ThermoBall. Foto: The North Face

ThermoBall von The North Face: wirklich ein Ersatz für Daune?

26. September 2014

Kategorie

Eine Alternative für Daune?

Eine Alternative für Daune?

ThermoBall? Wärme + Ball? Was hat es wohl damit auf sich? Und was haben diese zwei Begriffe, die eigentlich nichts gemeinsam haben, miteinander zu tun?

Hinter dieser interessanten Wortkombination versteckt sich eine neue und innovative Isolations-Technologie von The North Face, die in Zusammenarbeit mit Primaloft entwickelt wurde. The North Face dürfte jedem ein Begriff sein, Innovation und Abenteuer kombiniert mit einer Menge Style aus den USA. Primaloft ist ein bekannter Materialhersteller von Isolationsmaterialen für Bekleidung.

Ziel dieser Entwicklung ist es, die positiven Eigenschaften einer Daunen-Isolierung mit Hilfe von synthetischen Fasern zu imitieren und zugleich die negativen Eigenschaften von echten Daunen oder den am Markt sonst üblichen synthetischen Fasern auszuschließen bzw. abzuschaffen. Im folgenden Artikel stellen wir Euch die neue Technologie vor und erklären Euch, was sie kann und was nicht.

Eine Jacke für alle Abenteuer

Wenn man outdoor unterwegs ist, ist man vielen Witterungen ausgesetzt: Sonne, Wind, Regen, Kälte, Nebel, Eis, Schnee und das sind nur die ganz groben Richtungen, in die es gehen kann. Bekanntlich gibt es ja alle möglichen schönen sowie unangenehmen Kombinationen.

Wärmt trotz nässe

Wärmt trotz nässe

Fragt man einen Outdoorsportler nach seiner Traumjacke, würde er vermutlich antworten: „Ein kleines Packmaß, schnell trocknend, warm, atmungsaktiv und wasserdicht oder zumindest wasserabweisend wäre schön. Sie soll atmen, wenn man stark schwitzt und wärmen, wenn man sich ruhig verhält. Na und stylish und modisch soll sie natürlich auch sein.“ Eine Jacke, die wärmt wenn man sich ruhig verhält, aber es lässt, wenn man sich bewegt? Hört sich an wie das Wollschwein, das auch Milch gibt.

Nun hat sich The North Face ein neues Isolationsmaterial einfallen lassen, das zwar das Rad nicht neu erfindet, aber es immerhin schafft die positiven Eigenschaften von Daune und Synthetik zu kombinieren. Dadurch wurde eine Isolationstechnologie erschaffen, die das Einsatzspektrum von Isolationsjacken wesentlich erweitert.

ThermoBall ist recht flexibel in seiner Verarbeitung und kann unterschiedlich eingesetzt werden. Ganz klassisch als Isolationsjacke, also als Layer unter einer Hardshelljacke oder auch als äußere Schicht bei trockenem Wetter. ThermoBall kann aber auch als Wattierung direkt unter eine Hardshell aufgebracht werden, was dem Sportler eine zusätzliche Schicht erspart.

Der Slogan von The North Face zu ThermoBall ist „Alle Abenteuer – eine Jacke“. Damit gehen sie darauf ein, dass sich ThermoBall durch seine Eigenschaften sehr vielseitig einsetzen lässt, z.B. immer dann, wenn Atmungsaktivität, Isolation, hohe Flexibilität aufeinander treffen, wie beispielsweise beim Wandern, Trekken und Trailrunning.

Wärme – ohne die Nachteile einer Daune

Der Vorteil der ThermoBall-Produkte im Gegensatz zu einer echten Daune soll darin bestehen, dass sie auch bei Nässe warm hält und deutlich schneller trocknet. Nachteile gibt es angeblich keine.

Eine gute Figur machts auch noch

Eine gute Figur machts auch noch

Um in Kennzahlen zu sprechen: ThermoBall soll so gut wie eine 600 cuin Gänsedaunenfüllung wärmen. Aber was bedeutet eine 600 cuin Daune überhaupt? Bei dieser Einheit geht es um die sogenannte Bauschkraft bei Daunen. Diese gibt an, welche Masse ein Material nach einer gewissen Zeit der Kompression annimmt. Je höher dieser Wert ist, desto höher ist die Wärmedämmung im Verhältnis zum Packvolumen. Eine hohe Wärmedämmung ist zwar wünschenswert und gewollt, aber eine extrem dicke Jacke oder einen extrem großen Schlafsack möchte niemand mit sich rumschleppen, außer vielleicht zu einer Expedition in die Antarktis. Daher ist die Zauberformel: eine gute Wärmedämmung und trotzdem ein kleines Packmaß.

Für die Tierliebhaber unter uns hat die synthetische Faser einen weiteren Vorteil, denn sie stammt nicht von einem tierischen Produkt und kann also bedenkenlos genutzt werden. Allerdings werden die Eco-Friendly Fans nicht gerade „yeah“ schreien, denn ThermoBall kommt nicht aus der Natur und ist nicht abbaubar.

Die ThermoBall Technologie

Das Geheimnis um Thermo haben wir bereits gelüftet. Aber was hat es nun mit dem Ball auf sich? Bei ThermoBall handelt es sich um kleine, runde Bälle aus synthetischen Fasern, welche die positiven Eigenschaften von Gänsefedern aufweisen. ThermoBall ist „fluffig“ und lässt sich durch die hohe Kompressibilität sehr klein zusammenpacken. Das Prinzip, das bei ThermoBalls wie auch bei Daune wärmt, nennt sich Luft. Die Luft zwischen den Thermobällchen wird durch den Körper erwärmt und von den Bällchen zusammengehalten. Dadurch entsteht ein warmes Luftpolster um den Körper.

Im Gegensatz zu handelsüblichen synthetischen Kunstfasern verkleben die Thermobälle nicht und man hat länger seine Freude daran. Daher gilt bei ThermoBalls die Devise „lieber einmal mehr waschen“, denn hier kann wirklich nichts passieren.

Auf der Homepage des Herstellers ist zu lesen: „Im Labor entwickelt, auf Expedition getestet, verbessert und perfektioniert“. Wir sind gespannt, ob die neue Technologie hält, was sie verspricht und sind gespannt auf Eure Erfahrungsberichte.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Textil und Bekleidung. Du erreichst ihn unter der Nummer +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 03.03.2016 überarbeitet.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. regula baumgarner sagte am 3. Januar 2016 um 14:40 Uhr

    hallo, ich liebe meine knallorange thermoball jacke von nordh face.
    nirgends finde ich die waschanleitung ? weil ich immer den ‚zettel‘ wegschneide!
    dazu habe ich noch tennisbälle gekauft…jedoch weiss ich nicht mehr für was!!!
    bitttteee helft mir!
    liebe grüsse, regula

  2. Wiebke sagte am 4. Januar 2016 um 16:00 Uhr

    Hallo Regula,

    ich schätze die Bälle sind dafür da um die Füllung beim Trocknen zu bauschen. Aber sag mir doch mal das genaue Modell, dann schaue ich nach. Bist Du unter dieser Adresse zu erreichen? Lieben Gruß, Wiebke

Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar