spätestens bei der Gipfelrast sitzt man daher nicht selten in nassen Klamotten da und friert innerhalb kürzester Zeit. Das Panorama, die Brotzeit oder einfach nur die Ruhe zu genießen macht so einfach keinen Spaß.

Genau an dieser Stelle setzt die Zip-Wear-Kollektion an. Hierbei handelt es sich vornehmlich um lange Unterhosen mit seitlichem Reißverschluss. „Gähn“, wird jetzt der eine oder andere denken, doch die Idee dahinter ist ebenso einfach wie simpel: Schweiß ist dazu da, die Körpertemperatur mittels Verdunstung zu regulieren. Strengen wir uns an steigt theoretisch unsere Körpertemperatur, uns wird warm. Zur Temperaturregulierung  schwitzen wir. Im Idealfall kann der Schweiß ungehindert verdunsten und kühlt durch die entstehende Verdunstungskälte die Körpertemperatur wieder herunter bzw. hält sie konstant. Nackt klappt das bestens.

In Verbindung mit (Funktions-)Kleidung wird’s da schon schwieriger. Kommen dabei auch noch Faktoren wie Sonnenstrahlung, Wind und Niederschläge ins Spiel, kann das Zusammenspiel der einzelnen Schichten und somit auch deren atmungsaktive Eigenschaften deutlich leiden. Das Ergebnis: Der Schweiß sammelt sich zumindest teilweise in der Kleidung und verdunstet auch dann noch, wenn die kühlenden Eigenschaften schon lange nicht mehr benötigt werden.

Einfache Lösung: Die nassen Klamotten müssen weg. Und genau an diesem Punkt setzt die Zip Wear Collection von Northern Playground an. Denn hierbei handelt es sich vornehmlich um (Ski-)Unterwäsche, die über lange seitliche Reißverschlüsse verfügt. Hierdurch können gerade die langen Unterhosen auch während einer Tour ausgezogen werden, ohne dass man dazu komplett blankziehen muss.

Auch in Sachen Materialien gibts da nichts zu klagen. Hier kommt von Kunstfaser bis Merinowolle alles zum Einsatz was es für einen angenehmen und funktionellen Outdooreinsatz braucht.

Jetzt aber Hosen runter!, im wahrsten Sinn, denn…

Wie sieht es bei Northern Playground mit der Nachhaltigkeit aus?

Laut seinem eigenen 12 Punkte Schema stellt Northern Playground sein Nachhaltigkeitskonzept wie folgt dar:

  1. Northern Playground hat seinen Firmensitz in Norwegen. Um jedoch kostengünstig und gleichzeitig mit möglichst großer Nähe zum Absatzmarkt produzieren zu können, werden die Kleidungsstücke in Litauen gefertigt.
  2. Wenn möglich kommen recycelte Materialen zum Einsatz.
  3. Alle Kleidungsstücke werden in Pappschachteln verpackt, Plastik kommt hier nicht zum Einsatz.
  4. Die Produkte werden ohne „Ablaufdatum“ oder „Sollbruchstellen“ gefertigt und können lange verwendet werden.
  5. Durch eine hohe Qualität der Kleidung sowie der verwendeten Materialien wird eine hohe Lebensdauer erreicht. Hier handelt es sich nicht um sogenannte „Fast fashion“ sondern vielmehr um Produkte, an denen man dauerhaft Spaß haben soll.
  6. Die verwendete Wolle wirdohne den Einsatz von Mulesing oder Superwash produziert.
  7. Es gibt unterschiedliche Kollektionen mit Biowolle und Bioseide.
  8. Ausgewählte Produkte werden direkt in Toyen, Oslo gefertigt.
  9. Northern Playground engagiert sich auch auf politischer Ebene für den Umweltschutz in der Industrie. So plädiert die Firma beispielsweise für die Einführung einer Umweltsteuer in Norwegen.
  10. Der wichtigste Produzent der Kollektionen ist Utenos mit Sitz in Litauen. Hier wird ein Großteil der Produkte von Northern Playground gefertigt. Utenos ist sich dabei seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und erfüllt strenge Auflagen.
  11. „Grün“ zu denken und grün zu arbeiten ist einer der obersten Leitsätze von Northern Playground.
  12. Ehrlichkeit und Offenheit sind Werte, durch die sich Northern Playground definiert. Hierzu wird den Kunden nicht selten ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht.

Überhaupt dreht sich bei Northern Playground irgendwie alles um das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz und Offenheit. Hierzu gehört auch die Zusammenarbeit mit dem „Utviklingsfondet“, dem Norwegischen Entwicklungsfonds, der sich für die Entwicklungs- und Umweltarbeit einsetzt. Hierdurch wird unter anderem durch Baumpflanzungsprojekte in Afrika versucht, den CO2-Fußabdruck der Firma so gut wie möglich auszugleichen.

Damit jedoch genug Ökoaktivismus für heute!

Wie siehts ganz allgemein mit der Produktpallette aus?

Die Produktpallette von Northern Playground kann grob in zwei große Bereiche unterteilt werden: „The Zip Wear Collection“, also überwiegend (Ski-)Unterwäsche mit strategisch angebrachten Reißverschlüssen und „The Organic Collection“, die aus Kleidung mit Biowolle und Bioseide besteht.

The Zip Wear Collection

Die Idee hinter den Kleidungsstücken mit Sidezips haben wir weiter oben ja schon beschrieben. Aber welche Produkte gibt es da denn konkret?

Unterhosen in unterschiedlichen Längen

Die sicherlich innovativsten Produkte von Northern Playgrund sind die wärmenden Unterhosen mit seitlichem Reißverschluss. Diese Hosen gibt es lang, dreiviertellang und kurz, sodass sie für die unterschiedlichsten Aktivitäten eingesetzt werden können. Auch Hosen mit einer gepolsterten Sitzfläche sind hier vertreten.

Pullover mit Frontreißverschluss

Pullover mit halblangem Reißverschluss sind echte Basics. Kein Wunder, dass auch Northern Playground welche in seiner Kollektion hat. Das Material ist dabei eine Mischung von Wolle und Kunstfaser und verbindet so Funktionalität und Tragekomfort in Perfektion.

Einteiler

Beim Zipbody handelt es sich um einen praktischen Einteiler. Dieser kommt mit langen Ärmeln und kurzen Beinen. Hierdurch ist er gerade für (Ski-)Hochtouren und andere alpine Aktivitäten gut geeignet. Durch einen langen Reißverschluss am Gesäß kann er auch unterwegs problemlos ausgezogen werden, ohne dass man sich dabei komplett entblättern muss.

Unterwäsche

Was gibts bei Unterwäsche schon groß zu erklären. Unterhosen und Sport-BHs eben. Aber mit dem kleinen Unterschied, dass auch diese Kleidungsstücke über einen strategisch angebrachten Reißverschluss verfügen, die das schnelle Ausziehen unterwegs erleichtern.

The Organic Collection

Eine zweite wichtige Produktlinie ist die Biokollektion. Hier kommen laut Herstellerangaben nur natürliche Materialien mit hoher Qualität zum Einsatz. Schauen wir doch mal rein:

Unterwäsche

Von der langen Unterhose bis hin zum BH gibt es hier alles, was zu einer ordentlichen Wäschekollektion gehört. Das Besondere dabei sind die Materialien. Alle Kleidungsstücke sind aus einem Mischgewebe aus Biowolle und Bioseide gefertigt und überzeugen durch gute Trageeigenschaften.

Shirts

Die zweite große Gruppe der Kollektion sind T-Shirts und Longsleeves. Auch hier kommt wieder eine Materialmix aus Wolle und Seide zum Einsatz. Besonders: Die Langarmshirts gibt es auch mit Knopfleiste und als Hoodie.

Accessoires

Neben den beiden großen Produktlinien hat Northern Playground auch noch ein paar schicke Accessoires am Start. Vom Röhrenschal bis Skisocken hier sind zahlreiche Produkte vertreten, die unterwegs angenehm, nützlich und schick sind.

Was gibts abschließend über Northern Playground noch zu sagen?

Die Produkte von Northern Playground überzeugen nicht nur durch eine gute Qualität und angenehme Materialien. Durch ein moderndes Design und gute Ideen hinter den einzelnen Kleidungsstücken überzeugen sie außerdem beim Outdooreinsatz. Dabei sind Ziplongs, Longsleeves und Co. bestens für alle geeignet, die viel draußen unterwegs sind und dabei nicht frieren wollen. Eine offene Firmenphilosophie sowie der gelebte Nachhaltigkeitsgedanke runden das Konzept von Northern Playground ab und machen die Marke so zu einem kleinen aber feinen Bekleidungshersteller aus dem hohen Norden.

Das Nachhaltigkeitsprogramm von Marmot

2. April 2019
Ausrüstung

Marmot ist eine Bekleidungs- und Ausrüstungsfirma, die standesgemäß im Sunny California der frühen Siebziger entstand und mittlerweile zu den bekanntesten weltweit operierenden Outdoorlabels gehört.

Man kann bei Marmot nicht unbedingt von einer umfassenden, alles durchdringenden Nachhaltigkeitsstrategie wie bei Patagonia oder Fjällräven sprechen. Es werden eher punktuelle Maßnahmen in verschiedenen Bereichen durchgeführt. Das klingt zunächst bescheiden, ist aber durchaus verständlich, denn bei Marmot ist der Anteil an wirklich hochfunktionaler, technischer Kleidung und Ausrüstung für anspruchsvolle Outdoor- und Bergunternehmungen relativ hoch. Doch das heißt nicht, dass das Thema Nachhaltigkeit nur ein Schattendasein führen würde – die gezielten Maßnahmen haben es wirklich in sich und können je nach Erfolg der entsprechenden Produkte weitreichende Wirkung zeigen.

Als Haupt-Bausteine des Marmot-Nachhaltigkeitskonzepts kann man das Leitmotto „People, Product, Planet“ sowie die sogenannte Treadlight-Strategie betrachten. Hauptsächlich geht es bei diesen um technische Innovationen bei Materialien und Herstellungsverfahren, um Ressourcen effizienter zu verwenden und dabei zugleich die maximale Funktionalität der Produkte zu erreichen. Das versuchen viele andere Hersteller auch, doch das Besondere bei Marmot ist, dass die resultierenden Produkte nicht nur im hochpreisigen Segment anzutreffen sind (dazu gleich noch zwei Beispiele).

Umweltaspekte der Nachhaltigkeit

Marmot sieht demzufolge langlebige und hochwertige Produkte als beste Maßnahme, um schädliche Umwelteinflüsse zu minimieren. Diese Herangehensweise sieht man nach eigener Aussage als treibende Kraft der Produktentwicklung. Es gibt hier auch nachweisbare Erfolge, von denen die Daunenalternative Marmot Eco Featherless und die umweltschonende Imprägnierung EvoDry hervorzuheben sind.

Eco Featherless

Die Daunenalternative aus Nylonfasern kam als Teil des Marmot-Nachhaltigkeitskonzepts in den Handel. Die Nylonfasern bestehen wiederum zu 75 Prozent aus recycelten Materialien.

Eco Featherless erreicht eine Wärmeleistung und Bauschkraft, die einer 700 Cuin Daunenfüllung entspricht, und ist dabei sowohl atmungsaktiv als auch feuchtigkeitsabweisend. Sie wärmt damit auch im nassen Zustand und wird durch häufiges Waschen kaum beeinträchtigt. Last but not least ist Eco Featherless hypoallergen und nach dem Ökostandard Bluesign zertifiziert.

EvoDry

Diese patentierte Imprägnierung wird ohne Wasser, nur mittels Hitze und Druck direkt in das trockene Garn eingebracht. Das Garn wird durchdrungen und hält dadurch dauerhaft Nässe stand. Jan Schapmann, Geschäftsführer von Marmot Mountain Europe, sieht darin nichts weniger als „die Zukunft der Regenbekleidung“.

Auch EvoDry besticht durch hohe Waschbeständigkeit: 100 Gänge in der Waschmaschine und im Trockner übersteht die Imprägnierung locker. Marmot versichert, dass EvoDry-Bekleidung die ganze Dauer über wasserdicht bleibt und nie nachimprägniert werden muss.

