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Fünf Zinnen Titelbild

Fünf-Zinnen-Überschreitung von Ost nach West

14. Oktober 2016
Die Bergfreunde, Pro Team

Wie viele Gipfel haben die Drei Zinnen? Keine Ahnung, aber es sind sicher ein paar mehr als drei. Blickt man auf die berühmte Nordseite – am besten genau von Norden – sieht man fünf markante Klettergipfel und, etwas zurückversetzt, die westlichen Ausläufer der Gebirgsgruppe. Das lädt zum „Drüberrumpeln“ ein, finde ich. Jedenfalls stehen Xari und ich jetzt unter der Nordostwand des Preußturms, mit dem Plan, die „Fünf Zinnen“ zu überschreiten. Es ist Ende August. Vor uns liegt ein Tag mit bestem Sommerwetter – und eine lange, lange Tour… Los geht’s! Ich starte in den Preußriss, den wir in einer langen Seillänge klettern, gleichzeitig, mit 50 m Seil zwischen uns. So kommt man gut voran. Außerdem hat Xari seine Ruhe und bleibt von den Erzählungen aus meiner Jugendzeit verschont. Erst am Gipfel treffen wir uns wieder und seilen ab in Richtung Punta di Frida, unserem nächsten Ziel.

Geröll und Greise

Franz-Xaver Mayr, genannt Xari, 21 Jahre alt, wurde im Wettersteinbruch groß – nur im übertragenen Sinne – was ihm allerdings an der Punta di Frida zugutekommt: Der Fels ist eher schlecht, ich glaube überall, aber ganz besonders, wenn man nicht den besten Weg trifft. Wir wursteln uns durch die Nordwand (Dülfer-Führe), klettern über den Gipfel und sind am Ende erleichtert, als der Bruchhaufen hinter uns liegt. In der klassischen Innerkofler-Führe an der Kleinen Zinne ist dann wieder normales Klettern angesagt – also mehr oder weniger normal – denn erneut klettern wir die ganze Route in nur einer Seillänge.

Über die Abseilpiste in der Westwand und die Schlucht zwischen Kleiner und Großer Zinne erreichen wir den Einstieg der Dibonakante. Es ist zehn Uhr und in der Tour herrscht reger Betrieb. Xari übernimmt die Führung. Es gilt nun, an den anderen Seilschaften vorbeizusteigen, ohne sie zu gefährden oder auszubremsen. Aber die Leute sind alle gut drauf und wir passen aufeinander auf. Wir treffen zwei Opis aus Österreich, über 70 Jahre alt, die zusammen klettern. Respekt! Weiter oben unterhalte ich mich am Standplatz mit einem Südtiroler. Er zeigt auf die Menschenmassen am Paternsattel: „Die warten alle darauf, in die Dibona einsteigen zu können“. Beste Stimmung also, genau wie am Gipfel, wo wir Hans Kammerlander treffen. Er gibt uns noch Tipps für den Weiterweg und wir machen ein paar Gipfelbilder mit ihm. Xari hat seine neue Knipse dabei, vor der Tour noch schnell aus dem Karton geholt. Die Bedienung ist einfach, aber wie wir später feststellen sollen: ohne Speicherkarte gibt’s auch keine Bilder…

Abstieg von der Großen Zinne

Wir folgen dem Normalweg, queren die Südwand Richtung Westen, steigen eine Rinne ab, die nächste wieder hoch und zuletzt durch eine wenig einladende Schlucht nach Norden, zum Einstieg der Demuthkante. Die Route ist sehr schön, auch wenn ich im Mittelteil etwas vom Weg abkomme. Doch wir treffen die richtige Route bald wieder und Xari führt den Rest. Am späten Nachmittag stehen wir dann auf dem Gipfel der Westlichen Zinne. Hinter uns liegen rund 60 Seillängen Kletterei, überwiegend im 4. und 5. Schwierigkeitsgrad, teils auch leichter. Und natürlich ein paar Abstiege, die auch nicht ohne sind.

Das mag jetzt vielleicht nach einem besseren Wanderausflug klingen, aber ich finde, in den Dolomiten muss man in diesen Graden schon klettern, und das am besten ohne herunterzufallen. Wie auch immer, wir sind guter Laune und auch nicht besonders erschöpft. Meine konsequente Vorbereitung hat sich also gelohnt: Strandurlaub an der Ostsee und ein paar Touren in der heimatlichen Kletterhalle… Aber ok, wir müssen auch noch runter. Also nochmals konzentrieren. Der Normalweg schlängelt sich elegant durch ein Labyrinth aus Türmen, Bändern und Schluchten. In Gedanken ziehe ich den Hut vor der Leistung des Bergführers Michel Innerkofler, der diesen Weg im Sommer 1879 ausgetüftelt hat. Und ich denke an den Belgier Claude Barbier, der die fünf Gipfel 1961 an einem Tag bestieg, im Alleingang, über Nordwandrouten…

Fazit

Die Fünf-Zinnen-Überschreitung von Ost nach West ist eine logische und empfehlenswerte Traverse, deren Schwierigkeit und Länge je nach Auswahl der einzelnen Routen natürlich recht unterschiedlich ausfallen kann. Bei der hier beschriebenen Variante ist die Felsqualität überwiegend gut und die Kletterei lohnend – abgesehen von der Überschreitung der Punta di Frida. Hier gilt es gut aufzupassen, auch um möglichst keine Steine zu lösen! Die Abstiege nach Norden durch die Schluchten sind gefährlich, besonders wegen möglichem Steinschlag. Dort nicht trödeln!

Wir waren insgesamt rund 13 h unterwegs. Allerdings war das Gelände für Xari im Wesentlichen Neuland und ich kannte auch nicht alle Routen im Detail. Und wir sind, abgesehen von einer Erkundungstour am Vortag, nie zuvor zusammen geklettert. Eine schnelle, ortskundige Seilschaft sollte also zum Kaffeetrinken zurück sein, alle anderen packen besser die Stirnlampen ein. Wir hatten am Vortag zwei Depots angelegt, unter der Kleinen Zinne Westwand und am Einstieg der Demuthkante. Stilistisch natürlich nicht perfekt, aber wir wollten möglichst leicht klettern.

Zuletzt noch eine Bewertung des Kletterpartners, speziell für die Mädels: Xari ist sehr nett und klettert gut – ein süßer, süßer Junge, wie Pep Guardiola sagen würde. Bei den Kochkünsten und Leistungen als Fotograf gibt es zwar noch Luft nach oben, aber darüber kann man schon mal hinwegsehen. Nach einer coolen Tour sowieso. Deshalb von mir fünf von fünf Sternen!

Materialempfehlung

Unser Zeitplan

  • Start der Tour mit Einstieg Preußriss: 6:15
  • Gipfel Preußturm: 7:04
  • Gipfel Punta di Frida: 8:28
  • Gipfel Kleine Zinne: 9:10
  • Einstieg Dibonakante: 10:05
  • Gipfel Große Zinne: 12:16
  • Einstieg Demuthkante: 14:00
  • Gipfel Westliche Zinne: 17:09
  • Zurück am Parkplatz, Ende der Tour: 18:52
  • Gesamtzeit: 12h37
Bergfreunde

Ortler Nordwand solo – und ein paar Gedanken drum herum

25. Dezember 2015
Bergfreunde Tourenberichte, Die Bergfreunde, Pro Team

Der Ortler gilt als der höchste Berg Südtirols und unter Bergsteigern als eines der bedeutendsten Gipfelziele der Ostalpen. Alle Routen zum Gipfel sind anspruchsvolle Hochtouren, von denen der Weg von Norden die am meisten begangene ist, zumal sie durch atemberaubend schöne Hochgebirgslandschaft führt. Unterschätzen darf man die Tour auf diesen Fast-Viertausender jedoch auf keinen Fall.

Bergfreunde.de ProTeam-Mitglied Fritz Miller berichtet von einer schnellen Begehung der höchsten Eiswand der Ostalpen und warum es sich lohnt, auch mal Gas zu geben.

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Drei Zinnen, zwei Klettertage, vier Nordwandklassiker

7. August 2015
Bergfreunde Tourenberichte, Pro Team

An nur einem Tag begehen Fritz Miller und Flo Böbel die Nordwand-Trilogie der Drei Zinnen. Die drei klassischen Nordwandrouten sind „Cassin“ an der Westlichen Zinne, „Comici“ an der Großen Zinne und „Innerkofler“ mit Nordwandeinstieg an der kleinen Zinne. Der markante Gebirgsstock in den Sextner Dolomiten befindet sich an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Belluno im Süden und Südtirol im Norden und ist das Wahrzeichen der Dolomiten.

Trotz Anfangsschwierigkeiten und schwerem Gewitter haben die Zwei die Trilogie innerhalb 12 Stunden hinter sich gebracht. Wie sie das geschafft haben, berichtet Euch Bergfreunde.de ProTeam-Mitglied Fritz Miller selbst.

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Bigwall-Abenteuer am Monte Brento

15. Mai 2015
Pro Team

Klettern rund um Arco, das ist mehr als nur Bohrhaken clippen, Kaffee trinken und shoppen. In den großen Wänden des Sarcatals, speziell am Monte Brento, warten teils haarsträubende Abenteuerrouten auf Wiederholer. Fritz Miller und Hannes Neubert kletterten „Il Grande Incubo“ in 1,5 Tagen. Der Routenname klingt gut, so lange die Sprachkenntnisse gerade zum Bestellen einer Pizza reichen und sich einem die Übersetzung nicht erschließt. „Der große Alptraum“ kann in dieser Route nämlich schnell wahr werden: die Wand hängt im oberen Teil gewaltig über, der Fels ist über weite Strecken mies, die Haken sind schlecht. Sicher ist dabei nur, dass beim Klettern keine Langeweile aufkommt… (mehr …)

US-Rock-Tour Teil 2 – Nevada, Utah & Colorado

26. Dezember 2014
Bergfreunde Tourenberichte, Pro Team

Fritz Miller und Flo Böbel unterwegs von San Francisco nach Denver, 26.09.–22.10.2014

Im ersten Teil des Reiseberichtes von Fritz Miller ging es um das Kletten im Yosemite.

Im zweiten Teil geht es von Las Vegas zu den gewaltien Sandsteinwänden des Zion Nationalparks, Moab, Indian Creek und schließllich nach Colorado. Aber lest selbst.

 

 

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Bergfreunde

US-Rock-Tour Teil 1 – Yosemite

5. Dezember 2014
Die Bergfreunde, Pro Team

Fritz Miller und Flo Böbel unterwegs von San Francisco nach Denver, 26.09.–22.10.2014

Yosemite Valley, Kalifornien. Das beste und bedeutendste Klettergebiet der Welt. Perfekte Felswände, schönes Wetter. Doch als wir zum ersten Mal Hand anlegen, ist es regnerisch und der seltsame Spalt, den wir zum Einklettern ausgesucht haben, sieht nicht gut aus. Flos einzige Zwischensicherung, ein etwas weit geöffneter 5er-Camalot, sieht ein paar feuchte Flechten später einen Sturz der Variante „Arschbombe“. Noch weniger elegant sind meine Bemühungen, in einem viel zu engen Kamin Höhe zu gewinnen… Dann fängt es wieder an zu regnen. Wo sind wir nur gelandet!? (mehr …)

Bergfreunde

Michi Wohlleben und Fritz Miller eröffnen die Route „Dornröschen“ (50° 7- M5, 1100 m) – eine kombinierte Winterkletterei an der Zugspitze

20. April 2014
Die Bergfreunde, Pro Team

An der Südseite des Zugspitzmassivs, oberhalb der Ehrwalder Alm, erhebt sich die Wetterwand: beeindruckende 800 m hoch, steil und ohne Frage ein Blickfang. Geklettert wird hier aber kaum. Allein die klassische Wetterkante, die linke Begrenzung der Wand, wird regelmäßig begangen. Dazu kommen ein paar Durchstiege der Route „Therapie“, eine lange Sportkletterroute im rechten Teil der Wand. Zu den weiteren vorhandenen Routen sind nur dürftige Beschreibungen verfügbar. Es scheint aber, dass der zentrale Teil der Wetterwand bisher noch keinen Durchstieg gesehen hat. Und das klingt nach einem Auftrag. (mehr …)

