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Phishing-Mails erkennen – passt auf eure Daten auf!

28. November 2016
Tipps und Tricks

Im Internet lauern viele Tücken. Tücken, vor denen weder wir noch ihr gefeit seid. Phishing-Mails sind z.B. eine solche. Gut getarnt landen sie in unserem Postfach und sagen uns, dass wir noch eine Rechnung zu bezahlen hätten oder unser Konto wieder freigeschaltet werden muss. Das Ziel dieser Nachrichten: Sensible Daten abgreifen.

Stand 28. November 2016: Wir wissen, dass aktuell Fake-Nachrichten unterwegs sind, in denen wir – nebst anderen Rechnungsstellern – auftauchen. Es gibt bei uns kein Datenleck, sondern es handelt sich um zufälligen Spam.

Was sind Phishing-Mails?

Das Wort Phishing entstammt dem Hacker-Jargon und ist vom englischen Wort fishing (fischen, angeln) abgeleitet – so zumindest sagt es die allwissende Wikipedia. Bildlich gesprochen beschreibt Phishing also das Angeln von Passwörtern oder anderen Zugangsdaten. Dabei legen die Hacker täuschend echte Köder aus. Zum Beispiel Mails, die von Bezahldiensten wie Paypal stammen und in der Aufmachung kaum von den Originalnachrichten zu unterscheiden sind. In den Mails wird man dann aufgefordert, sich über einen Link mit seinen Zugangsdaten einzuloggen.

Folgt man diesem Link, wir man ebenfalls auf eine täuschend echte Kopie der Originalseite geleitet, auf der man – immer noch nichts böses ahnend – seine Daten eingibt. Spätestens hier haben die Hacker dann ihr Ziel erreicht und können frei schalten und walten. Wenn man den Betrug erkennt, ist es oft schon zu spät. Woran ihr die Fälschung vom Original erkennt, wollen wir euch kurz erläutern.

Hier finden sich zwei Nachrichten die vermeintlich von Paypal stammen. Eine ist echt, eine ist eine Phishing-Mail. Auf den ersten Blick sind Farbgebung, Aufmachung und alles andere gleich. Schaut man allerdings genauer hin, lässt sich die Fälschung recht schnell erkennen. Nämlich beim Blick auf die Kontaktdaten des Unternehmens. Die passen bei der Fälschung nicht. Weder Hotline, noch Emailadresse sind korrekt.

Was tun, wenn ich eine verdächtige Mail im Postfach habe

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Leider sind die Zeiten vorbei, in denen man betrügerische Emails allein an schlechter Rechtschreibung erkennen kann. Erscheint in eurer Email-Box eine Nachricht, bei der ihr erstmal stutzig werdet, ist das oft schon der erste, richtige Impuls. Jetzt solltet ihr erstmal überlegen:

  • Habt ihr überhaupt etwas bei uns bestellt?
  • Wenn ja, stimmt der angegebene Betrag mit der Bestellsumme überein?
  • Passt die Bezahlart (Paypal etc.)
  • Stimmen die Daten in der Email?
    • Du erhältst von uns in der Bestellbestätigung eine Bestellnummer, die sich normalerweise auf dem Paypal-Beleg wiederfindet.
  • Stimmen die Kontakt-Daten in der Email

Wenn ihr mindestens einen dieser Punkte verneinen könnt, ist Vorsicht geboten. Bitte keine Links anklicken und die Mail am besten gleich löschen. Weitere Informationen und Hinweise zum Vorgehen bei Spam-Verdacht gibt es auch auf der Seite von Paypal

Solltet ihr euch trotz allem nicht sicher sein, dann könnt ihr euch natürlich auch gerne direkt an uns wenden. Unser Kundenservice steht unter 07121/70120 von 10 – 17 Uhr zur Verfügung oder ihr versucht es über Facebook, Twitter und Co. Wir können schnell herausfinden, ob wir noch eine Rechnung mit euch offen haben ;)

 

Tipps fürs Eisklettern

Profi-Tipps zum Eis- und Mixedklettern: Tricks und Technik

25. November 2016
Tipps und Tricks

Nachdem es im ersten Teil meines Beitrags um die technische Ausrüstung zum Eis- und Mixedklettern ging, widme ich mich nun ein paar allgemeinen Themen. Klar, dass es sich wieder nur um eine kleine Auswahl handeln kann (das Feld des Winterkletterns ist weit…) und es sich dabei um meine Erfahrungen und Einschätzungen handelt, die natürlich nicht jeder uneingeschränkt teilen wird. Aber ich hoffe, dass ihr dennoch von diesem Text profitiert und ein paar Anregungen mitnehmen könnt – und, dass die Vorfreunde auf den Winter weiter wächst!

Zustieg und die Challenge „Trocken bleiben“

Warm werden aber nicht zu sehr schwitzen, ist die Devise. Bei langen, anstrengenden Zustiegen mit schwerem Rucksack wird man aber zwangsläufig verschwitzt ankommen. Die richtige Antwort darauf: ein frisches Shirt (z.B. Merinowolle oder eine Kunstfaser-Merino-Mischung), ein trockener Pulli, eine trockene Mütze, trockene Handschuhe! Oder, wenn man am Einstieg nichts zurücklassen kann, weil man ganz anders absteigt: Gas geben und auf die unbeliebte „Körpertrocknung“ vertrauen. Feuchte Socken trocknen allerdings schlecht im ebenfalls feuchten Stiefel… Stöcke sind fast immer hilfreich. Wird später alles durch die Wand getragen, sind leichte Faltstöcke perfekt, die selbst in kleine Rucksäcke passen (Empfehlung: Leki Micro Stick Carbon mit etwas größerem Teller).

Die Lücke zwischen Hose und Stiefel

Schnee im Stiefel ist nicht lustig, deshalb ein paar Worte zum Thema Gamaschen. Gehen wir davon aus, dass wir mit einer Hardshellhose unterwegs sind. Lange Gamaschen, die bis unters Knie reichen, würden die genannte Lücke natürlich schließen. Gleichzeitig wäre ein Teil der Hose geschützt. Aber: Zwei Lagen Hardshell über den Unterschenkeln sind doch etwas übertrieben und man würde mehr schwitzen. Hat man eine Hardshellhose ohne (funktionierende) Innengamasche und will ordentlich im Schnee wühlen, ist die beschriebene Variante dennoch zu empfehlen. Für gemäßigtere Einsätze reicht eine kürzere Gamasche, solange die Hose beim Klettern nicht aus der Gamasche rutschen kann. Es gibt aber eine noch bessere Lösung, sofern man eine Hose mit ausreichender Beinlänge und brauchbaren Innengamaschen besitzt.

Die Innengamaschen sollten recht lang, idealerweise etwas elastisch und mit einem kleinen Haken zum Einhängen am Stiefel ausgestattet sein (bei einigen Modellen ist der Haken falsch angebracht, so dass er sich von alleine aushängen wird). Nun also die Gamasche mittels besagtem Haken an der Schnürung des Stiefels einhängen (ist die Hose zu kurz, wird dies die Bewegungsfreiheit einschränken). Die Innengamasche allein reicht aber nicht aus. Sie wird mit einer zweiten Gamasche kombiniert, die über der Innengamasche angelegt wird und diese fixiert. Bei herkömmlichen Bergstiefeln verwendet man am besten eine Softshell-Kurzgamasche, bei modernen Bergstiefeln mit integrierter Gamasche natürlich die Gamasche des Stiefels (gemeint sind jene Bergstiefel, bei denen die Gamasche die ganze Schnürung bedeckt – es gibt auch andere Ausführungen, die andere Lösungen verlangen).

Stiefel richtig Schnüren

Beim Zustieg sollte man seine Stiefel nicht zu fest schnüren. Bevor es ans Klettern geht, wird die Schnürung dann nochmals angepasst. Bei technisch schwierigen Routen und bei kaltem, hartem Eis muss der Stiefel satt am Fuß sitzen, was durch ein festes Schnüren im Bereich des Spanns erreicht wird. Klar, dass die Durchblutung darunter leiden kann – es braucht etwas Erfahrung, um einen guten Kompromiss zu finden. Werden die Zehen nicht mehr warm, sollte man die Schnürung lockern (evtl. kann man an einem geschützten Platz auch kurz raus aus den Stiefeln und die Zehen massieren). Vor dem Einstieg in eine lange, alpine Route sollte man sicherstellen, dass sich die Schleife der Schnürsenkel nicht auflösen kann. Es kann durchaus unangenehm sein, wenn dies im heiklen Gelände und/oder bei schlechtem Wetter passiert (ich erinnere mich an eine Situation am Fitz Roy – von oben kam ein Schneerutsch nach dem anderen…). Zumal man dann ja erstmal den Riemen des Steigeisens und die Gamasche öffnen muss. Die Schleife also richtig festziehen und dann einen Knoten drauf (sofern der Stiefel kein alternatives Schnürsystem hat)!

Taktik und Sicherungstechnik

Einen langen Eisfall oder eine alpine Mixedroute klettert man sinnvollerweise nicht überschlagend, sondern teilt den Vorstieg in Blöcke ein, sofern beide Kletterpartner vorsteigen wollen. Bei einer 7-SL-Route könnte das dann so aussehen: Uschi führt die ersten vier Seillängen und Rolf-Dieter die verbleibenden drei. Gewechselt wird idealerweise im leichten Gelände oder an einem bequemen Stand vor/nach einer kurzen Länge. Viele Eiskletterer schwören auf die Halbseiltechnik, die natürlich in gewissen Situationen vorteilhaft ist. Realistisch betrachtet ist die korrekte Anwendung der Halbseiltechnik im Mehrseillängengelände aber so schwierig und aufwändig, dass sie uns schnell überfordert.

Deshalb meine Empfehlung für eine Zweierseilschaft: Zwillingsseile verwenden, oder dünne Halbseile, die dann standardmäßig wie Zwillingsseile eingesetzt werden. Oder, wenn es die Route erlaubt, mit Einfachseil klettern. Standplätze baut man besser nicht mit dem Kletterseil auf (man würde sich eine ganze Reihe von Nachteilen einhandeln), sondern mit einer Standplatzschlinge mit zuvor abgeknotetem Auge (doppelter Bulin). Mehr und mehr setzt sich hierfür Rundmaterial durch, also zur 120er-Schlinge vernähte 6-mm-Kevlar- oder Dyneemareepschnur. Das Handling ist verglichen mit Bandmaterial um Welten besser (und es gibt weitere Vorteile). Mir sind zwei Hersteller bekannt: Edelrid (Kevlar) und Skylotec (Dyneema). Nachgesichert wird mit der „Plate“, so hat man als Sicherer zwischendurch die Hände frei und kann sich z. B. ums eingeholte Seil kümmern.

Sichern am Eisgerät

Im ersten Teil dieses Beitrags wurde das Thema „Sichern am Eisgerät“ bereits angeschnitten und ich vermute, dass ein paar Erklärungen dazu nicht schaden können. Natürlich bevorzugen wir den Stand nach Lehrbuch – zwei Eisschrauben im guten Eis oder gerne auch zwei ordentliche Bohrhaken – allerdings interessiert das eine alpine Route recht wenig. Eis kann schlecht oder gar nicht erst vorhanden sein, Bohrhaken sind womöglich zugeschneit. Oder wir haben schlicht zu wenig Eisschrauben dabei, um am Standplatz mehrere zu verbauen. In solchen Fällen heißt es improvisieren, wobei die Eisgeräte ins Spiel kommen können.

Doch was halten Eisgeräte, wenn sie als Anker eingesetzt werden? Pit Schubert hat 1999/2000 neun verschiedene Steileisgeräte auf deren Auszugsfestigkeit im Eis getestet (siehe DAV Panorama 1/2000 u. 6/2000), also den Dorn belastet, bis das Gerät brach oder ausbrach. Bei den 102 Versuchen lagen die Werte zwischen 0,6 und 10,4 kN, bei einem Mittelwert von 3,84 kN. Allerdings wurden die Geräte mit nur einem Schlag gesetzt, was dazu geführt hat, dass ein paar Geräte bei sehr niedrigen Werten ausgebrochen sind. Bei weiteren Versuchen wurden die Geräte mit einem zweiten Gerät nachgeschlagen. Die Auszugswerte lagen dann im Bereich 7,7 bis 9,0 kN.

Wichtig ist also, dass die Hauen möglichst weit versenkt werden, was zumindest bei einem der beiden Eisgeräte durch nachschlagen erreicht werden kann. Eine Schaufel am Gerätekopf ist dabei hinderlich, ein Hammer von Vorteil. Außerdem muss die Belastung des eingeschlagenen Geräts in der vorgesehenen Richtung erfolgen (es darf nicht zur Seite oder nach oben belastet werden) und der Dorn ausreichend fest sein. Letzteres sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Beispielsweise darf der von Grivel bei manchen Modellen verbaute Kunststoff-Dorn nach meinen Informationen nur mit Körpergewicht belastet werden.

Bei den aktuellen Steileisgeräten von Edelrid (Riot, Rage) liegt die Festigkeit des Dorns hingegen bei 8 bis 10 kN (Herstellerinformation). Achtung, die hier angegebenen Werte dienen nur der groben Orientierung und dürfen nicht auf gewöhnliche Eispickel für den Hochtoureneinsatz übertragen werden! Praxistipps fürs Abenteuergelände: Eisgeräte können auch in gefrorene Erde, in vereisten Felsrissen oder neben verkeilten, eingefrorenen Felsblöcken eingeschlagen werden. Die Beurteilung solcher Anker ist natürlich schwierig, deshalb mehrere Fixpunkte zu einem soliden Zentralpunkt zusammenfassen!

Warm bleiben

Der Vorstieg einer langen, schwierigen Seillänge dauert schon mal etwas. Auch mit trockenen Klamotten kann es dem Sicherer kalt werden. Dagegen hilft ein „Belay-Jacket“ – in trockenen Nordwandrouten eine Daunenjacke, wenn im Eisfall viel Wasser nachläuft besser eine Primaloft-Jacke. Außerdem wohltuend: eine Thermosflasche mit heißem, gezuckertem Tee und einem Schuss Rum – wobei es dagegen wahrscheinlich irgendwelche Einwände gibt.

Das beste Rezept gegen Kälte ist aber Bewegung! Gegen kalte Finger und die heftigen Schmerzen beim Warmwerden helfen „Windmühlen“. Also die Arme engagiert kreisen lassen, bis sich die Finger warm und gut durchblutet anfühlen. Und das schon vor dem Einstieg in die erste Seillänge! In den einfachen, oft eingeschneiten Seillängen sollte man eher dicke Handschuhe tragen, in den Schlüsselseillängen eher dünne, in harten Routen ganz dünne. Oder auch mal gar keine, was aber schnell zu Hautverletzungen führt. Ich hänge meine Reservehandschuhe nicht an den Gurt, sondern trage sie am Körper, damit sie nicht gefrieren, wenn sie einmal etwas feucht sind. Wenn man in einer längeren Route mit Rucksack unterwegs ist, kann man speziell fürs Abseilen noch ein paar alte Handschuhe einstecken. Hochwertige Eiskletterhandschuhe, deren Obermaterial nicht zu dick sein darf, gehen beim Abseilen recht schnell kaputt.

Das beste Training: Drytooling

Das beste Training fürs Eisklettern – abgesehen vom Eisklettern – ist Drytooling. Leider gibt es wenige „richtige“ Drytoolingspots. In normalen Klettergärten sollte man dennoch nicht drytoolen, erst recht nicht in beliebten Sektoren! Sicher gibt es einen gewissen Ermessensspielraum, aber es muss klar sein, dass es sich um ein sehr sensibles Thema handelt! Vereinzelt gibt es in den Kletterhallen Trainingsmöglichkeiten. Die, die ich kenne, sind leider eher dürftig. Aber ok, vielleicht müsste man auch selbst aktiv werden anstatt zu maulen…

Wie auch immer, wer kreativ ist findet schon irgendwo ein paar Trainingsmöglichkeiten: Klimmzüge, Hänge- und Blockierübungen an den Eisgeräten (die Hauen können z.B. in alte Seilschlingen eingehängt werden, die irgendwo fixiert sind), Hangeln mit den Eisgeräten (Hauen ggf. komplett abpolstern, z. B. mit Schlauchstücken und Tape), … Egal wie das Training an den Eisgeräten aussieht, man sollte eher zurückhaltend beginnen. Fehlt es an der richtigen Selbsteinschätzung bezüglich der muskulären und koordinativen Möglichkeiten, sind Überlastungsschäden an Schulter oder Ellbogen vorprogrammiert!

Kurse und weiterführende Informationen

Gibt es noch Unsicherheiten bei der Sicherungstechnik, beim Seilhandling am Standplatz, beim Beurteilen der Bedingungen und alpinen Gefahren? Oder wären ein paar Korrekturen der Klettertechnik hilfreich? Niemandem bricht ein Zacken aus der Krone, wenn er einen Kurs besucht. Das Kursniveau muss natürlich passen, weshalb sich fortgeschrittene Eiskletterer am besten direkt an einen spezialisierten Bergführer wenden. Außerdem folgende Literaturempfehlung: Eisklettern, Will Gadd, Panico Alpinverlag.  Das Buch ist spitze, hier und da, beispielsweise beim Thema Sicherungstechnik, sollten aber gewisse – sagen wir mal kulturelle Unterschiede – beachtet werden…

Open-Window-Effekt

Open-Window-Effekt oder „Wie werde ich zuverlässig krank“

22. November 2016
Tipps und Tricks

Die Nase trieft, das Hirn hämmert heftig gegen die Innenseite des Schädelknochens und man bekommt dank der kratzigen Stimme kein richtiges Wort aus der Kehle. Die heilige Dreifaltigkeit der winterlichen Erkältung ist wohl jedem gut bekannt. Kaum sind die Temperaturen im Keller, schon schnieft und hustet jeder im näheren Umkreis und man hält lieber einen guten Meter Sicherheitsabstand zu allem was atmet. Schafft man es dann endlich nach Hause und schält sich in die winterlichen Sportklamotten um eine Runde laufen zu gehen, ist man trotzdem am nächsten Tag krank. Ist so. Immer. Da haben dann aber weder Freunde, noch Familie oder Arbeitskollegen etwas mit zutun – zumindest nicht direkt. Man ist vermutlich einfach Opfer des sogenannten Open-Window-Effekts geworden.

Mach das Fenster zu. Es zieht!

Man kennt das: Der Kollege nebenan meint, dass es doch mal wieder Zeit für Frischluft sei und wenige Sekunden später sitzt man laut mit den Zähnen klappernd auf dem Bürostuhl. Das ist eine lustige Anekdote aus dem Bergfreunde-Büro, hat aber mit dem besagten Open-Window-Effekt erstmal nichts zu tun. Bis auf die Benennung. Denn das „Window“ im Namen beschreibt bei besagtem Effekt eher ein Zeitfenster, nämlich jenes, während dessen das Immunsystem direkt nach dem Sport oder einer anderen Belastung geschwächt ist.

Treiben wir also Sport – sei es Wandern, Fahrradfahren, Laufen, Klettern oder Skitourengehen – beanspruchen wir unseren Körper damit. Mal mehr, mal weniger. Und gerade nach intensiven Belastungen, bleibt auch unser Immunsystem davon nicht unbeeindruckt. Während wir uns Betätigen, ist das Immunsystem erstmal happy und ganz euphorisch. Sämtliche Parameter steigen. Erreichen wir danach die Entspannungsphase, rasseln unsere Immunparameter schier in den Keller und sinken sogar unter das Ausgangsniveau, welches vor dem Sport herrschte. Es dauert je nach Stärke der Belastung mehrere Stunden oder sogar Tage (etwa nach einem Marathon), bis sich die Werte wieder normalisieren. Dieser Zeitraum ist das besagte Fenster beim Open-Window-Effekt, währenddessen der Eintritt von Krankheitserregern deutlich erleichtert ist.

Warum der Open-Window-Effekt besonders im Winter relevant ist

Zwar findet die Schwächung des Immunsystems nach physischen und psychischen Belastungen immer statt, allerdings kommen in der kalten Jahreszeit noch andere belastende Faktoren hinzu: Unserem Immunsystem gefällt Kälte nämlich nicht so wirklich und wenn wir dazu noch schwitzen, kühlt der Körper noch schneller aus. Hier spielt der Windchill-Effekt eine nicht unwesentliche Rolle. Und wenn ohnehin ein paar mehr Keime unterwegs sind, ist die Erkältung nicht mehr weit und man liegt nach einer eigentlich ziemlich genialen Tour oder einer anstrengenden Trainingseinheit am nächsten Tag flach. Die Frage ist also, was tut man am besten, um den Open-Window-Effekt möglichst klein zu halten?

Zieh‘ dich warm an!

Was meine Mama immer sagte, nachdem ich mal wieder was angestellt hatte, gilt im gleichen Maße als probates Mittel gegen das Immunfenster – gerade im Winter. Denn wer sich nach dem Sport gleich dick einpackt, der verhindert eine zusätzliche Belastung durch niedrige Temperaturen. Noch besser: Falls möglich gleich auch was warmes Trinken. Wärme von außen und von innen tut gleichermaßen gut.

Mein persönlicher Tipp: Ein Tee aus frischem Ingwer, Zitrone und Honig!

Außerdem empfiehlt es sich, direkt warme Räumlichkeiten aufzusuchen und sich erstmal wieder auf Temperatur zu bringen, bevor es unter die warme Dusche geht. Hinterher am besten gleich auf die Couch und unter die Decke verschwinden. Klingt nach einem großartigen Abschluss für einen winterlichen Sporttag? Absolut! :)

Hilf deinem Immunsystem

Es gibt darüber hinaus einige Tricks, wie man seinem Immunsystem etwas auf die Sprünge helfen kann. Klassiker sind Vitamin C und Zink. Ersteres befindet sich bekanntermaßen in Zitrusfrüchten, aber auch Paprika und Sauerkraut weisen hohe Gehälter an Vitamin C auf. Zinkhaltige Lebensmittel sind vor allem Leber, Weizenkeime, Saaten und Nüsse. Eventuell kann man auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, das sollte aber im Zweifel mit dem Hausarzt abgestimmt werden.

Ansonsten helfen natürlich auch so wunderbare Dinge wie Sauna, heiße Bäder und sämtliche anderen entspannenden Maßnahmen dabei, unserem Körper und unserem Immunsystem eine Verschnaufpause zu geben. Außerdem wird die Regeneration dabei ordentlich angekurbelt. Ein Grund mehr, im Winter nicht nur möglichst häufig mit den Skiern auf dem Berg zu sein, sondern sich eben auch mal eine ordentliche Prise Entspannung zu gönnen – machen wir hier genauso ;-)

Und was ist mit euch? Wie haltet ihr euch im Winter gesund?

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Profi-Tipps zum Eis- und Mixedklettern – Die Ausrüstung

17. November 2016
Tipps und Tricks

Besonders beliebt ist das herbstliche Schmuddelwetter nicht, aber es bietet uns Kletterern und Alpinisten eine große Chance: Wir können in Ruhe vom kommenden Winter träumen, von Herausforderungen und Abenteuern. Und – etwas weniger romantisch – es bietet uns die Möglichkeit, uns um die passende Ausrüstung dafür zu kümmern. Besonders für Eiskletterer gibt es hier einiges zu tun. Denn sobald die Bedingungen passen, will man ja schließlich bereit sein!

Deshalb widme ich mich zunächst dem Thema „Ausrüstung“, bzw. speziell der technischen Ausrüstung zum Eis- und Mixedklettern. Nehmt das Thema ernst: Beim Eis- und Mixedklettern sind wir mehr als bei anderen Bergsport-Disziplinen von unserer Ausrüstung abhängig. Mit gutem Material klappt’s nicht nur besser, man ist auch deutlich sicherer unterwegs! Im zweiten Teil wird es um ein paar allgemeine Themen gehen, die unter der Überschrift „Tipps, Tricks, Technik“ zusammengefasst sind. Dabei muss klar sein, dass Eisklettern eine recht komplexe Angelegenheit ist und ich in beiden Beiträgen nur auf ausgewählte Punkte eingehen kann, die mir besonders wichtig erscheinen. Und, dass es sich dabei um meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen handelt, die natürlich nicht jeder teilen wird.

Die Eisgeräte

Austauschbare Hauen, ein gekrümmtes Rohr sowie ein guter Griff mit Fingerschutz gehören bei Eisgeräten längst zum Standard. Beim Eisfallklettern und in anspruchsvollen Mixedrouten bringt ein Doppelgriff klare Vorteile. Allerdings passt nicht jeder Griff für jede Hand – hier muss man ausprobieren. Für klassische alpine Einsätze bevorzuge ich nach wie vor Eisgeräte ohne Doppelgriff und entferne ggf. auch die Fingerauflagen für eine zweite Griffposition am Schaft. Stattdessen wird das Rohr über dem Griff (für mehr Grip beim Umgreifen und Hämmern) und unter dem Eisgeräte-Kopf mit vulkanisierendem Griptape umwickelt. In alpinen Routen greift man das Eisgerät häufig direkt unterm Kopf – das Tape verhindert wirkungsvoll, dass hier zu viel Wärme abgeleitet wird.

Im Abenteuergelände sollte zudem ein funktionierender Hammer montiert sein, kein „Nothämmerchen“, um z. B. Haken zu schlagen oder Keile festzuklopfen. Eine Schaufel am Gerätekopf macht hingegen zwar im hochalpinen Gelände Sinn, fürs Wasserfallklettern und Mixedklettern entfernt man sie jedoch besser (Verletzungsgefahr). Außerdem sollte das Eisgerät dafür ausgelegt sein, am Standplatz in die Sicherungskette integriert zu werden (mehr zu dieser „Spezialanwendung“ im zweiten Teil). Dafür braucht es einen ausreichend dimensionierten Dorn oder zumindest ein Loch im Griff, an dem man sichern kann. Leider sind jedoch nicht alle Eisgeräte für diesen oft so wichtigen Einsatz ausgelegt, da die dazugehörige Norm (EN 13089, Stand 06/2015) diesbezüglich eine Lücke aufweist. Die nicht verpflichtende UIAA-Norm schreibt zudem gerade einmal magere 2 kN vor, aber auch nur, sofern der Dorn/das Loch im Griff zum „Selbstsichern vorgesehen“ sind. Man sollte sich also bereits vor dem Kauf gründlich informieren, wenn man später für alle Situationen gewappnet sein will! Zuletzt und nur der Vollständigkeit halber: Das Thema Eisgeräte-Hauen ist eine Wissenschaft für sich, wobei es durchaus sehr unterschiedliche Meinungen dazu gibt.

Die Steigeisen

Beim Klettern sind Steigeisen mit nur einem Frontalzacken fast immer anderen Typen überlegen. Denn ein einzelner Frontalzacken dringt besser und auch weiter ins Eis ein (die Sekundärzacken stabilisieren dann den Fuß), im Fels kann man präziser antreten. Bewegen wir uns überwiegend im Schnee, Firn, Reif, oder ganz allgemein in weichem „Material“, sind zwei Frontalzacken tendenziell besser. Je nach Art und Schwierigkeit der Unternehmung sind diese vertikal oder horizontal ausgerichtet. Gute Antistollplatten sollten bei alpinen Klettereien zudem selbstverständlich sein.

Für manche Modelle, z.B. den Petzl Dart (Vorderteile), kann man sich Letztere mit etwas Duct Tape/Panzertape auch selbst basteln – funktioniert erstaunlich gut, hält aber nicht ewig. Wenn es der Bergstiefel erlaubt, sollte man weiterhin zur Automatik-Bindung greifen (vorne Bügel, hinten Kipphebel). Bei anderen Bindungen sitzt das Eisen meist nicht so satt am Stiefel. Für schwierige Eisfälle feilt man seine Zacken am besten scharf, zumindest die Frontal- und Sekundärzacken. Für alpine Mixedklettereien sollten sie hingegen nicht so scharf sein, nicht zuletzt wegen der hohen Verletzungsgefahr.

Weitere Tuningtipps:

  • Blechstreifen am Bügel der Bindung entfernen (braucht man nicht, manche Hersteller lassen ihn auch weg)
  • Riemen und Steg kürzen (an eine mögliche Verwendung mit Skistiefeln denken)
  • Alu-Heel montieren. Dabei daran denken, dass sich Gewicht am Fuß viel stärker auswirkt als Gewicht am Rücken!

Die Eisschrauben

Die Standardlängen betragen 16-17 cm sowie 12-14 cm. Ein oder zwei 19er-Schrauben pro Seilschaft empfehlen sich außerdem fürs Bohren der Abalakov-Eissanduhren. Schrauben mit über 20 cm Länge können zwar das Bohren solcher Eissanduhren erleichtern, man braucht sie aber in aller Regel nicht. Ganz kurze Schrauben (10 cm oder weniger) können hingegen bei schwierigen Unternehmungen vorteilhaft sein. Meine Empfehlungen: Black Diamond Express Ice Screw (bestens bewährt, solide, fairer Preis).

Und, wenn auch teurer und nicht ganz so haltbar: Petzl Laser Speed Light. Rohr und Lasche sind hier aus Aluminium, die Zähne aus Stahl. So wird ordentlich Gewicht gespart. Aber Achtung: Das Alurohr sollte nicht zu oft mit Fels in Berührung kommen – was sich im kombinierten Gelände allerdings nur schwer vermeiden lässt. Beide hier erwähnten Modelle sind sehr bissig, lassen sich gut schärfen, haben eine ausklappbare Kurbel und tragen im Ice-Clipper hängend wenig auf. Am besten markiert man seine Eisschrauben, damit sie der Kumpel nicht einsackt. Das geht gut mit Nagellack. Eine schöne Farbe ist zum Beispiel Gold-Glitzer, die Trends der Saison erfährt man im örtlichen Nagelstudio.

Das Rückzugsmaterial/Rettungs-Kit

Ein paar Reepschnüre (Prusikschlingen und Material zum Fädeln der Abalakov-Eissanduhren), ein kleines Messer, Tibloc, Eissanduhr-Fädler. Mein Fädler ist selbstgebaut, aus einer Fahrradspeiche. Ohne muss zwar auch gehen, aber wenn sich die Sanduhr sofort mit Wasser füllt oder das Seil direkt gefädelt werden soll, wird es meist schwierig.

Der Kletterhelm

Bitte kritisch prüfen: Sitzt der Helm auch mit Mütze satt am Kopf? Oder würde er bei einem seitlichen Anprall des Kopfes einfach weggeschoben werden? Viele Helme sitzen zu flach auf dem Kopf und können ihre Funktion als Sturzhelm damit kaum erfüllen.

Der Gurt und die Ice-Clipper

Logischerweise muss der Gurt auch mit warmen Klamotten passen. Das beinhaltet natürlich auch, dass die Materialschlaufen noch gut erreichbar sind und nicht zu weit hinten sitzen! Ein wichtiger Punkt ist die Positionierung der Ice-Clipper, der Kunststoff-Materialkarabiner für den Transport der Eisschrauben und Eisgeräte am Gurt (ich nenne sie Ice-Clipper, jeder Hersteller hat aber einen eigenen Namen dafür). Hierfür sollten am Gurt Durchführungen vorhanden sein, welche die Ice-Clipper gut fixieren (eine zusätzliche oder anderweitige Fixierung ist möglich, aber selten zufriedenstellend).

Zwei Ice-Clipper – einer links und einer rechts – sollten genügen. Sie sitzen außen auf der Hüfte, ungefähr dort, wo bei einer Hose die Naht verläuft. Weiter hinten sind sie nicht mehr einsehbar (häufige Ursache für Eisschraubenverluste) und eine Positionierung weiter vorne führt dazu, dass die Zähne der Eisschrauben beim Klettern in den Oberschenkel stechen! Mein bevorzugter Eisklettergurt ist der Edelrid Atmosphere, nicht zuletzt, weil bei diesem Modell die Ice-Clipper perfekt sitzen.

Die Spinner-Leash

Handschlaufen sind schon lange nicht mehr angesagt. Stattdessen werden bei alpinen Routen gerne Spinner-Leashes (elastische Fangschnüre) verwendet, um einen Verlust der Eisgeräte zu verhindern. Eine häufig gestellte und durchaus sinnvolle Frage lautet hier: Können die Spinner-Leashes auch einen Sturz halten? Ich denke, sie könnten einen kleinen „Rutscher“ schon halten. Allerdings hat ein recht kräftiger Bekannter von mir bei einem Sturz beide Äste seiner BD-Spinner-Leash zerrissen (Bruch des Bands im Karabiner). Wichtig: Wer sich zum Rasten in seine Leash setzen möchte, sollte ein Gerät deutlich über dem anderen einschlagen, um später den Griff des unteren Geräts erreichen zu können!