Bei EvoDry-Kleidungsstücken sind alle Bestandteile von der Imprägnierung bis hin zum Reißverschluss komplett PFC-frei.

Die Stoffe, auf denen die Imprägnierung aufgetragen wird, bestehen aus recyceltem Nylon und werden im umweltschonenden „Solution-Dye-Verfahren“ gefärbt. Dieses benötigt laut Outdoor-Magazin pro Jacke 85 Prozent weniger Färbemittel und 89 Prozent weniger Wasser als herkömmliche Verfahren. Energieeinsatz und CO2-Ausstoß sollen um fast zwei Drittel niedriger ausfallen.

EvoDry und Eco Featherless sind die Vorzeigetechnologien der oben erwähnten Marmot-Nachhaltigkeitsinitiative Treadlight. Sie sind aber nicht die Einzigen, hinzu kommt noch die Produktlinie der Thread T-Shirts, die aus 50% recyceltem Polyester (vor allem aus Plastikflaschen) und 50% recycelten Baumwoll-Verschnittresten hergestellt sind. Dank Letzterer werden vor allem der hohe Pestizideinsatz und Wasserbrauch der Baumwollproduktion verringert. Die verwendeten Farben sind deutlich schadstoffärmer und die T-Shirts trugen zur Schaffung von mehr als 1.300 Jobs auf Haiti bei.

Ein weiterer Umweltaspekt ist Marmots Selbstverpflichtung zur Verwendung von RDS-zertifizerter Daune. Der Responsible Down Standard (RDS) ist ein unabhängiger Zertifizierungsstandard, der die Rückverfolgbarkeit von Daunen sicherstellen soll und für die gesamte Produktionskette gilt. Auch ein durchwegs würdiger Umgang mit den Tieren soll sichergestellt werden. Bislang gelingt das in Bezug auf einzelne Produktionsketten und Unternehmen, langfristig soll es die gesamte Daunenindustrie zum Besseren verändern.

2015 begann Marmot mit der Verwendung von RDS-Daunen, seit Winter 2018 ist laut Eigenauskunft die Daune europaweit in allen Marmot-Schlafsäcken und Kleidungsstücken RDS-zertifiziert.

Soziale Nachhaltigkeit und Mitarbeiterführung

Neben einer wachsenden Zahl an Fair Trade Produkten hat Marmot einen Verhaltenskodex für Partner und Lieferanten. In dieser vertraglich bindenden „Vendor Compliance Policy“ werden Partner, Lieferanten und deren Subunternehmer zur Einhaltung international gültiger Standards und Normen des Arbeitsrechts verpflichtet. Man kann Marmot durchaus glauben, dass an der Umsetzung ernsthaft gearbeitet wird, denn es wird nicht nur regelmäßig kontrolliert, sondern auch auf langfristig wachsendes Vertrauen und gegenseitigen Respekt gesetzt. Mit 95 Prozent der Zulieferer unterhält man Geschäftsbeziehungen, die seit mehr als fünf Jahren andauern.

Ökonomische Aspekte

Ob Marmot eigenständig nachhaltige ökonomische Entscheidungen fällen und Strategien entwickeln kann, ist schwierig zu bewerten, da die Firma im Laufe der Jahre in ein Geflecht aus Übernahmen und Beteiligungen eingebunden wurde: „2004 wurde Marmot von K2 Sports übernommen, welches wiederum 2007 von der Jarden Corporation übernommen wurde. Nach der Übernahme von Jarden durch Newell Rubbermaid im Jahre 2016 wurde Marmot aus K2 ausgegliedert und die K2 Sports 2017 an Kohlberg & Company verkauft. Marmot ist bei Newell verblieben.“

Für Aussagen über die Planung und Durchsetzbarkeit von ökonomischen Nachhaltigkeitsstrategien benötigt man Einblicke in die Vorgaben, Entscheidungswege und Hierarchien bei Marmot und derer Mutterkonzerne, was den Rahmen dieses Artikels leider ein wenig sprengt.

Mitgliedschaften und Kooperationen

Marmot ist bluesign Systempartner, was die Verpflichtung beinhaltet, das bluesign-System in der gesamten Produktionskette anzuwenden. Das bluesign-System minimiert schädliche Auswirkungen auf Mensch und Natur durch einen international anerkannten Standard für nachhaltige Textilproduktion und Verbraucherschutz. Mit Inspektionen vor Ort wird sichergestellt, dass chemische Produkte und Rohstoffe korrekt und verantwortungsvoll eingesetzt und bedenkliche Stoffe vermieden werden.

Des Weiteren ist man Mitglied in der European Outdoor Conservation Association (EOCA). Die EOCA ist eine Initiative der Europäischen Outdoor-Industrie, die spezifische Umweltschutzprojekte unterstützt. Zudem unterstützt Marmot weitere Initiativen wie die dZi Foundation, die Cancer Climber Association, Guide Dogs for the Blind, Chicks with Picks, SOS Kinderdörfer und terre des hommes.

Was sagen die Kritiker?

Beim Nachhaltigkeitsportal Cleanclothes kommt Marmot mit 3 von 5 Punkten mittelmäßig mit der Tendenz zu „gut“ weg. Allerdings datiert der Check aus dem Jahr 2012, es kann sich also zwischenzeitlich einiges geändert haben. Ansonsten scheint Marmot bislang bei den Nachhaltigkeits- und Verbraucherportalen etwas unter dem Radar zu fliegen, denn seitdem scheint sonst niemand mehr nachgeprüft zu haben.

Das Alpin-Magazin sei von Marmots Nachhaltigkeitsbemühungen jedenfalls überzeugt, wie man in diesem Artikel über den Weg der Outdoorindustrie in die Nachhaltigkeit lesen kann. Über die mit EvoDry ausgestattete Eclipse Jacke heißt es:

„So schnell, robust und umtriebig, wie sich die namensgebenden Murmeltiere in der alpinen Welt bewegen, ist auch der Anspruch von Marmot an die eigenen Produkte. Das sieht man zum Beispiel in der neuen EvoDry-Technologie der Kalifornier, die nicht nur den Körper schützen soll, sondern auch die Umwelt. So besteht zum Beispiel das Eclipse Jacket aus recyceltem, sehr strapazierfähigem Nylon-Material und ist vom Reißverschluss bis zur Imprägnierung 100% PFC-frei. Dabei ist die Jacke atmungsaktiv, und hat 20.000 mm Wassersäule. Besonders schlau: Die Imprägnierung ist direkt ins Garn eingearbeitet, ein lästiges Nachimprägnieren entfällt daher“.

Fazit

Auf den ersten Blick scheint das Nachhaltigkeitskonzept bei Marmot nicht allzu umfassend, doch bei genauerem Hinsehen erweisen sich die punktuellen Maßnahmen als ziemlich effektiv. Allerdings ist auch die Kundschaft gefragt, nachhaltige Angebote wie Eco-Featherless und EvoDry wahrzunehmen und anzunehmen. Zumal Marmot es schafft, diese Technologien zu Preisen anzubieten, die sogar eher günstiger sind als die konventionellen Hightech Lösungen. Letztere sind im Grunde nur dann wirklich notwendig, wenn man zu dem eher kleinen Kreis der Bergfreunde gehört, der wirklich in große Höhen und stürmische Weiten vordringt. Denn das Niveau an Isolation, Wasserdichtigkeit und Gewichtsminimierung für den High-End Bereich ist (leider) nach wie vor nur mit PFC-haltiger Chemie und echten Daunen erreichbar.

Nachhaltig oder grüngewaschen? Outdoormarken im Portrait: Patagonia

19. März 2019
Ausrüstung

Es ist das Outdoor-Paradoxon: wir wollen unberührte Landschaft erleben und erhalten, verbrauchen aber reichlich Ressourcen, um sie mit eigenen Augen zu sehen. Wir regen uns über Sommerskifahrer und röhrende Porsches auf, steigen aber in den Flieger nach Neuseeland. Ob Hersteller und Anbieter von Outdoorware oder Konsument und Nachfrager: man schwärmt von Natur und Bergen, trägt aber genau dadurch auch zu deren Gefährdung bei.

Doch vielleicht gibt es auch eine andere Seite. So heizen bunte Bilder von Wasserfällen, Wäldern und Bergkulissen zwar einerseits die Konsum- und Reiselust an, doch gleichzeitig können sie durchaus auch den Sinn für die Schönheit der empfindlichen und schützenswerten Ökosysteme schärfen.

Nicht nur Klima: Was ist Nachhaltigkeit?

Vereinfacht gesagt: Nachhaltig ist, wenn man Ressourcen nicht schneller verbraucht, als die Natur sie – mit oder ohne menschlichen Einfluss – neu schaffen kann. Man kann dafür den selbstlosen Verzicht predigen, doch das wird kaum beachtet, geschweige denn ernst genommen. Auch kann das nur tun, wer glaubwürdig als Vorbild vorangeht – und das sind nicht Viele. Immerhin, wenn es denn mal jemand vormacht, wird es weithin respektiert und bewundert.

Trotzdem fruchten meist nicht einmal die vielen Appelle an die „freiwillige Selbstbeschränkung“ auf ein „vernünftiges Maß“. Sie riechen eben zu sehr nach Moralkeule und außerdem kann ohnehin niemand wirklich genau sagen, wo dieses goldene Mittelmaß liegt. Meist wird versucht, mit einem bestimmten „CO2-Budget“ pro Kopf und Jahr zu operieren. Derart auf Zahlen reduziert scheint es zwar besser umsetzbar, geht meiner Meinung nach aber am Kern des Problems vorbei – so wie im Grunde die ganze heutige Fixierung auf Zahlen, CO2 und „das Klima“.

Mit „Klimazielen“ und maximal „erlaubten“ Temperaturerhöhungen der Erde zeigt der Mensch neben der guten Absicht nämlich auch, dass er nach wie vor in dem technozentrischen Weltbild steckt, das die Probleme erst erzeugt hat. Ein solches Weltbild glaubt, mit Zertifikatehandel und etwas effizienterer Technologie die Temperaturverhältnisse der Erde zu steuern und damit das Umweltproblem in den Griff zu bekommen. Nur wird dabei vergessen, dass bei solch gewaltigen ökologischen Zusammenhängen auch kosmische Einflüsse wie die Sonne sowie auch die Erde selbst ein Wörtchen mitzureden haben. Auch geraten durch die CO2-Fixierung andere Probleme wie Bodenversiegelung oder Ausstoß von Ruß, Feinstaub und Aerosolen aus dem Blickfeld.

Echte Nachhaltigkeit muss auch andere Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören nicht nur die drei Ebenen des Nachhaltigkeitsmodells (Ökologisches, Ökonomisches und Soziales), sondern auch persönliche und grundsätzliche, nicht technische Aspekte wie ein Hinterfragen der eigenen Bedürfnisse und Motive. Um dann vielleicht so manchen Impulskauf oder die spontane Kurzreise um den halben Globus bleiben zu lassen. So kann man sich beispielsweise fragen: Brauche ich für meine Wanderpläne diese 3-lagige Hightech-Jacke mit 40 000 mm Wassersäule? Brauche ich die wasserabweisende und atmungsaktive Daunendecke für den Campingausflug? Muss alles immer nagelneu sein oder reicht auch mal ein gut gepflegtes Second-Hand-Teil?

Bei Outdoor-Kleidung bedeutet jedes Mehr an Funktion oft auch ein Mehr an Chemikalien. Aber jetzt fange ich hier selbst schon mit der Moralkeule an… Ich möchte aber nur zeigen, dass letztendlich die Hauptverantwortung bei uns als Kunden liegt, denn bei aller Werbeverführung der Welt kann kein Hersteller und kein Händler allein bestimmen, was gemacht und hergestellt wird.

Apropos Hersteller: dieser Artikel hier soll die Nachhaltigkeitsbemühungen von Patagonia unter die Lupe nehmen – und in folgenden Artikeln werden noch einige weitere Hersteller auf ihre Nachhaltigkeit abgeklopft.

Das Nachhaltigkeitsprogramm von Patagonia

Zunächst Folgendes: eine durchweg nachhaltige/ethische Rohstoff-, Erzeugungs- und Vertriebskette kann nach wie vor kein Outdoor-Unternehmen leisten, ohne exorbitante Kaufpreise zu fordern. Auf diese Weise ist die Nachhaltigkeit eher eine kleine Spezialnische für die „gehobene“ Kundschaft. Damit wären wir aber eher beim berühmt berüchtigten „Freikaufen“ für einige wenige Superprivilegierte.

Wirkliche Nachhaltigkeit muss aber auch im effizienten, groß angelegten und preisgünstigen Rahmen funktionieren. Und hier ist Patagonia auf dem richtigen Weg, denn die Maßnahmen zielen nicht auf Exklusivität ab. Und Patagonia geht auch nicht den anderen „einfachen Weg“, nur einen unter vielen Aspekten nachhaltig zu gestalten und sich dann mit irgendeinem „klimaneutral“ erzeugten Zwischenprodukt ein grünes Image zu verschaffen. Nein, man setzt sich hier auf mehreren Ebenen für mehr Nachhaltigkeit ein und hat damit schon zu Zeiten begonnen, als nur die wenigsten global operierenden Unternehmen an derartiges dachten.

Umweltaspekte der Nachhaltigkeit

Doch auch Patagonia war und ist ein wachsendes, global operierendes Unternehmen, dessen Verfahren und Produkte nicht immer vollständig nachhaltig sind. Elegant und diplomatisch wird dieses Problem in Formulierungen wie „zwischen Marketing und Umweltschutz“ ausgedrückt. Zu diesem Spagat gehören Engagements für verschiedene Umweltprojekte wie das bekannte Spendenkonzept „1% for the Planet“. Dessen Grundidee stammt von Patagonia-Gründer Yvon Chouinard selbst: 1% des jährlichen Unternehmensumsatzes geht an Organisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen.

Hauptsächlich will Patagonia die Umwelt-Nachhaltigkeit mit einem 4-Punkte Programm verbessern. Dieses besteht aus folgenden Punkten:

1 Reduce

Damit ist das Bestreben nach möglichst langer Lebensdauer der Produkte gemeint. Dadurch soll der Bedarf an ständig neuer Kleidung verringert werden. In diesem Rahmen ist auch die berühmte  Marketingkampagne „Do not buy this jacket“ während der Thanksgiving-Saison 2011 zu verstehen. Auf deren scheinbare Widersprüchlichkeit gehe ich später noch ein.

2 Repair

Patagonia gestaltet viele Kleidungsstücke so, dass Kunden sie möglichst einfach selbst reparieren können und unterstützt sie dabei mit Anleitungen im Internet. In den USA hat man eines der größten Textilreparaturzentren überhaupt aufgebaut und repariert dort jährlich 40.000 Kleidungsstücke.

In seinen Läden repariert Patagonia kaputte Outdoor-Bekleidung kostenlos und schickt mit dem „Worn wear truck“ seit 2017 einen Reparaturservice quer durch Europa (aktuelle Tourdaten findet man hier auf der Firmenhomepage).

Außerdem nimmt Patagonia kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, andere Marken anzuprangern, die Reparaturen bewusst erschweren, um Kunden zu schnellem Neukauf zu bewegen. Mehr über die Worn Wear Aktivitäten findet sich in diesem Bergfreunde-Artikel und diesem Utopia-Bericht.

3 Reuse

Worn Wear dient auch als Label für den Second Hand Markt von Patagonia. Auf dieser Plattform wird gebrauchte Patagonia Bekleidung aufbereitet und gehandelt. Jeder Patagonia Kunde kann hier seine gebrauchte Kleidung weiter verkaufen.

4 Recycle

Wenn Weiterverwendung oder Reparatur nicht mehr möglich ist, kommt die Option Recycling zum Einsatz. Patagonia nimmt alle Bekleidungsstücke zurück und führt sie der Wiederverarbeitung zu. Damit werden viele nach wie vor hochwertigen Stoffe vor der Müllverbrennungsanlage oder der Deponie bewahrt. Schon seit langem produziert Patagonia einen Großteil seiner Kunstfasern aus recycelten PET-Flaschen. Mit dem Recycling von Daunen bei Patagonia haben wir uns hier im Basislagerblog schon einmal ausführlicher beschäftigt.

Soziale Nachhaltigkeit und Mitarbeiterführung

„Die Nichtregierungsorganisation Erklärung von Bern verglich 2010 mittels Umfragen und Internetrecherchen bei 77 Modelabels die Standards der Arbeitsbedingungen in Produktionsländern. Patagonia wurde dabei in die zweitbeste Kategorie ‚Durchschnittliche‘ von fünf Kategorien eingestuft. Im ‚Outdoorguide‘ der Erklärung von Bern/Public Eye von 2012 erreichte Patagonia einen Platz in der höchsten Kategorie ‚Fortgeschrittene‘.“

Diese Wikipedia-Ausführungen zeigen die Schwierigkeiten des „Monitoring“, also der lückenlosen Überwachung und Bewertung aller Prozesse bei Großunternehmen (mit einem Umsatz von etwa 600 Millionen US$ (Stand 2013) und einer Mitarbeiterzahl von etwa 1300 gehört Patagonia eindeutig in diese Kategorie). Das Zurückverfolgen aller Wege und Zwischenprodukte kann da schon ziemlich kompliziert werden. Patagonia bemüht sich dennoch, alle Herstellungsschritte vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt transparent zu machen und fair zu gestalten. Letzteres zeigt sich auch an der Mitgliedschaft in verschiedenen Initiativen wie Fair Labor Association, die sich für gerechtere Arbeitsbedingungen einsetzen.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Seit 2013 zeigt sich das Unternehmen skeptisch gegenüber dem Konzept des ökonomischen Wachstums, weil es einen Punkt gäbe, an dem Wachstum direkt oder indirekt die Lebensbedingungen gefährden würde. Verantwortliches Wachstum wäre nur solches, das soziale und ökologische Folgen bedenke. Ähnliches wird zwar in jeder Sonntagsrede geäußert, doch bei Patagonia bestehen gute Chancen, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Denn die Firma ist und bleibt im Privatbesitz, ohne Beteiligung von anonymen Kreditgebern, die im Hintergrund die Geschäftsentscheidungen beeinflussen.

Marketing

Das Marketing bei Patagonia kann mit etwas Wohlwollen auch zur Nachhaltigkeitsstrategie gezählt werden, denn es zielt oft auf Umweltthemen ab. Ein zwar nicht messbarer, aber sicher nicht zu unterschätzender Beitrag von Patagonia liegt darin, viele Nachhaltigkeitsthemen überhaupt erst ins Bewusstsein der Outdoorbranche und ihrer Kunden gerückt zu haben.

Mit der bereits erwähnten „Kauft diese Jacke nicht“-Werbung positionierte man sich beispielsweise gegen Ressourcenverschwendung und Müllberge des schnelllebigen Modekonsums. Zunächst scheint eine derart widersprüchliche Botschaft wenig glaubhaft, doch man meinte sie durchaus ernst. Und wenn man zwischen Unternehmenswachstum und Marktwachstum unterscheidet, macht sie auch ökonomisch Sinn. Das Unternehmen Patagonia möchte eben dank seiner Nachhaltigkeitserfolge florieren. Firmengründer Chouinard sieht sich ja durchaus als Unternehmer im Konkurrenzkampf mit anderen Unternehmen, die beim Wegfall von schnelllebigem „Sinnloskonsum“ eben aufgrund ihrer mangelnden Nachhaltigkeit aus dem Markt gedrängt werden. Dann schrumpft zwar der Markt, doch die Firma wächst.

Was sagen die Kritiker?

Das Auge der kritischen Öffentlichkeit ist bei einer Firma wie Patagonia natürlich besonders wachsam. In der Vergangenheit hat es mehrfach Kritik von Tierschutzorganisationen gegeben. Die war berechtigt und wurde dementsprechend auch aufgenommen. Und zwar nicht in Form von Beschwichtigungen und Relativierungen, sondern in Form von Veränderungen. Im Falle einer Beschwerde von PETA über das Leid von Schafen in einem Zuliefererbetrieb nahm man diese Wolle umgehend aus der Verarbeitung. Nach Beschwerden über die Verwendung von Daunen aus Lebendrupf entwickelte Patagonia den strengen „Traceable Down Standard“, der eine transparente Lieferkette und den Ausschluss von Zwangsfütterung und Lebendrupf sicherstellen soll.

Verbraucherschützer und Nachhaltigkeitsportale zeigen sich durchaus anerkennend. So bestätigt das Nachhaltigkeitsportal Utopia.de, dass die zahlreichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen weder Greenwashing noch Imagepflege, sondern echte Bemühungen sind. Der Verein Rank a brand kommt hingegen zu einem kritischen Urteil, das aber noch nicht abschließend gefällt scheint. Auch hier zeigen die abweichenden Ergebnisse, wie schwierig es ist, die Effektivität von Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu bewerten.

Kritik in großen Medien wie Zeit.de und Spiegel-Online fällt eher undifferenziert aus und scheint auch teils Kritik um der Kritik willen zu sein. So schreibt man bei der Zeit:

„Das US-Unternehmen aus Kalifornien verkauft seinen Kunden nicht nur warme und langlebige Jacken, sondern ein Image: Öko-Coolness für politisch korrekte Hipster.“

Das klingt, als ob es falsch sei, dass Nachhaltigkeit mittlerweile sogar „cool“ sein kann. Wäre es denn besser, wenn sie immer noch mit muffigem Reformhaus- und Birkenstock-Image behaftet wäre? Mir sind Hipster ja auch nicht ganz koscher, insofern volles Verständnis für diese Breitseite. Dennoch ist sie eher ein Geschmacksurteil und unterstellt, dass Patagonia den Weg zur „Modemarke für Büromenschen“ einschlagen würde. Wenn, dann wäre das sicher fragwürdig, zumindest solange man nicht reine Modelinien ohne chemisch oder ressourcenaufwändig erzielte Funktionalität anbietet. Denn es stimmt schon, dass technische Outdoorkleidung in der Stadt oder beim Waldspaziergang wenig sinnvoll ist.

Auch der Spiegel kritisiert auf ähnliche Weise. Es werden auch hauptsächlich Probleme und Widersprüche hervorgehoben, die die Outdoorbranche allgemein betreffen.

Fazit

Ganz sicher kann Patagonia noch vieles verbessern und umfassende Nachhaltigkeit ist noch lange nicht erreicht. Betrachtet man es in Relation zur Gesamt-Outdoorbranche, gibt die Firma allerdings ein sehr gutes Bild ab. Patagonia ist aktiver als die meisten Mitbewerber und das auch schon seit viel längerer Zeit. Es treten zwar Versäumnisse und Fehler auf, doch diese werden nicht vertuscht oder schöngeredet, sondern nach und nach angegangen.

Was machen sommeraffine Bergfreunde im Winter?

31. Januar 2019
Tipps und Tricks

Das neue Jahr ist da und der Winter legt so richtig los – zumindest in der Bergwelt, wo es kürzlich wie verrückt schneite und die kalte Jahreszeit auch locker noch drei Monate regieren wird. Tiefschneejünger und Powderanbeter sind jetzt sämtlich in Ekstase und schmettern ein Halleluja nach dem anderen. Die Sommerfrischler hingegen schicken erste Stoßgebete zum Herrn, dass er die Zeit schneller verstreichen lasse.

Im vorigen Winter hat Bergwelten.com das „Team Winter“ und das „Team Sommer“ unter der Überschrift „Langer Winter: Fluch oder Segen?“ gegenübergestellt. Die zwei befragten Redaktionsmitglieder aus je einem der „verfeindeten“ Lager liefern für beide Seiten unterhaltsame Argumente.

Da ich selbst eher ins Dr. Sommer Team gehöre, habe ich mal angestrengt nachgedacht, wie wir den Winter ab sofort mehr genießen und endlich auch bergtechnisch konstruktiver verbringen können. Und zwar:

  • ohne Fernflug-Ausflucht in den Süden!
  • ohne teure Materialschlachten mit viel Zeit- und Planungsaufwand!
  • und auch ohne Wohnsitz in den Bergen!

