Regenhose. Foto: The North Face

Tipps zur Wahl der Regenhose

3. Juni 2015

Bergfreunde Hardshellhose Regenhose

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung

Wolkenbruch oder Dauerregen. Große Tropfen, kleine Tropfen. Sie kommen von oben runtergeprasselt, von der Seite angeweht oder von vorne herangepeitscht. Richtig schlechtes Wetter kann einem jeden Tag am Berg ganz schön vermiesen. Aber muss er deswegen ins Wasser fallen? Nicht unbedingt! Regenhose rausholen, drüber ziehen, weiter gehen! So läuft das.

Worauf Ihr beim Kauf von Regenhosen achten solltet, erklären wir Euch in dieser Kaufberatung.

 

 

Gemäß dem alten Spruch mit dem schlechten Wetter und der falschen Kleidung, ist bei widrigen Witterungsbedingungen eine zuverlässige äußerste Schicht gefragt. Das gilt für die Beine genauso wie für den Oberkörper. Die ungefütterten Überziehhosen gehören zur Kategorie der Hardshell-Hosen. Durch flexible Bündchen an der Taille und lange Reißverschlüsse an den Hosenbeinen passen sie über alle anderen Hosen und in der Regel auch über dicke Schuhe drüber.

Aber: Regenhose ist nicht gleich Regenhose. Und sie ist mehr als einfach nur wasserdicht. Wie ein Schutzschild muss sie allen Wettern trotzen und den Outdoorer zuverlässig vor Wind und Nässe – und damit vor dem Auskühlen – bewahren. Sie soll auch atmungsaktiv, schnell an- und ausziehbar sein, und Packmaß und Gewicht sollten ebenfalls in einem guten Verhältnis zur Leistung stehen.

The North Face - Men's Resolve Pant

The North Face – Men’s Resolve Pant

Wie finde ich die Richtige?

In der regelrechten Flut der Möglichkeiten kommen auch Hartgesottene auf der Suche nach der passenden Regenhose manchmal ins Schleudern. Das erste, was Du Dir vor dem Kauf klar machen solltest ist: Wozu verwende ich die Regenhose und was muss sie aushalten? Denn die EINE Regenhose für ALLE Einsätze gibt es nicht. Kurze Strecken oder Mehrtages-Touren? Schauer-Wetter oder Dauerregen? Zu Fuß oder auf dem Rad? Matschiges Flachland oder felsiger Gipfelgrat? Wie bei den meisten anderen funktionalen Klamotten gilt: Je dicker und schwerer die Hose, desto robuster ist sie.

Solide Mittelklasse fürs Wandern und Biken

Die leichteren Überzieher-Hosen wie die Fluid Pants II von Vaude oder die Resolve Pant von The North Face eigenen sich gut für Tagestouren bei unklarer Wetterlage, den verregneten Waldspaziergang oder mittlere Radl-Strecken. Beispielsweise für den täglichen Weg zur Arbeit: Der ist überschaubar lang und wenn die Sonne doch noch rauskommt, passt die Hose nach Feierabend bequem in den Rucksack.

Eine Gangart höher kommen die 2,5 oder 3-lagigen Hardshell-Hosen. Wer bei schlechtem Wetter den ganzen Tag in freiem Gelände oder auf rauem Fels unterwegs ist, sollte lieber eines der robusteren Modelle wählen. Beide Varianten sind winddicht und verhindern, dass der Körper dadurch auskühlt. Die Regenhosen sind also auch bei stürmischem Wetter eine optimale Ergänzung für das Draußen-Outfit.

Der ambitionierte Berg-Einsatz

Wenn der Anstieg steiler wird, kommen alle Bergsteiger früher oder später ins Schwitzen. Bei anstrengenden Aktivitäten muss die Regenhose gleichzeitig Wasser von außen abhalten und den Wasserdampf von innen zuverlässig nach außen abtransportieren. Außer der atmungsaktiven Eigenschaften des Materials sorgen seitliche Lüftungs-Schlitze für ein gutes Innenklima. Gibt es keine extra Lüftungs-Reißverschlüsse, kann der ambitionierte Outdoor-Fan die ¾-langen oder durchgängigen Reißverschlüsse an den Beinen öffnen.

Die Hardshell-Regenhosen sind auch auf Touren in extremen Höhenlagen ein optimaler Zusatz: Dort, wo es schnell richtig kalt werden oder auch mal schneien kann, bietet die Hardshell-Regenhose wahlweise noch eine Lage Extra-Schutz über der Softshellhose. Und an warmen, sonnigen Tagen reicht sie auf der Ski-Tour auch als äußere Isolations-Schicht über der langen Unterhose.

Die Hardshell-Hosen mit Hosenträgern, eignen sich vor allem für alle Aktivitäten, die viel Bewegungsfreiheit erfordern – zum Beispiel bei ausladenden Kletter-Bewegungen. Die Modelle lassen sich zwar nicht so schnell an- und ausziehen, aber dafür bieten sie sicheren Schutz vor Nässe.

Endura - Women's Gridlock II Trouser - Radhose

Endura – Women’s Gridlock II Trouser – Radhose

Regenhosen für Allwetter-Radler

Das Thema Hosenträger ist auch für ambitionierte Radler wichtig: Durch die gebeugte Haltung auf dem Bike leiden Gesäß und unterer Rücken mit am stärksten unter widrigen Witterungsbedingungen. Die Hardshell-Hosen mit Hosenträger halten diese Bereiche zuverlässig geschützt. Spezielle Rad-Regenhosen haben außerdem verstärkte Einsätze im Schritt und am Gesäß. Reflektierende Elemente sorgen auf der Straße außerdem für bessere Sichtbarkeit.

Die meisten Regenhosen haben es eh, aber fürs Fahrradfahren ist es besonders wichtig: Enge Bündchen oder weiten-verstellbare Klettverschlüsse am Hosenbein, damit der Stoff sich nicht im Kettenblatt verhakt.

Ohne Regenhose läuft nichts

Wer hat sich das nicht schon oft gedacht: Ach, es tröpfelt doch nur ein bisschen? Ist bestimmt gleich wieder vorbei? Bei Regenhosen aber gilt: Keine Faulheit vorschieben! Denn wenn die Wanderhose erst einmal nass ist, ist es für die Regenhose zu spät. Wenn es sich dann auch noch einregnet, wird das ein unangenehmer Tag. Außerdem läuft bei starkem Regen das Wasser von der Jacke runter – und weicht die Hose an den empfindlichen Stellen richtig schön durch.

Noch ein kleiner Tipp: Die Regenhose sollte immer ein Stückchen länger sein als die untere Hose. Oder durch ein engeres Bündchen die untere Hose gut vor Nässe schützen. Denn wenn die untere Hose rausschaut, kriechen Nässe und Kälte unaufhaltsam am inneren Hosenbein hoch. Zusätzlich hilft es, die innere Hose einmal umzuschlagen – dann bleibt sie sicher angenehm trocken.

Wer drinnen bleibt, verpasst was

Egal ob in den Bergen, auf dem Bike oder im Flachland: Eine gute Regenhose gehört in unseren Breitengraden quasi zur Standard-Ausrüstung. Vor allem auf Mehrtages-Touren und in größeren Höhenlagen. Es ist also wahr: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Außerdem hat eine verregnete Bergtour ihren ganz besonderen Charme: Wo sich an schönen Sommertagen die Wanderer in langen Schlangen Richtung Gipfel schieben, ist es bei schlechterem Wetter auf einmal herrlich ruhig und einsam. Aber bei Nässe am Fels gilt auch: Erhöhte Rutschgefahr! Also, Obacht geben, länger leben!

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier Hannes unser Fachmann in Sachen Textil und Bekleidung. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar