Tipps und Tricks

Tipps für einen leichten Rucksack

21. Mai 2014

Sportart

Der Rucksack wäre schon gepackt

Der Rucksack wäre schon gepackt

Ein Packesel und ein Berglöwe laufen um die Wette den Berg hinauf, wer gewinnt? Die Antwort liegt auf der Hand: eindeutig der Berglöwe. Wieso dann den Packesel spielen, wenn man eine Wildkatze sein kann?

Auf ausgedehnten Mehrtageswanderungen zählt jedes Kilo, das im Rucksack mitgeschleppt wird. Wer es schafft, den Rucksack unter 9 Kilo auf Hüttentouren und unter 14 Kilo auf längeren Touren zu halten, gewinnt auf allen Fronten. Leichtes oder ultraleichtes Gepäck bedeutet weniger Blasen und Schmerzen und ermöglicht es Dir, in leichteren Schuhen zu wandern und schweres Schuhwerk zu Hause zu lassen (ein Kilo mehr an den Füßen entspricht fünf Kilo mehr auf deinen Schultern!) Wer die Welt leichten Fußes entdeckt, läuft schneller und weiter!

Aber wie reduziert man am besten Gewicht? Am effektivsten ist es, mit den Gegenständen anzufangen auf die man leicht verzichten kann (Wechselwäsche, Bücher etc.). Aber auch bei den Produkten, auf die man nicht verzichten kann, kann man einiges ausrichten: z.B. Rucksack, Zelt und Schlafsystem (Schlafsack/Isomatte).

Wähle Deinen Rucksack mit Bedacht

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Der North Face Casimir 32 Rucksack.

Die Auswahl eines Rucksacks hängt von Deinen persönlichen Vorlieben ab. Als generelle Regel zum Gewicht sparen gilt: wähle einen Rucksack zwischen 1,5 und 2 Kilo. Wenn du weniger als 7-9 Kilo trägst, ziehe einen rahmenlosen Rucksack in Betracht. Ein solcher hat im Schnitt weniger als ein Kilo Eigengewicht. Gewicht ist aber nicht das einzige Kriterium, das bei der Auswahl eine Rolle spielen sollte. Rahmenrucksäcke helfen, das Gewicht von den Schultern zu nehmen und gleichmäßig zu verteilen. Oft sind sie mit breiteren, bequemeren Riemen ausgestattet als die ultraleichten rahmenlosen Versionen. Zudem bieten sie oft bessere Ventilationsmechanismen. Manche Leute bevorzugen größere Rucksäcke auch deshalb, weil sie oft weniger umständlich und besser ausbalanciert sind als kleine voll gestopfte Rucksäcke, an denen noch Ausrüstung baumelt.

Es gibt allerdings auch einige Ultraleicht-Trekker, die einen kleinen Rucksack bevorzugen, um schlichtweg gezwungen zu sein, nur das Nötigste mitzunehmen und so Gewicht zu sparen. Für Ventilation sorgen dann Tricks wie den Rucksack von Schulter zu Schulter schieben. Oder der Rucksack wird so leicht (unter 7 Kilo) gepackt, dass die dünneren Riemen kein Problem darstellen.

Entscheide Dich für eine ultraleichte Unterkunft

Wenn Du erst mal draußen bist, besonders wenn die Tage nicht enden wollen, ändert sich Deine Vorstellung von einer „Unterkunft“ dramatisch. Ein minimalistischer Ansatz bringt viele Vorteile. Wenn das Wetter trocken ist, die Temperaturen mild oder warm und Insektengetier keine Rolle spielt, kann man problemlos auf eine Unterkunft verzichten. Eine aufgespannte Hängematte oder eine weiche Unterlage aus trockenen Blättern, Baumnadeln, oder Pflanzen geben Deinem Schlafsack eine natürliche Unterlage. Wenn das nicht so Deine Sache ist, ist eine Isomatte dienlich. Etwas mehr Privatsphäre und Schutz vor Sonne und den Elementen bietet ein Tarp, der sich mit Deinen Wanderstöcken aufspannen lässt. Gegen Insekten hilft ein Netzschutz unter dem Tarp.

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Backcountry.com Mitarbeiter Jason Whitehouse beim Aufstellen seines Black Diamond Mega Light 4- Person Shelter.

Ein ultraleichtes Zelt ist eine weitere Alternative. Viele Zelte wiegen heutzutage weniger als 2 Kilo. Zelte sind etwas mühsamer auf- und abzuschlagen als ein Tarp. Außerdem engen sie Dich mehr ein und sind schwieriger trocken zu halten. Dafür bieten sie noch mehr Privatsphäre und Schutz und sind ein Plus im Winter und bei kalter Witterung. Wenn du ein Zelt mit nimmst, lasse die Zeltunterlage zu Hause. Die ist nicht essentiell und wiegt nur extra.