Denn das kann ja jeder…

Vor der Lösung des Problems prokrastinierte ich erstmal eine Weile auf Facebook, um die Winterfreaks nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Es bestätigte sich wieder mal mein Eindruck, dass diese zwischen Dezember und März grundsätzlich nichts anderes machen, als an irgendwelchen weißen Steilhängen unter blauem Berghimmel ihre Lines zu ziehen. Also die gecarvten, geboardeten und getourten Spuren im Tiefschnee meine ich.

Die Wintermuffel hauen derweil entweder Strand- und Sonnefotos von der Südhalbkugel raus oder gehen, nur die üblichen Katzenfotos postend, einem etwas unglamouröseren Alltag unter der grauen Dunstglocke der Städte nach. Soweit die soziokulturelle Grundlagenforschung, jetzt zu den Ergebnissen.

Dr. Sommer Team ab sofort auch winterfest

Die erste und naheliegendste Antwort heißt: trotzdem einfach rausgehen und machen. Klingt erstmal ernüchternd fantasiearm, doch angesichts all der aufwändigen und equipmentlastigen Trendsports hat so mancher längst vergessen, dass man auch im Winter einfach so draußen herumlaufen und -rennen kann.

Winterwandern

Ganz ohne spezielles Fortbewegungsequipment und mit relativ normalem Schuhwerk funktioniert das zum Beispiel beim Winterwandern. Einfach nur solide beschuht und eingekleidet geht es dabei durch die weiße – oder im Tiefland und städtischen Umfeld auch braune – Pracht. Bei den Bergnews gibt es einen schönen Einstiegstext, bei dem der Autor auch gewisse finanzielle Aspekte anspricht:

„In einer festen, ausgetretenen Spur geht es dem Ziel, einer schön gelegenen Hütte, einer Alm oder einem aussichtsreichen Gipfel entgegen, einzige Hilfsmittel sind Wanderstöcke und gute Schuhe – in Zeiten unleistbar gewordener Skiausrüstung und Pistenkarten ein geradezu idealer Sport, und mit Abstand der gesündeste! Ohne Gefahr, sich die Knochen zu brechen, tankt man auf, belebt Körper, Geist und Seele (…).“

Der Artikel geht auch auf die benötigte oder zumindest empfehlenswerte Ausrüstung ein, die neben den eher steifen, wasser- und kältefesten Schuhen im Idealfall auch Gamaschen und Grödeln (Ministeigeisen mit wenigen Zacken) umfasst. Hinzu kommen weitere Bekleidungs- und Ausrüstungstipps, die man in der konsequenten Form aber eigentlich nur für richtig kaltes und schneereiches Winterwetter braucht. Und das hat es – wie eben schon festgestellt – bei uns Flachländern direkt vor der Haustür ja nicht mehr so wahnsinnig oft. Man sollte sich eben soweit vorbereiten und ausrüsten, dass man beim Gang durch die Winterlandschaft nicht schon nach ein bis zwei Stunden komplett durchnässt und verfroren ist.

Da das Winterwandern auch schon wieder so etwas wie ein (Gegen)Trend geworden ist, wundert es nicht, dass die ersten Hersteller auch schon spezielle Winterwanderschuhe mit integrierten Spikes und anderen technischen Gimmicks anbieten.

Auch die Tourismusanbieter sehen offensichtlich einen Trend, denn es werden an immer mehr Orten eigens Wege fürs Winterwandern ausgeschildert und präpariert – und zwar nicht nur in den Alpen, sondern auch in deutschen Mittelgebirgs- und Wanderregionen. Mancherorts geht das schon so weit, dass Winterwanderwege ähnlich wie Langlaufloipen präpariert und kontrolliert, Vereisungen mit Sägemehl bestreut, sowie Ruhebänke von Eis und Schnee freigehalten werden. Das sind dann natürlich eher Angebote von Touristenorten, die mehr Wintergäste anziehen wollen. Doch auch „nichttouristische“ Outdoorer finden so gut wie überall reichlich Möglichkeiten für weniger oder gar nicht präparierte Touren.

Dem Trend entsprechend erscheint auch immer mehr Führerliteratur in Buchform und digital. Ein Beispiel unter vielen sind die „Münchner Winterwanderungen“, die oft ins direkte Umfeld der Millionenstadt führen und damit auch den „festhängenden Großstädtern“ Möglichkeiten eröffnen. Im weltweiten Netz hat Bergwelten.com gerade frisch einen Artikel mit 7 Winterwandertipps veröffentlicht – allerdings alle im Alpenraum und mit Lawinen-Vorsichtsmaßnahmen sowie LVS-Equipment als notwendigen Voraussetzungen.

Rennen hilft gegen Kälte…

Wir haben also erfreut festgestellt, dass es völlig in Ordnung und auch möglich ist, auch im Winter „einfach so“ draußen herumzuwandern. Und wo gewandert werden kann, kann auch gerannt werden. Joggen, Trailrunning, Speedhiken – all das geht ebenfalls im Winter.

Auch bei (nicht allzu tiefem) Schnee und Eis, sofern man sich ein paar Spikes oder die schon erwähnten Grödeln an die Schuhe heftet. Aber bei der mittlerweile auch im Mittelgebirge eher üblichen milden, leicht verregneten Winterwetterlage ist die Sache ebenfalls meist „nur ein Kopfproblem“. Die unzähligen Wege und Pfade sind zwar rutschig und teils matschig, aber mithilfe von robusten, optional mit Spikes/Grödeln versehenen Tretern genauso begehbar wie zu anderen Jahreszeiten. Eine kleine aber feine Auswahl an wintertauglichen Trailrunningschuhen mit integrierten oder montierbaren Spikes gibt es auch im Bergfreunde-Shop.

Zum Thema Training: wenn man dem großen Läufer-Jetset a la Kilian Jornet nacheifern will, hat man wieder das Zeit-Geld-Ressourcen-Problem. Dass es zum Glück trotzdem möglich ist, den Winter über auch in der Heimat ohne große Substanzverluste draußen zu trainieren, bezeugen zwei nicht ganz so bekannte Laufprofis in diesem Interview mit sportalpen.com. Jonathan Wyatt und Markus Kröll geben hier einige gute Tipps für Winterläufe – nicht nur in Bezug auf Kleidung und Schuhe, sondern auch auf das Laufen selbst. Dazu gehören u.a. längeres Aufwärmen, kürzere Schritte und langsameres um-die-Kurve-ziehen. Und als Alternative bei richtig schlechtem Wetter zieht Wyatt einfach einen Schlitten die Rodelbahn rauf und schlittert dann runter. Keine schlechte Idee, denn als Rodelbahn taugt jeder noch so kurze Hang…

…Langlaufen auch…

Das rhythmische Dahingleiten auf den schlanken Brettern kann eine schonende Ergänzung oder gar Alternative zum winterlichen Gerenne sein. Allerdings sind wir hier schon im Bereich des klassischen Wintersports, für den es halt g‘scheiten Schnee braucht. Die Ausrüstung und das organisatorische Drumherum sind beim Langlauf immerhin schonmal deutlich kleiner als bei Skitouren, Freeriding und anderen angesagten Winterfreuden.

Dennoch haben die nord- und tieflanddeutschen Bergfreunde mit dem Schietwetter nicht viel davon, wenn ich ihnen jetzt von märchenhaften Loipen im winterlichen Schwarzwald und den vielen gesundheitlichen Langlauf-Vorteilen vorschwärme. Was nebenbei gesagt auch nicht wirklich authentisch wäre, denn ich stand gerade erst einmal auf den Dingern und bin in alle möglichen Richtungen gerutscht, nur nicht vorwärts. Doch ich bin zuversichtlich, dass die richtige Grundtechnik in einem Kurs binnen ein bis zwei Tagen solide sitzt. Und dass es auch weiterhin in alpenfernen Lagen ab und zu genügend Schnee hat, um die Loipen zu spuren…

…Zügiges Klettern ebenfalls!

Es klingt nicht allzu verlockend, aber: Wenn man für gut durchblutete Finger sorgen kann, warum sollte man dann nicht an trockenen, sonnigen (und dann meist eiskalten) Wintertagen auch Sportklettern? Mit Thermoskanne, Wärmflasche, Handschuhen (evtl. fingerfrei) und als kleinen Luxus einem Taschenofen lässt sich das durchaus angenehm gestalten. Fast schon luxuriös wird es, wenn man auch den Kocher noch mitschleppt.

Es sollte aber auch wirklich ein Felsen sein, der Sonne abbekommt. Oder man sorgt durch eine leichtere Routenauswahl dafür, dass niemand stundenlang im eiskalten Schatten sichern muss. Am besten sind natürlich Felsen mit Südausrichtung und wenig schattigen Bäumen am Einstieg (auch wenn durch die fehlenden Blätter mehr Sonne als im Sommer durchkommt).

Und wenn der Winter ab Ende Februar nochmal so kalt wird wie er früher war, ist vielleicht auch im deutschen Mittelgebirge die eine oder andere Runde Eisklettern möglich. Doch damit sind wir erneut bei den „klassischen“ Winterdisziplinen, die einen erhöhten Aufwand fordern und für die es ohnehin schon genügend Ratgeberartikel gibt. Auch Skitouren gehören zu diesen klassischen Disziplinen, die nicht unbedingt in diesem Artikel erneut gepriesen werden müssen.

Und wenn das Wetter dauerhaft schiete ist? Motivation!

Wenn das wirklich miese Nieselwetter das Kommando übernimmt, ist es zu warm für Winterromantik und zu nass für alles Andere. Dann erscheint das gerade erwähnte „Kopfproblem“ besonders gern auf der Bildfläche: die tagelang tiefhängenden Wolken scheinen sich irgendwann irgendwie im Kopf abzusetzen, der einen dann wiederum glauben lässt, die Glieder seien tonnenschwer. Hier spielt der Faktor Motivation dann eindeutig die Hauptrolle.

Um die Motivation oben zu halten, gibt es viele Wege. Der einfachste und zugleich auch bequemste ist das Input sammeln: Bergblogs surfen, Führer wälzen, Bildbände schmökern, usw. Mit den richtigen Bildern im Hirn fällt es auch nach viel zu langer Feiertagspause wieder leicht(er), den Kampf gegen Schwerkraft und graue Suppe aufzunehmen. Eine ganze Stange an teils sehr effektiven Motivationstipps findet sich bei den veganen Läufern von bevegt.de. Keine Sorge, die sind auch anwendbar für ovo-, lacto-, omni-, paläo- und sonstwas essende Bergfreunde.

Einer der vielen Tipp ist, sich Sportpartner und Gruppen zu suchen, weil das neben mehr Spaß auch mehr Verbindlichkeit in die Sache bringt. Dank Facebook, Whatsapp, Couchsurfing, Meetup u. Co. gibt es dazu ja mittlerweile jede Menge Möglichkeiten. Auch in der eigenen Nachbarschaft kann man mithilfe von Initiativen (wie nebenan.de) Partner und Freunde für alles (Un)Mögliche finden. Und wenn keine passende Gruppe zu finden ist? Dann ist es nicht verboten, selbst eine zu gründen…

Der etwas andere Wintertipp…

Falls das mit der Motivation partout nicht klappen will, könnte es vielleicht doch an körperlichen Gründen liegen. Einer dieser Gründe könnte ein Mangel an Vitamin D3 sein. Viele Sportler achten im Winter speziell auf ihre Vitamin D3-Versorgung, da dieses wichtige Vitamin über Sonnenbestrahlung der Haut gebildet wird und im Winter häufig eine Unterversorgung vorliegt. Manche beheben den Mangel mit Nahrungsergänzungsmitteln, die aber nicht immer eine gute Bioverfügbarkeit aufweisen. Da Vitamin D zu jenen Vitaminen gehört, die man überdosieren kann, empfehlen wir im Zweifel des D3-Status beim Arzt abklären zu lassen.