Die Seile

Für Eis- und Mixedklettergärten sind Einfachseile mit einer Länge zwischen 50 und 80 Metern ideal – je nach Gebiet. Für einfache Eisfälle mit Fußabstieg und einfache, kürzere Nordwandrouten bieten sich ebenfalls Einfachseile an, am besten mit 60 oder 70 Metern Länge und gerne etwas dünner (z.B. 8.9 oder 9,2 mm Durchmesser). Für anspruchsvolleres Gelände kommen meist Halb- oder Zwillingsseile mit 60 Metern Länge zum Einsatz. Meine Empfehlung: 60er Zwillingsseile (oder dünne Halbseile) und diese nur fürs Eisklettern verwenden. Im Felseinsatz geht die Imprägnierung recht schnell kaputt, und eine funktionierende Imprägnierung ist im Eis mehr als angenehm.

Die Notfallaurüstung

Handy, Stirnlampe und ein kleines Erste-Hilfe-Set (ideal: wasserdichte Tasche mit Wickelverschluss) sind mindestens mitzuführen. Ich habe öfters gehört, man könne mit einer Rolle Tape zur Not „alles machen“. Aber immer, wenn ich bei widrigen Bedingungen versucht habe etwas zu „kleben“, hat das Tape nicht gehalten. Oder man konnte es in der Kälte kaum mehr abrollen. Ein stabiler 2-Personen-Biwaksack kann im Notfall natürlich ebenfalls sehr hilfreich sein, ist aber auch schwer. Mit einer Rettungsdecke im EH-Kit und einer Isolationsjacke im Rucksack kann man bei der einen oder anderen Tour darüber nachdenken, ihn zu Hause zu lassen.

LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sollte man im Zweifelsfall natürlich mitnehmen bzw. erst mal ins Auto werfen und dann spontan entscheiden, wer was mitnimmt. Sind wir in einer Gruppe (mind. 4 Personen) unterwegs und gehen von langen Zustiegen mit nur kleinräumigen Gefahrenstellen aus, bietet sich evtl. auch folgender Kompromiss an: LVS-Gerät hat jeder, jeder zweite packt eine Schaufel ein, die andere Hälfte eine Sonde. Heikle Bereiche werden dann einzeln oder mit großen Abständen begangen.

Wandern

Höhenmessung mit GPS oder Barometer

8. September 2016
Tipps und Tricks

Viele von uns kennen es: man wandert den ganzen Tag in den Bergen oder fährt anstrengende Trails mit dem Mountainbike und am Ende weiß man ziemlich genau, wie viele Kilometer man gefahren bzw. gewandert ist, aber nicht wie viele Höhenmeter man überwunden hat. In den letzten Jahren haben die Hersteller von Outdoor-Hardware reagiert und entsprechende Höhenmesser in Uhren, Fahrradcomputer und GPS-Geräte eingebaut, welche in der Regel gleichzeitig die bewältigten Höhenmeter im Auf- und Abstieg zusammenzählen.

Dabei gibt es zwei grundlegende Arten der Höhenmessung. Die barometrische und die GPS-gestützte Höhenmessung. Wir nehmen beide Methoden unter die Lupe und verraten euch die jeweiligen Vor- und Nachteile!

Barometrische Höhenmessung

Die Grundlage dieser Methode ist der Luftdruck. Dieser wird mit Hilfe eines Barometers bestimmt, um daraus die Höhe zu ermitteln. Der Luftdruck sinkt dabei im Normalfall mit zunehmender Höhe – wie stark, lässt sich mit unserem Rechner für höhenabhängige Bedingungen ermitteln.

Ein Vorteil dieser Art der Messung ist ihre Genauigkeit bei stabiler Wetterlage und gleichbleibender Temperatur. Unter solchen Bedingungen ist der Fehler der Messung kleiner, als im Vergleich zu einer Messung per GPS. Der Nachteil dieser Methode hingegen ist, dass man einen Bezugspunkt braucht, also einen Punkt mit bekannter Höhe über Normalnull, an dem man den Luftdruck misst. Für diese im Vorfeld notwendige Kalibrierung eignen sich Berghütten ebenso wie Pässe, bei denen die tatsächliche Höhe aus dem vorliegenden Kartenmaterial bekannt ist. Wenn man sein Barometer an solchen Stellen gelegentlich nachjustiert, sind die Angaben bis auf wenige Meter genau.

GPS-basierte Höhenmessung

Wie der Name schon sagt, funktioniert diese Methode über das amerikanische Global Positioning System (GPS). Anhand der Signale verschiedener Satelliten in den Umlaufbahnen der Erden wird so die genaue Position des Gerätes bestimmt. Um jedoch eine Angabe über die aktuelle Höhe zu erhalten, benötigt der Empfänger dazu das Signal von mindestens 4 Satelliten. Die Genauigkeit dieser geodätischen Triangulation der eigenen Position hängt zudem maßgeblich von der Qualität des Signals ab. Stehen viele Satelliten zur Verfügung, so erhält man ein gutes Signal, da sich der Empfänger die besten, also stärksten Signale raussuchen kann. Empfängt man jedoch lediglich genau vier Satelliten, so kann es sein, dass die Angaben über Position und Höhe sehr stark von den tatsächlichen Werten abweichen.

Das liegt daran, dass sich das GPS-Signal physikalisch ähnlich wie Licht verhält. Wolken schwächen das Signal ab, tiefe Schluchten können den Empfänger sogar komplett isolieren. Auch ein dichter Wald kann das Signal schwächen. Ebenso kann das Signal an Wänden reflektiert werden. Derartige Einflüsse stören das Ergebnis der Positions- und Höhenbestimmung mitunter so stark, dass unterschiedliche Laufzeiten vom Signalgeber zum Empfänger entstehen. Unter Umständen führt dies zu tatsächlichen Positionsabweichungen von bis zu 100 Metern.

Welche Geräte sind nun besser?

Das kommt unserer Meinung nach ganz auf ihren Einsatzzweck an. Wir wollen einige Anforderungsprofile vorstellen und die dazu passende Methode vorschlagen:

Du willst wissen wie viele Höhenmeter du während einer Tageswanderung oder einem Ausflug mit dem Mountainbike überwindest:

Hier empfiehlt sich ganz klar die barometrische Methode. Dein Gerät misst in definierten Zeitintervallen den Luftdruck und bestimmt dadurch Höhenunterschiede und summiert diese. Bei halbwegs konstantem Wetter ist der Luftdruck eine verlässliche Quelle für Höhenberechnungen und absolut geeignet um die Höhenmeter zu summieren. Die tatsächliche Höhe ist bei solchen Touren in der Regel nicht das wichtigste, deswegen muss das Gerät auch nicht unbedingt am Anfang der Tour kalibriert werden.

Du machst tagelange Touren mit großen Höhenunterschieden (tausend Meter und mehr) und willst wissen, auf welcher Höhe du dich aktuell bewegst:

Für solche Unternehmungen würden wir dir eher zu einem GPS-basierten Gerät raten. Diese bestimmen die Höhe zwar teilweise mit einem Fehler von 20-25 Metern, allerdings wird deine Position stetig neu berechnet und der Fehler so in den meisten Fällen austariert. Bei einer barometrischen Messung kann es sein, dass das Gerät nach dem ersten Tag um 20 Meter falsch kalibriert ist, dann ist jede nachfolgende Messung auch um 20 Meter falsch kalibriert. Wenn man keine bekannte Position hat, in der man das Gerät neu kalibrieren kann, passiert es schnell, dass sich der Fehler fortsetzt und sich sogar noch vergrößert. Dann ist diese Messung schnell ungenauer als das GPS.

Du begibst dich auf Abenteuer, bei denen das Wetter und die Temperatur eine wesentliche Rolle spielen:

Wie bereits erklärt, haben Wetter und Temperatur großen Einfluss auf den Luftdruck. Schwankt dieser aufgrund der natürlichen Einflüsse, ist es empfehlenswert, sich auf das GPS zu verlassen. Andererseits haben manche Geräte eine Unwetterwarnung integriert: wenn der Luftdruck rapide fällt, hat das meist zur Folge, dass ein Tiefdruckgebiet im Anmarsch ist, welches häufig schlechtes Wetter mit sich führt. Einige Geräte warnen davor. Und auch darüber hinaus bietet ein Barometer für den versierten Berggänger eine zuverlässige Aussage über die zu erwartende Entwicklung der Witterung.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass barometrische Höhenmessung immer dann interessant ist, wenn man den Höhenverlauf einer Tour wissen will. Die Schwankungen sind einfach kleiner und die Genauigkeit ist besser. Um präzise Angaben zu ermitteln sollte man die Geräte aber möglichst vor jeder Tour kalibrieren. Bei langen Touren empfiehlt es sich, das Gerät zwischendurch mit Höhenangaben auf Hütten bzw. in den Karten abzugleichen.

Interessiert man sich hingegen eher für absolute Höhen, ist GPS die bessere Wahl. Solche Geräte müssen zudem nicht kalibriert werden, können jedoch gerade in sehr abgelegenen, isolierten (Berg-)Regionen kalkulierbare Messfehler produzieren. Abhilfe schaffen hier häufig Geräte mit kombiniertem GPS/GLONASS-Empfang. Das russische Pendant zu den amerikanischen Navigationssatelliten hilft, vor allem in eurasischen und asiatischen Regionen, gelegentliche Lücken im Satellitennetz auszugleichen.

Andere GPS-Geräte wiederum kombinieren die Vorteile der verschiedenen Methoden, indem sie barometrisch die Höhe messen, diese aber immer wieder mit den Daten aus dem GPS abgleichen.

Titelbild

Bouldern mit Kindern

7. September 2016
Tipps und Tricks

Wer hätte sich das als Kind nicht gewünscht: Eine Wand an der man Klettern kann und darunter eine dicke weiche Matte, die eigentlich fast jeden Sturz verzeiht. Für Kinder sind Boulderhallen ein Traum.

Aber was sollte man beachten und bedenken, wenn man mit Kindern in eine Boulderhalle geht? Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen.

Ab welchem Alter kann ein Kind Bouldern?

Die gute Nachricht: im Grunde ab jedem Alter. Kinder Klettern häufig noch instinktiv und verfügen über eine so gute Technik, dass wir Erwachsene nur neidisch mit den Ohren schlackern können – mal ganz zu Schweigen von der Beweglichkeit.

Allerdings sind die Boulder für die Größe der Erwachsenen geschraubt und die Griffe für Erwachsenenhände gemacht, das kann manchmal für die Kleinen etwas frustrierend sein. Daher haben viele Boulderhallen inzwischen eigene Bereiche oder Räume für Kinder eingerichtet.

Welche Boulderausrüstung brauchen Kinder?

Noch eine gute Nachricht: Beim Bouldern ziemlich wenig. Im Grunde braucht es nur ein Paar Schuhe und eine bequeme Hose. Bei den ersten Besuchen reicht es vollkommen die (sauberen) Schuhe aus dem Sportunterricht zu nehmen oder in der Halle Schuhe zu leihen. Entscheidet sich das Kind dazu, häufiger Bouldern zu gehen, kann man über eigene Schuhe nachdenken.

Diese sollte man nicht zu eng wählen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Kletterschuhe Schmerzen bereiten müssen. Das stimmt schon bei Erwachsenen nicht und bei Kindern schon gar nicht.

Kinderfüße befinden sich im Wachstum und sollten nicht unnötig malträtiert werden. Daher gibt es spezielle Kletterschuhe für Kinder. Diese sehen nicht nur schick aus, sie lassen sich häufig auch in der Größe anpassen.

Mit Kindern in die Boulderhalle

Boulderhallen sind ein kleines Paradies für Kinder. An den Wänden kann man hochklettern und auf dem Boden liegt eine dicke und wunderbar weiche Matte. Diese dämpft nicht nur jeden Sturz, auf denen kann man auch wunderbar herumtollen und rennen und hüpfen und wahnsinnig viel Spaß haben.

Und da auf den ersten Blick in Boulderhallen keine Gefahr zu erkennen ist (der Baum im Garten ist wesentlich höher und hat keine Matte darunter), neigen leider manche Eltern dazu ihre Kinder an der Matte abzugeben und sich auf einen Kaffee an den Tresen zu setzen. Dabei vergessen sie aber ein paar entscheidende Punkte oder wissen sie nicht.

Beim Bouldern klettert der Boulderer an seinem Limit – bis er abfällt. Das Fallen gehört beim Bouldern dazu. Daher auch die dicken Matten. Zwar können geübte Boulderer ihren Sturz einigermaßen steuern, so dass sie sich nicht verletzten, aber sie können nur bedingt darauf reagieren, was unter ihnen geschieht. Daher sollte der Sturzraum unter einem Boulderer immer freigehalten werden!

Ein 70kg schwerer Mann, der aus einer Höhe von 3m fällt, entspricht einem Gewicht von 210 kg – das ist ein ausgewachsenes Gorillamännchen. Das kann für ein Kind gefährlich werden. Also das Gewicht, nicht das Gorillamännchen.

Aber nicht nur für das Kind. Ein Kollege von uns stürzte beim Bouldern. Im Fallen sah er zum Glück noch das Kind unter sich und schaffte es auszuweichen. Durch die ungeplante Flugbahn landete er jedoch so unglücklich auf der Matte, dass er sich den Fuß verletzte. Wäre das Kind nicht dort gestanden, wäre er wie gewohnt gelandet und hätte die kommenden Wochen weiter Bouldern können.

Eltern müssen unbedingt in Boulderhallen darauf achten, dass ihre Kinder nicht unter den Boulderern hindurch laufen oder stehen. Leider hilft es nicht, es den Kindern einmal zu sagen. Viele Hallen haben daher inzwischen Regel geschaffen, die verlangen, dass sich Eltern immer gemeinsam mit ihren Kindern auf der Matte aufhalten und sie beaufsichtigen. In manchen Hallen oder Bereiche für Kinder gesperrt oder für diese reserviert. Einige Hallen verlangen auch, dass Kinder vor der eigenständigen Nutzung einen „Boulderführerschein“ machen.

Wer selbst nachrechnen will welche Kräfte sich bei einem Sturz entwickeln, kann dies mit dem Bergfreunde Aufprallkraft-Rechner tun.

Kindergeburtstag in der Boulderhalle

Viele Boulderhallen bieten die Möglichkeit, dort einen Kindergeburtstag zu feiern. In der Regel steht dann ein Raum zum Kuchenessen und ein Betreuer zur Verfügung. Dieser weiß nicht nur, welche Boulder in der Halle auch für Kinder geeignet sind, er oder sie kennen meist eine Reihe guter Boulderspiele, die den Kleinen den Sport näher bringen und den Nachmittag spannend gestalten. Allerdings variieren die Angebote in den Hallen. Einfach mal in der Halle Umfang und Kosten erfragen.

Gesundes Training

Bouldern und Klettern unterscheiden sind in der Belastung des Bewegungsapparates vom Klettern. Während das Klettern mehr Ausdauerkraft benötigt, ist beim Bouldern eher die Maximalkraft gefordert. Das macht das Bouldern gerade bei Jugendlichen sehr beliebt. Die Belastung der Sehen, Bänder und Gelenke ist jedoch wesentlich höher als beim Klettern.

Wenn Jugendlich anfangen regelmäßig zu trainieren, sollte man darauf achten, dass dies unter fachkundiger Anleitung geschieht um Überbelastungen und einseitige Belastungen zu verhindern.

Inzwischen bieten die meisten Boulderhallen Trainingsgruppen und Kurse für Kinder und Jugendliche an.

Mit Kindern zum Bouldern an den Fels

Noch schöner als in der Halle, ist es natürlich draußen Bouldern zu gehen. Dafür braucht es, im Gegensatz zum Klettern, nicht viel mehr, als in der Halle: Boulderblöcke, trockenes Wetter und ein Crashpad, schließlich liegen im Wald keine Matten herum.

In der freien Natur zu Bouldern ist nicht nur für Erwachsene eine tolle Erfahrung. Für Kinder kann der Wald zu einer wahren Spielwiese werden. Dabei lernen sie, neben dem Bouldern, im besten Fall auch noch die Bewegung an der frischen Luft zu lieben und wie man sich in der Natur bewegt ohne diese zu belasten.

Allerdings sollte man bei der Auswahl des Bouldergebietes die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Auf folgendes sollte man achten:

  • Der Zustieg sollte nicht zu lang und mühsam sein
  • Es sollten Boulder vorhanden sein, die in Höhe und Schwierigkeitsgrad für Kinder in Frage kommen
  • Die Boulder sollten sehr gute Landezonen haben
  • Im Sommer sollte das Gebiet ausreichend Schatten bieten

Viele Bouldergebiete geben inzwischen an, welche Gebiete für Kinder geeignet sind. Boulderspiele können helfen, das Bouldern für eine längere Zeit spielerisch interessant zu halten.

Fitness-Kalkulatoren für Läufer, Bike und Co.

Fitness-Kalkulatoren für Läufer, Biker und Co.

3. September 2016
Tipps und Tricks

Es soll ja Ausdauersportler geben, die gerne besonders genau über ihre Trainingsdaten Bescheid wissen wollen. Wie viele Kalorien habe ich verbraucht, wie ist mein Puls, wie schnell muss ich laufen und was muss ich trinken, damit ich nicht dehydriere? Sich dieses Wissen anzueignen ist für Fitness-Einsteiger oft schwierig und kommt vor allem mit der Erfahrung. Als kleinen Einstieg in die Thematik wollen wir euch daher unsere Kalkulatoren ans Herz legen, die euch einen guten Überblick geben dürften:

Gas geben – wie ist meine Pace?

GAR_2206Läufer rechnen ihre Geschwindigkeit selten in km/h, sondern nehmen dafür eher die sogenannte Pace als Richtgröße. Diese ist definiert als die Zeit, die man für einen Kilometer benötigt. So lassen sich vor allem Halbmarathon- und Marathonzeiten besser einschätzen, da deren krumme Kilometerzahl nicht wirklich gut auf km/h übertragen werden kann. Unser Laufgeschwindigkeitsrechner gibt dir an dieser Stelle einen Überblick, welches Tempo du für welche Zielzeit laufen musst und stellt sie in einer übersichtlichen Tabelle dar:

>> Laufzeiten berechnen

Aufs Herz hören – Der Puls

Sobald man sich als Ausdauersportler das erste Mal mit einem Trainingsplan auseinandersetzt, wird man auf Begriffe wie „Maximalpuls“ und „aerobe Zone“ hören oder auf komische Abkürzungen wie GA1 und WSA treffen. All diese Werte sind für ein pulsbasiertes Training äußerst wichtig, denn nur so kann man gezielt bestimmte Ausdauerarten trainieren. Letztendlich leitet sich jedoch alles vom Maximalpuls ab, für den es verschiedene Berechnungsmodelle gibt. Welche das sind, erfahrt ihr unter dem folgenden Link:

>> Hier geht’s zur Pulsbestimmung

Bike-_Pro-1830_highDie kleinen fiesen Kalorien

Oftmals ist die Intention hinter dem Sport relativ deutlich: Ich will Gewicht verlieren. Der erste Punkt bei dem angesetzt wird: Die Kalorien. Denn durch ein Kaloriendefizit nimmt man ab – soweit, so gut. Über einige wenige Parameter lässt sich also der tägliche Kalorienverbrauch relativ einfach und auch halbwegs genau herausfinden. Auf der anderen Seite ist zum Erbringen sportlicher Leistung Energie nötig. Um etwa zu wissen, wie ich mich bei einer mehrtägigen oder mehrwöchigen Trekkingtour zu verpflegen habe, kann es hilfreich sein, den ungefähren Kalorienverbrauch zu kennen, damit man nicht zu wenig isst und gegen die sprichwörtliche Wand läuft. In beiden Fällen kann unser Kalorien-Rechner Abhilfe schaffen:

>> Zum Kalorienrechner

Flüssigkeitsverluste ausgleichen – die individuelle Schwitzrate

Ihr kennt das sicher: Es ist mal wieder heiß ohne Ende und der Schweiß fließt nur so in Strömen. Klar, jetzt ist trinken angesagt. Aber wie viel eigentlich? Und sollte ich einfach nur Wasser in mich reinkippen? Zur letzten Frage: Nein! Denn durch den Schweiß verlieren wir wichtige Elektrolyte, so dass man gerade während des Sports auf eine ausreichende Zufuhr von Salz achten sollte. Bei der Beantwortung der ersten Frage hilft euch mal wieder einer unserer Kalkulatoren:

>> Die Schwitzrate bestimmen

Du hast noch nicht genug Zahlen, Fakten und Daten rund um Klettern, Outdoor und Sport? Dann klick doch mal bei unseren Kalkulatoren rein. Dort findest Du sicher auch das passende Tool für deinen Sport!

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Klettern im Kängurustyle Teil 1: Blue Mountains, Bungonia und Mt. Buffalo

30. August 2016
Tipps und Tricks

Für einen Europäer sind Känguru, Koala und Echidna ganz besondere, ungewöhnliche Tiere. Genauso anziehend sind für uns Kletterer die Felsen auf dem fünften Kontinent, ob leuchtende Sandsteinmauern der Blue Mountains, Schnörkelstrukturen der Grampians oder hauchdünne Felsnadeln im Meer. Australien ist der Traum vieler Kletterer, den auch wir uns in einem zweimonatigen Kletter-Roadtrip erfüllen wollen. Unsere Reise im Kängurustyle – große Sprünge, kleiner Beutel – stellte uns in vielerlei Hinsicht auf den Kopf…

Feuer und Eis

Während daheim die Eiswasserfälle wachsen, schmelzen wir am anderen Ende der Welt in der australischen Sommerhitze nur so dahin. Wir wechseln im Dezember von einem Extrem ins Andere. Noch schlimmer hat es kürzlich die Blue Mountains erwischt, denn unser erstes Kletterziel ist einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen. Anstelle der Farbkontraste von grünen Eukalyptuswäldern mit orange- roten Sandsteinfelsen fällt unser Blick auf eine traurige Mischung von Schwarz und Braun. Doch wir betrauern nicht nur die schöne Aussicht, vielmehr müssen wir zudem auf alle Klassiker im Gebiet verzichten, denn alle Zustiege zu den hohen Sandsteinmauern mit ihren langen Trad-Routen sind gesperrt. In großen, roten Buchstaben leuchtet uns überall ein unmissverständliches „DO NOT ENTER“ sowie die Androhung von 500$ Bußgeld bei Nichtbeachtung entgegen. Und da wir uns „down under“ nicht mit den Gesetzeshütern anlegen wollen, weichen wir also in die Sportklettergebiete der Blue Mountains aus. Zum Glück dürfen wir wenigstens hier am wunderbar rauen Fels Hand anlegen.

Psycho Killer

Zugegeben, ein paar kurze Linien für den Anfang sind ohnehin nicht ganz verkehrt. So starten wir unseren Kletterurlaub im kleinen Ort Blackheath, wo wir reichlich Auswahl an verschieden exponierten Wänden finden. Von Clockwork Orange über Shipley Upper und Lower bis zur Wave Wall und Centennial Glen gibt es eine gute Anzahl interessanter Sektoren mit genügend Routen aller Schwierigkeitsgrade. Doch wie sich bald herausstellt, ist der Fels gar nicht die Schwierigkeit: der steile Sandstein ist super griffig und hat genügend Leisten, Kanten und Ecken um in athletischen Bewegungen den Fels hinauf zu tanzen – was für eine Freude, wären da nicht die „Carrots„. Dank dieser speziellen „Technologie“ ist das Klippen in einer Sportkletterroute nervenaufreibender als Klettern an schlechten, mobilen Sicherungen! Anstelle von Bohrhakenlaschen lachen uns Metallstifte entgegen, über die wir „Carrots“ (so etwas wie mobile Laschen) stülpen müssen, bevor die Expresse eingehängt werden kann. Schnelles Klippen an einer heiklen Stelle? Unmöglich! Statt dessen fummeln wir nervös mit den kleinen, unhandlichen Carrots herum, die nur zu gern auf nimmer wiedersehen im Buschwerk unter der Wand verschwinden. Wer somit nicht (mehr) über genügend Carrots verfügt, muss sich mit den Metalldrähten der Keile aushelfen. Egal ob Lasche oder Keil, was macht es schon für einen Unterschied, wo die meisten Stifte sowieso verrostetet sind. Kurz gesagt, die „Sicherung“ ist für uns gewöhnungsbedürftig bis haarsträubend…. Psycho Killer (7a+) bringt’s auf den Punkt.

Es lebe der Klebehaken

Nach einigem Suchen und genauerem Hinschauen finden wir hier und da eine sanierte Linie mit Klebehaken, was für eine Erlösung! Die sanierten Linien sind zwar meist im oberen achten Grad aufwärts, aber die Schwierigkeiten nehmen wir zugunsten der guten Sicherungen gerne hin. Erst in diesen kraftzehrenden, pumpigen Routen können wir das Klettern so richtig genießen. Ob in den überhängenden „Henkelparaden“ an der Wave Wall oder in den Dächer im Sektor Centennial Glen, hier können wir unsere winterlich vernachlässigten Klettermuskeln auf Vordermann bringen. Mit ein paar wenigen Routen pro Tag sind Muskeln und Nerven trotzdem bedient, so bleibt genügend Zeit für ausführliches Sightseeing. Nachmittags klappern wir die schönsten Aussichtspunkte ab, von den Three Sisters über Govetts Leap bis zur Hassan’s Wall, von wo wir die einzigartigen orange-grauen Mauern bewundern dürfen. Vorerst nur nach dem Motto „Anschauen, nicht anfassen“- aber diese Wände sind definitiv ein Grund, um wieder zu kommen und wenn es eine Reise um die halbe Welt bedeutet.

Heimspiel

Weiter geht es in Richtung Süden, immer entlang der Superlative – von den schönsten Sandsteinfelsen zu den besten Kalkfelsen Australiens. (Was nicht unbedingt etwas bedeuten muss, zumal es in Australien nur wenig Kalkfelsen gibt, aber wo Bungonia so schön auf dem Weg liegt…) Für uns „Kalkspezialisten“ sollte das ja sowieso ein Heimspiel sein. Aber auch hier ist alles anders. Angefangen beim Zustieg, der ein Abstieg in die etwa 300 Meter tiefe Schlucht ist. Aufgrund der unsäglichen Hitze nehmen wir den angenehmen Teil der Tour nur allzu gern hin und stehen bald im schattigen, kühlen Canyon. Zu beiden Seiten erheben sich die glatten Kalkwände mit beeindruckenden Strukturen. Im Australien-Gesamtführer haben wir uns die Linie Red Supergiant (6b) ausgesucht, die einer offensichtlichen Felsrampe folgt. Als wir nach vier Seillängen erste Fixkeile mit Rückzugskarabinern finden, scheint der Routenverlauf nicht mehr ganz so offensichtlich. Die Sicherungen erfordern ein steigendes Maß an Phantasie, anstelle der angepriesenen Bäume müssen Sträucher für die Stände herhalten. Bald wird der kleinste Heidelbeerbusch mit einer Schlinge verziert und dankend in die Sicherungskette aufgenommen. Richtig abenteuerlich wird es kurz vor dem Ausstieg, wo der Fels „karwendlig“, also zunehmend brüchig wird. Erst kurz vor Dämmerung erreichen wir endlich den Ausstieg. War das nun Red Supergiant, eine neue Linie oder Georg’s Versuch mich umzubringen? Wir werden es nie erfahren.

Ein echter Ruhetag

Am nächsten Tag beschließen wir einstimmig einen Ruhetag einzulegen. Da kommt uns das Angebot unseres Zeltnachbarn gerade recht, eine Höhle zu erkunden. Gemeinsam studieren wir Wasserspiegel und CO2-Level der zahlreichen Höhlen, beeindruckend worauf man achten muss?! Die Höhle scheint wie eine neue, erfrischende Erfahrung. Kurz vor dem Abseilen in den engen Spalt erzählt uns Dave fast beiläufig einen Schwenk aus seinem Leben. Während des Studiums war er viel in Höhlen unterwegs, meist mit seinem Kumpel Ivan Milat, der später als „Massenmörder von Goulburn“ entlarvt wurde… wir sind also gerade dabei mit dem besten Kumpel eines Massenmörders in eine dunkle Höhle zu seilen? Für einen Rückzieher ist es zu spät. Im Dunkeln der engen Gänge wird aus meinem Unbehagen echte Panik. Der anstehende Engpass, durch den wir uns quetschen sollen, ist die beste Gelegenheit um abzuspringen.  „Jungs, ich warte hier auf euch!“ Als mich Georg bittet, die Ranger zu holen, falls er in 15 Minuten nicht zurück sein sollte, ist mein Puls bei 300. Die Jungs sind kaum weg, da ergreife ich die Flucht hinaus ins Licht. „Die eigene Haut retten und den Freund im Stich lassen, so eine bist du also,“ hallt Georgs erlöste Stimme kurze Zeit später aus dem dunklen Loch. Da ist nicht nur mir ein riesen Stein vom Herzen gefallen. In Zukunft bewegen wir uns doch lieber wieder zu zweit in der Vertikalen, ist irgendwie sicherer. Einen wirklichen Ruhetag für die Nerven bekommen wir demnach erst wieder am Mount Kosciuszko in den Snowy Mountains. Einfach nur einen Fuß vor den anderen setzen, eine Erholung, die uns ganz nebenbei den ersten Gipfel der Seven Summits einbringt.

Fakirbrett statt Campusboard

Nach so viel Kletterpause kribbelt es schon wieder in den Fingern. Nächster Halt sind die Blöcke am Mount Buffalo, wo wir wörtlich auf Granit beißen dürfen. Diese vergleichsweise kleinen Boulder von 15 bis 30 Metern haben es wirklich in sich. So unscheinbar die Routen auch aussehen, so verrückt sind ihre Kletterbewegungen. Die scharfen Granitblöcke haben etwas von einem senkrechten Fakirbrett. Nach wenigen Stunden haben somit die zahlreichen Hand- und Knieklemmer in den Rissen ihre Spuren hinterlassen. Aber je härter der Kampf um einen Block, desto breiter das Grinsen in unseren Gesichtern wenn wir oben stehen. Die paar blauen Flecken und Schrammen sind im Vergleich folglich nur Monty Python’sche „Fleischwunden“. Wie gut dass es bald wieder in „weichen“ Sandstein geht – zu den Grampians und an den berühmten Arapiles – sonst enden wir noch wie der berühmte schwarze Ritter …

Hier geht es weiter zu Teil 2

Mehr Fotos gibt’s auf www.d-on-r.de

Material
Tendon Master 7.8mm (Halbseile) und Tendon Hattrick 10.2mm (Einfachseil)
Onyx und Garnet, Helm Penta, Karabiner, Expressen
Totem Cams und Basic Totem Cams
Triop Tiger Kletterschuhe
Optimus Polaris Kocher (Benzin und Gas) mit Optimus Terra Lite HE Cook Set Töpfen
LEKI Micro Vario Carbon

Fahrtechnik-Tipps fürs Mountainbiken

Fahrtechnik-Tipps: Besser Mountainbiken

27. August 2016
Tipps und Tricks

Kurvenlage, Sattelhöhe, Körperverlagerung – Mountainbiken ist weit mehr als nur „Draufsetzen und losfahren“. Wer die Technik beherrscht, der hat weit mehr Spaß am Abfahren und kann auch steilere Anstiege mühelos bewältigen, ohne dass das Vorderrad nach oben schnellt. Unser Bike-Spezialist Markus hat für euch ein paar Tipps zusammengefasst, mit denen der nächste Ausritt garantiert noch besser gelingt!

Die Körperarbeit

Trotz Vollfederung und allen anderen technischen Spielereien, ist es nach wie vor nötig, den eigenen Körper beim Fahren aktiv mit einzusetzen. So hat man mehr Kontrolle und kann in Grenzsituationen schneller reagieren. Deshalb: Raus aus dem Sattel! Arme und Beine sind hier wichtige „natürliche“ Dämpfungselemente!

Vorausschauend fahren

Die Konzentration ist auf den meisten Strecken unterschiedlich gefordert. Auf Phasen der Anspannung, folgen meist Phasen der Entspannung. Es empfiehlt sich, den Blick zwischen zwei Meter vor dem Rad und so weit wie möglich nach vorne zu pendeln. Dadurch kann man rechtzeitig auf Hindernisse reagieren.

Bremsen – die wichtigste Fahrtechnik

Oftmals verkannt, aber eine richtig dosierte Bremskraft kann das Abfahren deutlich erleichtern. Bei losem Untergrund zum Beispiel, sollte man verstärkt die Hinterradbremse nutzen und gleichzeitig das Gewicht nach hinten verlagern. Bei Kurven ist die Vorderradbremse absolut tabu. Blockiert oder rutscht ein Rad, einfach die Bremse kurz öffnen.