Auf mehrtägigen Klettertouren, auf denen Du auf engem Raum auf einem Felsvorsprung übernachten musst, ist ein Biwaksack eine weitere leichte Alternative. Natürlich auch, wenn Du Dir generell wenig Arbeit mit Deiner Unterkunft machen willst. Biwaksäcke gibt es in den verschiedensten Ausführungen: von minimalistischen Säcken, die weniger als 500 Gramm wiegen, bis zu Mini-Zelten, die etwas weniger klaustrophobisch anmuten. Wenn du einen Trekkingtrip planst, der länger als ein paar Tage dauert, ist ein geräumigeres System wie ein Tarp oder ein Zelt die bessere Alternative. Entspannen, Kleidung wechseln, Schutz suchen geht in einem Zelt einfach besser. Ansonsten gibt es nichts Einfacheres als einen Biwaksack.

Daunenschlafsack – Dein leichtester Freund

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Mountain Hardware Speed 32 Daunenschlafsack.

Vögel sind auf ihre Daunen angewiesen, um sich draußen warm zu halten. Warum nicht von ihnen lernen? Daune ist die leichteste und wärmste Isolation, hat das geringste Packvolumen und punktet auch in Hinsicht Robustheit. Die Investition lohnt sich allemal. Du kennst wahrscheinlich die Debatte um das Problem, dass Daune ihre Isolationswirkung verliert, wenn sie feucht wird. Viele Daunenschlafsäcke sind mit einer wasserabweisenden Schicht ausgestattet. Manche Hersteller behandeln auch die Daune selbst, so dass diese wasserabweisend wird und Nässe kein Problem mehr darstellt. Ein Daunenschlafsack zu verwenden anstelle eines Schlafsacks mit Kunstfaserfüllung kann ein halbes Kilo sparen. Aufgrund des kleinen Packvolumens nimmt der Schlafsack nur wenig Platz im Rucksack ein. Dank der Eigenschaft, sich immer wieder aufzuplustern, wird Dein Daunenschlafsack viele Jahre kuschelweich und warm bleiben.

Die grosse Isomatten-Debatte

Die Therm-a-Rest Neo Air XTherm Isomatte ist eine leichte und isolierte Version für Leute, die nach etwas Schutz vor kaltem Wetter suchen.

Die Therm-a-Rest Neo Air XTherm Isomatte ist eine leichte und isolierte Version für Leute, die nach etwas Schutz vor kaltem Wetter suchen.

Was für eine Isomatte Du mit nimmst und ob überhaupt, ist Deine persönliche Entscheidung. Von der Schaumstoffmatte bis zur Luftmatratze in verschiedenen Längen und Formen gibt es Optionen genug. Es gibt wunderbar bequeme und trotzdem leichte Luftmatratzen, wie z.B. die Exped SynMat UL, die weniger als ein halbes Kilo wiegen und dank integrierter Isolation mehr Wärme bieten als herkömmliche Isomatten. Wenn du eine robustere Variante vorziehst, kommen Schaumstoffmatten wie die Therm-a-Rest Z Lite oder die Therm-a-Rest Z Lite SOL (isolierend) in Betracht. Diese bieten Komfort und wiegen weniger als ein halbes Kilo. 3/4 lange Isomatten sind eine weitere Option. Anstelle den ganzen Körper auf der Matte zu haben, kannst du deine Füße erhöht auf deinen Rucksack legen, das hilft auch bei der Regeneration. Weniger Isomatte, weniger Gewicht!

Weitere Möglichkeiten, Pfunde zu lassen

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Backcountry.com Gearhead, Diana Jenson, bereitet Trinkwasser auf mit dem Sawyer Squeeze Water Filtration System.

Natürlich ist die Liste der Möglichkeiten, Kilos zu reduzieren, noch lange nicht erschöpft: Trockennahrung, ein reduzierter Wasservorrat, der an jeder Wasserquelle wieder aufgefüllt (und behandelt oder gefiltert) wird, Multifunktionstools, die für alles herhalten – all dies sind weitere Techniken, die Gewicht sparen. Hier haben wir Euch die Grundlegendsten vorgestellt. Wer bei den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen ansetzt, hat schon mal einen großen Schritt in Richtung Gewichtsreduzierung gemacht.

Denke daran, sei lieber Berglöwe als Packesel – das verspricht mehr Spaß und weniger Leid auf Deiner nächsten Trekking- oder Wandertour!

 

Dieser Artikel stammt nicht direkt aus unserer Feder. Das Original wurde von Camille Barile für unseren Partner Backcountry in den USA geschrieben und von unserer Redakteurin Carolin ins Deutsche übersetzt.

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