Solo-Winterbegehung des Rädlergrates

3. März 2014
Pro Team

Bergfreunde.de ProTeam-Mitglied Fritz Miller berichtet von einem Ausflug zum Allgäuer Himmelhorn (2111 m) 

Der Allgäu-Kletterführer (Panico) sagt: „…mit Abstand das ernsteste Ziel des vorliegenden Kletterführers.“ Der Wetterbericht für den nächsten Tag sagt: „…starker bis stürmischer Südwind, im Tagesverlauf Niederschläge…“

Der Kalender sagt: „6. Februar.“

Alles spricht für einen netten Kurzurlaub im Allgäu – bis auf mein viel zu schweres Reisegepäck… (mehr …)

Patagonia Vertical

9. Februar 2014
Pro Team

Bergfreunde.de ProTeam-Mitglied Fritz Miller und Freunde auf Klettertrip in Patagonien (31.12.13 – 22.01.14)

Wieder einmal zog es mich nach Patagonien, in den Süden von Südamerika, dahin, wo Fitz Roy, Cerro Torre und das schlechte Wetter zuhause sind.

Wieder einmal mit großen Plänen, aber auch mit dem Wissen, dass solche meist nichts wert sind, denn Wind und Wetter scheren sich nicht um irgendwelche Pläne. In Patagonien hat man nach ihrer Pfeife zu tanzen – zumindest als Kletterer.

 

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Tipps und Tricks

Fritz Miller über das neue Slackline-Buch

26. April 2013
Ausrüstung, Pro Team, Tipps und Tricks

Fritz Miller, Mitglied des Bergfreunde.de ProTeam, hat neben den Bergen eine zweite Leidenschaft: die Slackline! Sein Wissen zu diesem Thema hat er 2008 erstmals in einem Slackline-Buch veröffentlicht. Gemeinsam mit Daniel Mauser hat er das Buch nun vollständig überarbeitet und Ende 2012 in einer neuen Auflage veröffentlicht.

Und weil die Saison für Slackliner gerade wieder so richtig startet, hatten wir da mal ein paar Fragen an Fritz. Wer erfahren möchte warum er so ein Buch schreibt und welchen Tipp er an die Longliner hat, der sollte einen Blick in das Interview werfen.

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Michi Wohlleben am Jirishanca

20. März 2013
Pro Team

Vergangenen Sommer versuchte Michi Wohlleben, jüngstes Mitglied des Bergfreunde.de-ProTeams, den 6.094 Meter hohen Jirishanca in Peru über die Süd-Ost-Wand zu besteigen. Er war gemeinsam mit den Alpinisten Arne Bergau und Hannes Jähn – Hans Hornberger war als Kameramann und Fotograf mit dabei und  dokumentierte das Unternehmen.

Kurz vor der Veröffentlichung des entstandenen Films hat sich die Johanna Stöckl mit Michi Wohlleben unterhalten. Das gemeinsame Gespräch über Druck, Scheitern, Enttäuschungen und die Lust auf einen zweiten Versuch haben und Johanna und Michi netterweise zur Verfügung gestellt…

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Winter-Nordwand-Trilogie an den Drei Zinnen

13. März 2013
Pro Team

Bergfreunde ProTeam-Mitglied Fritz Miller komplettiert mit einer Begehung der Kleinen Zinne Nordwand seine Winter-Nordwand-Trilogie an den Drei Zinnen, dem Wahrzeichen der Dolomiten.

Die Kleine Zinne ist ein exzellenter Kletterberg. Anders als bei Großer und Westlicher Zinne finden sich die besten Routen aber auf ihrer Südseite. Nordseitig gibt es dafür Schatten, Bruch und im Winter jede Menge Schnee – übliche Zutaten für ein Nordwandabenteuer. Meine Motivation für einen Winterdurchstieg der Kleinen Zinne Nordwand war neben meiner Vorliebe fürs Winterbergsteigen ganz klar eine gewisse Sammlerleidenschaft: Drei Zinnen, drei Nordwände, drei Winterbegehungen… (mehr …)