Oder ihr nehmt unseren streng geheimen Proletentipp zum Vitamin-D-nachlegen, der nebenbei durch simulierte Sonnenstrahlung auch noch die Grundstimmung hebt: ab auf die Sonnenbank! Ja genau, der „Asitoaster“ ist zwar imagemäßig eher pfui, aber im richtigen Maß konsumiert bestimmt besser als gar kein Sonnenlicht oder zweifelhafte Präparate. Laut Ärztezeitung funktioniert die Sache durchaus mit einer kurzen(!) UVB-Bestrahlung alle zwei Wochen. Klar ist: wer krampfhaft braun werden will, um in der Fußgängerzone als weltreisender Bergheld aufzufallen, gefährdet eher seine Gesundheit statt die Wintermotivation zu steigern.

Ist‘s drinnen etwa doch am schönsten?

Neben den bisherigen teils wohl etwas ausgefallenen Winterbeschäftigungen gibt es natürlich noch das „voll normale“ Schlechtwetterprogramm. Dazu gehören alle Indoor-Aktivitäten, die in irgendeiner Weise mit Klettern, Laufen, Ausdauer, Kraft, Sport und im Idealfall auch Spaß zu tun haben. Abgesehen vom Training daheim sind diese allerdings auch wieder mit Kosten verbunden. Wer zweimal wöchentlich in die Kletter- oder Boulderhalle will, darf schon mal bis zu 80 € im Monat hinblättern.

Wenn man sich allerdings ein wenig in der „Szene“ umhört, wird man in manchen Städten auf „inoffizielle“ Boulder- und Kletterclubs stoßen, die nicht kommerziell und damit deutlich günstiger sind. Besonders dort, wo es viele Studenten gibt, haben oftmals ein paar Freunde irgendwann mal einen Dachboden oder Keller ausgebaut, der dann nach und nach „gewachsen“ ist. Das „Umhören“ und Auffinden solcher Gruppen und Vereine ist dank digitaler Vernetzung heute relativ leicht geworden. Doch die wirklich entscheidenden Schritte und Handlungen werden zum Glück auch heute noch analog vollzogen…

Skyrunning – Laufen auf den Wolken?

28. Februar 2019
Tipps und Tricks

Es ist sechs Uhr morgens im Val Masino im italienischen Teil der Berninagruppe, genauer gesagt in den südlichen Bergeller Bergen. Es ist eiskalt, und die Meute wartet angespannt auf den Startschuss zur „Trofeo Kima“. Auch der Spanier Kilian Jornet, der unumstritten eine der Legenden dieser Sportart ist, hat sich inzwischen im Startbereich eingefunden. Allerdings wollen wir heute nicht wie die meisten Alpinisten den Piz Badile besteigen oder einen der zahlreichen Boulder klettern, für die das Tal berühmt ist.

Ich und viele andere Verrückte wollen heute den „Sentiero Roma“ bewältigen – ein hochalpiner Höhenweg mit sieben spektakulären Pässen in Höhen bis zu knapp 3000 Meter. Dabei geht es selten auf Wanderwegen entlang. Meistens besteht das Gelände aus verblockten Geröllfeldern, Gletschermoränen mit Altschneefeldern und anspruchsvollen Kletterpassagen, die nur teilweise mit Ketten und Sprossen versichert sind. Allerdings haben wir für die 50 Kilometer mit 4200 Höhenmetern Aufstieg, die Wanderer in der Regel in fünf Tagen meistern, nur maximal elf Stunden Zeit.

Auch wenn es der Name vielleicht anders vermuten lässt, geht es beim Skyrunning nicht um das Laufen auf den Wolken, vielmehr handelt es sich hier um die alpine und besonders technisch anspruchsvolle Form des Trailrunning. Aber was genau ist jetzt der Unterschied zum Laufen auf den Wanderwegen? Wann bin ich ein „Skyrunner“?

Vom Almhirte zum modernen Athleten: Die Geschichte des Skyrunnings

Im Grunde ist es nichts Neues, dass Menschen sich in alpinem Gelände schnell bewegen. Waren die Beweggründe früher eher das Hüten von Tieren auf einer Alm, die Heuernte oder das Schmuggeln von Waren, geht es heutzutage mehr um die sportliche Betätigung am Berg.

Das Konzept, zum Spaß Berge hoch und runter zu laufen, war für die früheren Generationen aufgrund der harten Lebensbedingungen in den Bergen unvorstellbar. Wie es einer der Pioniere des Sports, der Italiener Bruno Brunod aus dem Aostatal, so treffend formuliert hat: „Meine Vorfahren waren bereits Skyrunner, mein Großvater hat die Berge überquert, um zur Arbeit zu kommen. Wir machen das Ganze heute nur etwas schneller, aber im Grunde ist es dasselbe wie schon immer. Der Skyrunner hat immer schon existiert“.

Wettkämpfe in den Bergen sind aber ebenfalls keine neue Erfindung. So findet das berühmte Ben Nevis Race in Schottland bereits seit 1895 statt. Auch in den Alpen gab es Anfang der 90er Jahre „Wettläufe“ auf den Mont Blanc und im Monte Rosa Massiv.

Als Erfinder des modernen Skyrunnings hat der italienische Bergsteiger Marino Giacometti im Jahr 1995 die „International Skyrunning Federation“ ins Leben gerufen. Der Verband ist Ausrichter der offiziellen Skyrunning Events, die hierzu die Anforderungen an die Strecke erfüllen müssen.

Der Laufkurs muss in alpinem Gelände oberhalb 2000 Meter angelegt sein, darf keine Kletterstellen enthalten, die schwieriger sind als der II Grad (UIAA Skala) und es müssen steile Passagen von mindestens 30 Prozent vorhanden sein. Teilweise sind auch Gletscher und Altschneefelder zu überwinden. Damit grenzt sich diese Spielart des Laufens vom Berglauf und den modernen Ultra-Trails gezielt ab. Es verwundert daher auch nicht, dass viele erfolgreiche Athleten eher vom Bergsport als vom klassischen Straßenlauf kommen.

Die Skyrunning Disziplinen: steil, schnell und lang

Weltweit gibt es inzwischen über zweihundert offizielle Skyraces, die sich in drei verschiedene Disziplinen aufteilen lassen und die sich deutlich voneinander unterscheiden.

„Vertical“

Beim sogenannten „VERTICAL“ geht es nur nach oben. Diese Variante kommt dem klassischen Berglauf noch am nächsten. Allerdings darf die Strecke beim Vertical maximal fünf Kilometer lang sein und muss eine Höhendifferenz von 1000 Höhenmetern aufweisen (daher auch der teilweise verwendete Name „Vertical Kilometer“).

Als steilste Piste ist der „km vertical de Fully“ in Frankreich im Programm. Hier werden die 1000 Höhenmeter auf nur 2 Kilometer Strecke verteilt und die schnellsten Sportler bewältigen diese ultrasteile Strecke in etwas über 30 Minuten.

„Sky“

Die vielseitigste Disziplin nennt sich „SKY“. Skyraces haben eine Länge von 20 bis 49 Kilometern und müssen einen Mindestanstieg von 1300 Höhenmetern enthalten. Diese gilt es selbstverständlich, auch wieder nach unten zu laufen und so kommen die Skyrunner in der Regel mit brennenden Oberschenkeln im Ziel an.

Strecken, wie das sehr beliebte „Limone Extreme Skyrace“ am Gardasee, überzeugen mit vielen Höhenmetern und eindrucksvollen Tiefblicken. Aber nicht nur die Profis sind hier am Start, auch für Einsteiger im Bereich des Skyrunnings ist diese Strecke durch die großzügigen Zeitlimits gut zu bewältigen.

„Ultra“

Am längsten sind die Läufer beim sogenannten „ULTRA“ unterwegs. Streckenlängen zwischen 50 und 99 Kilometern haben schon viel mit Ultratrails gemeinsam, die sich in der Trailrunning Szene großer Beliebtheit erfreuen. Allerdings müssen die ULTRA Rennen einen Mindestanstieg von 3200 Höhenmeter aufweisen und das maximale Zeitlimit darf 16 Stunden nicht überschreiten.

Einige dieser Rennen wie das Tromso Skyrace in Norwegen, die Glen Coe Skyline in Schottland und die Trofeo Kima in Italien warten zudem mit anspruchsvollen Klettersteig-Passagen und ausgesetzten, frei zu kletternden Abschnitten auf. Hier muss man nicht nur ein ausdauernder Läufer sein, sondern es gilt auch Klettergelände im zweiten Grad und A/B Klettersteige sicher mit Trailrunningschuhen meistern zu können.

Training für dein erstes Skyrace

Nach dem Lesen hast du nun Lust bekommen, so etwas selbst auszuprobieren? Kein Problem!

Bevor du dich für ein Event anmeldest, solltest du auf jeden Fall schon mal auf Wanderwegen, besser noch auf alpinen Singletrails in den Bergen gelaufen sein. Es gibt nichts Besseres, als regelmäßig in den Bergen laufen zu gehen und dabei auch anspruchsvolle Routen zu bewältigen. Es muss nicht die Eiger Nordwand sein, aber da Skyrunning überwiegend auf meist steinigen und oft verblockten Wegen stattfindet, solltest du dieses Gelände beim Lauftraining bevorzugen.

Für die langen An- und Abstiege eignet sich eine schnelle Bergtour, die idealerweise eine Kombination aus flottem Bergwandern bergan und Trailrunning bergab ist. Selbst die Profis „wandern“ in schnellem Tempo mit den Händen auf den Oberschenkeln, wenn es so richtig steil wird.

Du wohnst nicht in den Bergen? Zwischen den nächsten Urlaubswochen in den Bergen kannst du auch deinen Hügel hinter dem Haus mehrmals hoch und runter laufen. Oder zur Not tut es auch ein Parkhaus mit mehreren Etagen.

Zudem ist bei manchen Rennen der Einsatz von Lauf- bzw. Wanderstöcken erlaubt. Diese können helfen, bergauf etwas Kraft zu sparen, und sorgen bergab für zusätzliche Stabilität im steilen Gelände. Beim Schuhwerk solltest du auf jeden Fall ein Trailrunningschuh mit griffiger Außensohle wählen, der auch bei nassen Bedingungen sicheres Laufen ermöglicht. Für den Anfang muss es ja vielleicht nicht gleich das anspruchsvollste Rennen mit den ausgesetztesten Kletterstellen sein. Aber danach gilt: „Only the sky ist the limit!“

Noch keine Geschenke? Wie wärs mit ein paar Bergfreu(n)den?

6. Dezember 2018
Kaufberatung

Jo, is denn scho wieder Weihnachten? Jupp, ist es, und damit auch wieder Zeit für Konsumrausch, Verweigerung oder irgendwas dazwischen. Letzteres ist die schwierigste Option, denn hier muss man durchaus nachdenken und die Beschenkten richtig einschätzen, um passende Präsente zu erwischen. Klar im Vorteil sind hier all jene, die Bergfreunde und Outdoorenthusiasten wie uns unter ihren Angehörigen und Freunden haben. Denn bescheiden wie wir sind, kann man uns immer irgendwie zufrieden stimmen ;-P Außerdem gibt es einen riesengroßen und prall gefüllten Geschenkesack, in dem garantiert für Jeden etwas dabei ist. Ich habe da mal reingeschaut und mir einen Haufen Sachen ausgesucht, die ich mir auf jeden Fall gern selber schenken lassen würde ;-)

Der Schwerpunkt liegt dabei eher auf vielseitig verwendbaren Gegenständen. Extreme Spezialitäten wie den Haulbag fürs Bigwallclimbing werdet ihr hier also nicht finden. Auch macht es nicht viel Sinn komplexe Ausrüstungsgegenstände wie Tourenskischuhe, die zumeist individuell abgestimmt sein müssen, mit hineinzunehmen. Andererseits… so eine nagelneue Komplettausrüstung für den Einstieg in die gerade beginnende Skitourensaison hätte auch was, oder?

