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Skitouren in den deutschen Mittelgebirgen

Deutschland aufs Dach gestiegen – Skitouren in den Mittelgebirgen

9. Februar 2017
Tipps und Tricks

Winterzeit ist immer auch Skitourenzeit. Was könnte man sich wohl auch besseres vorstellen, als ein paar Stunden in einer großartigen Winterlandschaft zu verbringen, Berge zu erklimmen und dann über unverspurte Hänge durch feinen Pulverschnee wieder ab zu fahren. Je nach Wohnort ist ein solches Vorhaben aber oft mit einer nicht unerheblichen Anreise verbunden. Aus diesem Grund schauen wir heute einmal über den Tellerrand des Alpenhauptkamms hinaus und nehmen uns ganz gezielt die bekanntesten und beliebtesten Skitourenreviere in deutschen Mittelgebirgen vor.

Mittelgebirgsskitouren – Vor- und Nachteile

Skitouren in den deutschen MittelgebirgenWer nun ungläubig schaut und sich fragt, ob Skitouren in deutschen Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald, Fichtelgebirge oder dem Bayerischen Wald überhaupt Spaß machen, dem sei ein großes „Jawohl!“ entgegen geschmettert. Freilich sieht eine Skitour am Feldberg anders aus als am Silvrettahorn, ist ja klar. Aber dennoch haben die Touren in den Mittelgebirgen ihren ganz eigenen Reiz. Einer der größten Vorteile liegt darin, dass Mittelgebirgsskitouren deutlich variabler sind als Touren im Hochgebirge. Während man in den Alpen in aller Regel einmal aufsteigt und dann direkt wieder ins Tal abfährt, sieht das in den Mittelgebirgen ein wenig anders aus.

Hier sind die Aufsteige und somit auch die Abfahrten meist deutlich kürzer als in den Alpen. Somit ergibt sich zum einen die Möglichkeit, deutlich kürzere Touren zu machen und trotzdem ein Gipfelerlebnis mit nach Hause zu nehmen. Zum anderen kann man die Tour auch beliebig verlängern, indem man in ein anderes Tal abfährt und den Berg gleich noch einmal erklimmt. Dies ist gerade auch für Gruppen interessant. Denn während schwächere Personen bereits zum gemütlichen Beisammensein in der Hütte übergegangen sind, können Leistungsstärkere problemlos nochmals einen Aufstieg dranhängen.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Erhebungen in den Mittelgebirgen nicht selten zu weiten Teilen bewaldet sind. Auch die Hangneigungen sind in der Regel weniger extrem als in den Alpen. Hierdurch ergibt sich zumeist eine stabil niedrige Lawinengefährdungsstufe. Das heißt natürlich nicht, dass man die Lawinenlage in den Mittelgebirgen völlig außer Acht lassen sollte. Auch hier gehört eine anständige Tourenplanung ebenso dazu, wie eine komplette Lawinenausrüstung. Aber dennoch ist die Gefährdung durch Lawinen in Erzgebirge, Bayrischem Wald und Co. deutlich geringer als in den Alpen. Wo macht es am meisten Spaß und wie sind die Eigenheiten der jeweiligen Region? Wir haben hierzu einmal vier Mittelgebirge ausgesucht, in denen der Begriff Skitour schon lange kein Fremdwort mehr ist.

Bayerischer Wald – „dreiviertel Jahr Winter, viertel Jahr kalt“

Auch wenn dieser Spruch aus dem Volksmund vielleicht ein wenig verallgemeinernd ist, gibt er trotzdem Aufschluss über das, was man im Bayerischen Wald erwarten kann. Viel Winter und viel Schnee. Der Bayerische Wald ist ca. 100 Kilometer lang und liegt zu weiten Teilen im Regierungsbezirk Niederbayern.

Der Große Arber ist mit 1456 m. ü. M. der Höchste Berg des Mittelgebirges. Gerade in kalten Wintern kann das Thermometer hier schon einmal -30 °C zeigen. Auch Schneehöhen von 3 Metern sind hier keine Seltenheit. Für den Wintersport sind das selbstverständlich beste Voraussetzungen. Kein Wunder also, dass neben dem alpinen Skifahren und Langlaufen auch das Skitourengehen immer beliebter wird.

Der Bayerische Wald ist im Sommer ein stark frequentiertes Wandergebiet. Doch auch im Winter gibt es zahlreiche Gipfel, die problemlos mit Tourenskiern erklommen werden können. Die Schwierigkeit variiert von Tour zu Tour. Dabei ist es egal, ob man selbst eher aufstiegs- oder abfahrtsorientiert ist, wählt man nur die richtige Tour, kommt jeder voll auf seine Kosten. Gerade die Regionen um Großen Arber, Rachel und Dreisesselberg sind beliebte und lohnenswerte Skitourenziele.

Da der Bayerische Wald generell ein beliebtes Urlaubs- und Ferienziel ist, kann man sich auch abseits des Wintersports auf zahlreiche Freizeitmöglichkeiten freuen. Meist ist der Weg zur nächsten Therme nicht weit und man kann nach einem gelungenen Skitag die Seele baumeln lassen und im warmen Wasser entspannen.

  • Region: Niederbayern
  • Höchster Berg: Großer Arber 1456 m. ü. M
  • Alternativer Wintersport: Ski Alpin und Langlaufen

Erzgebirge – Skispaß zwischen Deutschland und Tschechien

Das Erzgebirge liegt an der deutsch-tschechischen Grenze. Die Staatsgrenze verläuft nördlich der Kammlinie, wodurch der Keilberg, der höchste Gipfel des Erzgebirges, mit seinen 1244 m. ü. M. in Tschechien liegt. Der höchste deutsche Gipfel des Erzgebirges ist der Fichtelberg mit 1215 m. ü M.

Das Erzgebirge gilt als verhältnismäßig schneesicher und so ist es kaum verwunderlich, dass auch dort in den Höhenlagen mehrere Wintersportgebiete zu finden sind. Gerade in der Region Fichtelberg / Keilberg gibt es zahlreiche Liftanlagen und Langlaufloipen. Außerdem gewinnt auch das Skitourengehen immer mehr an Bedeutung.

Oberwiesenthal ist dabei sicherlich einer der wichtigsten Anlaufpunkte auf der deutschen Seite. Von hier aus gibt es mehrere lohnende Touren mit unterschiedlicher Länge und in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Nicht selten überschreitet man bei diesen Touren die grüne Grenze zu Tschechien. Je nach Tour ist man mal in Deutschland, mal in Tschechien, wer weiß das schon immer so genau. Auf jeden Fall ist man aber auch in einer großartigen Landschaft unterwegs und kann sich Zeit nehmen die (internationale) Bergwelt zu genießen. Darüber hinaus sind auch die Skitourenreviere um Johanngeorgenstadt ein lohnendes Ziel.

  • Region: Sachsen / Böhmen
  • Höchster Berg: Keilberg (Klínovec), Teschechien (1244 m. ü. M.)
  • Höchster Gipfel auf dt. Seite: Fichtelberg (1215 m. ü M.)

Fichtelgebirge – von Schneeberg bis Ochsenkopf

Skitouren in den deutschen MittelgebirgenIm Nordosten Bayerns gelegen, überschreitet das Fichtelgebirge ebenfalls die Grenze von Deutschland und Tschechien. Der höchste Berg ist der Schneeberg (1051 m. ü. M.), dessen Namen bereits Aufschluss über seine gute Wintersporttauglichkeit gibt.

Mit einer Fläche von rund 1600 Quadratkilometern ist das Fichtelgebirge die kleinste Region in unserer Liste. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei um eine ausgezeichnete Wintersportregion handelt. Neben mehreren Skigebieten und Loipen gibt es auch hier zahlreiche Skitouren, die eine nähere Betrachtung wert sind –
ein sehr beliebtes Ziel ist der Ochsenkopf.

Mit seinen 1024 Metern kann der Berg problemlos von Bischofsgrün aus bestiegen werden. Wer auf dem Gipfel noch nicht ausgelastet ist, für den ist zusätzlich auch Abfahrt und Aufstieg auf der Südseite zu empfehlen. Doch auch die anderen Erhebungen des Fichtelgebirges sind ein lohnendes Skitourenziel und so ist es kein Problem je nach Trainingsgrad und Können eine geeignete Skitour zu finden.

  • Region: Bayern / Tschechien
  • Höchster Berg: Schneeberg (1051 m. ü. M.)
  • Skitourenziel: Ochsenkopf (1051 m. ü. M.)

Schwarzwald – mit Bollenhut und Skihelm

Der Schwarzwald ist das größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands. Darüber hinaus hat es mit dem Feldberg (1493 m. ü. M.) gleichzeitig den höchsten deutschen Mittelgebirgsgipfel zu verzeichnen. Gerade die Höhenlagen des Schwarzwalds können in guten Wintern stattliche Schneemengen verzeichnen und gelten daher als relativ schneesicher.

Seit jeher ist der Schwarzwald eine sehr beliebte Ferienregion und dementsprechend auch touristisch gut erschlossen. Der klassische Wintersport im Schwarzwald ist das Langlaufen sowie der alpine Skilauf. Seit gut zehn Jahren nimmt jedoch auch hier die Zahl der Skitourengänger deutlich zu, wodurch sich vor allem die Feldbergregion zu einem beliebten und viel besuchten Skitourengebiet entwickelt hat.

Im Schwarzwald gibt es zahlreiche lohnende Skitouren. Von einfachen und vergleichsweise kurzen Touren mit wenigen Höhenmetern und gemäßigten Hängen, bis hin zu steilen Abfahrten und anspruchsvollen Aufstiegen ist hier alles dabei, was das Herz des Tourenskigängers höher schlagen lässt. Die höchsten Erhebungen befinden sich im Südschwarzwald und so ist es kaum verwunderlich, dass auch hier die bekanntesten und beliebtesten Skitouren zu finden sind. Gerade die Gipfel Feldberg, Belchen, Herzogenhorn und Kandel werden regelmäßig von Skitourengängern besucht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Runden und sogar eine mehrtägige Schwarzwalddurchquerung.

  • Region: Baden-Württemberg
  • Höchster Berg: Feldberg (1493 m. ü. M.)
  • Alternativer Wintersport: Langlaufen, Ski Alpin

Unterm Strich…

Auch in deutschen Mittelgebirgen kann man zahlreiche schöne und interessante Skitouren machen. Je nach Gebiet und Tour sollte hier für nahezu jeden Anspruch das Richtige dabei sein. Mit der Literatur für Skitouren sieht es leider für manche Gebiete recht dürftig aus. Sofern vorhanden können die Skitouren- und Wanderführer von Rother, die Karten von Kompass sowie die Karten der jeweiligen Landesvermessungsämter zur Tourenplanung hergenommen werden.

Darüber hinaus hat dieser Artikel nicht den Anspruch vollständig zu sein. Auch auf genaue Tourenbeschreibungen haben wir zugunsten eines weit gefassten Überblicks verzichtet. Wenn ihr also euren bevorzugten Skitourenspot vermisst, dann hinterlasst und doch einfach einen Kommentar, wo es euch an Tiefschneetagen hinzieht. Wir sind gespannt, was ihr so zu berichten habt!

Solotour-Titelbild

Was es bei der ersten Solo-Tour zu beachten gibt

26. Januar 2017
Tipps und Tricks

Als ich das erste Mal alleine loszog in die wunderschöne Fjell-Welt des Rondane Nationalparks, trieb mich die Abenteuerlust, ein Stück Norwegens für mich allein zu entdecken. Ganz laut klopfte mein Herz, als ich an dem von großen Steinen markierten Anfang des Wanderwegs in Mysuseter stand und den ersten Schritt in Richtung Ungewissheit setzte. Der Rucksack war schwer, das Wetter schlecht und mein Kopf erfüllt mit einem Gemisch aus Verzücktheit und riesiger Nervosität.

Was ist es, das Trekking-Fans am Solo-Wandern reizt? Das autarke, selbstbestimmte Unterwegssein? Die ganz andere Wahrnehmung von allem, was einen umgibt? Ein viel intensiveres Abenteuer als zu zweit oder in der Gruppe? Jeder, der allein loszieht, hat seine Gründe dafür.  Und jeder macht vor allem am Anfang wertvolle Erfahrungen und vielleicht auch Fehler, die einen Schritt für Schritt dazulernen lassen. Ich möchte Euch, als angefixter Solo-Touren-Geher, ein bisschen Wissen, ein paar Tipps und einige hoffentlich wertvolle Ratschläge mit auf den Weg geben, wenn Ihr überlegt, Eure erste Solo-Tour zu planen.

Dieser Artikel fußt auf Erfahrungen, die ich auf meinen Solotouren in Norwegen gemacht habe. Manches ist daher vielleicht nicht unbedingt universell, vor allem wenn man nicht im Norden Europas auf Tour gehen möchte. Dennoch sind die wichtigen Komponenten bei der Vorbereitung immer dieselben: Organisation (Wegplanung und Ausrüstung), körperliche Fitness und mentale Stärke. Diese Punkte möchte ich in meinem kurzen „Ratgeber“ anschneiden – wenn auch nur sehr oberflächlich, denn sie könnten ein ganzes Buch füllen.

Allein ins Ungewisse – ist das überhaupt was für mich?

Natürlich gibt es Aspekte, die erstmal beängstigend sind, wenn man die erste Solo-Tour plant. Wer hilft mir, wenn etwas passiert? Wie komme ich damit klar, keinen Gesprächspartner zu haben, mit dem ich mich austauschen kann? Was mache ich abends alleine im Zelt? Ist es ein Problem, als Frau allein unterwegs zu sein?

Zunächst einmal ist es schon Voraussetzung, dass man grundsätzlich mit der eigenen Gesellschaft oder, im Extremfall, absoluter Einsamkeit kein Problem hat. Um dies herauszufinden, reicht schon eine kleine Wochenendtour alleine. Es gibt auch viele „Hybrid-Typen“ von Wanderern, die tagsüber gern allein sind, aber es dennoch schätzen, sich abends auf der Hütte austauschen zu können und die Sicherheit in der Gesellschaft Anderer genießen. In so einem Fall kann man z.B. einen im Sommer stark frequentierten Weg wie den Kungsleden oder West Highland Way wählen. Menschen, die absolut nicht allein sein können, ist eine Solowanderung nicht zu empfehlen. Wohl aber denen, die es lernen wollen.

Sicherheit allein auf Tour

Mehrere Male hörte ich, meist von Deutschen, die Frage „Ist es nicht gefährlich, als Frau allein zu wandern?“ Auf Skandinavien bezogen, habe ich als Frau bisher bei meinen Touren nicht eine brenzlige Situation erlebt. Frauen auf Tour sind nirgends normaler als dort. Etwas mehr Angst hatte ich vor den ca. 50 Bären, die es in Norwegen gibt, aber auch diese war im Nachhinein absolut unbegründet. Die Aufmerksamkeit bei der Vorbereitung kann also getrost auf andere Themen konzentriert werden.

Zum Beispiel darauf, wie ich mich wirklich absichere, wenn mir etwas passieren sollte – egal ob Männlein oder Weiblein. Dass ein solcher Notfall gar nicht erst eintritt, dafür kann man mit Umsicht und gesundem Menschenverstand schon viel tun. Der norwegische Wanderverband DNT hat dies in seinen „Fjellvettreglene“, den Sicherheitsregeln, aufgefasst. Mein Bergfreunde-Kollege Simon, selbst erfahrener Solo-Langstreckenwanderer, hat diese Regeln und noch viele andere nützliche Tipps in einem seiner Blogartikel „Alleine im Fall der Fälle – die Notfallvorsorge auf Solotouren“ beschrieben, den man sich vorher unbedingt zu Gemüte führen sollte. Ergänzend zu den Sicherheitsregeln sei noch gesagt, dass man an einen Trek eher defensiv herangehen, also das eigene Können nicht zu hoch einschätzen sollte. Lieber zunächst einen eher leichten Weg wählen. Selbstüberschätzung hat leider schon zu vielen Notfällen geführt.

Ein gut sortiertes Erste-Hilfe-Set gehört in jedes Gepäck, und man sollte sich nicht scheuen, dieses gut auszustatten. Wer ein paar Gramm einsparen möchte, sollte dies nicht bei der Ersten Hilfe tun. Ebenfalls ein geniales Teil: der SPOT Sender. Mit ihm hat man die Möglichkeit, regelmäßig seine Lieben daheim per Knopfdruck zu informieren, dass es einem gut geht. Im Notfall kann man ein internationales Signal absetzen, das eine Rettungsaktion einleitet. So ist man auch unabhängig vom evtl. fehlenden Netzsignal oder vom Handy, dessen Akku schnell mal leer sein kann.

Organisation 1 – die Routenplanung

Möchte man das erste Mal allein trekken gehen, ist eine Sahara-Durchquerung, eine klassische Fortgeschrittenen-Tour wie im schwedischen Sarek oder ein ungewisser Alleingang in unbekanntes Terrain á la „Into the Wild“ vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert. An vielen Ecken hört man den Satz „Abenteuer beginnt da, wo Planung aufhört“. Wenn es ein Motto gibt, das sich Solo-Wanderer nicht zu Herzen nehmen sollten, dann dieses. Meiner Meinung nach ist sorgfältige Planung und Vorbereitung erst die Voraussetzung für ein Abenteuer allein. So detailliert man auch plant, es werden ohnehin genug ungeplante Dinge auf Tour passieren und es gibt viele Faktoren, die man überhaupt nicht beeinflussen kann. Daher ist es wichtig, die Dinge, die man planen und beeinflussen kann, auch vorher selbst in die Hand zu nehmen. So zum Beispiel die Route:

Zunächst sollte man sich die relevanten Papierkarten besorgen, denn sich nur auf Elektronik zu verlassen, ist definitiv ein Unsicherheitsfaktor. Bei längeren Touren, wie ich sie letzten Herbst auf dem Nordkalottleden gemacht hatte, empfiehlt es sich, ein „Roadbook“ anzulegen –  also die geplante Route von Start bis Ziel in Tagesetappen einzuteilen und Tag für Tag in einer Exceltabelle zu erfassen. Pro Woche kann man mindestens einen Ruhetag planen, mit Vorbehalt auch mehr. Es schadet nicht, zu jeder Etappe auch zu recherchieren, wo man eventuell abbrechen könnte, wann Busse/Züge fahren oder wo die nächste große Straße (Trampen) ist. Auch Telefonnummern der Hütten oder Öffnungszeiten von Supermärkten kann man sich dort notieren. Weitere Faktoren sind außerdem: Gibt es unterwegs Hütten? Wo muss ich eventuell zelten? Wie lang möchte ich meine Tagesstrecken gestalten? Für einige Weitwanderwege, z.B. Kungsleden, Jakobswege, West Highland Way,…  gibt es umfangreiche Führer, die einem diese Entscheidung mehr oder weniger abnehmen. Diese Wege sind daher für Einsteiger sehr zu empfehlen.

Organisation 2 – Die Verpflegung

Auch Wanderer, die gerne kurze Touren gehen, wissen worauf es unterwegs ankommt: kohlenhydratreich muss das Essen auf Tour sein und dabei möglichst wenig wiegen. Je länger die Tour ist, desto wichtiger wird dies. Immerhin liegt der Tagesbedarf bei einem Vielfachen des üblichen im Alltag. Daher ist auch der anfängliche Eindruck, man esse zu viel etc., völlig unbegründet. Beliebt sind Schokolade, Nüsse, Trockenobst oder Energieriegel, die einen müden Körper schnell wieder auf Zack bringen. Vollwertige Mahlzeiten zaubern viele Trekker aus Polenta oder Haferflocken – eben alles, was nicht lang kochen muss und so nicht zu viel Brennstoff verbraucht. Bei mir bestand das Frühstück aus Müsli von 100 g Flocken, Nüssen, Leinsamen, Rosinen oder getrockneten Cranberries, Ovomaltine, 2 EL Milchpulver und je nach Lust und Laune Kokosflocken oder Schokostreusel. Die Müsli-Tagesrationen habe ich vor der Tour zu Hause in kleine Gefrierbeutel ( 1 l) abgewogen und abgepackt. Mittag bestand meist aus einer Kombination aus Riegeln, Schokolade und Minisalamis. Zum Abendbrot gab es ein gefriergetrocknetes Fertiggericht und Schokolade zum Nachtisch. Wer einen Dörrautomat hat, kann sich die Trockennahrung natürlich selber herstellen – das spart Geld und Gewicht. Insgesamt habe ich mit ca. 700 g Essen pro Tourentag gerechnet.

Sieht es so aus, als würde die Lage zur Nachverpflegung auf der Strecke eher spärlich, so ist das Vorschicken von Verpflegungspaketen eine Überlegung wert. Generell ist das Tragen von Essen und Karten für zwei Wochen (Erfahrene schaffen es auch drei Wochen) am Stück durchaus machbar. Spätestens dann sollte ein Supermarkt zum Nachkaufen von Essen angesteuert werden (vorher Öffnungszeiten notieren!). Pakete können beispielsweise in bewirtschafteten Hütten, Jugendherbergen oder Postämtern postlagernd abgeholt werden. Diese sollte man dann vor der Tour rechtzeitig anschreiben und vom Vorhaben berichten. Hat man das Go, gilt es, das Paket gut zu kennzeichnen. Im Paket enthalten sein können die Lieblingsschokolade, Lieblingsnüsse, Wanderkarten, Ersatz-Gaskartuschen, gefriergetrocknete Trekkingnahrung uvm.

Apropos: da man auf Solo-Touren natürlich alles allein schleppen muss, empfiehlt sich die gefriergetrocknete Trekkingnahrung – sie spart Platz und Gewicht, ist einfach und blitzschnell zubereitet und stellt dennoch einen Teil der Nährstoffe und Kalorien bereit, die man an einem langen Tag benötigt. Meine Favoriten sind hier Bla Band, Lyo Food und Real Turmat, wobei letztere auch beim Packmaß gut punkten. Bedacht werden sollte nur, dass ein Gericht lediglich um die 550 kcal hat. Die lassen sich durch Kombination mit etwas Butter/Öl, Schokolade und Nüssen jedoch problemlos aufstocken ;-)

Organisation 3 – die Ausrüstung

Vor allem im Norden, wo Wetterverhältnisse in Minutenschnelle umschlagen können, ist die richtige Ausrüstung unverzichtbar und meiner Meinung nach sogar sicherheitsrelevant. Eine Ultralight-Ausrüstung mit Tarp und Co. finde ich hier Fehl am Platz. Man könnte nun seitenlang sinnieren, daher möchte ich hier nur die ganz wichtigen Dinge aufzählen. Hochwertige, wasserdichte Oberbekleidung (Gore-Tex Pro oder Dermizax NX) und atmungsaktive Baselayer (Merinowolle) sowie auf jeden Fall ein warmes Teil (Strickjacke / Primaloftjacke / Fleece) müssen dabei sein. Ein vom Wandertag erschöpfter Körper friert schneller, zudem kann es vor allem im Spätsommer bereits empfindlich kalt werden. Mein „Luxusstück“ auf Tour ist daher meine dicke Daunenjacke, die ihr Gewicht absolut wert ist. Auch wenn warmes Wetter vorhergesagt ist, wandert diese Jacke in mein Gepäck. Bei den Schuhen ist eine gute Sohle wichtig, eine bequeme, auf die Füße abgestimmte Passform und viel Halt für die Knöchel. Ob man sich im klassischen Trekkingstiefel wohl fühlt, sollte jeder selbst vorher testen und entscheiden. Eine Gore-Tex Membran ist praktisch beim Durchwaten von Flüssen und Matschgebieten, um die Füße trocken zu halten.

Beim Schlafen setze ich auf eine möglichst ausgewogene Mischung aus geringem Gewicht und Komfort. Mein Zelt, das Fjellheimen Superlight 2 Camp von Helsport, ist superleicht, dafür ist meine Isomatte schwerer, da ich es hier lieber gemütlich mag. Der Schlafsack sollte genug Reserven für eine Nacht mit Minusgraden haben.

Der Rucksack muss maximal bequem sein und zur jeweiligen Körperanatomie passen (vor allem bei Frauen wichtig; vorher unbedingt Probetour machen!). Eine Faustregel besagt, dass nicht mehr als ¼ des Körpergewichts getragen werden dürfen. Muss man also für 14 Tage Essen tragen, sollte man schon tief in sich gehen, um zu schauen, was man WIRKLICH braucht und was nicht, um den Körper nicht noch mehr zu strapazieren. Am wichtigsten ist, dass man die „großen 4“ (Zelt, Isomatte, Rucksack, Schlafsack) vom Gewicht so gering wie möglich hält, ohne an Komfort und Robustheit einzubüßen – eine Gratwanderung, die man mit guter Ausrüstung durchaus schaffen kann.

Ein unangenehmes, aber leider unvermeidbares Thema als Frau ist die Hygiene auf Tour. Wenn man damit nicht schon vertraut ist, lohnt es vielleicht, sich mit dem Thema Menstruationstasse auseinanderzusetzen – sie kann unterwegs einiges erleichtern.

Was ich auf Tour bevorzugt mitnehme, kannst Du in meiner Packliste (Packliste Nordkalottleden, PDF) einsehen. Sie dient aber nicht als Vorgabe, sondern lediglich als kleine Inspiration, wie man es machen kann.

Körperliche Vorbereitung

Ein starker, ausdauernder und leistungsfähiger Körper macht auf Solo-Tour vieles einfacher. Es macht einfach wesentlich mehr Spaß, Landschaft und Bewegung zu genießen, wenn man nicht ständig an der eigenen Leistungsgrenze kratzt. Entscheidet man sich bewusst dafür, viel Gewicht zu tragen, ist es wichtig, seinen Körper über die Monate vor der Tour gezielt auf diese Belastung vorzubereiten – muss man doch wortwörtlich alles allein stemmen. Man tendiert dazu, die Wichtigkeit des Trainings zu unterschätzen, und teilweise ist es tatsächlich so, dass vieles, vor allem Beinkraft, während der Tour mit der Belastung von selbst aufgebaut wird. Ich habe mich im Vorfeld meiner Touren sehr auf die Beine konzentriert und dabei andere Dinge im Nachhinein gesehen vernachlässigt – zum Beispiel die Füße.

Auf den Füßen lastet das gesamte Gewicht, sie tragen einen über Stock und Stein und leisten auf Tour Schwerstarbeit. Die Fußmuskeln durch Fußgymnastik, Barfußgehen (oder Barfußschuhe) und Wanderungen in flexiblen Schuhen im Vorfeld zu stärken, ist somit sehr wichtig. Auch Balancieren auf einem Balancekissen stärkt die Bänder und Sehnen der Knöchel.

Meine Trainingsroutine bestand aus zwei Komponenten: Krafttraining und Ausdauertraining. Für die Ausdauer lief ich nicht nur regelmäßig, sondern machte auch lange Rennradausfahrten, welche den Körper an eine stundenlange Belastung bei relativ niedrigem Puls gewöhnten.

Für die Kraft half mir das NLX Training an der Uni Tübingen sehr. Es enthält viele Komponenten des als Trendsportart bekannten Crossfit und hielt unzählige Möglichkeiten bereit, Beinkraft und Core-Stärke aufzubauen. Ausfallschritte mit oder ohne zusätzliches Gewicht, Kniebeugen, verschiedene Übungen mit Rundgewichten (Kettlebells), Feuerwehrschlauchtraining oder Hämmern auf Traktorreifen sorgten dafür, dass der Schweiß in Strömen lief. So fiel es mir schon wesentlich leichter, den schweren Rucksack auf meine Schultern zu bekommen oder gezielt mit den Trekkingstöcken zu arbeiten.

Mentale Komponente

Alleine auf Tour zu gehen, kann Segen und Fluch zugleich sein. Segen, weil man alle Entscheidungen allein treffen kann, wie es einem selbst in den Kram passt. Ich brauche fünf Minuten, um die perfekte Einstellung für dieses eine Foto zu erreichen? Kein Problem. Heute spontan Lust auf einen Pausentag? Geschenkt. Das gegenseitige Rücksichtnehmen, Absprechen und gemeinsam Entscheiden, wenn man mit Wanderpartner unterwegs ist, fällt in jeglicher Hinsicht selbstredend weg. Durch die fehlende Fixierung auf einen Partner nimmt man auch die Umgebung anders wahr. Der Fokus verschiebt sich z.B. von einem Gespräch mit dem Compagnon und den damit verbundenen Gedanken hin zu einer intensiven Wahrnehmung der Natur, der Stille, die einen umgibt. Man fühlt sich allein viel kleiner und demütiger. Man geht anders auf seine Mitmenschen zu (sofern vorhanden). Dies ist auch der Aspekt, den ich selbst am allein Wandern am meisten genieße.

Natürlich kann man diese schönen Momente, die perfekten Zeltplätze oder die Freude über die gemeisterte Etappe mit niemandem teilen. Man muss außerdem die Konsequenzen für Fehlentscheidungen tragen und sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen, wenn es mal gar nicht läuft. Meiner Erfahrung nach war das Alleinsein immer in solchen Momenten am schwersten. Man muss sich selber motivieren, weiterzugehen, und realisieren, dass solche Momente genauso zum Tourleben gehören. Das ist manchmal alles andere als einfach. Die Flucht ins Selbstmitleid scheint leicht und im schlimmsten Fall möchte man manches Mal alles hinschmeißen. Es hat wohl jeder seine ganz eigenen Methoden zur Selbstmotivation. Egal ob man an die nächste Tafel Schokolade denkt, die man bald vernichten kann, oder ans nächste Etappenziel. Wenn gar nichts mehr geht, baut man eben sein Zelt auf, der nächste Tag sieht dann meistens schon anders aus.

Never quit by impulse

Ganz wichtig ist es, sich in solchen Momenten vor Augen zu führen, warum man das Ganze in erster Linie überhaupt gerade macht und machen will – sein großes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Eine alte Weitwandererregel besagt auch „Never quit by impulse“. Die Entscheidung, abzubrechen sollte man gut reifen lassen und nicht beim ersten Hindernis gleich die Flinte ins Korn werfen. Der Stolz, ein solches überwunden und die Herausforderung angenommen zu haben, ist ein unbezahlbares Gefühl. Trotzdem sollte man hier abwägen und tief in sich hineinhorchen, denn es hilft einem gar nichts, durch heillose Überforderung oder Schmerzen vielleicht mehr Risiko einzugehen als nötig und sich auch noch in eine ernste Notsituation zu manövrieren.

Ebenfalls kann es schwierig sein, auf einmal ganz viel Zeit zu haben. Zeit, seine Gedanken zu Dingen schweifen zu lassen, die im Alltag mit all der Arbeit, Sport und anderen ablenkenden Hobbys unter der Oberfläche verbleiben. Wenn diese Reize wegfallen, werden auf einmal ganz andere Dinge wichtig. Vergessen geglaubte Erlebnisse und Gedanken bahnen sich ihren Weg nach außen. Das kann schön und befreiend sein, aber auch wehtun. Zwischen „Wander-High“ und „Wander-Blues“ liegen dann manchmal nur ein paar Minuten, vor allem, wenn man nach 8 Stunden Wandern und 10 Stunden Schlafen immer noch 6 Stunden zum Vertrullern hat. Dann kann es sein, dass man mehr über sich selbst lernt, als einem zunächst lieb ist. Wie sagt man so schön: es macht was mit einem. Behält man im Hinterkopf, dass all dies passieren kann und auch zum allein Wandern dazugehört, hat man sein mentales Gepäck eigentlich schon gut beisammen.

God Tur!

So viel Spaß die Tourplanung auch macht, irgendwann will man den Plan Plan sein lassen und endlich den Wanderweg unters Profil nehmen – „don’t talk the walk, walk the walk“ heißt es dann. Dort zählt dann nur eines: der Spaß am Unterwegssein und Freude an der Natur. Und wenn die Vorbereitung stimmt, steht dieser wahren „Turglede“ nun wirklich nichts mehr im Weg!

Teleskopstöcke. Foto: Leki

Teleskopstöcke zum Wandern und Bergsteigen

25. Januar 2017
Ausrüstung, Kaufberatung, Tipps und Tricks

Wozu braucht man eigentlich Teleskopstöcke und welcher ist der Richtige für mich? Bergfreunde Pro-Team Mitglied Fritz Miller hat die wichtigsten Infos für Euch zusammengestellt: Mit Stöcken geht man sicherer und effizienter, im Abstieg werden die Kniegelenke entlastet. Bei Touren mit schwerem Gepäck sind Stöcke Standard, genauso wenn man mit Tourenski oder Schneeschuhen unterwegs ist. Beim Winterwandern ohne Schneeschuhe und auf Hochtouren, bei denen man auf eher flachen Gletschern geht, sind Stöcke auch sehr angenehm. Persönlich habe ich bei den klassischen Hochtouren meist einen einzelnen Stock dabei. Wer einigermaßen fit und gesund ist, sollte aber nicht ständig mit Stöcken gehen – sonst leidet wahrscheinlich das Gleichgewicht. Sommerliche Wanderungen gehen gut mal ohne, gleiches gilt für Spaziergänge in der Oberstdorfer Fußgängerzone.

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Sicherheit auf Reisen, Foto: Norbert Blank

Sicher(heit) auf Reisen – Backpacking-Tipps aus der Praxis

20. Januar 2017
Tipps und Tricks

„Die Welt ist ein gefährlicher Ort …“ heißt es im Vorwort zum Handbuch Reisesicherheit des Hamburger Experten Sven Leidel. Naturkatastrophen, Kriminalität und terroristische Gefährdung sind hier nur einige der markanten Schlagworte der letzten Jahre. Was für die meisten Reisenden jedoch von weitaus größerer Bedeutung ist, dass sind die kleinen Dinge des Alltags, denen man hierzulande genauso begegnet, wie in den vermeintlich unsicheren Ländern des Globalen Südens. Ob einfacher Taschendiebstahl oder kultureller Fauxpax – die Palette ist breit gefächert. Die Zielsetzung dieses Artikels soll es folglich sein, mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen und gleichfalls praxisorientierte Handlungsempfehlungen zu liefern.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Was für kulturell interessierte Reisende vermutlich zum Standard gehört, ist für andere unvorstellbar: eine kurze Länderkunde vor dem eigentlichen Antritt der Reise. Was sich trivial anhört, kann einem vor Ort das Leben deutlich erleichtern. Wie verhalte ich mich auf einem Basar? Wie feilsche ich richtig? Welche Kleidung ist in welchen Landesteilen angemessen? Sind beispielsweise Röcke oder kurze Hosen ein absolutes No-Go? Solche und andere Fragen lassen sich demnach mit wenig Aufwand bereits im Vorfeld klären und ersparen dem Unwissenden im Zweifelsfall peinliche bis teure Momente. Vor allem im Kontext einer sehr stark durch die Religion geprägten Gesellschaft können so gängige Alltagskonflikte vermieden werden. Darüber hinaus bieten die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes eine solide Grundlage für jeden bevorstehenden Auslandsaufenthalt – auch zum Thema gesundheitliche Risiken, Impfungen, Einfuhrbeschränkungen und so weiter.

Die Mär von der hohen Kriminalität

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ja, die Kriminalitätsrate wird in vielen beliebten Reiseländern meist als hoch bewertet. Vor allem Lateinamerika und der afrikanische Kontinent kommen hier in der Regel schlecht weg. Taschendiebstähle und Raubüberfälle zählen folglich zu den am meisten gefürchteten Risiken. Die übliche Frage lautet also „… aber ist es da nicht gefährlich?“ – wie dem auch sei, meine Antwort wäre in jedem Fall die selbe: Ein angepasstes Verhalten vor Ort trägt bereits massiv dazu bei, sich selbst nicht zu einer Zielscheibe für Gauner und Banditen zu machen. Also versuche ich mich einigermaßen lokaltypisch zu kleiden und nicht groß aufzufallen. Trägt der unbedarfte Reisende also seine dicke Armbanduhr, die teure Sonnenbrille und idealerweise noch das Smartphone offen zur Schau, könnte ich mir auch gleich eine Leuchtreklametafel mit der Aufschrift „Beklaut mich“ auf den Rücken schnallen. „Stay under the radar“ lautet die Divise! Sei aufmerksam, jedoch nicht paranoid.

Genauso wenig sortiere ich mein Geld auf einem örtlichen Markt oder trage mein Portemonnaie sichtbar mit mir rum. Eine Büroklammer mit kleinstmöglichen Scheinen in der vorderen Hosentasche (z.B. wenige 1$ Dollar Scheine – eine Währung, die in vielen Ländern gern gesehen ist), hat sich hier in der Praxis bewährt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich auch einen Gürtel mit geheimen Geldfach anschaffen. Diese besitzen einen kleinen Reißverschluss auf der Innenseite, hinter dem sich weitere Scheine sicher verstecken lassen. Und natürlich nicht zu vergessen (wie auch hierzulande): beim Geld abheben darauf achten, dass man gerade auf belebten Plätzen nicht aus nächster Nähe beobachtet wird oder sonst irgendwelche Auffälligkeiten am Automaten selbst auf Manipulationen hinweisen.

Angepasstes Verhalten und kleine Tipps aus der Praxis

Wie bereits angedeutet, stellt das eigene Verhalten den Grundbaustein für sicheres Reisen dar. So laufe ich nicht halbbetrunken alleine nachts durch Bangkok Downtown, vermeide auf meiner Tourenplanung Elendsviertel in Johannesburg, nutze an Ampeln die Innenverriegelung meines Leihwagens, betrete keine heiligen Tempel mit Schuhen oder trage Symbole meines christlichen Glaubens in gewissen Stammesgebieten mit mir herum (ja, alles schon erlebt). Komme ich allerdings auf die Idee, das Erste nach meiner Landung am Flughafen Timbuktu sollte es sein, im Hawaiihemd die 800 Euro Spiegelreflexkamera zu zücken, um archäologisch wertvolle Ruinen zu knipsen, kann ich mir fast sicher sein, noch vor der Ankunft im Hotel das erste mal überfallen worden zu sein. Das ist jetzt zwar alles ein bisschen überspitzt formuliert, der Grundgedanke jedoch bleibt.

Darüber hinaus sollte man je nach Land und Region aufpassen, nicht jedes Ereignis zu bagatellisieren. Ich erinnere mich hier an aufgebrachte Warenhändler, zwielichtige Polizisten und grundlose Straßensperren im Nirgendwo. Viele solcher Situationen können uns, wenn wir ihnen mit europäischer Überheblichkeit begegnen, schneller zu einer Nacht im Knast führen, als uns lieb sein kann. Geduld, Einsicht (oder Nachsicht) und eine ruhige, souveräne Körpersprache führen hier meist eher zum Erfolg als Lautstärke und Konfrontation. Hin und wieder soll gar das Entrichten einer gewissen Ermöglichungspauschale wahre Wunder bewirken und vermeintlich festgefahrene Auseinandersetzungen zur beiderseitigen Zufriedenheit unbürokratisch lösen können. Hier sei jedoch Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt (keinesfalls würden wir ein solche Vorgehen empfehlen, noch gut heißen)!

Ausrüstungsgimmicks für Jedermann

Last but not least muss es ja auch nicht immer gleich das exotische Reiseziel fernab der ausgetretenen Pfade sein. Ein schöner Städtetrip – ob Mexiko City oder Shanghai (Geschmäcker können ja durchaus variieren) – stellt uns vor ganz andere Herausforderungen. Zwar gilt auch hier wieder das Gebot der kulturellen Angepasstheit, allerdings können uns kleine Ausrüstungsgimmicks, vor allem in solchen Megacitys, das Leben leichter machen. So gibt es zum Beispiel Rucksäcke und Daypacks mit integriertem Schnittschutz (etwa von Pacsafe).

Andere Taschen, Beutel und Organizer wiederum sind mit einem sogenannten RFID Schutz versehen. RFID steht für Radio Frequency Identification und ermöglicht per speziellem Lesegerät das Auslesen bzw. ebenso den Diebstahl sensibler Daten (z. B. Kredit- und Zugangskarten) via elektromagnetischer Wellen auf bis zu einen halben Meter Reichweite. Diese Technologie ist vor allem in asiatischen Großstädten schon relativ weit verbreitet und öffnet Kriminellen Tür und Tor für das kontaktlose Entwenden wertvoller persönlicher Daten. Der Geschädigte bekommt seinen Verlust so schlimmstenfalls gar nicht mit. Spezielle RFID Blocker Geldbeutel oder Wertsachentaschen schützen hier durch speziell abgeschirmte Fächer.

Weiterhin sind Bekleidungsstücke mit Reißverschlüssen sowie Gegenstände mit kleinen Karabinerverschlüssen auf Reisen immer eine gute Wahl. Verschwindet der über alle Maßen wichtige Reisepass etwa nicht-sichtbar in einem Buchumschlag im Rucksack? Perfekt! Habe ich mein Handy in der hinteren Hosentasche? Schlechte Idee! Robuste Zip-Beutel sind nicht nur wasserdicht (und damit besonders für Flugtickets, Reisedokumente und Kopien davon! geeignet), sondern lassen sich ebenfalls leicht in jedem Rucksack verstauen. Darüber hinaus versuche ich, meine Wertsachen auf mehrere Gepäckstücke, Taschen oder gar eingenähte Extra-Fächer zu verteilen. Versteckte Reißverschlussfächer und kleine Zahlenschlösser für größere Reisetaschen sind ebenfalls Dinge, auf die man achten kann. Ist man in einem Hotel untergebracht, sollte man hier einen meist verfügbaren Safe benutzen.

Wichtig jedoch: Versuche Wertvolles nicht noch wertvoller aussehen zu lassen und vermeide dadurch regelrechte Einladungen zum Diebstahl. Meine Kamera trage ich also nicht in einer großen, teuren Extra-Tasche mit mir rum, sondern verstaue diese sicher (z. B. in einem T-Shirt eingewickelt) in meinem Tagesrucksack. Der Trick lautet: Alles was nicht innerhalb weniger Augenblicke entwendet werden könnte, schreckt potentielle Diebe ab. Alles was gar nicht erst von außen sichtbar ist – noch besser! Abgesehen von diesen Tipps und Tricks heißt es wie so oft im Leben: Kopf einschalten, kurz nachdenken, sich nicht verrückt machen und im Zweifelsfalls auch mal auf sein Bauchgefühl hören.

Farbenfrohe Klamotten zum Bouldern von 3rd Rock

Mit Liebe, Farbe und Herzblut – die 3rd Rock Philosophie

11. Januar 2017
Tipps und Tricks

Das junge britische Label für nachhaltig und fair produzierte Climbwear setzt modische und funktionelle Akzente in der Kletterszene. Mit seinem individuellen Style und den ausgefallenen Schnitten und Designs bringt es einen erfrischenden Schwung Farbe und viele raffinierte Details in modischer Bekleidung für Kletterer und Kletterinnen.

Farbenfrohe Klamotten zum Bouldern von 3rd Rock

Als hauptverantwortliche Kraft hinter 3rd Rock steht die professionelle Modedesignerin und Schneiderin Jessica Mor. Aufgewachsen in Derbyshire im Herzen Englands arbeitete Jessica als Schneiderin in London, wo sie für berühmte Modedesigner die Models für ihre Laufstegpräsentationen ausstattete. Abgestoßen und im Inneren unerfüllt von ihrem Job und vom Treiben in der Fashion-Industrie, nahm sie sich eine Auszeit und ging auf Reisen, um sich selbst zu finden und sich über ihre berufliche Zukunft klarer zu werden.

Im südafrikanischen Waterfall Boven entdeckte Jessica Mor auf ihren Reisen das Klettern für sich und verliebte sich bis über beide Ohren in die Quarzitformationen zwischen Johannesburg und dem Krüger Nationalpark. Der gesamte negative Stress, der sich in den Jahren bei ihrer Arbeit in der Modeindustrie aufgestaut hatte, fiel von Jessica ab und der Weg, den sie für ihre Zukunft wählen wollte, wurde immer deutlicher sichtbar und klarer: Mit dem eigenen Kletterlabel die Dinge so anzupacken, dass es sich für sie selbst richtig und gut anfühlt. Weitab von den Vorstellungen und Vorgaben der mächtigen Modeindustrie. In ihrem Tempo. Mit ihren eigenen ökologischen und sozial verantwortlichen Wertvorstellungen.

Die Idee „3rd Rock“ war geboren

Farbenfrohe Klamotten zum Bouldern von 3rd Rock

Der Name 3rd Rock steht für die Erde – für den Planeten, der in unserem Sonnensystem am drittnähesten von der Sonne entfernt ist. Der „dritte Felsbrocken“ eben. Außerdem für die vielen Felsen, Kletterwände und Boulderblöcke und den damit verbundenen Spaß und die Freiheit. Nicht zuletzt ist 3rd Rock auch ein Aufruf, unseren wunderbaren Planeten und seine vielfältige Schönheit zu bewahren und zu schützen und die Natur zu genießen ohne dabei bleibende Schäden zu hinterlassen. „Genießen und Schützen“ sind dabei die grundlegenden Gedanken, die bei 3rd Rock nicht nur fürs Klettern, sondern für eine ganz bestimmte Lebenseinstellung eine umfassende Bedeutung haben. Auf der einen Seite das Leben zu feiern, seine freie Zeit so intensiv wie möglich nutzen, in die Natur zu gehen, die frische Luft zu genießen, zu Klettern, zu Biken, Yoga zu machen und dabei Freiheit zu spüren.

Andererseits aber auch Verantwortung für die Umwelt und unseren„ 3rd Rock“ zu übernehmen. Und dafür hat das Kletterlabel aus England einige Ideen für alle, die meinen, dass sie alleine sowieso nichts ausrichten können. Seinen Müll nicht einfach liegen lassen, Plastiktüten vermeiden oder wiederverwenden, regionale und saisonale Lebensmittel einkaufen und bei der Auswahl der Bekleidung auf organisch angebaute Baumwolle und recycelte Rohstoffe zu achten – das sind die kleinen Dinge, mit denen jeder relativ einfach viel bewirken kann.

Durch umweltverträgliches Design Verantwortung übernehmen

Farbenfrohe Klamotten zum Bouldern von 3rd Rock

3rd Rock Designerin Jess Mor sieht sich als Textilunternehmerin in der Pflicht, den ökologischen Fußabdruck ihrer Kletterbekleidung so gering wie möglich zu halten. Dafür verwendet sie ausschließlich organisch angebaute Baumwolle und erklärt, dass ungefähr ein Viertel aller umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestizide, die jedes Jahr weltweit eingesetzt werden, auf herkömmlichen Baumwollpflanzen versprüht werden. Durch die Verwendung und Verbreitung von „Organic Cotton“ kann Jahr für Jahr auf die Verwendung von zig Tonnen an Pflanzenschutzmitteln verzichtet werden.

Hinzu kommen umweltfreundliche Drucke und Farben bei 3rd Rock zum Einsatz, die wasserbasiert und phthalatfrei nach den strengen ÖkoTex Normen hergestellt werden. Für Produkte aus der sogenannten „Earth Collection“ spendet 3rd Rock außerdem direkt £1 pro verkauftes Stück Kleidung an Organisationen, die sich für Menschenrechte und Umweltschutz einsetzen, so z. B. für den Schutz von Bienen.

Durchdachte Klettermode mit Herz und Style

Bei dem umfassenden Engagement könnte man meinen, 3rd Rock sei eine NGO oder eine Umweltschutzorganisation. Auch wenn die Grenzen tatsächlich manchmal zu verschwimmen scheinen, ist 3rd Rock aber vor allem ein Kletterlabel von Kletterern für Kletterer. Die Kletterwear von 3rd Rock ist aus den Wünschen von Sportkletterern und Boulderern entwickelt. An erster Stelle steht dabei die maximale Bequemlichkeit, die beim Klettern mit optimaler Bewegungsfreiheit einhergeht.

Farbenfrohe Klamotten zum Bouldern von 3rd Rock

Viele Hersteller von Kletterbekleidung greifen dafür zu besonders weiten Schnitten und extrem elastischen Materialien. Aus der Sicht von Designerin Jess macht das wenig Sinn und sieht auch nicht besonders toll aus. Stattdessen ist die Klettermode von 3rd Rock eher normal und alltagstauglich geschnitten. Weder zu eng, noch zu baggy. Raffinierte Schnitte und intelligente Kombination von Materialien erlaubt einen hervorragenden Komfort, eine hohe Haltbarkeit. Viele der stylishen Drucke tragen zudem die Botschaft und Philosophie der Macher von 3rd Rock.

Kletterhosen wie die Modelle Skat, Nova oder Eden sind bereits jetzt schon gefragte „Klassiker“ in der Kletter- und Boulderszene. Bunte Tights und sportliche Bras in modischen Farben und mit schicken Details lassen vor allem die Herzen der weiblichen Kletterfans höher schlagen. Für die Männer gibt es dagegen bequeme Klettershorts, Shirts und Tank Tops zur Auswahl.

Ein Leben zwischen Babybrei, Nähmaschine und Kletterfelsen

Ein Kletterlabel gründen, eine Familie gründen und „nebenbei“ auch noch selber so oft wie möglich an den Kletterfelsen oder zumindest in der Boulderhalle ein paar Routen zu klettern – was für viele Menschen schlicht unschaffbar klingen mag, ist der tägliche Spagat von 3rd Rock Inhaberin Jess. Aber ohne die Hilfe ihrer Familie und ihres Partners hätte die Powerfrau aus Großbritannien das nach eigenen Angaben auch nicht schaffen können.

Jess selbst ist mit Sicherheit der stärkste Botschafter für 3rd Rock. Aber auch die zahlreichen „3rd Rock Ambassadors“ tragen die „Green Story“ der jungen britischen Kletterlabels um und in die Welt. Vicki Hau, Or Wechsler, Tom Newman und viele andere junge Talente und Profikletterer testen die 3rd Rock Prototypen und tragen die fertigen Modelle beim Klettern und Bouldern. Gut zu klettern ist gleichzeitig aber nicht das ausschlaggebende Kriterium, um ein Botschafter für 3rd Rock zu sein.

Die Ambassadors stehen für die nachhaltige und sozial verantwortliche Grundhaltung und transportieren die „Grüne Botschaft“, um das Bewusstsein der Menschen und natürlich insbesondere der Kletterszene zu schärfen und den wunderbaren Planeten Erde auch für die kommenden Generationen als lebenswertes Kletterparadies zu erhalten.

Und wenn ihr jetzt richtig Lust auf neue Kletter-Klamotte habt, dann geht es hier hier zum 3rd-Rock-Markenshop!

Tipps und Tricks zu Klemmkeilen

Tricks und Tipps rund um das Thema Klemmkeile

3. Januar 2017
Tipps und Tricks

Ein guter Klemmkeil ist ein unverzichtbarer Grundbaustein jedes Trad-Racks. Die Dinger sind klein, (relativ) billig und halten eine Menge aus. Sie funktionieren rein passiv, haben keine beweglichen Teile, sind also nahezu unkaputtbar und wetterunabhängig. Im Winter frieren sie nicht ein und im Sommer – funktionieren sie eh! Schmelzen werden sie jedenfalls nicht.
Trotzdem gibt es ein paar kleine, aber feine Details, die man beachten sollte und die einem den Umgang mit Klemmkeilen deutlich erleichtern.

Die sichere Anbringung als A und O

Tipps und Tricks zu Klemmkeilen

  • Jeder Klemmkeil ist nur so gut wie seine Platzierung. Deshalb gibt es ein paar Grundregeln, die man auf jeden Fall einhalten sollte.
    Solider Fels: vielleicht die größte Gefahr beim Legen eines Klemmkeils. Wird der Keil nicht in absolut festem Gestein gelegt, kann durch die sehr hohe Sprengwirkung der Keile das Gestein wegbrechen und die Absicherung ist Toast. Der Fels darf keine kleinen Strukturen aufweisen, die abplatzen könnten. Keile dürfen nicht in loses Gestein oder hinter dünne Schuppen gelegt werden. Auch Dreck und Eis sind eine mögliche Gefahrenquelle – lieber den Riss vorher reinigen (zum Beispiel mit dem Klemmkeilentferner).
  • Maximaler Kontakt: der Klemmkeil sollte mit zwei gegenüberliegenden Seiten möglichst komplett am Fels aufliegen. Bei großen Freiräumen kann der Keil (durch die Seilbewegung) aus der Platzierung gewackelt werden oder erst gar keine ausreichende Klemmwirkung aufbauen. Deswegen immer darauf achten, die richtige Größe für den richtigen Spalt zu finden. Bei sich weitenden Rissen bieten zum Beispiel Offset-Klemmkeile eine gute Möglichkeit, das Maximum an Auflagefläche zu erreichen.
  • Belastungsrichtung beachten: es sollte stets darauf geachtet werden, dass der Keil so gelegt ist, dass er die Sturzenergie optimal aufnehmen kann. Im Normalfall wird die Belastungsrichtung im Sturzfall nach unten wirken – ein Gegenbeispiel ergibt sich, wenn ein Klemmkeil zum Schutz gegen eine Belastung nach oben (zum Beispiel bei der Verwendung am Standplatz) angebracht wurde.
  • Die passende Größe finden: gerade am Anfang, wenn man sein neues Klemmkeilsortiment noch nicht so genau kennt, wird man wohl öfters einmal hin- und her probieren müssen, bis man die richtige Größe gefunden hat. Dazu am besten die Klemmkeile am Karabiner lassen, so kann man schnell die verschiedenen Größen durchprobieren – ohne langes Gefummel.
  • Die Aufbewahrung am Gurt: das ist Geschmackssache. Praktisch ist ein ovaler Karabiner mit Keylock-Nase. Durch die ovale Form ist eine optimale Handhabung gewährleistet. Die Keylock-Nase verhindert zudem ein nerviges Verhaken des Klemmkeil-Kabels in der Karabinernase. Der dritte Vorteil gegenüber einem billigen Plastikkarabiner – man hat im Notfall noch einen vollwertigen Karabiner mehr dabei. Ob als Abseilkarabiner, für den Aufbau eines Flaschenzug-Systems (hier sind ovale Karabiner besonders gut geeignet) oder für sonstige Zwecke. Ist man in kurzen, eher schweren Routen unterwegs, kann man die Klemmkeile auch schon direkt an seine Expressen hängen und spart sich damit wertvolle Zeit beim Legen.

  • Auf guten Sitz achten: relativ selbstverständlich ist es, den Klemmkeil kurz anzuziehen, damit er im Riss optimal sitzt und nicht so leicht herauswackelt. Um zu verhindern, dass der Keil durch Seilbewegungen aus dem Riss wandert, verlängert man dazu die Absicherung – lange Expressen oder Bandschlingen helfen, den Seilverlauf zu begradigen und reduzieren die Gefahr herausfallender Keile.
  • Klemmkeilentferner: den sollte man in der Tat nie vergessen. Der Nachsteiger sollte unbedingt einen dabeihaben, aber auch für den Vorsteiger ist er praktisch. Dreck und Eis lasen sich aus Rissen entfernen und auch beim Platzieren von Keilen und anderen Absicherungen in engen Rissen und Löchern ist der Klemmkeilentferner Gold wert.
  • Am Boden üben: die vermutlich beste Methode, in aller Ruhe seine Ausrüstung kennen zu lernen. Welcher Keil für welche Rissgröße passt und wie man am besten an seine Klemmkeile kommt, ist keine Erfahrung, die man gerne in schwindelnder Höhe, sechs Meter über der letzten Zwischensicherung macht. Mit der Aussicht auf einen schmerzhaften Sturz – kein schönes Gefühl. Deswegen alle Sicherungsmittel, mit denen man noch nicht voll vertraut ist, in sicherer Höhe am Fels austesten und idealerweise von einem erfahrenen Kletterer beurteilen lassen. Gerade für Anfänger ist es ratsam, einen Profi zu fragen und die eigenen Absicherungen von ihm überprüfen zu lassen.

 

Wichtiger Hinweis zum Schluss:

Diese Tipps sind keineswegs vollständig und ersetzen keine Schulung. Sie ersetzen auch nicht die ernsthafte Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Bedienungsanleitungen der Absicherungsmittel. Diese sind meist sehr ausführlich geschrieben und geben einen guten Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Sicherungsmittel. Ergänze diese theoretischen Kenntnisse durch die Erfahrung anderer Bergsteiger, Kletterer oder durch den Besuch eines entsprechenden Lehrgangs!

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Schlafplatz gesucht – was ist wo erlaubt beim Wildcampen in Deutschland?

29. Dezember 2016
Tipps und Tricks

Für Liebhaber des Draußenseins gibt es wohl kaum etwas Schöneres als ein richtiges Himmelbett – das Schlafen unter freiem Himmel mit Blick auf das Sternenzelt – wohl eine der intensivsten Arten, ganz tief in die Freuden der Natur einzutauchen. Doch egal ob man einfach Schlafsack und Isomatte bevorzugt, einen simplen Biwaksack oder ein richtiges Zelt, niemand möchte jäh vom diensthabenden Ranger aus seinem Traum herausgerissen werden oder verdattert in die klaffende Gewehr-Mündung vom Jäger mit Schäferhund blicken. Wer dort übernachtet, wo es verboten ist, kann schon mal eine unangenehme, manchmal sogar teure, Überraschung erleben. Und verboten ist in Deutschland vieles. Wir wollen Euch einen kleinen Einblick zur Rechtslage des Wildzeltens, oder einfach auch Übernachtens, in unserem Land geben.

Allgemeines zum Wildcampen – ein Versuch

Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass die Gesetzeslage zum Wildzelten und Übernachten im Freien in Deutschland mehr als unübersichtlich ist. Dieser Artikel soll demnach nur einen kurzen Einblick in die Gesetzeslage zum Übernachten im Freien geben und erhebt absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit und auch keinen auf Universalität oder das Prädikat „juristisch wertvoll“. Wer ins Detail recherchieren möchte, sollte sich mit den Naturschutz- und Waldgesetzen des jeweiligen Bundeslandes vertraut machen. Denn genau hier liegt das Problem – was man in der Natur darf und was nicht, wird Bundesland-intern geregelt. Passierschein A38 lässt grüßen.

Generell gilt: In Naturschutzgebieten, z.B. Nationalparks, Biosphärenreservaten oder Biotopen, ist das Campen streng verboten. Die Küstenbereiche Deutschlands sind ebenfalls als gesonderte Schutzgebiete streng geschützt, deshalb kann ein Übernachten an Stränden oder in Dünen richtig zu Buche schlagen. Basis für diese Regelung ist das Bundesnaturschutzgesetz sowie Anordnungen am jeweiligen Ort zum Wegegebot (Bleiben auf gekennzeichneten Wegen) und ausdrückliche Verbote zum Lagern oder Campen, z.B. auf Verbotsschildern oder Tafeln. Eine weitere halbwegs universelle Regel ist, dass ich auf Privatgrund, auch Privatwald, mit der Zustimmung des Eigentümers übernachten darf.

Das sogenannte Betretungsrecht beinhaltet, dass Wälder und Flure, egal ob privat oder nicht, zum Zwecke der Erholung betreten werden dürfen, solange man die allgemeinen Verhaltensregeln des Naturschutzes nicht verletzt. Auch laut §59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist jedermann das „Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen“ zu diesem Zweck gestattet. Da Schlaf nun einmal das Non-plus-Ultra der Erholung ist, fällt er streng genommen auch darunter. Im Klartext – ein mehrstündiges Dösen unterm Baum, und das eigentlich auch über Nacht, wird hier nicht explizit verboten, da nur das „längere Verweilen“ an einem Ort verboten ist. Wann „kürzer“ aufhört und „länger“ anfängt, bleibt eine gesetzliche Grauzone. Übernachten, nicht zelten!, in der freien Natur ist somit weder verboten noch erlaubt.

Zelten oder Biwakieren?

Es klang eben schon an: Draußen schlafen ist nicht gleich draußen schlafen. Das Gesetz macht einen Unterschied zwischen dem Schlafen im Zelt und dem Biwakieren, also Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt (z.B. nur mit Schlafsack/Isomatte, Hängematte oder selbst gebautem (nicht festem) Shelter). Beim genannten Betretungsrecht beziehe ich mich hier auf das bloße Übernachten ohne Zelt, das so gesehen wesentlich unproblematischer ist als Campen mit Zelt. Denn zum Biwakieren gibt es, im Gegensatz zum Zelten, nirgends ausdrückliche Regelungen im Gesetz.
Auch ist „draußen“ im deutschen Gesetz nicht gleich draußen. Es gibt eine Unterteilung in freie Landschaft und Wald, bei denen es jeweils, wie bereits erwähnt, je nach Bundesland unterschiedliche Schutzgesetze gibt. Im Folgenden findet Ihr eine kleine Übersicht darüber, was man wo darf.

Darf ich im Wald zelten?

Nein. Auch hier greifen die Landesgesetze der einzelnen Bundesländer sowie das Bundeswaldgesetz. Generell gilt: Zelten im Wald ist in Deutschland nicht erlaubt! In manchen Bundesländern ist das Betreten des Waldes außerhalb der Wege in der Nachtzeit sogar verboten. Gehört der Wald einer Privatperson, befindet man sich sowieso auf Grund, der ohne Genehmigung gar nicht betreten werden darf. Im Bundesland Berlin sollte man gesondert auch beim Biwakieren aufpassen, denn dort sind neben Zelten auch Shelters und Tarps ohne die Zustimmung des Eigentümers verboten.

Darf ich in freier Landschaft zelten?

Jein. Als freie Landschaft „zählen die Gebiete außerhalb des Waldes – wo ein eigenständiges Betretungsrecht greift – und außerhalb der bebauten Ortslagen“ (Bundesnaturschutzgesetz §44). Für das Zelten in freier Landschaft gibt es keinen Passus, der es explizit verbietet. Doch da man in Deutschland in vielen Fällen nicht erkennen kann, ob man sich auf privatem Grund befindet, bzw. dies sehr oft der Fall sein wird, sollte man besser nicht in der freien Landschaft sein Zelt aufbauen – nicht zuletzt um das beschriebene Eingangsszenario zu vermeiden. Nur weil es laut Landesgesetz kein Verbot gibt, heißt das nicht, dass das Zelten in der freien Landschaft im jeweiligen Bundesland auch erlaubt ist, wenn keine anderen Regelungen dagegenstehen. Hat man sich vorher allerdings die Genehmigung des Grundbesitzers eingeholt, kann man über den Dingen stehen und ruhigen Gewissens die Reise ins Traumland antreten.

In Bayern beispielsweise ist das Zelten in freier Landschaft nicht ausdrücklich verboten, genauso wie in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Berlin. In Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland dagegen ist das Wildzelten in freier Landschaft überall ohne Ausnahme verboten. In Bremen darf man auf Feldern nicht zelten, ansonsten herrscht kein ausdrückliches Verbot. In Brandenburg ist das Zelten Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderern erlaubt, „wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen.“ (§49, BbgNatschG)

Was sind die Alternativen?

Wer in den Genuss des Draußen-Schlafens kommen und dabei auf der sicheren Seite sein möchte, für den gibt es in Deutschland ein paar Alternativen. Gemeint sind hier die Alternativen, die einem Wildzelten oder Biwakieren in der freien Natur „in Reinform“ noch am nächsten kommen – abseits von Campingplätzen, Trekkinghütten und sonstigen Einkehrmöglichkeiten.

Spärlich gesät, aber doch vorhanden sind in einigen Teilen Deutschlands die Naturlagerplätze, wie sie manch ein Skandinavienfreund im hohen Norden schon gern genutzt hat. Bei diesen Plätzen handelt es sich um kleine freie Flächen für wenige Zelte, die meist nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen und für eine, maximal zwei Nächte zur Übernachtung vorgesehen sind. Manchmal sind die Plätze mit Komposttoiletten, Feuer- oder Kochstellen ausgestattet. In Deutschland gibt es diese Art Schlafplätze seit kurzem als eine Art Pionierprojekt des Internetforums outdoorseiten.net e.V. in der Eifel (http://www.trekking-eifel.de/de/). Diese sind vorab zu buchen und gegen einen Obolus von 10 Euro zu nutzen. Dafür erhält man aber etwas mehr als nur ein Plätzchen zum Zeltaufschlagen – Sitzgruppen, ein stilles Örtchen und Plattformen aus Holz laden zum Genuss der frischen Luft ein, und das auch noch mit einem Fuß in der Komfortzone.

In Schleswig-Holstein gibt es ebenfalls ausgewiesene Naturlagerplätze, die nicht nur vom Land, sondern auch teilweise von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Die Seite Wildes Schleswig-Holstein stellt Ort, Koordinaten und kurze Infos zu den Plätzen für alle Radler und Trekker bereit.

Beliebt bei Fans des Elbsandsteingebirges ist das sogenannte Boofen, das sich ehemals aus der Kletterkultur entwickelte. Geschlafen bzw. biwakiert wird hier unter Überhängen oder in kleinen Höhlen im Sandstein, allerdings gibt es strenge Auflagen zu beachten, denn immerhin befindet man sich im Nationalpark. Offenes Feuer ist verboten, was auch stets kontrolliert und geahndet wird. Außerhalb der Boofen darf nicht übernachtet werden. Im Gebirge gibt es etwa 57 ausgewiesene Boofen, zu finden unter: www.wandern-saechsische-schweiz.de/wordpress/boofenliste

Schlusswort

Was das Naturschutzgesetz in §1 bereits festschreibt, sollte in uns allen fest verankert sein:

„Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze […] zu schützen[…].“

Ohne sich in gebetsmühlenartigen Oberlehrer-Standpauken verlieren zu wollen: Man kann nicht oft genug dazu aufrufen, sich als Mensch als Gast in der Natur zu sehen und sich auch so zu verhalten. Hier gilt es, das Prinzip „Leave no Trace“ (Hinterlasse keine Spuren) mit gesundem Menschenverstand umzusetzen – egal ob Privatgrund oder nicht. Müll wird nicht zurückgelassen, kein Lärm gemacht, wo kein Örtchen vorhanden ist, werden Hinterlassenschaften vergraben, und alles, was Strukturen in der Natur nachhaltig verändert (beispielsweise Feuermachen auf einer Wiese ohne Feuerstelle, Absägen von Bäumen für Feuerholz etc.) ist zu unterlassen. Es sollte jedem, dem die Natur am Herzen liegt, selbstverständlich sein, dass man den Rastplatz so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat – egal ob man nun dort geschlafen hat oder nicht.
Bundesländer, Wald, freie Landschaft, Privatgrund oder nicht – dass die Gesetzeslage in Deutschland zum Wildcampen äußerst kompliziert und kaum auszuklamüsern ist, überrascht wohl niemanden. Wer Touren plant, bei denen ein Übernachten in freier Natur unvermeidlich ist, der sollte sich vorher eingehend über die Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes informieren. Genauso wichtig wie sich durch Gesetzbücher zu fräsen ist es aber, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Wer Privatgrundbesitzer freundlich fragt, am Waldrand zelten zu dürfen oder in einem einsamen Stück Landschaft eine kurze Nacht im Schlafsack mit zeitigem Weiterziehen verbringt, ohne jegliche Spuren in der Natur zu hinterlassen, den muss kein schlechtes Gewissen grämen.

Disclaimer: Dieser Artikel soll keine Empfehlungen zum Übernachten in der Natur aussprechen oder Menschen dazu animieren, immer und überall draußen ihr Lager aufzuschlagen! Er soll lediglich Fakten wiedergeben. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Hilfreiche Links zum Thema:
http://vivalranger.com/home/wissen/outdoorrecht (fundierter 3-teiliger Artikel)
https://www.youtube.com/watch?v=npcYlWZ4_t8 (Kai Sackmann, Bushcraft- und Survival-Experte, erklärt die Sachlage zum Übernachten im Wald)
https://dejure.org/gesetze/BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bwaldg/gesamt.pdf (Bundeswaldgesetz)

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Phishing-Mails erkennen – passt auf eure Daten auf!

28. November 2016
Tipps und Tricks

Im Internet lauern viele Tücken. Tücken, vor denen weder wir noch ihr gefeit seid. Phishing-Mails sind z.B. eine solche. Gut getarnt landen sie in unserem Postfach und sagen uns, dass wir noch eine Rechnung zu bezahlen hätten oder unser Konto wieder freigeschaltet werden muss. Das Ziel dieser Nachrichten: Sensible Daten abgreifen.

Stand 28. November 2016: Wir wissen, dass aktuell Fake-Nachrichten unterwegs sind, in denen wir – nebst anderen Rechnungsstellern – auftauchen. Es gibt bei uns kein Datenleck, sondern es handelt sich um zufälligen Spam. Es handelt sich hierbei vor allem um E-Mails in denen der Eindruck erweckt werden soll, sie würden von paypal stammen.

Was sind Phishing-Mails?

Das Wort Phishing entstammt dem Hacker-Jargon und ist vom englischen Wort fishing (fischen, angeln) abgeleitet – so zumindest sagt es die allwissende Wikipedia. Bildlich gesprochen beschreibt Phishing also das Angeln von Passwörtern oder anderen Zugangsdaten. Dabei legen die Hacker täuschend echte Köder aus. Zum Beispiel Mails, die von Bezahldiensten wie Paypal stammen und in der Aufmachung kaum von den Originalnachrichten zu unterscheiden sind. In den Mails wird man dann aufgefordert, sich über einen Link mit seinen Zugangsdaten einzuloggen.

Folgt man diesem Link, wir man ebenfalls auf eine täuschend echte Kopie der Originalseite geleitet, auf der man – immer noch nichts böses ahnend – seine Daten eingibt. Spätestens hier haben die Hacker dann ihr Ziel erreicht und können frei schalten und walten. Wenn man den Betrug erkennt, ist es oft schon zu spät. Woran ihr die Fälschung vom Original erkennt, wollen wir euch kurz erläutern.

Hier finden sich zwei Nachrichten die vermeintlich von Paypal stammen. Eine ist echt, eine ist eine Phishing-Mail. Auf den ersten Blick sind Farbgebung, Aufmachung und alles andere gleich. Schaut man allerdings genauer hin, lässt sich die Fälschung recht schnell erkennen. Nämlich beim Blick auf die Kontaktdaten des Unternehmens. Die passen bei der Fälschung nicht. Weder Hotline, noch Emailadresse sind korrekt.

Was tun, wenn ich eine verdächtige Mail im Postfach habe

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Leider sind die Zeiten vorbei, in denen man betrügerische Emails allein an schlechter Rechtschreibung erkennen kann. Erscheint in eurer Email-Box eine Nachricht, bei der ihr erstmal stutzig werdet, ist das oft schon der erste, richtige Impuls. Jetzt solltet ihr erstmal überlegen:

  • Habt ihr überhaupt etwas bei uns bestellt?
  • Wenn ja, stimmt der angegebene Betrag mit der Bestellsumme überein?
  • Passt die Bezahlart (Paypal etc.)
  • Stimmen die Daten in der Email?
    • Du erhältst von uns in der Bestellbestätigung eine Bestellnummer, die sich normalerweise auf dem Paypal-Beleg wiederfindet.
  • Stimmen die Kontakt-Daten in der Email

Wenn ihr mindestens einen dieser Punkte verneinen könnt, ist Vorsicht geboten. Bitte keine Links anklicken und die Mail am besten gleich löschen. Weitere Informationen und Hinweise zum Vorgehen bei Spam-Verdacht gibt es auch auf der Seite von Paypal

Solltet ihr euch trotz allem nicht sicher sein, dann könnt ihr euch natürlich auch gerne direkt an uns wenden. Unser Kundenservice steht unter 07121/70120 von 10 – 17 Uhr zur Verfügung oder ihr versucht es über Facebook, Twitter und Co. Wir können schnell herausfinden, ob wir noch eine Rechnung mit euch offen haben ;)

 

Tipps fürs Eisklettern

Profi-Tipps zum Eis- und Mixedklettern: Tricks und Technik

25. November 2016
Tipps und Tricks

Nachdem es im ersten Teil meines Beitrags um die technische Ausrüstung zum Eis- und Mixedklettern ging, widme ich mich nun ein paar allgemeinen Themen. Klar, dass es sich wieder nur um eine kleine Auswahl handeln kann (das Feld des Winterkletterns ist weit…) und es sich dabei um meine Erfahrungen und Einschätzungen handelt, die natürlich nicht jeder uneingeschränkt teilen wird. Aber ich hoffe, dass ihr dennoch von diesem Text profitiert und ein paar Anregungen mitnehmen könnt – und, dass die Vorfreunde auf den Winter weiter wächst!

Zustieg und die Challenge „Trocken bleiben“

Warm werden aber nicht zu sehr schwitzen, ist die Devise. Bei langen, anstrengenden Zustiegen mit schwerem Rucksack wird man aber zwangsläufig verschwitzt ankommen. Die richtige Antwort darauf: ein frisches Shirt (z.B. Merinowolle oder eine Kunstfaser-Merino-Mischung), ein trockener Pulli, eine trockene Mütze, trockene Handschuhe! Oder, wenn man am Einstieg nichts zurücklassen kann, weil man ganz anders absteigt: Gas geben und auf die unbeliebte „Körpertrocknung“ vertrauen. Feuchte Socken trocknen allerdings schlecht im ebenfalls feuchten Stiefel… Stöcke sind fast immer hilfreich. Wird später alles durch die Wand getragen, sind leichte Faltstöcke perfekt, die selbst in kleine Rucksäcke passen (Empfehlung: Leki Micro Stick Carbon mit etwas größerem Teller).

Die Lücke zwischen Hose und Stiefel

Schnee im Stiefel ist nicht lustig, deshalb ein paar Worte zum Thema Gamaschen. Gehen wir davon aus, dass wir mit einer Hardshellhose unterwegs sind. Lange Gamaschen, die bis unters Knie reichen, würden die genannte Lücke natürlich schließen. Gleichzeitig wäre ein Teil der Hose geschützt. Aber: Zwei Lagen Hardshell über den Unterschenkeln sind doch etwas übertrieben und man würde mehr schwitzen. Hat man eine Hardshellhose ohne (funktionierende) Innengamasche und will ordentlich im Schnee wühlen, ist die beschriebene Variante dennoch zu empfehlen. Für gemäßigtere Einsätze reicht eine kürzere Gamasche, solange die Hose beim Klettern nicht aus der Gamasche rutschen kann. Es gibt aber eine noch bessere Lösung, sofern man eine Hose mit ausreichender Beinlänge und brauchbaren Innengamaschen besitzt.

Die Innengamaschen sollten recht lang, idealerweise etwas elastisch und mit einem kleinen Haken zum Einhängen am Stiefel ausgestattet sein (bei einigen Modellen ist der Haken falsch angebracht, so dass er sich von alleine aushängen wird). Nun also die Gamasche mittels besagtem Haken an der Schnürung des Stiefels einhängen (ist die Hose zu kurz, wird dies die Bewegungsfreiheit einschränken). Die Innengamasche allein reicht aber nicht aus. Sie wird mit einer zweiten Gamasche kombiniert, die über der Innengamasche angelegt wird und diese fixiert. Bei herkömmlichen Bergstiefeln verwendet man am besten eine Softshell-Kurzgamasche, bei modernen Bergstiefeln mit integrierter Gamasche natürlich die Gamasche des Stiefels (gemeint sind jene Bergstiefel, bei denen die Gamasche die ganze Schnürung bedeckt – es gibt auch andere Ausführungen, die andere Lösungen verlangen).

Stiefel richtig Schnüren

Beim Zustieg sollte man seine Stiefel nicht zu fest schnüren. Bevor es ans Klettern geht, wird die Schnürung dann nochmals angepasst. Bei technisch schwierigen Routen und bei kaltem, hartem Eis muss der Stiefel satt am Fuß sitzen, was durch ein festes Schnüren im Bereich des Spanns erreicht wird. Klar, dass die Durchblutung darunter leiden kann – es braucht etwas Erfahrung, um einen guten Kompromiss zu finden. Werden die Zehen nicht mehr warm, sollte man die Schnürung lockern (evtl. kann man an einem geschützten Platz auch kurz raus aus den Stiefeln und die Zehen massieren). Vor dem Einstieg in eine lange, alpine Route sollte man sicherstellen, dass sich die Schleife der Schnürsenkel nicht auflösen kann. Es kann durchaus unangenehm sein, wenn dies im heiklen Gelände und/oder bei schlechtem Wetter passiert (ich erinnere mich an eine Situation am Fitz Roy – von oben kam ein Schneerutsch nach dem anderen…). Zumal man dann ja erstmal den Riemen des Steigeisens und die Gamasche öffnen muss. Die Schleife also richtig festziehen und dann einen Knoten drauf (sofern der Stiefel kein alternatives Schnürsystem hat)!

Taktik und Sicherungstechnik

Einen langen Eisfall oder eine alpine Mixedroute klettert man sinnvollerweise nicht überschlagend, sondern teilt den Vorstieg in Blöcke ein, sofern beide Kletterpartner vorsteigen wollen. Bei einer 7-SL-Route könnte das dann so aussehen: Uschi führt die ersten vier Seillängen und Rolf-Dieter die verbleibenden drei. Gewechselt wird idealerweise im leichten Gelände oder an einem bequemen Stand vor/nach einer kurzen Länge. Viele Eiskletterer schwören auf die Halbseiltechnik, die natürlich in gewissen Situationen vorteilhaft ist. Realistisch betrachtet ist die korrekte Anwendung der Halbseiltechnik im Mehrseillängengelände aber so schwierig und aufwändig, dass sie uns schnell überfordert.

Deshalb meine Empfehlung für eine Zweierseilschaft: Zwillingsseile verwenden, oder dünne Halbseile, die dann standardmäßig wie Zwillingsseile eingesetzt werden. Oder, wenn es die Route erlaubt, mit Einfachseil klettern. Standplätze baut man besser nicht mit dem Kletterseil auf (man würde sich eine ganze Reihe von Nachteilen einhandeln), sondern mit einer Standplatzschlinge mit zuvor abgeknotetem Auge (doppelter Bulin). Mehr und mehr setzt sich hierfür Rundmaterial durch, also zur 120er-Schlinge vernähte 6-mm-Kevlar- oder Dyneemareepschnur. Das Handling ist verglichen mit Bandmaterial um Welten besser (und es gibt weitere Vorteile). Mir sind zwei Hersteller bekannt: Edelrid (Kevlar) und Skylotec (Dyneema). Nachgesichert wird mit der „Plate“, so hat man als Sicherer zwischendurch die Hände frei und kann sich z. B. ums eingeholte Seil kümmern.

Sichern am Eisgerät

Im ersten Teil dieses Beitrags wurde das Thema „Sichern am Eisgerät“ bereits angeschnitten und ich vermute, dass ein paar Erklärungen dazu nicht schaden können. Natürlich bevorzugen wir den Stand nach Lehrbuch – zwei Eisschrauben im guten Eis oder gerne auch zwei ordentliche Bohrhaken – allerdings interessiert das eine alpine Route recht wenig. Eis kann schlecht oder gar nicht erst vorhanden sein, Bohrhaken sind womöglich zugeschneit. Oder wir haben schlicht zu wenig Eisschrauben dabei, um am Standplatz mehrere zu verbauen. In solchen Fällen heißt es improvisieren, wobei die Eisgeräte ins Spiel kommen können.

Doch was halten Eisgeräte, wenn sie als Anker eingesetzt werden? Pit Schubert hat 1999/2000 neun verschiedene Steileisgeräte auf deren Auszugsfestigkeit im Eis getestet (siehe DAV Panorama 1/2000 u. 6/2000), also den Dorn belastet, bis das Gerät brach oder ausbrach. Bei den 102 Versuchen lagen die Werte zwischen 0,6 und 10,4 kN, bei einem Mittelwert von 3,84 kN. Allerdings wurden die Geräte mit nur einem Schlag gesetzt, was dazu geführt hat, dass ein paar Geräte bei sehr niedrigen Werten ausgebrochen sind. Bei weiteren Versuchen wurden die Geräte mit einem zweiten Gerät nachgeschlagen. Die Auszugswerte lagen dann im Bereich 7,7 bis 9,0 kN.

Wichtig ist also, dass die Hauen möglichst weit versenkt werden, was zumindest bei einem der beiden Eisgeräte durch nachschlagen erreicht werden kann. Eine Schaufel am Gerätekopf ist dabei hinderlich, ein Hammer von Vorteil. Außerdem muss die Belastung des eingeschlagenen Geräts in der vorgesehenen Richtung erfolgen (es darf nicht zur Seite oder nach oben belastet werden) und der Dorn ausreichend fest sein. Letzteres sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Beispielsweise darf der von Grivel bei manchen Modellen verbaute Kunststoff-Dorn nach meinen Informationen nur mit Körpergewicht belastet werden.

Bei den aktuellen Steileisgeräten von Edelrid (Riot, Rage) liegt die Festigkeit des Dorns hingegen bei 8 bis 10 kN (Herstellerinformation). Achtung, die hier angegebenen Werte dienen nur der groben Orientierung und dürfen nicht auf gewöhnliche Eispickel für den Hochtoureneinsatz übertragen werden! Praxistipps fürs Abenteuergelände: Eisgeräte können auch in gefrorene Erde, in vereisten Felsrissen oder neben verkeilten, eingefrorenen Felsblöcken eingeschlagen werden. Die Beurteilung solcher Anker ist natürlich schwierig, deshalb mehrere Fixpunkte zu einem soliden Zentralpunkt zusammenfassen!

Warm bleiben

Der Vorstieg einer langen, schwierigen Seillänge dauert schon mal etwas. Auch mit trockenen Klamotten kann es dem Sicherer kalt werden. Dagegen hilft ein „Belay-Jacket“ – in trockenen Nordwandrouten eine Daunenjacke, wenn im Eisfall viel Wasser nachläuft besser eine Primaloft-Jacke. Außerdem wohltuend: eine Thermosflasche mit heißem, gezuckertem Tee und einem Schuss Rum – wobei es dagegen wahrscheinlich irgendwelche Einwände gibt.

Das beste Rezept gegen Kälte ist aber Bewegung! Gegen kalte Finger und die heftigen Schmerzen beim Warmwerden helfen „Windmühlen“. Also die Arme engagiert kreisen lassen, bis sich die Finger warm und gut durchblutet anfühlen. Und das schon vor dem Einstieg in die erste Seillänge! In den einfachen, oft eingeschneiten Seillängen sollte man eher dicke Handschuhe tragen, in den Schlüsselseillängen eher dünne, in harten Routen ganz dünne. Oder auch mal gar keine, was aber schnell zu Hautverletzungen führt. Ich hänge meine Reservehandschuhe nicht an den Gurt, sondern trage sie am Körper, damit sie nicht gefrieren, wenn sie einmal etwas feucht sind. Wenn man in einer längeren Route mit Rucksack unterwegs ist, kann man speziell fürs Abseilen noch ein paar alte Handschuhe einstecken. Hochwertige Eiskletterhandschuhe, deren Obermaterial nicht zu dick sein darf, gehen beim Abseilen recht schnell kaputt.

Das beste Training: Drytooling

Das beste Training fürs Eisklettern – abgesehen vom Eisklettern – ist Drytooling. Leider gibt es wenige „richtige“ Drytoolingspots. In normalen Klettergärten sollte man dennoch nicht drytoolen, erst recht nicht in beliebten Sektoren! Sicher gibt es einen gewissen Ermessensspielraum, aber es muss klar sein, dass es sich um ein sehr sensibles Thema handelt! Vereinzelt gibt es in den Kletterhallen Trainingsmöglichkeiten. Die, die ich kenne, sind leider eher dürftig. Aber ok, vielleicht müsste man auch selbst aktiv werden anstatt zu maulen…

Wie auch immer, wer kreativ ist findet schon irgendwo ein paar Trainingsmöglichkeiten: Klimmzüge, Hänge- und Blockierübungen an den Eisgeräten (die Hauen können z.B. in alte Seilschlingen eingehängt werden, die irgendwo fixiert sind), Hangeln mit den Eisgeräten (Hauen ggf. komplett abpolstern, z. B. mit Schlauchstücken und Tape), … Egal wie das Training an den Eisgeräten aussieht, man sollte eher zurückhaltend beginnen. Fehlt es an der richtigen Selbsteinschätzung bezüglich der muskulären und koordinativen Möglichkeiten, sind Überlastungsschäden an Schulter oder Ellbogen vorprogrammiert!

Kurse und weiterführende Informationen

Gibt es noch Unsicherheiten bei der Sicherungstechnik, beim Seilhandling am Standplatz, beim Beurteilen der Bedingungen und alpinen Gefahren? Oder wären ein paar Korrekturen der Klettertechnik hilfreich? Niemandem bricht ein Zacken aus der Krone, wenn er einen Kurs besucht. Das Kursniveau muss natürlich passen, weshalb sich fortgeschrittene Eiskletterer am besten direkt an einen spezialisierten Bergführer wenden. Außerdem folgende Literaturempfehlung: Eisklettern, Will Gadd, Panico Alpinverlag.  Das Buch ist spitze, hier und da, beispielsweise beim Thema Sicherungstechnik, sollten aber gewisse – sagen wir mal kulturelle Unterschiede – beachtet werden…

Open-Window-Effekt

Open-Window-Effekt oder „Wie werde ich zuverlässig krank“

22. November 2016
Tipps und Tricks

Die Nase trieft, das Hirn hämmert heftig gegen die Innenseite des Schädelknochens und man bekommt dank der kratzigen Stimme kein richtiges Wort aus der Kehle. Die heilige Dreifaltigkeit der winterlichen Erkältung ist wohl jedem gut bekannt. Kaum sind die Temperaturen im Keller, schon schnieft und hustet jeder im näheren Umkreis und man hält lieber einen guten Meter Sicherheitsabstand zu allem was atmet. Schafft man es dann endlich nach Hause und schält sich in die winterlichen Sportklamotten um eine Runde laufen zu gehen, ist man trotzdem am nächsten Tag krank. Ist so. Immer. Da haben dann aber weder Freunde, noch Familie oder Arbeitskollegen etwas mit zutun – zumindest nicht direkt. Man ist vermutlich einfach Opfer des sogenannten Open-Window-Effekts geworden.

Mach das Fenster zu. Es zieht!

Man kennt das: Der Kollege nebenan meint, dass es doch mal wieder Zeit für Frischluft sei und wenige Sekunden später sitzt man laut mit den Zähnen klappernd auf dem Bürostuhl. Das ist eine lustige Anekdote aus dem Bergfreunde-Büro, hat aber mit dem besagten Open-Window-Effekt erstmal nichts zu tun. Bis auf die Benennung. Denn das „Window“ im Namen beschreibt bei besagtem Effekt eher ein Zeitfenster, nämlich jenes, während dessen das Immunsystem direkt nach dem Sport oder einer anderen Belastung geschwächt ist.

Treiben wir also Sport – sei es Wandern, Fahrradfahren, Laufen, Klettern oder Skitourengehen – beanspruchen wir unseren Körper damit. Mal mehr, mal weniger. Und gerade nach intensiven Belastungen, bleibt auch unser Immunsystem davon nicht unbeeindruckt. Während wir uns Betätigen, ist das Immunsystem erstmal happy und ganz euphorisch. Sämtliche Parameter steigen. Erreichen wir danach die Entspannungsphase, rasseln unsere Immunparameter schier in den Keller und sinken sogar unter das Ausgangsniveau, welches vor dem Sport herrschte. Es dauert je nach Stärke der Belastung mehrere Stunden oder sogar Tage (etwa nach einem Marathon), bis sich die Werte wieder normalisieren. Dieser Zeitraum ist das besagte Fenster beim Open-Window-Effekt, währenddessen der Eintritt von Krankheitserregern deutlich erleichtert ist.

Warum der Open-Window-Effekt besonders im Winter relevant ist

Zwar findet die Schwächung des Immunsystems nach physischen und psychischen Belastungen immer statt, allerdings kommen in der kalten Jahreszeit noch andere belastende Faktoren hinzu: Unserem Immunsystem gefällt Kälte nämlich nicht so wirklich und wenn wir dazu noch schwitzen, kühlt der Körper noch schneller aus. Hier spielt der Windchill-Effekt eine nicht unwesentliche Rolle. Und wenn ohnehin ein paar mehr Keime unterwegs sind, ist die Erkältung nicht mehr weit und man liegt nach einer eigentlich ziemlich genialen Tour oder einer anstrengenden Trainingseinheit am nächsten Tag flach. Die Frage ist also, was tut man am besten, um den Open-Window-Effekt möglichst klein zu halten?

Zieh‘ dich warm an!

Was meine Mama immer sagte, nachdem ich mal wieder was angestellt hatte, gilt im gleichen Maße als probates Mittel gegen das Immunfenster – gerade im Winter. Denn wer sich nach dem Sport gleich dick einpackt, der verhindert eine zusätzliche Belastung durch niedrige Temperaturen. Noch besser: Falls möglich gleich auch was warmes Trinken. Wärme von außen und von innen tut gleichermaßen gut.

Mein persönlicher Tipp: Ein Tee aus frischem Ingwer, Zitrone und Honig!

Außerdem empfiehlt es sich, direkt warme Räumlichkeiten aufzusuchen und sich erstmal wieder auf Temperatur zu bringen, bevor es unter die warme Dusche geht. Hinterher am besten gleich auf die Couch und unter die Decke verschwinden. Klingt nach einem großartigen Abschluss für einen winterlichen Sporttag? Absolut! :)

Hilf deinem Immunsystem

Es gibt darüber hinaus einige Tricks, wie man seinem Immunsystem etwas auf die Sprünge helfen kann. Klassiker sind Vitamin C und Zink. Ersteres befindet sich bekanntermaßen in Zitrusfrüchten, aber auch Paprika und Sauerkraut weisen hohe Gehälter an Vitamin C auf. Zinkhaltige Lebensmittel sind vor allem Leber, Weizenkeime, Saaten und Nüsse. Eventuell kann man auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, das sollte aber im Zweifel mit dem Hausarzt abgestimmt werden.

Ansonsten helfen natürlich auch so wunderbare Dinge wie Sauna, heiße Bäder und sämtliche anderen entspannenden Maßnahmen dabei, unserem Körper und unserem Immunsystem eine Verschnaufpause zu geben. Außerdem wird die Regeneration dabei ordentlich angekurbelt. Ein Grund mehr, im Winter nicht nur möglichst häufig mit den Skiern auf dem Berg zu sein, sondern sich eben auch mal eine ordentliche Prise Entspannung zu gönnen – machen wir hier genauso ;-)

Und was ist mit euch? Wie haltet ihr euch im Winter gesund?

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Profi-Tipps zum Eis- und Mixedklettern – Die Ausrüstung

17. November 2016
Tipps und Tricks

Besonders beliebt ist das herbstliche Schmuddelwetter nicht, aber es bietet uns Kletterern und Alpinisten eine große Chance: Wir können in Ruhe vom kommenden Winter träumen, von Herausforderungen und Abenteuern. Und – etwas weniger romantisch – es bietet uns die Möglichkeit, uns um die passende Ausrüstung dafür zu kümmern. Besonders für Eiskletterer gibt es hier einiges zu tun. Denn sobald die Bedingungen passen, will man ja schließlich bereit sein!

Deshalb widme ich mich zunächst dem Thema „Ausrüstung“, bzw. speziell der technischen Ausrüstung zum Eis- und Mixedklettern. Nehmt das Thema ernst: Beim Eis- und Mixedklettern sind wir mehr als bei anderen Bergsport-Disziplinen von unserer Ausrüstung abhängig. Mit gutem Material klappt’s nicht nur besser, man ist auch deutlich sicherer unterwegs! Im zweiten Teil wird es um ein paar allgemeine Themen gehen, die unter der Überschrift „Tipps, Tricks, Technik“ zusammengefasst sind. Dabei muss klar sein, dass Eisklettern eine recht komplexe Angelegenheit ist und ich in beiden Beiträgen nur auf ausgewählte Punkte eingehen kann, die mir besonders wichtig erscheinen. Und, dass es sich dabei um meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen handelt, die natürlich nicht jeder teilen wird.

Die Eisgeräte

Austauschbare Hauen, ein gekrümmtes Rohr sowie ein guter Griff mit Fingerschutz gehören bei Eisgeräten längst zum Standard. Beim Eisfallklettern und in anspruchsvollen Mixedrouten bringt ein Doppelgriff klare Vorteile. Allerdings passt nicht jeder Griff für jede Hand – hier muss man ausprobieren. Für klassische alpine Einsätze bevorzuge ich nach wie vor Eisgeräte ohne Doppelgriff und entferne ggf. auch die Fingerauflagen für eine zweite Griffposition am Schaft. Stattdessen wird das Rohr über dem Griff (für mehr Grip beim Umgreifen und Hämmern) und unter dem Eisgeräte-Kopf mit vulkanisierendem Griptape umwickelt. In alpinen Routen greift man das Eisgerät häufig direkt unterm Kopf – das Tape verhindert wirkungsvoll, dass hier zu viel Wärme abgeleitet wird.

Im Abenteuergelände sollte zudem ein funktionierender Hammer montiert sein, kein „Nothämmerchen“, um z. B. Haken zu schlagen oder Keile festzuklopfen. Eine Schaufel am Gerätekopf macht hingegen zwar im hochalpinen Gelände Sinn, fürs Wasserfallklettern und Mixedklettern entfernt man sie jedoch besser (Verletzungsgefahr). Außerdem sollte das Eisgerät dafür ausgelegt sein, am Standplatz in die Sicherungskette integriert zu werden (mehr zu dieser „Spezialanwendung“ im zweiten Teil). Dafür braucht es einen ausreichend dimensionierten Dorn oder zumindest ein Loch im Griff, an dem man sichern kann. Leider sind jedoch nicht alle Eisgeräte für diesen oft so wichtigen Einsatz ausgelegt, da die dazugehörige Norm (EN 13089, Stand 06/2015) diesbezüglich eine Lücke aufweist. Die nicht verpflichtende UIAA-Norm schreibt zudem gerade einmal magere 2 kN vor, aber auch nur, sofern der Dorn/das Loch im Griff zum „Selbstsichern vorgesehen“ sind. Man sollte sich also bereits vor dem Kauf gründlich informieren, wenn man später für alle Situationen gewappnet sein will! Zuletzt und nur der Vollständigkeit halber: Das Thema Eisgeräte-Hauen ist eine Wissenschaft für sich, wobei es durchaus sehr unterschiedliche Meinungen dazu gibt.

Die Steigeisen

Beim Klettern sind Steigeisen mit nur einem Frontalzacken fast immer anderen Typen überlegen. Denn ein einzelner Frontalzacken dringt besser und auch weiter ins Eis ein (die Sekundärzacken stabilisieren dann den Fuß), im Fels kann man präziser antreten. Bewegen wir uns überwiegend im Schnee, Firn, Reif, oder ganz allgemein in weichem „Material“, sind zwei Frontalzacken tendenziell besser. Je nach Art und Schwierigkeit der Unternehmung sind diese vertikal oder horizontal ausgerichtet. Gute Antistollplatten sollten bei alpinen Klettereien zudem selbstverständlich sein.

Für manche Modelle, z.B. den Petzl Dart (Vorderteile), kann man sich Letztere mit etwas Duct Tape/Panzertape auch selbst basteln – funktioniert erstaunlich gut, hält aber nicht ewig. Wenn es der Bergstiefel erlaubt, sollte man weiterhin zur Automatik-Bindung greifen (vorne Bügel, hinten Kipphebel). Bei anderen Bindungen sitzt das Eisen meist nicht so satt am Stiefel. Für schwierige Eisfälle feilt man seine Zacken am besten scharf, zumindest die Frontal- und Sekundärzacken. Für alpine Mixedklettereien sollten sie hingegen nicht so scharf sein, nicht zuletzt wegen der hohen Verletzungsgefahr.

Weitere Tuningtipps:

  • Blechstreifen am Bügel der Bindung entfernen (braucht man nicht, manche Hersteller lassen ihn auch weg)
  • Riemen und Steg kürzen (an eine mögliche Verwendung mit Skistiefeln denken)
  • Alu-Heel montieren. Dabei daran denken, dass sich Gewicht am Fuß viel stärker auswirkt als Gewicht am Rücken!