Bremsbereitschaft

Immer einen Finger an der Bremse! So gelingt die Dosierung am besten und man kann in brenzligen Situationen schneller handeln. Übrigens: Schiebt man den Hebel um etwa zwei Zentimeter in Richtung Lenkermitte, erzielt man häufig eine effizientere Kraftübertragung.

Kurventechnik

Kurven sollte man immer im größtmöglichen Radius durchfahren. Also ganz außen anfahren, dann auf den inneren Scheitelpunkt ziehen und anschließend wieder nach außen tragen lassen. Das kurveninnere Pedal ist dabei stets auf 12-Uhr-Position und das kurvenäußere Pedal entsprechend in der 6-Uhr-Stellung, damit ein Aufsetzen verhindert wird. Während das Rad in die Kurve gedrückt wird, bleibt das Gewicht schließlich auf dem äußeren Pedal und der Körper wird möglichst aufrecht gehalten.

Serpentinen

Hier ist es besonders wichtig, das Gleichgewicht zu halten. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der minimale Radius des Bikes ausfällt, kann man einfach mal enge Kreise auf dem Parkplatz oder einer anderen ebenen Fläche fahren. Auch hier ist darauf zu achten, dass das kurveninnere Pedal oben ist.

Die richtige Sattelhöhe

In der normalen Fahrhaltung sollte die Sattelhöhe so eingestellt werden, dass die Fersen bei leicht gestrecktem Bein auf dem Pedal aufliegen. Je anspruchsvoller die Strecke wird, umso niedriger sollte auch der Sattel eingestellt werden um eine verbesserte Bewegungsfreiheit zu erreichen.

Baumwurzeln und kleinere Hindernisse

Generell sollte man immer im 90-Grad-Winkel über Hindernisse fahren, denn so hat das Rad keine Möglichkeit wegzurutschen. Über eine Gewichtsverlagerung lässt sich das Rad zudem entlasten, wodurch es leichter über das Hindernis rollt.

Bergabfahren

Die generelle Körperhaltung beim Bergabfahren sieht wie folgt aus: Füße parallel, Beine leicht gebeugt. Die Arme sind leicht angewinkelt und die Hände locker am Lenker – nicht zu verkrampft! Dadurch helfen Arme und Beine beim Federn. Der Körperschwerpunkt ist grundsätzlich hinten. Also: Po ordentlich rausstrecken. Wie weit, hängt wiederum vom Gefälle ab – in jedem Fall aber immer so weit, dass man weder in den Armen noch in den Beinen eine große Kraftanstrengung spürt.

Bergauffahren

Ja, auch hier gibt es einige technische Finessen, auf die es zu achten gilt. Jeder, der schon mal einen starken Anstieg fahren wollte und sich plötzlich mit einem abhebenden Vorderrad konfrontiert sah, wird das bestätigen können. Denn je steiler es wird, umso mehr Gewicht muss man auf das Vorderrad bringen, damit es auf dem Boden bleibt. Allerdings sollte man dabei sitzen bleiben, damit das Hinterrad seinerseits nicht durchdreht. Wird es richtig steil, kann man noch ein paar Zentimeter auf dem Sattel nach vorne rutschen. Hier ist ein wenig Feingefühl gefragt.

Und jetzt: Gute Fahrt!

Ich hoffe, dass dir meine Tipps weiterhelfen. Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du gerne einen Kommentar hinterlassen. Und wenn Du noch die passenden Klamotten, Ausrüstung oder das passende Bike suchst, wirst Du im Shop garantiert fündig. Viel Spaß im Gelände!

Bergfreunde.de Wander- und Trekkingkalkulatoren

Kalkulatoren für Trekking und Wandern

23. August 2016
Tipps und Tricks

In den Bergen unterwegs zu sein heißt auch immer, dass man zumeist mit schwer zugänglichem Terrain zu kämpfen hat, aus dem man im Falle eines Falles nicht so schnell herauskommt. Da kann es nicht schaden, wenn man im Vorfeld schon Bescheid weiß, wie lange die Tour dauert, welche Wegbeschaffenheit einen erwartet oder wie sich die Bedingungen in luftigen Höhen ändern können. Und wir wären nicht die Bergfreunde, wenn wir Dir hierbei nicht helfen könnten. Viel Spaß mit unseren hilfreichen Rechnern rund um alle wichtigen Kennzahlen beim Wandern und Bergsteigen.

Gehzeiten, Wegmarkierung und Maßstäbe

„Wann sind wir endlich am Gipfel?“, einer der Top-Ten Sätze für die Ewigkeit – zumindest in den Bergen. Die Antwort führt meist – weil grob falsch – zu großem Unmut in der Wandergruppe. Hier kann unser Gehzeiten-Rechner Abhilfe schaffen. Er orientiert sich an der DIN-Norm 33466 und hilft einzuschätzen, wie lange eine Tour oder ein Aufstieg in etwa dauern könnte.

>> Zum Gehzeiten-Rechner

Bergfreunde.de Wander- und Trekkingkalkulatoren (c) bergfreunde.deSollte man sich allerdings lieber auf die gute alte Karte verlassen wollen, dann sollte man zumindest wissen, was es mit Maßstäben auf sich hat und welcher Maßstab welcher realen Wegstrecke entspricht. Auch hier haben wir natürlich das passende Tool parat!

>> Zum Maßstab-Umrechner

Wer nicht zum ersten Mal in die Berge geht, kennt die farblichen Markierung, die sich gerade in den Alpen eigentlich an jedem Weg finden. Sie unterscheiden sich je nach Sportart und sind ein Indikator für die zu erwartenden Unwegsamkeiten. Vor allem aber, sind sie von Land zu Land leicht unterschiedlich, weshalb ein kurzer Blick auf die folgende Seite durchaus lohnenswert ist:

>> Zur Wegmarkierungstabelle (& SAC Skalen)

Wetter, Windchill und Hitzeindex

Hach, eine Bergtour kann so schön sein. Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein leichter Wind. Leider hat man nicht immer unbedingt eine Garantie für optimales Wetter und wer schon einmal auf 2000 Metern Höhe in einem Unwetter gesteckt hat, kann ein Lied davon singen, dass das kein schönes Erlebnis ist. Um solche Situationen vorauszusehen und zu vermeiden, kann ein barometrischer Höhenmesser hilfreich sein. Wie ihr aus ihm herauslesen könnt, wie sich das Wetter verändert, erfahrt ihr hier:

>> Barometrische Wetteränderung erkennen

Es blitzt und donnert in der Ferne – ein sicheres Zeichen, möglichst bald Unterschlupf zu suchen. Genauer gesagt: Am besten sofort. Aber wie weit ist das Gewitter eigentlich noch entfernt? Check unseren Gewitter-Rechner und hole dir wichtige Tipps, unter anderem darüber, was bei einem Gewitter in den Bergen zu beachten ist.

>> Zum Gewitterentfernungsrechner

Steigt die Wohlfühltemperatur über ein angenehmes Maß hinaus oder ist man generell in eher wärmeren Gefilden unterwegs, kann es hilfreich sein, wenn man ungefähr weiß, wie sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die gefühlte Temperatur auswirken. Denn Hitzeschäden sind nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wie sich der sogenannte Hitzeindex zusammensetzt und hilfreiche Tipps für Touren bei hoher Wärme könnt ihr hier nachlesen:

>> Zum Hitzeindex-Rechner

Vielen ist der Begriff „Windchill“ geläufig. Er beschreibt den Effekt von Wind auf die gefühlte Temperatur. Unser Kalkulator rechnet für euch aus, wie sich diese bei unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten verändert. Außerdem findet ihr einen kleinen Ratgeber, was bei Unterkühlung zu tun ist.

>> Zum Windchill-Kalkulator

Bedingungen in der Höhe und die Frage nach der richtigen Stocklänge

Wegmarkierungen in den Bergen kennen!
Was passiert eigentlich mit der UV-Strahlung, der Temperatur oder dem Luftdruck, wenn wir an Höhe gewinnen. Klar, der erste Wert steigt, die anderen beiden fallen.  Aber um welchen Betrag? Wenn wir z.B. von 1000 auf 2000 m ü.NN. aufsteigen, steigt die UV-Strahlung um satte 20%. Ganz schön ordentlich, oder? Unser Kalkulator hilft dabei, die äußeren Bedingungen besser einzuschätzen:

>> Wie verändern sich die Bedingungen in der Höhe?

Wandern, Ski alpin, Langlauf, Nordic Walking: Vier Disziplinen, bei denen man in aller Regel ein paar Stöcke dabei hat. Beim Kauf stellt sich immer wieder die Frage: Wie lange müssen die eigentlich sein? Hier die Antwort: Kalkulator aufrufen, Körpergröße und Sportart eingeben, fertig.

>> Zum Stocklängen-Rechner

Ihr habt noch Fragen oder es fehlen euch noch Informationen? Schreibt uns gerne einen Kommentar oder schaut auch mal bei unseren anderen Kalkulatoren rein, die ihr auf der folgenden Seite finden könnte:

>> Die Bergfreunde-Kalkulatoren

Wichtige Kennzahlen rund ums Rad (c) Bergfreunde.de

Bergfreunde Bike-Rechner: Wichtige Kennzahlen rund ums Rad

11. August 2016
Tipps und Tricks

Wer viel Fahrrad fährt weiß, dass man aus so ziemlich jedem Thema eine Wissenschaft machen kann. Das fängt beim vergleichsweise einfachen Ausrechnen der Rahmenhöhe an und endet bei der Wahl des richtigen Luftdrucks, der sowohl bei Rennradfahrern als auch Mountainbikern immer wieder für Diskussionsstoff sorgt. Damit ihr für den nächsten Tech-Talk optimal aufgestellt seid oder einfach nur für euch selbst wichtige Kennzahlen herausfinden könnt, haben wir einige Online-Rechentools für euch entworfen, die spielend leicht bedienbar sind. Eine echte Hilfe im Biker-Alltag!

Luftdruck und Wattzahl für Rennradfahrer

Länger unterwegs, nasse Fahrbahn, richtig kalt oder etwa alles auf einmal? Damit ihr in etwa wisst, wie viel Luftdruck euer Reifen für die kommende Tour haben muss, um optimale Traktion und Komfort zu bieten, könnt ihr in unserem Luftdruck-Rechner für Rennradreifen alle wichtigen Werte inklusive eures Gewichts eintragen und wisst direkt Bescheid.

>> Zum Kalkulator für den Reifendruck

Ambitioniertere Rennradfahrer trainieren oft Anhand der Wattzahl. Wattmesssysteme sind allerdings sehr teuer und wer schon Unsummen für einen Carbonrenner hergibt, will nicht unbedingt gleich denselben Beitrag nochmal investieren. Hier kann unser Watt-Rechner Abhilfe schaffen. Der funktioniert freilich nur auf einer möglichst standardisierten Strecke, hier sind die Werte allerdings annäherungsweise passabel.

>> Hier gehts zum Wattrechner

Singletrail-Skala und Reifendruck – wichtige Daten für Mountainbiker

Gerade für Mountainbike-Rookies ist es schwer, das eigene Können richtig einzuschätzen. Wichtig zu wissen: Wie sehen die Trails aus, auf denen ich mich bewegen möchte. Als Hilfestellung hierfür wurde die Singletrail-Skala installiert, die von S0 (sehr leicht) bis S5 (extrem schwer) reicht und als Orientierung dienen soll.

>> Zur Singletrail-Skala

Wer schon länger im Gelände fährt weiß, dass der Reifendruck auch im MTB-Sport eine wichtige Rolle einnimmt. Es ist hier allerdings deutlich schwieriger, passende Werte auszuspielen, da es auf zu viele einzelne Faktoren ankommt: Bodenbeschaffenheit, Fahrradmodell, Reifenbreite, um nur einige zu nennen. Daher gibt es hier auch keinen Rechner, sondern lediglich Tipps, die bei der Wahl des passenden Reifendrucks helfen.

>> Tipps für den richtigen Reifendruck

Allgemeine Fahrrad-Kalkulatoren

Für Tourenräder ist es wiederum relativ leicht, einen ungefähren Richtwert für den Reifendruck zu ermitteln, da man in der Regel auf Schotter oder Asphalt unterwegs ist und es weniger auf Traktion und vielmehr auf Fahrkomfort ankommt.

>> Reifendruck für Tourenräder

Vor dem Kauf eines neuen Bikes stellt sich in der Regel die Frage nach der passenden Rahmenhöhe. Der wichtige Faktor ist hier die Schrittlänge sowie die Art des Fahrrads. Um schnell an die passenden Werte zu kommen, nutzt einfach unseren Kalkulator.

>> Zum Rahmenhöhen-Rechner

Und zum Schluss noch zwei Helfer für Hobbyschrauber: Mit unserem Kettenlängenrechner ist es ganz leicht, die richtige Anzahl an Gliedern herauszufinden – auch ohne dass man die alte Kette vorliegen hat. Wer sich an das Einspeichen von Laufrädern heranwagen möchte, dem hilft unser Speichenlängenrechner, der gleich mit einer Anleitung für die klassische Dreifachkreuzung daherkommt.

>> Kettenlänge berechnen

>> Tipps zum Einspeichen von Laufrädern

Fazit

Alles dabei, was Fahrradliebhaber brauchen – mit unseren Kalkulatoren und den dazugehörigen Begleitartikeln seid ihr definitiv gut aufgestellt und könnt beim nächsten Radl-Stammtisch mit neuem Wissen glänzen oder seid schlicht und ergreifend vor der nächsten Tour optimal eingestellt. So macht Radeln richtig Laune!

Schaut doch mal auf unserer Übersichtsseite vorbei. Dort haben wir noch weitere Kalkulatoren, z.B. fürs Klettern, Wandern und viele andere Outdoor-Sportarten!

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Slackline spannen ohne Bäume – alternative Befestigungen

7. August 2016
Ausrüstung, Tipps und Tricks

Es ist Sommer und passend zum guten Wetter soll eine Slackline gespannt werden. Das ist eigentlich kein Problem. So denn man zwei ausreichend dicke und starke Bäume hat. Denn spätestens wenn die Laterne vor dem Haus quer über die Straße liegt und Omas Wäscheleine aus Kruppstahl auch schon nicht mehr ganz gerade steht, wird klar: Beim Slacklinen wirken extreme Kräfte auf die Befestigungspunkte. Wie hoch diese bei welchem System genau sind, könnt ihr mit unserem neuen Kalkulator ermitteln:

>> Zum Fixpunktbelastungs-Rechner für Slacklines

Wie also bekommt man eine Slackline auch ohne Bäume gespannt, ohne zu Hause und in der Nachbarschaft einen erheblichen Flurschaden anzurichten?

Mit dem richtigen Material ist das gar nicht mal so schwer. Denn wer über die entsprechenden Erd– oder Bodenanker oder über die notwendigen Gestelle verfügt, der kann eine Slackline problemlos auch ohne Baum befestigen. Glaubt ihr nicht? Hier kommt der Beweis!

Kräfte, die von einer Slackline ausgehen

Beim Slacklinegehen wirken nicht zu vernachlässigende Kräfte. Daher ist es wichtig, dass nicht nur die eigentliche Line, sondern auch die umgebende Technik sowie die Ankerpunkte stark genug sind, um den Belastungen standhalten zu können. Um also Alternativlösungen zur Befestigung an Bäumen zu finden und diese dann auch sinnvoll nutzen zu können, empfiehlt es sich, diese Kräfte zu kennen und zu verstehen, wie sie entstehen.

Die erste und sicherlich am einfachsten zu verstehende Kraft ist die Vorspannung. Also die Kraft, die beim Spannen der Slackline entsteht. Eine weitere Kraft entsteht durch das Gewicht des Slackers sowie dem Durchhang der Slackline. Zusätzlich gibt es noch eine dynamische Kraft, die sich auf das System auswirkt. Diese entsteht durch die Bewegungen des Slackers und steigt mit dem Grad der Aktivität. So fallen diese Reaktionskräfte zum Beispiel bei Sprüngen deutlich höher aus, als beim einfachen Gehen und Drehen.

Mit Hilfe unseres hierfür entworfenen Kalkulators lassen sich die Fixpunktbelastungen beim Slacklinegehen einfach und schnell berechnen. Hierdurch ist es möglich, die wirkenden Kräfte vor der Montage einer Slackline zu kennen und abschätzen zu können, ob der potenzielle Ankerpunkt auch der Belastung standhalten wird.

Slacklinegestelle

Ganz ohne fremden Ankerpunkt kommen jedoch Slacklinegestelle aus. Diese praktischen und selbsttragenden Systeme können streng genommen überall aufgestellt werden. Die Slackline wird dann zwischen zwei Fixpunkten mittels integrierter Ratsche gespannt. Gestelle dieser Art sind entweder aus Metall oder Holz gefertigt und bestehen zumeist aus mehreren Modulen, was eine platzsparende Aufbewahrung ermöglicht. Ein gutes Beispiel ist hierfür das Slackrack von Gibbon. Dieses dreiteilige Set ermöglicht den Aufbau einer 2 oder 3 Meter langen Line.

Da es sich hierbei generell um autarke Systeme handelt, werden keine weiteren Fixpunkte benötigt. Die Gestelle sind so gebaut, dass sie auf ebenem Untergrund sicher stehen und einfach zu handhaben sind. Somit eignen sich Slacklinegestelle bestens für den Einsatz im Fitnessbereich. Aber auch für Schulen, Vereine oder Familien sind Systeme dieser Art eine gute Alternative zur herkömmlichen Art eine Slackline zu spannen. Ein großer Vorteil ist hierbei selbstverständlich, dass diese Systeme ohne Berücksichtigung der Statik eines Gebäudes auch Indoor verwendet werden können. Ob Kinderzimmer, Fitnesskeller oder Turnhalle, für diese Lines findet sich eigentlich immer ein geeigneter Platz.

Befestigung mit Erdankern

Wer seinem Hobby allerdings lieber auf dem heimischen Rasen oder in Parks nachgeht, dort aber keine geeigneten Fixpunkte findet, der sollte sich einmal die freistehenden Lösungen mit Erdankern näher anschauen. Systeme dieser Art gibt es von zahlreichen Herstellern. Alle am Markt erhältlichen Modelle basieren jedoch auf dem gleichen Prinzip: Zwei Erdanker werden in den Boden geschraubt, daran wird die Slackline montiert und mittels zweier Rahmen auf die gewünschte Höhe gebracht. Danach muss nur noch die Slackline vollständig aufgespannt werden und der Spaß kann beginnen.

Das Praktische hierbei ist, dass die Länge der Slackline beliebig gewählt werden kann. Auch die Höhe der Line lässt sich beeinflussen. So können entweder Rahmenmodule in der gewünschten Höhe verwendet werden oder auch Module untergestellt werden, bei denen zwischen mehreren Spannhöhen gewählt werden kann. Wird das System nicht mehr gebraucht, kann es vergleichsweise schnell abgebaut und klein verstaut werden. Die Erdanker hinterlassen bei sachgerechter Anwendung nahezu keine Spuren im Untergrund. Somit eignen sich Systeme wie das Frameline-Set von Slackline Tools bestens für alle Slacker, die ihrem Sport möglichst mobil auch ohne Bäume nachgehen wollen.

Befestigungsmöglichkeiten für Sport- und Kletterhallen

Da sich Systeme, die mit Erdankern aufgebaut werden, natürlich nur im Freien verwenden lassen und Bäume eher selten in Turn- und Kletterhallen wachsen, stellt sich die Frage: Wie kann man auch Indoor eine lange Slackline spannen?

Besteht das Gebäude aus starken Betonwänden ist das in der Regel kein Problem. Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Anker und Befestigungsmöglichkeiten. Diese werden zumeist mit mehreren Schwerlastankern in einer Wand verschraubt. So kann mittels dauerhaft angebrachter Wandhaken eine Line problemlos von der einen zur anderen Wand gespannt werden. Dies funktioniert aber nur, wenn die Wände stabil genug sind und erfordert möglicherweise die Einschätzung eines Statikers.

Gerade für Turn- und Sporthallen gibt es aber auch noch weitere interessante Befestigungsmöglichkeiten. Ähnlich dem Aufbau mit Erdankern kann eine Slackline an den Bodenverankerungen für Reckstangen etc. befestigt werden. Um an Höhe zu gewinnen, werden dann zwei kleine Kästen mit einer speziellen Kastenauflage untergeschoben. Diese Aufbaumethode ist gerade für Schulklassen oder Vereine sehr gut geeignet. Dadurch, dass die Slackline an beiden Enden über einen Kasten läuft, erleichtert es den Kindern zumeist den Start auf der Slackline erheblich. Darüber hinaus kann der Aufbau einfach und schnell bewerkstelligt werden, da die bereits bestehende Infrastruktur einer Halle genutzt wird und keine dauerhaften Installationen notwendig sind.

Fazit

Eine Slackline ohne Bäume zu spannen ist nicht unmöglich. Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Systeme und Methoden. Ob für drinnen oder draußen, für klein oder groß, für Anfänger und Profis, es gibt am Markt nahezu nichts, was es nicht gibt. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren grade auch für den Therapiebereich Slacklinesysteme entwickelt, die nach Unfällen oder bei chronischen Erkrankungen für mehr Beweglichkeit sorgen sollen. Auch muss eine Slackline nicht immer mit der altbekannten Ratsche gespannt werden. Diese sind bei Komplettpaketen zwar oft im Lieferumfang enthalten, können aber auch mit dem geeigneten Material durch einen Ellington-Flaschenzug ersetzt werden. Wie das genau funktioniert und was dabei die Vor- und Nachteile sind, verrät euch Fritz Miller in seinem Artikel.