Es sollen hier auch nicht nur lustige Gadgets sein, sondern auch wirklich nützliche Dinge. Es sollen Kleinigkeiten dabei sein, die nicht die Welt kosten, und dicke Dinger, falls jemand dieses Weihnachten mal richtig Eindruck schinden will. Außerdem ist hier was für Kletterer dabei, für Campingfreaks, für Männer, für Frauen, für die reifere Generation und für Kids. Also, auf geht’s zum Bergfreundegeschenkekauf!

1. Passt immer: Der Bergfreunde-Weihnachtsgutschein

Den Einstieg macht das universale Alleskönnergeschenk, das nie verkehrt sein kann: Der Bergfreunde.de Weihnachts-Gutschein. Auch wenn man keine Idee hat oder nicht weiß, was der zu Beschenkende da genau in den Bergen treibt, sind mit diesem Geschenk leuchtende Augen garantiert. Der Gutschein-Code wird auf einer schönen Karte verschickt und ist unbegrenzt gültig. Der Gutschein-Betrag wird beim Einkauf im Bergfreunde.de Shop nach Eingabe des Gutschein-Codes automatisch verrechnet.

2. Falls der Winter zur Abwechslung mal wieder kalt wird: Winter-Outdoorjacken

  • Als Edelvariante empfiehlt sich die Swisswool Piz Bianco Jacket Winterjacke von Ortovox. Schon die Optik mit den gedeckten Farben verrät es: Hier handelt es sich um etwas richtig Hochwertiges! Die wohlige Wärme der winddichten und wasserabweisenden Outdoorjacke kommt von weichen Merinowoll-Inserts, die sich richtig gut anfühlen und natürliche funktionale Eigenschaften haben. Hinzu kommt eine super Ausstattung, die ebenfalls ein sehr weites Einsatzspektrum ermöglicht. Mehr dazu in der Produktbeschreibung.
  • Die Günstig-aber-gut-Variante: Der Women’s Aden Wintermantel von Helly Hansen. Viel Funktion, angenehme Wärme und einen bewährten Markennamen kann man auch mit kleinerem Budget bekommen. Weitere Infos zu dem Mantel gibt es in der Produktbeschreibung.

3. Endlich Ruhe im Massenlager: Ohrenstöpsel für unterwegs

Mit kleinem Kostenaufwand kann man etwas wirklich wertvolles schenken: Erholsame Nachtruhe. Die Eagle-Creek Ohrstöpsel sind waschbar und wiederverwendbar und kommen im Set mit sechs Plugs im praktischen Aufbewahrungsdöschen.

4. Was nicht passt wird passend gemacht: Mit dem Bear Grylls Gerber Multitool

Wer gleich nach dem Fest zum nächsten Wildnistrip aufbricht, sollte das Gerber Multitool noch einstecken. Schließlich benutzt auch Superman Bear Grylls solch ein Teil, wenn er im Dschungel und in der Wüste mal wieder eine Unterkunft baut, Feuer macht oder Käfern, Skorpionen und anderen Leckerbissen nachstellt.

5. Auch in dunklen Winternächten schön gemütlich: Die LED-Campleuchte

Die Apollo LED-Lampe von Black Diamond glänzt als Multitalent. Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine klappbare Steh- und Hängelampe, die in alle Richtungen für bis zu 225 Lumen an blendfreiem Licht sorgt.

6. Funktionale und stimmungsvolle Winterklamotten

Wer nicht nur Wärme und Funktion, sondern auch stimmungsvolles Design mit Winter- und Gebirgsmotiven sucht, sollte sich mal bei der deutschen Edelschmiede mit dem Schweizer Bergdorf im Namen umschauen. Bitte hier entlang: Zum Bergfreunde-Maloja-Shop.

7. Überall sauberes Trinkwasser: Der Katadyn Pocket Filter

Bei etwas so Wichtigem wie sauberem Trinkwasser verlässt man sich gern auf ein richtig edles Schweizer Markenprodukt wie den Katadyn Pocket Filter. Der hat zwar seinen Preis, doch wenn man bedenkt, dass hier 50.000 Liter Wasser ohne Filterwechsel gereinigt werden, zahlt sich die Sache ganz sicher aus. Und nebenbei ist man mit dieser unabhängigen Wasserversorgung auch noch für den nächsten Weltuntergang gerüstet.

8. Für die langen Winterabende braucht es gute Bücher

9. Kalender

Wer das ganze Jahr über „on Fire“ bleiben will, greift zum Kalender. Im Bergfreunde-Kalender-Shop gibt es eine kleine aber feine Kalenderauswahl für Bergsportdisziplinen wie Klettern, Running oder Bouldern.

10. Immer voller Durchblick: Echo Pocket Mini-Fernglas

Eher ein schönes Spielzeug als wirklich notwendig, dafür aber auch wirklich klein und leicht: Das Brunton Echo Pocket Scope. Es passt in die Jackentasche und bietet dennoch gute Vergrößerungswerte!

11. Unverzichtbare Winterbegleiter: Fäustel und Fingerhandschuhe in einem

Vielseitiger als die Roeckl Kadane Handschuhe geht’s kaum, denn die taugen fürs Fahrrad genauso wie für den Alltag und den Berg. Möglich macht es die integrierte „Kapuze“ (der über die halboffenen Finger klappbare Fäustel). Wenn beim Hantieren mit GPS, Taschenmesser und Pausenstullen oder während einer Klettereinlage freie Finger gefragt sind, klappt man ihn einfach zurück und fixiert ihn am Klettverschluss auf der Oberhand. Funktioniert super, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

12. Gefütterte Hüttenschuhe mit Kunstfaserfüllung

Heimelige Gemütlichkeit auch im eiskalten Basecamp, Biwak oder Winterraum – geht sowas? Ja, sofern man die Camp Booties von Exped im Gepäck hat – kuschelig-warme und weiche „Hausschuhe“ mit Kunstfaserfüllung. Dank ihrer rutschfesten Sohle ist auch der Toilettengang nach draußen kein Problem.

13. Outdoor-Besteckset: Gute Tischmanieren auch in der Wildnis

Das KUPILKA – Geschenkset besteht aus Tasse, Untersetzer, Löffel und sorgt für Flair beim Campen und Picknicken. Es besteht aus einem neuartigen Verbundmaterial aus Kiefernholzfasern und dem Kunststoff Polypropylen, wodurch es unter anderem spülmaschinenfest und recycelbar ist.

14. Creme statt Staub: Dickflüssiger Chalk von den Bergfreunden

Mit dem LiquidChalk von Bergfreunde.de macht man sich und den Mitkletterern in langen winterlichen Hallensessions eine Freude. Man selbst hat staubtrockene Grip-Finger und die Anderen keinen Feinstaub in der Lunge. Und wenn es hart auf hart kommt, deckt man damit schnell noch einen Pickel ab ;-)

15. Weihnachtliche Leckereien

Warum nicht mal ein paar schöne Energieriegel statt der üblichen langweiligen Plätzchen? Okay, nicht wirklich, an Weihnachten bleiben wir lieber bei „richtigem“ Zuckerkram. Doch für unterwegs und draußen macht spezielle Trekking- und Outdoor-Nahrung oftmals Sinn. Das Zeug ist leichter, haltbarer, einfacher zu lagern, praktischer portioniert, schneller zubereitet und schmeckt manchmal trotzdem richtig anständig. Und dank all dieser Vorzüge lässt es sich auch sehr gut als Geschenk verpacken ;-)

Bei unserer Shopauswahl ist vom Müsli zum Frühstück mit fertigem Milchpulver, über Nudel- und Fleischgerichte, bis hin zu vegetarischem und veganem Trekking-Essen für jeden Kletterer, Wanderer oder Expeditionsteilnehmer das Richtige dabei.

16. Die berüchtigten Socken – aber anders!

Mut zum Klischee – mit Socken zu Weihnachten! Aber nicht mit irgendwelchen Socken, sondern mit den richtig sportlichen und fetzigen Winter Run Kompressionssocken für Läufer, Trailrunner und Skitourengeher! Die sehen zwar nicht so putzig aus, haben aber einiges mehr drauf als Omas Selbstgehäkelten vom letzten Jahr. Überzeugt euch selbst – beispielsweise mit den cep Winter-Kompressionssocken.

17. Farbenfrohe Trinkflasche für die Kurzen

Die Kids Wide Mouth von Hydro Flask Trink- und Thermosflasche ist praktisch und macht auch in der Schule einen coolen Eindruck. Und sie wartet mit kleinen Extras auf, die für die Kids von Vorteil sind.

18. Für die großen Jungs und Mädels: Der Fiskars Axt- und Messerschärfer

Mit diesem Teil machen Rechts- und Linkshänder nicht nur Messer, sondern auch Äxte wieder fit. Sehr einfach und intuitiv in der Bedienung, liefert der Fiskars Nachschärfer auch für Laien gute Ergebnisse. Ein super Geschenk für Bastlernaturen, die es kaum erwarten können gleich nach der Bescherung mit dem Schleifen loszulegen!

So, bis hierhin hat der Blick in den großen Bergfreunde-Jutesack hoffentlich für Jede und Jeden was Passendes zutage gefördert. Falls ich ein wirklich wichtiges Weihnachts-Must-Have übersehen haben sollte, gerne rein damit in die Kommentare!

Sohle runter, Schuh noch gut – Welche Hersteller bieten den Sohlen-Service?

21. Mai 2019
Pflegetipps

Auch bei guten Schuhen ist es nach ein paar hundert Kilometern Stock und Stein soweit: Die Sohle hat an den häufigst abgetretenen Stellen kaum noch Profil und an den Stellen, wo der höchste Druck abgefangen wird, bröselt und schwindet das Material. Auch der Geröllschutzrand ist mittlerweile ziemlich löchrig und zerkratzt. Alles in allem sieht‘s „untenrum“ ziemlich düster aus. Der Schuhschaft hingegen ist zu diesem Zeitpunkt oft noch völlig in Ordnung und zudem auch richtig schön eingelaufen.

Unser, in der Wegwerfgesellschaft, gut eingeübte Standardmove wäre nun, die ‚kaputten‘ Treter in die Tonne zu befördern und ein neues Paar zu kaufen. Das geht schnell und erfordert den geringsten Aufwand.

Doch wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Reparatur der Schuhe? Bei guten und teuren Bergschuhen kann diese deutlich preisgünstiger sein als die nächste Neuanschaffung. Außerdem stellt sich ja noch die Frage, was ein bessere Gefühl hinterlässt: Eine unnötige Geld- und Ressourcenverschwendung oder eine optimale Nutzung der Schuhlebensdauer. Und schließlich gibt es ja auch noch die dritte „Alternative“: Die halb verschlissenen Schuhe so lange weiter zu benutzen, bis sie die Backen endgültig zusammenkneifen. Das ist allerdings eher keine gute Idee, denn erstens will man es sicher nicht erleben, dass mitten im steilen Geröllfeld der Schuh am Fuß auseinanderfällt, zweitens ist es nicht gerade heilsam für Füße und Knöchel, mit abgelaufenen und verfortem Sohlen unterwegs zu sein.

Ab wann lohnt sich die Reparatur?

Die Sohle ist ein Verschleißteil, das sich schneller abnutzt als der Rest des Schuhs. Höchste Zeit für eine neue Sohle wird es dann, wenn sie kaum noch sichtbares Profil aufweist. Zu diesem Zeitpunkt sollte man den Schuh-Unterbau auch auf mögliche weitere Materialalterung prüfen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn diese findet bisweilen unsichtbar im Inneren der Sohle statt und ist nicht nur auf physische Belastung, sondern vor allem auch auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Für die feuchtigkeitsbedingte Zersetzung des Sohleninneren (genauer: der Zwischensohle und des Dämpfkeils) gibt es sogar ein Fachwort: Hydrolyse. Ihre Vermeidung ist der Hauptgrund warum gute Pflege und vor allem gründliches Trocknen (während und nach der Tour) sowie eine trockene Lagerung so wichtig sind!

Ob und wann sich die Reparatur lohnt ist natürlich auch eine Kostenfrage. Die Kosten hängen davon ab wie viele Sohlenteile ausgewechselt werden müssen und zu welcher Kategorie die Schuhe gehören. So ist der Spaß bei einem Wander- und Trekkingschuh billiger als bei einem steigeisenfesten Bergschuh.