Die Eisschrauben

Die Standardlängen betragen 16-17 cm sowie 12-14 cm. Ein oder zwei 19er-Schrauben pro Seilschaft empfehlen sich außerdem fürs Bohren der Abalakov-Eissanduhren. Schrauben mit über 20 cm Länge können zwar das Bohren solcher Eissanduhren erleichtern, man braucht sie aber in aller Regel nicht. Ganz kurze Schrauben (10 cm oder weniger) können hingegen bei schwierigen Unternehmungen vorteilhaft sein. Meine Empfehlungen: Black Diamond Express Ice Screw (bestens bewährt, solide, fairer Preis).

Und, wenn auch teurer und nicht ganz so haltbar: Petzl Laser Speed Light. Rohr und Lasche sind hier aus Aluminium, die Zähne aus Stahl. So wird ordentlich Gewicht gespart. Aber Achtung: Das Alurohr sollte nicht zu oft mit Fels in Berührung kommen – was sich im kombinierten Gelände allerdings nur schwer vermeiden lässt. Beide hier erwähnten Modelle sind sehr bissig, lassen sich gut schärfen, haben eine ausklappbare Kurbel und tragen im Ice-Clipper hängend wenig auf. Am besten markiert man seine Eisschrauben, damit sie der Kumpel nicht einsackt. Das geht gut mit Nagellack. Eine schöne Farbe ist zum Beispiel Gold-Glitzer, die Trends der Saison erfährt man im örtlichen Nagelstudio.

Das Rückzugsmaterial/Rettungs-Kit

Ein paar Reepschnüre (Prusikschlingen und Material zum Fädeln der Abalakov-Eissanduhren), ein kleines Messer, Tibloc, Eissanduhr-Fädler. Mein Fädler ist selbstgebaut, aus einer Fahrradspeiche. Ohne muss zwar auch gehen, aber wenn sich die Sanduhr sofort mit Wasser füllt oder das Seil direkt gefädelt werden soll, wird es meist schwierig.

Der Kletterhelm

Bitte kritisch prüfen: Sitzt der Helm auch mit Mütze satt am Kopf? Oder würde er bei einem seitlichen Anprall des Kopfes einfach weggeschoben werden? Viele Helme sitzen zu flach auf dem Kopf und können ihre Funktion als Sturzhelm damit kaum erfüllen.

Der Gurt und die Ice-Clipper

Logischerweise muss der Gurt auch mit warmen Klamotten passen. Das beinhaltet natürlich auch, dass die Materialschlaufen noch gut erreichbar sind und nicht zu weit hinten sitzen! Ein wichtiger Punkt ist die Positionierung der Ice-Clipper, der Kunststoff-Materialkarabiner für den Transport der Eisschrauben und Eisgeräte am Gurt (ich nenne sie Ice-Clipper, jeder Hersteller hat aber einen eigenen Namen dafür). Hierfür sollten am Gurt Durchführungen vorhanden sein, welche die Ice-Clipper gut fixieren (eine zusätzliche oder anderweitige Fixierung ist möglich, aber selten zufriedenstellend).

Zwei Ice-Clipper – einer links und einer rechts – sollten genügen. Sie sitzen außen auf der Hüfte, ungefähr dort, wo bei einer Hose die Naht verläuft. Weiter hinten sind sie nicht mehr einsehbar (häufige Ursache für Eisschraubenverluste) und eine Positionierung weiter vorne führt dazu, dass die Zähne der Eisschrauben beim Klettern in den Oberschenkel stechen! Mein bevorzugter Eisklettergurt ist der Edelrid Atmosphere, nicht zuletzt, weil bei diesem Modell die Ice-Clipper perfekt sitzen.

Die Spinner-Leash

Handschlaufen sind schon lange nicht mehr angesagt. Stattdessen werden bei alpinen Routen gerne Spinner-Leashes (elastische Fangschnüre) verwendet, um einen Verlust der Eisgeräte zu verhindern. Eine häufig gestellte und durchaus sinnvolle Frage lautet hier: Können die Spinner-Leashes auch einen Sturz halten? Ich denke, sie könnten einen kleinen „Rutscher“ schon halten. Allerdings hat ein recht kräftiger Bekannter von mir bei einem Sturz beide Äste seiner BD-Spinner-Leash zerrissen (Bruch des Bands im Karabiner). Wichtig: Wer sich zum Rasten in seine Leash setzen möchte, sollte ein Gerät deutlich über dem anderen einschlagen, um später den Griff des unteren Geräts erreichen zu können!

Die Seile

Für Eis- und Mixedklettergärten sind Einfachseile mit einer Länge zwischen 50 und 80 Metern ideal – je nach Gebiet. Für einfache Eisfälle mit Fußabstieg und einfache, kürzere Nordwandrouten bieten sich ebenfalls Einfachseile an, am besten mit 60 oder 70 Metern Länge und gerne etwas dünner (z.B. 8.9 oder 9,2 mm Durchmesser). Für anspruchsvolleres Gelände kommen meist Halb- oder Zwillingsseile mit 60 Metern Länge zum Einsatz. Meine Empfehlung: 60er Zwillingsseile (oder dünne Halbseile) und diese nur fürs Eisklettern verwenden. Im Felseinsatz geht die Imprägnierung recht schnell kaputt, und eine funktionierende Imprägnierung ist im Eis mehr als angenehm.

Die Notfallaurüstung

Handy, Stirnlampe und ein kleines Erste-Hilfe-Set (ideal: wasserdichte Tasche mit Wickelverschluss) sind mindestens mitzuführen. Ich habe öfters gehört, man könne mit einer Rolle Tape zur Not „alles machen“. Aber immer, wenn ich bei widrigen Bedingungen versucht habe etwas zu „kleben“, hat das Tape nicht gehalten. Oder man konnte es in der Kälte kaum mehr abrollen. Ein stabiler 2-Personen-Biwaksack kann im Notfall natürlich ebenfalls sehr hilfreich sein, ist aber auch schwer. Mit einer Rettungsdecke im EH-Kit und einer Isolationsjacke im Rucksack kann man bei der einen oder anderen Tour darüber nachdenken, ihn zu Hause zu lassen.

LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sollte man im Zweifelsfall natürlich mitnehmen bzw. erst mal ins Auto werfen und dann spontan entscheiden, wer was mitnimmt. Sind wir in einer Gruppe (mind. 4 Personen) unterwegs und gehen von langen Zustiegen mit nur kleinräumigen Gefahrenstellen aus, bietet sich evtl. auch folgender Kompromiss an: LVS-Gerät hat jeder, jeder zweite packt eine Schaufel ein, die andere Hälfte eine Sonde. Heikle Bereiche werden dann einzeln oder mit großen Abständen begangen.

Wandern

Höhenmessung mit GPS oder Barometer

8. September 2016
Tipps und Tricks

Viele von uns kennen es: man wandert den ganzen Tag in den Bergen oder fährt anstrengende Trails mit dem Mountainbike und am Ende weiß man ziemlich genau, wie viele Kilometer man gefahren bzw. gewandert ist, aber nicht wie viele Höhenmeter man überwunden hat. In den letzten Jahren haben die Hersteller von Outdoor-Hardware reagiert und entsprechende Höhenmesser in Uhren, Fahrradcomputer und GPS-Geräte eingebaut, welche in der Regel gleichzeitig die bewältigten Höhenmeter im Auf- und Abstieg zusammenzählen.

Dabei gibt es zwei grundlegende Arten der Höhenmessung. Die barometrische und die GPS-gestützte Höhenmessung. Wir nehmen beide Methoden unter die Lupe und verraten euch die jeweiligen Vor- und Nachteile!

Barometrische Höhenmessung

Die Grundlage dieser Methode ist der Luftdruck. Dieser wird mit Hilfe eines Barometers bestimmt, um daraus die Höhe zu ermitteln. Der Luftdruck sinkt dabei im Normalfall mit zunehmender Höhe – wie stark, lässt sich mit unserem Rechner für höhenabhängige Bedingungen ermitteln.

Ein Vorteil dieser Art der Messung ist ihre Genauigkeit bei stabiler Wetterlage und gleichbleibender Temperatur. Unter solchen Bedingungen ist der Fehler der Messung kleiner, als im Vergleich zu einer Messung per GPS. Der Nachteil dieser Methode hingegen ist, dass man einen Bezugspunkt braucht, also einen Punkt mit bekannter Höhe über Normalnull, an dem man den Luftdruck misst. Für diese im Vorfeld notwendige Kalibrierung eignen sich Berghütten ebenso wie Pässe, bei denen die tatsächliche Höhe aus dem vorliegenden Kartenmaterial bekannt ist. Wenn man sein Barometer an solchen Stellen gelegentlich nachjustiert, sind die Angaben bis auf wenige Meter genau.

GPS-basierte Höhenmessung

Wie der Name schon sagt, funktioniert diese Methode über das amerikanische Global Positioning System (GPS). Anhand der Signale verschiedener Satelliten in den Umlaufbahnen der Erden wird so die genaue Position des Gerätes bestimmt. Um jedoch eine Angabe über die aktuelle Höhe zu erhalten, benötigt der Empfänger dazu das Signal von mindestens 4 Satelliten. Die Genauigkeit dieser geodätischen Triangulation der eigenen Position hängt zudem maßgeblich von der Qualität des Signals ab. Stehen viele Satelliten zur Verfügung, so erhält man ein gutes Signal, da sich der Empfänger die besten, also stärksten Signale raussuchen kann. Empfängt man jedoch lediglich genau vier Satelliten, so kann es sein, dass die Angaben über Position und Höhe sehr stark von den tatsächlichen Werten abweichen.

Das liegt daran, dass sich das GPS-Signal physikalisch ähnlich wie Licht verhält. Wolken schwächen das Signal ab, tiefe Schluchten können den Empfänger sogar komplett isolieren. Auch ein dichter Wald kann das Signal schwächen. Ebenso kann das Signal an Wänden reflektiert werden. Derartige Einflüsse stören das Ergebnis der Positions- und Höhenbestimmung mitunter so stark, dass unterschiedliche Laufzeiten vom Signalgeber zum Empfänger entstehen. Unter Umständen führt dies zu tatsächlichen Positionsabweichungen von bis zu 100 Metern.

Welche Geräte sind nun besser?

Das kommt unserer Meinung nach ganz auf ihren Einsatzzweck an. Wir wollen einige Anforderungsprofile vorstellen und die dazu passende Methode vorschlagen:

Du willst wissen wie viele Höhenmeter du während einer Tageswanderung oder einem Ausflug mit dem Mountainbike überwindest:

Hier empfiehlt sich ganz klar die barometrische Methode. Dein Gerät misst in definierten Zeitintervallen den Luftdruck und bestimmt dadurch Höhenunterschiede und summiert diese. Bei halbwegs konstantem Wetter ist der Luftdruck eine verlässliche Quelle für Höhenberechnungen und absolut geeignet um die Höhenmeter zu summieren. Die tatsächliche Höhe ist bei solchen Touren in der Regel nicht das wichtigste, deswegen muss das Gerät auch nicht unbedingt am Anfang der Tour kalibriert werden.

Du machst tagelange Touren mit großen Höhenunterschieden (tausend Meter und mehr) und willst wissen, auf welcher Höhe du dich aktuell bewegst:

Für solche Unternehmungen würden wir dir eher zu einem GPS-basierten Gerät raten. Diese bestimmen die Höhe zwar teilweise mit einem Fehler von 20-25 Metern, allerdings wird deine Position stetig neu berechnet und der Fehler so in den meisten Fällen austariert. Bei einer barometrischen Messung kann es sein, dass das Gerät nach dem ersten Tag um 20 Meter falsch kalibriert ist, dann ist jede nachfolgende Messung auch um 20 Meter falsch kalibriert. Wenn man keine bekannte Position hat, in der man das Gerät neu kalibrieren kann, passiert es schnell, dass sich der Fehler fortsetzt und sich sogar noch vergrößert. Dann ist diese Messung schnell ungenauer als das GPS.

Du begibst dich auf Abenteuer, bei denen das Wetter und die Temperatur eine wesentliche Rolle spielen:

Wie bereits erklärt, haben Wetter und Temperatur großen Einfluss auf den Luftdruck. Schwankt dieser aufgrund der natürlichen Einflüsse, ist es empfehlenswert, sich auf das GPS zu verlassen. Andererseits haben manche Geräte eine Unwetterwarnung integriert: wenn der Luftdruck rapide fällt, hat das meist zur Folge, dass ein Tiefdruckgebiet im Anmarsch ist, welches häufig schlechtes Wetter mit sich führt. Einige Geräte warnen davor. Und auch darüber hinaus bietet ein Barometer für den versierten Berggänger eine zuverlässige Aussage über die zu erwartende Entwicklung der Witterung.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass barometrische Höhenmessung immer dann interessant ist, wenn man den Höhenverlauf einer Tour wissen will. Die Schwankungen sind einfach kleiner und die Genauigkeit ist besser. Um präzise Angaben zu ermitteln sollte man die Geräte aber möglichst vor jeder Tour kalibrieren. Bei langen Touren empfiehlt es sich, das Gerät zwischendurch mit Höhenangaben auf Hütten bzw. in den Karten abzugleichen.

Interessiert man sich hingegen eher für absolute Höhen, ist GPS die bessere Wahl. Solche Geräte müssen zudem nicht kalibriert werden, können jedoch gerade in sehr abgelegenen, isolierten (Berg-)Regionen kalkulierbare Messfehler produzieren. Abhilfe schaffen hier häufig Geräte mit kombiniertem GPS/GLONASS-Empfang. Das russische Pendant zu den amerikanischen Navigationssatelliten hilft, vor allem in eurasischen und asiatischen Regionen, gelegentliche Lücken im Satellitennetz auszugleichen.

Andere GPS-Geräte wiederum kombinieren die Vorteile der verschiedenen Methoden, indem sie barometrisch die Höhe messen, diese aber immer wieder mit den Daten aus dem GPS abgleichen.

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