Am günstigsten sind Reparaturen bei Kletterschuhen. Hier fängt der  Sohlentausch bei 20 € an und endet bei ca. 60 €. Beim Schuster um die Ecke kann es billiger sein, doch ist es Glückssache, ob bei diesem die spezielle Kompetenz für Kletter- und Bergschuhe vorhanden ist. Bei guten Markenbergschuhen belaufen sich die Kosten je nach Anbieter und Aufwand auf 40 bis 80 €. Bei Internetanbietern kann es auch an die 100 € gehen. Das ist viel Geld, doch gemessen an einer Neuanschaffung immer noch deutlich günstiger.

Obacht gilt bei Schuhen mit Membran (z.B. Gore-Tex): hier solltet ihr drauf achten, ob die Schuhe noch wasserdicht sind. Ist das nicht der Fall kann es ggf. Sinn machen, neue Schuhe zu kaufen. Bei Volllederschuhen oder Schuhen ohne Membran stellt sich die Frage natürlich nicht.

Wie funktioniert die Reparatur? Welche Möglichkeiten gibt es?

Vom Prinzip her ist der Austausch der Profilsohle sehr simpel: Die beschädigte alte Sohle wird abgeschliffen oder abgezogen, die Neue draufgeklebt, fertig. Die praktische Durchführung ist jedoch in den seltensten Fällen so einfach, selbst wenn keine weiteren Teile ausgetauscht werden müssen. Am besten überlässt man das Ganze also jenen Experten, die sich mit dem gesamten Sohlenunterbau auskennen und auch den Gummirand fachgerecht austauschen können.

Um die Schuhe in die Hände dieser Experten zu geben, gebt man sie in der Regel bei dem Fachhändler ab, bei dem sie gekauft wurden. Dieser schickt die Schuhe dann an den Hersteller weiter. Abholung oder Versand der reparierten Schuhe werden ebenfalls über den Händler abgewickelt. Ein direktes Einsenden an den Hersteller ist nur in wenigen Fällen möglich. Deshalb listen viele Schuhhersteller auf ihren Websites die autorisierten Fachhändler auf, die ihre Marke vertreiben. Das konkrete Vorgehen bei den renommierten und in unserem Shop vertretenen Bergschuhherstellern schauen wir uns im letzten Abschnitt an.

Alternativ bleiben folgende drei Möglichkeiten:

  • Einsenden an einen Online-Spezialschuster für Berg- und Kletterschuhe: Hierbei handelt es sich um eine relativ sichere Möglichkeit, die allerdings nicht die Schnellste und Günstigste ist.
  • Einen Schuster in der eigenen Umgebung kontaktieren und fragen, ob sie Kletter-/Bergschuhe reparieren können: Das ist zwar leider Glückssache, aber kann durchaus funktionieren. Es kann allerdings auch sein, dass man bei einer Neubesohlung nicht unbedingt die Originalsohle des Herstellers bekommt. Entsprechend ist diese Möglichkeit nicht die sicherste, aber im Glücksfall die Günstigste und Schnellste.
  • Do it yourself: Bei dieser Alternative hantiert man mit Klebern wie Freesole herum und hat selbst im einfachsten Fall, wenn zum Beispiel nur die Laufsohle verschlissen ist, keine Erfolgsgarantie. Die Forenbeiträge in Outdoorforen, die überwiegend von Schwierigkeiten und Misserfolgen berichten, sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem sind oft nicht nur die Profilsohle, sondern auch weitere Teile wie Zwischensohle und Dämpfkeil beschädigt und müssen entsprechend ebenfalls ersetzt werden. Damit dürfte man als Schuh-Laie, alleine schon wegen den fehlenden Spezialwerkzeugen, überfordert sein. Wenn es allerdings wirklich nur die abgelaufene Profilsohle ist, klappt es vielleicht mit dieser Anleitung des Outdoor-Magazins.

Sonderfall Reklamation

Sollte in Ausnahmefällen die Schuhsohle trotz „sachgemäßer Verwendung“ innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist unbrauchbar werden, kann ein Konstruktionsfehler und Reklamationsfall vorliegen.

Das ist natürlich immer ärgerlich, doch wenn du den defekten Schuh bei den Bergfreunden gekauft hast, kannst du sicher sein, dass sie sich im Garantiefall voll für dich reinhängen! So steht dir im begründeten Gewährleistungsfall der gesetzliche Anspruch auf Nacherfüllung oder, falls nicht möglich, Gelderstattung zu. Bitte unternehme in diesem Falle keine überstürzten Reparaturversuche, denn die Gewähr verlischt bei unsachgemäßer Reparatur durch einen nicht autorisierten Servicepartner. Auch wenn die Schuhe zurück an den Händler gehen, wird es eher zu einem Umtausch als zu einer Reparatur kommen.

Alles Weitere zu diesem Ablauf findest du zusammengefasst auf der Bergfreunde-Reklamationsseite.

Infos zu den Regelungen verschiedener Hersteller folgen gleich im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Können alle Schuhe repariert werden? Welche Bauart muss der Schuh haben?

Eine komplette Neubesohlung ist im Normalfall nur möglich, wenn der Schuh in der „gezwickten“ oder in der „zwiegenähten“ Machart hergestellt ist. Nur hier sind Brandsohle, Laufsohle und andere Teile des Schuh-Unterbaus so verbunden, dass eine saubere Auftrennung und Erneuerung möglich ist.

Alternativ gibt es die „gestrobelte Machart“, bei der höchstens ein Abschleifen und Neubekleben der Laufsohle möglich ist, nicht aber ein kompletter Sohlenaustausch. Die gestrobelte Bauweise kommt eher bei weicheren und flexibleren Schuhen zum Einsatz. Die Laufsohle wird hier ohne Kleber an den Schaft „angespritzt“ und ist demnach nicht ohne weiteres ablösbar. Man erkennt gestrobelte Schuhe leicht an ihrer, an der Schuhinnenseite verlaufenden, Verbindungsnaht zwischen Schaft und Brandsohle. Man muss nur die Einlegesohle entnehmen, um die Strobelnaht zum Vorschein zu bringen. Bei der gezwickten und der zwiegenähten Machart ist hingegen nur die Brandsohle zu sehen, die unsichtbar aber stabil mit dem Schaft verklebt oder vernagelt ist.

Auflistung der Hersteller, die einen Austausch der Sohle anbieten

Wenn es ein hochwertiger Bergstiefel oder Trekkingschuh ist, den du dein eigen nennst, stehen die Chancen gut eine Tip-Top-Neubesohlung vom Hersteller zu bekommen. Allerdings gilt das auch wirklich nur bei einigen der Top-Hersteller. Bei allen anderen wird es innerhalb der Gewährleistungszeit eher zum Umtausch kommen und nach Ablauf der Gewährleistung schwierig mit der Reparatur.

Hier folgend das Vorgehen bei einigen der renommierten und im Bergfreundeshop vertretenen Hersteller:

Hanwag, Mammut und Lowa bieten auch einen Reparaturservice außerhalb der Gewährleistungszeit von zwei Jahren an – natürlich mit Kosten und auch auf jeden Fall individuell abgestimmt. Das kann auch über den Hersteller direkt organisiert werden, dauert meistens aber mehrere Wochen.

LaSportiva und Boreal führen auf Anfrage und nur in seltenen Fällen Reparaturen außerhalb der Gewährleistung durch. Bei allen anderen Herstellern werden Reparaturen nur innerhalb der Gewährleistungszeit und mit Einschränkungen durchgeführt. Dazu gehören: Edelrid, Haglöfs, Salewa, Martini (sehr langsam), Duckfeet (verweist an Schuster in DE wenn nicht innerhalb der Gewährleistung oder Eigenverschulden), Mavic, Montura (sehr langsam).

Soweit der kleine Einblick in die Welt der Schuhreparaturen. Zunächst sieht das Ganze etwas kompliziert aus, doch mit den Infos dieses Artikels sollten dem nächsten Sohlentausch abgesehen von ein bis zwei Anrufen beim Händler oder Hersteller keine großen Hindernisse im Weg stehen.

Hier noch ein paar meiner vorherigen eigenen Rechercheergebnissen:

Habt ihr noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

 

Eine Kaufberatung zu Reise- und Mikrofaserhandtücher

26. September 2018
Kaufberatung

Seit 2001 feiern jedes Jahr am 25. Mai tausende Menschen auf der ganzen Welt den offiziellen „Towel Day“. Damit bringen sie allerdings in erster Linie nicht ihre Liebe zu Handtüchern zum Ausdruck, sondern gedenken des berühmten Science Fiction Autors Douglas Adams und seines legendären Romans „Per Anhalter durch die Galaxis“. Dort heißt es nämlich wörtlich: „Das hier ist eine verdammt harte Galaxis. Wenn man hier überleben will, muss man immer wissen, wo sein Handtuch ist!“. Im Morgenmantel und mit einem Handtuch um den Hals gelegt, meistert die Hauptfigur des Romans so manche brenzlige Situationen, um am Ende nicht weniger zu leisten als die Welt zu retten.

Auch wenn mancher Basislager-Leser nach diesen Zeilen wohl eher an einen Bergfreunde Autor mit Sonnenstich, als an einen echten Handtuch Tag glauben mag (es gibt ihn wirklich), lassen sich Nutzen und Notwendigkeit von Handtüchern beim Reisen, Campen und Wandern zweifelsfrei belegen. Inwieweit sie dabei zur Rettung des Planeten beitragen, hängt nicht zuletzt vom Grad der Verschmutzung des Outdoorsportlers ab und bleibt somit der Phantasie des Handtuchbesitzers überlassen.

Frotteehandtücher für Camping und Reisen – lieber nicht…

Ein durchschnittliches Handtuch aus Frottee, das die meisten von uns im Bad zum Trocknen von Gesicht, Händen und Haaren verwenden, ist etwa 80 cm lang und 45 cm breit. Duschhandtücher sind dementsprechend größer und Handtücher, die nur zum Trocknen der Hände dienen, etwa halb so groß. Frisch gewaschen, weich und herrlich duftend, sind die Baumwollhandtücher perfekt, um viel Nässe aufzunehmen. Um sich nach dem Waschen, Baden oder Duschen abzutrocknen, sind die dicken Handtücher daher ideal.

Allerdings haben Frotteehandtücher zwei entscheidende Nachteile, die sie für den Einsatz beim Campen, Reisen oder Outdoorsport vollkommen ungeeignet machen:

  • Sie brauchen sehr lange zum Trocknen. Die Feuchtigkeit, die sie beim Abtrocknen (zwar schnell) aufnehmen, speichern sie sehr lange und geben sie nur schleichend wieder ab. Was an einem heißen Sommertag noch vertretbar ist, kann bei feuchter Witterung beim Zelten zum echten Geduldspiel werden. Und jeden Tag ein feuchtes Handtuch vom Vortag zu benutzen, macht auf Dauer auch keinen Spaß.
  • Der zweite Nachteil der saugkräftigen Baumwollhandtücher ist das riesige Packmaß. Bei einem kleinen Handtuch fällt das Volumen vielleicht noch nicht ganz so auf, aber spätestens wenn jeder in der Familie ein normales Handtuch und ein zusätzliches Duschhandtuch ins Urlaubsgepäck einpackt, füllen sich Taschen und Rucksäcke im Nu.

…stattdessen ultraleichte Mikrofaserhandtücher

Da auch viele Outdoorfirmen stets bemüht sind die Welt zu retten (oder wenigstens zu verbessern), lautet die leichte Antwort auf ein unhandliches und unpraktisches Frottehandtuch schlicht: Mikrofaser. Handtücher aus Mikrofaser sind aus synthetischem Gewebe gefertigt, das meistens aus Polyester oder einer Kombination von Polyester und Polyamid besteht. Polyester ist auch der Rohstoff aus dem sämtliche Fleecejacken hergestellt werden. Er eignet sich mit seinem geringen Gewicht und seiner schnelltrocknenden Eigenschaft optimal für die Herstellung von Reisehandtüchern. Durch die Zugabe von Polyamid werden Outdoorhandtücher noch robuster und langlebiger.

Handtücher aus synthetischer Mikrofaser haben für Campingreisen, Hüttentouren, Weitwanderungen und Pilgerreisen ein paar entscheidende Vorteile gegenüber „normalen“ Handtüchern:

  • Sie sind sehr leicht. Im Gegensatz zum Frottehandtuch (Format 80 x 40 cm) mit über 250 g, wiegt ein Mikrofaserhanduch in gleicher Größe nur etwa 60 g.
  • Sie lassen sich sehr kompakt verstauen. Ob gefaltet, gerollt oder im Packsack verstaut – selbst ein großes Duschhandtuch aus Mikrofaser ist nicht sehr viel größer, als ein aufgerolltes T-Shirt.
  • Sie trocknen extrem schnell. Werden Mikrofaserhandtücher in der Waschmaschine gewaschen, sind sie nach der Wäsche schon annähernd trocken. Je nach Temperatur und Witterung dauert das Trocknen bei normaler Nutzung (Waschen & Duschen) natürlich unterschiedlich lange. Im Vergleich zum Frotteehandtuch verringert sich die Trocknungszeit jedoch auf ein Bruchteil.

Baumwolle vs. Microfaser – ein ganz anderes Gefühl

Viele, die zum ersten Mal ein Mikrofaserhandtuch auf Reisen oder beim Wandern verwenden, sind irritiert vom ungewohnten Gefühl auf der Haut. Manche haben auch den Eindruck, dass das Reisehandtuch nicht so gut trocknet, wie sie es von ihrem normalen Handtuch gewöhnt sind. Tatsächlich ist die Saugkraft von Frottehandtüchern höher, als die von Mikrofaserhandtüchern. Durch eine etwas andere Handhabung lassen sich Reisehandtücher laber ganz normal zum Abtrocknen nach dem Waschen oder Duschen verwenden. Der Trick dabei ist, das Mikrofaserhandtuch langsamer und mit etwas mehr Druck über die Haut zu führen. So kann das Polyestergewebe die Feuchtigkeit von der Haut optimal aufsaugen. Da die Reisehandtücher sehr weich sind, fühlt sich das Abtrocknen genauso angenehm oder sogar noch angenehmer an wie mit einem Baumwollhandtuch.

Die Qual der Auswahl – welches Reisehandtuch und welche Größe?

Mikrofaserhandtücher werden mittlerweile nicht nur von Outdoorherstellern angeboten, sondern sogar als Saisonware beim Discounter. Qualität von Materialien und Verarbeitung unterscheiden sich dabei stark. Von kratzigen und fusselnden Handtüchern ist immer wieder die Rede und auch Haltbarkeit, Formstabilität und UV-Beständigkeit der Farben sind nicht bei jedem Outdoorhandtuch gleich gut.

Qualitativ hochwertige Handtücher bieten zum Beispiel Cocoon, Sea to Summit, Packtowl oder LACD an. Neben verschiedenen Farben (die meisten Mikrofaserhandtücher sind einfarbig) haben Camper und Traveller die Wahl zwischen verschiedenen Größen von XXS bis XXL. Die kleinste Ausführung reicht gerade so, um damit Hände oder Gesicht zu trocknen. Als Duschhandtuch ist diese Variante nur für extreme Ultraleicht-Spezialisten zu empfehlen. Mit der größten Ausführung können es sich zwei Personen, am Seeufer oder im Freibad, nebeneinander bequem machen. Ein Mikrofaserhandtuch mit einem individuell optimierten Verhältnis zwischen Maßen und Gewicht liegt in der Regel irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Wer das Handtuch beim Campen und Wandern zum Duschen verwenden will, ist in der Hinsicht gut beraten die Länge so zu wählen, dass sich das Handtuch gut um die Hüfte wickeln lässt. Manche Outdoorsportler greifen auch gerne zu einer Kombination, zum Beispiel bestehend aus einem kleinen Handtuch fürs Gesicht und einem mittelgroßen Handtuch zum Waschen und Duschen.

Praktische Features und nützliches Zubehör

Viele Outdoorhandtücher werden in kleinen Packbeuteln aus Meshgewebe geliefert. Diese lassen sich mit einem Kordelzug verschließen und sorgen dafür, dass das Handtuch stets aufgeräumt ist. Eine Stofftasche, Plastiktüte oder ein wasserdichter Packsack eignen sich ebenfalls als Ergänzung. Im Packsack lassen sich beim Duschen zudem wichtige Wertsachen sicher und wasserdicht verstauen. Bevor das Handtuch für den Transport im Beutel verstaut wird, sollte es allerdings gut trocknen.

Sehr hilfreich beim Waschen und Duschen sind die Befestigungsschlaufen oder Befestigungsösen an Reisehandtüchern. Viele sind mit einem zusätzlichen Druckknopf ausgestattet, sodass sich das Handtuch fast überall fixieren lässt.

Unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten für Mikrofaserhandtücher

Durch das geringe Gewicht und das minimale Packmaß ergeben sich zahllose Möglichkeiten, um die praktischen Handtücher auch außerhalb von Urlaub, Camping und Reisen zu verwenden.

  • Beim Radfahren – ob auf Tour oder im Alltag, um sich schnell abtrocknen zu können.
  • Für Hundebesitzer, die nach dem Gassi gehen ihren Hund abtrocknen möchten.
  • Als Teil der Fotoausrüstung, da sich das Handtuch hierfür prima als Regenschutz für die Kamera oder als Unterlage verwenden lässt.
  • Beim Schwimmen im Freibad oder Hallenbad, denn das Mikrofaserhandtuch benötigt viel weniger Platz.
  • Um Strandliegen im Urlaub zu reservieren,…

Wenn du dein (Mikrofaser) Handtuch immer dabei hast, werden dir garantiert noch viele weitere tolle Möglichkeiten begegnen, in denen du dein Handtuch nie mehr missen möchtest. Bei den Bergfreunden hier bei uns geht es auf jeden Fall nicht mehr ohne.

Gore-Tex Infinium – Schwarz zu Weiß

7. Januar 2019
Ausrüstung

Seit mittlerweile über 40 Jahren gilt die Firma Gore als eine Art Benchmark in Sachen Funktionsbekleidung. Die Marke ist in den Köpfen der Bergfreunde mit dauerhaft wasserdichter, winddichter und atmungsaktiver Bekleidung fest assoziiert und im klassischen Outdoorsport nicht weg zu denken.

Ab dem Herbst 2018 müssen wir uns aber auf eine kleine Umstellung gefasst machen, denn Gore-Tex Infinium betritt die Bühne. Was sich hinter dem blumigen Begriff verbirgt, wollen wir euch nun verraten.

Gore-Tex Infinium: Was ist das? Was kann das? Wer braucht das?

Bisher haben sich Gore-Tex Produkte ganz einfach einordnen lassen: Ob Jacke oder Hose, sobald man mit widrigen Bedingungen zu kämpfen hatte, war Gore-Tex die Lösung. Am markanten schwarzen Logo erkannte man (und erkennt man auch heute noch) die wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Eigenschaft des Bekleidungsstücks.

Da der Begriff „Outdoorsport“ im Hause Gore lange ganz klassisch definiert wurde, hat man sich vor allem auf die Funktionalität der Produkte konzentriert, um Bergsteigern, Kletterern und Entdeckern den optimalen Schutz vor den Elementen zu liefern. Die Ästhetik war nicht immer die größtmögliche, aber der Sportler konnte sich ohne jegliche Einschränkungen auf seine Aktivität fokussieren. Seid beruhigt: auch weiterhin wird Gore-Tex diesen Ansatz verfolgen und neue Produkte in dieser Sparte auf den Markt bringen.

Urbanisierung und Veränderung der Bedürfnisse der Nutzer

Doch die Grenzen zwischen Berg und Stadt verschwimmen letzthin immer mehr. Der ambitionierte Bergsportler will auch beim Radfahren zur Arbeit oder Joggen in der Mittagspause größtmögliche Funktion – ach und gut aussehen darf es natürlich auch noch.

Die Nutzungsgewohnheiten der Menschen haben sich verändert und mit ihnen natürlich auch der Markt. So wird nicht mehr die Wasserdichtigkeit eines Produktes in den Vordergrund gestellt, vielmehr wird der Fokus auf die zusätzlichen Aspekte wie Flexibilität und Vielseitigkeit gelegt. Dadurch, dass der Sport mittlerweile bei vielen in den Alltag integriert und ein aktiver Lebensstil angestrebt wird, braucht der Sportler Kleidung, die man überall einsetzen kann und auf Augenhöhe mit dem jeweiligen Lifestyle ist.

Und was passiert, wenn sich Kundenbedürfnisse ändern? Richtig, der Markt ändert sich ebenfalls. Und hier kommt Gore-Tex Infinium ins Spiel. Die grundsätzliche Wasser- und Winddichtigkeit wird aufgeweicht um zusätzlichen Funktionen, wie zum Beispiel einer dünnen Isolierung in Alltagsschuhen, Platz zu machen. Die Ästhetik des Produkts soll erhalten bleiben und ein funktioneller Aspekt aufaddiert werden. Gore-Tex Infinium ordnet sich also jenseits der wasserdichten Produkte ein und gibt Komfort und Design einen wichtigen Platz im Produktdesign.

Viel hilft nicht immer viel…

Bei Gore-Tex Infinium geht es also nicht um die Erfindung der Eierlegenden-Outdoor-Wollmilchsau, sondern vielmehr darum, die bekannten Funktionen der Membran-Systeme in Alltagsprodukte zu verpacken. So finden sich in der Infinium-Linie in Zukunft Schuhe, die gleichzeitig schick, aber auch funktionell sind. Um es mal zu konkretisieren: Wir reden hier tatsächlich von isolierten Pumps für den frierenden Damenfuß!

Gore-Tex Infinium ist nicht mehr per se wasserdicht. So viel haben wir schon gelernt. Aber wie soll das der geneigte Konsument in Zukunft unterscheiden, ohne den Wust an Produktinformationen zu durchstöbern? Auch darüber haben sich die Kollegen selbstverständlich Gedanken gemacht: Alle Produkte mit Gore-Tex Infinium werden mit einem weißen Produktlabel verkauft, das so ähnlich aussieht, wie das bekannte schwarze Gore-Tex-Logo.

Gore-Tex Infinium lernt schnell zu laufen

Im ersten Schritt werden ab Herbst 2018, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Handelspartnern, Gore-Tex Infinium Produkte in vier unterschiedlichen Bereichen angeboten. Dazu gehören:

  • Gore-Tex Infinium Thermium Schuhe (bequem und isolierend)
  • Gore-Tex Infinium Soft-Lined Shells (winddicht, atmungsaktiv, schnelltrocknend)
  • Gore-Tex Infinium Insulated Garments (winddicht, atmungsaktiv, isolierend)
  • Gore-Tex Infinium Stretch Handschuhe (tastempfindlich, anatomisch geformt, winddicht, elastisch

Unter den bereits bekannten Handelspartnern befinden sich namhafte Firmen wie zum Beispiel The North Face, Mammut, Gore Wear, Montura, Arc’teryx, Black Yak. Für die Zukunft strebt Gore-Tex an diese Liste zu erweitern und Sport- und Lifestyle-Marken wie Adidas und Nike mit ins Boot zu holen.

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht…

Durch die klare Abgrenzung von wasserdicht und eben nicht, stellt sich natürlich auch die Frage was mit den bisherigen Technologien wie Gore Windstopper passiert. Und wenn man den Gedanken kurz weiter spinnt, kommt man auch recht schnell auf die Lösung: Das schöne Wörtchen Infinium wird einfach ergänzt. Aus Gore Windstopper wird GORE-TEX INFINIUM™ WINDSTOPPER®.

Wir hoffen, ihr habt jetzt den vollen Durchblick, was die Zukunft von GORE-TEX INFINIUM™ angeht. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wie sich die neue Produktpalette schlägt!

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